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Veröffentlicht am 25.08.2025

Marie und ihr Glücksbaum

Wo das Glück wächst
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Marie ist mit ihren Eltern von der Stadt aufs Land gezogen. Dort wird sie nicht mehr von den Autos und ihrem Lärm geweckt, sondern von den Vögeln und ihrem Gesang. Obwohl Mama ihr erlaubt hat, einfach ...

Marie ist mit ihren Eltern von der Stadt aufs Land gezogen. Dort wird sie nicht mehr von den Autos und ihrem Lärm geweckt, sondern von den Vögeln und ihrem Gesang. Obwohl Mama ihr erlaubt hat, einfach zu den Nachbarskindern zu gehen, ohne vorher eine Verabredung zu treffen, traut sie sich nicht, denn sie kennt sie ja nicht. Da schaut sie lieber aus ihrem Zimmerfenster und genießt die Sicherheit im neuen Haus. Das ändert sich aber mit Fritz, seinem Pferd Schnecke und dem Hund Zorro, der am sechsten Tag im neuen Wohnort einfach vor ihrem Fenster auftaucht und sagt, dass er dringend zum Glücksbaum im Garten muss. Denn den hat seine Uroma gepflanzt, sich jeden Tag darunter gesetzt und ist 102 Jahre alt geworden. Nun braucht er selbst ein wenig Glück und auch Hund Zorro braucht dringend Glück. Gemeinsam mit Fritz geht Marie in den Garten und spürt, dass ihre neue Heimat gar nicht so übel ist. Fritz ist es auch, der ihr auf dem Rücken von Schnecke das Dorf, die Kinder und alle Besonderheiten zeigt. Und nun fühlt sich Marie gar nicht mehr so fremd und alleine, sondern weiß, dass sie hier glücklich werden und ihr der Glücksbaum dabei immer zur Seite stehen wird.

Die Autorin Cornelia Funke hat zusammen mit Illustratorin Regina Kehn ein bezauberndes Bilderbuch über das Glück herausgebracht. Marie ist ein sehr realistisches Kind, das sich am neuen Wohnort fremd und alleine fühlt und erst durch Fritz und seine Offenheit den Mut erlangt, sich draußen umzusehen. Die Texte auf den einzelnen Seiten sind von angenehmer Länge und lassen sich dank der einfachen Sprache flüssig vorlesen. Die Illustrationen passen wunderbar zur Geschichte und lassen viel Platz, um die eigene Fantasie der Kinder anzuregen und die Geschichte auf ihre eigene Weise weiterzuerzählen.

Meine Tochter und ich mochten das Buch sehr gerne, allerdings überzeugen uns beide die Illustrationen nicht vollkommen, da uns der Stil nicht so gefällt. Auch die Geschichte hätte gerne etwas länger sein dürfen, da so vielleicht noch etwas mehr Details Platz gehabt hätten, andererseits werden so die Leser mehr zum Weitererzählen animiert.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

... denn Frauen und Männer können niemals nur befreundet sein!

Betting on you
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Dieser Überzeugung ist Charlie schon immer, vorallem seit er merkt, wie seine Ex-Freundin Becca ihm immer noch schreibt und er deshalb immer wieder an sie denken muss und so nie von ihr loskommt. Für sie ...

Dieser Überzeugung ist Charlie schon immer, vorallem seit er merkt, wie seine Ex-Freundin Becca ihm immer noch schreibt und er deshalb immer wieder an sie denken muss und so nie von ihr loskommt. Für sie ist es harmlos, für ihn die Hölle. Darum will er auch sein Herz nie mehr an eine Frau verschenken, denn das geht eh nie gut, wie er auch bei seinen Eltern gesehen hat. Als Bailey vor drei Jahren zum ersten Mal bei ihrem ersten Langstreckenflug auf den zynischen und irgendwie nervigen Charlie trifft, weiß dieser zwar noch nichts von seiner zukünftigen Ex-Freundin Becca, ist aber trotzdem schon der Meinung, dass Männer und Frauen niemals einfach nur miteinander befreundet sein können und er niemals sein Herz an eine Frau verschenken wird. Bailey sieht das komplett anders und vergisst den nervigen Sitznachbar von damals nie so ganz. Umso überraschter ist sie, als sie ihm bei ihrem neuen Job in einem absoluten verrückten Hotel begegnet und sich auf Anhieb mit ihm versteht. Denn obwohl er häufig sarkastisch und abweisend ist, erkennt sie den hilfsbereiten Charlie hinter dessen Fassade. Dass sie aber jemals mehr für ihn empfinden könnte, kann sie sich nicht vorstellen. Doch das kann sich bekanntlich ja schnell ändern...

Lynn Painter hat in diesem Roman sehr junge Protagonisten mit nur siebzehn Jahren gewählt, sodass es sich um eine Young Adult-Romance handelt. Trotzdem sind die Beiden nie unreif oder gar nervig pubertär, sondern verhalten sich ihrem Alter entsprechend reif und entdecken die Welt aus ihrer, manchmal noch etwas naiven Sichtweise. Da sich der Schreibstil der Autorin sehr flüssig liest und die Handlung nie langweilig ist, fliegen die Seiten nur so dahin.

Obwohl ich anfangs etwas skeptisch den jungen Protagonisten gegenüber war, wurde ich schnell eines Besseren belehrt und habe den Roman voller Begeisterung gelesen. Charlie und Bailey sind so grundverschieden und doch so liebenswürdig, dass ich sie einfach mögen musste, weshalb ich auch kaum mehr aufhören konnte zu lesen. Natürlich war schnell klar, dass die Beiden irgendwann Gefühle füreinander entwickeln würden, aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan und ich war tatsächlich ein wenig traurig, als ich am Ende des Buches angelangt war. Dieser Roman war definitiv nicht mein letzter von Lynn Painter.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Eine ganz besondere Freundschaft

Am Ende der Welt
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Vera lebt auf der Halbinsel Kamtschatka. Ihre Mama findet, dass es wirklich beinahe das Ende der Welt ist. Aber das stimmt natürlich nicht, denn die Erde ist rund und irgendwann kommt Chile, wenn man immer ...

Vera lebt auf der Halbinsel Kamtschatka. Ihre Mama findet, dass es wirklich beinahe das Ende der Welt ist. Aber das stimmt natürlich nicht, denn die Erde ist rund und irgendwann kommt Chile, wenn man immer geradeaus gehen würde. Leider hat Vera keinen richtigen Freund und wünscht sich sehr, irgendwann einen zu finden, denn gerade an den Nachmittagen ist sie oft allein. Als sie dann am Abend mit ihrer Mama und ihrer Taschenlampe an den Strand geht und mit ihrer Taschenlampe "Hallo, ich bin Vera" morst und tatsächlich eine Antwort bekommt, ist sie begeistert. Denn am anderen Ende des Ozeans, in einer kleinen Stadt in Chile, steht Lucas am Strand und wünscht sich ebenfalls einen Freund. Denn seit er in der neuen Stadt lebt, hat er noch keinen Freund gefunden und gerade beim Fußball spielen ist das wirklich blöd. Umso mehr freut er sich über Veras Morsezeichen und antwortet ihr voller Freude.

Anna Desnitskaya erzählt in diesem Wendebilderbuch über gleich zwei Jugendliche, die sich einsam fühlen, da sie keine Freunde haben. Doch dank ihrer Morse-Kenntnisse finden sie einen Freund am anderen Ende des Meeres, was ein toller Schluss dieser Geschichte ist. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig liest, ist man leider schnell am Ende angelangt, darf dann das Buch aber umdrehen und nochmals so viel lesen. So dürfen Vera und Lucas ihre Geschichte erzählen. Da die Autorin ihr Bilderbuch aber auch selbst illustriert hat, passen die Bilder, die Handlung und die Gedanken, die hinter der Geschichte stecken, perfekt zusammen.

Meine Tochter und ich finden das Buch wunderschön und mögen auch diese ganz besondere Freundschafts-Geschichte sehr gerne. Spiegelt sie doch leider ein häufiges Problem unter den Jugendlichen heutzutage wieder - die Einsamkeit. So enthält die Geschichte nicht nur eine unterhaltsame Geschichte, sondern spricht auch ein gesellschaftliches Problem sehr gelungen und feinfühlig an.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Janet Pimm und ihre Pflanzen

Der wunderbare Garten der Mrs P.
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Janet Pimm ist mittlerweile 72 Jahre alt und pflegt ein sehr geregeltes Leben. Denn jeder Tag wird vom selben Rhythmus geprägt. So verbringt sie jeden Nachmittag in ihrem Garten voller immergrüner Pflanzen ...

Janet Pimm ist mittlerweile 72 Jahre alt und pflegt ein sehr geregeltes Leben. Denn jeder Tag wird vom selben Rhythmus geprägt. So verbringt sie jeden Nachmittag in ihrem Garten voller immergrüner Pflanzen in der Gartenkolonie Seaview. Doch auch hier ist sie einsam, denn Janet tut sich mit Menschen schwer. Erst als ein Stadtrat droht, die gesamte Kleingartenanlage zu vernichten aufgrund einer angeblich invasiven Pflanze, die verbotenerweise dort wächst, regt sich Widerstand unter den Gärtnern. Denn niemand möchte sich sein kleines Paradies nehmen lassen, indem so viel Liebe und Zeit steckt. So macht sich Janet auf den Weg zu einer früheren Kollegin und wird dabei ungeplant von ihrer Nachbarin Bev begleitet. Dass dieser Ausflug noch mehr Abenteuer als geplant wird, damit hätte keine der beiden Frauen gerechnet.

Helen Frances Paris hat diesen Roman mehreren Themen gewidmet. Zuallererst natürlich der Liebe zum Gärtnern und Pflanzen, aber auch der Einsamkeit und Mutlosigkeit einer älteren Frau und die Freundschaft, die durch besondere Umstände entsteht und endlich dem Alleinsein ein Ende bereitet. Da sich die Sprache flüssig liest und die Handlung keine langweiligen Stellen aufweist, gibt es keine Probleme mit dem Lesefluss.

Ich mochte den Roman und habe gerne Zeit mit Janet und Bev verbracht. Mich hat lediglich gestört, dass der Klappentext sehr weit vorgreift und nur knapp 50 Seiten vor dem Schluss des Romans endet. Besonders gut gefallen hat mir dagegen, dass die Liebe zu Pflanzen und dem Gärtnern im Allgemeinen immer spürbar ist und mir selbst Lust auf Zeit in meinen eigenen Staudenbeeten gemacht hat. Ich würde den Roman als etwas ganz Besonderes bezeichnen, der mit seinen unterhaltsamen, aber auch tiefgründigen Momenten überzeugt.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein toller Tag bei der Feuerwehr

Mein liebstes Kuscheltier & ich. Zoé besucht die Feuerwehr
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Zoé ist schon fünf Jahre alt und besucht gemeinsam mit ihren Freunden die Kindergartengruppe "Die Grünen Hüpfer". Doch ihr allerbester Freund ist Kuscheleisbär Siro, der sie überallhin begleitet und ihr ...

Zoé ist schon fünf Jahre alt und besucht gemeinsam mit ihren Freunden die Kindergartengruppe "Die Grünen Hüpfer". Doch ihr allerbester Freund ist Kuscheleisbär Siro, der sie überallhin begleitet und ihr Mut zuspricht, wenn sie Angst bekommt. Denn als die Erzieherinnen Lara und Olli verkünden, dass sie bald einmal gemeinsam die Feuerwehr besuchen möchten, finden alle das toll, nur Zoé hat Angst vor diesem Ausflug. Denn die Erfahrungen, die sie mit der Feuerwehr bisher gemacht hat, waren nicht so schön. Doch Mama und Siro sprechen ihr Mut zu und am Ende war der Tag wirklich interessant. Schließlich durften die Kinder in die Leitstelle der Feuerwehr schauen, eine Atemschutzmaske aufprobieren und sogar in einem großen Feuerwehrauto sitzen.

Autorin Susanne Böse erzählt in diesem Buch der Reihe "Mein liebstes Kuscheltier & ich" über die fünfjährige Zoé, die ein wenig verängstigt die Feuerwehr besucht, am Ende aber sagen kann, dass der Tag wirklich schön und interessant war. Gemeinsam mit den Illustrationen von Marie Zippel wird das Buch perfekt und ist auch schon interessant, wenn der Text nicht vorgelesen wird.

Da meine achtjährige Tochter unheimlich gerne liest, haben wir heute einmal die Rollen getauscht und sie hat mir das Buch vorgelesen. Daher bin ich begeistert, wie toll die Autorin geschrieben hat und mit einfachen Worten und kurzen Sätzen eine kindgerechte Geschichte verfasst hat, die meine Tochter ohne zu stolpern flüssig vorlesen konnte. Diese Reihe gefällt uns beiden sehr gut, weshalb auch dieser Band super ankam und wir uns noch weitere Teile der Reihe wünschen würden.

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