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Veröffentlicht am 18.04.2025

Vielversprechender Auftakt zu einer fantastischen Reihe

Quicksilver - Tochter des Silbers. Gefangener der Schatten
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Bei dem Cover bin ich sehr zwiegespalten. Ich bin einfach nicht so ein großer Fan von Gesichtern auf einem Titel, obwohl die abgebildete Person sogar recht genau zu meiner Vorstellung von Kingfisher passt. ...

Bei dem Cover bin ich sehr zwiegespalten. Ich bin einfach nicht so ein großer Fan von Gesichtern auf einem Titel, obwohl die abgebildete Person sogar recht genau zu meiner Vorstellung von Kingfisher passt. Dafür liebe ich aber die Gestaltung des Buches ohne den Schutzumschlag. Das dunkle Lila mit der Gestaltung des Schwertes und der Schmetterlinge passt, meiner Meinung nach, noch einmal deutlich besser zur Story und macht sich hervorragend im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Saeris lebt in einer Welt, in der Welt, in der Wasser extrem knapp ist und die Menschen in der Stadt Zilvaren um jeden Tropfen kämpfen müssen. Aus Verzweiflung bestiehlt sie eine der königlichen Wachen und wird dafür zum Tode verurteilt. Auf der Schwelle des Todes gelingt es ihr aus Versehen ein altes Quicksilver-Portal zu öffnen, durch das der atemberaubende Fae-Krieger Kingfisher erscheint und sie rettet. Als erster Mensch seit Jahrhunderten betritt Saeris Yvelia, wo sie mitten in einen blutigen Krieg landet. Mit Hilfe von Fisher soll Saeris ihre machtvolle Alchemistenfähigkeiten unter Kontrolle bringen, die eine entscheidende Rolle in dem Krieg spielen könnten. Doch sie hätte nicht gedacht, wie nah sie dem mysteriösen Fisher kommen würde, obwohl der alles für sein Volk opfern würde, auch Saeris‘ Herz.

Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, weil ich schon unglaublich viel davon gehört habe und gespannt war, ob es dem Hype gerecht wird. Zum Glück hat es mich größtenteils wirklich überzeugen können und ich kann die Obsession mit Kingfisher jetzt besser verstehen. Aber auch der Schreibstil trägt dazu bei. Ich habe zwar etwas gebraucht, um so richtig in die Geschichte zu finden, aber der leichte, mitreißenden Schreibstil hat dennoch dafür gesorgt, dass ich in kürzester Zeit durch die Geschichte geflogen bin und vor allem zum Ende hin kaum aufhören konnte.

Das liegt auch und vielleicht sogar vor allem an den Charakteren. Ich mochte Saeris von Anfang an, aber ich habe dennoch ein bisschen gebraucht, um sie so richtig ins Herz zu schließen, weil sie einfach schon durch ihr Leben in Zilvaren sehr hart sein muss und niemandem vertraut. Ich kann das absolut verstehen, schließlich kann das Vertrauen in die falschen Menschen sie ihr Leben kosten. Dass sie in Yvelia dementsprechend braucht, um aufzutauen und den Fae um sich herum offen zu begegnen, selbst wenn sie ihr gegenüber nur freundlich sind. Auch bei Kingfisher war ich, abgesehen davon, dass ich mich an seinen Namen gewöhnen musste, mir zunächst ein wenig unsicher. Natürlich war mir klar, dass mehr hinter seinem Verhalten steckt und er nicht einfach ein gemeiner Mensch ist, der besonders Saeris nicht mag. Es dauert erstaunlich lange, bis man einen Blick hinter seine kalte Fassade bekommt, was ein bisschen dazu geführt hat, dass ich manchmal nicht so ganz verstehen konnte, warum Saeris sich von ihm so angezogen fühlt. Das ändert sich, als er dann offener wird und man auch ein wenig erfährt, was er in der Vergangenheit durchmachen musste und warum er selbst seine Freunde oft nicht an sich heranlässt, obwohl das in der Vergangenheit anders war. Obwohl es mir die Protagonisten zumindest zu Beginn ein bisschen schwerer gemacht haben, sind die Nebencharaktere, wenn man sie überhaupt so nennen will, meine absoluten Highlights. Ich liebe sowohl Everlayne und Renfis, besonders in mein Herz geschlossen habe ich aber Lorreth und Carrion. Beide tragen wesentlich dazu bei, dass die Geschichte nicht nur düster und ernst ist, sondern auch unterhaltsam. Carrion schafft es so gut wie jede Situation durch einen unangebrachten Spruch oder Witz aufzulockern. Zu Beginn fand ich ihn unglaublich anstrengend und hätte niemals gedacht, dass er einer meiner Lieblingscharaktere werden würde, zumal mehr hinter ihm steckt als man zu Beginn denkt und ich extrem gespannt bin, mehr zu erfahren. Lorreth ist eher derjenige, der durch seine empathische Art mehr Tiefe in die Geschichte bringt und Saeris eine andere Art von Sicherheit gibt, die gleichzeitig auch dazu führt, dass sie sich der ganzen Gruppe mehr öffnet. Dabei ist er für sie da, hört ihr zu und erklärt ihr immer verschiedene Dinge, damit sie einfach die Welt besser begreifen kann. Gleichzeitig ist er aber auch immer Fishers Freund, der fest zu ihm steht und oft erklärt, warum er sich auf bestimmte Arten verhält, damit Saeris in ihm mehr sieht, als den eiskalten Krieger, als der er oft erscheint.

Die Story und das World-Building fand ich manchmal ein bisschen schwierig nachzuvollziehen. Das lag nicht daran, dass es schlecht war, sondern vielmehr weil es zum Teil einfach etwas viel war. Gerade als ich die Gesetze und Umstände in Zilvaren einigermaßen verstanden habe, wurde Saeris nach Yvelia gebracht, was auf eine ganz andere Art funktioniert als Zilvaren. Dazu kommt noch, dass niemand Saeris zu Beginn so richtig die Umstände der Welt erklärt. Everlayne versucht es zwar im Winterpalast zunächst, aber da Fisher komplett andere Pläne hat, passiert das nur eingeschränkt. Dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, etwas hinterher zu hängen und die Auswirkungen gewisser Handlungen oft erst begreifen zu können, wenn sie mir genau erklärt worden sind.

Alles in allem hat mich das Buch trotz kleinerer Kritikpunkte durchaus begeistern können. Zwar wirkt es manchmal ein bisschen, als würde man alle Handlungsstränge und Elemente aus verschiedenen erfolgreichen Fantasybüchern der letzten Jahre in eine Geschichte packen und einmal kräftig durchschütteln, damit etwas Neues dabei rauskommt, aber es funktioniert erstaunlich gut. Das liegt nicht zuletzt an den wirklich tollen Charakteren, die ich wirklich fest ins Herz geschlossen habe. Dennoch hängt meine abschließende Betrachtung dieser Reihe sehr davon ab, wie gut der zweite Teil die Handlung wieder einfängt, weil es oft nah an der Grenze zur Übertreibung agiert und immer die Gefahr besteht, dass es in eine Richtung kippt.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Spannende Story vor der atemberaubenden Kulisse Alaskas

Kodiak Echoes – Hide me
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Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die dunklen Bäumen, in denen die helle, farbenfrohe Schrift zu verschwinden scheint. Das passt perfekt zu der Geschichte und macht sich wunderbar im Regal.

Die ...

Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die dunklen Bäumen, in denen die helle, farbenfrohe Schrift zu verschwinden scheint. Das passt perfekt zu der Geschichte und macht sich wunderbar im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Nachdem die Softwareentwicklerin Brynn Callahan dabei geholfen hat, ein Verbrechen aufzudecken, muss sie untertauchen und wird im Zuge eines Zeugenschutzprogramms nach Echo Cove in Alaska. Unter falschem Namen zieht sie in ein heruntergekommenes Cottage mitten im Nirgendwo, wo es neben misstrauischen Einwohnern auch riesige Kodiakbären gibt. Ausgerechnet vor einem der Exemplare wird Brynn von ihrem verschlossenen Nachbarn Archer Flint gerettet, der in dem Schutzreservat als Wildhüter arbeitet. Auch wenn er zunächst so gar nicht begeistert von seiner neuen Nachbarin ist, kommen sie sich mit der Zeit doch näher. Doch immer wieder wird sie vor Archer gewarnt, schließlich hat dessen Bruder vor vielen Jahren seine damalige Freundin umgebracht, bevor er selbst spurlos verschwand. Da Brynn nicht glauben kann, dass er irgendetwas mit dem Verschwinden seines Bruders oder dem Mord an dessen Freundin zu tun hat, beginnt sie Nachforschungen anzustellen und stößt auf ein tödliches Geheimnis, das nicht nur sie in Lebensgefahr bringt.

Ich fand sowohl die Idee als auch das Setting des Buches wirklich spannend, sodass ich es unbedingt lesen wollte, Zum Glück hat es mich, bis auf ein paar Kleinigkeiten, wirklich überzeugen können. Das liegt auch an dem gelungenen Schreibstil, der eher ruhig und leicht ist, dabei aber von der ersten Seite fesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht und habe das Buch innerhalb von zwei Tagen komplett gelesen.

Dazu trägt definitiv auch das Setting der Geschichte bei. Ich mochte, dass es (mehr oder weniger) in der Wildnis von Alaska spielt und man zumindest eine Idee davon bekommt, wie anders die Welt dort aussieht. Allerdings hätte das für mich ruhig eine größere Rolle spielen können und vermutlich ist genau das auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch. Das Setting wirkt oft sehr austauschbar und spielt keine große Rolle, vielmehr könnte sich die Handlung mit kleineren Abwandlungen in nahezu jeder amerikanischen Kleinstadt abspielen. Ich fand das ein bisschen schade, weil mich gerade dieses Setting gereizt hat und es mir schon gereicht hätte, wenn Brynn zusammen mit Archer einfach mal wandern gegangen wäre. Sie ist ein Stadtkind, deswegen würde es schon reichen, wenn sie vielleicht einen der kürzeren Wanderwege nehmen würden und er ihr ein bisschen das Schutzgebiet zeigen würde. Doch stattdessen verirrt sie sich dauernd zufällig dort hinein und muss von ihm gerettet werden, was mich mit der Zeit auch etwas genervt hat. Ich kann sogar verstehen, dass sie sich in einer vulnerablen Lage befindet und deswegen oft (zu recht) panisch reagiert, aber dafür handelt sie oft sehr naiv und fast schon leichtsinnig. Ich kann gewisse Handlungen zumindest in einem gewissen Maße verstehen, aber anderes wiederum auch gar nicht. Dabei mag ich Brynn eigentlich recht gerne, ich finde mutig, wie sie gehandelt hat, obwohl sie wusste, was mögliche Konsequenzen sein können und dass sie trotz dessen, dass sie getrennt von allem, was ihr wichtig ist, nie von ihrer Aussage abrückt. Allerdings hatte ich nie so richtig das Gefühl, die wahre Person kennenlernen zu können, die sie ist, sondern immer nur kleinere Versionen von ihr, die aufblitzen, wenn sie vergisst, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Ich hatte gerne mehr von ihrer wirklichen Persönlichkeit erlebt, auch wenn ich verstehe, warum das nicht möglich war. Auch Archer habe ich nie so komplett erfassen können, weil es wirklich lange dauert, bis er seine abweisende Haltung ablegt. Auch bei ihm verstehe ich das vollkommen, aber es hat es mir dennoch schwer gemacht, ihn wirklich ins Herz zu schließen. Natürlich wird schon früh deutlich, dass er ein guter Mensch ist, der sich mit allem, was er hat, für den Schutz der Bären einsetzt. Ich glaube, es hätte mir besser gefallen, wenn ich beide mehr bei ihrem Alltag hätte begleiten können, aber dafür bleibt oft gar nicht wirklich Zeit, weil sich alles so schnell entwickelt.

Das klingt alles deutlich kritischer als ich es beim Lesen empfunden habe, aber ich hätte einfach gerne mehr über die beiden erfahren und ein besseres Gefühl für die Charaktere bekommen. Da noch nicht alles aufgeklärt ist, bin ich auf jeden Fall auf den zweiten Teil gespannt und werde ihn definitiv lesen wollen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Emotionale Geschichte über die Schönheit von Büchern

Beneath Broken Skies
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Ich liebe die Gestaltung des Buches. Es passt einfach hervorragend zu Maddies Leidenschaft, schöne Bücher für die Leser ihres Verlags herzustellen. Zudem macht es sich einfach toll im Regal.

Madelyn ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Es passt einfach hervorragend zu Maddies Leidenschaft, schöne Bücher für die Leser ihres Verlags herzustellen. Zudem macht es sich einfach toll im Regal.

Madelyn Prince liebt ihren Job bei Prince Publishing, dem Verlag ihres Großvaters. Als neu ernannte Leiterin der Herstellung ist sie dafür verantwortlich, dass ihre Bücher toll aussehen und zu echten Lieblingsstücken werden. Doch dann wird der Verlag von einem auf den anderen Tag verkauft und Maddie soll den neuen Geschäftsführer einarbeiten. Dabei handelt es sich ausgerechnet um Wesley Knight. Zu Schulzeiten waren die beiden noch enge Freunde, doch dann änderte sich alles und sie haben seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen. Widerwillig hilft Maddie Wes, damit die Werte des Verlags erhalten bleiben können und dabei kommen sie sich immer näher, bis die Vergangenheit sie einholt.

Ich liebe die Art, wie Anna Savas Geschichten schreibt. Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt, dabei aber dennoch mitreißend, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte.

Dazu tragen auch die Charaktere viel bei, die ab den ersten Seiten ins Herz geschlossen habe, obwohl ich fast sagen muss, dass es mir Wes da leichter gemacht hat, als Maddie. Sie ist einfach generell ein verschlossener Mensch, die sehr lange braucht, um mit anderen warm zu werden und so ähnlich hat es sich auch als Leser angefühlt, als würde sie sich nur sehr langsam öffnen. Gerade deswegen habe ich geliebt, wie offen sie Wes ihre Meinung gesagt hat, obwohl er nicht mehr ihr Freund ist und zusätzlich auch noch ihr neuer Chef. Wes hingegen habe ich von Anfang an, deutlich besser verstehen können. Obwohl er nach außen hin, immer eine Maske trägt, die sogar Maddie erst nach und nach durchschauen kann, hat mich das Wissen um seine Unsicherheit mitgenommen. Sein Bild von sich ist selten positiv, obwohl man merkt, dass er trotz seiner Abneigung gegen die Rolle als Erbe des Verlags, wirkliches Interesse an Menschen hat und ein grandioses Gespür dafür, sie für sich einzunehmen. Ich fand unglaublich spannend, dass beide die Stärken des jeweils anderen so glasklar erkennen können, die eigenen aber gar nicht.

Die Story lebt vor allem von den Charaktere und weniger von extremen Wendungen oder einer unaushaltbaren Spannung. Das finde ich aber sehr für das Buch passend und hat mich hier gar nicht gestört, sondern vielmehr dafür gesorgt, dass es noch mehr genossen habe. Ich wollte natürlich wissen, was zwischen Wes und Adam genau passiert ist und wohin er gegangen ist, vielmehr interessiert hat mich aber dennoch die Dynamik zwischen Maddie und Wes. Ich mochte, die kleinen „Dates“, in denen sie versucht, ihm Bücher näher zu bringen, damit er versteht, warum ihr der Verlag so wichtig ist. Während er sie dadurch immer mehr aus ihrem Schneckenhaus holt und dafür sorgt, dass sie Menschen wieder mehr in ihr Leben lässt.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich unglaublich gerne gelesen. Ich mochte Maddie und Wes von Anfang an unglaublich gerne und bin sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Spannender Thriller mit tollem Setting

The Surf House
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Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders ...

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders weil es wirkt, als würde sich außerhalb des Bildausschnitts mehr verbergen, als man auf den ersten Blick sehen kann.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Bea reist als gefragtes Model um die Welt. Doch sie hasst ihren Job und als sie dann in Marokko angekommen ist, verlässt sie spontan das Shooting. Alleine in Marrakesch fühlt sie sich direkt viel freier, doch dann wird sie von zwei Männern überfallen. Sie nehmen ihr ihr Geld, ihren Pass und ihren Rucksack ab und gerade als sie sie auch körperlich bedrohen, wird sie von Marnie gerettet. Die junge Frau bietet ihr an, eine Zeitlang in dem Surf House unterzukommen, das sie zusammen mit ihrem Freund betreibt. Dort kann Bea trotz der schrecklichen Ereignisse in Marrakech endlich durchatmen und beim Surfen so richtig abschalten. Immer wieder hört Bea in dieser Zeit von Savannah, in deren alten Zimmer sie momentan wohnt und die sich scheinbar nach Südafrika aufgemacht hat. Doch dort scheint sie nie angekommen zu sein und als sich die Geschichten der Leute, die Bea bereits in ihr Herz geschlossen hat, widersprechen, beginnt sie nachzuforschen und stößt dabei auf Geheimnisse, die besser nie ans Licht gekommen wären.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, besonders weil ich das Setting spannend fand und endlich mal wieder einen guten Thriller lesen wollte. Zum Glück wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, denn das Buch hat mich von Anfang an gut unterhalten. Dazu trägt auch der Schreibstil viel bei. Er hat es in seiner leichten, unaufgeregten Art direkt geschafft, mich in die Geschichte zu ziehen und dafür zu sorgen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Bei den Charakteren war ich etwas zwiegespalten. Vor allem zu Beginn habe ich gebraucht, um mit Bea warm zu werden. Ihre Unsicherheit und Naivität haben mich ehrlich gesagt sogar ein wenig genervt, auch wenn ich es sogar verstehen konnte. Seit sie ein Teenager ist, modelt sie, ihre Agentin will, dass sie funktioniert und ihre Mutter, dass sie Geld verdient, keiner kümmert sich wirklich um Bea als Mensch. Deswegen fand ich es unglaublich mutig, als sie sich dazu entscheidet einfach hinzuwerfen, selbst wenn der Zeitpunkt möglicherweise etwas unpassend war. Umso besser gefiel es mir, sie aufblühen zu sehen. Ihre Begeisterung fürs Surfen und dass sie immer mehr für sich selbst einsteht, gefiel mir wirklich gut. Mit den anderen Protagonisten habe ich mich da noch deutlich schwerer getan, weil sie irgendwie oberflächlich blieben. Das lag natürlich auch daran, dass so gut wie alle etwas zu verbergen hatten und nie wirklich ehrlich zu Bea sind, sodass mir etwas schwer fiel, sie als Personen so richtig zu greifen.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen, weil mich die Story wirklich gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist, obwohl die Handlung zum Teil etwas vorhersehbar war und ich die Charaktere nicht immer richtig fassen konnte.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Spannendes Setting, das leider nicht überzeugen kann

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Das Cover des Buches mag ich wirklich gerne, weil es perfekt zum Setting des Buches passt. Der dunkle Hintergrund in Kombination mit den leuchtenden Darstellungen, die einen ägyptischen Tempel zeigen, ...

Das Cover des Buches mag ich wirklich gerne, weil es perfekt zum Setting des Buches passt. Der dunkle Hintergrund in Kombination mit den leuchtenden Darstellungen, die einen ägyptischen Tempel zeigen, gestattet schon einen Blick auf die Story des Buches, bleibt dabei aber geheimnisvoll.

Die Geschichte klang auf den ersten Blick ebenfalls vielversprechend: Während die Eltern von Inez Olivera die Hälfte ihres Jahres in Ägypten bei Ausgrabungen verbringen, bleibt sie in Argentinien bei ihrer Tante, obwohl sie sich nichts mehr wünscht, als ihre Eltern endlich begleiten zu dürfen. Als die beiden dann plötzlich in der Wüste verschwinden, scheint dieser Traum endgültig vorbei zu sein. Doch Inez will unbedingt herausfinden, was passiert ist und macht sich auf den Weg nach Alexandria gegen den ausdrücklichen Wunsch ihres Onkels, der nun ihr Vormund ist. Dort angekommen, trifft sie auf Whit, der sie möglichst schnell zurück nach Argentinien befördern soll, doch Inez will endlich das Land sehen, das ihren Eltern so wichtig war und widersetzt sich Whit und ihrem Onkel. Als sie schließlich in die Nähe der Ausgrabungen kommt, erwacht plötzlich eine uralte Magie zum Leben und Inez gerät in einen Strudel voller Geheimnisse und Intrigen, in dem sie der Schlüssel zu einem der größten Rätsel der Menschheit sein könnte - zu Kleopatras Grab.

Ich war richtig gespannt auf diese Geschichte, weil ich die Kombination aus zwei verschiedenen historischen Epochen unglaublich spannend fand, aber leider konnte mich das Buch nie so richtig überzeugen. Das fängt schon mit dem Schreibstil an. Er wirkt an vielen Stellen etwas altmodisch, umständlich und schafft es dadurch nicht, mich so richtig in die Geschichte zu ziehen. Wenn ich es für einen Großteil der Geschichte noch akzeptieren könnte, weil es zum Zeitgeist gepasst hat, fand ich vor allem die Dialoge sehr künstlich und gestelzt, was dafür gesorgt hat, dass ich das Gefühl hatte, die Charaktere nie wirklich greifen zu können.

Diese sind für mich auch das größte Problem der Geschichte. Ich mochte eigentlich, dass Inez so willensstark und furchtlos ist, weil sie sich dadurch dafür einsetzt, endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Gleichzeitig musste ich mich aber immer wieder daran erinnern, dass sie bereits 19 Jahre alt ist. Sie wirkt in vielen Situationen vielmehr wie ein Teenager und ist erstaunlich naiv. Ich verstehe vollkommen, dass sie sehr behütet bei ihrer Tante und ihrer Familie aufgewachsen ist und auch ihre Mutter legt immer viel Wert darauf, dass sie eine respektierte Frau der Gesellschaft wird. Allerdings vertraut sie fremden Menschen wirklich viel zu schnell und ich habe immer wieder den Kopf geschüttelt, in welche Situationen sie gerät, einfach nur weil sie nicht zumindest ein wenig skeptisch ist. Ich finde dabei sogar glaubwürdig, dass sie direkt nach ihrer Ankunft in Ägypten noch vertrauensvoll gegenüber Autoritätspersonen ist, schließlich hat sie das nicht anders gelernt. Allerdings hatte ich oft nicht so richtig das Gefühl, dass sie daraus lernen würde, vielmehr stößt sie Menschen, die ihr tatsächlich helfen wollen, immer wieder von sich, weil ihr nicht passt, dass sie sie wieder nach Hause schicken wollen. Ich kann sogar verstehen, dass sie, nachdem sie es schon bis nach Ägypten geschafft hat, nicht einfach wieder kampflos nach Argentinien zurückkehren will, aber sie hat einfach keinerlei Gespür dafür, wie gefährlich das Leben dort für sie sein kann. Das hat mich mit zunehmendem Verlauf immer mehr gestört, sodass es mir schwer fiel, mit ihr und ihrer Geschichte mitzufiebern. Mit Whit geht es mir leider ähnlich. Er ist kein schlechter Kerl, aber sein Alkoholkonsum und seine herablassende Art Inez gegenüber haben mich von Anfang an genervt. Zumal er selten komplett aufrichtig ihr gegenüber ist. Es würde vieles leichter machen, wenn irgendjemand ihr mal erklären würde, was genau vorgeht und welche Regeln in Ägypten herrschen, schließlich kennt sie das Land nicht und durch die Unehrlichkeit macht Whit es sich noch schwieriger, Inez wieder loszuwerden.

Die Story und vor allem das Setting fand ich zunächst vielversprechend, aber es dauert wirklich lange, bis beides so richtig zur Geltung kommt. Schon zu Beginn der Geschichte musste ich mich immer wieder aktiv daran erinnern, dass man sich in Argentinien befindet und auch in Ägypten dauert es lange, bis sich das ändert. Das liegt für mich auch daran, dass man im Prinzip nichts von Inez‘ Reise mitbekommt. Sie berichtet kurz, dass sie sich als Witwe ausgegeben hat, aber das ist auch schon alles, was man erfährt. Ich glaube, ich hätte die Herausforderungen und die Länge der Reise deutlich besser verstehen können, wenn ich zumindest einen Teil davon hätte miterleben können.

Alles in allem hatte das Buch wirklich viel Potenzial, aber ich wurde leider weder mit der Story noch mit den Charakteren wirklich warm. Ich wollte die Geschichte schon alleine wegen des Settings und den Einblicken in die ägyptische Antike wirklich mögen, aber es hat sehr lange gedauert, bis sie mich so weit gefesselt hat, dass ich weiterlesen wollte.

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