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Veröffentlicht am 28.11.2025

Off to the races

Off to the Races
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Die neue Sportromanze « Off to the races » von Elsie Silver, erschienen am 28. November 2025 im Lyx-Verlag zeigt uns eindringlich auf, wie tief moralische Verpflichtungen gehen können – und was wir bereit ...

Die neue Sportromanze « Off to the races » von Elsie Silver, erschienen am 28. November 2025 im Lyx-Verlag zeigt uns eindringlich auf, wie tief moralische Verpflichtungen gehen können – und was wir bereit sind dafür zu opfern. Ein so tiefgehendes Dilemma erfährt unser männlicher Hauptcharakter: Vaughn Harding. Will er den Namen seines Großvaters von den Anschuldigungen reinwaschen oder konzentriert er sich lieber auf sein ganz persönliches Stück vom Glück? Er muss sich entscheiden und das vor einer atemberaubend authentischen Kulisse – der Gold Rush Ranch in Ruby Creek, Kanada.  

« Off to the races » bildet den Auftakt zu einer vierteiligen Reihe, dessen letzter Teil im Sommer nächsten Jahres veröffentlicht werden soll. Der zweite Teil ist ab Ende Februar erhältlich.
Äußerlich wartet das Buch mit einem schönen Farbschnitt in rustikalen Rot- und Brauntönen auf, die perfekt mit dem intensiven Pink des Covers harmonisieren. Im Vorsatz finden wir außerdem ein Artwork der beiden Protagonisten, welchem im selben Farbschema gehalten ist. Elsie Silver verzichtet auch in diesem Fall nicht auf eine Triggerwarnung – auf diese wird auf den ersten Seiten des Buches hingewiesen, die Liste selbst befindet sich aber hinten im Buch, sodass der Leser selbst entscheiden kann, ob er potentielle Spoiler in Kauf nehmen möchte, oder nicht. Außerdem sind die Seitenzahlen jeweils mit einer Hufeisen- und die erste Seite eines neuen Kapitels mit einer Pferde-Illustration dekoriert.

Billie Black ist der Gegenpart zu Vaughn Harding – schlagfertig, kompetent und abgebrüht. Wir bekommen eine starke weibliche Hauptfigur, die sich ihrer Erfolge bewusst ist und sich durchzusetzen weiß. Eine Frau, in einer mnnerdominierten Ebene, die sich nicht einfach den Mund verbieten lässt. Das passt unserem Protagonisten allerdings so gar nicht. Er ist es gewöhnt, jede zu bekommen, die er haben will. Aber mit Billie wird die Sache kompliziert. Er weiß, dass es keine gute Idee ist, ihr professionelles Verhältnis zu untergraben, aber er will sie trotzdem und kann nichts dagegen tun. Dabei liegt es ganz bei ihm: Will er Billie umwerben oder doch lieber die Farm seines Großvaters retten? Daraus entwickelt sich eine interessante Dynamik mit sehr viel Spannung und Funken, die nur so sprühen. Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist offensichtlich, aber keiner von beiden lässt sich darauf ein.
Billie lenkt sich mit der Aufgabe ab, das Vertrauen des Problempferdes Double Diablo zu erlangen. Denn er soll der Ranch möglichst bald zu Ruhm verhelfen, indem er das große Derby für sie einfährt. Doch so einfach ist das nicht – Billie muss sich Zeit nehmen, ihn kennenzulernen und schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine einzigartige Freundschaft.

Elsie Silver überrascht mit einer sehr realistischen Erzählung. An Schimpfwörtern, sexuellen Andeutungen und Umgangssprache fehlt es keinesfalls. Außerdem zählt die Geschichte auch die ein oder andere Pop-Culture-Referenz (etwa « Unsere kleine Farm » oder « Games of Thrones »), was die Distanz zwischen Handlung und Leser noch weiter verringert und es erlaubt, schnell in die Geschichte einzutauchen. Wer allerdings auf eine unschuldige Romanze gehofft hat, findet hier jedoch nicht ganz, was er sucht. Auch wenn die Entwicklung der Beziehung zwischen Billie und Vaughn fesselnd ist, ist die körperliche Ebene trotzdem sehr präsent. Den Spice würde ich mit 4,5 von 5 🌶️  einschätzen, denn es gibt doch einige sehr explizit beschriebene Sexszenen und auch zwischendrin immer mal wieder Andeutungen. Dies ist typisch für die Autorin, deshalb sollten Leser, die schon mit anderen ihrer Werke vertraut sind, vorgewarnt sein.
Ein bisschen Kitsch ist allerdings auch vorprogrammiert, besonders gegen Ende. Wem das nicht so gut bekommt, sollte vielleicht lieber anderen Autoren eine Chance geben.


Gefallen hat mir vor allem, dass auch die Ebene zwischen Mensch und Tier nicht vernachlässigt wurde. So konnte man Billie’s Fortschritt mit Double Diablo genauso verfolgen, wie die Entwicklungen zwischen ihr und Vaughn. Oft treten bei Sportromanzen genau solche Aspekte leider in dem Hintergrund, um den Protagonisten mehr Raum zu geben.  
Positiv aufgefallen ist mir außerdem Billie’s absolutes Feuer für den Sport und wie engagiert sie sich für das Tierwohl einsetzt. Dadurch wirkt sie gleich noch ein Stück sympathischer als andere Figuren. Außerdem fügt sich ihre Geschichte erst im Laufe der Handlung zusammen, sodass zusätzlich noch ein wenig Spannung aufgebaut wird. Wer ist sie wirklich? Wo kommt sie her?

Alles in allem ist Elsie Silver mit « Off to the Races » ein starker Auftakt zu ihrer neuen Sports-Romance-Reihe gelungen, die sicherlich viele Leser überzeugen wird. Vor allem, da es ihr gelingt, die Aspekte des Sports (in diesem Fall: die bedingungslose Liebe zu einem Pferd und die besondere Verbindung, die daraus wachsen kann) und die sich entwickelnde romantische Beziehung ausgeglichen wiederzugeben, sodass keine der beiden Handlungsstränge zu kurz kommt. Außerdem hat sie mit Billie Black eine starke Protagonistin geschaffen, die sich von Männern nichts sagen lässt.
Wer Lust auf eine prickelnde, neue Pferderomanze mit einer Extra-Portion Spice hat, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lassen.  

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Gwin und das Herz des Drachen

Gwin und das Herz des Drachen (Band 1)
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„Gwin und das Herz des Drachen“ bildet den Auftakt der märchenhaften Fantasy-Reihe von Verena Maier, erschienen am 12. Juni dieses Jahres im Loewe-Verlag. Auf 350 Seiten lädt die Autorin nicht nur jüngere ...

„Gwin und das Herz des Drachen“ bildet den Auftakt der märchenhaften Fantasy-Reihe von Verena Maier, erschienen am 12. Juni dieses Jahres im Loewe-Verlag. Auf 350 Seiten lädt die Autorin nicht nur jüngere Leser zum Träumen ein und eröffnet ihnen eine ganz neue, geheime Welt, die direkt vor ihren Augen verborgen liegt.
Wir begleiten unsere 10-jährigen Protagonistin Gwin Erlstein, die von zuhause wegläuft, als ihre Eltern sie wieder einmal zurücklassen, um in den Urlaub zu fahren. Ihre Tochter wollen sie auf keinen Fall dabeihaben – soll doch die scheußliche Tante Edith sich um sie kümmern! Aber ohne Gwin. Kurzerhand verschwindet sie, nur um kurz darauf zu bemerken, dass es sich ohne Geld auf der Straße nicht gut leben lässt. Zum Glück taucht der sprechende Kater Nerowitz auf und spricht eine außergewöhnliche Einladung aus: Gwin kann fürs Erste in Madame Manous geheimem Zauberladen unterkommen. Hier gibt es alles, was sich ein ausgehungertes, unglückliches Mädchen wünscht und noch einiges mehr! Dass Madame Manous Kundschaft fast ausschließlich aus magischen Wesen besteht, erkennt sie schnell. Doch im Keller des Ladens versteckt sich noch eine ganz andere Kreatur, die schon seit Jahrhunderten darauf wartet, aus ihrem papiernen Gefängnis befreit zu werden. Wer konnte schon ahnen, was Gwin damit losgetreten hatte…

Das Buch richtet sich in erster Linie an jüngere Leser, worauf einerseits das Alter der Protagonistin hindeutet, andererseits allerdings auch die relativ große Schrift, die bei Kinderromanen üblich ist. Dennoch hat die Geschichte durchaus Potenzial, auch Jugendliche oder sogar Erwachsene zu begeistern, denn es gibt reichlich Magie zu entdecken. Besonders Fantasy-Fans, die sich eine Geschichte ohne romantische Beziehungen und ohne Spice wünschen, werden hier fündig. Die Autorin überrascht außerdem mit einigen Handlungsfäden, die erst am Ende der Geschichte zusammenlaufen, sodass ein für dieses Genre ungewöhnlicher Spannungsbogen entsteht. Erst am Ende des Abenteuers setzen sich die Puzzleteile endgültig zusammen, und alle Zusammenhänge ergeben ein großes Bild der Zauberwelt, der Madame Manous Laden angehört. Gerade dieser Umstand macht das Buch auch attraktiv für ältere Leser, die Lust haben, tief in eine fantastische Welt einzutauchen und Stück für Stück zu entdecken, aus welchen Elementen sich diese zusammensetzt.
Auf einigen Seiten finden sich auch aufwendig gestaltete Illustrationen in Schwarz-Weiß, die mit dem Zeichenstil des Covers übereinstimmen und den Lesespaß noch verstärken.
Darüber hinaus werden sowohl ältere als auch jüngere Leser gleichermaßen angesichts einiger humorvoller Szenen schmunzeln, wenn wieder einmal Flüche wie „Du Sparflamme!“ oder „Dummschuppe!“ ausgesprochen werden.

Junge Leser werden sich mit Gwin identifizieren können, da diese sich, ähnlich wie viele Kinder in diesem Alter, von ihren Eltern missverstanden fühlt und sich eine Welt wünscht, in der sie alles tun und lassen kann, wie es ihr gefällt. Auf der Suche nach einem Ort, der sie nicht einschränkt, wächst sie über sich hinaus und lernt die Bedeutung echter Freundschaft zum ersten Mal kennen. Dabei gelingt ihr nicht alles beim ersten Versuch – aber ihr eiserner Wille und Mut zahlen sich letztendlich aus.
Ab und an werden lautmalerische Elemente verwendet (Glocke: Dong! Dong! Dong!) und das ein oder andere Klischee bedient – so ist der Kellner in Madame Manous Laden natürlich ein Vogel, wenn auch ein Storch und kein Pinguin. Auch das Motiv des Bösewichts ist kindgerecht: er handelt, wie die meisten Schurken, aus Hass und Neid heraus.

„Gwin und das Herz des Drachen“ ist eine Geschichte, die für alle Altersklassen geeignet ist. Sie erzählt von Freundschaften, die stärker sind als alle Vorteile und die jedes Risiko wert sind. Außerdem zeigt sie uns eindrücklich auf, dass man seine Familie auch finden kann, genau wie Gwin es im Auftakt dieser Fantasyreihe getan hat. Mit viel Witz und Spannung zieht die Autorin uns in ihren Bann und lädt uns ein, den Alltag für ein paar schöne Lesestunden zu vergessen, um mit Gwin auf Reisen zu gehen. Eine klare Empfehlung für alle, die sich ein kurzweiliges, herzerwärmendes Abenteuer mit innovativen Fantasyelementen wünschen, das von Beginn an seine Magie entfaltet.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Odins Ruf

Odins Ruf - Verblasste Erinnerung
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Du kannst ihr alles nehmen, aber nicht den Instinkt, zu wissen was sie ist.
„Odins Ruf – Verblasste Erinnerung“ von Juliana Alt, erschienen am 17. Februar diesen Jahres im Dunkelstern-Verlag, besticht ...

Du kannst ihr alles nehmen, aber nicht den Instinkt, zu wissen was sie ist.
„Odins Ruf – Verblasste Erinnerung“ von Juliana Alt, erschienen am 17. Februar diesen Jahres im Dunkelstern-Verlag, besticht mit einer großzügigen Anzahl an Illustrationen, inspiriert durch die nordische Mythologie und einer keineswegs vorhersehbaren Erzählung darüber, was geschehen kann, wenn man vergisst, was – nicht wer - man schon immer gewesen ist.
Das Buch ist liebevoll gestaltet und weist bei jedem neuen Beginn eines Kapitels eine schöne Rabendarstellung und eine entsprechende Feder in den Seitenecken auf. Außerdem befinden sich im unteren Teil durchgehend schwarze Polarsterne, die das Gesamtbild noch zusätzlich aufwerten. Vorne im Buch finden wir einen Hinweis auf eine Contentwarnung, die sich auf den letzten Seiten befindet – so kann jeder für sich entscheiden, ob er oder sie im Vorhinein einen Einblick erhalten oder lieber blind in die Geschichte einsteigen möchte. Darüber hinaus wurde auch exklusiv für das Buch eine Playlist erstellt, was für zusätzliche Immersion zu erlauben. Auf 243 Seiten erzählt die Autorin die Geschichte von Hester, lässt aber ab und an auch die Perspektive einiger Nebencharaktere zu. Die Kapitel sind mit zwischen einer und 29 Seiten unterschiedlich lang, jedoch in der Regel eher kurz.

Hester Lind erfährt auf ungewöhnlichem Wege vom Tod ihres Bruders, zu dem der Kontakt allerdings schon vor Jahren abgebrochen ist. Dennoch macht sie sich auf den Weg in die Stadt, in der er zuletzt gelebt hat, um sich ihm nahe zu fühlen und zu trauern. Sie trifft auf Skadi, seine Freundin, die felsenfest davon überzeugt ist, dass Malviks Tod kein Unfall gewesen sein kann. Hester sieht sich das Zimmer an, das er gemietet hatte und wird vom sympathischen Eigentümer Erik gleich eingeladen, für die Dauer ihres Aufenthaltes dort zu bleiben. Erleichtert nimmt sie das Angebot an und beginnt mit der Recherche. Allerdings dauert es nicht lange, bis die ersten sonderbaren Beweise auftauchen und unsere Protagonistin realisiert, dass etwas mit ihrem Gedächtnis nicht stimmt… Wir befinden uns im modernen Schweden, aber viele Menschen glauben noch immer an die Sagen der nordischen Mythologie und verehren dessen Götter. Hester ist skeptisch – für sie sind das alles bloß Geschichten, auch wenn sie eventuell ein Körnchen Wahrheit enthalten. Bald schon sieht sich Hester allerdings mit verschiedenen mystischen Wesen konfrontiert und muss einsehen, dass die Geschichten vielleicht nicht ganz so erfunden sind, wie sie gedacht hatte. Gleichzeitig kommt sie auch Erik immer näher, obwohl sie den Eindruck nicht abschütteln kann, ihn schon länger zu kennen.


Die Beziehung zwischen Hester und Erik entwickelt sich in einem guten Tempo und zwischen den beiden sprühen reichlich Funken. Es gibt keine typische „Closed Door“-Situation, allerdings auch keine explizite Beschreibung, weshalb ich den Spice-Level mit einer bis 1,5 Chilischoten bewerten würde.
Der eigentliche Plot entwickelt sich dagegen etwas langsam. Erst gegen Ende beginnen die Puzzleteile, sich zusammenzusetzen und die Rätsel klären sich ab einem bestimmten Buch sehr schnell auf. Trotzdem fehlt es „Odins Ruf“ keineswegs an Spannung und an unvorhersehbaren Wendungen, die der Geschichte ihre düstere Atmosphäre verleihen. Schließlich finden sich auch einige dramatische Elemente, die den Ausklang auf epische Art und Weise abrunden.
Den Charakteren fehlt es dagegen etwas an Tiefe. Trotz der langen Suche, auf die wir Hester begleiten, gelingt es nicht wirklich, sich in sie hineinzuversetzen, obwohl ihr Verhalten logisch und ihre Gefühle nachvollziehbar sind. Die Nebencharaktere konnten leider auch nicht besonders überzeugen. Beim Lesen kamen keine starken Empfindungen auf, stattdessen folgt man einfach dem Lauf des Buches, ohne aber wirklich daran teilzuhaben. Da die Geschichte sich aber mit der Frage nach Malviks Trod beschäftigt, hätten zusätzliche Slice of Life Momente den Plot nur noch zusätzlich in die Länge gezogen.
Es handelt sich um einen in sich abgeschlossenen Einzelband. Die Fragen, die im Laufe der Geschichte aufgeworfen wurden, werden beantwortet, sodass keine Fortsetzung zu erwarten ist. Auch der Verlag hat in diese Richtungen keine Andeutungen gemacht.  


Alles in allem ist „Odins Ruf – Verblasste Erinnerung“ ein gelungenes Abenteuer, für allem für Kenner der nordischen Mythologie, die mit den erwähnten Sagen und mystischen Kreaturen bereits vertraut sind. Diese werden aber allesamt vorgestellt, sodass Vorwissen in diesem Bereich nicht nötig ist, um der Geschichte folgen zu können. Auch wenn die Charaktere nicht vollständig überzeugen konnten, steht hier auch nicht die Beziehung zwischen den Figuren im Fokus, sondern die nordische Mythologie als sagenumwobene Inspirationsquelle. Somit empfehle ich das Buch für alle, die Lust auf ein etwas anderes Fantasyabenteuer haben und in die mysteriöse Welt der nordischen Mythologie eintauchen möchten.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Der Regenzaubermarkt

Der Regenzaubermarkt: Der Feel-Good-Bestseller aus Korea – tauche ein in eine magische Welt, in der alles möglich ist!
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„Das Leben ist so ähnlich wie eine Socke mit Löchern drin. Wir können die Löcher darin wieder flicken, indem wir es zusammen mit unseren Liebsten tun.“

Der Jugendroman „Der Regenzaubermarkt“, von You ...



„Das Leben ist so ähnlich wie eine Socke mit Löchern drin. Wir können die Löcher darin wieder flicken, indem wir es zusammen mit unseren Liebsten tun.“

Der Jugendroman „Der Regenzaubermarkt“, von You Yeong-Gwang, erschienen am 17. September diesen Jahres im ueberreuter-Verlag, regt auf 307 Seiten zum Nachdenken, aber auch zum Einkuscheln an. Eine Feelgood-Geschichte, die uns vor Augen führt, wieviel Glück wir eigentlich haben.
Serin, unsere Protagonistin, ist mit ihrem Leben nicht zufrieden. Sie und ihre Mutter leben allein, da ihre Schwester fortgelaufen und ihr Vater verunglückt war, als sie noch klein war. Sie ist arm und hat keine Freunde – nicht einmal ein Studium kann sie sich leisten. Deshalb entschließt sie sich, einen Brief an den Regenzaubermarkt zu schreiben. Dort können Menschen ihr Unglück verkaufen und nach einem besseren Leben suchen. Tatsächlich erhält sie per Post ein Ticket und macht sich bald auf den Weg. Gemeinsam mit der magischen Katze Isha sucht sie nach der Murmel, die das Leben enthält, was sie sich wünscht. Aber das ist gar nicht so einfach. Es stellt sich heraus, dass alle Leben, so perfekt sie auch auf den ersten Blick scheinen, Nachteile mit sich bringen. Serin bleibt nicht viel Zeit herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist: Wenn sie bis zum Ende der Regenzeit keine Wahl getroffen hat, wird sie für immer verschwinden…


Der Regenzaubermarkt überrascht mit Märchen-Elementen wie einer Moral, wiederholten Handlungen und Erklärungen für alltägliche Phänomene. So stehlen die Dokebis; koboldartige Wesen, die in der Welt des Regenzaubermarktes zuhause sind, den Menschen allerlei Eigenschaften: sowohl gute als auch schlechte, darunter zum Beispiel die Neugier oder Drang, aufzugeben. Einige Aspekte wie zum Beispiel die Uhr, die nicht mit Sand, sondern Regenwasser gefüllt ist, überzeugen zusätzlich durch ihre Originalität. Ein wenig Spannung fehlt ebenfalls nicht, denn Serin wird auf ihrer Suche nach den Dokebi-Murmeln verfolgt. Wieso nur? Das erfahren wir erst am Ende der Geschichte, die außerdem einen überraschenden Plottwist mit sich bringt. Die Charaktere sind drollig, vor allem diejenigen, die eine größere Rolle innehaben, wie etwa die magische Katze Isha. Zeitweise erinnerte mich die Geschichte vom Gefühl her an die verkehrte Welt von Alice im Wunderland, die bereits etliche Leser aller Altersklassen in ihren Bann ziehen konnte. Ich würde das Buch schlussendlich als „whimsical mystery“ beschreiben. Dennoch hat die Geschichte mich auch sehr berührt.
Ein wenig fraglich bleibt allerdings, ob das Buch tatsächlich für Kinder geeignet ist, oder doch eher für etwas ältere Jugendliche. Ich nehme nichts vor Weg, aber es gibt im Konkreten eine Szene, in der Selbstverletzungen und Suizidgedanken behandelt werden. Außerdem werden einige Kampfhandlungen sehr gewalttätig beschrieben. Das bunte Cover mit dem etwas kindlichen Zeichenstil, die großen Seitenabstände, das Alter der Protagonistin und nicht zuletzt die Altersempfehlung (ab 12 Jahren) lassen aber durchaus vermuten, dass sich der Autor an Kinder richtet. Aufmerksamen Lesern wird auch ein etwas außergewöhnlicher Schreibstil auffallen – das liegt vermutlich daran, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Koreanischen handelt. Dennoch muss man sich an die Satzformulierungen erst einmal gewöhnen, bevor man schließlich in die Geschichte eintaucht. Nebencharaktere wirken leider nicht so vielschichtig, wie in manchen anderen Romanen, vermutlich allerdings auch, da der Fokus hier auf der zentralen Message liegt. Leider bleiben auch nach dem Lesen der letzten Seite noch einige Fragen offen, was zum Beispiel die genaue Motivation des Bösewichts betrifft, oder weshalb einige Charaktere überhaupt plötzlich vor Ort sind, die nicht beantwortet oder erklärt werden. Die Geschichte schließt jedoch ohne jeden Cliffhanger und es ist klar ersichtlich, dass keine Fortsetzung angedacht ist, sondern „Der Regenzaubermarkt“ ein Stand-alone bleiben wird.


Alles in allem hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn nicht immer alle Handlungen der Charaktere schlüssig waren und einige Aspekte einfach nicht erklärt wurden. Hat man sich erst einmal auf das Buch eingelassen, liest es sich wie ein Märchen aus der Kindheit. Trotzdem wird es dabei nicht langweilig, denn das Geheimnis, das Serin aufklären muss, hat mich fesseln können und auch den Plottwist habe ich nicht vorhergesehen. Problematisch bleibt für mich nach wie vor die bereits angesprochene Szene, die das Thema der Selbstverletzung berührt. Meiner Meinung nach gehört so etwas keineswegs in ein Kinderbuch, erst recht nicht, ohne einen Hinweis vorne im Buch, denn es kann ungeahnten Schaden anrichten – und das nicht nur bei jüngeren Lesern.
Ich empfehle „Der Regenzaubermarkt“ somit älteren Jugendlichen und Erwachsenen, die Lust auf ein eingängiges cozy Abenteuer im verregneten Herbst oder April haben.


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Veröffentlicht am 24.09.2025

Marigold Manor

Marigold Manor 1: Hidden Lies
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Der Auftakt der High-Society-Romanreihe „Marigold Manor – Hidden Lies“ von Lara Holthaus, erscheint am 29. September 2025 im Cove-Verlag, überzeugt auch Romance-Muffel mit überraschend viel Witz und Mystery-Elementen. ...

Der Auftakt der High-Society-Romanreihe „Marigold Manor – Hidden Lies“ von Lara Holthaus, erscheint am 29. September 2025 im Cove-Verlag, überzeugt auch Romance-Muffel mit überraschend viel Witz und Mystery-Elementen. Hinter all dem verbirgt sich jedoch eine kraftvolle Message, die uns alle angeht.
Optisch ein echter Hingucker – edler geht es wohl nicht. Hidden Lies kommt mit royalblauem Cover, inklusive filigraner, goldener Folierung auf allen drei Seiten und floralem Farbschnitt. Mit diesem Buch ist dem Cove-Exemplar mal wieder ein echtes Meisterwerk gelungen, dass keinen beim Stöbern in der Buchhandlung kalt lassen dürfte. Wir werden mit einem Disclaimer und einen Hinweis auf eine Contentwarnung hinten im Buch begrüßt – wie ich finde eine ideale Lösung: So wird man nicht ungewollt gespoilert, überliest den Hinweis aber auch nicht einfach. Darüber hinaus finden wir eine Playlist vorne im Buch, was wiederum eine Neuheit darstellt, die noch mehr Immersion für die Leser bedeutet. Diese besteht aus Titeln, die im Laufe der Geschichte wichtig werden, überwiegend bekannte Popsongs. Die Geschichte teilt sich auf 476 Seiten in fünf Teile auf, wobei die Kapitel eher kurzgehalten sind. (zwischen 2 und 10 Seiten).


Der beliebte Booktrope rivals to lovers steht hier ganz klar im Vordergrund und zwischen Aiven und Lola sprühen gleich zu Beginn ganz schön die Funken. Auffallend ist vor allem die erfrischend alltagsnahe Wortwahl: die Autorin bedient sich reichlich an Ausdrücken der Umgangssprache und Anglizismen, wobei auch Beleidigungen und Schimpfwörter fallen. Aktuelle Pop-Culture-Referenzen lockern den Plot auf und sorgen für unterhaltsame Momente. Ganz eindeutig richtet sich das Buch an Erwachsene, denn sexuelle Handlungen werden nicht nur zum Thema gemacht, sondern explizit beschrieben. Trotzdem bleibt der Fokus bei diesen Szenen eher auf den Gefühlen der Charaktere, weshalb der Spice wohl mit einer 3 von 5 🌶️ bewertet werden kann. Das Setting ist britisch: Unsere Protagonistin, Lola Dixon kommt aus Fermoy, Irland und auch Marigold Manor achtet streng auf sein royales Image.
Wir starten gleich in die Geschichte und lernen unsere Hauptcharaktere kennen, die beide ihre Dämonen zu bekämpfen haben: Lola, die noch immer nicht mit dem Suizid ihrer Stiefschwester abschließen kann und Aiven, der es zwar bis ganz an die Spitze geschafft hat, sich aber ganz und gar nicht wie ein Sieger fühlt, sondern eher von seiner Vergangenheit erschlagen. Beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter und nähern sich einander an, was nicht zuletzt den sehr gut geschriebenen Nebencharakteren zu verdanken ist. Nicht wenige werden, wie auch ich, in Henry, Aivens Bruder, ihren Liebling finden. Wer von beiden sich zuerst in den ach so verachtenswerten Rivalen verguckt, ist schwer zu sagen, klar ist aber, dass es Spaß macht, dabei zuzusehen, wie sich die beiden immer wieder bekriegen, um dann doch wieder aneinander zu denken. Wer die Serie Maxton Halls auf Netflix gesehen hat, kann sich ungefähr vorstellen, wovon ich spreche.
Die Liebesgeschichte der beiden steht aber eigentlich gar nicht im Vordergrund. Viel mehr geht es um den Nebenplot, den es zu lösen gilt: Wer ist dafür verantwortlich, dass Keela sich das Leben genommen hat? Leider ist es gar nicht so einfach, die Herrschaften dazu zu bewegen, ihre dunklen Geheimnisse offen zu legen – und auch Aiven scheint einiges zu verbergen. Er fühlt sich längst nicht so wohl in seiner Haut, wie es auf den Postern immer scheint. Denn im Grunde hat auf Marigold Manor nur einer die Macht und das ist sein Adoptivvater, der Duke. Durch ihre Nachforschungen begibt Lola sich nicht nur in eine elitäre Glamourwelt, die ihr so gar nicht gefällt, sondern außerdem in große Gefahr. Doch was ist ihr wichtiger? Ihre eigene Sicherheit, oder endlich zu erfahren, was damals geschehen ist?

Mit „Hidden Lies“ ist Lara Holthaus der Start in eine vielversprechende Suspense-Romance-Reihe gelungen, die bereits Ende Februar nächsten Jahres um das Sequel „Veiled Ambitions“ ergänzt werden soll. Auch als eingefleischter Fantasy-Fan habe ich mir diesen Termin dick im Kalender angestrichen, denn ich möchte auf jeden Fall weiterlesen – auch ganz ohne Cliffhanger. Definitiv eine Empfehlung für alle, die Romance normalerweise links liegen lassen und bloß keinen Kitsch wollen: Schon lange hat mich keine Geschichte mehr so berührt wie diese und gleichzeitig so oft schmunzeln lassen.

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