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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2023

Ab der 2. Hälfte lesenswert

Hanne. Die Leute gucken schon
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Hanne ist die Tochter von Romy, die im ersten Band die Hauptfigur spielte und nun vor den Herausforderungen einer neuen Zeit steht. Der Krieg und seine Folgen sind noch überall spürbar, aber es weht ein ...

Hanne ist die Tochter von Romy, die im ersten Band die Hauptfigur spielte und nun vor den Herausforderungen einer neuen Zeit steht. Der Krieg und seine Folgen sind noch überall spürbar, aber es weht ein neuer Wind.

Vieles Unbequeme von „gestern“ wird unter den Teppich gekehrt. Im Gegensatz zu ihrer Mutter ist Hanne ein stilles Kind, das viel denkt und mehr mitbekommt, als ihre Umgebung merkt. Sie verliebt sich in einen weitaus älteren Mann und sorgt so für Aufsehen und Tratsch.

Die erste Hälfte des Romans liest sich zäh, fand ich. Ganz anders als der erste Band, den ich ruckzuck las. Aber es lohnt sich weiter zu lesen, denn die zweite Hälfte ist richtig, richtig gut verfasst und die Geschichte wird spannend. Es finden sich Parallelen zu Romys Geschichte. Denn auch die Tochter hat kein Händchen, passende Männer aufzugabeln mitsamt der typischen Probleme, die dabei auftreten. Manches wird so ähnlich auch in anderen Romanen zu den 1950-er Jahren beschrieben. Bei manchen Szenen denkt man, muss das jetzt wirklich sein? Aber ja, es ist ein lesenswerter Roman – ab der zweite Hälfte.

Veröffentlicht am 26.01.2023

lieblos zusammengeklatscht

Herbstfreundinnen
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Mackenzies Leben scheint perfekt, da sie auf einem hoch angesehen Weingut lebt und arbeitet. Wenn da nicht die Tücken ihrer Beziehung wären. Ihr Ehemann will die Scheidung und ihre Schwiegermutter ist ...

Mackenzies Leben scheint perfekt, da sie auf einem hoch angesehen Weingut lebt und arbeitet. Wenn da nicht die Tücken ihrer Beziehung wären. Ihr Ehemann will die Scheidung und ihre Schwiegermutter ist eine Ziege. Einzig ihre schwester hält noch zu ihr. Die Fassade bricht zusammen.
Anders als bei typischen Malery-Romanen ist hier vieles unstimmig erzählt. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, viele Unsympathen und nur wenig sympathisch. Aber der Schreibstil ist es, der so ganz und gar untypisch ist: sehr zäh werden endlose Beschreibungen von Nichtigkeiten von nur kurzen Lichtblicken unterbrochen. Die Handlung ist überhaupt nicht glaubwürdig und leider taugt es damit auch nicht mal als Bettlektüre zum Einschlafen. Es wirkt lieblos zusammengeklatscht. Sehr schade!

Veröffentlicht am 26.01.2023

Wohlfühl-Liebesroman

Eine sanfte Brise Glück
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Lina bereitet sich darauf vor als Hotelmanagerin nach Arabien geschickt zu werden. Das würde ihr gut passen, denn sie hat Liebeskummer. Stattdessen landet sie an der Ostsee, in dem Ort, in dem ihre Tante ...

Lina bereitet sich darauf vor als Hotelmanagerin nach Arabien geschickt zu werden. Das würde ihr gut passen, denn sie hat Liebeskummer. Stattdessen landet sie an der Ostsee, in dem Ort, in dem ihre Tante eine kleine Pension führt. Sie soll dort ein Hotel wieder auf Vordermann bringen.

Bereits auf dem Weg dorthin nimmt sie einen Tramper auf, der sich später in ihr Leben schleicht. Und vor Ort ist auch alles anders als gedacht. Das betrifft ihren neuen Arbeitsplatz als auch das Leben ihrer Tante. Letztere braucht mehr Hilfe als geahnt und Linas Schwester kann ihre Hilfe gut gebrauchen. Dazu mischen noch die Jugendliebe und der nette Simon mit sowie etliche ansässige Hoteliers, die mit dem neuen Hotel und dem bisherigen Management unzufrieden sind. Viele Aufgaben warten auf Lina und damit eine wirklich amüsante Geschichte mit gut gesetzten Spannungsbögen, die oft auch zum Kichern einlädt. Ein wirklich gut geschriebener Wohlfühl-Liebesroman.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Zu banal verfasst

Die Herrin der Farben
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Anna Barbara Gignoux hat im 18. Jahrhundert tatsächlich gelebt und war die erste Frau Augsburgs, die ihre eigene Fabrik, eine Kattundruckerei, geleitet hat. Sie brachte sich selbst lesen und schreiben ...

Anna Barbara Gignoux hat im 18. Jahrhundert tatsächlich gelebt und war die erste Frau Augsburgs, die ihre eigene Fabrik, eine Kattundruckerei, geleitet hat. Sie brachte sich selbst lesen und schreiben bei, weil ihr Vater der Meinung war, das müssten nur Männer können. Ihre Mutter war der Meinung, das Frauen alles lernen können. Ein vielversprechender Auftakt:

Man lernt Anna zunächst als Mädchen kennen, die sich gerne beim Kattundrucker Gignoux herumtreibt und die sich dafür interessiert, wie Farben gemischt werden. Sie ist mit ihrem späteren Gatten Johann befreundet, der sie – typisch Junge – triezt, wo er nur kann. Was sie allerdings mit gleicher Münze zurück gibt. Später erstellt sie auf eigene Faust Modeln, deren Motive sie genau berechnet und die im Hause Gignoux für Erstaunen sorgen. Das ein Mädchen sowas kann…!
Als Johann von der Walz zurückkehrt, heiraten sie bald. Ab diesem Zeitpunkt wird der Roman schlaff und schafft es nur noch stellenweise zu unterhalten. Es folgt eine Art Aneinanderreihung dessen, was die aufkommende Fabrik und Annas Anteil daran ausmacht. Das Paar unterstützt sich gleichwertig und sie ruft einen Literatursalon ins Leben, den ersten Augsburgs. Aber die Geschichte dazu und die Art, wie sich die Augsburger Gesellschaft veränderte, inhaltlich wuchs und was Anna und dieses Ehepaar ausmachte – das plätschert vor sich hin. Man hätte mehr daraus machen können. Mit dem Tod Johanns und dem zweiten Gatten hätte die Geschichte Fahrt aufnehmen müssen, aber nein. Leider nicht. Dabei möchte man diesen von Georg Christoph Gleich am liebsten mit Besen aus dem Haus jagen. Anna wird im Roman immer blasser und es wirkt unglaubwürdig, dass sie am Ende die Fabrik doch alleine führt und wie. Dabei ist vieles davon historisch verbürgt. Nur bleibt die Hauptfigur in diesem Roman seltsam blass und das, was sie ausmachte, leider auch. Und auch der Titel passt nur am Anfang. Später spielen die Farben, ihre Zusammensetzungen oder Herkunft, keine Rolle mehr. Dabei wäre auch das hochinteressant gewesen.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Amüsant

Winterküsse unterm Nordstern
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Charlotte hat sich von ihrem egozentrischen Lebensgefährten getrennt und folgt dem Rat ihres finnischen Großvaters: Immer dem Nordstern folgen. Es treibt sie nach Finnland, in ein touristisches Weihnachtsdorf ...

Charlotte hat sich von ihrem egozentrischen Lebensgefährten getrennt und folgt dem Rat ihres finnischen Großvaters: Immer dem Nordstern folgen. Es treibt sie nach Finnland, in ein touristisches Weihnachtsdorf und in ein Arbeitsleben als Weihnachtselfe.

Das Leben in diesem Dorf bekommt man als Leserin hautnah mit. Denn die Elfe Charlotte steckt mittendrin. Sie ist quasi eine Art Wegweiserin und hilft Touristen das für sie richtige vor Ort zu finden. Eines Tages steckt ihr ein Mädchen einen Brief an den Weihnachtsmann zu und sie liest ihn. Dadurch bekommt sie auf Umwegen Zugang zum eigenbrötlerischen Rentierzüchter Eljas und wird mit ihm und seiner Tochter vertraut. Abgesehen davon hat Charlotte ein reges, eigenes Leben. Denn sie fühlt sich in ihrer neuen Umgebung pudelwohl. So erhält man Einblicke in das finnische Landleben und soziale Gefüge.
Es ist ein seichter, weihnachtlicher Liebesroman mit den typischen Höhen und Tiefen. Sehr herzlich erzählt Larsen, wie es Eljas und Charlotte ergeht, und lässt das winterliche Finnland vor dem inneren Auge aufleben. Man kann sich alle Figuren sehr gut vorstellen, wie sie denken, agieren und auch ungefähr, wie es dort wohl aussehen mag. Ein Roman, der einige Stunden die echte Welt vergessen lässt. Kurzweilig und amüsant.

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