Lahme Story, unsympathische Charaktere
This is War - Travis & ViolaZunächst einmal muss ich sagen, dass mir das Cover sehr gut gefallen hat. Es ist relativ schlicht und wirkt durch die sparsame Verwendung von Farbe sehr edel.
Das Cover ist aber auch das einzig Gute an ...
Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir das Cover sehr gut gefallen hat. Es ist relativ schlicht und wirkt durch die sparsame Verwendung von Farbe sehr edel.
Das Cover ist aber auch das einzig Gute an dem Buch. Die Story ist weder innovativ noch besonders spannend. Viola hasst Travis, den besten Freund ihres Bruder aus tiefstem Herzen. Als die beiden noch Freunde waren, hat er sie tief enttäuscht und nun hält sie es keine Minute mehr mit ihm in einem Raum aus. Das stellt natürlich ein Problem dar, als Viola für zwei Wochen in das Zimmer ihres Bruders zieht, da ihr Wohnheim über die Ferien geschlossen ist, schließlich ist Travis sein Mitbewohner. Zwischen den beiden entwickelt sich ein wahrer Kleinkrieg, bei dem Viola regelmäßig die Bettgeschichten von Travis vergrault und dieser sie bei jeder Gelegenheit schikaniert. Diese Geschichte kann ja nur schief gehen oder?
Die Geschichte ist im Großen und Ganzen wirklich ziemlich langweilig und vorhersehbar. Schon nach dem Lesen des Klappentextes wusste ich genau, was passiert. Ich habe es dennoch gelesen, weil man ja doch immer mal wieder von liebevoll gestalteten Figuren oder einem tollen Schreibstil überrascht werden kann, doch auch das war hier nicht der Fall. Ich war schon nach den ersten Seiten von dem Dauerstreit der beiden genervt. Dass man sich nicht mag, für mich vollkommen okay, dass man sich deswegen streitet, auch nachvollziehbar, aber die Art und Weise, wie die Streits beschrieben werden, ist einfach unglaubwürdig. Auch der Grund, warum Viola Travis hasst, ist total bescheuert. Man fragt sich die ganze Zeit, was denn zwischen den beiden vorgefallen ist und bleibt dann ein wenig verwirrt zurück. Jede klischeehafte Wendung wäre das besser gewesen, als diese lahme Erklärung.
Auch die Darstellung von Viola als Nerd fand ich dämlich. Oh wow, sie liest gerne und trägt mal ein Harry-Potter-T-shirt. Das allein macht sie nun wirklich nicht zum Nerd und selbst wenn, finde ich die Darstellung, dass dies etwas Schlechtes sein soll, vollkommen unverständlich. Zudem waren die Bezüge zu Harry Potter dann auch nicht besonders nachvollziehbar. Wenn man ein Buch mit einbezieht, das eine riesige Fangemeinschaft hat, dann doch bitte richtig bzw. in einer logischen Art und Weise.
Am allermeisten gestört haben mich aber die Sexszenen der beiden. Zum einen steht mir der Sex viel zu sehr im Mittelpunkt, was aber sogar noch fast verständlich ist, weil sie bei jeglicher Kommunikation ja nur schreien oder sich auf Übelste beschimpfen. Hinzu kommt aber noch, dass Viola bei mehr als einer Gelegenheit sagt, dass sie ihn nicht küssen oder noch weitergehen will, er aber nicht darauf hört. Hier ist zwar sehr eindeutig, dass sie eigentlich aufeinander stehen, aber es wirkt dennoch so, als würden Frauen, die Nein sagen, es nicht unbedingt so meinen und das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht.
Abschließend kann man sagen, dass ich nicht viel erwartet habe und trotzdem enttäuscht wurde. Die anderthalb Sterne gibt es einzig für das wirklich hübsche Cover und den erstaunlich gut gewählten Cliffhänger, der mich bei einem minimal spannenderen Buch vielleicht sogar dazu gebracht hätte, auch das nächste noch lesen zu wollen. Die Darstellung dieser extrem ungesunden Beziehung muss ich aber nicht auch noch in einem weiteren Teil lesen.