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Veröffentlicht am 12.11.2021

Nichts für zarte Seelen

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Darum geht‘s:
Markus und Bettina führen ein Auto- und Wohnungs-Sharing-Unternehmen, mit dem sie für mehr Nachhaltigkeit sorgen wollen. Die Geschäfte laufen gut und zusammen mit ihrer Tochter sind sie eine ...

Darum geht‘s:
Markus und Bettina führen ein Auto- und Wohnungs-Sharing-Unternehmen, mit dem sie für mehr Nachhaltigkeit sorgen wollen. Die Geschäfte laufen gut und zusammen mit ihrer Tochter sind sie eine richtige Bilderbuchfamilie bis zu dem Tag, an dem Bettina entführt und im Darknet öffentlich misshandelt wird. Um seine Frau wieder lebend zurück zu bekommen, soll sich Markus auf das perfide Spiel des Entführers einlassen. Doch das Ganze nimmt ungeahnte Dimensionen an und bringt Markus an den Rand des Wahnsinns.

So fand ich’s:
Eines muss man Arno Strobel lassen: Spannung aufbauen und die Leser an der Nase rumführen und im Ungewissen lassen, das kann er und hat er auch in diesem Buch wieder meisterlich bewiesen. Das ist es auch, was mich schlussendlich bei der Stange gehalten hat. Denn es gab mehr als einen Moment, bei dem ich drauf und dran war, das Buch abzubrechen.

Nachdem das Buch vielversprechend begann, indem sich der bei Thrillern erhoffte Lesesog direkt schon auf den ersten Seiten einstellte, haben mich dann einige Szenen, auf die ich ohne spoilern nicht genauer eingehen kann, kalt erwischt. Das eine und andere Mal kam ich tatsächlich bis an meine Schmerzensgrenze. Insgesamt fehlte mir eine gewisse Subtilität, die die Spannung mehr auf der psychischen Ebene und weniger durch Darstellung von Gewalt und Perversion aufbaut.

Die Handlung bleibt durchweg in sich schlüssig und auch die Auflösung, die ich so nicht vorhersehen konnte und die für mich auch eine überraschende Wendung bereithielt, entwickelte sich folgerichtig. Abgesehen davon konnte mich der Autor mit den Hintergründen zur „Tat“ leider nicht überzeugen. Diese wirkten für mich viel zu konstruiert und etwas an den Haaren herbeigezogen.

Möglicherweise vermag dieses Buch hart gesottene Thriller-Leser zu begeistern. Bei mir hat es leider nicht funktioniert.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Für Romantiker

Rokesby - Tollkühne Lügen, sinnliche Leidenschaft
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Darum geht‘s:
Die junge Cecilia lebt mit ihrem Vater im englischen Derbyshire. Ihr Bruder, zu dem sie ein liebevolles Verhältnis hat, dient der Krone im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und sie erwartet ...

Darum geht‘s:
Die junge Cecilia lebt mit ihrem Vater im englischen Derbyshire. Ihr Bruder, zu dem sie ein liebevolles Verhältnis hat, dient der Krone im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und sie erwartet jeweils sehnsüchtig seine Briefe. Als ein befreundeter Soldat ihr ebenfalls zu schreiben beginnt, entsteht eine innige Brieffreundschaft, die ihr Herz auch schon mal ins Stolpern bringt.

Als ihr Vater stirbt und sie kurz darauf erfährt, dass ihr Bruder schwer verwundet wurde, zögert sie nicht und macht sich auf die beschwerliche Reise, um ihrem Bruder in New York beizustehen. Im Lazarett angekommen, trifft sie jedoch nicht ihren Bruder an, sondern ihren attraktiven Brieffreund Captain Edward Rokesby, der im Koma liegt. Da es nur Anverwandten gestattet ist, die Verwundeten zu besuchen, gibt sich Cecilia als Captain Rokesbys Frau aus. Sie kümmert sich liebevoll um ihn – bis zu dem Tag, an dem er aus dem Koma erwacht und sich nicht daran erinnern kann, verheiratet zu sein. Cecilia versucht verzweifelt die Lüge aufrecht zu erhalten, in der Hoffnung mit der Hilfe des „Ehemannes“ ihren verschollenen Bruder zu finden.

So fand ich’s:
Es kommt hin und wieder vor, da braucht meine Seele eine Portion Romantik und ein klein wenig Kitsch. In so einem Moment kann ich unmöglich an einem verspielten Cover wie diesem einfach so vorbeigehen. Von diesem Titelbild geblendet habe ich dann erst nicht bemerkt, dass es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt. Aber letztendlich bereitete mir das keine Probleme und ich finde, dass man dieses Buch ohne weiteres als eigenständige Geschichte lesen kann.

Wie in diesem Genre üblich darf man nicht zu viel Tiefgang erwarten und die geschichtlichen Hintergründe spielen kaum eine Rolle. Es geht in erster Linie um eines: die Liebe. 😉 Cecilia mochte ich auf Anhieb sehr und ich bangte mit ihr zusammen um ihren Bruder, aber auch um ihr Liebesglück.
Obwohl der Erzählstil recht leicht gehalten ist, kam das Knistern zwischen den Protagonisten gut rüber. So war die Geschichte dann auch recht schnell gelesen und ich konnte die letzte Seite mit einem behaglichen Gefühl umblättern.

Alles in allem hat mir dieses Buch genau das gegeben, was mir vom Cover und der Kurzbeschreibung versprochen wurde: eine lockere, amüsante und vor allem gefühlvolle Geschichte fürs Herz – das ideale Zwischendurch-Buch für Romantiker.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Spannend und düster - ein Jugendbuch der besonderen Art

The Evil of Salwood
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Darum geht‘s:
Seit dem Unglück in der Salzmine, bei dem vor 200 Jahren die Minenarbeiter aus Salwood ums Leben gekommen sind, wabert rund ums Dorf ein dichter Nebel, in dem Geister nur darauf warten, dass ...

Darum geht‘s:
Seit dem Unglück in der Salzmine, bei dem vor 200 Jahren die Minenarbeiter aus Salwood ums Leben gekommen sind, wabert rund ums Dorf ein dichter Nebel, in dem Geister nur darauf warten, dass arme Seelen den Schutzkreis des Salzes durchbrechen und sich in den Nebelschwaden verirren.

Faye, die Tochter des Reverends, weiß um die Gefahren, die außerhalb des Schutzkreises lauern. Aber um nicht als Außenseiterin zu gelten, lässt sie sich auf eine Mutprobe ein und durchschreitet mit ein paar anderen Jugendlichen den schützenden Salzkreis. Was nur ein Spiel sein sollte, gerät völlig außer Kontrolle und nur der plötzlich auftauchende Ezra kann weiteres Unheil verhindern. Doch die Gefahr ist nur scheinbar gebannt und etwas Böses findet den Weg ins Dorf…


So fand ich‘s:
Sagen und Legenden haben mich bereits als kleines Mädchen fasziniert und so hatte ich auch schon davon gehört, dass Salz böse Geister fernhalten soll. Umso interessanter fand ich es, dass Ann-Kristin Gelder dieses Thema für ihr Jugendbuch „The Evil of Salwood“ gewählt hat.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der von dem schrecklichen Unglück in der Salzmine erzählt. Bereits auf diesen ersten Seiten nahm mich die dichte Atmosphäre gefangen und es hat mich sehr berührt, mitzuerleben, wie die Minenarbeiter verschüttet wurden. Aber auch nach dem Prolog gönnt die Autorin den Lesern keine große Atempause und es geht genauso spannend und düster weiter.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Faye und Ezra erzählt. Ann-Kristin Gelder ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die beiden Erzählstimmen unterschiedlich und dem jeweiligen Charakter entsprechend zu gestalten. Gerade auch diese verschiedenen Perspektiven lassen die Spannung im Buch nie abflauen. Im Gegenteil: Zum Ende hin wird es immer spannender, so dass ich das Buch nicht mehr beiseitelegen konnte, bis ich damit durch war. Es entwickelt sich auch eine zarte Liebesgeschichte, die perfekt in die Geschichte reinpasst und zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt wirkt.

Mein Fazit:
Ann-Kristin Gelder hat in diesem Buch die Tradition der alten Sagen und Legenden aufleben lassen und in ein altersgerechtes Jugendbuch verpackt. Von Anfang war ich von der düsteren und oftmals schaurigen Atmosphäre, die mir das wunderschöne Cover versprochen hatte, gefesselt, die mich auch bis zum Schluss hin nicht losließ.

Es ist ein etwas anderes Jugendbuch, das erfrischend originell aus der Masse heraussticht und daher eine klare und begeisterte Leseempfehlung verdient.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Eine spannende Detektivgeschichte mit dem gewissen Etwas

Greenglass House
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Darum geht‘s:
Der aus China stammende Milo lebt mit seinen Adoptiveltern in Greenglass House, einem ganz besonderen Gasthaus, das nur per Standseilbahn zu erreichen ist, und vor allem Schmuggler beherbergt. ...

Darum geht‘s:
Der aus China stammende Milo lebt mit seinen Adoptiveltern in Greenglass House, einem ganz besonderen Gasthaus, das nur per Standseilbahn zu erreichen ist, und vor allem Schmuggler beherbergt. Zu Beginn der Weihnachtsferien freut sich Milo auf ein paar ruhige Tage, da zu dieser Jahreszeit normalerweise keine Gäste anreisen. Umso erstaunlicher, dass am selben Tag gleich sechs sehr seltsame und mysteriöse Gäste im Greenglass House einchecken. Als dann auch immer mehr Dinge verschwinden, ist Milos Neugier geweckt. Zusammen mit Meddy, der Tochter der Köchin, setzt Milo alles daran herauszufinden, was es mit den sonderbaren Gästen auf sich hat und hofft so, auch die Geheimnisse rund um das Greenglass House zu enthüllen.

So fand ich‘s:
Allem voran hat mir das Setting sehr gut gefallen. Ich konnte mir Greenglass House wunderbar vorstellen mit seinen bunten Glasfenstern, die - wie der Name schon verrät - hauptsächlich in grün gehalten sind und für eine schaurig schöne Atmosphäre sorgen. Die Autorin hat es geschafft, diese Atmosphäre komplett in die Geschichte einfließen zu lassen und lässt den Leser zusammen mit Milo und Meddy eine Art Schnitzeljagd nach den Geheimnissen rund um das Greenglass House erleben.

Ebenfalls ein wichtiges Thema ist die Adoption und die damit verbundene Sehnsucht mehr über seine eigenen Wurzeln zu erfahren. Man spürt wie sehr Milo seine Adoptiveltern liebt, gleichzeitig aber auch damit hadert, dass er nichts über seine Herkunft weiß. Kate Milford hat es verstanden, dieses Sehnen auf einfühlsame Weise mit in die Geschichte einzubauen.

Die Autorin hatte mich mit ihrer unaufdringlichen, ruhigen, aber dennoch spannenden Erzählweise recht schnell am Haken und ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Zum Schluss hin wartete dann auch noch eine große Überraschung auf mich, die ich tatsächlich so nicht kommen sah und trotzdem perfekt in den Plot eingebettet ist.

Mein Fazit: „Greenglass House“ ist eine spannende Detektivgeschichte mit dem besonderen Etwas, welches das Buch aus der Masse herausstechen lässt – genauso wie ein grüner Edelstein zwischen grauen Kieselsteinen.

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Veröffentlicht am 03.11.2021

Ein Buch wie eine warme Decke

Pandatage
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Darum geht‘s:
Seitdem Dannys Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, ist nichts mehr wie es war. Vor allem sein Sohn Will bereitet ihm große Sorgen, da dieser seit dem Unfall kein Wort mehr gesprochen ...

Darum geht‘s:
Seitdem Dannys Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, ist nichts mehr wie es war. Vor allem sein Sohn Will bereitet ihm große Sorgen, da dieser seit dem Unfall kein Wort mehr gesprochen hat. Als Danny, der schon im Verzug mit der Miete ist, auch noch seinen Job verliert, spitzt sich die Situation weiter zu. In seiner Verzweiflung kratzt er sein letztes Geld zusammen und kauft sich ein Pandakostüm in der Hoffnung, damit als Straßenkünstler Geld zu verdienen. Doch so einfach wie das aussieht, ist diese Arbeit nicht – erst recht nicht, wenn man wie Danny nicht tanzen kann. Unerwartete Hilfe bekommt er von Krystal, einer Pole-Tänzerin.

Seinem Sohn Will hat Danny nichts von seinen Sorgen und dem neuen „Job“ erzählt. Als er eines Tages als Panda verkleidet beobachtet wie Will von Mitschülern schikaniert wird, eilt er ihm zu Hilfe. Will fasst Vertrauen in den scheinbar unbekannten Pandabären und spricht seine ersten Worte seit dem Tod der Mutter. Danny traut sich nicht, sich zu erkennen zu geben, um diesen wertvollen Moment nicht zu zerstören. Wird das Pandakostüm den Vater und den Sohn einander wieder näherbringen?

So fand ich‘s:
Man hört öfter Mal die Beschreibung, ein Buch sei wie eine warme Decke. Und für mich gibt es kaum ein Buch, zu dem diese Umschreibung besser passen würde. „Pandatage“ hat mir tatsächlich unterhaltsame Lesestunden bereitet und mich gleichzeitig mit einem wohligen Gefühl eingehüllt.

Zwischendurch befand ich mich immer wieder Mal auf einer Gefühlsachterbahn. In einem Moment hatte ich einen dicken Kloß im Hals und feuchte Augen, um dann auf der nächsten Seite laut zu lachen. James Gould-Bourn ist ein Meister des Wortwitzes und er lässt seinen Protagonisten von einer schrägen Situation in die nächste schlittern. Auch wenn ich das eine oder andere Mal dachte, dass einem einzelnen niemals so viel zustoßen kann und die Figuren etwas zu schwarz-weiß gezeichnet sind, fiel es mir leicht, hier Fünfe gerade sein zu lassen und die Geschichte einfach nur zu genießen.

Ich war ein wenig traurig, dass am Ende des Buches meine „Pandatage“ gezählt waren und ich Danny und Co. zurücklassen musste. Jedenfalls bin ich sicher, dass jeder, der gerne lacht und herzerwärmende Geschichten mag, hier genau richtig ist.

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