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Veröffentlicht am 14.04.2019

Berlin, Wien und die O5

Die Fliedertochter
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Ein Roman voller Gefühl, Tragik, Sehnsucht und Liebe, aber auch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Teresa Simon hat wieder einmal einen Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite gefesselt hat ...

Ein Roman voller Gefühl, Tragik, Sehnsucht und Liebe, aber auch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Teresa Simon hat wieder einmal einen Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite gefesselt hat und der ein Stück Geschichte lebendig werden lässt. Eigentlich passen die Cover gar nicht so recht zu den Romanen von Teresa Simon. Ich finde sie zu romantisch und kitschig, nicht das die Liebe kein großes Thema wäre, denn sie ist ein großes Thema, doch die Romane sind so viel mehr. Sie sind Zeitzeugen und verbinden immer wieder in gekonnter Weise Vergangenheit und Gegenwart. Die Vergangenheit ist unser größter Lehrer.
Der Klappentext macht wieder einmal klar, dass wir es mit zwei Geschichten zu tun haben, dennoch ist dem geneigten Leser klar, dass beide Geschichten immer mehr zu einer einzigen werden. Dies schafft keine so spielerisch leicht wie Teresa Simon.
Mit Luzi und Paulina hat die Autorin zwei unterschiedliche Protagonistinnen geschaffen, die dennoch ihre Gemeinsamkeiten haben. Vor allen Dingen lieben sie aus ganzem Herzen, sowohl das Leben, als auch die Männer die sie ein Stück des Weges begleiten. Ja, es ist ein Frauenroman und das Schicksal dieser Frauen steht im Vordergrund. Die Männer bleiben für meinen Geschmack etwas zu blass, aber dies ist sicherlich Ansichtssache. Die beste männliche Figur war für mich definitiv Luzies Opa, ein toller Tierarzt, von dem würde ich mein Haustier auch behandeln lassen, so denn ich eins hätte. Eine höchst interessante Figur ist auch Bela Król, der sich in der Widerstandsbewegung O5 engagiert hat, er hat ein reales Vorbild und diese Widerstandsbewegung hat es tatsächlich gegeben, sodass es, wie immer bei den Romanen von Teresa Simon, noch etwas gibt, was man ganz nebenbei lernt. Was es mit dieser Gruppe auf sich hat, wird natürlich nicht verraten, dafür müsst ihr schon das Buch lesen…
Die Spannung in dem Roman wird immer greifbarer, um so mehr der Roman fortschreitet. Es ist klar, dass alles auf die Auflösung hinzuläuft, wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, welche Verbindung es zwischen Luzie und Paulina gibt.
Sehr schön fand ich an diesem Roman, dass auch Wien, als Stadt so greifbar wird. Man merkt dem Roman die Liebe der Autorin zu dieser Stadt an. Aber sie geht auch kritisch mit Wien um, besonders in der Zeit des Nationalsozialismus. Inhaltich und logisch fand ich diesen Roman unglaublich stimmig, der Schreibstil passt sehr gut, wobei die Tagebucheinträge eine wahnsinnig intensive Beziehung zwischen Leser und Protagonisten herstellten. Insgesamt überwiegen in dem Roman aber die Dialoge, welche für die Leichtigkeit gesorgt haben. Ein ausführliches Nachwort, sowie diverse Rezepte zu den im Buch genannten Gerichten, befinden sich im Anhang des Buches.
Eine vollumfängliche Leseempfehlung für die Liebhaber von gefühlvollen Familiensagas auf zwei Zeitebenen. Ich bedanke mich sehr bei Teresa Simon und meinen Mitleserinnen bei Bücheruele.de für die inspirierende Leserunde und die tollen Kommentare und Anmerkungen., sowie Corinna Schindler vom freelance team für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

Veröffentlicht am 31.03.2019

Es geht weiter...

Eine neue Zeit
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Fortsetzung des Romans „Die ferne Hoffnung“ (Februar 2018 Tinte & Feder).
Der Wiedererkennungseffekt für die beiden Cover ist gegeben, zudem finde ich die Farbgestaltung diesmal besser gelungen. Es wird ...

Fortsetzung des Romans „Die ferne Hoffnung“ (Februar 2018 Tinte & Feder).
Der Wiedererkennungseffekt für die beiden Cover ist gegeben, zudem finde ich die Farbgestaltung diesmal besser gelungen. Es wird schon durch das Cover klar, dass wieder Luise im Mittelpunkt des Geschehens steht. Der Klappentext verspricht wieder sehr viel Spannung, nimmt aber gleichzeitig auch schon wieder viel vorweg, dies tut aber Gott sei Dank der Geschichte als solche keinen Abbruch. Luise arbeitet nun mit ihrem Vater im Kontor und trägt somit aktiv zum Erfolg der Familie Hansen bei. Aber es geht auch in diesem Roman um die gesellschaftliche Anerkennung und Heiratspolitik. Die Handlungsorte sind diesmal auf Hamburg und Wien beschränkt, von Zeit zu Zeit treffen nur ein paar Briefe von der Plantage ein. Aber kann man wirklich so einfach die Vergangenheit hinter sich lassen?
Das Schicksal der Personen ist es auch diesmal was den Leser berührt, man fiebert mit und ergreift automatisch Partei für die eine oder andere Seite. Alle kleinen Geschichten des Romans haben eines gemeinsam, es geht um die Erfüllung von Träumen und Sehnsüchten. Doch wem wird es gelingen?
Das Vorwissen aus Band eins ist sicherlich von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.
Auch diesmal schafft die Autorin es den Leser konstant zu begeistern, die chronologische Reihenfolge mit den unterschiedlichen Schauplätzen gibt dabei eine guten Orientierung, sodass man sich trotz der vielen handelnden Figuren gut zurecht findet. Der Schreibstil ist wie von der Autorin gewohnt leicht zu lesen und besticht vor allen Dingen durch die vielen Dialoge und wenigen Beschreibungen. Klar ist auch, dass der Roman wieder offen endet und so eine Brücke zum dritten Band (Das bedrohte Glück, April 2019, Tinte & Feder) schlägt.
Zielgruppe dieses Romans ist in erster Linie mit Sicherheit wieder die weibliche Fangemeinde der Autorin, Männer werden aufgrund der wenigen männlichen Personen recht wenig Identifikationspunkte finden. Eine grundsolide Geschichte die mir gefallen hat und die Spaß auf den dritten Teil aufrechterhält. Mit Sicherheit nicht der ganz große Wurf, aber ein kurzweiliger Roman für „Zwischendurch“ und so etwas braucht man ab und zu ja auch mal.
Ich bedanke mich bei NatGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.


Veröffentlicht am 24.03.2019

Krönender Abschluss

Gut Greifenau - Morgenröte
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Dieser dritte Band ist der krönende Abschluss der Saga um Gut Greifenau, denn er ist mit Abstand der beste Band den Hanna Caspian vorgelegt hat. Viele unerwartete Wendungen, sehr gute Szenen und dazu eine ...

Dieser dritte Band ist der krönende Abschluss der Saga um Gut Greifenau, denn er ist mit Abstand der beste Band den Hanna Caspian vorgelegt hat. Viele unerwartete Wendungen, sehr gute Szenen und dazu eine stimmige Auflösung.
Das Cover passt perfekt zu den ersten beiden Bänden, hier hat der Verlag ganze Arbeit geleistet. Zusammen sehen die drei Bücher einfach wunderschön aus. Auch der Klappentext ist ansprechend gestaltet, die wichtigsten Begebenheiten werden erwähnt, dennoch wird nicht zu viel verraten.
Besonders gut hat mir die Story an sich gefallen, die letzten Tage des Krieges waren gleichzeitig aufregend, als auch sehr einschneidende für die gesamte Bevölkerung. Die Protagonisten werden noch einmal gefordert und als Leser erlebt man so die eine oder andere Überraschung. Einige unerwartete Wendungen bereichern den Roman ungemein und sorgen für Gänsehaut bzw. Schmunzeln in der einen oder anderen Szene. Beide Parteien, die Bediensteten, als auch die Herrschaft müssen erfahren, dass die Spanische Grippe keinen Halt macht und jeder genauso betroffen ist, egal welcher Schicht man angehört. Besonders für die Frauen wird es immer härter, aber mit dem Wahlrecht haben sie auch einen wichtigen Sieg errungen, welches einigen Protagonisten sehr viel bedeutet.
Der Schreibstil der Autorin ist auch in dem dritten Band bestens zu lesen, das Lesetempo sehr hoch und die eine oder andere Überraschung bzw. unvorhergesehene Ereignis tragen dazu bei, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Die Spannung ist gerade auf den letzten Seiten zum Greifen nah, sodass die Autorin auch hier alles richtig gemacht hat und alles zu einem großen Showdown zusammenläuft. Wie auch in den ersten beiden Bänden finden sich sowohl Karten, als auch ein ausführliches Personenregister zur Orientierung. Ich habe diese Saga wirklich sehr, sehr gerne gelesen und kann sie nicht nur allen Fans von Downton Abbey ans Herz legen, sondern auch allen Leserinnen und Lesern, die gerne historische Familiensagas lesen. Eine ganz klare Leseempfehlung, wenn nicht sogar ein Muss in diesem Frühjahr! Ich bin auf das neue Buch von Hanna Caspian wirklich schon sehr gespannt und kann es kaum erwarten zu erfahren, wo sie uns das nächste Mal hin entführt.
Ich bedanke mich sehr beim Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Mein besonderer Dank gilt aber Hanna Caspian für die unvergesslichen Lesestunden und die Bereitschaft zum Interview auf meinem Blog.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Eine Familie in besonderen Zeiten

Eine Familie in Deutschland
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Meine Meinung:
Der erste Teil der neuen Saga von Peter Prange hat mich bereits direkt von Anfang an in seinen Bann gezogen. Wie schon mit „Unsere wunderbaren Jahre“ lässt der Autor ein Stück Zeitgeschichte ...

Meine Meinung:
Der erste Teil der neuen Saga von Peter Prange hat mich bereits direkt von Anfang an in seinen Bann gezogen. Wie schon mit „Unsere wunderbaren Jahre“ lässt der Autor ein Stück Zeitgeschichte lebendig werden.
Das Cover finde ich sehr gelungen, zum einem fängt es meiner Meinung nach, den Zeitgeist in Deutschland recht gut ein und zum anderen bekommen so die wichtigsten handelnden Figuren zumindest teilweise ein Gesicht. Sowohl im Vorder-, als auch im Rückblatt werden anhand der abgebildeten Personen des Covers die Protagonisten vorgestellt (Alter und kurze Zusammenfassung).
Die Familie Ising mit ihren vier Kindern bildet den Mittelpunkt der Geschichte, anhand dieser Charaktere erzählt Peter Prange die Auswirkungen auf das Leben einer Familie im Zusammenhang mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten. Der Roman umfasst die Jahre von 1933 – 1939, fern ab der Hauptstadt berührt die NS-Propaganda zunächst kaum, doch immer mehr nimmt der Nationalsozialistische Staat Einfluss auf das Leben der Familie und ihrer Freunde.
Sehr interessant und informativ beschreibt Peter Prange aus verschiedenen Sichtweisen in recht kurzen Sequenzen (Kapiteln) das Denken und Handeln der Familie Ising. Dabei geht er chronologisch vor, um so die Entwicklung deutlich zu gestalten. Trotz der der schnellen Szenenwechsel lässt sich der Roman flüssig lesen und man gewöhnt sich an das hohe Tempo innerhalb des Romans. Auch bleiben die Figuren nicht blass oder unnahbar, sondern entwickeln sich im Laufe der Geschichte immer mehr zu Persönlichkeiten, die vor dem Auge des Lesers immer mehr Gestalt annehmen.
Der Roman gliedert sich noch einmal in drei Teile, ein Personenregister am Ende des Buches stellt auch die zahlreichen Nebenfiguren vor. Die Intention des Romans ist es vor Augen zu führen, wie Menschen sich in „dunklen Zeiten“ verhalten, so ein Zitat des Autors im Vorderblatt. Welche Rolle wählen wir? Werden wir zu Rebellen, oder zu Mitläufern oder sehen wir unsere Chance und werden sogar zu Anführern? Dies ist Peter Prange sehr gut gelungen darzustellen und jeder Leser muss letztlich für sich selber entscheiden, welche Person, welche Rolle ihm am nächsten ist, doch dabei sollten wir nicht den Blick aus unsere heutigen Perspektive anführen, sondern uns bewusst machen, was man selber zur Zeit des NS-Regimes getan hätte.
Eine absolut spannende Geschichte, deren Fortsetzung ich im Herbst entgegen fiebere und mich darauf freue die Familie Ising weiter durch diese Zeit begleiten zu dürfen.
Ein Roman, den ich allen Lesern nur ans Herz legen kann, wenn man sich entweder für deutsche Geschichte oder Familiensaga interessiert. Sowohl Frauen als auch Männer haben zahlreiche Identifikationsfiguren zur Auswahl, so dass für jeden „Geschmack“ etwas dabei sein sollte. Mich hat dieser Roman auf ganzer Linie überzeugt!
Ich danke sehr Peter Prange für die schönen und informativen Lesestunden und den S. Fischer -Verlagen für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

Veröffentlicht am 10.03.2019

Irland und die Liebe

Wo mein Herz dich findet
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Kathryn Taylor hat wieder einmal einen Roman geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Ich liebe ihre Romane einfach, sie lassen einen so wunderbar von der großen Liebe ...

Kathryn Taylor hat wieder einmal einen Roman geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Ich liebe ihre Romane einfach, sie lassen einen so wunderbar von der großen Liebe träumen.
Das Cover passt ganz wunderbar zu dem Vorgänger-Roman „Wildblumensommer“, sodass der Wiedererkennungseffekt absolut gegeben ist. Der Klappentext ist gut gewählt und macht schon die Spannung deutlich, welches Geheimnis hindert die beiden Liebenden zueinander zu finden. Die Story ist schnell erzählt, Cara verliebt sich in Liam und Liam in Cara, doch ein dunkles Kapitel in seiner Vergangenheit überschattet ihre Liebe. Aber da ist auch noch Caras Bruder Patrick, der kurz vor seiner Hochzeit mit Isabel steht; sowie die junge Amy mit ihrem Sohn Charlie, die auf Caras Hilfe hoffen kann, als sie aufgrund von Charlies Erkrankung ihren Job verliert und erst einmal bei Caras und Patricks Eltern im Hotel helfen soll.
Die Figuren sind äußerst sympathisch gezeichnet, sie haben Stärken, aber auch Schwächen, die insgesamte Darstellung ist eher positiv angesetzt. Es gibt lediglich zwei Figuren, die sich im Laufe des Romans zu den „Bösewichten“ entwickeln, aufgrund der Spannung möchte ich diese Information aber nicht vorwegnehmen. Der Roman wird chronologisch erzählt und beschreibt einen eher kurzen Zeitraum, lediglich vor den letzten Kapiteln ist ein größerer Zeitsprung anzusiedeln. Ungefähr ab der Hälfte des Romans war mir klar, was das Geheimnis ist und wie dieser Roman auf den beiden Erzählsträngen ausgehen wird. Diese Vorahnung hat aber meine Lesefreude in keinster Weise getrübt. Die Autorin schafft es mit einer Leichtigkeit die Leserinnen zu fesseln und mit zu nehmen auf dieser romantischen Reise. Der Roman besticht vor allen Dingen durch seine guten Dialoge, beschreibende Elemente findet man eher selten in dem Roman, vor Augen hatte ich allerdings eine Kulisse, wie wir sie aus den Pilcher-Filmen kennen.
Dieser Liebesroman liefert gute Unterhaltung ab und beschert ein paar unbeschwerte romantische Lesestunden. Der Roman ist mit Sicherheit keine große Literatur, aber ganz wunderbar fürs Herz zum Träumen für Verliebte und Liebende.
Ich werde sicherlich auch beim nächsten Roman von Kathryn Taylor wieder zugreifen, denn bisher hat diese Autorin mich mit ihren Romanen auch um „Daringham Hall“ nicht enttäuscht, sodass ich beim nächsten Anflug von Sentimentalität und Herzschmerz wieder sicher gerne zu ihren Büchern greife.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und Kathryn Taylor für diese wunderbare Liebesgeschichte.