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Veröffentlicht am 07.01.2021

Mystisch und schnörkellos

Das Erbe der Vogelmenschen
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In meinen frühen Lesejahren habe ich Federica de Cescos Jugendbücher verschlungen. Schon damals umgaben ihre spannenden Geschichten oftmals einen Hauch von Esoterik. Gerade diese Mischung aus realistischem ...

In meinen frühen Lesejahren habe ich Federica de Cescos Jugendbücher verschlungen. Schon damals umgaben ihre spannenden Geschichten oftmals einen Hauch von Esoterik. Gerade diese Mischung aus realistischem Plot mit einer Würze Mystik haben mich immer schon fasziniert. Später, als Federica de Cesco begann Erwachsenenbücher zu schreiben, vermochten mich diese leider weniger in ihren Bann zu ziehen. Woran das lag, kann ich mir heute nicht erklären. Möglicherweise war ich zu dem Zeitpunkt noch etwas zu jung für diese Art von Büchern. Als ich jedoch dieses neue Buch von ihr entdeckte, hat mich erst das Titelbild und dann auch die Kurzbeschreibung magisch angezogen.

Die Lektüre entpuppte sich dann als gar nicht so leichte Kost. Die Sprache ist durchdacht und ausgefeilt und Federica de Cesco zeigt hier ihr großes Erzähltalent. Inhaltlich ist der Plot reichhaltiger als das die doch geringe Seitenzahl von 264 vermuten lässt. Immer wieder werden die großen Fragen des Lebens aufgegriffen. Einerseits zog mich die Geschichte so in ihren Bann, gleichzeitig wirkt das Buch stellenweise recht schwer. Jedenfalls würde man dieser Geschichte nicht gerecht werden, wenn man sie einfach so weg lesen würde.

Die Protagonistin Leo wirkt auf andere recht schwierig. Auf den ersten Blick kommt sie als Kumpeltyp rüber. Ab dem zweiten Blick kommt jedoch ihre unnahbare Seite zum Vorschein und wird so für die anderen nicht mehr greifbar. So wirkt sie auch durchwegs auf mich als Leserin. Emotional bleibt sie bis zum Schluss auf Distanz, was ich mir ab und an gefühlsbetonter gewünscht hätte. Das ist jedoch Geschmacksache und tut der Intensität dieses Büchleins keinen Abbruch.

Besonders im letzten Drittel wird die Geschichte richtig spannend und neben dem historischen Hintergrund sind aktuelle Themen allgegenwärtig. Die Verbindungen von Historie mit der Gegenwart sowie der Sachlichkeit mit dem Mystischen sind der Autorin wirklich gut gelungen.

Trotz der esoterischen Elemente erzählt Federica de Cesco die Geschichte realitätsnah und schnörkellos und trotzdem sehr intensiv mit ihrer ganz eigenen Erzählstimme. Ich bin jedenfalls froh, dass ich mit diesem Buch gewagt habe, meine übliche Lese-Komfortzone zu verlassen.

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Zauberhaft, spannend und liebevoll erzählt

Flüsterwald - Das Abenteuer beginnt (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 1)
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Darum geht's:
Lukas ist alles andere als glücklich, als sein Vater eine neue Lehrstelle bekommt und seine Familie deswegen umziehen muss. Und dann befindet sich die alte Villa gefühlt auch noch fern ab ...

Darum geht's:
Lukas ist alles andere als glücklich, als sein Vater eine neue Lehrstelle bekommt und seine Familie deswegen umziehen muss. Und dann befindet sich die alte Villa gefühlt auch noch fern ab von der Zivilisation. Wenigstens ist die Internetverbindung gesichert. Im neuen Zuhause angekommen, findet Lukas es dann doch recht spannend, das alte Haus zu entdecken. Und als nachts ein Kobold durch sein Zimmer schleicht und er eine Geheimtreppe findet, die in einen mysteriösen Wald führt, beginnt für ihn ein spannendes Abenteuer, bei dem er auch neue Freunde findet. Daher nervt es ihn nur, als Ella, ein Mädchen aus seiner Klasse, sich an seinen Rockzipfel hängt. Ella ahnt jedoch, dass Lukas und seine Freunde ihr bei der Suche nach ihrem verschollenen Großvater helfen können. Er ist der Professor, der früher in der alten Villa gewohnt hatte, und eines Tages verschwand. Der einzige Hinweis über seinen Verbleib ist in einem Rätsel versteckt, dass Ella mit Hilfe von Lukas lösen möchte.

So fand ich's:
Schon die Aufmachung des Buches hat mich begeistert und hat den Wunsch geweckt, sofort mit Lesen zu beginnen. Auf den ersten Seiten werden Lukas und seine neuen Freunde, allen voran Rani, der schokoladensüchtige Menok – übrigens meine Lieblingsfigur – mit liebevoll gezeichneten Illustrationen vorgestellt. Ihr fragt euch jetzt, was ein Menok ist? Soviel werde ich hier nicht verraten. Denn es lohnt sich wirklich in den „Flüsterwald“ einzutauchen und zusammen mit Lukas auf Entdeckungsreise zu gehen.

Der Erzählstil ist recht einfach gehalten und die Kapitel angenehm kurz, so dass tatsächlich Kinder ab 9 Jahren dieses Buch allein lesen könnten. Mir haben vor allem die originellen Figuren und die fantasievollen Beschreibungen außerordentlich gut gefallen.

Der Plot ist in sich schlüssig und spannend aufgebaut mit einem geheimnisvollen Prolog und einem Epilog, der zusätzlich neugierig auf die Fortsetzung macht. Und immer wieder gibt es fantastische Elemente (wie z.B. die Bibliothek der schlafenden Bücher), die eine bunte, fröhliche und kurzweilige Geschichte formen.

Auch für mich als älteres Semester ist diese neue Reihe rund um den „Flüsterwald“ eine richtige Entdeckung und ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Lukas, Rani, Felicitas und Co. im zweiten Band „Der verschollene Professor“.

Kurzum: „Der Flüsterwald“ ist absolut eine (Lese-)Reise wert und ich bin sicher, dass es dort noch vieles zu entdecken und erleben gibt.

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Mystisch und berührend

Aqua Mystica
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Darum geht‘s:
Vicky war immer schon ein bisschen anders als die anderen. Auch als Teenager sind es nicht nur ihr Aussehen, die häufig tränenden Augen oder der schwankende Gang, die sie zur Außenseiterin ...

Darum geht‘s:
Vicky war immer schon ein bisschen anders als die anderen. Auch als Teenager sind es nicht nur ihr Aussehen, die häufig tränenden Augen oder der schwankende Gang, die sie zur Außenseiterin machen. Auch ihr Wesen ist stiller, in sich gekehrter und sehnsuchtsvoller als das von ihren Schulkameraden. So hängt sie auch viel lieber mit ihrem Onkel Til und seiner Freundin Sandra ab.

Ein großer Traum geht für sie in Erfüllung, als Til sie und Sandra mit nach Mexico auf eine Expedition zu einer Unterwasserhöhle, einer sogenannten Cenote, mit nimmt. Als Til von einem unbekannten Wasserwesen verletzt wird, wird ihr verboten ins Wasser zu gehen. Sie widersetzt sich jedoch und unternimmt einen heimlichen Tauchgang, der nicht ohne Konsequenzen bleibt und sie kommt dem Geheimnis ihrer Herkunft immer näher.

So fand ich‘s:
Es war schon zu Beginn der Lektüre klar, worauf die Geschichte hinauslaufen würde und ich hatte mich auf eine Art Abenteuergeschichte mit mysteriösen Wasserwesen eingestellt. Doch die Intensität und die berührenden Momente, die mir dieses Buch geschenkt haben, habe ich so tatsächlich nicht erwartet. Doch der Reihe nach…
Der Erzählstil ist leicht, flüssig und absolut altersgerecht. Die Geschichte wird aus Vickys Sicht in der Ich-Form erzählt. Ich bin nicht der größte Fan von Ich-Erzählungen – aber in diesem Buch hätte alles andere nicht wirklich gepasst. Die Ereignisse aus Vickys Perspektive mitzuerleben, haben die Gefühle und die Bilder im Kopf noch intensiver werden lassen.

Die Beschreibungen des Cenotes in Mexiko sind sehr lebendig und farbenfroh, so dass man sich alles wunderbar vorstellen kann, als wäre man selbst dabei. Allein in der Unterwasserwelt hätte ich gerne noch länger verweilt und ich hätte noch viel mehr Details darüber erfahren wollen. Dieser Teil kommt in der Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu kurz.

Dennoch war ich beim Lesen immer wieder hin und weg und ich fühlte mich zusammen mit Vicky richtiggehend zum Cenote hingezogen. Vicky Sehnsucht ist für gefühlvolle Leser förmlich spürbar und man begreift die Zerbrechlichkeit der Unterwasserwelt, die durch die Menschen bedroht wird. Die Autorin hat es geschafft auf einfühlsame Weise die Themen von Selbstfindung beim Erwachsen werden, Umweltschutz und Familie zu vereinen, ohne die Moralkeule zu schwingen.

Wie schon zu Beginn erwähnt, hat mir dieses Buch einige sehr berührende Augenblicke geschenkt und ich habe auch zwischendurch immer wieder innegehalten, um das Gelesene auf mich wirken zu lassen. Ich hatte eine spannende Geschichte erwartet, die dann viel ruhiger verlief als gedacht. Es gibt durchaus spannende Momente, die jedoch für mich nicht mehr so wichtig waren. Es ist ein ruhiges, unaufgeregtes Buch mit einer wohltuenden Prise Philosophie. Und wer weiß… die Unterwasserwelt ist ja noch lange nicht komplett erforscht… 😉

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Lebendige Geschichte

Winterpony
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Darum geht‘s:
Anfang des 20. Jahrhunderts wächst ein wildes weißes Pony in den sibirischen Wäldern auf und wird dann von Menschen gefangen genommen. Zusammen mit anderen Ponys wird es einige Zeit danach ...

Darum geht‘s:
Anfang des 20. Jahrhunderts wächst ein wildes weißes Pony in den sibirischen Wäldern auf und wird dann von Menschen gefangen genommen. Zusammen mit anderen Ponys wird es einige Zeit danach für eine Südpol-Expedition ausgewählt. James Pigg, wie das Pony genannt wird, erlebt dann hautnah das Wettrennen zwischen Robert F. Scott (zu dessen Expedition es gehört) und Roald Amundsen. Beide wollen als erste den Südpol erreichen und liefern sich ein Wettrennen um Leben und Tod.

So fand ich‘s:
Immer wieder ziehen mich Jugendbücher magisch an. So war das auch hier mit dem wunderschönen Pony auf dem Cover. Ich fand auch die Idee reizvoll, die berühmte Südpolexpedition von Robert F. Scott durch die Augen eines Ponys mitzuerleben.

Dennoch musste ich mich zu Beginn an das unwirkliche Gefühl gewöhnen, dass ein Pony mir die Geschichte erzählt. Das Tier wirkt sehr überlegt und weise und drückt sich auch gewählt aus. Ich muss gestehen, dass ich mir das etwas „märchenhafter“ vorgestellt hatte. Es handelt sich hier jedoch um einen wirklich spannenden Bericht über historische Ereignisse.

Mit der Zeit verstand ich immer besser, warum Iain Lawrence für James Pigg gerade diese Erzählweise gewählt hatte und ich konnte mich voll und ganz auf das Abenteuer Südpol einlassen. Es war packend wie ein Krimi und ich habe das Buch wirklich verschlungen. Ich war voll und ganz in der Geschichte drin und spürte förmlich Wind und Wetter.

„Zwischenkapitel“ (Abschnitte, die nicht aus James Piggs Sicht erzählt werden), liefern dem Leser zusätzliche Fakten rund um die Expedition und eine Karte, Fotos und eine Aufstellung der Ponys und Männer, die an der Expedition teilnahmen, runden das Geschichtserlebnis perfekt ab.

Auch wenn das Buch schwierige Momente bereithält, habe ich es sehr gerne gelesen. James Pigg war wahrlich ein besonderes Pony und ich bin froh, dass Iain Lawrence ihn seine Geschichte hat erzählen lassen. Ich jedenfalls werde James Pigg nicht vergessen.

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Veröffentlicht am 10.12.2020

Cosy Crime in der Weihnachtszeit

Die Weihnachtsdiebin. Eiskalt erwischt
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Darum geht‘s:
Die Studentin Kira braucht Geld für die Pflege ihrer Oma. Sie ist so verzweifelt, dass sie sich einer kleinen Diebesbande anschließt, die einen Coup während der Winterzauber-Aktion des Russischen ...

Darum geht‘s:
Die Studentin Kira braucht Geld für die Pflege ihrer Oma. Sie ist so verzweifelt, dass sie sich einer kleinen Diebesbande anschließt, die einen Coup während der Winterzauber-Aktion des Russischen Museums in München plant und sie erschleicht sich erfolgreich das Vertrauen des Museumsdirektors. Zunächst verläuft alles wie vorgesehen bis der fesche Polizist Jan seinen verletzten Kollegen vertreten und somit die Verantwortung für die Sicherheit des Winterzauber-Events übernehmen muss. Doch Jan bringt nicht nur die Pläne der Diebesbande durcheinander, sondern auch Kiras Gefühle.

So fand ich‘s:
Die Kurzbeschreibung hatte sich so schön angehört – genau nach meinem Geschmack und das Richtige für diese Jahreszeit. Ich kam dann auch schnell in die Geschichte rein, nur leider nicht so „tief“ wie ich gerne gehabt hätte.

Der Erzählstil ist leicht und flüssig, so wie man es bei diesem Genre auch erwartet. Die Geschichte geht auch gleich ohne Umschweife richtig los, was mir immer gut gefällt. Doch leider konnte ich keinen Bezug zu den Figuren finden. Gerade auch die Protagonisten Kira und Jan bleiben für meinen Geschmack zu blass. Ich kann zwar die Gedanken, die Kira dazu bewogen haben, sich der Diebesbande anzuschließen, gut nachvollziehen und entwickelte dadurch auch Sympathie für die „Bösen“. Nur sprang der Funke nicht rüber, was ich eigentlich gerade an solchen Büchern mag. Wenn ich Weihnachts-Liebesromane lese, möchte ich darin versinken und vor mich hinträumen können. So richtig wollte das mit der „Weihnachtsdiebin“ nicht klappen.

Dadurch dass der Spannungsbogen geschickt und gut platziert gestaltet wurde, hat mich die Geschichte dann doch bei Stange gehalten. Auch der Verlauf ist dem Genre entsprechend aufgebaut und so konnte ich trotz allem ein paar nette Lesestunden verbringen.

Mein Fazit: Obwohl es während der Weihnachtszeit spielt, ist für mich der Weihnachtsfunke nicht so richtig übergesprungen, so dass das Buch für mich eher zu den Wohlfühlkrimis zählt, die angenehme Lektüre für zwischendurch bereithalten.

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