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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2019

Lasst die Magie beginnen

Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen
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Lenni, der eigentlich Lennart heisst aber nicht so genannt werden möchte, lebt mit seiner Mutter zwei Stockwerke über Herrn Waldo Wunders Spielzeugladen. Er ist eigentlich ein ganz normaler Junge, der ...

Lenni, der eigentlich Lennart heisst aber nicht so genannt werden möchte, lebt mit seiner Mutter zwei Stockwerke über Herrn Waldo Wunders Spielzeugladen. Er ist eigentlich ein ganz normaler Junge, der am liebsten mit seinen Freunden im Park skatet. Doch Waldo Wunder scheint viel mehr in ihm zu sehen und vertraut Lenni sogar seinen Laden an, als er verreisen muss. Lenni übernimmt die Aufgabe voller Vorfreude darauf, ungestört und vor allem unbeobachtet im Laden spielen zu können. Doch als dann merkwürdige Dinge geschehen, steckt er bald mitten drin in einem zauberhaften Abenteuer.


Auch als Leser fühlt man sich magisch von Waldo Wunders Spielzeugladen angezogen und die Neugierde darauf, was nachts im Spielzeugladen los ist, hat einen schnell gepackt. Neben all dem Zauberhaften kommt auch die Spannung nicht zu kurz und die Geschichte entwickelt eine Art Sorg und man möchte unbedingt rasch weiterlesen. Die Figuren sind in Worten und auch in den Illustrationen liebevoll gezeichnet und wirken sehr lebendig. Die Sprache ist altersgerecht und das Buch eignet sich wunderbar zum Selberlesen, Vorlesen oder auch um es miteinander zu lesen. Die eigene Phantasie wird angeregt und man kann über die Geschichte lebhaft diskutieren und spekulieren. Den „magischen Aktivteil zum Mitmachen“ finde ich ebenfalls sehr schön gestaltet und mir gefällt vor allem, dass die „Mitmachenden“ sich hier auch nochmal ausführlicher mit dem schön gestalteten Cover beschäftigen können.


Ich habe mich mit der Geschichte trotz meinem Alter sehr wohlgefühlt. Ich wünsche mir ganz viele Leser für dieses zauberhafte Buch, das Magie, Abenteuer aber auch Freundschaft in den Vordergrund stellt. Also auf in Waldo Wunders fantastischen Spielzeugladen und lasst die Magie beginnen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Handlung
  • Lesespaß
  • Fantasie
Veröffentlicht am 24.09.2019

Zauberhaft!

Green Witch
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Eines meiner Lieblingsbücher ist auch heute noch die kleine Hexe, daher wundert es auch nicht, dass mich die Kurzbeschreibung und der schöne Buchumschlag gleich neugierig gemacht haben. Das Cover ist sehr ...

Eines meiner Lieblingsbücher ist auch heute noch die kleine Hexe, daher wundert es auch nicht, dass mich die Kurzbeschreibung und der schöne Buchumschlag gleich neugierig gemacht haben. Das Cover ist sehr liebevoll gestaltet und genauso liebevoll werden auch Lizzys Abenteuer als Junghexe erzählt. Auch als Erwachsene konnte ich wunderbar in die Geschichte eintauchen und habe mit Lizzy zusammen mitgefiebert, zu was für einer Hexe sie sich ausbilden lassen darf. Ich habe mit ihr mitgelitten, als sie ihr grosses Geheimnis vor Stina, ihrer besten Freundin, verheimlichen musste. Und ab sofort sehe ich Spinnen mit anderen Augen… Warum verrate ich hier aber nicht.

Die Sprache empfand ich als absolut altersgerecht. Erst wunderte ich mich etwas über den englischen Titel – aber im Buch wird der Begriff erklärt, was mir gut gefallen und mich somit mit dem Titel versöhnt hat. Die Geschichte, in der es auch um Freundschaft geht, ist sehr spannend und eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen.

Andrea Russo hat mir mit „Green Witch“ sehr schöne, vergnügliche, ja einfach zauberhafte Lesestunden geschenkt und insgeheim hoffe ich auf ein Wiedersehen mit Lizzy und Stina.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Eine etwas andere Schiffsreise

Wunder & so - Falls ich dich küsse
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Eine Schiffsreise wie anno dazumal klingt einfach traumhaft für Lou und ihre beste Freundin Amy. Lous Opa hat einen Hybrid-Antrieb entwickelt, der Kreuzfahrten umweltfreundlicher macht und wird daher mit ...

Eine Schiffsreise wie anno dazumal klingt einfach traumhaft für Lou und ihre beste Freundin Amy. Lous Opa hat einen Hybrid-Antrieb entwickelt, der Kreuzfahrten umweltfreundlicher macht und wird daher mit seiner Familie auf die Jungfernfahrt der Galatea, die nach dem Vorbild der Titanic gebaut wurde, eingeladen. Es soll eine besondere Reise werden, bei der sich die Passagiere wie zur Zeit der Titanic kleiden und die Gäste von Butlern betreut werden. Lou und Amy geniessen diesen für sie ungewohnten Luxus in vollen Zügen und sie finden auch schnell Anschluss. Doch wer ist der geheimnisvolle Junge, zu dem Lou eine ungewöhnliche Verbindung zu haben scheint? Sein Verhalten macht ihn immer wieder verdächtig und schon stecken Lou und ihre Freundin mitten in einem Abenteuer drin, mit dem sie nicht gerechnet hatten.

Mir erging es ähnlich wie den beiden Freundinnen: die Geschichte entwickelte sich für mich auf überraschende Weise, die ich so von der Kurzbeschreibung her nicht erwartet hätte. Das tat jedoch meinem Lesevergnügen keinen Abbruch – im Gegenteil. Die Geschichte wurde immer spannender und ist somit weit mehr als eine reine Liebesgeschichte.

Mich hat vor allem auch die altersgerechte Sprache überzeugt, mit der die Autorin die Geschichte auf frische und witzige Art erzählt. Auch die Romantik kommt sehr gut rüber, ohne zu kitschig zu werden. Der Plot ist in sich schlüssig, lässt allerdings einige Fragen offen. Da es sich jedoch um den Auftakt einer Trilogie handelt, kann ich gut verzeihen, dass uns die Autorin in dem einen oder anderen wesentlichen Punkt noch im Unklaren lässt.

Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung, denn ich muss unbedingt erfahren, was Lou und…. Nein, gespoilert wird natürlich nicht! Ich hoffe einfach, dass ich nicht zu lange auf die Folgebände warten muss, denn die Autorin hat mich hier definitiv am Haken.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Weit mehr als ein modernes Märchen

Blue Water
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Die kleine Meerjungfrau, die bereit ist für die Liebe alles aufzugeben hat mich schon als kleines Mädchen fasziniert. Kein Wunder also, dass die Kurzbeschreibung von "Blue Water: Wie die Luft zum Atmen" ...

Die kleine Meerjungfrau, die bereit ist für die Liebe alles aufzugeben hat mich schon als kleines Mädchen fasziniert. Kein Wunder also, dass die Kurzbeschreibung von "Blue Water: Wie die Luft zum Atmen" meine Neugier geweckt hatte. Ich war gespannt, ob eine Märchenfigur, die schon so viele Generationen in ihren Bann zog, auch heute noch zu überzeugen vermochte. So machte ich mich gespannt auf die Lesereise nach Hawaii, wo Marc, Sohn eines deutschen Meeresbiologen, mit seinem Vater und seinem Bruder lebt. Diesen jungen Mann konnte ich mir sofort gut vorstellen: ein typischer junger Mann von ca. 17 Jahren, braungebrannt - ein richtiger Surfer Typ und Mädchenschwarm eben und im ersten Moment vielleicht ein bisschen zu klischeehaft. Und dennoch passte er in das Bild, das die Autorin von Hawaii gezeichnet hat. Mir hat auch besonders gut gefallen, wie sie Marcs Empfindungen beim Surfen beschrieben hat. Wenn ich nicht so ein Angsthase wäre, hätte ich jetzt glatt Lust das Wellenreiten auszuprobieren.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis Marc auf turbulente Weise ein junges, geheimnisvolles Mädchen kennenlernt, das ihm nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht. Der Leser ahnt schnell, dass die beiden sehr viel verbindet und eigentlich zusammen gehören. Was jetzt sehr kitschig klingt, ist in Wahrheit eine moderne und gleichzeitig sehr gefühlvolle Geschichte, in der die Liebesgeschichte zwar einen wichtigen Teil ausmacht, in der jedoch der der Umweltgedanke im Vordergrund steht. Der Autorin ist es meiner Meinung nach perfekt gelungen, ein überaus wichtiges und brandaktuelles Thema mit Märchenelementen, etwas Mystik und einer großen Portion Realismus zu vermischen, ohne theatralisch oder gar rührselig zu werden. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich angezogen, so dass auch ein Lesesog entstand und ich das Buch jeweils nur ungern beiseite gelegt habe. Die Sprache ist klar und flüssig und der Plot bleibt trotz fantastischer Elemente in sich schlüssig.

Mein Fazit: Ja, Märchenfiguren können auch in einer modernen Welt bestehen, denn auch sie entwickeln und emanzipieren sich weiter, sofern die Autoren es erlauben. Anna K. Bellmanns Meermädchen ist jedenfalls genauso wie ich mir eine moderne Märchengestalt wünschen würde. Ich habe dieses Buch, das für mich ein zeitgemäßes Märchen und ein Umweltthriller für junge und junggebliebene Leser in einem ist, verschlungen und empfehle es sehr gerne weiter.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Düster und melancholisch

Das Labyrinth des Fauns
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Zum Inhalt
Das junge Mädchen Ofelia, ihre liebevolle Mutter, ihr böser Stiefvater, ein geheimnisvoller Wald und natürlich der Faun selber spielen in Cornelia Funkes „Labyrinth des Fauns“ die Hauptrollen. ...

Zum Inhalt
Das junge Mädchen Ofelia, ihre liebevolle Mutter, ihr böser Stiefvater, ein geheimnisvoller Wald und natürlich der Faun selber spielen in Cornelia Funkes „Labyrinth des Fauns“ die Hauptrollen. Der Faschist Vidal heiratet aus reinem Eigennutz Ofelias verwitwete Mutter und führt die beiden zu seiner Mühle, wo er mit seiner Truppe stationiert ist. Als Ofelia vor dem grausamen Stiefvater in den Wald flüchtet, öffnet sich ihr ein Reich voller magischer Wesen. Doch auch in dieser Welt gibt es Wunderbares und Grausames und der Weg, der zur Antwort führt, ob das Mädchen eine lang gesuchte Prinzessin ist, ist alles andere als leicht.

Mein Leseeindruck
Wie kann man ein Buch beschreiben, das einen fasziniert und einem gleichzeitig nachhängt? Ich will es versuchen…

Cornelia Funke, Märchen, Labyrinth, Faun…. Das waren magische Wörter, die mich wie das Licht die Motten anzogen. Und es hat auch nur ein paar wenige Zeilen gebraucht, bis ich in Cornelia Funkes neu geschaffene Literaturwelt eingetaucht war. Ihre Art zu erzählen und zu beschreiben ist für mich unnachahmlich und ich finde immer wieder wunderschöne Sätze, die mich tief drinnen berühren. Durch diese funkelnden Formulierungen, wie ich sie gerne nennen möchte, hatte ich erst gar nicht bemerkt, wie sich immer mehr ein grauer, düsterer Nebelschleier über die Protagonistin Ofelia, ihre Mutter, den geheimnisvollen Wald, ja gar über das ganze Buch legte.

Erst bei der ersten Gewaltszene, die mich in ihrer Brutalität kalt erwischte und erschütterte, habe ich die düstere Grundstimmung der Geschichte richtig wahrgenommen. Von da an konnte ich das Buch nur noch schwer als Jugendbuch einordnen. Empfehlen würde ich das Buch lieber erst ab 16 Jahren, da doch einige brutale Szenen sehr realistisch dargestellt sind. Zu meinem Bedauern gab es einige solcher für mich unfassbar grausamen Beschreibungen, die im krassen Gegensatz zu den bereits erwähnten funkelnde Formulierungen standen. Ich habe es zwar so verstanden, dass es möglicherweise die Absicht der Autorin war, diese Gegensätze hervorzuheben. Für meinen Geschmack hätte es jedoch viel subtiler sein dürfen.

Den Aufbau der Geschichte finde ich wiederum genial. Es werden Geschichten in der Geschichte erzählt, die Realität und die Phantasiewelt miteinander verschmelzen lassen. Die Figuren finden alle ihren zugewiesenen Platz und der Verlauf der Dinge ist in sich schlüssig. Der Schluss ist traurig und hoffnungsvoll zugleich. Dennoch lässt mich die letzte umgeblätterte Seite mit einem Schweregefühl auf der Brust zurück und ich muss gestehen, dass die Melancholie in dieser Geschichte überwiegt – eine berührende Melancholie, die mich zum Nachdenken anregt und ins Grübeln bringt.

Für mich ist „Das Labyrinth des Fauns“ ein sehr spezielles Leseerlebnis, dass sich nicht einfach in „gefällt mir“ und „gefällt mir nicht“ einordnen lässt. Obwohl der unvergleichliche Schreibstil und einige wunderschöne und lichtbringende Metaphern mich am Buch dran bleiben liessen, war es für mich alles in allem doch einen Hauch zu grau und zu düster. Die Melancholie, die ich nach dem Zuklappen des Buches empfand, hallte jedenfalls noch einige Zeit nach. Eines muss man jedoch der Autorin auf jeden Fall lassen: es ist ihr gelungen, mich tief innen zu berühren.