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Veröffentlicht am 14.09.2018

Neuanfang

Die Inselgärtnerin
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Sylvia Lotts Bücher sind für mich Pflichtprogramm, denn seit „Die Rose von Darjeeling“ hat diese Autorin sich in mein Herz geschrieben. Ihre Bücher hebe ich mir immer für ganz besondere Momente auf. Diesmal ...

Sylvia Lotts Bücher sind für mich Pflichtprogramm, denn seit „Die Rose von Darjeeling“ hat diese Autorin sich in mein Herz geschrieben. Ihre Bücher hebe ich mir immer für ganz besondere Momente auf. Diesmal entführt uns die Autorin nach Florida, ein ganz anderes Setting als noch bei „Die Fliederinsel“. Der Roman ist insgesamt leichter und lockerer als sein Vorgänger. Ein richtiger Sommerroman, der einen die Sorgen vergessen lässt und uns in das Urlaubsparadies Florida entführt.
Das Cover finde ich gut gelungen, ein Dünengarten ist zu sehen, sowie das Meer. Beides spielt in dem Roman eine Rolle. Der Klappentext verrät leider sehr viel. Irgendwie ist hier das Ende schon absehbar, zumindest wenn man es mit der Zeit gelernt hat, solche Klappentexte zwischen den Zeilen zu lesen. Dennoch ist man als Leserin gespannt, wie sich dies alles entwickelt und welche Schikanen Sonja sich nicht gefallen lassen sollte.
Die Protagonistin Sonja ist ein gut angelegter Charakter. Einzig ihren Spitznamen, den sie sich im Roman zulegt, kann mich nicht überzeugen. Die Männer kommen in diesem Roman relativ schlecht weg, sie wirken meiner Meinung nach zu klischeehaft, einzige Ausnahme ist hier Sam, aber als Held muss er das wohl auch sein. Männliche Leser werden somit wahrscheinlich nicht viel Freude an diesem Roman haben, wobei ich glaube, dass sie auch nicht zur primären Zielgruppe der Autorin gehören.
Der Roman wird größtenteils chronologisch erzählt, einzig die Briefe und Aufzeichnungen die Sonja im Haus ihrer Tante findet, bilden kurze Rückblicke. Ich muss gestehen, dass mir der Erzählstil der Autorin auf zwei Zeitebenen besser gefällt. Sicherlich kommt auch hier keine große Langeweile auf, denn es bleibt immer spannend und neue Aspekte kommen hinzu, dennoch bevorzuge ich den parallelen Erzählstil der Autorin, auch wenn dies „meckern“ auf sehr hohem Niveau ist. In sich ist der Roman logisch und nachvollziehbar aufgebaut inklusive Happy End, also genau das, was man von einer Sommerlektüre erwartet. Beste Unterhaltung (auf diesmal nicht ganz so hohem Niveau) ist garantiert.
Eine tiefere Botschaft hat dieser Roman, den Schutz der Umwelt und besonders der Meere. Man merkt, dass dies der Autorin am Herzen liegt und diese Botschaft transportiert sie ganz hervorragend. Was Hemingway und die Musik in diesem Roman angeht (mehr wird nicht dazu verraten) trifft die Autorin voll ins Schwarze und beschert dem Leser nicht nur Kopfkino sondern auch eine wunderbare Gute-Laune-Playlist (im Anhang zu finden).
Der Roman lässt sich wunderbar leicht lesen, somit die perfekte Sommer- bzw. Urlaubslektüre. Wieder ein guter Roman von Sylvia Lott, leider aber nicht ihr bestes Werk, dennoch werde ich der Autorin treu bleiben und hoffen, dass sie wieder in die „alte“ Spur zurückfindet. Vielen Dank an die Verlagsgruppe Random House und den blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars, sowie Sylvia Lott für die gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 02.09.2018

Italien, Sommer, Sonne und Liebe

Zwischen dir und mir das Meer
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Katharina Herzog hat einen wundervollen Frauenroman geschrieben, der den Sommer einfach verlängert. Der Spätsommer, ob an der Amalfiküste oder auf dem heimischen Balkon kann kommen.
Ein schönes Cover, ...

Katharina Herzog hat einen wundervollen Frauenroman geschrieben, der den Sommer einfach verlängert. Der Spätsommer, ob an der Amalfiküste oder auf dem heimischen Balkon kann kommen.
Ein schönes Cover, welches die Lust auf diesen Roman noch steigert, ein gefühlvoller Klappentext und ein Motto, dass jede Leserin nur zu gut kennt.
Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht mehr viel verraten, da der Klappentext schon einiges verrät, nur so viel, es wartet noch die eine oder andere Überraschung auf die Leser. Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Charaktere in diesem Roman. Sowohl Lena, als auch ihre Schwester Zoe, entwickeln sich in diesem Roman weiter. Zwar könnten die beiden Schwestern kaum unterschiedlicher sein, doch sie ergänzen sich auch perfekt, was innerhalb des Romans eine ganz eigene Stimmung auslöst. Die Männer in diesem Roman kommen ein klein wenig zu kurz. Matteo als präsentester Vertreter seiner Gattung, ist zwar kein typischer Italiener, dennoch bedient er einige Klischees, die in einem Sommerroman wohl sein müssen.
Die Spannung des Romans wird durch die zwei Zeitebenen bedient, die einmal Lenas Geschichte und auf der anderen Seite ihrer Mutter erzählt. Durch diese beiden abwechselnden Erzählstränge ist das Tempo innerhalb des Romans auch gut dosiert. Bei Mariella, der Mutter von Lena und Zoe, finden wir Zeitangaben, die uns die Orientierung erleichtern.
Letztlich wird der Roman gut aufgelöst, wobei ich mir noch ein wenig mehr gewünscht hätte, einiges wird doch im Vagen gelassen. Der Schreibstil der Autorin hingegen ist sehr schön und angenehm zu lesen. Sicherlich wird dieses Buch nicht das Letzte von der Autorin für mich bleiben.
Ein wunderbarer Sommerfrauenroman, den ich sehr gerne weiterempfehle, da er mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat. Ob jung oder alt, ob liiert oder Single, dieser Roman ist eine Hommage an uns Frauen und das wir unser Leben selbst in die Hand nehmen sollten.
Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und für die wundervolle Unterstützung unseres Gewinnspiels.

Veröffentlicht am 26.08.2018

Überzeugender zweiter Teil

Schwert und Krone - Der junge Falke
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Lange habe ich dieses Buch liegen lassen, obwohl mich der erste Band der Saga um Kaiser Barbarossa begeistert hat. Aber es war einfach nicht die richtige Zeit, es passte bisher einfach nicht. Doch dann ...

Lange habe ich dieses Buch liegen lassen, obwohl mich der erste Band der Saga um Kaiser Barbarossa begeistert hat. Aber es war einfach nicht die richtige Zeit, es passte bisher einfach nicht. Doch dann kam der Moment und ich wusste genau dieses Buch ist jetzt mein Buch, dass ich brauche. Sabine Ebert hat mich auch diesmal nicht enttäuscht; ein opulenter, vielschichtiger historischer Roman der mich wieder einmal restlos begeistert hat.
Das Cover ist wieder einmal sehr geschmack- und stilvoll gestaltet. Loben möchte ich den hohen Wiedererkennungseffekt der gesamten Reihe, so etwas lieben nicht nur Buchhändler, Bibliothekare sondern vor allen Dingen wir Leser.
Der Klappentext verrät leider recht viel, was aber nicht weiter dramatisch ist, kennen die meisten Menschen ohnehin, die zu diesem Roman greifen, in groben Zügen die Geschichte Barbarossas. Der Roman lebt auch nicht nur von Barbarossa alleine, es sind die vielen Figuren und Schauplätze, die vielen verschiedenen Erzählstränge, die dem Roman zu dem machen was er ist. Ein prallgefülltes, opulentes, vielschichtiges Mittelalterepos was Spaß macht.
Es geht um Macht und Machtspiele, um Eitelkeiten und Demut, um Intrigen und Bündnisse, um den Glauben und die Ungläubigen, um Liebe und Hass. Dieses Buch spiegelt die ganze Palette des menschlichen Lebens in vergangenen Zeiten wieder und hält uns so auch heute einen Spiegel vor. Letztlich haben wir Menschen heute die selben Sehnsüchte und Bedürfnisse wie unsere Vorfahren.
Einen großen Raum in dem Roman nimmt der Kreuzzug nach Jerusalem ein, aber auch der Wendenkreuzzug wird ausführlich thematisiert. Schlachten und Heerstrategien bringt die Autorin in anschaulicher Weise dem Leser näher. Taktik, Kalkül und eine Portion Egoismus sind wohl für die Anführer unabdingbar.
Die Personenzeichnung ist sehr gut gelungen, die Mischung aus historisch verbürgten Personen und fiktiven Charakteren ist sensationell. Keine Figur wirkt wie ein Fremdkörper in dem Roman, alles fügt sich zu einem wunderbaren Gesamtbild der Gesellschaft zur damaligen Zeit zusammen. Durch die chronologische Erzählweise können wir als Leser auch wunderbar die Entwicklung einiger Personen zu einer ausgereiften Persönlichkeit miterleben. Es macht Spaß einige Figuren zu begleiten und Anteil an ihrem Schicksal zu nehmen, für mich war Gunda, Kunigunde, eine solche Figur.
Der Schreibstil von Sabine Ebert ist wieder einmal sehr mitreißend, sodass ich wirklich sagen kann, es viel mir oft schwer das Buch aus der Hand zu legen, aber leider endet irgendwann jede Bahnfahrt oder Abend ?
Insgesamt wartet der Roman mit drei historischen Karten auf, ein Personenverzeichnis, zahlreiche Stammbäume, ein Glossar, eine Zeittafel und ein ausführliches Nachwort der Autorin runden einen absolut positiven Eindruck des Romans ab. Ich kann diesen Roman definitiv allen Fans von historischen Romanen ans Herz legen, allerdings sollte man mit dem ersten Band der Saga anfange, um die chronologische Entwicklung besser nachverfolgen zu können. Der Roman ist für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet, da beide Geschlechter in diesem Roman genügend Identifizierungspunkte finden werden.
Ein wirklich überaus gelungener und opulenter Mittelalterroman, der mir ganz viel Freude bereitet hat. Ich danke herzlichst Frau Keßler von der Verlagsgruppe Droemer-Knaur für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars. Wie gut, dass wir jetzt nicht mehr all zu lange auf den dritten Teil der Saga warten müssen ?

Veröffentlicht am 19.08.2018

Eine neue Saga mit Herz

Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe (Die Löwenhof-Saga 1)
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Ich liebe die Bücher von Corina Bomann, für mich sind es Bücher für die Seele und fürs Herz. Auch diesmal hat mich die Autorin mit dem Auftaktband zu ihrer neuen Saga um den Löwenhof nicht enttäuscht. ...

Ich liebe die Bücher von Corina Bomann, für mich sind es Bücher für die Seele und fürs Herz. Auch diesmal hat mich die Autorin mit dem Auftaktband zu ihrer neuen Saga um den Löwenhof nicht enttäuscht.
Der Klappentext verrät leider schon recht viel, auch das Cover ist so überhaupt nicht nach meinem Geschmack, da es doch recht viele Klischees bedient, außerdem habe ich mir Agneta anders vorgestellt.
Die Story an sich ist sehr gut und reißt von der ersten Seite an mit. Es geht nicht nur um das Gut und damit um die Entscheidung zwischen Liebe und Pflicht, sondern es geht auch um Freundschaft, Familie, Vertrauen, Frauenrechte, Rechte und Pflichten der Dienerschaft. Neben dem Hauptstrang um Agneta, gibt es noch ein paar Nebenschauplätze, die im Laufe des Romans immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Figurenzeichnung ist sehr gut gelungen, besonders Agneta hat mir sehr gefallen, sie war für mich eine Protagonistin, mit der ich mich identifizieren konnte. Sie hat ihre Schwächen und Fehler sie kämpft für das was ihr wichtig ist und setzt sich hin und wieder über Traditionen hinweg, um ihren eigenen Weg zu gehen. Mit ihrer Mutter und ihrer besten Freundin hat sie zwei weitere starke Persönlichkeiten an ihrer Seite, die allerdings gänzlich konträr handeln. Die Männer in diesem Roman waren mir ein bisschen zu blass und undurchsichtig, ihre genauen Ziele, Motive bleiben zumindest für mich im Dunkeln.
Die Spannung in diesem Roman ist gut dosiert, es wird eigentlich nie langweilig. Der Aufbau des Romans ist größtenteils chronologisch. Allerdings muss man sich einige Zeit an die Erzählperspektive der Ich-Erzählerin (Agneta) ein klein wenig gewöhnen. Im Hinblick auf die folgenden beiden Bände werden die Erzählstränge am Ende relativ offen gelassen, auch wenn ein Hauptthema des Buches zum Abschluss gekommen ist, fragt man sich doch wie es mit dem Löwenhof und der Familie von Agneta weitergeht.
Der Schreibstil der Autorin ist wie wir ihn kennen, wieder rundum gelungen, die Dialoge und Beschreibungen tun dem Roman gut und lassen ihn durch und durch lebendig wirken, sodass ein sehr hohes Lesetempo die Folge ist. Innerhalb weniger Tage habe ich diesen Roman gelesen und hätte sicherlich noch weniger Zeit benötigt, wenn ich die Zeit gehabt hätte.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Löwenhof-Saga (Mathildas Geheimnis) und möchte mich recht herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bei NetGalley Deutschland und der Ullstein Verlagsgruppe bedanken.

Veröffentlicht am 04.08.2018

Tonis dritter Fall

Tiefe Havel
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Ein neuer Sanftleben und auch diesmal ist der leise Krimi an Spannung kaum zu überbieten. Ich mag sie die leisen Krimis, Actionszenen brauche ich nicht so sehr, mir geht es um den Plot, um die Figuren ...

Ein neuer Sanftleben und auch diesmal ist der leise Krimi an Spannung kaum zu überbieten. Ich mag sie die leisen Krimis, Actionszenen brauche ich nicht so sehr, mir geht es um den Plot, um die Figuren und die Hintergründe und all das finde ich immer wieder in den Krimis von Tim Pieper. So wurde es nach etlichen historischen Romanen und Familiensagas mal wieder Zeit für einen Krimi und da greife ich immer wieder gerne zu altbewährtem.
Toni habe ich einfach ins Herz geschlossen, ich mag den Hauptkommissar sehr, nicht nur als Polizist, sondern vor allen Dingen als Mensch mit Fehlern und Schwächen. Langsam wird er zu einer Kultfigur wie Brunetti & Co.
Diesmal hat es der Fall auch wieder in sich und die Wege zum Täter sind verworren. Das Motiv ist unklar und somit ist es erstmal auch nicht leicht den Mörder zu finden. Interessant ist der Weg den Sanftleben und seine Kollegen beschreiten, keineswegs einfach, sondern eher kniffelig, dazu keine gesunde Portion Menschenkenntnis.
Der Roman wird nicht nur chronologisch erzählt, es gibt auch Rückblenden bzw. Vorschauen, was dem Roman diesmal neben den verschiedenen Erzählperspektiven einen ganz eigenen Charme verleiht. Besonders angetan hat mir die Recherche und das Hintergrundwissen, was in diesem Roman vermittelt wird. Es werden viele verschiedene Themen angeschnitten, die wunderbar die Komplexität unserer Gesellschaft und unseres Lebens wiederspiegeln. So macht Unterhaltung Spaß!
Der Schreibstil des Autors ist wunderbar leicht zu lesen, vor allen die Dialoge bereiten beim Lesen große Freude. Die kurzen Kapitel tragen zu einem hohen Erzähltempo bei, da in der Regel nach einem Kapitel das Setting oder der Blickwinkel wechselt.
Interessant sind auch die Entwicklungen, die es innerhalb der Familie Sanftleben gibt, dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten. Der Weg der Familie ist nun keinesfalls mehr vorgezeichnet, vielmehr steht fortan alles offen und Tim Pieper hat hier nun volle schöpferische Freiheit.
Ich habe diesen Krimi sehr gerne und mit viel Freude gelesen und würde mich über einen weiteren Fall für Toni und seine Kollegen freuen.
Ein wunderbarer Sommerkrimi nicht nur für Fans der Havel, sondern jeglicher Regionalkrimis. Ob Mann oder Frau, hier haben beide Geschlechter Spaß und Spannung und sollten zu diesem guten Krimi greifen.
Ich bedanke mich bei Tim Pieper und dem Emons Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und wünsche noch viel Erfolg mit den Krimis Rund um Hauptkommissar Sanftleben.