Kurzgeschichten in Romanform
Der WörterschmugglerEin Roman, der eher als Kurzgeschichtensammlung funktioniert. Der Autor verbindet poetisch-verschnörkelte Sprache mit kleinen Episoden, die lose in eine größere Handlung eingebaut sind.
Die Charaktere ...
Ein Roman, der eher als Kurzgeschichtensammlung funktioniert. Der Autor verbindet poetisch-verschnörkelte Sprache mit kleinen Episoden, die lose in eine größere Handlung eingebaut sind.
Die Charaktere sind interessant skizziert, bleiben jedoch vage und schwer greifbar. Besonders der Hauptcharakter Bruno Labastide wirkte für mich zu einfältig dargestellt. Zwar entwickelt sich dieser kleine Ganove im Laufe der Erzählung weiter, doch ein überzeugendes Gesamtbild seiner Wandlung bleibt der Roman schuldig. Die Handlung selbst ist teilweise nachvollziehbar, verliert sich jedoch stellenweise in Details, die mir überflüssig erschienen. Nicht alles hat sich mir beim Lesen erschlossen, was die Lektüre mitunter zäh machte. Statt einer stringenten Entwicklung ist das Werk eher eine lose Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die die Kommerzialisierung von Sprache und das unstete Leben des Taugenichts Bruno Labastide beleuchten.
Das große Plus des Romans liegt jedoch eindeutig in der Sprache. Poetisch, kunstvoll und verspielt fließen die Sätze dahin. Für Leserinnen und Leser, die sich an sprachlicher Virtuosität erfreuen, ist das ein Genuss. Wer jedoch eine tiefgründige Geschichte und vielschichtige Figuren erwartet, könnte enttäuscht werden.
Ein schön geschriebener Roman mit Schwächen in der Story und bei den Nebencharakteren – in diesem Sinne eher ein Werk für Sprachliebhaber als für Storyfans.