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Veröffentlicht am 13.11.2025

Zwischen den Stühlen

Bonds of Hercules
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Allgemeiner Eindruck

„Blood of Hercules 2“ setzt direkt dort an, wo der erste Band aufgehört hat, und schafft es, den Leser sofort wieder in die komplexe, mythologisch geprägte Welt hineinzuziehen. Der ...

Allgemeiner Eindruck

„Blood of Hercules 2“ setzt direkt dort an, wo der erste Band aufgehört hat, und schafft es, den Leser sofort wieder in die komplexe, mythologisch geprägte Welt hineinzuziehen. Der Einstieg gelingt mühelos, da die Autorin gekonnt Erinnerungen an frühere Ereignisse einfließen lässt, ohne dass sich der Text schwerfällig liest. Bereits auf den ersten Seiten entsteht wieder Spannung und genau das macht den Reiz des zweiten Bandes aus.



Schreibstil und Erzählperspektive

Der Schreibstil ist lebendig, emotional aufgeladen und oft mit einem humorvollen Unterton versehen. Besonders gelungen ist, dass trotz ernster Themen immer wieder Momente der Leichtigkeit eingebaut werden, vor allem durch die Figur Nyx, die mit Witz und Charme die Geschichte auflockert.

Die Autorin erzählt überwiegend aus einer personalen Perspektive, die es erlaubt, tief in Alexis’ Gefühlswelt einzutauchen, ohne dabei die Handlung aus den Augen zu verlieren. Die Übergänge zwischen den Szenen könnten stellenweise etwas flüssiger sein, dennoch bleibt der Lesefluss insgesamt angenehm.

Handlung und Aufbau

Die Handlung bleibt durchgehend spannend und abwechslungsreich. Es gibt kaum Längen, und jede Herausforderung, der sich Alexis stellen muss, bringt sie als Figur weiter. Besonders hervorzuheben ist, dass die Geschichte nicht einfach nur aus Kämpfen oder Konflikten besteht, sondern auch moralische und emotionale Themen anspricht: Vertrauen, Verrat, Mut und Selbstbestimmung.

Der Spannungsbogen zieht sich konsequent durch das Buch vom kraftvollen Auftakt bis zum packenden Finale. Der Abschluss wirkt rund und gibt gleichzeitig einen dezenten Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen, ohne dass der Band unvollständig wirkt.

Charakterentwicklung

Alexis ist eine faszinierende Hauptfigur mutig, stur, manchmal impulsiv, aber mit einem großen Herz. Ihre Entschlossenheit, trotz Verrat und Schmerz ihren eigenen Weg zu gehen, macht sie glaubwürdig und greifbar.

Ihre Dynamik zu den anderen Figuren, insbesondere zu ihren Ehemännern, ist emotional vielschichtig. Trotz aller Konflikte bleibt die Beziehungsebene authentisch.

Nyx ist das absolute Highlight sie bringt Humor, Tiefe und eine unerwartete emotionale Verbindung zur Geschichte. Auch Nebenfiguren wie Poco, Kharon oder Augustus erhalten mehr Tiefe und verleihen dem Buch eine gelungene Balance zwischen Action und Emotion. Und auch diese haben sich in ihrem Charakter sehr weiter entwickelt. Sie sind zwar etwas mehr als Nebenfiguren, aber im Fokus steht ganz klar Alexis.

Worldbuilding

Die Welt ist komplex, mythologisch aufgeladen und voller Fantasie. Alte Götter, Titanen und mythische Wesen werden neu interpretiert und in eine moderne, mitreißende Handlung eingebettet.

Besonders beeindruckend ist, wie detailreich und atmosphärisch die Autorin die verschiedenen Orte beschreibt von düsteren Trainingsarenen bis hin zu magischen Schauplätzen. Das Zusammenspiel aus göttlicher Macht, mystischen Wesen und emotionalen Bindungen wirkt stimmig und gut durchdacht.


Stilistische Besonderheiten

Der Ton schwankt gelungen zwischen Spannung, Romantik und Witz. Auch die wenigen sinnlicheren Szenen sind geschmackvoll geschrieben intensiv, aber nie übertrieben.

Thematisch zeigt sich der Roman stärker feministisch als der Vorgänger: Alexis kämpft für Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Respekt Motive, die sich glaubhaft durchziehen, ohne belehrend zu wirken.



Fazit

„Blood of Hercules 2“ ist eine eindrucksvolle Fortsetzung, die Emotion, Mythologie und Spannung perfekt verbindet. Mit einer starken Protagonistin, einer facettenreichen Götterwelt und überraschenden Wendungen überzeugt der Band auf ganzer Linie. Besonders durch Figuren wie Nyx und die fein abgestimmte Balance zwischen Humor und Drama wird das Buch zu einem echten Highlight.

Ein Muss für alle, die starke Heldinnen, mythologische Elemente und intensive Emotionen lieben.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

(Nicht) Hexen

The Blackgate Invitation
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Ein Buch, bei dem man richtig miträtseln und mitfiebern konnte!

Auch wenn anfangs klar scheint, welche Charaktere im Vordergrund stehen, ist das Ganze doch komplexer, als man denkt. Zwar erleben wir die ...

Ein Buch, bei dem man richtig miträtseln und mitfiebern konnte!

Auch wenn anfangs klar scheint, welche Charaktere im Vordergrund stehen, ist das Ganze doch komplexer, als man denkt. Zwar erleben wir die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Ruby und Auden, aber auch die anderen Figuren sind keineswegs nebensächlich.

Zu Beginn war es für mich etwas schwierig, mir alle Namen und Zugehörigkeiten zu merken wer zu welcher Hexenlinie gehört, welche Kräfte sie haben und wer eigentlich they/them als Pronomen verwendet. Aber ab der Mitte wurde es deutlich leichter, weil man die Figuren wirklich gut kennenlernt.

Gerade weil unsere zwei Nicht-Hexen anfangs selbst kaum verstehen, worin sie da hineingeraten sind, bekommt man als Leser*in gleichzeitig mit ihnen einen guten Überblick über die Welt. Nach und nach wird erklärt, was die Linien bedeuten, wer zu wem gehört und welche Beziehungen, Intrigen und Geheimnisse sie verbinden inklusive Mord und Magie.

Wren und Ruby sind für mich ein starkes Team. Zwei Schwestern, die ihre Rollen perfekt erfüllen, sich gegenseitig stützen und die richtigen Entscheidungen treffen.

Auden, Winter und Evander bilden ein weiteres interessantes Trio voller Geheimnisse, die sich Stück für Stück auflösen und das Puzzle zwischen den Familien offenbaren.

Auch Infinity, Ada und Hex bleiben wichtig, selbst wenn sie eher im Hintergrund agieren. Ihre Beweggründe und Entscheidungen sind nachvollziehbar, selbst wenn nicht alles freiwillig geschieht.

Marsyas bleibt lange undurchsichtig, und erst beim Lesen erkennt man ihr Geheimnis. Dass die Blackgate-Schwestern noch eine so große Rolle spielen, hätte ich nicht erwartet.

Ursula, obwohl nicht mehr am Leben, ist eine tragende Figur. Durch die Informationen, die sie hinterlassen hat, bleibt sie präsent und trägt viel zur Enthüllung der Wahrheit bei.

Luna, Hector und seine Frau waren für mich dagegen weniger zentral ihr Generation wirkt eher wie die Brücke zu dem, was kommen wird.

Das Worldbuilding fand ich sehr gelungen: nicht überladen, aber bildhaft und atmosphärisch.

Alles in allem ein wirklich spannendes Buch, das zum Miträtseln einlädt, mit vielschichtigen Charakteren, mehreren Perspektiven und einem gut durchdachten magischen System.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Eine Insel voller Geheimnissen

House of Rayne
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Ich muss sagen das dieses Buch mich absolut begeistert und abgeholt hat. In der Geschichte geht es um so viel mehr als eine eingeschworene Religiöse Insel und ein unheimliches Monster das sein Unwesen ...

Ich muss sagen das dieses Buch mich absolut begeistert und abgeholt hat. In der Geschichte geht es um so viel mehr als eine eingeschworene Religiöse Insel und ein unheimliches Monster das sein Unwesen treibt. Es geht um echte Gefühle, Loyalität und alte Geheimnisse die langsam ans Licht kommen. I

Was ich besonders mochte, ist das man wirklich schnell und leicht in das Buch reingefunden hat. Der Schreibstil war sehr angenehm und durch den Wechsel der Perspektiven von Rayne und Salem konnte man wirklich alle Gefühle der beiden verstehen und nachvollziehen. Man hat beide zusammen, aber auch getrennt voneinander erleben können wodurch sich das Bild zu einem schönen Ganzen gefügt hat.

Auch das Worldbuilding wahr sehr angenehm, es war nicht zu dick aufgetragen, sodass man das Bedürfnis hatte Stellen zu überspringen, aber dennoch ausführlich genug um sich alles bildlich vorstellen zu können. Gerade bei diesem Setting war das meiner Meinung nach auch sehr wichtig, da wir hier ja nicht nur von „normalen“ Sachen sprechen.

Die Handlung hatte einen guten roten Faden und durch die vereinzelten Schnipsel die man immer wieder zugeworfen bekommen hat, wurde es auch an keiner Stelle langweilig. Man hatte durchgehend das Gefühl unter Spannung zu sein, was auch gegen Ende nochmal zugespitzt hat. Zwischendurch konnte man aber auch gut durch romanische oder spicy Szenen abschalten. Diese waren auch gut platziert und haben das Ganze nicht überschattet.

Rayne aber auch Salem haben eine große charakterlich Entwicklung hinter sich. Reyne hat angefangen sich wirklich zu öffnen und hat das positive gesehen was ihre Zukunft mit sich bringen kann und Salem hat ihre Angst nach hinten gestellt und sich frei gemacht von diesen fesseln. Auch von denen ihrer Vergangenheit.

Es gab insgesamt schon einige Momente die wirklich gruselig oder abscheulich waren, aber genau das hat dem ganzen die Spannung gegeben und obwohl ich normalerweise nicht in die Richtung „Horror“ lese, war es spannend und nicht zu „grausam“ es ist definitiv ein Buch was ich weiter empfehlen würde.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ganz nach meinem Geschmack

We hunt the Flame
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We Hunt the Flame von Hafsah Faizal ist so ein Buch, das einen direkt in eine ganz eigene Welt zieht geheimnisvoll, düster und gleichzeitig voller Abenteuer. Wir begleiten Zafira, eine Jägerin, die sich ...

We Hunt the Flame von Hafsah Faizal ist so ein Buch, das einen direkt in eine ganz eigene Welt zieht geheimnisvoll, düster und gleichzeitig voller Abenteuer. Wir begleiten Zafira, eine Jägerin, die sich als Mann verkleidet, um in den gefährlichen Arz zu gehen, und Nasir, den „Prinz des Todes“, der eigentlich ihr Feind sein sollte. Klingt schon nach Drama pur, oder?

Der Arz selbst, dieser verfluchte Wald, ist ein richtig starkes Setting. Er ist nicht einfach nur Kulisse, sondern fühlt sich fast wie ein eigener Charakter an bedrohlich, unberechenbar, immer im Hintergrund. Das gibt der ganzen Geschichte so eine konstante Spannung.

Was mir echt gefallen hat: Die Dynamik zwischen Zafira und Nasir. Die beiden sind auf dem Papier absolute Gegensätze sie will ihr Volk retten, er führt die tödlichen Befehle seines Vaters aus. Und trotzdem müssen sie zusammenarbeiten. Das ist natürlich eine klassische „Feinde-werden-Verbündete“-Situation, aber Faizal bringt das mit genug Tiefe und Emotion rüber, dass man wirklich mitfiebert.

Die Handlung selbst ist ein Mix aus Quest, Intrigen und persönlichen Konflikten. Es geht nicht nur um das große Artefakt, sondern auch um Identität, Pflicht und darum, ob man seinen eigenen Weg gehen darf. Gerade die langsame Annäherung zwischen den beiden Hauptfiguren macht das Ganze zusätzlich spannend nicht kitschig, eher unterschwellig und intensiv.

Alles in allem ist We Hunt the Flame ein toller Start in eine Fantasyreihe. Wer düstere Welten, eine Prise Romantik und Charaktere mit Ecken und Kanten mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Sehr komplex und unerwartet

A Dance of Lies
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Einstieg & Gesamteindruck

A Dance of Lies ist ein Roman, der zunächst mit klassisch wirkenden Motiven beginnt – ein Königreich voller Geheimnisse, eine junge Frau mit einer Fluchtvergangenheit, ein System ...

Einstieg & Gesamteindruck

A Dance of Lies ist ein Roman, der zunächst mit klassisch wirkenden Motiven beginnt – ein Königreich voller Geheimnisse, eine junge Frau mit einer Fluchtvergangenheit, ein System aus Macht und Misstrauen. Doch je weiter man liest, desto mehr verstrickt sich die Handlung in fein gewobene Intrigen, persönliche Schicksale und moralische Dilemmata. Der Titel ist treffend gewählt – es ist tatsächlich ein Tanz aus Täuschung, Anpassung und stillen Entscheidungen, bei dem kaum jemand eine weiße Weste trägt.

Das Buch hat mich nicht sofort vollends abgeholt, aber es hatte durchgängig Sogwirkung. Mit zunehmender Seitenzahl wurde die Geschichte intensiver, emotionaler – aber auch widersprüchlicher. Ich war fasziniert, gleichzeitig innerlich oft zerrissen.



🏰 Weltenbau & Atmosphäre

Die Welt, in der sich die Handlung entfaltet, ist durchdacht und atmosphärisch dicht. Sie strahlt gleichzeitig Opulenz und Bedrohung aus, abhängig davon, in welchem Reich man sich befindet. Die Kontraste zwischen den Höfen sind visuell stark – die Architektur, die Farben, sogar das Licht spielen eine erzählerische Rolle. Das hat mich sehr beeindruckt.



Ohne sich in endlosen Beschreibungen zu verlieren, gelingt es der Autorin, Bilder zu erzeugen, die im Kopf bleiben. Besonders die Unterschiede zwischen der kalten Strenge des einen Königs und der fast schon idealisierten Lichtfülle des anderen Schauplatzes geben dem Buch eine fast märchenhafte Tiefenschärfe – allerdings ohne ins Naive abzudriften. Es fühlt sich oft an, als würde man als Leser eine Bühne betreten – manchmal elegant, manchmal beklemmend.


🧵 Protagonistin & Identität

Die Figur der Vasallia ist komplex – und das meine ich nicht nur im positiven Sinne. Sie ist keineswegs die typische Heldin, sondern eine Frau mit Geschichte, mit Narben, mit Überlebensinstinkt. Ihre Fähigkeiten – besonders in künstlerischen Bereichen – machen sie einzigartig. Was mich besonders angesprochen hat, war die Art, wie sie sich selbst neu erschaffen hat. Ihre Vergangenheit, ihr neuer Name, ihre Flucht aus alten Zwängen – das alles spricht von einem starken Selbstbild, das sich gegen äußere Erwartungen behauptet.

Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr geraten ihre Entscheidungen ins Wanken. Es gibt Entwicklungen, die mich emotional distanziert haben – nicht, weil sie unrealistisch wären, sondern weil sie so viel moralische Reibung erzeugen. Sie wird manipulierbar, handelt instinktiv, manchmal sogar zerstörerisch. Und obwohl ich ihre Beweggründe verstehen konnte, blieb doch ein Rest Unverständnis. Das hat sie für mich schwerer greifbar gemacht, aber nicht uninteressant.



👑 Nebenfiguren & Beziehungsgeflechte

Eine der großen Stärken dieses Romans liegt in der Dynamik zwischen den Figuren. Die Beziehungen sind selten eindeutig – sie schwanken zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Zuneigung und Kontrolle. Besonders Copelan war für mich ein Charakter, der konstant an der Grenze zwischen Faszination und Frustration agiert. Seine Ambivalenz – stark, verletzlich, kontrollierend und gleichzeitig tief interessiert – macht ihn zu einer spannenden Figur, die aber auch Unruhe stiftet.

Anton hingegen hat mich überrascht. Seine Figur ist nicht laut, nicht überinszeniert, aber entwickelt mit der Zeit ein ruhiges Gewicht. Ich mochte die leisen Szenen mit ihm – die Art, wie er zuhört, schützt, aber auch hinterfragt. Man weiß lange nicht, ob man ihm trauen kann, und das verleiht der Beziehung zu Vasallia eine interessante Spannung.

Nebenfiguren wie Emilia, Laurent oder Esmée tragen spürbar zur Tiefe des Romans bei. Auch wenn nicht jede Figur komplett auserzählt wird, sind sie mehr als nur Staffage. Besonders ihre Rolle in Vasallias Vergangenheit ist tragend – manche Beziehungen lassen einen als Leser sogar ein bisschen atmen, während andere bedrücken.



⚖️ Handlung & Entwicklung



Der Spannungsbogen entwickelt sich stetig – allerdings nicht ohne Unruhe. Die ersten Kapitel bauen Stimmung und Neugier gut auf, doch gerade im Mittelteil schwankt die Geschichte zwischen emotionaler Tiefe und etwas zu hastigen Entwicklungen. Besonders gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse beinahe – als ob die Geschichte sich selbst überholen will.



Einige Handlungsentscheidungen wirkten für mich zu forciert oder zu plötzlich. Es sind spannende Szenen dabei, keine Frage – aber sie hätten mit etwas mehr erzählerischem Raum noch stärker gewirkt. Umgekehrt gibt es stille, berührende Momente, die dafür umso mehr nachhallen. Vor allem dort, wo Vasallia nicht kämpft, sondern beobachtet, zuhört oder verzichtet, war ich als Leserin besonders berührt.



❤️ Emotionalität & innere Konflikte

Es ist kein Liebesroman im klassischen Sinne – und doch ist die emotionale Komponente eine zentrale Triebkraft der Handlung. Was mich positiv überrascht hat, war die Tiefe, mit der zwischenmenschliche Beziehungen beleuchtet werden. Vertrauen spielt eine immense Rolle, ebenso Verrat. Und leider ist es oft schwer, beides auseinanderzuhalten.

Die Liebesdynamik – besonders die Dreiecksstruktur, die sich andeutet – wirkt nicht wie ein plattes Motiv, sondern hat echte Konsequenzen. Gefühle sind hier gefährlich. Entscheidungen, die aus Liebe oder Schuld getroffen werden, verändern Leben – nicht nur symbolisch. Auch wenn ich sagen muss, dass eigentlich schon klar und deutlich gezeigt wird, für wen ihr Herz schlägt



Was mir gefehlt hat, war etwas mehr Luft für die Figuren, ihre Gefühle auch wirklich zu leben. Viele Momente, in denen man sich Nähe gewünscht hätte, werden von äußeren Umständen zerschlagen. Das ist erzählerisch konsequent, aber auch schmerzhaft.



🧠 Moralische Grauzonen & Leserbindung

Eine der schwierigsten Fragen, die sich durch den Roman ziehen, lautet: Wie weit darf man gehen, um sich selbst oder andere zu retten? Und was macht einen „guten“ Menschen aus, wenn man in einer Welt lebt, die keine klaren Regeln mehr kennt?

Vasallia gerät im Laufe der Geschichte immer mehr in eine Grauzone. Und obwohl ich ihre Beweggründe oft nachvollziehen konnte, wurde es für mich als Leserin zunehmend schwer, vollends mit ihr zu fühlen. Das hat meine Verbindung zu ihr verändert – nicht zerstört, aber erschüttert.

Es ist mutig, eine Figur so zu zeichnen, die sich nicht durchgehend als


alles in allem kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich das Buch schon sehr spannend fand, mir aber in manchen Stellen einfach dieser Fantasy Anteil zu sehr gefehlt hat. Und die Liebesgeschichte hätte man definitiv auch noch mehr ausweiten können. Das ist jetzt leider erst relativ gegen Ende passiert.

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