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Veröffentlicht am 16.05.2020

Liebe am Meer

Sternschnuppentage
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Marlies Folkens legt mit „Sternschnuppentage“ einen locker leichten Sommerroman für „zwischendurch“ vor. Das Cover ist wunderbar sommerlich: Meer, ein Cottage, das Blau des Himmels, eine Möwe und herrliche ...

Marlies Folkens legt mit „Sternschnuppentage“ einen locker leichten Sommerroman für „zwischendurch“ vor. Das Cover ist wunderbar sommerlich: Meer, ein Cottage, das Blau des Himmels, eine Möwe und herrliche Heckenrosen. Am liebsten würde man sich dort in die Dünen setzen und aufs Meer schauen.
Der Klappentext verrät leider schon recht viel von der Handlung und eigentlich weiß man wie der Roman enden wird. Janna hat es nicht leicht erst muss sie den Tod der Mutter verarbeiten und zudem kehrt ihr Freund zu Frau und Sohn zurück. Aber es geht in diesem Roman eigentlich um mehr: Freundschaft, Zusammenhalt, Loyalität und Nachbarschaft zum Beispiel.
Im Laufe des Romans kommt man auch sehr gut hinter den ungewöhnlichen Titel. Janna hat sich bei jeder Sternschnuppe etwas gewünscht und es aufgeschrieben, um nachvollziehen zu können, ob ihre Träume wahr werden. Janna ist zweifelsohne die Hauptfigur des Romans, aber mit Achim und Mo bekommt sie zwei männliche Gegenspieler.
Der Roman wird chronologisch erzählt und besticht vor allen Dingen durch seine flüssigen Dialoge. Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Ausgiebige Landschaftsbeschreibungen sind hier aber leider Fehlanzeige, diese hätte ich mir definitiv gewünscht, denn so bleibt der Ort der Handlung relativ austauschbar.
Auch die Dramatik am Ende des Romans hätte ich nicht gebraucht, aber dies ist vielleicht Geschmacksache.
Dieser Roman ist definitiv für Frauen geschrieben worden. Männer werden hier keinen Spaß haben, denn welcher Mann liest schon gerne einen Roman a la Rosamunde Pilcher? Mich hat dieser Roman gut unterhalten und mir ein paar leichte Lesestunden beschert. Dies ist kein Roman der lange nachhallt oder zum Nachdenken anregt, dafür ist er leider nicht tiefgründig genug.
Ein guter Roman für „Zwischendurch“, mehr aber leider auch nicht. Die Autorin kann es auf jeden Fall besser, dies ist leider nicht ihr bestes Buch.
Ich bedanke mich bei NetGalley Deutschland und dem Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Veröffentlicht am 16.05.2020

Ein Leben in Rosa

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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Als der Kunst sehr positiv zugewandter Mensch habe ich den Roman über eine der berühmtesten Persönlichkeiten der französischen Musikgeschichte in die Hand genommen. Nach wenigen Seiten war mir bereits ...

Als der Kunst sehr positiv zugewandter Mensch habe ich den Roman über eine der berühmtesten Persönlichkeiten der französischen Musikgeschichte in die Hand genommen. Nach wenigen Seiten war mir bereits bewusst, dass ich sehr schnell von der besonderen „Persönlichkeit“ Edith Piafs begeistert war. Desto mehr habe ich mich in die Geschichte hineinversetzt und bin durch die facettenreiche und tiefgründige Darstellung der Autorin von der „Karriere“ des kleinen Spatz von Paris tief berührt worden. Das Cover ist mit dezenten Farben gestaltet. Im Vordergrund erkennt der Leser eine Frau, welche in ein elegantes schwarzes Kleid gehüllt ist und den Kopf leicht verlegen zur Seite neigt. Im Hintergrund zeigt sich dem Leser der berühmte Arc de Triomphe, welcher sich auf dem einmaligen Champs-Elysées in Paris befindet. Der Klappentext ist sehr kurzgehalten und hinterlässt beim Leser nur einen sehr kleinen Vorgeschmack für die sehr turbulente Geschichte von Edith Piaf. Die Story handelt von dem Aufstieg und dem Leben im Licht und Schatten der Bühne von Edith Piaf. Am Anfang: Das einfache Mädchen von der Straße, nach und nach wird sie ein leuchtender Stern des Chansons. Gerade durch die Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zwischen 1944 und 1945 wird die ganze Dramatik, welche sich wie ein Roter Faden durch das Leben der Ausnahmekünstlerin zieht, sehr deutlich. Edith Piaf überzeugt trotz ihrer körperlich geringen Größe als Künstlerin und Frau in allen Lebenslagen. Anfangs ungebildet entwickelt sie sich dabei zu einer Intellektuellen und faszinierenden Künstlerin. Gerade ihre besondere Heimatliebe droht ihr dabei in einem Fall fast zum Verhängnis zu werden. Sehr passend fand ich ihr Zitat „Mein Herz gehört Frankreich aber mein Arsch ist international“. Dieses ihr nachgesagte Zitat zeigt ihre patriotische sowie weltoffene Seite, welche Sie in späterer Zeit noch eindrucksvoll am Broadway in New York unter Beweis stellen wird.
Ebenfalls beeindruckend sind die facettenreichen Nebenfiguren der Geschichte. Besonders erwähnenswert sind dabei ihre beste Freundin Simone (Spitzname Momone) sowie der aufstrebende Sänger und Schauspieler Yves Montand. Zweiter wurde dabei meine Lieblingsnebenfigur. Bei den ersten Begegnungen mit Edith Piaf wirkt er eher schüchtern und eingebildet. Im Laufe der Geschichte wird er aber durch seine Leidenschaft zur Kunst, sowie seiner Liebe zu seiner „Mentorin“ selber ein Star der Bühne bzw. Jahre später des Filmwesens. Die Tragik der Liebe zwischen Piaf und Montand ist ein Sinnbild für die Karriere Edith Piafs. Es war zu schön um war zu sein und am Ende blieb nur die Erinnerung. Der Aufbau der Geschichte ist chronologisch und Zeitsprünge finden nur in geringen Fällen statt. Die Handlung spielt im Wesentlichen in den Jahren 1944 und 1945 sowie der Nachkriegszeit bzw. am Anfang im Jahr 1937. Demnach ist das Zeitgeschehen für den Leser sehr gut nachvollziehbar. Die Besonderheit der Geschichte lebt neben dem Spannungseffekt in der sehr detailreichen Beschreibung des „Seelenlebens“ von Piaf. Der Autorin gelingt es auf wunderbare Weise die Gefühle, Träume und Empfindungen der Künstlerin niederzuschreiben. Der Schreibstil ist dabei sehr lebendig, locker und sehr gut lesbar. Als Zielgruppe der Geschichte kommen Freunde der Musik, Kunstliebhaber sowie alle Interessenten der Kultur in Frage. Der Roman ist tendenziell eher für Frauen aller Altersklassen geeignet. Als Fazit bleibt für mich festzuhalten, dass ich durch den Roman von Michelle Marly in eine neue Kulturwelt eintauchen durfte. Durch die vielseitige und sehr pathetische Beschreibung des Lebens von Edith Piaf habe ich eine neue Seite der „leider schon vergangenen“ Musikwelt kennenlernen dürfen. Als ebenfalls bemerkenswert fand ich den Grundsatz für Ihr Werk. Es ging der Autorin weniger um eine Biographie, als mehr um das Werk einer einzigartigen Künstlerin. Sie wollte eine strahlende und nicht eine vergängliche Edith Piaf zeigen. Dieses Vorhaben ist ihr sehr gut gelungen. Ich bedanke mich bei NetGalley Deutschland und dem Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2020

Dunkle Geheimnisse um Heiligendamm

Totendamm
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Düster, verheißungsvoll und spannend erzählt Eric Berg die Geschichte um eine beschauliche Siedlung Vineta in Heiligendamm, welche nach und nach ihre dunklen Geheimnisse preisgibt. Schon nach wenigen Seiten ...

Düster, verheißungsvoll und spannend erzählt Eric Berg die Geschichte um eine beschauliche Siedlung Vineta in Heiligendamm, welche nach und nach ihre dunklen Geheimnisse preisgibt. Schon nach wenigen Seiten Lesefreude hatte ich persönlich das Problem, das Buch wegzulegen.
Das Cover ist in bunter Farbe gehalten und zeigt einen abgesteckten Strandpfad zwischen den Dünen. Am Horizont ist ein roter Leuchtturm sowie die Ostsee abgebildet. Der Klappentext zeigt sich als Ouvertüre des Handlungsgeschehens, ohne wesentliche Spannungspunkte der Geschichte vorwegzunehmen. Wesentliche Inhalte der Geschichte sind Neuanfang, persönliche Geheimnisse, persönliche Schicksale, sowie der soziologische Konflikt zwischen Vertrauen und Misstrauen innerhalb einer Gesellschaft. Im schwerpunktmäßigen Zentrum des Handlungsgeschehens steht Ellen Horst, welche zusammen mit ihrem Sohn in die beschauliche Siedlung Vineta zieht. Ellen Horst überzeugt durch eine starke Persönlichkeitsstruktur, welche im Laufe des Romans noch vor einige Prüfungen gestellt wird. Ihr zur Seite steht ihr Sohn Tristan, der gegen Ende der Geschichte durch eine unvorhersehbare Einsicht und Reife in schwierigen Situationen zu überzeugen weiß.
Der Roman enthält eine Vielzahl von Nebenfiguren. Viele Persönlichkeiten helfen dem Leser dabei die Teilstücke der kriminellen Handlungen besser zu verstehen. Dabei wird jedoch bis zum Ende auf eine finale Auflösung, wer im Endeffekt für die Taten verantwortlich ist, verzichtet. Die mysteriöseste und interessanteste Nebenfigur der Handlung war für mich der geistig zurückgebliebene Ruben. Er überzeugt durch seine vermeintlich kindliche Art und lässt einige Protagonisten im guten Glauben über seine Harmlosigkeit. Trotz seiner vermeintlich teilweisen geistigen Rückentwicklung zeigt er immer wieder Handlungen und Gedankengänge, welche eine zumindest teilweise bewusste Gedankenstruktur an den Tag legen. Ihm kommt im Laufe des Romans eine Schlüsselfunktion zu, an welche der Leser am Anfang der Geschichte noch nicht entscheidend zu denken vermag. Der Autor bedient sich der Beschreibung der Handlungen in dem Jahr 2016, sowie des Zeitraums der vorgelagerten kriminellen Handlungen des Jahres 2010. Dies sind die einzigen Zeitsprünge innerhalb des Romans und somit ist das Geschehen für den Leser jederzeit sehr gut nachvollziehbar. Die Spannung der Historie ist durch eine mysteriöse Beschreibung der Handlung bis zum Ende sehr hoch. Eric Berg schafft es immer wieder den Leser in eine gewisse „Sicherheit der Ereignisse“ einzuwickeln. Irgendwann wird diese Sicherheit durch weitere Informationen immer wieder „aufgebrochen“. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, verheißungsvoll und sehr gut für den Leser verständlich. Er beschreibt dabei immer auch den landschaftlichen Rahmen der Ereignisse, ohne diese zu verschnörkelt und langatmig zu verfassen. Als Zielgruppe des Romans kommen sowohl Frauen als auch Männer jeglicher Altersgruppen in Betracht. Durch seine sehr geschlechterneutrale Handlungsbeschreibung können beide Geschlechter sich in den handelnden Persönlichkeiten wiederfinden.
Mich persönlich hat der Kriminalroman sehr gefesselt und ich war fast ein wenig traurig, als dieser geendet hatte. Dem Autor ist es sehr gut gelungen einen Roman zu schreiben, welcher durch die Spannung der Worte und der erzählten Geschichte zu überzeugen weiß. Der Krimi besticht nicht durch die Anzahl der Mordopfer oder Handlungen, sondern durch seine Umgebung und durch unterschwellige Botschaften. Dies ist dem Autor sehr gelungen. Für Krimi-Fans ist dies ein absolutes Muss, welche Lust und Verlangen nach mehr Krimis von Eric Berg machen.
Ich bedanke mich bei Blanvalet, Verlagsgruppe RandomHouse und Buch Contact für die Bereitstellung des Romans sehr herzlich.

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Veröffentlicht am 09.05.2020

Krönender Abschluss

Das Weingut. Tage des Schicksals
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Mit „Das Weingut – Tage des Schicksals“ legt Marie Lacrosse den fulminanten Abschluss ihrer Trilogie vor. Das Cover ist passend zu den ersten beiden Bänden gestaltet, obwohl mir hier die warmen Farben ...

Mit „Das Weingut – Tage des Schicksals“ legt Marie Lacrosse den fulminanten Abschluss ihrer Trilogie vor. Das Cover ist passend zu den ersten beiden Bänden gestaltet, obwohl mir hier die warmen Farben sehr viel besser gefallen, als bei den ersten beiden Bänden. Besonders mag ich den Rosenstock auf dem Cover, welcher im Verlauf des Romans eine wichtige Bedeutung bekommt. Der Roman beginnt 1877 und endet im Jahr 1892, als Leser begleiten wir die Familie Gerban durch unruhige, turbulente und schicksalhafte Zeiten. Der Klappentext umreißt nur einen kleinen Teil der Handlung, vieles bleibt ungesagt und dies erhöht die Spannung im Laufe des Romans noch mehr.
Es geht in diesem Roman unter anderem um das Weingut, die Familie, die Frauen- und Arbeiterrechte aber auch um den österreichischen Adel. Aber auch Liebe und Vertrauen, sowie Neid und Intrigen, der nackte Kampf ums Überleben und das Schwelgen im Luxus werden thematisiert. Im Mittelpunkt des Romans stehen Irene und Franz Gerban, aber auch ihre drei Kinder. Pauline Gerban, Josef Hartmann, Mathilde und Herbert Stockhausen und Emma und Georg Schober bereichern den Roman ungemein. Diese und andere unzähligen Nebenfiguren tragen dazu bei, dass von der Autorin so detailreich geschaffenen Gesamtportrait einer Gesellschaftsschicht glaubhaft und authentisch wirken zu lassen.
In diesem Roman begegnen uns auch historische Persönlichkeiten wie August Bebel, Carl August Schneegans oder Gertrud Guillaume-Schack, „nur“ erwähnt hingegen werden Otto Graf Bismarck, Karl Marx, Friedrich Engels oder Clara Zetkin.
Des Weiteren merkt man den Figuren die psychologische Expertise der Autorin an, die Figuren sind facettenreich und glaubhaft ausgearbeitet. Eine schwarz-weiß-Färbung sucht man in diesem Roman vergeblich, sogar bei den vermeintlichen Bösewichten der Geschichte. Marie Lacrosse überzeugt hier auf ganzer Linie, ein riesengroßes Kompliment!
Der Roman wird aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven erzählt, hinzu kommen die unzähligen Schauplätze des Romans. Durch diese Abwechslung wird es in keinster Weise für den Leser langweilig. Zeit- und Ortangaben vor jedem neuen Abschnitt innerhalb des jeweiligen Kapitels erleichtern die Einordnung und die Orientierung. Insgesamt ist der Roman in sechs größere Teile gegliedert, schreitet aber bis auf wenige Ausnahmen chronologisch voran. Es gibt nur wenige Rückblenden, dafür mehrere Zeitsprünge und Zeitraffungen. Teilweise gibt es Verweise zum Geschehen zu den ersten beiden Bänden der Trilogie, sodass auch Leser, welche die ersten beiden Bände nicht gelesen haben, der Autorin folgen können. Dennoch empfehle ich ausdrücklich die Romane in chronologischer Reihenfolge zu lesen, um so den größtmöglichen Spaß an dem Werk der Autorin zu haben.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig zu lesen, die vielen Dialoge machen es möglich die Figuren schnell zu fassen, die wunderbaren Beschreibungen beispielsweise der Landschaft oder der Räumlichkeiten, schaffen ein gutes Bild vor dem inneren Auge.
Der Roman besticht mit einem sehr ausführlichen Personenregister und einem exzellenten Nachwort, welche Fakten und Fiktion noch einmal trennt bzw. zusammenführt. Ein Glossar, Karten sowie ein Quellenverzeichnis runden den Roman ab.
Ich wünsche diesem Roman unzählige Leserinnen und Leser, denn er ist ein echtes Highlight, um nicht zu sagen Juwel. Sowohl Männer als auch Frauen werden ihren Spaß an diesem Roman haben. Jedes Alter findet hier Identifikationsfiguren. Definitiv nicht nur für Fans von Familiensagas, denn dieses Buch ist so viel mehr! Es ist ein Denkmal für alle Frauen, die sich heute und in der Vergangenheit für ihre Rechte einsetzen.
Mein herzlicher Dank geht an Marie Lacrosse für diese wunderbare Geschichte und unsere ebenso unvergesslichen Begegnungen. Ich hoffe sehr, dass wir uns schon sehr bald wiedersehen können. Mit deinem neuen Buchprojekt wünsche ich an dieser Stelle schon viel Erfolg. Ebenso bedanke ich mich bei der Verlagsgruppe Random House und dem Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.



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Veröffentlicht am 03.05.2020

Orientalisch, kulinarische Träume

Eine Prise Marrakesch
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Eine Prise Marrakesch lässt die Herzen von Marokko-Fans höherschlagen. Selten zuvor habe ich ein Buch gelesen, welches Wünsche, sowie Sehnsüchte nach einer fernen Welt dem Leser näherbringt. Das Cover ...

Eine Prise Marrakesch lässt die Herzen von Marokko-Fans höherschlagen. Selten zuvor habe ich ein Buch gelesen, welches Wünsche, sowie Sehnsüchte nach einer fernen Welt dem Leser näherbringt. Das Cover zeigt sich in Farbe. Im Vordergrund erkennt der Leser eine junge Frau in einem grünen sommerlichen Kleid mit einem dunklen Hut, welche auf ein imposantes Gebäude mit einem sehr hohen Turm zuschreitet. Dem Gebäude vorgelagert ist ein großer mit Pflastersteinen und Palmen bedeckter Platz. Meiner eigenen Recherche zufolge könnte es sich um die Koutoubia Moschee in Marrakesch handeln, welche als Wahrzeichen der Stadt überregional bekannt ist. Der Klappentext umschreibt ausführlich den wesentlichen Handlungsrahmen und gibt in kurzen Worten die Protagonisten der Geschichte an. Wesentliche inhaltliche Themen des Romans sind: Fernweh, Neuanfang, Kulinarik, Geschichte, Nostalgie, Heimat sowie Liebe. Im Vordergrund des Handlungsgeschehens stehen der Hotelier Karim, die Hobbyköchin Klara, sowie die Fotografin Charlotte, die ebenfalls nach Marrakesch gereist ist. Über einige Zufälle und Umwege finden dabei die Persönlichkeiten durch den gemeinsamen Wunsch und die Sehnsucht alte Traditionen nicht zu vergessen zueinander. Es handelt sich dabei um das historische, in Karims Familienbesitz befindliche Hotel, Les Almohades. Dabei sind die Protagonisten des Romans für sich sehr interessante Persönlichkeiten, welche dem Leser so nach und nach in ihre persönlichen Geheimnisse erzählen. Am besten von den Figuren hat mir Karim gefallen. Er zeigt trotz seiner diffizilen Vergangenheit, dass es im Leben nie zu spät ist für einen beruflichen, sowie einen persönlichen Neuanfang. Er überwindet seine lang verheimlichte Schwärmerei für Charlotte und findet sich am Ende des Romans am Ziel seiner lang gehegten Träume. Bei den vielfältigen Nebenfiguren des Romans hat sich im Besonderen, der deutsche Koch Alain als mein Favorit herauskristallisiert. Er überzeugt durch seinen Unternehmergeist und seine späte Erkenntnis, dass ein Mensch ohne Liebe nicht existieren kann. Seine plötzliche Flucht von Deutschland nach Marokko aufgrund der überwältigen Gefühle gegenüber Klara zeigen dies sehr deutlich. Die Spannung der Geschichte lebt von ihren Darstellern und der stetigen Ungewissheit über die Zukunft des legendären Les Almohades. Die Handlung der Geschichte spielt in der heutigen Neuzeit und ist deshalb für den Leser sehr gut nachvollziehbar. Zeitsprünge zwischen den Ereignissen und Protagonisten finden de Facto nicht statt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, lebhaft und sehr verständlich zu lesen. Durch einen sehr bildhaften und verspielten Erzählstil lässt die Autorin die Leserschaft tief in das orientalisch und verzweigte Marrakesch eintauchen. Der Leser erfährt eine Sinnesreise in eine sehr aufregende und geheimnisvolle Welt. Eine Besonderheit dieser Geschichte ist das Einbauen von Rezepten, welche landestypisch für Marrakesch und Marokko sind. Hier wird dem Leser neben den schon sehr sinnlichen Worten zusätzlich die Möglichkeit geboten, auch kulinarisch tiefer in diese faszinierende Welt einzutauchen. Zielgruppe des Romans sind Leser von politischen Romanen, Anhänger von Marokko und Liebhaber von romantischen Geschichten. Er ist aufgrund seiner Vielfalt, sowohl für Frauen und Männer geeignet, wobei ich eine leichte Tendenz für die weibliche Leserschaft nicht abstreiten würde. Aber auch Männer können sich aufgrund der interessanten maskulinen Persönlichkeiten in der Geschichte verlieren.
Mir persönlich hat dieser Roman sehr gut gefallen. Er ist herzerwärmend, kurzweilig und lädt zum Träumen in ferne Welten ein. Ich kann der Autorin nur ein großes Kompliment machen, dass sie es geschafft hat einen Urlaub für die Sinne zu schaffen. Herzlichen Dank dafür!
Ebenso geht mein Dank an die Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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