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Veröffentlicht am 29.10.2018

Benötigt etwas, um in Fahrt zu kommen

Pure Desire - Nur du
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Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Eltern hat Liz gemeinsam mit ihren Schwestern das große Familiengrundstück am Lake Tahoe übernommen. Es ist der Ort ihrer Kindheit, der Ort, der ihre Erinnerungen konserviert. ...

Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Eltern hat Liz gemeinsam mit ihren Schwestern das große Familiengrundstück am Lake Tahoe übernommen. Es ist der Ort ihrer Kindheit, der Ort, der ihre Erinnerungen konserviert. Aber auch die idyllische Gegend, die naheliegende Bucht und die Ruhe, die man hier genießen kann, sind den Geschwistern wichtig. Liz ist die älteste der Schwestern. Sie hält die Familie zusammen und ist sozusagen der Fels in der Brandung. Ganz besonders kümmert sie sch um das Nesthäkchen Amber, die immer wieder rebelliert. Lizs größte Sorge sind jedoch die Schreiben einer Immobilienfirma, die ihr Interesse an dem Anwesen schon mehrfach bekundet hat. Sie wollen das Haus abreißen und ein großes Hotel aufziehen.
Liz weiß, dass das Einkommen, das sie im familieneigenen, leicht kränkelndem Restaurant bezieht niemals reichen wird, um die Hypotheken, die noch auf dem Grundstück liegen, abzubezahlen.

Die alltäglichen Sorgen versucht Liz zu verdrängen, die anstehenden Probleme so gut es geht zu lösen. Als eines Tages in dem Diner ein gutaussehender Mann erscheint, fasst sie sich ein Herz. Der Neuling sitzt genau unter „Ben“, dem ausgestopften Hirsch. Ein Zeichen, dass es zu nutzen gilt. Denn Ben dient dem Diner nicht nur als Maskottchen. Wer darunter sitzt, der fängt sich darüber hinaus einen Kuss der Bedienung ein. Kurzerhand entscheidet sich Liz, dem Fremdem die Tradition des Hauses nahezubringen.

Der Kuss ist der Beginn einer leidenschaftlichen Affaire. Doch Liz weiß, dass Cole, der Mann, an den sie ihr Herz verschenkt, nicht für immer in der Gegend bleiben kann. Und dann gibt es da noch Amber, Lizs kleine Schwester, die bislang immer alles daran gesetzt hat, potentielle Freunde ihrer Schwester mit ihren fiesen Streichen und Hassattacken zu vertreiben.



Im Detail:

Mia Williams beginnt ihren Reihenauftakt von Pure Desire mit der Geschichte der ältesten von fünf Schwestern. Liz trägt eine Menge Verantwortung auf ihren Schultern. In ihrem Alltag beschäftigen sie Sorgen um den Erhalt des familieneigenen Anwesens und um das Wohlergehen der Geschwister. Ganz besonders die Zukunft der kleinen Schwester macht ihr zu schaffen. Diese rebelliert auf ihre Weise gegen das bürgerlich brave Leben und sabotiert die Beziehungen ihrer Schwester systematisch.

Gleich zu Beginn des Buches trifft Liz auf den gutaussehenden Cole, der eigentlich nur einen kleinen Snack in dem Diner genießen wollte, in dem Liz arbeitet. Doch dieser erste Kuss ist es, der bei beiden den Wunsch nach einem weiteren Treffen weckt.

Schon schnell ensteht also eine Beziehung der besonderen Art. Gleich beim nächsten Treffen kommen Cole und Liz voll zur Sache. Es wird nicht groß geredet, es wird geküsst. Beim dritten Date geht es dann schon einen Schritt weiter. Dadurch, dass der Leser auf den ersten Seiten noch nicht viel über die Protagonistin, über ihre Geschwister, ja über die Handlung der Geschichte selbst erfahren hat und dadurch, dass die Beziehung zwischen Cole und Liz so einen rasanten Start hinlegt, fällt es leider sehr schwer, eine Bindung zu den Charakteren und zu der Geschichte als solcher aufzubauen.

Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, wo die Spannung bleibt oder ob die Handlung noch ein wenig in die Tiefe gehen wird. Leser, denen es ähnlich geht, sollten sich in Geduld üben. Gegen Mitte des Romans nimmt das Tempo zu. Es erscheint ein fremder Mann am gegenüberliegenden Ufer der Bucht, der Liz zu beobachten scheint. Die Frage, wer der Fremde ist, drängt sich in den Vordergrund. Auch merkt man durch kleine Andeutungen im Roman schon früh, dass Cole vielleicht noch ein Geheimnis haben könnte. Auffällig ist, dass Lizs angehende große Liebe immer wieder abprupt von einem Date verschwindet. Dass seine Gedanken gelegentlich abzuscheifen drohen. In diesen Momenten wirkt Cole angespannt. Wenn Liz ihn das nächste Mal wiedersieht, ist er gelöst und tut, als wäre nichts gewesen. Die Frage, was Cole beschäftigt, welches Geheimnis er mit sich trägt, wird zum Thema.

Genauso, wie der Handlungsstrang seine Zeit braucht, um sich zu entfalten, so benötigen auch die Charaktere viele Seiten, um dem Leser ans Herz zu wachsen. Für mich blieben Fiona und Hazel sowie Grace auch über die Seiten hinweg eher blass. Amber jedoch gewinnt immer mehr an Tiefe. Auf den ersten Blick wirkt das Mädchen mit ihrer herrischen Art vielleicht unsympathisch. Aber gerade diese Ecken sind es, die sie auch so interessant machen. Auch bei Cole wird erst im Laufe der Geschichte Gewicht auf Charakterentwicklung gelegt. Anfangs bekommt Liz einfach einen neuen Love Interest an die Seite gestellt. Doch seine Art, sich nicht abwimmeln zu lassen und die Dinge, die er für Liz und ihre Schwestern tut, geben ihm nach und nach immer mehr Kontur.



Fazit:

„Pure Desire – Nur du“ ist der Auftakt einer Buchreihe um die älteste der am Lake Tahoe ansässigen fünf Schwestern, Liz. Diese versucht, sich und ihre jüngeren Geschwister auf dem rechten Weg und finanziell über Wasser zu halten.
Eine willkommene Abwechslung bietet der plötzlich im Diner auftauchende gut aussehende Cole. Es entsteht eine Liason zwischen den beiden. Anfangs bewegen wir uns noch ein wenig sprunghaft von Figur zu Figur, da etliche Charaktere eingeführt werden müssen. Es geht darum körperliche Intimität zu zelebrieren. Charakterentwicklung und Handlungsführung müssen sich auf die Prämisse ausrichten. Erst ab der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte an Fahrt auf.

Pure Desire – Nur du ist in sich abgeschlossen. Leser, die sich in Geduld üben, werden mit einer schönen Lovestory, einer überraschenden Wendung und Spannung im zweiten Teil des Buches belohnt.



Buchzitate:

Ich bin große Schwester, Managerin eines Diners, jemand, der damit kämpft, die laufenden Rechnungen zu bezahlen und der den Lake Tahoe über alles liebt. Ich habe noch nie ein Geheimnis gehabt und erst recht kein solches, aber es reizt mich, für Cole eine Ausnahme zu machen.

Veröffentlicht am 25.10.2018

Japanisches Setting

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Inhalt:

Mariko befindet sich auf dem Weg zum Palast, um dort ihren zukünftigen Gemahl, den zweiten Sohn des Kaisers, Prinz Raiden, kennenzulernen. Schon von Anfang an, stand diese Reise unter einem schlechten ...

Inhalt:

Mariko befindet sich auf dem Weg zum Palast, um dort ihren zukünftigen Gemahl, den zweiten Sohn des Kaisers, Prinz Raiden, kennenzulernen. Schon von Anfang an, stand diese Reise unter einem schlechten Stern. Die Gruppe war zu spät aufgebrochen und hatte zu oft angehalten. Erst bei Anbruch der Nacht erreicht der Geleitzug den Jukaiwald, in dem angeblich Dämonen hausen. Die Gruppe ist besorgt. Dennoch entscheidet sich Mariko für die Weiterreise. Eine schlechte Idee, wie sich herausstellt. Zuerst merkt Mariko nur, wie ihre Sänfte abrupt zum Stillstand kommt. Sie hört, wie die Pferde nervös schnauben. Plötzlich und unvermittelt schlägt ihr Kopf gegen das Holz der Trage, worauf sie die Besinnung verliert.

Kurze Zeit später begreift Mariko was geschehen ist. Es war ein Überfall von Wegelagerern. Mariko meint, dass es sich um die Mitglieder des Schwarzen Clans handeln muss, die hier ihr Unwesen treiben. Überraschend und mit ein wenig Glück gelingt ihr die Flucht. Doch Mariko ist sich sicher, dass die Männer kein Diebesgut wollten, sondern ihr nach dem Leben trachten.
Sie fasst den Entschluss herauszufinden, wer hinter dem brutalen Mordanschlag steckt und heuert schließlich, als Mann verkleidet beim Schwarzen Clan an.



Im Detail:

Mit ihrem neuen Roman „Das Mädchen aus Feuer & Sturm“ begibt sich die Autorin Renée Ahdieh nach Japan. Das Land der Ninjas, der Samurais und Geishas. Ein alphabetisches Glossar zu Moden und Traditionen sowie Figuren führt durch das Dickicht der fremden Kultur und erklärt Begriffe wie Umeshu, Kosode, Hakama oder Tabi.

Gleich zu Beginn ereignet sich mit dem Überfall des Schwarzen Clans auf den Geleitzug der zukünftigen Kaiserlichen Braut in eine sehr spannende Szene. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte lässt diese Spannung nicht nach.

Der weitere Verlauf des Buches führt an den Kaiserhof. Dort wird der Leser in die höfischen Intrigen und Machtspiele hineingezogen. Themen dort sind die Tragödien der Macht, die Selbstinszenierungen des Hofes und die Phänomenologie des Bösen.

Erwartet habe ich, bei einer Geschichte aus der Feder der Autorin auch eine kleine Liebesgeschichte. Diese bleibt jedoch lange Zeit verborgen. Es geht eine ständige Gefahr von dem Anführer der Gruppe, Ranmaru und seinem besten Freund, dem auf den ersten Blick sehr träge wirkenden, Õkami aus. Mariko ist, das musste sie bald feststellen, nicht nur ein Rekrut, sondern zugleich auch eine Gefangene. Eine Flucht, ein falscher Schritt und jedes Mitglied des Clans würde sie sofort töten wollen. Und dennoch können diejenigen von euch, die eine kleine Liebesgeschichte in einem Fantasyroman zu schätzen wissen, aufatmen. Es wird sie geben. Doch wer mit wem und wohin das alles führen wird, das verrate ich an dieser Stelle nicht.

Neben dem Gesichtskreis von Mariko, aus deren Sicht man den Erlebnissen innerhalb der Gemeinschaft des Schwarzen Clans folgt, gibt es auch eine zweite Perspektive, auf der jedoch eher selten der Fokus liegt. Kenshin, der Bruder von Mariko, der auch der Drache von Kai genannt wird, ist auf der Suche nach seiner Schwester. Es ist bald ersichtlich, dass der Krieger alles tun würde, um seine Schwester zu finden und um sich sodann für den Überfall zu rächen. Einerseits hofft man als Leser, dass Kenshin dieses Vorhaben gelingen wird. Ohne Zweifel wird seine Rache blutig sein. Doch andererseits würde Mariko damit der einzige Weg verwehrt bleiben, als Heldin aus der Geschichte hervorzugehen und damit ihre Ehre gegenüber dem Kaiser und der Familie wieder herzustellen. Der latente Zielkonflikt der Geschwister sorgt für weitere Verwicklungen.



Fazit:

Der Auftakt der neuen Fantasyreihe von Renée Ahdieh, „Das Mädchen aus Feuer & Sturm“, überzeugt mit einem Ausflung in die japanische Kultur, die sich von jener des Abendlandes deutlich unterscheidet, starken Charakteren und einem spannenden Plot.
Positiv sind auch die sehr authentischen historischen Details, die Renée Ahdieh in die Geschichte einbaut, hervorzuheben. In diesen verliert sich die Geschichte allerdings auch stellenweise.
Vielleicht ein Nachteil, wenn man eine rasante Erzählung schätzt.

Mit Mariko begegnet der Leser einer mutigen Protagonistin, die ein Schicksal als Opfer nicht akzeptieren will. Dadurch, dass sie auf Charaktere wie den Clananführer Ranmaru, der keine Sekunde zögern würde, einen Verräter umzubringen und seinen zwar auf den ersten Blick träge wirkenden, aber sehr klugen Freund Õkami trifft, gerät sie jedoch oft auch an ihre Grenzen.

Die Figuren werden ausagiert, die Handlung darüber hinaus durch einen Nebenplot unterstützt.
Dieser wird aus der Sicht des gefährlichen Bruders von Mariko erzählt. Besonders anschaulich schildert Renée Ahdieh die Intrigen am Kaiserhof. In einer sorgfältig gemischten Melange aus Dichtung und historischer Wahrheit.

Eine Geschichte von schicksalhaften Lebenswegen mit einer starken Frauenfigur und einer gehörigen Portion Exotik.



Buchzitate:

Eine Wolke gelber Schmetterilnge waberte über den weißen Kies vor ihm. Sie flogen in einem Luftwirbel, rollten sich zusammen und dehnten sich wieder aus wie ein schlagendes Herz.

Veröffentlicht am 18.10.2018

Ein sehr spannender Reihenauftakt

Spiel der Macht (Die Schatten von Valoria 1)
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Inhalt:

Als Tochter des Generals ziemt es sich für Kestrell nicht, Ausflüge ohne Begleitung zu machen. Doch Kestrell ist kein Mädchen, dass den Wünschen und Erwartungen aller entspricht. So ist sie an ...


Inhalt:

Als Tochter des Generals ziemt es sich für Kestrell nicht, Ausflüge ohne Begleitung zu machen. Doch Kestrell ist kein Mädchen, dass den Wünschen und Erwartungen aller entspricht. So ist sie an einem Tag gemeinsam mit ihrer Freundin Kess auf dem örtlichen Markt unterwegs. Ein Zufall will es, dass die Beiden beim Schlendern an einen Platz gelangen, auf dem Sklaven versteigert werden.
Gerade wird ein muskulöser Junge angepriesen. Sein Körper ist übersät von blauen Flecken und dennoch scheint sein Blick nicht gebrochen. Ganz im Gegenteil. Man sieht dem Sklaven an, dass er Ärger bedeuten und nur schwer zu bändigen sein wird. Der Auktionator ist Schauspieler, Marktschreier und Scharlatan zugleich. Dennoch werden nur zögerlich erste Gebote abgegeben.
Vielleicht ist es Mitleid, vielleicht ist es aber auch der Zorn darüber, wie ein Menschenleben hier verramscht wird, sobald jedenfalls der Auktionator dem Sklaven befiehlt, dem Publikum seine schöne Singstimme zu präsentieren, beginnt Kestrell mitzubieten.

Wenig später kehrt Kestrell mit dem Neuerwerb namens Arin heim. Dieser, ungebeugt, ungezähmt und ungebrochen, erscheint jetzt wie ein unheilsschwangerer Spontankauf.

Neben ihren täglichen Sorgen, den ungeliebten Rollenerwartungen der Familie und der Gesellschaft, hat Kestrell nun also noch ein anderes Problem am Hals: Arin muss im Haushalt integriert werden, vor allem aber übt er aber eine beinahe magische Anziehung auf sie aus.


Im Detail:

Schon gleich nach der Ankunft auf dem Anwesen des Generals von Valoria checkt Arin die örtlichen Gegebenheiten seiner neuen Heimats- und Arbeitsstätte mit fachkundigem Blick ab. Sehr schnell wird man als Leser misstrauisch. Was führt der Sklave im Schilde?

Kestrell, die eigentlich eine sehr gute Menschenkenntnis besitzt, sieht die Gefahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Kestrell und Arin geraten manchmal aneinander, denn beide scheuen nicht davor einander die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Dies schätzt Kestrell. Auch was ihr Lieblingsspiel betrifft, hat sie nunmehr einen würdigen Gegner gefunden.
Vermutlich sind es diese kleinen Dinge und auch ein wenig Kestrells Hang dazu, impulsive Entscheidungen zu treffen, die sie dazu treiben, den Sklaven immer öfter für Begleitdienste auszuwählen.

Durch die Zeit, die Kestrell und Arin miteinander verbringen, entstehen zwangsläufig Gefühle füreinander. Vertrauen entwickelt sich nur gemächlich. Anfängliche Ablehnung weicht aber bereits sehr schnell Neugier.
Die Beziehung ist schlüssig und glaubwürdig in Worte gefasst. Nicht selten spürte ich als Leser die Freude darüber, wenn beide einen Schritt aufeinander zugemacht haben. Natürlich war jedes geteilte Geheimnis ein Zugeständnis und zugleich auch ein Risiko.

Das Buch ist auch die Geschichte einer durch Verfehlungen und Missverständnisse gekennzeichneten Vater-Tochter-Beziehung. Kestrells taktisches und strategisches Talent sind es, die eine wertvolle Ergänzung für die eigenen Truppen wären. Kestrells mangelndes Talent im Umgang mit Waffen sowie die Liebe zur Musik stehen diesen Plänen ebenso entgegen, wie die Tatsache, dass sie einfach keine Lust hat, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Diese gegensätzlichen Hoffnungen und Wünsche sorgen jedoch nicht für einen Zwist zwischen Vater und Tochter. Ganz im Gegenteil. Kestrell weiß, was von jedem Valorianer verlangt wird. Die Alternative ist eine frühe Ehe. Die Deadline für ihre Entscheidung ist bald abgelaufen.

Die Frage, wofür sich Kestrell entscheiden wird, für eine Laufbahn beim Militär oder eine Ehe und Kinder, sorgt für zusätzliche Spannung im Roman. Aber auch die jüngsten Ereignisse wie der Selbstmord des Hauptmanns der Garde, bereiten dem General und somit auch seiner Tochter bald schon ernste Sorgen.


Fazit:

Marie Rutkoski „Spiel der Macht“ ist schon wieder so ein Buch, dass die Nachttischlampe bis in die Morgenstunden brennen lies, weil man es einfach nicht beiseite legen konnte.
Die Geschichte ist spannend, glaubwürdig und so vollkommen frei von reißerischen Übertreibungen.
Für mich ein grandioser Reihenauftakt mit einer scharfsinnigen und starken Protagonistin.
Anhand der verbotenen Beziehung des Paares wird das beidseitige Dilemma, werden Generationenunterschiede, Klassenunterschiede und Gegensätze offenbart.
Man kann nur hoffen, dass die weiteren Bände bald auf dem deutschen Buchmarkt verfügbar sein werden.


Buchzitate:

Ihr Ton war höflich, aber das „bitte“ knirschte. Es war eine Lüge, es sollte vortäuschen, das ihre Worte kein Befehl waren. Es war eine glänzende Schicht auf Farbe auf einem Gefängnis.

„Nun ja.“ Sein Lächeln war schwach, aber es war da. „Ich nehme an, keiner von uns beiden ist so geworden, wie man es von uns erwartet hat.“

Veröffentlicht am 11.10.2018

Ein schönes Übungsbuch für Anfänger

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens
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Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem kurzen Abschnitt über die Schriftgrundlagen. Hier werden Fragen wie „Was ist eine Serife, was bedeutet Sans Serif und was ist ein Haarstrich“ geklärt. Auch die Basics ...



Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem kurzen Abschnitt über die Schriftgrundlagen. Hier werden Fragen wie „Was ist eine Serife, was bedeutet Sans Serif und was ist ein Haarstrich“ geklärt. Auch die Basics werden aufgegriffen. Was ist Faux Calligraphy und wie bekomme ich den „verstärkten Abstrich“ am besten hin? Zwei Seiten stellen Materialien wie Stift und Papier vor. Du brauchst wirklich nicht viel, wenn du das erste Mal mit dem Handlettering beginnen möchtest.

Es folgen einige Seiten, auf denen das kleine Alphabet geübt werden kann. Großzügige Übungsfreiflächen laden zum direkten Lettering im Buch ein. Im Anschluss an die sich wiederholenden Übungen erhältst du dann zusätzlich eine kurze Übersicht des Alphabetes.

Auf den weiteren Seiten erklärt die Autorin, wie man Buchstaben am besten verbindet. Wann kannst du den Stift absetzen, welche Buchstaben solltest du am besten in einem Zug lettern? Das Lettern von mehreren Buchstaben im Verbund ist, gerade am Anfang, nicht einfach. Mit Hilfe von einigen Übungsaufgaben, die du ebenfalls direkt im Buch ausführen kannst, wirst du dieses neuerworbene Wissen ausführlich vertiefen können.

Bounce Lettering bzw. das Tanzen der Buchstaben sieht oft richtig schön aus. Wer sich schon mal daran versucht hat, wird feststellen, dass es gar nicht so einfach ist. Wie bei vielem im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister. An Beispielwörtern kannst du deine Fähigkeiten auch auf diesem Gebiet schulen.


Ein optisch ansprechendes Lettering wird oft durch die Kombination verschiedener Schriftarten geschaffen. Die Autorin stellt in ihrem Buch vier Alphabete vor und zeigt dir, wie du sie mit einem kleinen Trick optisch noch ein wenig aufhübschen kannst.

Weiterhin findest du neun Schmuckelemente zum Verzieren von Letterings und ein paar Anregungen für schlichte Schnörkel, die deinem Lettering das gewisse Etwas verleihen werden.

Wie gelingt dir ein schlichtes, aber wirkungsvolles Lettering? Kombiniere die Worte optisch ansprechend, verwende verschiedene Schriftarten und setze vielleicht noch ein kleines Schmuckelement als Eyecatcher in die Ecke. Schon hast du ein perfektes Lettering erschaffen. Das ist manchmal einfacher gesagt als getan. Beispiele und Schritt-für-Schritt-Erklärungen der Autorin werden dir helfen von einer Skizze zum Bild zu gelangen.


Großzügige Übungsseiten am Ende des Buches helfen dir ein paar kurze Sätze nachzulettern und damit den Stil der Autorin noch einmal zu vertiefen.


Aufmachung:

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens kommt in einer sehr edelen und zugleich stabilen Aufmachung daher. Mit einem Format von 24,5 x 24,5 cm ist das Buch relativ groß, aber zugleich auch nicht unhandlich. Eine hochwertige goldene Spiralbindung nebst goldener Schmuckkanten machen dieses Buch zum optischen Highlight im Buchregal und zum perfekten Geschenk.


Eigene Meinung:

Als ich das Buch ausgepackt habe, war ich begeistert von der schönen Aufmachung des Buches. Auch der Letteringstil der Autorin, die unter dem Pseudonym Chalkfulloflove zeichnet, gefiel mir auf den ersten Blick sehr.

Ein flüchtiger Blick ins Buch offenbart bereits, dass es hier sehr viele Übungsseiten/Leerseiten gibt, auf denen der Leser direkt mit dem Lettering beginnen kann.

Kniffe und theoretische Grundlagen findet man in diesem Buch leidlich vor. Vielmehr setzt die Autorin auf Best practice-Beispiele, denn Übung macht ja bekanntlich den Meister.

In Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens werden, wie der Name schon verrät, erste Grundlagen vermittelt. Das Buch eignet sich für Anfänger. Fortgeschrittene Letterer werden hier nur wenig Neues erfahren.

Einige Autoren von Handletteringbüchern raten, nach jedem Buchstaben den Stift abzusetzen und eine Pause einzulegen. Chalkfulloflove zeigt hier eine neue Variante: Das Schreiben der Buchstaben in einem Zug und das Absetzen an Stellen, an denen die Buchstaben mit einem linksgeformten Abstrich beginnen. Dieses Vorgehen ist nicht einfach. Doch die Autorin lässt einen nicht im Stich. Einige Beispiele laden auch hier wieder zum Üben ein.


Fazit:

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens sieht super aus und wirkt aufgrund seiner Aufmachung edel und hochwertig. Ein ideales Buch-Geschenk, eine Sehenswürdigkeit im heimischen Bücherregal.
Nach dem Üben in diesem Buch wird der Letterer den schlichten, aber optisch sehr ansprechenden und wirkungsvollen Stil der Autorin beherrschen. Viele Leerseiten laden zum direkten Lettering im Buch ein.

Dieses Buch eignet sich für Anfänger. Die optisch ansprechende Aufmachung und der eingedampfte Inhalt verstehen es, die Schwellenangst zu nehmen. Fortgeschrittene Letterer werden hier aber nicht viel Neues erfahren.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Wie ein gelungener Kunstfilm

Meine beste Bitch
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Inhalt:

Seitdem ihre Mutter, eine Psychiaterin, von einem Patienten mit einer Schere angegriffen wurde, plagen Faina immer wieder gelegentliche Unruhezustände. Ob dieser Vorfall der Grund oder lediglich ...

Inhalt:

Seitdem ihre Mutter, eine Psychiaterin, von einem Patienten mit einer Schere angegriffen wurde, plagen Faina immer wieder gelegentliche Unruhezustände. Ob dieser Vorfall der Grund oder lediglich der Auslöser war, das weiß man nicht. Jedoch ist eins sicher, mit dem Kennenlernen von Nike, einem Mädchen, das genau weiß, was sie will, das immer nur voranstrebt und nie zurückblickt und irgendwie durch das Leben zu fliegen scheint, geht es Faina plötzlich besser. Die juckenden Achseln, das Zittern und die nervöse Niedergeschlagenheit lassen plötzlich nach. Doch als Nike ein Medizinstudium in Hamburg beginnt, verschlechtert sich ihr Zustand täglich. Zwar versprechen sich die Freundinnen fortwährende Treue, doch Faina ist zunächst erneut alleine.

Ein Eichhörnchenunfall wird sie jedoch schon bald aus ihrer inneren Einsamkeit erlösen. Auf dem Nachhauseweg begegnet Faina einem halb toten Tier. Sofort ist klar, dass sie es zum Tierarzt bringen wird. Die Ärztin blieb Faina in Erinnerung, da sie einst die mittlerweile tote Katze, der zwischenzeitlich verstorbenen Großmutter von ihren Zysten befreite und diese Zysten mit Stolz Oma und Enkelin präsentierte. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass ein Junge vorbeikommt, dessen äußere Erscheinung an einen Nerd erinnert: Hornbrille, abgetragenes Jacket.
Julian weiß zwar, dass er nicht der Held in der strahlenden Rüstung ist, doch ist er es, der Eichhörnchen und Retterin zur Tierärztin fährt.
Dies ist der Beginn einer ganz eigenartigen Freundschaft.

Studium und Zukunftspläne, all das scheint nicht mehr so wichtig, wenn Faina nur in der Nähe von Julian sein kann. So packt sie kurzerhand ihre Sachen und reist Julian hinterher. Nach Berlin, einer Stadt, in der Julian sich als Künstler versucht. Doch niemand hat gesagt, dass eine Liebe zu einem Künstler, der stets den Zwang zur Selbstverwirklichung spürt, einfach sein wird.



Wichtigste Charaktere:

Das Meine beste Bitch-Universum setzt sich aus den skurrilen Nahaufnahmen eigenartiger Charaktere zusammen. Ihre Entscheidungen und Erlebnisse machen diesen Roman zu etwas ganz besonderem. Daher möchte ich an dieser Stelle einige von ihnen kurz vorstellen:

Fainas Mutter hat einst Philosophie studiert und arbeitet nun als Psychiaterin in einer geschlossenen Abteilung. Sie ist der festen Überzeugung, dass es auf jedes Problem auch eine Lösung gibt. Ob man sie nun in Form von Vitaminspritzen oder mit einem Gang über den Friedhof erreicht. Irgendetwas davon wird schon zum seelischen und damit auch oft körperlichen Heil führen. Trotz ihrer weltoffenen Liberalität und Zivilität findet sie für ihre Tochter oft nur harte Worte.

Achim hat ein tieferes Verständnis der inneren Spannungen und Herausforderungen, denen Faina sich stellt. Er weiß, was sie braucht, um glücklich zu sein. Doch seine ruhige und liebevolle Art scheinen Faina nicht immer zu genügen. Sie scheint das Chaos zu suchen.

Und findet es unter anderem in dem rastlosen Julian, der ihr in einigen Punkten sehr ähnlich zu sein scheint. Denn Julian ist, genau wie Faina, auf der Suche. Eine Suche nach Echtheit und Freiheit, dem Lebenssinn, der irgendwo zwischen Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis und Selbstdarstellung zu finden sein soll.
Er ist Künstler - durch und durch. Mit einer Schwester, die nicht selten „durchgeknallt“ wirkt, wenn sie z.B. Faina in der Wohnung einsperrt und mit einer Scherbe bedroht, hat auch er es nicht immer einfach.

Letztlich gibt es da noch Nike. Das Mädchen, das gerne Demonstrationen veranstaltet, das immer nur in die Zukunft blickt und nie zurück. Voller Lebensfreude und voller Ideen sprintet sie voran und scheint Faina dabei schon ganz zum Anfang abzuhängen. Und dennoch ist es die Beziehung zwischen Nike und Faina, eine Freundschaft, die keinen Scham kennt und die so unzerbrechlich erscheint wie ein dicker Fels, die Faina ein Stück weit Heilung schenkt.



Im Detail:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass weder das Cover, noch der Titel dieses Buches mich auf den ersten Blick angesprochen hätten. Auch den Klappentext sollte man aufgrund Spoilergefahr vielleicht besser nicht lesen. Doch hätte ich dieses Buch nicht empfohlen bekommen und hätte ich es somit nicht gelesen, ich hätte wirklich etwas verpasst.

Meine beste Bitch ist eine ganz besondere Geschichte. Voller skurriler Momente, voller Erlebnisse und voll von schrulligen Charakteren. Nicht selten musste ich schmunzeln, den Kopf schütteln und wollte unbedingt wissen, welche verrückte Situation sich auf den nächsten Seiten wohl ergeben würde.
Ich könnte tausende davon aufzählen, doch ich möchte mich an dieser Stelle einfach mal auf zwei kleine Beispiele beschränken und danach von Herzen den Rat geben, dieses Buch unbedingt zu lesen, um all die kleinen Details selbst zu entdecken und auf sich wirken zu lassen.

Ich habe mich entschieden, euch an dieser Stelle das Cover anhand der entsprechenden Szene im Buch zu erklären. An einer Stelle im Buch treffen sich Nike und Faina. Die alte Badewanne muss noch mit selbst erwärmten Wasser befüllt werden. Nike, die stets für neue Ideen zu haben ist, entschließt sich, frische Erdbeeren hinzuzugeben. Mit einer Melone als Snack begeben sich die Freundinnen ins Wasser. Sie schießen Fotos, die später in einer Kunstausstellung Anklang finden werden.

An einer anderen Stelle, weit vorne im Buch, wird von einem Hilfsprojekt gesprochen, an dem Nike an ihrer alten Schule teilnehmen musste. Da in Peru Meerschweinchen auf dem Speiseplan stehen, sollten die Kinder entsprechende Käfige bauen. Nike, eine bekennende Vegetariern mit Meerschweinchen als Haustieren, ist empört. Kurzerhand ruft sie eine ihrer legendären Demonstrationen auf den Plan. Wie diese aussieht und ob sie letztlich fruchtet, dass möchte ich an dieser Stelle einfach mal offen lassen. Lest selbst.



Fazit:

Meine beste Bitch ist ein Buch von Kunst, Liebe und Irrsinn, das man gelesen haben sollte.
Es lassen sich diverse skurrile Charaktere finden, welche allesamt dem Geiste eines Kunstfilms entsprungen sein könnten. Wer sich auf die vielen schrägen Momente einlässt, für den ist das Buch ein grandioses Leseerlebnis.



Buchzitate:

Es sind immer die winzigen Details, die unverzichtbar werden, nie das große Ganze. Die Kleinigkeiten haften uns oft wie unsichtbare Kaktusfeigenstacheln an. Gründlich, schmerzhaft und unwiderruflich.

Nike hätte auch Geheimagentin werden können. Eine, die nur aus versiegelten Mineralwasserflaschen trinkt und Angreifer mit Handkantenschlägen vertreibt. Was strategische Pläne zur Zielfokussierung anging, war Nike unschlagbar.