Profilbild von Feliz

Feliz

Lesejury Star
offline

Feliz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Feliz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

Vielversprechende Story, die nicht vollkommen überzeugen kann

How To Kill a Guy in Ten Ways
0

Ich bin bei dem Cover ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Es sieht mit den knalligen Farben und der stilisierten Hand mit dem Streichholz aus, als würde es direkt aus den 70er Jahren stammen. Ich persönlich ...

Ich bin bei dem Cover ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Es sieht mit den knalligen Farben und der stilisierten Hand mit dem Streichholz aus, als würde es direkt aus den 70er Jahren stammen. Ich persönlich mag diese Art von Gestaltung nur bei einer bestimmten Art von Buch und dieses gehört nicht dazu, allerdings passt die Darstellung durchaus zu der Geschichte.

Diese hat mich direkt gereizt: Millie Masters betreibt die Hilfe-Hotline Message M für junge Frauen in Not. Jeden Tag und vor allem am Wochenende hilft sie Frauen, die belästigt, unter Drogen gesetzt oder bedroht werden und bringt sie sicher nach Hause. Doch seit ihre Schwester in der Silvesternacht vergewaltigt wurde, scheint das alles nicht mehr genug zu sein. Sie will unbedingt den Täter ausfindig machen und für seine Tat bestrafen, schließlich gibt es viele Männer, die am nächsten Morgen einfach so weitermachen, als wäre nichts passiert. Als dann bei einer ihrer Rettungsaktionen etwas schief geht, stellt Millie fest, dass es endlich an der Zeit ist, Rache zu nehmen, an allen Männern, die sich verhalten, als gäbe es für sie keine Konsequenzen.

Ich war wirklich gespannt auf das Buch, weil ich diesen Zorn so gut verstehen konnte und mir die Idee gefiel, dass eine Frau einfach genug hat und das Recht in die eigene Hand nimmt. Leider konnte mich das Buch nicht so überzeugen, wie ich gehofft hatte. Das liegt in gewisser Weise auch an dem Schreibstil. Ich habe doch ein bisschen gebraucht, um vollständig in die Geschichte zu finden. Ich fand den Schreibstil vor allem zu Beginn wenig mitreißend und manchmal nahezu umständlich, sodass ich das Buch immer wieder weggelegt habe, ohne unbedingt weiterlesen zu wollen. Das wurde im Verlauf der Story etwas besser und vor allem zum Ende hin, wollte ich dann unbedingt wissen, was passiert ist und wie die Story ausgeht, aber bis zu diesem Punkt dauerte es leider eine ganze Zeit.

Mit Millie als Person hatte ich ein bisschen meine Probleme. Sie wirkte in einigen Situationen, selbst schon zu Beginn der Geschichte, von ihrer Umgebung und den Menschen um sie herum abgekapselt, als würde sie deren Gefühle gar nicht wahrnehmen. Es wird mit zunehmendem Verlauf des Buches immer klarer, warum das so ist und ich habe nach und nach ein besseres Verständnis für sie aufbauen können, aber auch bis zu diesem Punkt hat es eine ganze Zeit gedauert und dazu geführt, dass ich manchmal das Gefühl hatte, sie nicht richtig greifen zu können. Dabei konnte ich verstehen, warum sie sich für die Frauen einsetzt, zumal sie zu Beginn nur das tut, was getan werden muss, um die Frauen zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Dabei verstehe ich den ersten Todesfall, der für mich auch eher ein Unfall, vielleicht auch Selbstverteidigung ist. Doch danach eskaliert es für mich zu schnell. Ja, diese Männer sind Spanner, übergriffig und zum Teil Vergewaltiger, aber Millie entwickelt sich für mich zu schnell zu einer Killerin, dafür dass sie so zuvor nicht gehandelt hat. Zumal sie sich erstaunlich wenige Gedanken darüber macht, was passiert, wenn sie geschnappt wird. Zu Beginn hat sie noch ein bisschen versucht, herauszufinden, was die Polizei und versteckt sich vorsichtshalber in ihrer Wohnung, aber selbst diese Phase dauert mir persönlich zu kurz. Mein Verständnis für Millies Handlungen war dann ganz vorbei, als sie jemanden tötete, der ihr nichts getan hat und der das auch nie vorhatte. Dass sie danach nicht Schluss macht oder ein gewisses Gefühl von Reue empfindet, zeigt nur, wie sehr sie sich schon von der Realität abgekapselt hat.

Alles in allem fand ich das Buch deutlich unbefriedigender als ich erwartet habe. Ich dachte eigentlich, dass ich es gut finden würde, wenn sich eine Frau mal fiktiv an all den Männern rächt, die sich einfach nehmen, was sie wollen und dabei keine Reue empfinden, aber das war so gar nicht der Fall. Vielleicht, weil sie so impulsiv handelt und zum Teil nicht genug plant, vielleicht weil es nicht immer nur Männer trifft, die es verdient haben, oder auch weil ich mich mit Millie nicht so verbunden gefühlt habe, wie ich es erwartet hätte. Dennoch mochte ich das Buch durchaus und habe es nach einer gewissen Anlaufzeit recht schnell durchlesen können, schon alleine weil ich wissen wollte, ob Millie gefasst wird oder ob sie es schafft, davon zu kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2025

Sympathische Charaktere, aber nicht überzeugender Schreibstil

Degrees of Engagement
0

Die Gestaltung des Buches finde ich durchaus gelungen mit den hellen Blautönen und der Darstellung der Charaktere. Allerdings wäre es mir vermutlich nicht auf den ersten Blick aufgefallen, wenn ich die ...

Die Gestaltung des Buches finde ich durchaus gelungen mit den hellen Blautönen und der Darstellung der Charaktere. Allerdings wäre es mir vermutlich nicht auf den ersten Blick aufgefallen, wenn ich die Story nicht angesprochen hätte.

Diese hat mich direkt gereizt: Bianca Dimitriou hat es geschafft, sie hat ihren Doktorarbeit erfolgreich verteidigt und ihre Promotion endlich erreicht. Jahre harter Arbeit mit schlaflosen Nächten und Tagen voller intensiver Recherche liegen hinter ihr. Doch zu der Feier an ihrem großen Tag kommen weder ihre Familienmitglieder noch ihre engsten Freunde und das obwohl Bianca in den letzten Jahren bei jedem Junggesellenabschied, bei jeder Hochzeit und jeder Taufe war. Als dann als einziger ihr Kommilitone Xavier Brynes auftaucht, beschließt sie wütend und mehr als nur ein bisschen betrunken, ihre Verlobung mit ihm zu verkündigen, um zu sehen, wie ihre Liebsten auf diese Nachricht reagieren. Am nächsten Morgen sieht sich Bianca in ihrem Standpunkt bestätigt, nicht nur haben sich alle bei ihr gemeldet, sondern haben auch spontan eine Party zur Feier der Verlobung organisiert. Deswegen lässt sie es einfach noch ein bisschen länger laufen, zumal die Anziehung zwischen ihr und Xavier immer schon sehr stark war. Aber es ist immer klar, dass eine richtige Beziehung nie in Frage kam, schließlich reist er für seine Arbeit um die ganze Welt.

Ich fand die Idee des Buches wirklich vielversprechend, weil ich es spannend finde, wie sich die Protagonisten in dem akademischen Setting bewegen und was für sie nach dem Abschluss der Promotion passiert. Deswegen habe ich mich schon darauf gefreut, allerdings konnte mich die Story leider nicht so richtig überzeugen. Das lag auch an dem Schreibstil. Ich wusste oft nicht so richtig, aus welcher Sicht die Story gerade erzählt wird, weil es teilweise im Kapitel wechselt, für mich dieser Wechsel aber nicht immer deutlich war. Es mag sein, dass das nur im E-Book der Fall war, aber ich musste mich jedes Mal aufs Neue wieder zurecht finden und habe dadurch so meine Probleme gehabt, eine richtige Verbindung mit den Protagonisten aufzubauen.

Dabei wollte ich die beiden unbedingt mögen. Bianca ist ein starker Charakter, aber dabei immer sehr darauf bedacht, Rücksicht auf die Menschen um sich herum zu nehmen. Ihr sind ihre Freunde und ihre Familie extrem wichtig und sie ist immer da, um zusammen mit ihnen die wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben zu feiern. Umso wütender war ich, dass es ihnen mit Bianca nicht so geht. Keiner ihrer Lieben taucht auf, um mit ihr zu feiern, dabei sollten sie eigentlich wissen, wie hart sie gearbeitet hat, um ihre Promotion abzuschließen. Ich habe allerdings nicht ganz die Logik dahinter verstanden, sie damit zu bestrafen, dass sie dann vorgibt, sich verlobt zu haben. Klar, sind ihre Familie und Freunde dann geknickt, dass sie die Feier dazu verpasst haben, aber Bianca macht ihnen ja dadurch nicht deutlich, dass es sie verletzt hat, dass ihr beruflicher Erfolg nicht so ernst genommen wird wie ein wichtiger Schritt im privaten Bereich. Vermutlich weil ich diesen Gedankengang zu keinem Zeitpunkt wirklich verstehen konnte, hatte ich auch so meine Probleme, die Charaktere verstehen zu können. Xavier mochte ich fast noch etwas lieber als Bianca, weil er ihre Grenzen immer akzeptiert und sie auf eine sanfte Art unterstützt, gleichzeitig aber immer bestimmt für sie einsteht. Deswegen ist auch ab den ersten Seiten klar, dass er diese Beziehung ernster nimmt als Bianca, obwohl auch sie sich schon immer für ihn geschwärmt hat. Er hingegen möchte einfach nur in dem Rahmen für sie da sein, wie sie es ihm erlaubt und solange sie es zulässt. Ich mochte ihre Dynamik deswegen recht gerne, weil sie zwar vorgeben, etwas vorzuspielen, aber in Wahrheit tatsächlich etwas füreinander empfinden. Es dauert allerdings mir persönlich sehr viel zu lange, bis sie endlich ehrlich zueinander sind, sodass ich zwischendurch fast schon ein wenig genervt davon war, dass beide immer wieder vermeiden, offen miteinander zu reden.

Alles in allem wollte ich die Geschichte unbedingt mögen, weil ich die Anlage des Settings wirklich gut fand, aber vor allem der Schreibstil konnte mich ab den ersten Seiten nie überzeugen. Auch die Story als solche hatte für mich immer wieder ein paar Ungereimtheiten, worüber auch die wirklich sympathischen Charaktere nicht hinwegtäuschen konnten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2025

Spannende Story, aber nicht immer durchschaubare Charaktere

Five Survive
0

Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Zum einen, weil es hervorragend zu den anderen Büchern von Holly Jackson passt, gleichzeitig aber nicht genauso aussieht wie die Bücher der AGGTM-Reihe, ...

Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Zum einen, weil es hervorragend zu den anderen Büchern von Holly Jackson passt, gleichzeitig aber nicht genauso aussieht wie die Bücher der AGGTM-Reihe, zum anderen passt es perfekt zum Inhalt, ohne zu viel preiszugeben.

Die Story hat mich ebenfalls direkt angesprochen: Redford Kenny ist zusammen mit ihrer besten Freundin Maddy in einem Camper auf dem Weg sich mit gemeinsamen Freunden zum Spring Break zu treffen. Begleitet werden sie von Maddys Bruder Oliver, dessen Freundin Reyna und ihren Schulfreunden Simon und Arthur. Als dann der riesige Camper auf einer Straße mitten im Nirgendwo liegenbleibt und sie keinen Empfang mehr haben, scheint die bisher heitere Stimmung erst einmal getrübt. Doch es kommt noch schlimmer, denn im Dunkeln vor dem Wohnwagen lauert ein Scharfschütze, der sie per Funkgerät dazu auffordert, ihm ein bestimmtes Geheimnis preiszugeben, um sie nicht alle zu erschießen. Nach und nach müssen alle ihre Geheimnisse offenbaren und die Spannungen innerhalb der Gruppe steigen, denn nicht alle werden diese Nacht überleben.

Ich liebe die Art, wie Holly Jackson ihre Geschichten erzählt und da bildet auch dieses Buch zum Glück keine Ausnahme. Reds Geschichte und die ihrer Freunde hat mich ab der ersten Seite in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ich musste unbedingt wissen, worin das Geheimnis besteht und wer etwas zu verbergen hat.

Diese Spannung liegt auch an den Charakteren. Obwohl die Geschichte aus Reds Perspektive erzählt wird und sie alle ihre Mitfahrer relativ gut kennt, kann man dennoch von Beginn an, nie einschätzen, wem man wirklich vertrauen kann. Zu Beginn schien es noch, als würden die verschiedenen Charaktere sehr klar nach gewissen Schemata handeln, doch je weiter man liest, desto weniger vertraut man den Personen. Selbst bei Red ist von Anfang an klar, dass sie etwas verbirgt und ich war mir nie ganz sicher, ob ich ihr als Person vertrauen kann. Dadurch hatte ich so meine Probleme, eine richtige Verbindung zu allen aufbauen zu können. Ich habe immer daran gezweifelt, ob sie nicht etwas verbergen und vielleicht bewusst, die Ängste der anderen schüren, um eigene Interessen durchzusetzen. Es sorgt aber auch dafür, dass ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wer welches Geheimnis hat und ob ich mich in meinen Vermutungen vielleicht doch täusche. Auch Red hat es mir ein bisschen schwer gemacht, zwar fand ich gut, dass sie einen klaren moralischen Kompass hat und auch meistens danach handelt, aber dadurch dass sie weder ihren Freunden noch dem Leser gegenüber ehrlich ist, macht es für mich schwierig, sie als Charakter komplett greifen zu können.

Alles in allem hat mich die Story aber dennoch ab der ersten Seite gefesselt. Der Schreibstil löst einen unglaublichen Sog aus und obwohl ich nie ganz warm mit den Charakteren geworden bin, wollte ich trotzdem unbedingt wissen, was ihre Geschichte ist und vor allem hinter wem der Sniper her ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2025

Tolles Setting, aber etwas unglaubwürdige Entwicklung

Dark Cinderella
1

Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich liebe das orange-marmorierte Muster, die das gesamte Buch wie mit Aquarellfarben bemalt wirken lassen. Außerdem sieht der Farbschnitt mit der ...

Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich liebe das orange-marmorierte Muster, die das gesamte Buch wie mit Aquarellfarben bemalt wirken lassen. Außerdem sieht der Farbschnitt mit der Abbildung von den beiden Protagonisten auf dem ersten und zweiten Teil wirklich toll aus.

Die Story klang ebenfalls sehr vielversprechend: Sofia Larsson ist geschockt, als sie auf der Toilette eines Edel-Clubs eine bewusstlose Frau vorfindet, noch mehr, als sie erkennt, dass es sich dabei um Prinzessin Linnea von Skonien handelt. Obwohl ihr klar ist, dass die Prinzessin eine Überdosis genommen hat, zögert sie nicht lange und ruft einen Rettungswagen. Im Krankenhaus trifft sie Kronprinz Maximilian von Skonien und wider Willen ist sie angetan von ihm. Denn Sofia war nicht zufällig in dem Club. Seit Monaten wird ihre beste Freundin Alva vermisst und Sofias letzte Spur zu ihr, ist das skonische Königshaus. Als ihr eine Stelle als Buchpflegerin im Gegenzug für ihr Schweigen angeboten wird, nimmt sie an, in der Hoffnung, mehr über Alva herausfinden zu können. Doch je mehr sie über den Prinzen herausfindet, desto schwerer fällt es ihr, ihn als Menschen nicht zu mögen und Maximilian scheint es ähnlich zu gehen, doch kann Sofia ihm wirklich vertrauen?

Ich mag die Art, wie Anya Omah schreibt unglaublich gerne. Zwar brauche ich jedes Mal einen kleinen Moment, um richtig in die Geschichte zu finden, weil sie eine sehr besondere Art zu schreiben hat, die mich an manchen Stellen kurz innehalten lässt. Aber wenn ich erstmal richtig in der Geschichte bin, merke ich das gar nicht mehr und fliege nur so durch die Zeilen.

Ich habe auch die Charaktere ziemlich schnell ins Herz geschlossen, auch wenn ich nicht alles, was sie tun, gutheiße. Beide haben von Anfang an Hintergedanken dabei, wenn sie sich näherkommen. Sofia will Hinweise auf ihre verschwundene Freundin finden und Maximilian seine Schwester schützen. Ich kann bei beiden die Motive verstehen und auch, dass sie dem anderen nicht komplett vertrauen, aber es war für mich manchmal schwierig zu erkennen, wie aufrichtig, ihre Anziehung war. Natürlich hat man durch die abwechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten immer einen Einblick in deren Gefühle und Emotionen, aber sie waren eben auch selten komplett ehrlich zu sich selbst. Das hat dazu geführt, dass es etwas gebraucht hat, bis ich die Beziehung zwischen den beiden so richtig greifen konnte. Ich mochte sie dennoch als Personen unglaublich gerne, weil beide sich unbedingt für die Dinge einsetzten, die ihnen wichtig sind. Dabei ist vor allem Maximilian ganz anders, als man zunächst denkt. Er hat ein gewisses Image, das er als Kronprinz aufrechterhalten muss und ich fand es schön zu sehen, wie er diese Person vor Sofia Schritt für Schritt ablegt. Auch Sofia mochte ich direkt, sie ist gnadenlos ehrlich und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Manchmal fand ich sie dem Königshaus gegenüber etwas zu ehrlich. Nicht weil ich nicht verstehen könnte, woher ihre mangelnde Angst kommen würde, aber strategisch hätte es im ein oder anderen Moment möglicherweise mehr Sinn ergeben, nicht zu viel preiszugeben.

Die Story fand ich von den Anlagen her extrem spannend und wollte von Beginn an, unbedingt wissen, was hinter dem Verschwinden von Alva steckt und was hinter bestimmten Verhaltensweisen des Königshauses steckt. All das dauert aber zum Teil echt lange bis es so richtig weiterverfolgt wird. Ich verstehe natürlich, dass Sofia in ihrem neuen Job und in der Umgebung des Schlosses erst einmal ankommen muss, aber ich hätte mir besonders nach bestimmten Vorkommnissen gewünscht, dass man mehr erfahren hätte. Ich hatte dadurch oft das Gefühl, dass Sofia so von Maximilian abgelenkt war, dass sie ein bisschen aus dem Auge verloren hat, was sie eigentlich vorhat, herauszufinden. Das fand ich etwas schade, weil ich mir vor allem zu Beginn gewünscht hätte, dass man ein bisschen mehr in die Spurensuche nach Alva involviert ist. Zudem geht für mich extrem schnell bis Maximilian Sofia in wirklich vielen Dingen vertraut und sie ihm auch. Ich hätte es an vielen Stellen besser gefunden, wenn im Ganzen mehr Zeit verstrichen wäre, damit sich die Beziehung langsam und stetig aufbaut, während sie sich langsam auf dem Schloss und in ihre Arbeit einfindet. Dadurch wirkt die Vertrautheit zwischen den beiden manchmal etwas aufgesetzt und zumindest in meinen Augen etwas unnatürlich. Maximilian hat schließlich sein Leben lang gelernt, ein bestimmtes Bild nach außen zu repräsentieren und dann öffnet er sich Sofia innerhalb weniger Tage. Das ging mir einfach etwas zu schnell.

Alles in allem gefiel mir das Buch trotz aller Kritik wirklich gut, weil es mich direkt in die Story ziehen konnte und ich auch die Charaktere schnell ins Herz schließen konnte, wahrscheinlich auch deswegen hätte ich beiden einfach mehr Zeit gewünscht, in denen sich ihre Beziehung natürlich entwickeln hätte können, statt dass alles in wenigen Wochen passiert. Ich freue mich aber schon darauf, auch den zweiten Teil zu lesen und zu erfahren, was genau mit Alva passiert ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2025

Verhaltener Start, der durch die tollen Charaktere aufgefangen wird

Pure Promise
0

Ich liebe die Gestaltung der kompletten Bücher der Reihe, weil man merkt, wieviel Liebe dort hineingeflossen ist. Die Gestaltung wirkt wie ein Parfümflakon, ohne allerdings aufdringlich zu sein, was perfekt ...

Ich liebe die Gestaltung der kompletten Bücher der Reihe, weil man merkt, wieviel Liebe dort hineingeflossen ist. Die Gestaltung wirkt wie ein Parfümflakon, ohne allerdings aufdringlich zu sein, was perfekt zu der Geschichte von Mari und Benedict zu passen scheint.

Ich habe mich nach dem Lesen des ersten Teil durchaus darauf gefreut dieses Buch zu lesen: Marigold Evergreen möchte nach dem Tod ihres Vaters endlich ihren Platz im Familienunternehmen, dem Parfüm-Imperium Evergreen, einnehmen, doch ihr älterer Bruder Odell hält Mari aufgrund ihres Rufs als Party-Prinzessin und ihres Temperaments noch für noch nicht reif genug, um Verantwortung zu übernehmen. Um ein Druckmittel gegen ihren Bruder in der Hand zu haben, bitte Mari den Erben ihres größten Konkurrenten, Benedict Midville, darum, mit ihr eine Fake-Beziehung einzugehen, in der Hoffnung, dass sie ihr einen Platz im Unternehmen anbieten, damit sie ihn verlässt. Wider Erwarten steigt er auf ihren Vorschlag ein und sie muss nun Zeit mit dem notorischen Playboy verbringen. Doch Benedict ist ganz anders, als er in den Schlagzeilen der Zeitung rüberkommt und widerwillig kommt Mari ihm näher als gedacht und Mari muss sich entscheiden, was ihr wichtiger ist, ihre Familie oder ihr Fake-Freund.

Ich habe den ersten Band der Reihe gelesen und obwohl ich ihn mochte, hat er mich nicht begeistert. Das lag vor allem an den Charakteren, zu denen ich nie eine enge Beziehung aufbauen konnte, aber auch an der Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Dabei mag ich den Schreibstil von Merit Niemeitz eigentlich sehr gerne. Sie hat eine ruhige, aber sehr poetische Art, eine Geschichte zu erzählen, die perfekt dazu passt, dass sie in der Welt der Düfte spielt. Dadurch braucht man gleichzeitig aber auch eine ganze Zeit, bis man so richtig in der Story ist. Ich habe immer wieder nur wenige Kapitel am Stück gelesen, weil mir einfach der Sog gefehlt hat. Als ich dann aber die Charaktere näher kennengelernt habe, fand ich den behutsamen Aufbau aber anders als im ersten Teil sehr passend und ich hatte das Gefühl, die Protagonisten dadurch besser kennenlernen zu können.

Diese sind es auch, die die Geschichte zu etwas Besonderem machen. Schon im ersten Teil hatte ich das Gefühl, Mari besser zu kennen und zu verstehen als Emmeline, bei der ich fand, dass sie sehr blass blieb. Ich habe ihren Zorn, ihre Enttäuschung, aber auch ihre Leidenschaft für die Firma und für ihre Familie so gut verstehen können. Umso genervter war ich davon, dass Odell seine Schwester immer noch als unzuverlässiges Kind wahrnimmt und ihr nicht zutraut, ihre Rolle bei Evergreen einzunehmen. Vielleicht auch deswegen fand ich ihren Plan, eine Fake-Beziehung mit Benedict einzugehen, zu Beginn ein bisschen seltsam, schließlich zeigt sie ihm dadurch ja nochmal mehr, dass er ihr scheinbar nicht vertrauen kann. Auch wenn ich letztlich verstehen konnte, welche Idee dahinter steckt und auch warum Ben sich darauf einlässt, wirkte es oft ein wenig überstürzt und wenig durchdacht. Ich mochte allerdings die Dynamik zwischen ihr und Benedict so gerne, dass es mich nicht weiter gestört hat. Sie sind ehrlicher zueinander als zu ihren Freunden, auch wenn sie immer wieder versuchen, sich selbst zu überzeugen, dass sie einander nicht mögen und dass es keinesfalls Gefühle abseits von körperlicher Anziehung zwischen ihnen gibt. Ich habe aber nicht nur Mari, sondern auch Ben mit jeder Seite mehr ins Herz geschlossen. Er ist so anders als man zuerst den Eindruck hat und vor allem sein feines Gespür für die Menschen um ihn herum, macht ihn wirklich besonders. Ich habe die Gespräche mit Mari sehr geliebt, weil sie sich nie für ihre Gefühle rechtfertigen muss, er ihre Grenzen immer akzeptiert und lieber einmal mehr nach ihrem Einverständnis fragt, um keine davon aus Versehen zu überschreiten. Dennoch ist ihre Chemie während jeder Szene nahezu explosiv und ich konnte nicht so richtig verstehen, wie sie es geschafft haben, sich einzureden, dass zwischen ihnen nicht mehr ist, als eine geschäftliche Beziehung.

Alles in allem habe ich mich sehr auf Maris Geschichte gefreut, war mir aber unsicher, ob sie mich ähnlich wie der erste Band ein wenig enttäuscht zurücklässt. Dies ist aber zu keinem Zeitpunkt der Fall, vielmehr konterkariert der ruhige, poetische Schreibstil Maris leidenschaftliche Art und sorgt für einen gelungenen Kontrast. Obwohl ich auch bei diesem Buch ein paar Kapitel gebraucht habe, um in die Geschichte zu kommen, habe ich es dann doch vor allem wegen der tollen Charaktere verschlungen. Ich freue mich schon sehr darauf, im März Keatons Story zu lesen, weil ich ihn trotz allem noch immer so ganz durchschauen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere