Ein richtiges Wohlfühlbuch
Monsieur Mounk und die kleinen Wunder des roten HausesDie letzte Seite ist umgeblättert und ich sitze hier mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Was für eine schöne und warmherzige Geschichte – ein richtiges Wohlfühlbuch.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl ...
Die letzte Seite ist umgeblättert und ich sitze hier mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Was für eine schöne und warmherzige Geschichte – ein richtiges Wohlfühlbuch.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl unter einem Apfelbaum in Monsieur Mounks Garten zu sitzen und ein Erzähler berichtete mir von den Ereignissen im damaligen Sommer, als Yvette, die Tochter der Tänzerin Lucille, noch ein kleines Mädchen war. Die Atmosphäre des Dorfes erinnerte mich stark an die Don-Camillo-Filme und genau diese Erzählerstimme hatte ich im Ohr.
Die Dorfbewohner sind Leute wie du und ich, manche liebenswert, andere etwas schrulliger. Auch Monsieur Mounk hatte seinen Ruf weg und alle kannten ihn nur als Eigenbrötler. Yvette erkannte aber sehr schnell, dass er das Herz am richtigen Fleck hatte und freundete sich mit ihm an. Das war wohl einer der Hauptgründe, warum er dann die Tanztruppe von Madame Odette bei sich aufnahm, als die „leichten Mädchen“ auf der Strasse standen weil ihr Etablissement, das Rote Haus, geschlossen wurde. Aber sein Herz schlug für noch jemanden schneller und mit all dem Chaos, dass Madame Odette und Co. mitbrachten, zog auch die Hoffnung auf Liebe in Monsieur Mounks beschauliches Heim.
Es ist eine leichte und zugleich leise Geschichte, die auf sehr einfühlsame Weise erzählt wird. Der gefühlvolle Schreibstil hat mich richtiggehend gefangen genommen. Es gibt so viele kleine Details, Beschreibungen und Vergleiche, die alles noch lebendiger haben erscheinen lassen. Ich mochte mehrere Figuren sehr – allen voran Monsieur Mounk. Die Autorin hat wohl bewusst seinen Vornamen nie verraten, was ihn manchmal etwas unnahbar aber nicht weniger liebenswert machte. Das hätte womöglich das Geheimnisvolle, das ihn umgab, zerstört und ich möchte ihn mir gar nicht anders vorstellen. Ich finde, jedes Dorf sollte einen solchen Monsieur Mounk haben.
Für mich ist die Autorin Sophia Verena eine wirkliche Entdeckung und ich hoffe auf weitere Bücher von ihr.