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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2025

Alles hat ein Ende

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Der wenig erfolgreiche Autor Tommi lebt in einem von seinem Vater geerbten Wohnmobil. Ihm zur Seite steht die ukrainische Putzfrau Swetlana, die bereits bei seinem Vater für Ordnung gesorgt hat. Beide ...

Der wenig erfolgreiche Autor Tommi lebt in einem von seinem Vater geerbten Wohnmobil. Ihm zur Seite steht die ukrainische Putzfrau Swetlana, die bereits bei seinem Vater für Ordnung gesorgt hat. Beide entdecken am Waldrand ein einsames Kind, ein kleines Mädchen. Als sie sich auf die Suche nach der Mutter begeben, geraten die beiden in einen Strudel unvorhergesehener Ereignisse. Sie machen sich daran, ein Verbrechen aufzuklären, dass sie selbst in Gefahr bringt.

Ich gebe zu, kein großer Kluftinger-Fan zu sein, aber das ansprechend gestaltete Cover und die Beschreibung hat mich dann doch neugierig gemacht. Volker Klüpfel hat sich viel Mühe gegeben, seine beiden Hauptprotagonisten Tommi und Swetlana ausführlich zu beschreiben. Die humorvollen Dialoge zwischen den beiden haben mich zum Schmunzeln gebracht. Vor allem der Akzent Swetlanas, ihre Lebensweisheiten sowie ihre Hausrezepte. Wodka, innerlich und äußerlich angewendet, spielt darin eine nicht unbedeutende Rolle. Tommis spärlichen Versuche, einen Thriller zu schreiben, haben mich weniger begeistert. Neben den beiden witzig-skurrilen Hauptprotagonisten hat der Autor angenehme Nebenfiguren geschaffen, wozu Tommis Vater und seine Mitbewohner in der Seniorenresidenz gehören. Aber auch kleinliche Menschen wie Herr Kleinschmidt von Ordnungsamt sowie die zwielichtige Leiterin des Flüchtlingsheims Anja Schröder haben ihren Platz gefunden. Das kleine Mädchen, das nicht spricht, nimmt einen zentrale Stelle im Buch ein. Ihr Schicksal sowie der Krieg in der Ukraine und die Flucht von Menschen, berührt zutiefst. Leider konnten mich die detektivischen Versuche von Tommi und Swetlana nicht richtig überzeugen. Die Erzählung gestaltet sich in großen Teilen langatmig, von einem spannenden Plot kann keine Rede sein. Ich vergebe daher für das Buch drei Sterne.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Feuerteufel

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Eine Serie von Brandanschlägen mit einigen Toten stört die Idylle der Alpenlandschaft in Bayern sowie in Österreich. In Bad Tölz kommt ein Auto von der Landstraße ab und brennt im Wald aus. Auch in Innsbruck ...

Eine Serie von Brandanschlägen mit einigen Toten stört die Idylle der Alpenlandschaft in Bayern sowie in Österreich. In Bad Tölz kommt ein Auto von der Landstraße ab und brennt im Wald aus. Auch in Innsbruck kommt es zu Brandanschlägen. Betroffen sind neben Asylanten Immobilienmakler und Banker. Alexa Jahn von der Kripo Bad Tölz sowie der Innsbrucker Chefinspektor Bernhard Krammer stehen vor einem Rätsel. Die Zeit arbeitet gegen sie.

Lodernde Flammen nachts in einer Berglandschaft – das Cover stimmt auf den Krimi ein. Nachdem der Krimi durchaus spannend beginnt, schleicht sich in der Folge konstant bis zum Ende Eintönigkeit ein. Zwischen den einzelnen Kapiteln kommt in Kursivschrift der Täter zu Wort, was die Spannung nicht steigen lässt. Die Ermittlungen kommen kaum weiter und auch das Wirken zwischen Alexa und ihrem Vater Bernhard kann das nicht ausgleichen. Das Ende wirkt konstruiert und konnte mich nicht überzeugen. Ich bin von dem Krimi enttäuscht und vergebe mit Wohlwollen noch drei Sterne. Einen Lichtblick bildet die Leseprobe zum nächsten Krimi am Ende des Buches, die sehr spannend beginnt.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Die Vergangenheit ruht nicht

Dunkle Asche
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Im Sommer des Jahres 1992 geht eine Partynacht im Badeort Kalifornien nahe Kiel mit einem schrecklichen Mord an einer jungen Frau zu Ende. Das Ferienhaus wird danach in Brand gesteckt, das achtzehnjährige ...

Im Sommer des Jahres 1992 geht eine Partynacht im Badeort Kalifornien nahe Kiel mit einem schrecklichen Mord an einer jungen Frau zu Ende. Das Ferienhaus wird danach in Brand gesteckt, das achtzehnjährige Opfer verbrennt mit. Der Mord kann nicht aufgeklärt werden.
Dreißig Jahre später nimmt eine Cold Case in Kiel die Ermittlungen in diesem Fall wieder auf. Im Team sind Gudrun Möller und Judith Engster, die in einem Hospiz einen Zeugen ohne Erfolg befragen. Es tauchen jedoch bald neue Spuren und Verdächtige auf. Der Täter von einst beobachtet die Vorgänge im Verborgenen genau, vor allem die Ermittlerinnen.

Bereits das düster gestaltete Cover stimmt auf den Krimi ein und passt perfekt zum Inhalt. Jona Thomsen erzeugt von der ersten bis zur letzten Seite fesselnde Spannung. In den kurzen Kapiteln erzählen die beiden Ermittlerinnen aus ihrer Sicht und in Kursivschrift verfassten Kapiteln kommt der Täter zu Wort. Der Krimi gewinnt sehr schnell an Tempo, die Ereignisse überschlagen sich geradezu. Mit vielen überraschenden Wendungen verwirrt der Autor den Leser und bis zum Schluss bleibt vieles unklar.

Gudrun kennt den Ort, in dem das Verbrechen geschah, sowie einige Tatverdächtige. Sie hat früher dort gelebt. Durch diesen Umstand gestalten sich die Ermittlungen für sie nicht einfacher, im Gegenteil. Als Gudrun dem wirklichen Täter nahe kommt, gerät sie selbst in Lebensgefahr. Der Krimi weist auch gesellschaftskritische Aspekte auf. Die jugendliche Clique rund um das Mordopfer setzt sich aus Kindern reicher Eltern sowie sogenannten Saisonarbeitern zusammen. Konflikte sind da vorprogrammiert.

Die Ermittlerinnen Gudrun Möller und Judith Engster sind erfrischend anders und müssen sich erst zusammenraufen. Gudrun lebt in einem Camper, spielt in einer Band und hat ein Verhältnis mit einer Frau. Ganz anders die elegante Judith, aus Rostock nach Kiel gezogen. Die beiden unterschiedlichen Charaktere haben mir sehr gefallen. Der gesamte Plot ist klug konstruiert, am Ende laufen die Fäden gekonnt zusammen. Ich habe mich mit dem Krimi bestens unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Die letzten Jahre von Ginsterburg

Ginsterburg
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Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von ...

Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein auf vom Fliegen geträumt und kommt seinem Ziel immer näher. Dafür muss er zunächst in die Hitlerjugend eintreten. Seine Mutter Merle, Buchhändlerin, hätte sich etwas anderes für ihren Sohn gewünscht. Sie ist mit dem Feuilletonisten der Ginsterburger Zeitung, Eugen von Wieland, befreundet. Beide stehen der neuen Zeit skeptisch gegenüber. Während andere Einwohner diese Zeit zu ihrem Gunsten nutzen. Dazu zählen vor allem der Blumenhändler Gürckel, der zum Kreisleiter aufsteigt sowie der Arzt Hansemann, der sich der SS anschließt.

Vorliegend handelt es sich um mein erstes Buch, das ich von Arno Frank lese. Der Autor hat die Handlung seines Romans in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg angesiedelt. Die Erzählung umfasst den Zeitraum 1935 bis 1945 und stellt ganz normale Einwohner vor, die sich unter dem NS-Regime unterschiedlich entwickeln. Da ist der Feuilletonist Eugen, der sich mit dem neuen Regime nicht anfreunden kann, jedoch aus Angst schweigt. Ebenso die Buchhändlerin Merle, die sich um Sohn Lothar sorgt. Beide versuchen menschlich zu bleiben. Der Blumenhändler Gürckel nutzt die Gunst der Stunde für sich, ebenso der Arzt Hansemann. Nicht zu vergessen die Wahrsagerin Zola und die Zirkusleute, alles Roma, deren tragisches Schicksal ebenso vorbestimmt ist wie jenes des jüdischen Zeitungsverlegers Landauer.
Arno Frank hat die historischen Ereignisse anhand spannender Charaktere emotional aufgearbeitet. Ihm ist ein Roman voller Dichter vor düsterem politischem Hintergrund gelungen. Der Autor punktet mit einer überwiegend behutsamen und doch eindringlichen Wortwahl. In die Erzählung kommt schnell Bewegung, die Perspektiven wechseln aus meiner Sicht etwas zu schnell. Auch das Ende fand ich nicht sehr stimmig. Ich vergebe für diesen Roman vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Die letzten Jahre von Ginsterburg

Ginsterburg
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Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein ...

Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein auf vom Fliegen geträumt und kommt seinem Ziel immer näher. Dafür muss er zunächst in die Hitlerjugend eintreten. Seine Mutter Merle, Buchhändlerin, hätte sich etwas anderes für ihren Sohn gewünscht. Sie ist mit dem Feuilletonisten der Ginsterburger Zeitung, Eugen von Wieland, befreundet. Beide stehen der neuen Zeit skeptisch gegenüber. Während andere Einwohner diese Zeit zu ihrem Gunsten nutzen. Dazu zählen vor allem der Blumenhändler Gürckel, der zum Kreisleiter aufsteigt sowie der Arzt Hansemann, der sich der SS anschließt.

Vorliegend handelt es sich um mein erstes Buch, das ich von Arno Frank lese. Der Autor hat die Handlung seines Romans in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg angesiedelt. Die Erzählung umfasst den Zeitraum 1935 bis 1945 und stellt ganz normale Einwohner vor, die sich unter dem NS-Regime unterschiedlich entwickeln. Da ist der Feuilletonist Eugen, der sich mit dem neuen Regime nicht anfreunden kann, jedoch aus Angst schweigt. Ebenso die Buchhändlerin Merle, die sich um Sohn Lothar sorgt. Beide versuchen menschlich zu bleiben. Der Blumenhändler Gürckel nutzt die Gunst der Stunde für sich, ebenso der Arzt Hansemann. Nicht zu vergessen die Wahrsagerin Zola und die Zirkusleute, alles Roma, deren tragisches Schicksal ebenso vorbestimmt ist wie jenes des jüdischen Zeitungsverlegers Landauer.
Arno Frank hat die historischen Ereignisse anhand spannender Charaktere emotional aufgearbeitet. Ihm ist ein Roman voller Dichter vor düsterem politischem Hintergrund gelungen. Der Autor punktet mit einer überwiegend behutsamen und doch eindringlichen Wortwahl. In die Erzählung kommt schnell Bewegung, die Perspektiven wechseln aus meiner Sicht etwas zu schnell. Auch das Ende fand ich nicht sehr stimmig. Ich vergebe für diesen Roman vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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