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Veröffentlicht am 22.12.2024

Überspitzt, überzogen mit einem Hang zum Bösartigen

Lieferdienst
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Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch, bzw. die Kurzgeschichte von Tom Hillenbrand gelesen habe. Dabei klang der Klapptext interessant und das Coverbild gefiel mir auch; Von Tom Hillenbrand ganz ...

Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch, bzw. die Kurzgeschichte von Tom Hillenbrand gelesen habe. Dabei klang der Klapptext interessant und das Coverbild gefiel mir auch; Von Tom Hillenbrand ganz zu schweigen.
Den Anfang des Buches fand ich auch durchaus noch sehr gut. Den Bestellern, und somit auch mir, mal den Spiegel vor die Nase halten, was alles in unserer ach so gut vernetzen Welt schief läuft. Muss wirklich alles sofort und jederzeit zu erhalten sein? Ich denke nicht! Ein Gang zum örtlichen Verkaufsgeschäft hätte es in den meisten Fällen auch getan und ist dabei sauberer, sicherer, nachhaltiger. Doch wer will das schon hören, wenn er seinen Plastikkamm doch so viel günstiger tausende Kilometer weit weg mit nur einem Klick bestellen kann? Von der Klobürste ganz zu schweigen?! Das Klima können wir morgen - oder für ganz ausgefuchste - auch direkt ein anderer!!! retten.

In dieser Geschichte geht der Autor sogar noch weiter: Ich bestelle und vier Firmen drucken meinen Wunschartikel aus, bringen mir den und der, der am schnellsten geliefert hat, den darf ich behalten. Die anderen wandern in die Tonne.
Doch statt mir das Thema näher zu bringen, geriet ich in gezügelte Langeweilewut. So überspitzt und überzogen hätte es meiner Meinung nach nicht sein müssen. Ja, auch ich finde den ganzen Wahnsinn erschreckend und kann die Menschen icht verstehen, die sehenden Auges in ihr Verderben rennen, doch mit dieser Geschichte kam ich nicht zurecht. Statt wach zu rütteln, wirkt es auch mich überzogen und ich war froh, als das Buch zu Ende war.
Wahrscheinlich tue ich Tom Hillenbrand Unrecht und er ist einfach enttäuscht von der Welt und ihrem Stillstand, dass er sich zu so einem massiven Wortausbruch hinreißen ließ. Ich weiß es nicht und hoffe es ehrlich gesagt auch nicht! Denn seine gemäßigten Bücher mit dem feinen Spott und dem Finger, der immer wieder gekonnt in der Wund rumrührt, haben mich mehr begeistert und zum Nachdenken angeregt.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

interessant

Freiheit
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Wie viele andere, war auch ich gespannt und voller Vorfreude auf das Buch von Angela Merkel.
Und schon der Beginn begeisterte mich! Denn das Vorwort spricht sie selber und gibt eine Kurzzusammenfassung ...

Wie viele andere, war auch ich gespannt und voller Vorfreude auf das Buch von Angela Merkel.
Und schon der Beginn begeisterte mich! Denn das Vorwort spricht sie selber und gibt eine Kurzzusammenfassung des Inhaltes und ihres Lebens. Ich mag die Stimme von Angela Merkel einfach; die ruhige Art, aber auch wenn sie voller Spannung, Vorfreude und Ärger klingt. Sie kann toll ihre Gefühle vermitteln, auch ohne ihren Gesichtsausdruck sehen zu können.

So eingestimmt freute ich mich gleich noch mehr auf das Hörbuch! Corinna Harfouch liest das Werk in seiner Gänze und es gelang ihr, mich an das Buch und den Inhalt zu fesseln. Hin und wieder überlegte ich allerdings, ob das Hörbuch für mich wirklich die bessere Alternative zum Buch gewesen ist, da an den Stellen, an denen viele Daten und reine Fakten besprochen wurden, es mir recht langatmig erschien.

Um so mehr freute ich mich dann wieder auf die reinen Erzählpassagen! Und die waren nicht nur informativ und gewährten einen Blick in Angela Merkels Leben, sondern machten für mich einige Ent5scheidungen, die sie während ihrer Kanzlerschaft getroffen hat, verständlicher. Einiges verstehe ich jetzt besser, auch wenn ich mit den Entscheidungen nicht konform gehe. Aber das zeichnet eben die Demokratie aus! Man kann es nicht jedem recht machen.

Alles in allem hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen. Für mich war es ein neues Erlebnis, eine Biografie vorgelesen zu bekommen. Gerade Angela Merkels Leben und Werdegang interessierten mich sehr, auch wenn ich sonst Biografien eher meide.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

märchenhaft düster

Rapunzels finsterer Turm
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Verstört, traurig und am Ende ihrer Kräfte zieht Flo nach Westmill. Sie tritt eine neue Stelle in einem kleinen Hotel an, um den Tod ihres besten Freundes verarbeiten zu können. Sie lernt neue, wenn auch ...

Verstört, traurig und am Ende ihrer Kräfte zieht Flo nach Westmill. Sie tritt eine neue Stelle in einem kleinen Hotel an, um den Tod ihres besten Freundes verarbeiten zu können. Sie lernt neue, wenn auch merkwürdige neue Leute kennen. In dem kleinen Ort scheint es mehr Geheimnisse als Einwohner zu geben. Doch Flo lässt sich nicht unterkriegen. Immerhin findet sie nicht nur neue Freunde, sondern ihr Herz beginnt auch aufgeregt zu klopfen, wenn sie den Hotelbesitzer sieht.

Das Cover zeigt Rapunzels Turm in all seiner grausamen und düsteren Pracht. Hoch aufgerichtet, von Krähen bevölkert, erhebt er sich majestätisch über die Wipfel der toten Bäume. Rapunzels Haar umgibt ihn wie eine giftige Wolke, die Leben auslöschen will. Das ganze Bild ist trostlos, angsteinflößend ein zugleich detailverliebt. Denn während des Lesens habe ich immer mehr Kleinigkeiten entdeckt, die mich an den Inhalt des Buches erinnert und das Gelesene vertieft haben. Kurz, ich finde es grandios gewählt!

Stefanie Lasthaus hat mit Rapunzel einen düsteren, spannenden und märchenhaften Roman geschaffen, der mich schon nach kurzer Zeit fesselte! Besonders gut haben mir die Wechsel zwischen Licht und Schatten, Bedrohung und Vertrauen, guter Laune und Trauer gefallen. Eine wilde Fahrt der Gefühle, die mich faszinierte und das Buch nicht aus der Hand legen ließ. Ist die Atmosphäre in Westmill düster und bedrohlich, sehe ich Gefahr in den Schatten laueren, brauche ich nur umzublättern und kann wunderschöne Wanderwege, heimelige Gebäude und trauhafte Natur entdecken. Zwischen muffigen Nachbarn tauchen Freunde auf, die Flo ein Lachen ins Gesicht zaubern und mir gleich mit.
Ich finde das Buch sehr lebendig und merke, dass die Autorin sich in der Handlung, der Umgebung und ihren Protagonisten einfach wohl gefühlt hat.

Denn die Protagonisten sind etwas besonders! Allen voran natürlich Flo, die ich mit ihrer liebevollen Art sofort ins Herz geschlossen habe. Sie ist unkonventionell und doch spießbürgerlich. Mag man denken, dass die beiden Seiten nicht zueinander passen, zeigt Stefanie Lasthaus gerne das Gegenteil. Denn gerade die alten Werte wie Treue, Vertrauen, Freundschaft und Liebe, so wie Selbstaufopferung stehen bei Flo ganz hoch im Kurs. Dabei wirkt sie grundsympathisch und nahbar.
Auch die anderen Charaktere in dem Buch bekommen eine immense Tiefe von der Autorin verliehen, mögen sie manchmal auch nur kleine Randfiguren sein. Ich mag das bei Schriftstellern sehr, dass auch die im Hintergrund stehenden einen kurzen, aber strahlenden Auftritt haben.

Mein Fazit

Düster, spannend, geheimnisvoll und packend! Ein wunderbarer Roman, der mich durch eine reizvolle Umgebung, nahbare Charaktere und eine dichte Handlung überzeugt haben.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

wenn die KI zum Alptraum wird

William
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Das erfolgreiche Erfinderehepaar Henry und Lily leben in einer Blase aus Wissen, Geld und Innovation. Während Lily ihren Geist in der Wirtschaft auslebt, ist der Ingenieur Henry krankheitsbedingt ans Haus ...

Das erfolgreiche Erfinderehepaar Henry und Lily leben in einer Blase aus Wissen, Geld und Innovation. Während Lily ihren Geist in der Wirtschaft auslebt, ist der Ingenieur Henry krankheitsbedingt ans Haus gebunden. Er erfindet immer wieder kleine KI-Spielerein, die den Alltag schöner machen. Mal einen Hund, der selber lernt, mal einen kleinen Clown und schließlich sein Meisterwerk William.
William, eine KI, die eine Seele zu besitzen scheint. Eine dunkle Seele, die Henry, Lily und ihren Gästen zum tödlichen Verhängnis zu werden droht.

Das Cover ist sehr dunkel und düster gehalten. Es zeigt eine doppelflügige Tür, die sich nach innen öffnet. Durch den Spalt blickt eine Gestalt, dessen Augenhöhlen leer zu sein scheinen, da sie das Rot des Hintergrundes durch sie hindurch zeigt.
Gerade die Farbwahl aus düsteren grau-schwarz Tönen und dem glutrot gefällt mir sehr gut. Es signalisiert mir Angst und Gefahr und ließ mich sofort zu dem Buch greifen.

Mason Coile hat einen intelligenten und furchteinflößenden Horrorthriller geschaffen, der mit atemloser Angst und fundiertem Fachwissen glänzen kann. Mir gefiel auf Anhieb die geschilderte Umgebung, da auch ich gerne technische Hilfsmittel und vor allem eine Sprachsteuerung nutze. Ich konnte mich in das Haus des Ehepaares bildlich hineinversetzen und die Technikwunder bestaunen und bewundern. Vieles rief bei mir sofort den Wunsch hervor, es auch zu haben, so dass ich wirklich tief in die Geschehnisse abtauchen konnte. Und ja, auch ich bin schon darauf reingefallen, dass die Technik nicht so funktioniert hat wie sie soll und ich ihr Bösartigkeit unterstellt habe! Warum soll es anderen Menschen dann nicht so gehen?
Gerade dieser Aspekt macht das Grundgerüst des Buches für mich glaubwürdig und greifbar. Ein technikaffines Ehepaar, dass seine Errungenschaften stolz präsentiert.

Als die Stimmung kippt und das Buch immer dunkler und düsterer wurde, ging ich voll in der Handlung auf. Ja, das Buch und die Geschehnisse verursachten mir eine Gänsehaut und ein Gefühl der Beklemmung. Vieles der geschilderten Dinge wird weiterhin im Reich der Fantasy und Fiktion bleiben. Oder?
Ich mag übersichtliche Handlungsschauplätze: Eine Buch, das auf ein Haus begrenzt ist und vier Protagonisten. Der Autor hatte wenig Spielraum und doch ist das Buch in diesem Moment für mich die Welt. Toll!

Mit den Charakteren hingegen habe ich mir schwer getan. Keine der Protagonisten ist mir ans Herz gewachsen. Ich suchte nicht ihre Nähe und sie blieben mir bis zum Ende hin irgendwie fremd und nicht greifbar, was ich sehr schade fand. Ich kann nicht den Finger drauf legen und benennen, woran es lag, der kleine KI-Hund war mir auf jeden Fall sympathischer, als die Menschen. Ich weiß nicht, ob Mason Coile dies beabsichtigte, dass die Lebenden den Maschinen zurückstanden, mir ging es zumindest so.
Allerdings muss ich auch sagen, dass wenn mir die Menschen mental wichtiger gewesen wären, das Buch ein extremer Schocker gewesen wäre, der mir den Schlaf geraubt hätte.

Mein Fazit
Ein wirklich spannender KI-Horror-Tech-Thriller, der mich gedanklich noch eine Weile beschäftigen wird. Zumindest morgens und abends, wenn ich meine Sprachsteuerung nutze...

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Veröffentlicht am 11.11.2024

spannend

Der Riss
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Auf der ganzen Welt mehren sich die Katastrophenmeldungen: Naturkatastrophen und Kriege nehmen schier biblische Ausmaße an. Das Ende der Menschheit scheint vorherbestimmt.
Und doch gibt es Forscher, die ...

Auf der ganzen Welt mehren sich die Katastrophenmeldungen: Naturkatastrophen und Kriege nehmen schier biblische Ausmaße an. Das Ende der Menschheit scheint vorherbestimmt.
Und doch gibt es Forscher, die weiterhin an ihren Projekten festhalten. Eins davon: Der Riss. Und die Frage dahinter: Sind wir wirklich in der Realität, oder gibt es hinter diesem Riss eine andere Wirklichkeit und wir sind nur eine Simulation?

Das Cover ist sehr einfach gehallten. Schwarze Wellen, weißer Hintergrund, rote Schrift. Und doch löste dieses Bild zusammen mit dem Klapptext Neugierde in mir aus, die mich zu diesem Buch greifen ließ.

Andreas Brandhorst hat einen packenden und gut recherchierten Endzeit-Tech-Thriller kreiert, der mich von der ersten Seite an fesselte! Denn ich fand mich sehr schnell wieder. Ob das die geschilderten Naturkatastrophen waren, oder die Krisenherde der Welt. Alles passte zu der jetzigen, heutigen Welt, was das Buch für mich real machte und die Geschehnisse zumindest in den Reich des Möglichen schoben.
Ich mag solche Bücher sehr, denn ich kann mich richtig zwischen den Seiten verlieren und kämpfe beim Zuklappen des Buches damit, in die Wirklichkeit zurück zu finden. Und wenn dann noch die Protagonisten authentisch sind und zur packenden Handlung passen, wird das Lesen einfach zu einem Genuss!
Mal rissen mich die Geschehnisse hier hin, mal dorthin! Stets atemlos folgte ich und war gefesselt von dem Handlungsstrang, aber auch von den technischen Finessen, die der Autor schilderte. Alles habe ich nicht verstanden, da mein Computer Wissen nicht so weitreichend ist, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass Andreas Brandhorst mich anhängte.
Und doch verlor die Handlung zum Schluss hin hier Reiz. Plötzlich, wie aus dem Nichts war es für mich nicht mehr spannend zu lesen, sondern ermüdend. Folgen konnte ich, aber es war zu weit von der Realität entfernt.

Die Protagonisten empfand ich als schillernde und spannende Persönlichkeiten, die mich durch das Buch begleiteten. Von Computer-Nerd über Doppelagenten bis hin zu Forschern, Kriminellen und Normalos war einfach alles vertreten. Ich genoss die Vielfältigkeit sehr und besonders, dass Andreas Brandhorst seine Charaktere stets so einzigartig schilderte, dass ich sie gedanklich nicht vertauschte oder groß überlegen musste, wer wer ist.
Trotzdem gelang es mir nicht, zu einer Person eine tiefere Bindung aufzubauen. Ich las gerne von ihren Schicksalen, eine Verbundenheit und somit Tiefe zu dem Buch konnte ich nicht herstellen.

Mein Fazit
Ein spannender und durchdachter Thriller, der mitreißend wie eine Achterbahnfahrt war! Leider verlor der Autor mich zum Ende hin.

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