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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2025

Gute Prämisse, leider nicht ideal umgesetzt

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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What the River Knows von Isabel Ibañez, übersetzt von Maria Zettner, besticht natürlich als allererstes durch das traumhaft schöne Cover und den wunderschönen Farbschnitt. Für mich ist das jetzt nicht ...

What the River Knows von Isabel Ibañez, übersetzt von Maria Zettner, besticht natürlich als allererstes durch das traumhaft schöne Cover und den wunderschönen Farbschnitt. Für mich ist das jetzt nicht kaufentscheidend, aber doch ein nettes Extra. Die Geschichte selbst hat mir auch gut gefallen, allerdings hat sie mich nicht ganz so umgehauen wie erhofft.
Wir begleiten Inez auf ihrem Weg von Buenos Aires nach Kairo, nachdem ihre Eltern – Archäologen – ums Leben gekommen sind und sie den mysteriösen Hinweisen nachgehen möchte, die sie hinterlassen haben. Mit dabei ist ein magischer Ring, viele Intrigen, ein bisschen enemies-to-lovers (wobei weder enemies noch lovers hier voll zutrifft) und durchaus auch mehr oder weniger subtile Kritik am Kolonialismus.
Während das Buch zeitweise ein paar Längen hat und die Protagonistin mir ab und an etwas zu naiv daherkommt, hat mich am meisten enttäuscht, dass wir über das Magiesystem nicht besonders viel erfahren. Ich hätte mir hier gewünscht, dass dieser Aspekt in der Geschichte etwas mehr Raum einnimmt, ebenso wie die geschichtlichen Hintergründe zu der historischen Person, die ich aus Spoilergründen nicht nennen möchte (if you know you know). Aber wer weiß, vielleicht kommt hier in der Fortsetzung noch mehr.
Dass die Thematik der kulturellen Aneignung bzw. des Kolonialismus mit einbezogen wird, ist mir sehr positiv im Gedächtnis geblieben. Ich bin gespannt, wie sich dieser Teil in Band zwei noch entwickelt.
Generell merkt man dem Buch meiner Meinung nach sehr an, dass er auf eine Fortsetzung ausgelegt ist, und so fällt es mir fast schwer, ihn unabhängig zu bewerten. Aber es hat mir trotz der erwähnten Schwächen auf jeden Fall gut genug gefallen, dass ich Teil zwei lesen möchte, und ich kann mir gut vorstellen, dass meine Bewertung sich danach noch einmal ändern könnte. Im Moment wäre ich wohl bei 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Enttäuschend

In einem Zug
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In einem Zug von Daniel Glattauer handelt von einer Zugfahrt zwischen Wien und München, bei der sich der Schriftsteller Eduard Brünhofer und die Therapeutin Catrin Meyr zufällig gegenübersitzen und nach ...

In einem Zug von Daniel Glattauer handelt von einer Zugfahrt zwischen Wien und München, bei der sich der Schriftsteller Eduard Brünhofer und die Therapeutin Catrin Meyr zufällig gegenübersitzen und nach kurzer Zeit ins Gespräch kommen.
Was eine interessante psychologische Studie hätte werden können, war für mich einfach nur langweiliges, triviales Geplänkel und die egozentrischen Gedanken eines fragilen männlichen Egos. Keine der beiden Figuren war mir sympathisch (bei ihr scheint das gewollt, den Protagonisten soll man aber glaube ich schon mögen) und ich habe die angepriesene literarische Qualität schmerzlich vermisst. Die Sprache ist angelehnt an mündliches Sprechen (was bei einem Buch über eine Unterhaltung ja vielleicht noch Sinn ergibt), aber es funktioniert nicht. Es wirkt auf mich zu konstruiert, zu gewollt lässig. Die gedanklichen Sprünge und Abweichungen sollen den Protagonisten vermutlich nahbar erscheinen lassen; bei mir hatte es eher den Effekt, dass ich ihn zunehmend arrogant und nervig fand.
Ich bin ehrlich, hätte ich dieses Buch nicht als Rezensionsexemplar für Vorablesen gewonnen, hätte ich es vermutlich abgebrochen. Und zwar spätestens an der Stelle, an der der Autor seine Liebe zum Alkohol verharmlost und sich darüber echauffiert, dass er darüber kein Buch schreiben durfte. Vermutlich aber wohl schon früher. Vielleicht als Catrin Meyr ihre Reisebegleitung raten lässt, wie man denn nun ihren Namen schreibt. Oder nachdem Eduard zum gefühlt hundertsten Mal das Lächeln seiner Gesprächspartnerin klassifiziert.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Niedlich, aber mit Schwächen

Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich!
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Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich! - Vorlesegeschichte von Nicola Schmidt für Kinder ab 2 Jahren, illustriert von Iris Blanck, ist ein niedliches Papp-Bilderbuch über das ...

Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich! - Vorlesegeschichte von Nicola Schmidt für Kinder ab 2 Jahren, illustriert von Iris Blanck, ist ein niedliches Papp-Bilderbuch über das Geschwisterleben.
Anhand einer Eichhörnchenfamilie (wobei der Papa oder generell ein zweiter Elternteil leider nicht erwähnt wird) begleiten wir typische Situationen im Zusammenleben von Geschwistern: Teilen, Warten, Kompromisse finden. Dabei versucht das Buch, alle Bedürfnisse in den Blick zu nehmen und zudem auch die schönen Seiten des Geschwister-Habens zu zeigen: einander helfen, sich trösten, und gemeinsam Dinge tun. Hier dürfen die negativen und positiven Gefühle gleichberechtigt nebeneinander stehen, ohne dass dies wertend kommentiert wird.
Im Anschluss an die Geschichte gibt es noch ein paar Hinweise für Eltern. Diese sind inhaltlich sicher wichtig, dennoch hatte ich beim Lesen das ein oder andere Mal den erhobenen Zeigefinger vor Augen, was kein besonders gutes Gefühl vermittelt hat. Das hätte man sicher durch etwas andere Formulierungen vermeiden können.
Wie eingangs erwähnt kommt hier als Elternteil lediglich die Mutter vor, ohne dass kommentiert wird, wieso. Das Buch reiht sich also ein in die lange Liste von Kinderbüchern, bei denen es als selbstverständlich hingestellt wird, dass die Mutter die Sorgearbeit übernimmt. Schade, hier wäre durchaus Potenzial gewesen, dieses Klischee zu durchbrechen.
Die Illustrationen sind schön gemacht und gerade für kleinere Kinder durch die satten Farben und Kontraste sicher besonders ansprechend.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Idee gut, aber leider doch sehr fokussiert auf die Leistungen von Männern

Guinness World Records für Erstleser - Die besten Rekorde für Erstleser
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Guinness World Records – Die besten Rekorde für Erstleser von Ravensburger enthält Informationen zu Rekorden in verschiedenen Kategorien (Fahrzeuge, Haustiere, Weltraum, Wilde Tiere, Sport, Dinosaurier). ...

Guinness World Records – Die besten Rekorde für Erstleser von Ravensburger enthält Informationen zu Rekorden in verschiedenen Kategorien (Fahrzeuge, Haustiere, Weltraum, Wilde Tiere, Sport, Dinosaurier). Die Informationstexte werden durch zahlreiche Bilder und Grafiken unterstützt, was das Leseverstehen für Erstleser erleichtert. Ich persönlich finde die Mischung auf manchen Seiten doch etwas wild und überwältigend und kann mir vorstellen, dass es auch Kinder gibt, die sich davon abschrecken lassen.
Die unterschiedlichen Kategorien machen das Buch für viele verschiedene Leser:innen interessant, wobei der Fokus doch sehr auf actionreichen, wilden Bereichen liegt. Ravensburger versucht sehr, hier keine Genderstereotype walten zu lassen (was ich ihnen prinzipiell erst einmal positiv anrechne), aber so ganz gelingt es noch nicht. Auch wenn das Cover in „neutralem“ Grün gehalten ist, sind die Inhalte doch sehr männerdominiert. So werden Frauen als Rekordhalterinnen zwar durchaus erwähnt, aber es finden sich deutlich (!) weniger Fotos bei den Einträgen zu Frauen und auch nicht in allen Kategorien tauchen beide Geschlechter auf (natürlich ist das nicht überall möglich, es gab halt nunmal nur einen ersten Menschen im All). Dass die absoluten Werte bei Männern in der Leichtathletik z.B. höher liegen als bei den Frauen führt dann dazu, dass auch nur diese erwähnt werden. Bei der Kategorie „Meiste Goldmedaillen“ steht in Klammern „(Männer)“ dahinter, einen Eintrag für die Frauen sucht man allerdings vergeblich. Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir bereits bei Kinderbüchern auf eine ausgewogene Repräsentation achten würden.
Zum Schluss mag ich noch erwähnen, dass die Rätselseiten, die an jedes Kapitel anschließen, eine tolle Idee sind, um die Kinder zu motivieren, gründlich zu lesen und das Gelesene auch zu behalten. Davon gerne mehr.
Insgesamt 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Für spezielle Zielgruppe sehr sinnvoll

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest
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21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest von Stiftung Warentest ist primär für Leute gedacht, die sich noch nicht allzu viele Gedanken um ihre Finanzplanung gemacht haben. Es werden ...

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest von Stiftung Warentest ist primär für Leute gedacht, die sich noch nicht allzu viele Gedanken um ihre Finanzplanung gemacht haben. Es werden viele verschiedene Aspekte von Grund auf erklärt und miteinander in Beziehung gesetzt. Besonders hilfreich für Finanz-Neulinge ist sicher auch, dass es am Ende einen Glossar mit den wichtigsten Begriffen gibt. Leider ist es gleichzeitig so, dass es meines Erachtens schon eher auf ein Publikum abzielt, das einen eher entspannten finanziellen Hintergrund hat. Die teils relativ hohen Beiträge, die in den Beispielen genannt werden, kann nicht jeder einfach so zur Seite legen (auch wenn natürlich erwähnt wird, dass schon kleine Beträge sich lohnen). Es gibt sogar ein eigenes Kapitel, das sich mit dem Ersparen von 100 000 Euro beschäftigt, was sicher für viele Leute trotz konsequentem Sparen unerreichbar bleiben wird. Und obwohl die Strategien aus dem Buch natürlich für jeden Betrag funktionieren, kann ich mir vorstellen, dass sich Menschen mit geringerem verfügbaren Einkommen hier eher abschrecken lassen.
Grundsätzlich finde ich den Aufbau und die Inhalte des Buchs nicht schlecht (abgesehen von den bereits genannten Punkten), aber ich habe leider keine besonders bahnbrechenden Erkenntnisse daraus mitgenommen. Ich habe nicht das Gefühl, mich besonders gut im Finanzwesen auszukennen und doch war mir das meiste aus diesem Buch bereits bekannt. Einiges wiederholt sich, wobei ich das darauf zurückführe, dass die Kapitel so angelegt sind, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden können, weswegen ich es nicht negativ werte. Zudem gibt es immer wieder Verweise auf Onlineprodukte von Stiftung Warentest, was vermutlich zu erwarten war. Ich finde jedoch, wenn man das Buch gekauft hat, und dann immer wieder auf weitere kostenpflichtige Produkte verwiesen wird, kann das mit der Zeit ganz schön nervig werden.
Als Fazit würde ich sagen, dass es ein ganz nettes Einstiegsbuch ist für Menschen, die sich wirklich noch keine Gedanken gemacht haben und die auch über ein gewisses Einkommen verfügen, mit dem sie die empfohlenen Strategien nachbilden können und sich auch angesprochen fühlen. Für diejenigen, die bereits erste Schritte unternommen haben, ist es vermutlich zu rudimentär.

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