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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2022

Mit Tiefgang zum Wohlfühlen!

Ein Sommer an der Schlei
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Hanna ist auf einem Tiefpunkt angelangt: ihr Vater verstarb vor einem halben Jahr, ihre Tochter nabelt sich ab, ihr Mann verließ sie für eine Jüngere und bekommt mit ihr ein Baby, und ihre Kreativität ...

Hanna ist auf einem Tiefpunkt angelangt: ihr Vater verstarb vor einem halben Jahr, ihre Tochter nabelt sich ab, ihr Mann verließ sie für eine Jüngere und bekommt mit ihr ein Baby, und ihre Kreativität lässt sie auch noch im Stich. Im Sommer will sie sich um das alte Haus an der Schlei ihres Vaters kümmern. Behalten oder Verkaufen?

Man ahnt zwar, wie es ausgehen könnte – zumal ganz am Anfang ihrer Fahrt an die Schlei ein Mann ins Spiel kommt. Aber die Geschichte schlägt mehrere kleine Wellen, bis sie an den Strand lecken und sich entscheiden: bleiben oder…? Mehrere Optionen scheinen möglich und Inken Bartels beherrscht die Kunst des Erzählens und in den Bann des Buches locken. Ich versank für einige Stunden am Strand in dieser Geschichte. Die beileibe nicht so seicht ist, wie ihr Titel vermuten lässt, sondern ein wenig Tiefgang aufweist. Neues über die Gegend zwischen Schleswig und Kappeln habe ich auch gelernt, unter anderem den Begriff „Ponysekt“. Sowas mag ich ja gerne!
Dazu kommen ein etwas skurriler Dorfpolizist, der im Privatleben seine alte Scheune für Partys umfunktioniert hat, ein Bootsbauer, den ich mir sofort bildlich vorstellte, sowie einige alte Weggefährten von Hannas Vater. Dazu kommt noch ein Geheimnis, das lange unter den Teppich gekehrt wurde, und durch ein altes Boot wieder zutage tritt.
Ein richtiger Schmöker, ideal, um einige Stunden geistig an der Schlei zu verbringen und erholt wieder „aufzutauchen“!

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Veröffentlicht am 13.07.2022

Lässt nach

Fischbrötchen und Schokoküsse
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Marlene lebt mit über zwanzig Jahren noch behütet bei den Eltern und arbeitet bei einer Immobilienverwaltung. Als sie gekündigt wird, kommen ihre Eltern auf die Idee, dass sie jetzt schon lange genug bei ...

Marlene lebt mit über zwanzig Jahren noch behütet bei den Eltern und arbeitet bei einer Immobilienverwaltung. Als sie gekündigt wird, kommen ihre Eltern auf die Idee, dass sie jetzt schon lange genug bei ihnen wohnen würde. Wie gut, dass ihre Freundin Anni mit einem Job in Eckernförde winkt!

Der vierte Roman rund um die Satelliten von Cafébesitzerin Anni und ihren Freund Kjell in Eckernförde ist immer noch angenehm zu lesen und bisweilen witzig. Im Gegensatz zu den drei Vorgängern, die wie dieses alle einzeln für sich gelesen werden können, gefiel mir diese Geschichte nicht so gut. Und zwar, weil die Hauptfigur Marlene eine ziemlich tolpatschige und überängstliche Person ist. Sie wirkt wie ein Küken, dass sich unter den Fittichen ihrer Mutter verstecken möchte und nicht wie eine erwachsene, junge Frau. Marlene hat ihr Studium abgeschlossen und bereits einige Jahre Berufserfahrung hinter sich. Ich fand sie als Figur niedlich, wurde mit ihrem chaotischen Verhalten allerdings so gar nicht warm. Zudem gerät sie in Eckernförde laufend in spezielle Situationen. Mal zerkratzt sie sich die Beine an Brennnesseln, dann klettert sie durch eine Hecke statt dem Pfad zum Strand einfach zu folgen. Das wirkt nicht komisch, sondern verwunderlich. Dazu kommt der dreißigjährige Neffe ihrer neuen Chefin, der von einem Extrem ins andere fällt. Sein ziemlich schlechtes Benehmen samt pubertierender Sprüche ging mir auf die Nerven. Er soll sich ein bisschen um Marlene kümmern. Das tut er auch, schwankt aber zwischen fürsorglichem und schnodderigem Verhalten.
Mir fehlten auch ein paar Beschreibungen, wie es vor Ort aussieht. Wie weit das Gut von Eckernförde ungefähr entfernt ist. Und auch die Einbindungen andere Figuren aus diesem „Fischbrötchen-&-Universum“.

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Veröffentlicht am 13.07.2022

nett

Alpen, Männer und andere Hindernisse
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Ulrich ist ein wahrer Macho, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und sein Gefolge umfasst seine zwei engsten Mitarbeiter. Von denen einer der Bruder seiner Freundin Tina ist. Und es liebt, sexuelle ...

Ulrich ist ein wahrer Macho, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und sein Gefolge umfasst seine zwei engsten Mitarbeiter. Von denen einer der Bruder seiner Freundin Tina ist. Und es liebt, sexuelle Anspielungen in ihrem Beisein los zu werden. Tina hat noch die rosarote Brille auf und möchte gerne von Ulrich die Ehe angetragen bekommen. Damit es dazu kommt, hat sie sich etwas ausgedacht:

Eine Tour mit dem Fahrrad über die Alpen und am Ende einen Cocktail mit Blick auf den Sonnenuntergang am Gardasee. Dumm nur, dass Unternehmensberater Vinz genau so eine Tour mit ihrem Ulrich samt Gefolge durchführen will. Und Ulrich Tina einfach mitnimmt. Und spätestens da beginnen die Herausforderungen.
Troi schreibt normalerweise wunderbare Regionalkrimis mit teils kauzigen Charakteren. Dieser Roman ist eine Liebesgeschichte mit eigentlich nur einer einzigen Verstrickung, die jedoch ziemlich lang gezogen wird. Aufgelockert durch eine beginnende neue Verliebtheit, einen eifersüchtig werdenden Ulrich und die teils sehr ätzenden Bemerkungen seines Gefolges gegenüber Tina. Der langsam, aber sich die Augen aufgehen. Dazu kommt die Perspektive von Vinz, der in Köln arbeitet und eigentlich aus Südtirol kommt und dort eh seine Familie besuchen will.

Die Geschichte ist kurz, überschaubar und bietet für einige Stunden vergnügte Lektüre.

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Seahorse – Der Gesang der Wasserpferde

Seahorse - Der Gesang der Wasserpferde
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Die schottische Legende rund um die Each Uisge, die Wasserpferde, wird in diesem Jugendroman aufs Korn genommen. Und mit der aktuellen Zeit verwoben. Denn wer glaubt heute noch, dass es Feen gibt, die ...

Die schottische Legende rund um die Each Uisge, die Wasserpferde, wird in diesem Jugendroman aufs Korn genommen. Und mit der aktuellen Zeit verwoben. Denn wer glaubt heute noch, dass es Feen gibt, die in der Gestalt von Schimmeln

junge Frauen verführen und mit ihnen auf Nimmerwiedersehen ins Meer galoppieren? Eben. Shonas Mutter verstarb auf ominöse Weise, ihr Leichnam wurde nie gefunden, es gibt kein Grab. Ihr Vater kommt mit seiner pubertierenden Tochter gar nicht klar, sie haut ständig über die Stränge. Und schickt sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel. Dessen Söhne sie tierisch ärgern. Unter anderem nutzen sie es schamlos aus, dass sich Shona nicht mit Pferden auskennt und lassen sie die Ponys der Familie abends gerne alleine in den Stall bringen. Die wiederum merken natürlich ihre Unsicherheit im Umgang mit ihnen. Aber sie lernt einen Jungen kennen, der ihr hilft und ein fremdes Pferd. Einen großen Schimmel, der sie neugierig beäugt und immer nur dann zu ihr kommt, wenn kein anderer Mensch in Riech- und Sichtweite ist. Sie freunden sich an. Allerdings ist der Junge nie da, wenn der Schimmel kommt. Und allmählich merkt man, dass da noch was hinter steckt.
Es ist kein mystischer Roman. Eigentlich ist alles ziemlich bodenständig. Aber die Hinweise auf die Wasserpferde verdichten sich zunehmend. Die Familie warnt davor nicht in den Nebel zu gehen oder bestimmte Unternehmungen zu unterlassen. Es wird weder gruselig noch schlimm. Die Autorin behandelt diese Legende locker-leicht und lässt das Buch mit einem echten Cliffhanger enden. Bin gespannt auf den zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Déja-lu-Gefühl

Im Schatten der Olivenbäume
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Ein Landgut in der Toskana erben – wer möchte das nicht? Christina zum Beispiel. Sie ist in dem Glauben aufgewachsen, ihr Vater wolle sie nicht. Ihr Vater war Fabrizio, der sie in den 1970-er Jahren in ...

Ein Landgut in der Toskana erben – wer möchte das nicht? Christina zum Beispiel. Sie ist in dem Glauben aufgewachsen, ihr Vater wolle sie nicht. Ihr Vater war Fabrizio, der sie in den 1970-er Jahren in Lüneburg zeugte.

Aber seine eigene Mutter in Italien war ihm wichtiger als seine Partnerin in Deutschland. Christina lernte ihn nie kennen und ihre Mutter verheimlichte ihr seine Bemühungen, sein Kind kennenzulernen. Das erfährt man peu á peu später.
In der Toskana ergeben sich kleine Schwierigkeiten und Reibereien, denn sie erbt zwar, aber nur die Hälfte des Gutes. Vor Ort lebt eine gewitzte Alte, ein junger Landwirt und eine Bedienstete, die um ihre Stelle fürchtet. Sie alle versuchen miteinander klarzukommen und das Beste für sich (und teilweise für das Gut) aus der Situation heraus zu holen. Nebenbei entwickelt Christina noch anderes als Ressentiments gegen den letzten Willen ihres Vaters, das Land und Gianmarco, der eigentlich – also so ganz insgeheim jedenfalls – gar nicht so übel ist.

Es ist ein leicht zu lesender Roman. Einer, der mir vage bekannt vorkam. Entweder ist es eine Neuauflage oder der Inhalt ist einem anderen Roman reichlich ähnlich. Das déjà-lu blieb während der gesamten Lesezeit.

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