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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Komplexe Handlung, aber mit ausbaufähigem Unterhaltungswert

Die Geister von La Spezia
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In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts macht sich die Ermittlerin Pat daran, den Tod des Schriftstellers Percy Bysshe Shelley näher zu beleuchten, der einem Schiffsunglück zum Opfer fiel. Ungewöhnlich ...

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts macht sich die Ermittlerin Pat daran, den Tod des Schriftstellers Percy Bysshe Shelley näher zu beleuchten, der einem Schiffsunglück zum Opfer fiel. Ungewöhnlich sind dabei die Methoden der Protagonistin – sie reist mithilfe einer neuartigen Technologie in die Erinnerungen von Shelleys Ehefrau Mary, die der Nachwelt als Autorin des Klassikers „Frankenstein“ bekannt ist.
Im Lauf der Geschichte wirft sie außerdem einen Blick in die Vergangenheit weiterer Figuren, wodurch sich eine recht komplexe, vielschichtige Handlung ergibt.

Die Grundidee mit den Erinnerungsreisen ist sehr interessant und wurde durchdacht umgesetzt. Es droht allerdings teilweise Verwirrung inmitten der diversen Zeitebenen und Perspektiven. Besonders auch die vielen Namen und Nebencharaktere machten mir den Einstieg in die Geschichte zusätzlich nicht einfach.
Dazu kommt die Tatsache, dass es für mich außer der taffen, trinkfesten und mit gewissem Humor gesegneten Heldin selbst (sowie vielleicht noch einem Nebencharakter) kaum Sympathieträger in der Geschichte gab. Die depressiv angehauchten Künstlertypen sind einfach nicht mein Fall.

Die Schauplätze sind anschaulich beschrieben und mit der Zeit habe ich dann auch die Handlung hineingefunden. Stilistisch hat mir das Buch ganz gut gefallen. Aber durch die größtenteils unsympathischen Charaktere und außerdem einige Längen/ereignisarme Passagen fiel der Spaß beim Lesen leider deutlich geringer aus als anfangs vermutet.

Veröffentlicht am 28.02.2026

Toller Atlas, nicht nur für Kinder

National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren
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Nachdem mir von National Geographic Kids schon das „Lexikon der Tiere“ sehr gut gefallen hat, habe ich mich über den schon optisch sehr gut dazu passenden Weltatlas gefreut. Das großformatige Buch ist ...


Nachdem mir von National Geographic Kids schon das „Lexikon der Tiere“ sehr gut gefallen hat, habe ich mich über den schon optisch sehr gut dazu passenden Weltatlas gefreut. Das großformatige Buch ist erneut sehr schön aufgemacht, bietet tolles Bildmaterial, haufenweise Informationen und auch sehr gute Papierqualität/Haptik.

Der Informationsgehalt dieses Sachbuchs ist wirklich riesig – im Atlas findet man zahlreiche Landkarten mit unterschiedlichsten Schwerpunkten und Zusatzinformationen. So erfahren kleine und große Leser z.B. viel über die Klimazonen, bedrohte Tierarten, die Verbreitung der Weltreligionen, die gesprochenen Sprachen oder die Häufigkeit verschiedener Naturkatastrophen.
Die Altersempfehlung ab 8 Jahren finde ich übrigens zu niedrig angesetzt. Junge Grundschüler werden mit den vielen Infos, schwierigen Wörtern und dem generellen Aufbau sicherlich überfordert sein.

Der Atlas stellt unter anderem die verschiedenen Kontinente bzw. Regionen genauer vor, zeigt Besonderheiten der Gegenden, nennt die kleinsten und größten Länder dieser Gebiete, die höchste und die niedrigste Lebenserwartung, die Wirtschaftskraft und die höchsten Berge. Auch die Ozeane werden näher beleuchtet. Zu allen Kapiteln gibt es viele Fotos und einige Infos aus der Kategorie „schon gewusst?“. Da habe ich etwa gelernt, dass man die karibischen Sandstrände der „Arbeit“ einer Fischart zu verdanken hat.

Im hinteren Teil befinden sich außerdem unter anderem die Flaggen und wichtige Kerndaten zu den Ländern der Welt, außerdem Erklärungen diverser Fachbegriffe.
Insgesamt hat mir der Weltatlas sehr gut gefallen. Er ist nicht nur für ältere Kinder ein vielseitiges Nachschlagewerk, in dem man auf eine spannende Weltreise gehen kann. Lediglich ein paar kleine Rechtschreibschwächen wie übermäßiger Komma-Einsatz sind mir aufgefallen, trüben den Gesamteindruck aber nicht wesentlich.

Veröffentlicht am 28.02.2026

Von Mäusen und Menschen

Eine Maus namens Merlin
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Nachdem sie ihr ganzes Erwachsenenleben in Australien verbracht hat, ist Helen vor ein paar Jahren in ihren englischen Geburtsort zurückkehrt. Infolge schwerer Schicksalsschläge hat die alte Dame mit dem ...

Nachdem sie ihr ganzes Erwachsenenleben in Australien verbracht hat, ist Helen vor ein paar Jahren in ihren englischen Geburtsort zurückkehrt. Infolge schwerer Schicksalsschläge hat die alte Dame mit dem Leben abgeschlossen und verschließt sich jeglichen Sozialkontakten.
Bis eines Tages ein ungeplanter kleiner Mitbewohner den trostlosen Alltag zwischen kargen Mahlzeiten und öden Stunden vor dem Fernseher völlig durcheinanderwirbelt. Helen versucht zuerst, die Maus wieder loszuwerden, und bekommt es im Zuge dessen unfreiwillig mit einigen anderen Bewohnern des Ortes zutun. Was daraus entsteht, ist eine zauberhafte kleine Geschichte, die zu Herzen geht, ohne kitschig zu wirken.

Das Buch hat mich berührt – zum einen kann ich nachvollziehen, wie die Beziehung zu einem Tier, und wenn es „nur“ ein kleines Mäuschen ist, das Leben verändert. Zum anderen arbeite ich mit alten Menschen und habe schon öfter erlebt, wie diese nach Phasen der Trauer und Lebensmüdigkeit doch wieder Momente der Freude zulassen.
Dem Autor ist es gelungen, Helens Situation lebensnah und gut vorstellbar zu schildern. Sie ist eine glaubwürdige Hauptfigur, deren Gedankengänge gut nachvollziehbar sind. Auch ihr leiser Humor macht die betagte Frau liebenswert. Und der kleine Merlin ist, wie schon auf dem goldigen Cover, ein echter Sympathieträger. Auch die verschiedenen Nebencharaktere tragen zum Reiz der Geschichte bei.
Es ist, trotz kleiner Längen zwischendurch, ein schönes Buch, das ich gern weiterempfehlen werde.

Veröffentlicht am 21.02.2026

Spannender Start einer neuen Reihe

Flut aus schwarzem Stahl
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Bestseller-Autor Anthony Ryan hat mal wieder einen dicken Wälzer voll mit kriegerischer Fantasy vorgelegt und startet damit eine neue Reihe. Diese spielt in der gleichen Welt wie „Der stählerne Bund“ und ...

Bestseller-Autor Anthony Ryan hat mal wieder einen dicken Wälzer voll mit kriegerischer Fantasy vorgelegt und startet damit eine neue Reihe. Diese spielt in der gleichen Welt wie „Der stählerne Bund“ und Fans können sich über diverse Verbindungen freuen, man kann das neue Buch aber problemlos ohne entsprechende Vorkenntnisse lesen.

Die Geschichte folgt abwechselnd mehreren Hauptfiguren, die nach und nach in Konflikt mit einer neuen feindlichen Übermacht kommen. Ein Krieger, der seinen Namen reinwaschen möchte, eine angesehene Anführerin, eine junge Gelehrte und ein Fischer, in dem rätselhafte Kräfte schlummern, erleben spannende, oft düstere Ereignisse voller Kämpfe und Seeschlachten, bekommen es aber auch mit Intrigen und der Erkundung geheimnisvoller Katakomben zutun.

Der Start ins Abenteuer ist mir nicht ganz leicht gefallen, weil ich die verschiedenen Hauptcharaktere und ihre Verbündeten erst mal ein bisschen kennenlernen musste und nicht so schnell mit ihnen warm geworden bin (mit den beiden jugendlichen Helden schneller als mit den Erwachsenen). Nach einer Weile hatte mich die Handlung aber gepackt und ich habe bis zum offenen Ende des ersten Bandes mitgefiebert, bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Dem Autor gelingt es, eine dichte Atmosphäre aufzubauen und vor dem inneren Auge des Lesers filmreife Szenen entstehen zu lassen. Neben den Protagonisten fand ich auch einige Nebencharaktere mit ihren Auswirkungen auf das Geschehen sehr interessant.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Neue Abenteuer mit den Furchtlosen

Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine
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Band 2 der Reihe setzt ziemlich genau da an, wo der Erstling aufhörte: Irida und ihre Freunde von den „Furchtlosen“ versuchen weiterhin, die Pläne der Trolle zu durchkreuzen und die Anderswelt vor den ...

Band 2 der Reihe setzt ziemlich genau da an, wo der Erstling aufhörte: Irida und ihre Freunde von den „Furchtlosen“ versuchen weiterhin, die Pläne der Trolle zu durchkreuzen und die Anderswelt vor den Invasoren zu bewahren. Dabei spielen unter anderem weitere alte Legenden aus der Umgebung eine wichtige Rolle.

Irida und ihre Clique sind nach wie vor sympathische Charaktere, deren Mission man gern verfolgt. Mir hat auch gut gefallen, dass der „schräge Onkel“ Ardo diesmal etwas mehr zum Zug kommt. Auch andere Nebenfiguren wie das spionierende Kaninchen und die Para-Wissenschaftlerin werden ausgebaut.

Die Geschichte ist trotz humorvoller Szenen teils düster und wird z.B. durch Auszüge norwegischer Märchen ergänzt. Man kann sich die Schauplätze und die Ereignisse gut vorstellen, die Atmosphäre ist gelungen. Die Handlung hat mich weitgehend überzeugt, es stören meiner Meinung nach lediglich ein paar Logikschwächen.

Das Ende der Story wirkt erst mal relativ abgeschlossen, bis sich ganz zum Schluss schon neue interessante Abenteuer ankündigen. Das Buch macht sich übrigens schön im Regal, passt mit seinem hübschen Cover und dem Farbschnitt perfekt zum ersten Band.