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Veröffentlicht am 24.01.2026

Im Bann der Freibeuter

Im Bann der Freibeuter
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“Im Bann der Freibeuter” von Johann Christian Lotter, erschienen am 25. September letzten Jahres im emons Verlag, nimmt uns mit auf eine lange Reise ins späte 17. Jahrhundert. Der historische Abenteuerroman, ...

“Im Bann der Freibeuter” von Johann Christian Lotter, erschienen am 25. September letzten Jahres im emons Verlag, nimmt uns mit auf eine lange Reise ins späte 17. Jahrhundert. Der historische Abenteuerroman, angelehnt an reale Ereignisse, handelt von Träumen, dem Leben und was beide aus uns machen.
Unser Protagonist, Richard Kreutzner wächst in Freiberg als Sohn eines tyrannischen Vaters auf, der eine Silbermine besitzt, dessen Leitung er gerne an die nächste Generation weitergeben würde. Leider interessiert sich Richard überhaupt nicht für den Bergbau – er beschäftigt sich lieber mit Büchern. Diese sind es auch, die ihn eines Tages dazu bewegen, fortzulaufen, um Bibliothekar werden. Doch so weit wird es nie kommen, wie wir bereits zum Anfang der Geschichte erfahren, denn die Erzählung beginnt mit der kurz bevorstehenden Hinrichtung unserer Hauptfigur. Ein Dichter, Daniel Defoe, macht es sich zur Aufgabe, Teile seiner Lebensgeschichte niederzuschreiben. Dieser Name dürfte den meisten Lesern etwas sagen. Der Autor bedient sich hier einer wahren Persönlichkeit: Defoe veröffentlichte im 18. Jahrhundert sein berühmtestes Werk “Robinson Crusoe”.
Wir begleiten Richard auf seinen haarsträubenden Abenteuern und beobachten, wie er sich immer und immer weiter von seinem eigentlichen Ziel entfernt. Scheint London anfangs nur eine kurze Schiffsfahrt entfernt, soll er letztendlich wirklich dort ankommen – jedoch unter gänzlich anderen Umständen als ursprünglich geplant. Zuvor wird er jedoch viele verschiedene Orte bereisen und unterschiedliche Kulturen kennenlernen, die ihm nicht immer wohl gesonnen sind. Die meiste Zeit segelt er dabei unter dem Kommando des berüchtigten Freibeuters William Kidd und sieht sich auf diese Weise mit den rauen Umgangsformen der Mannschaft und ihrem Aberglauben konfrontiert. Auch Richard selbst bleibt nicht ganz unschuldig, selbst wenn er andere Pläne für seine Zukunft hatte. Anfangs noch entschlossen, eine Anstellung durch die Royal Society zu erhalten, begeht er Gotteslästerung, Mord und Folter schließlich ganz ohne Skrupel. Lotter gelingt es, diese Entwicklung des Protagonisten deutlich spürbar zu machen, ohne, dass diese dabei unrealistisch wirkt, und führt uns so vor Augen, wie aus einem ehrbaren Mann ein waschechter Halunke werden kann.


Die Handlung ist dicht und sehr atmosphärisch geschrieben, wirkt aber dennoch nicht wie eine bloße Aneinanderreihung von Szenen, sondern bildet eine spektakuläre Lebensgeschichte ab, die man gerne gespannt beobachtet. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass der Autor vor der typischen, rauen Ausdrucksweise der Seemänner nicht zurückschreckt und auch Begriffe verwendet, die heute bereits aus dem Sprachgebrauch verschwunden sind. Vorgänge an Bord werden detailliert beschrieben, setzen jedoch etwas Vorwissen oder Recherche voraus, denn viele nautische Fachbegriffe werden nicht erklärt. Doch selbst wenn man nicht jedes unbekannte Wort nachschlägt, kann man der Geschichte trotzdem sehr gut folgen. Lediglich die Vielzahl der Charaktere, welche Richard in den meisten Fällen nur eine Zeit lang begleiten, birgt eine Schwierigkeit. Hier wäre ein Register durchaus hilfreich gewesen, um die Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren im Zweifelsfall noch einmal nachlesen zu können.

Alles in allem kann ich “Im Bann der Freibeuter” jedem empfehlen, der sich für Piraten interessiert und etwas tiefer in die Materie eintauchen will. Die Handlung überzeugt mit einigen bekannten historischen Persönlichkeiten, aber auch durch den Rhythmus, in dem der Autor Richards Geschichte schildert, sodass kein Abschnitt seines Lebens zu langwierig wird. Trotzdem gelingt es, sich in den Protagonisten hineinzuversetzen und nachzuvollziehen, wie er sich menschlich so stark verändern konnte. Ein Beweis, dass doch niemand vorhersehen kann, wohin uns das Leben führt.


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Veröffentlicht am 18.01.2026

Unplayed Love

Unplayed Love (Unwritten, Bd. 2)
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„Unplayed Love“, eine Sapphic Romance von Teresa Sporrer, veröffentlicht am 27. September letzten Jahres im Loomlight-Verlag (Thienemann) gewährt uns realistische Einblicke in die Cosplay- und Gamingszene, ...

„Unplayed Love“, eine Sapphic Romance von Teresa Sporrer, veröffentlicht am 27. September letzten Jahres im Loomlight-Verlag (Thienemann) gewährt uns realistische Einblicke in die Cosplay- und Gamingszene, setzt dabei aber zwei außergewöhnliche junge Frauen in den Vordergrund. Figuren, die auf eine besondere Art echt wirken und eine Liebesgeschichte, die in diesem Genre ihres Gleichen sucht.
Gute, lesbische Romanzen sind vor allem im englischsprachigen Raum verbreitet, werden aber leider in den seltensten Fällen auch auf Deutsch übersetzt, was sehr frustrierend sein kann. Glücklicherweise hat sich auch die österreichische Autorin Teresa Sporrer an diesem Genre versucht und gleich einen Volltreffer gelandet. Das Buch steht im Zusammenhang mit den Titeln „Unwritten Love“ (2024 veröffentlicht) und „Untold Love“ (für April diesen Jahres geplant). Allerdings handelt es sich nicht um eine Trilogie – vielmehr ist jedes Buch in sich abgeschlossen. Stattdessen tauchen die Nebencharaktere aus „Unplayed Love“ als Protagonisten in „Unwritten Love“ auf. Eine innovative Art, mehrere Titel im selben Setting zu veröffentlichen, ohne, dass man als Leser gleich gezwungen ist, sich für eine ganze Reihe zu verpflichten.
Am Anfang des Buches finden wir einen Hinweis auf die Triggerwarnung, die sich auf den letzten Seiten befindet, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob man eventuelle Spoiler in Kauf nehmen möchte, oder nicht. Diejenigen, die sich dafür entscheiden, werden mit einer passenden Playlist überrascht, die man sich beim Lesen anhören kann, um noch tiefer in die Geschichte einzutauchen. Äußerlich überzeugt das Buch mit einem verspielten Design und floralen Motiven im Farbschnitt – was auf den ersten Blick so gar nicht zur Gamingwelt passen will. Erst bei näherem Hinschauen erkennt man dann, dass die Farben des Covers die der lesbischen Pride Flag widerspiegeln – ein cleverer, kleiner Twist, der Eindruck hinterlässt! Zur besseren Immersion erwarten uns zu Beginn eines jeden Kapitels auch kleine Auszüge aus Artikeln, Podcasts oder Interviews sowie der Name der Protagonistin, deren Perspektive wir verfolgen.

Heidi Dawson ist 25 Jahre alt und Schauspielerin. So richtig verliebt war sie eigentlich noch nie, nicht einmal, als sie mit ihrem Kollegen und Exfreund Julian Collins zusammen war. Heute ist er glücklich vergeben und die drei sind gut miteinander befreundet. Trotzdem hat Heidi das Gefühl, noch nicht richtig angekommen zu sein und ständig nur eine Rolle zu spielen. In ihrem Streben nach Perfektion kontaktiert sie Serenity Meyer – die Topgamerin des Videospiels „Legions of Purgatory“, zu dem gerade eine eigene Serie produziert wird. Heidi darf eine der Hauptfiguren sprechen, kennt sich aber überhaupt nicht aus und hofft auf Insiderwissen. Serenity, in der Szene auch „Slayer“ genannt, arbeitet unterdessen unermüdlich auf die Weltmeisterschaft hin. Endlich will sie es allen beweisen:  nicht nur ihr eigenes Können, sondern auch, dass Frauen im E-Sport Erfolg haben können und sich in dieser männerdominierten Szene nicht zu verstecken brauchen. Beide Protagonistinnen haben im Leben schwierige Erfahrungen gemacht und sind verletzlich, was ihnen eine Menschlichkeit verleiht, die vielen Romanfiguren fehlt.
„Unplayed Love“ beschäftigt sich mit aktuellen Themen, repräsentiert mit vielen Anspielungen verschiedene Gemeinschaften und Minderheiten, wie die Transgender-Community, verzichtet dabei allerdings auf Klischees und spricht öffentlich Vorurteile aus, die queere Personen sich tagtäglich anhören müssen. Auch problematische Aspekte in der Cosplay-Szene, wie zum Beispiel die Annahme einiger Conventionbesucher, sie hätten das Recht Cosplayer zu objektifizieren und zu berühren, werden kritisch thematisiert. Leser, die mit den Communities vertraut sind, werden ihre Freude an den zahlreichen Pop-Culture-Referenzen zu Anime und Manga haben und über die Andeutungen schmunzeln können. Damit schließt die Erzählung allerdings auch Leser aus, die sich nicht so gut in diesen Bereichen auskennen und googeln müssen, um den Witz zu verstehen. Trotzdem wissen die geistreichen, bissigen Dialoge der Charaktere mit viel Sarkasmus zu überzeugen. Auch im Bereich Spice lässt das Buch keinesfalls zu wünschen übrig, was im Genre Sapphic Romance eher eine Seltenheit darstellt.

Alles in allem ist Teresa Sporrer mit „Unplayed Love“ eine überzeugende, außergewöhnliche gut recherchierte Romanze gelungen, die komplexe Themen und Probleme der Queer-Community anspricht, den Fokus aber trotzdem auf Figuren legt, die nicht zuletzt wegen ihrer Unsicherheiten realistisch wirken und die Geschichte damit zu etwas ganz besonderem machen.
Ein echtes Highlight des Genres Sapphic Romance.


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Veröffentlicht am 04.01.2026

Beyond the mirror

Beyond the mirror
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Das Debüt “Beyond the Mirror – A tale of whispers and moonlight” von A. R. Night, erschienen am 26. September diesen Jahres bildet den Auftakt zur Portalfantasy-Reihe. Wir begleiten Amara auf eine fantastische ...

Das Debüt “Beyond the Mirror – A tale of whispers and moonlight” von A. R. Night, erschienen am 26. September diesen Jahres bildet den Auftakt zur Portalfantasy-Reihe. Wir begleiten Amara auf eine fantastische Reise durch ihren Spiegel nach Elverra, eine vollkommen andere Welt, die ihr jedoch seltsam bekannt vorkommt…
Das Vorwort entführt uns in eine mittelalterliche Welt und erzählt die Geschichte der ehemaligen Königin Amalia Evangeline Ashflower, welche durch einen Verbündeten grausam ermordet wurde. Damit verschwand die Familie Ashflower und mit ihr alle Magie und fantastische Wesen. Es folgt ein starker Kontrast, denn im ersten Kapitel befinden wir uns in der modernen Welt, genauer gesagt in München und lernen unsere Protagonistin Amara kennen. Diese gelangt nach einigen seltsamen Erscheinungen über einen alten Wandspiegel in die so fremdartige Welt Elverra, in der sie allerdings nicht viel Zeit verbringt. Zurück in ihrer Wohnung ist sie geplagt von Visionen und Träumen, bis ein Schicksalsschlag und eine darauffolgende Entdeckung dazu bewegt, ganz bewusst zurück durch den Spiegel in die fantastische Welt abzutauchen. Nur leider verliert sie kurz danach jede Erinnerung an ihr bisheriges Leben und ihre Identität. Als Lady Jane Crow wird sie vom Kronprinzen Kai im Schloss aufgenommen, wo sie hofft, ihre wahre Bestimmung zu finden und ihre Amnesie zu überwinden. Mit der Zeit erfährt sie immer mehr über die Geschichte Elverras und wie sie unvermeidlich mit seinem Schicksal verbunden ist.

Am Anfang des Buches finden wir zunächst einen Hinweis auf Content Notes, die allerdings nicht, wie üblich auf den letzten Seiten zu finden sind, sondern nur auf der Webseite der Autorin. Etwas umständlich, aber sicherlich auch eine Gelegenheit, vor dem Lesen etwas über A. R. Night zu erfahren. Die Seitenabstände sind eher schmal, aber vielmehr springt die ungewöhnliche Schriftart ins Auge, die etwas schlechter lesbar ist. Zu Beginn eines jeden Kapitels erwartet uns eine hübsche Spiegelillustration, die mit der der Covers übereinstimmt, sowie der Name derjenigen Figur, dessen Perspektive eingenommen wird. Hauptsächlich folgen wir der Protagonistin Amara, doch auch die Perspektiven des Kronprinzes Kai und der geheimnisvollen Dunkelheit werden dargestellt. Die Kapitel selbst sind überwiegend kurz; enthalten teilweise sogar nur eine oder zwei Seiten.

Außergewöhnlich ist, wie klar die Geschichte in verschiedene Abschnitte einzuteilen ist. Zunchst verfolgen wir Amaras Leben in der realen Welt, anschließend begleiten wir sie auf ein kurzes, unfreiwilliges Abenteuer nach Elverra, bis sie sich schließlich vollkommen dem Leben in dieser Welt hingibt, ohne sich auch nur an ihr anderes Leben zu erinnern. Die Verletzung, die zu dieser Amnesie führt, tritt allerdings sehr plötzlich auf und wird auch nicht weiter beschrieben, was etwas seltsam wirkt, wenn man bedenkt, dass diese den gesamten restlichen Verlauf der Geschichte bestimmt. Auch sind die familiären Umstände, die Amaras Schicksal so geschickt mit den Elverras verweben, nicht wirklich unvorhersehbar. Das World Building beginnt erst eher spät, legt damit allerdings den Grundstein für folgende Bände der Reihe.
Die Beschreibung ihres Lebens am Hofe zeigt Elemente einer cozy mystery auf, da sehr detailliert erzählt wird, welchen Unterricht sie erhält und wir ihr Alltag im Schloss aussieht, während die versucht, die Frage nach ihrer wahren Identität zu beantworten. Dabei scheinen viele Figuren bereits eine gewisse Ahnung zu haben, was ihr Schicksal für sie bereithält und prophezeien ihr Großes. Gleichzeitig ist sie hin und hergerissen zwischen Kai und Elliott, einem Lord, den sie auf einem Ball kennenlernt. Hier fällt es allerdings leider etwas schwer, Amaras Gefühle nachzuvollziehen, da sie immer wieder zwischen den beiden schwankt. Als sie ihre Erinnerung schließlich wiedererlangt, geschieht auch dies sehr plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser. Natürlich könnte dies eine Strategie sein, um Neugierde für den zweiten Teil der Reihe zu wecken, doch in dem Moment wirkt es doch etwas komisch, dass Amara sich nach all der Zeit auf einmal wieder an alles erinnern kann.

Alles in allem ist A. R. Night mit ihrem Debüt “Beyond the Mirror – A tale of Whispers and Moonlight” ein solider Start für ihre Portalfantasy-Reihe gelungen, das durch ein offenes Ende Lust auf mehr macht. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, ohne allzu schweres World Building und unnötig komplexe Magiesysteme, welches auch Genrefremden einen spannenden Einstieg in die Fantasy-Welt bietet.


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Veröffentlicht am 03.01.2026

24 Dates to fall in love

24 Dates To Fall In Love
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Die Feiertagsromanze “24 Dates to fall in love” von Stefanie Diem, erschienen am 9. Oktober diesen Jahres im Cove-Verlag erzählt von einem Adventskalender der etwas anderen Art und wie er ein Paar unverhofft ...

Die Feiertagsromanze “24 Dates to fall in love” von Stefanie Diem, erschienen am 9. Oktober diesen Jahres im Cove-Verlag erzählt von einem Adventskalender der etwas anderen Art und wie er ein Paar unverhofft zusammenführt. Eine Geschichte für den Dezember, um die Adventszeit zu genießen und die Wartezeit zu verkürzen.
Wir befinden uns in St. Finan, einem kleinen, fiktiven Ort in den Alpen. Für die richtige Dezember-Atmosphäre sorgt das Berghotel, in dem sich ein Großteil der Handlung abspielt und der viele, viele Schnee. Unsere Protagonistin ist Rominina, kurz Romy, Wahlberg, eine sympathische junge Frau, bei der im Augenblick so gar nichts rund läuft. Das Geld ist sowieso schon knapp, da verlässt sie auch noch ihr Freund Ben, den sie schon seit ihrer Kindheit kennt. Und dabei hat sie sich soviel Arbeit damit gemacht, einen Dating-Adventskalender zusammenzustellen, um ihrer Beziehung wieder etwas aufleben zu lassen. Kurzerhand wird eben dieser Adventskalender gegen ihren Willen beim Wichteln unter den Kollegen verschenkt – und landet ausgerechnet bei ihrem mysteriösen, aber unfreundlichen neuen Chef Oliver Behrend. Die Dates sind gebucht, einige sogar schon bezahlt und zu allem Überfluss machen die Arbeitskollegen sich auch noch einen Spaß daraus, zu wetten, dass die beiden nicht alle 24 Dates durchziehen werden. Das Geld im Pott kann Romy gut gebrauchen, jetzt, da sie die Miete der geliebten Wohnung allein stemmen muss. Und da sind ja auch noch die Tierarztkosten ihres Pferdes. Notgedrungen lassen sich die beiden darauf ein und absolvieren ein Date nach dem anderen. Das heißt ja noch lange nicht, dass sie sich verlieben müssen! Oder?

 
Auch wenn die Grundstimmung des Romans eher cozy ist, finden wir am Anfang des Buches dennoch den Hinweis auf einige Content Notes. Diese befinden sich auf den letzten Seiten, sodass der Leser selbst entscheiden kann, ob er eventuelle Spoiler in Kauf nehmen möchte, oder nicht. Allerdings ist die Liste im Vergleich zu beispielsweise Dark-Romance-Titeln kurz. Die Schrift ist ungewöhnlich klein, aber dennoch gut lesbar. Außerdem finden wir bei Kapitelbeginn eine hübsche Glockenillustration zur Zierde. Die Kapitel selbst sind unterschiedlich lang – einige kürzer als 10 Seiten, andere länger als 40. Insgesamt gibt es 25 Stück, passend zum Konzept des Adventskalenders: 24 Dates und ein Vorwort. Allerdings besteht nicht jedes Kapitel strikt aus einem Date, sondern es werden auch Szenen zwischen den Figuren gezählt, die die einzelnen Aktivitäten miteinander verbinden und Einblick in die Gefühlswelten der Charaktere geben. Allerdings wird ausschließlich aus der Perspektive der weiblichen Protagonistin erzählt. Positiv aufgefallen sind mir beim Lesen auch die vielen Pop-Culture-Referenzen, die eine bessere Immersion in die Geschichte zulassen. So werden zum Beispiel Filme wie “The Summer I turned pretty” genutzt, um das Aussehen von Figuren zu beschreiben, Sendungen wie “Aktenzeichen XY Ungelöst” und weihnachtliche Lieder wie “All I want for Christmas” erwähnt. Auch Anglizismen und Dialekte werden genutzt, um den Figuren mehr Tiefe und Persönlichkeit zu verleihen.
Typisch für eine Feiertagsromanze wirken manche Teile der Geschichte etwas kitschig und vorhersehbar – beispielsweise, dass sich Ben just in dem Moment von Romy trennt, als Oliver in die Stadt kommt, aber bei einem guten Dezember-Read braucht es meiner Meinung nach auch keine großen Überraschungen, sondern einfach eine herzerwärmende Geschichte, in der die Funken nur so sprühen, und ein Happy End. All das hat mir “24 Dates” definitiv gegeben und vielleicht sogar noche in kleines bisschen mehr – denn das Buch wartet mit einem ehrlich überraschenden Plottwist auf, der hier aber nicht verraten wird. Ich persönlich hätte mir trotzdem noch eine etwas stärkere Protagonistin gewünscht, die sich nicht so sehr von den Männern in ihrem Leben abhängig macht - trotzdem ist Romy’s Entwicklung spürbar und sie wirkt am Ende der Geschichte deutlich selbstbewusster.

Alles in allem ist “24 Dates to fall in love” eine gelungene Feiertagsromanze und ein empfehlenswerter Dezember-Read für alle, die um Weihnachten herum gerne etwas Romantischeres lesen wollen, aber kein Fan des typischen Handlungsstrangs Eine Frau kehrt in ihre Heimatstadt zurück und verliebt sich sind. Stefanie Diem verbindet in ihrem Roman klassische Elemente wie das Happy End und ein atmosphärisches Setting mit ungewöhnlicheren Aspekten wie einer Adventskalender-Struktur und dem Enemies-to-lovers-trope, um ihrer Geschichte die nötige Würze zu geben.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

When Angels fall

When Angels fall
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Der neue Stern am Urban-Fantasy-Romance-Himmel „When Angels Fall“ von Lisa Mariah, erschienen am 31.10.2025 im Dunkelstern-Verlag, entführt uns in eine Welt voller Engel und erinnert uns daran, dass kein ...

Der neue Stern am Urban-Fantasy-Romance-Himmel „When Angels Fall“ von Lisa Mariah, erschienen am 31.10.2025 im Dunkelstern-Verlag, entführt uns in eine Welt voller Engel und erinnert uns daran, dass kein Wesen jemals ausschließlich gut oder böse sein kann – was zählt, sind unsere Entscheidungen.

Optisch funkelt dieser Stern besonders hell – dem Buch liegt beim Kauf direkt auf der Seite des Verlags eine Gebrauchsanweisung für den neuen Dunkelstern und auch eine Charakterkarte bei. Auch der Vor- und Nachsatz des Buches ist gestaltet – er zeigt jeweils eine gotische Kathedrale aus weißen und schwarzen Steinen erbaut, um die beiden Engelsvölker zu repräsentieren. Auf den ersten Seiten finden wir einen Hinweis auf die Triggerwarnung, die wir hinten im Buch konsultieren können, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob er mögliche Spoiler in Kauf nimmt, oder nicht. Außerdem werden wir mit einer Playlist aus thematischen passenden Songs begrüßt. Ich nutze diese gerne, um mich auf das Buch einzustimmen oder auch zwischendurch, wenn ich gerade nicht lesen kann, um gedanklich bei der Story zu bleiben. Wie üblich für den Dunkelstern-Verlag finden wir unten auf den Seiten auch wieder die typische Stern-Illustration. Darüber hinaus gibt es sehr schöne Feder- und Nelken-Zeichnungen bei Kapitelbeginn. Die Titel der einzelnen Abschnitte sind auf Englisch verfasst.
Ein Vorwort erklärt uns gewissermaßen die „Spielregeln“ der beiden Welten, in denen wir uns bewegen werden: die der Unter- und der Menschenwelt. Die Lichtengel leben in letzterer, hauptsächlich in der Hauptstadt Umbrane Heaven. Dabei verstecken sie ihr Wesen nicht, sondern werden von den Menschen als gleichwertig behandelt oder aber dafür geschätzt, dass sie ihren Schutzauftrag ausführen. So wird jedem Lichtengel bei der Geburt ein Schützling zugewiesen. Diesen schützen sie vor Einflüssen, aber auch vor der Dunkelheit. Ein Umstand, der den Schattenengeln deutlich missfällt – wieso sollten sie den Menschen dienen? Es kommt zur Rebellion und die Schattenengel, unter dem Anführer Maphas, werden in die Unterwelt verbannt. Ein Ort, an dem keine Pflanzen wachsen, da es weder Regen noch einen Tag-Nacht-Rhythmus gibt und wo selbst die gefallenen Engel langsam von der Dunkelheit verschlungen werden. Die Lichtengel dagegen leben friedlich unter der Herrschaft ihres Anführers Camael.

Wir befinden uns in der Moderne und lernen die beiden Protagonisten Idalia und Zion über einen Rückblick kennen. Die beiden sind noch Kinder, als sie Zion vollkommen allein und ohne Gedächtnis auf einem Spielplatz trifft. Zwar ist es offensichtlich, dass er den Schattenengeln angehört, dennoch nimmt ihre Familie ihn wie einen Sohn auf. Über die Jahre entwickelt sich eine zaghafte, unschuldige Liebe zwischen den beiden – bis Zion Idalia schließlich ohne ein Wort der Erklärung zurücklässt und damit ihr Herz bricht. Allerdings ist es kein Abschied für immer. Ein neuer Anführer präsentiert sich den Lichtengeln, nachdem Camael ermordert wurde. Law – doch es ist Zion, der das Volk lediglich manipuliert hat, damit es ihn liebt und unterstützt. Einzig Idalia und ihr näherer Bekanntenkreis bleibt von dieser Gehirnwäsche verschont. Um die Schattenengel wieder in die Menschenwelt zu führen, muss Zion jedoch unsterblich werden, was nur möglich ist, in dem er ein Verbindungsritual mit jemandem eingeht. Die perfekte Kandidatin scheint schnell gefunden. Doch als Idalia begreift, dass Zion ebenfalls dem Untergang geweiht ist, wenn seine Auserwählte stirbt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung…

Die Kapitel sind entweder aus Idalias oder Zions Perspektive geschrieben – dies wird zu Beginn angegeben – und eher kurz gehalten. Auf diese Art und Weise kann der Leser sich in die Gedankenwelten der beiden Protagonisten sehr gut einfühlen und ihre Intentionen nachvollziehen. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass die Nebencharaktere weniger Aufmerksamkeit bekommen und teilweise nicht besonders vielschichtig geschrieben sind. Themen wie physische und psychische Gewalt geben der Geschichte Tiefe und erklären das Verhalten der Charaktere, während tropes wie Found Family die nötige Leichtigkeit verleihen, um diese dunklen Themen zu behandeln. Dennoch beschäftigt sich das Buch mit intensiven Gefühlen, weshalb ein Blick in die Triggerwarnung zu Beginn für einige Leser sicher empfehlenswert ist. Sprachlich bedient sich die Autorin der modernen Umgangssprache, schreckt aber auch vor Kraftausdrücken wie „Fuck“ oder „Wichser“ nicht zurück.
Das Ende der Geschichte kommt sehr überraschend und konnte mich persönlich nicht ganz überzeugen, bringt aber definitiv einen unerwarteten Plottwist mit sich.

When Angels fall“ erzählt die Geschichte einer tragischen Liebe, die nicht sein darf, aber dennoch vom Schicksal vorbestimmt wurde. Eine Liebe, die so stark ist, dass sie alle Gesetze des Himmels und der Unterwelt überstrahlt und zeigt, dass kein Wesen jemals vorzeitig verurteilt werden sollte. Dass der erste Eindruck durchaus täuschen kann und man nie genau wissen kann, was hinter dem Verhalten anderer steckt.
Wer Lust auf eine etwas andere Liebesgeschichte hat, die über die Grenzen der Welten hinausgeht, wird hier einen neuen Stern finden, der ganz für sich allein im Regal funkelt – der Band steht für sich und ist keine Fortsetzung geplant.

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