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Veröffentlicht am 19.08.2024

Spannende Story mit ein paar Längen

Five Broken Blades
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Die Gestaltung des Buches finde ich im Ganzen sehr gelungen. Das leuchtend rote Cover in Kombination mit den dargestellten fünf Kitanas zeigt perfekt den Inhalt ohne zu viel zu verraten, gleichzeitig macht ...

Die Gestaltung des Buches finde ich im Ganzen sehr gelungen. Das leuchtend rote Cover in Kombination mit den dargestellten fünf Kitanas zeigt perfekt den Inhalt ohne zu viel zu verraten, gleichzeitig macht es sich auch hervorragend im Regal.

Die Story klingt ebenfalls sehr vielversprechend: Göttkönig Joon von Yusan ist für seine Grausamkeit und seine Unsterblichkeit bekannt, denn so lange er die Krone der Drachenkönige trägt, kann er nicht getötet werden. Doch genau das wollen fünf Personen versuchen: Die zum Töten ausgebildete Assasine Sora, der knallharte Schläger Royo, die clevere Diebin Aeri, der verstoßene Bruders des Königs Euyn und dessen eigener Geheimdienstchef Mikhail. Sie alle haben etwas, das sie dazu motiviert, sich auf diese nahezu aussichtslose Mission zu begeben, auf der sie kreativ werden müssen, um ihr Ziel erreichen zu können und vor allem zusammenarbeiten, was für sie, die sich sonst nie auf jemanden verlassen können, eine der größten Herausforderungen ist.

Der Schreibstil des Buches ist erstaunlich fesselnd und mitreißend, was ich zu Beginn gar nicht erwartet hätte, weil ich mich erstmal in die Art des Erzählens und die Welt des Buches einfinden musste. Ich hatte zu Beginn wirklich Probleme, die Namen immer direkt den Personen zuordnen zu können oder zu wissen, wo genau in der Welt sie sich gerade befinden, aber die Autorin hat es mir jedes Mal wieder erleichtert, indem sie zu Beginn des Kapitels sehr subtil darauf verwiesen ist, welchem Handlungsstrang man gerade folgt, selbst wenn man es nach dem Lesen des Namens nicht direkt einordnen konnte. Dadurch bin ich richtig durch die Seiten geflogen, was ich gar nicht gemerkt habe, bis mir dann auffiel, auf welcher Seite ich mich schon befand.

Ich muss trotzdem zugeben, dass ich einige Zeit gebraucht habe, um vollkommen in die Geschichte eintauchen zu können. Dies liegt vor allem daran, dass ich trotz der geschickten Erzählstruktur immer wieder darüber nachdenken musste, wer jetzt nochmal welche Person war. Das ist weniger bei den Hauptpersonen der Fall, als vielmehr bei denen, die immer mal wieder auftauchen. Ich musste oft, vor allem zu Beginn des Buches immer wieder nachdenken, wer das nochmal war und welche Rolle er hatte. Dadurch dass die ganze Geschichte eine riesige Verschwörung ist, bei der verschiedene Fürsten und Adelige eine Rolle spielen, ist es auch durchaus wichtig einen gewissen Überblick zu behalten, was mir nicht immer so ganz gelingen konnte. Dennoch mochte ich die Art der Geschichte, weil man immer wieder kleinere Cliffhanger hat, sodass man unbedingt weiterlesen wollte, um zu wissen, wie es mit den Personen, deren Handlung man gerade verfolgt, weitergeht. Ich habe sie alle auf unterschiedliche Arten ins Herz geschlossen und musste meine Gefühle auch immer wieder korrigieren, je nachdem was man Neues über sie erfährt. Dabei haben es vor allem Aeri und Sora in mein Herz geschafft. Ich liebe Aeris scheinbar unbefangene und quirlige Art, die Royo immer wieder in den Wahnsinn treibt, gleichzeitig aber auch dafür sorgt, dass seine Narben ein wenig heilen. Mit ihr kann er über den Tod seiner großen Liebe sprechen, obwohl er das gar nicht vorhatte, einfach weil sie ist wie sie ist. Gleichzeitig fühlt sich Aeri in Royos Gegenwart vollkommen sicher, trotz all der Gefahren, die um sie lauern. Sora hingegen kann sich nie sicher fühlen, sie hat im Auftrag des Fürsten schon so viele Männer getötet, um ihre kleine Schwester zu beschützen, dass sie niemandem mehr vertrauen kann. Ich verstehe ihre Handlungen aber extrem gut, sie tut alles dafür, dass ihrer Schwester nichts passiert, selbst wenn sie dafür ihre eigene Seele opfern muss. Bei Euyn hatte ich da oft mehr Probleme. Ich verstehe durchaus, dass er es trotz oder gerade wegen seines Prinzenstatus auch nicht immer leicht hatte, seine Art damit umzugehen, finde ich trotzdem in einigen Punkten sehr verwerflich, zumal er sich das noch nicht einmal selbst eingestehen kann. Grundsätzlich war es vermutlich vor allem die Kombination aus Charakteren, die so gar nicht zusammenpassen, aber sich doch in einem gewissen Rahmen aufeinander verlassen müssen, die das Buch so lesenswert gemacht hat.

Dennoch hat sich die Geschichte für mich manchmal sehr gezogen, das wurde vor allem zu Beginn durch die vielen Perspektivwechsel und immer neuen Eindrücke sehr gut aufgefangen, aber ab einem bestimmten Punkt hätte ich mir gewünscht, dass gewisse Sachen schneller passieren und ich manchmal sogar näher dran wäre, weil gefühlt jeder den anderen Dinge verheimlicht, die den Erfolg des Plans aber erheblich gefährden könnten. Das war oft sogar sehr nachvollziehbar, da sie alle in ihrer Vergangenheit den falschen Menschen Vertrauen geschenkt haben, aber es hat die Story dennoch an manchen Stellen sehr in die Länge gezogen. Auch weil ich dann oft wissen wollte, wie die Geschichte eines des Protagonisten weitergeht und ich erstmal warten musste, bis er wieder an der Reihe ist, weiter zu erzählen. Natürlich sorgt das dafür, dass ich schnell weitergelesen habe, aber mir wurde dieser kleine Cliffhanger am Ende einer Sicht zu oft benutzt, weil ich dadurch oft nicht allen Charaktere die Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen kann, die sie eigentlich verdient hätten.

Alles in allem habe ich das Buch sehr gerne genossen und wollte unbedingt wissen, ob die Verschwörung erfolgreich sein wird und wer der Verräter der Gruppe ist, weil immer klar war, dass es jemanden geben muss, der dafür sorgen will, dass Joon nicht sterben wird. Ich bin mir dennoch nicht ganz sicher, ob ich den nächsten Teil noch lesen wollen würde, ich habe ein bisschen Angst, dass die Struktur sehr ähnlich zu diesem Band sein wird und ich bin mir trotz der offenen Fragen nicht sicher, wie sehr es mich nochmal schafft, zu fesseln.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Spicy Geschichte mit tollen Charakteren, aber kleineren Schwächen

Triple Duty Bodyguards (Why Choose 2)
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Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, weil es zum einen zu den anderen Büchern der Autorin passt und zum anderen weil man sich die Charaktere dadurch schon mal gut vorstellen kann. Die fast schon ...

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, weil es zum einen zu den anderen Büchern der Autorin passt und zum anderen weil man sich die Charaktere dadurch schon mal gut vorstellen kann. Die fast schon comichafte Darstellung täuscht aber sehr darüber hinweg, wie viel Spice in der Geschichte enthalten ist, was mich persönlich nicht stört, andere aber verwirren könnte.

Die Story klang dennoch sehr vielversprechend: Briar Saint ist eine erfolgreiche Schauspielerin und gilt als Diva, der man es nie recht machen kann. Doch als ein Stalker in ihr Haus einbricht, sie im Schlaf fotografiert und ihr eine drohende Nachricht hinterlässt, braucht sie jemanden, der sie beschützt. Sie engagiert die ehemaligen Soldaten Matt, Kenta und Glen, die ihr fortan auf Schritt und Tritt zur Seite stehen, damit ihr auf keinen Fall etwas passiert. Dabei kommt Briar ihnen näher als sie geplant hatte und weiß nicht genau, wer von ihnen ihr Herz höher schlagen lässt. Aber vielleicht muss sie ja auch gar nicht einen von ihnen wählen. Doch während sie beginnt, die Nähe aller drei zu genießen, erkennt sie, dass der Stalker näher ist, als sie gedacht hätte und dass die Männer ihre ganz eigenen Narben haben, die noch nicht verheilt sind.

Der Schreibstil des Buches ist richtig gut. Ich bin nahezu mit den ersten Seiten komplett ins Buch getaucht und hatte Schwierigkeiten, es überhaupt zur Seite zu legen. Das liegt auch daran, dass die Geschichte aus der Sicht aller Protagonisten geschildert wird, sodass man die verschiedenen Personen nochmal anders kennenlernt und die Abschnitte dadurch recht kurz sind, sodass man mal eben 1-15 Kapitel lesen kann.

Die Charaktere haben es ebenfalls erstaunlich schnell geschafft, mich für sie einzunehmen. Briar wirkt erstmal wie eine Diva, aber es wird sehr schnell deutlich, dass sie das Bild, das die Öffentlichkeit eh von ihr hat, dazu nutzt, auf Ungerechtigkeiten innerhalb der Branche aufmerksam zu machen. Ich habe sehr bewundert, dass ihr das immer wichtiger ist als ihr Image oder dass die Menschen sie für eine Diva oder Schlimmeres halten. Dadurch muss sie sich auch den Bodyguards gegenüber nicht verstellen, sie ist einfach so wie immer, auch wenn vor allem Matt eine ganze Zeit braucht, um das zu akzeptieren. Auch die Jungs mochte ich direkt. Sie sind alle auf ihre Art einzigartig und sind gerade deswegen perfekt für Briar. Ich mochte, wie aufmerksam Glen ihr gegenüber ist, wie sehr Kenta sie unterstützt, egal was sie tut und dass Matt sie immer beschützt. Sie alle passen vor allem in ihrer Kombination zu ihr und ich kann verstehen, dass sie sich nicht entscheiden wollte.

Die Story fand ich ebenfalls besser als ich zunächst erwartet hätte, weil sie mehr Tiefe und Story hatte, als der Klappentext zunächst vermuten lässt. Der Umgang mit dem Stalker, Briars Angst und die PTBS aller Jungs, die sich allerdings bei Matt am deutlichsten zeigt, haben zum Nachdenken angeregt und dafür gesorgt, dass mich die Story wirklich gefesselt hat. Was mich allerdings ein wenig gestört hat, war, wie schnell Briar und die Jungs miteinander geschlafen haben, nicht weil ich es an sich falsch gefunden hätte, sondern weil es mir persönlich zu abrupt, zu plötzlich kam. Zumal sie erst recht spät thematisiert haben, dass es kein Problem ist, wenn sie allen näher kommen würde. Da hätte ich gerne eine irgendwie behutsamere Herangehensweise besser gefunden. Briar hat zudem keine Erfahrung mit mehreren Männern und ich hätte erwartet, dass sie zumindest ein bisschen Zeit gebraucht hätte, um sich an den Gedanken zu gewöhnen.

Alles in allem fand ich das Buch deutlich tiefgründiger und fesselnder als ich zu Beginn gedacht hätte, was dafür gesorgt hat, dass ich es in kurzer Zeit durchlesen konnte, allerdings hätte ich mir manchmal gewünscht, dass manche Storyaspekte mit etwas mehr Zeit erzählt worden wären, damit die ganze Geschichte etwas runder gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Tolles Setting, aber die Charaktere können nicht überzeugen

Delicate Dream
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Die Gestaltung des Buches im Allgemeinen ist wirklich sehr gelungen. Ich liebe die hellen, pastelligen Farben und den Farbschnitt mit dem Blumenmuster. Am besten gefällt mir aber, dass das Cover so wirkt, ...

Die Gestaltung des Buches im Allgemeinen ist wirklich sehr gelungen. Ich liebe die hellen, pastelligen Farben und den Farbschnitt mit dem Blumenmuster. Am besten gefällt mir aber, dass das Cover so wirkt, als würden die Blumen einen Parfümflakon bilden, ohne dass wirklich einer abgebildet ist. Dies passt perfekt zur Story, ist aber gleichzeitig keinesfalls zu kitschig.

Die Story ist ebenfalls sehr reizvoll: Für Odell Evergreen war seit seiner frühesten Jugend klar, dass er später einmal das familiäre Imperium, die weltbekannte Parfümerie-Marke Evergreen, erben wird. Sein Leben lang wird er als der Nachfolger seines Vater ausgebildet, doch als dieser dann bei einem Unfall stirbt, bei dem auch Odell schwer verletzt wird, merkt er, wie schwierig es ist, der Geschäftsführer zu sein, während er gleichzeitig versuchen muss, die Aufgaben zu erfüllen, die mit dem Nachlass seines Vaters einhergehen. Während er versucht, die distanzierte Beziehung zu seinen Geschwistern wieder aufzubauen, erkennt er, dass er die Aufgabe, ein eigenes Parfüm zu kreieren, keinesfalls ohne die Hilfe seiner Jugendliebe Emmeline schaffen kann. Diese ist die Tochter der Haushälterin der Familie und hatte schon immer ein Gefühl für Gerüche. Doch nach einem Vorfall, der die beiden auseinandergebracht hat, reden sie nicht mehr miteinander und Odell muss alles dafür tun, dass sich das ändert. Während ihrer Arbeit an dem Parfüm kommen sie sich unweigerlich wieder näher, doch Odell darf auf keinen Fall, die Zukunft des Familienunternehmens für seine Gefühl riskieren.

Der Schreibstil von Meri Niemietz ist wirklich gut. Sie hat eine ruhige, sehr poetische Art, eine Geschichte zu erzählen, die aber keinesfalls langweilig oder redundant ist. Vielmehr passt sie perfekt zu der Geschichte und wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, fesselt sie einen auch an das Buch. Besonders ihre Beschreibungen der Düfte und die Erinnerungen, die damit zusammenhängen, sind sehr eindrücklich und sorgen dafür, dass man darüber nochmal ganz anders nachdenkt.

Die Ansätze der Story fand ich sehr vielversprechend. Ich mochte die Idee eines Parfüm-Imperiums, bei dem nicht nur die Bilanz eine Rolle spielt, sondern vor allem das, was man mit den Düften, welche es auch immer sein mögen, verbindet. Deswegen habe ich es genossen, mehr über die Herstellungsverfahren, aber auch über die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche zu lernen, die alle dazu beitragen, dass ein Duft später so ist, wie man sich ihn vorstellt. Ich habe allerdings eine ganze Zeit gebraucht, um wirklich in die Geschichte zu finden. Das liegt weniger an der Art, wie sie erzählt wird, als vielmehr auf ihrem Fokus. Dieser liegt vor allem auf Odell und auch wenn ich ihn durchaus gerne mag, hatte ich damit nicht gerechnet und musste mich daran erst gewöhnen. Mehr gestört hat mich, dass Emmeline so gut wie nur in Kombination mit Odell in Erscheinung tritt. Selbst wenn die Kapitel aus ihrer Sicht beschrieben sind, spielen sie entweder in der Gegenwart von Odell oder sie beschäftigt sich in Gedanken mit ihm. Ich verstehe natürlich, dass er ein wichtiger Fixpunkt für sie ist, schließlich sind sie zusammen aufgewachsen und er stellte jahrelang die wichtigste Person in ihrem Leben dar. Allerdings hätte ich gerne mehr über Emmeline als Person erfahren. Natürlich weiß man, dass sie eine unglaublich gute Nase und ein tolles Gespür für Düfte und die damit verbundenen Emotionen hat, aber damit endet es auch schon fast. Ich hätte sie gerne mehr bei ihrem Alltag begleitet und selbst wenn man zu Beginn nicht alle "Geheimnisse" preisgeben will, würde es ja auch reichen, wenn man bei ihren Treffen mit Odells Schwester Mari dabei ist. Em ist mit ihr ja gut befreundet und vor allem zu Beginn scheinen sie durchaus Zeit miteinander zu verbringen, als Leser ist man allerdings nie wirklich dabei. Dadurch hatte ich das Gefühl, immer nur Fragmente von Emmeline wahrnehmen zu können, sie als Person aber zu keinem Zeitpunkt vollständig. Das ist bei Odell ein bisschen besser, was daran liegt, dass man schnell erkennt, wie sehr ihn der Unfall beeinträchtigt hat und wie sehr sein Leben danach ändern muss. Außerdem begleitet man ihn viel bei seiner Arbeit, sodass man automatisch vielmehr Teil seines Alltags ist. Dadurch habe ich seine Handlungen oft auch deutlich besser nachvollziehen können, selbst wenn ich nicht alles in Ordnung fand. Ich habe mit ihm bis zu einem bestimmten Zeitpunkt deutlich mehr mitgefiebert als mit ihr, zum Schluss hat er mich allerdings wieder ein bisschen verloren, weil ich zwar verstehen konnte, woher sein Handlungsimpuls kam, aber nicht dass er diesem komplett folgt. Ich hatte mir da einen anderen Verlauf gewünscht, weil er gefühlt die Geschichte einfach nur nochmal künstlich in die Länge gezogen hat, obwohl das für mich nicht notwendig gewesen wäre.

Die Nebencharaktere mochte ich da fast schon etwas lieber und vor allem Mari habe ich direkt ins Herz geschlossen. Bei ihr merkt man, wie sehr sie leidet und wie laut sie eigentlich danach schreit, dass ihre Brüder es mitbekommen, das tut aber zumindest Odell nicht wirklich. Ich hätte ihn da gerne manchmal geschüttelt, weil er bei seinen Geschwistern nicht wahrnimmt, dass sie eben auf eine andere Art trauern als er und er sich nur daran stört, dass sie ihn nicht so in der Firma unterstützen, wie er es gerne hätte. Hier hätte ich mir zum Schluss zwar ein bisschen mehr Einsicht gewünscht, aber ich vermute, dass das im zweiten und dritten Teil noch eine größere Rolle spielen wird.

Alles in allem mochte ich das Buch recht gerne und vor allem der Schreibstil konnte mich begeistern. Allerdings habe ich mich vor allem für Emmeline nicht so richtig erwärmen können, weil ich oft das Gefühl hatte, sie nicht wirklich zu kennen und habe deswegen auch nicht so mit ihrer Geschichte mitgefiebert, wie ich es gerne hätte. Allerdings gefiel mir das Setting ausgesprochen gut, sodass ich den zweiten Teil definitiv lesen wollen würde, schon alleine weil ich wissen will, wie es mit Mari weitergeht.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Paradiesisches Setting und tolle Charaktere

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Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Sowohl die Farbe als auch die Gestaltung ist wirklich schön und macht sich hervorragend im Regal, allerdings hätte ich es wahrscheinlich besser ...

Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Sowohl die Farbe als auch die Gestaltung ist wirklich schön und macht sich hervorragend im Regal, allerdings hätte ich es wahrscheinlich besser gefunden, wenn eine Pflanze gewählt worden wäre, die Hawaii repräsentiert. Dafür muss man nicht die typischen Hibiskusblüten nehmen, aber es würde besser zum Setting passen.

Die Story hat mich direkt gereizt: Nach einem Unfall muss sich die 17-jährige Louisa Herzog-Riggs zurück auf den Tennisplatz kämpfen. Doch in Deutschland scheint sie nicht vorwärts zu kommen, also schlägt ihre Mutter, ebenfalls eine erfolgreiche Tennisspielerin, ihr vor, den Sommer bei ihrer Patentante Kay auf Hawaii zu verbringen, die eine Tennisschule betreibt. Dort will sich Lou jeden Tag komplett aufopfern, um ihr Ziel zu erreichen, die US Open zu gewinnen und die Weltranglisten-Erste zu werden. Doch direkt am ersten Tag übernimmt sie sich bei ihrer Jogging-Runde am Strand und wird ohnmächtig, dort findet sie der heiße Surfer Vince und bietet ihr was zu trinken an. Sie ist sofort fasziniert von ihm und freundet sich sogar mit seiner Schwester Laurie an. Doch dann erfährt sie, dass Kay mit Vince im Streit liegt und obwohl sie versucht, sich auf ihr Comeback vorzubereiten, zieht Vince sie magisch an. Sie genießt es, Surfen zu lernen und ein bisschen mehr von der Insel zu sehen, doch dann erfährt sie, dass Vince ihr nicht alles erzählt hat und sie muss sich entscheiden, was ihr wirklich wichtig ist.

Der Schreibstil von Lilly Lucas ist auch in diesem Buch wieder fantastisch. Sie schafft es jedes Mal, dass ich direkt in die Geschichte finden kann und das Buch danach kaum mehr aus der Hand legen kann. Dies ist auch hier der Fall, ich wollte nur einmal kurz die Geschichte reinlesen und hab dann doch direkt einige Kapitel am Stück gelesen. Der Schreibstil ist leicht und locker, aber nicht oberflächlich, sondern sorgt dafür, dass man die Charaktere direkt ins Herz schließt.

Dies fiel mir aber nicht nur wegen des tollen Schreibstils sehr leicht, sondern auch weil sie einfach sympathisch sind. Ich mochte, dass Lou sehr ehrgeizig ist, aber dennoch nicht eiskalt oder komplett verbissen. Sie hat klare Ziele und dementsprechende Ideale, die sie nicht so einfach ablegen will. Ich fand es aber gut, dass sie trotz ihrer neuen Freundschaften dabei bleibt, früh ins Bett zu gehen und keinen Alkohol zu trinken. Gleichzeitig fand ich auch gut, dass alle aus ihrer neuen Freundesgruppe diese Grenzen akzeptieren, zwar machen sie sich manchmal darüber lustig, aber sie versuchen sie nie zu überzeugen, sich zu ändern. Außerdem gefiel mir Louisas Verhältnis zu ihren Eltern. Diese waren beide sehr erfolgreiche Tennisspieler, versuchen aber nie ihre Tochter zu irgendetwas zu drängen, sondern unterstützen sie und sind sogar froh, wenn sie sich eine Auszeit nimmt und nicht zu viel trainiert. Auch Vince ist ein toller Kerl, der vor allem Lou gegenüber immer sehr aufmerksam und respektvoll ist. Zwar ist er nicht immer ganz offen zu ihr, das hat aber durchaus Gründe, die zumindest für mich sehr nachvollziehbar waren. Zudem ist er nicht der coole, abgeklärte Surfer, für den man ihn zu Beginn hält, sondern ist bei den Dates oft ebenso unsicher wie Lou und gibt das auch ganz offen zu. Das macht die Story sehr authentisch, weil die meisten bei ersten Dates sehr nervös und unsicher sind, dass das bei Vince und Louisa ebenso ist, kann man dadurch einfach zu gut verstehen. Die Nebencharaktere haben ebenso sehr für sie einnehmen können. Ich mochte Laurie direkt richtig gerne, weil man merkt, wie wichtig ihr ihr Bruder ist und sie setzt sich selbst dann für ihn ein, wenn es ihm nicht gefällt, während Chip, Vince’ Freund wirkt erstmal wie ein Poser, es wird aber schon hier deutlich, dass hinter ihm viel mehr steckt, als man zunächst denkt.

Die Story als solche ist recht vorhersehbar und es gibt kaum neue Aspekte, aber das hat mich ehrlich gesagt nicht gestört, weil zum einen die Charaktere so gut gestaltet sind und zum anderen das Setting einfach nur traumhaft klingt. Mein einziges Problem war, dass ich das Ende ein bisschen abrupt fand. Erst waren bestimmte Dinge noch ein Problem, diese wurden nur teilweise geklärt und trotzdem ist am Ende alles gut. Das war mir einfach zu einfach, ich hätte es besser gefunden, wenn darüber noch einmal mehr gesprochen worden wäre und man noch zumindest eine Andeutung der Lösung bekommen hätte. Ich bin mir sicher, dass das im nächsten Teil, wenn es um Laurie geht, noch eine Rolle spielen wird, ich hätte aber gerne noch einen richtigen Abschluss gehabt.

Alles in allem habe ich dieses Buch wirklich gerne gelesen und sehr genossen. Ich habe die Protagonisten ab dem ersten Moment fest ins Herz geschlossen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 28.07.2024

Unterhaltsame Geschichte mit Tiefgang

Pi mal Daumen
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Das Cover des Buches gefällt mir richtig gut, weil die abgebildete Person meiner Vorstellung von Moni schon sehr nahe kommt und der Titel passt aus verschiedenen Gründen ebenso gut.

Die Story klingt erstmal ...

Das Cover des Buches gefällt mir richtig gut, weil die abgebildete Person meiner Vorstellung von Moni schon sehr nahe kommt und der Titel passt aus verschiedenen Gründen ebenso gut.

Die Story klingt erstmal sehr interessant: Der 16-jährige Oscar Graf von Ebersdorff ist ein Genie und will, seit er klein ist, nur eine Sache: Mathematik studieren und seine Abschlussarbeit bei Deutschlands bekanntesten Mathematiker Daniel Johannsen schreiben. Danach hat er sich auch seine jetzige Uni ausgesucht, denn schließlich lehrt sein Idol genau dort. Während alle um ihn herum schon in den ersten Wochen am Stoff verzweifeln, gefällt es Oscar, endlich wichtige mathematische Inhalte zu verstehen, wenn da seine nicht seine nervigen Mitstudenten wären. Vor allem Moni Koschinsky, die sich eines Tages einfach neben ihn setzt und die er zunächst für eine Putzfrau hält. Doch Moni versucht mit über 50, zwei Kindern und drei Enkeln noch einmal Mathe zu studieren und während Oscar jedes Mal wieder irritiert ist, welche Grundlagen ihr alle fehlen, dass sie dauernd versucht, anderen Studenten zu helfen oder ihren Enkel Kenau mit in die Vorlesung bringt, beginnt er Moni als sein persönliches Projekt zu sehen und beginnt sie zu unterstützen. Doch als Oscar an der Welt um ihn herum zu zerbrechen droht, ist es Moni, die sich um den Jungen kümmert und er beginnt zu verstehen, dass es wichtig ist, auch auf seine Mitmenschen zu achten und dass nicht alles durch Mathematik zu erklären ist.

Ich liebe die Bücher von Alina Bronsky, seit ich einmal durch Zufall auf eines ihrer Bücher gestoßen bin und mich ihr Schreibstil direkt begeistern konnte. Da bildet auch dieses Buch keine Ausnahme, vielmehr hat mich die Art des Schreibens direkt in den Bann gezogen und ich habe die Geschichte innerhalb kürzester Zeit durchgelesen.

Das liegt aber auch daran, dass ich die Charaktere nahezu ausnahmslos in mein Herz geschlossen habe, mit all ihren Eigenheiten und Schrullen. Das ist vor allem bei Oscar manchmal schwierig, weil er eben menschliche Emotionen nicht besonders gut verstehen kann und es ihn oft schlicht auch nicht besonders interessiert. In dieser Hinsicht erinnert er mich oft an den Charakter Sheldon Cooper aus der Serie Big Bang Theory, auch wenn dieser theoretischer Physiker ist und kein Mathematiker. Dadurch wirkt Oscar manchmal ein wenig zu stereotypisch, selbst wenn nie über irgendeine Diagnose oder ähnliches gesprochen wird. Außerdem war ich manchmal bei seinen Handlungen hin und hergerissen, ein paar Mal musste ich laut lachen, in anderen Situationen hätte ich ihn gerne geschüttelt, weil er kein Gespür für die Situation hatte. Durch seine spezielle Wahrnehmungsweise bleiben zudem einige Dinge offen, bei denen es mindestens Raum für Interpretation gibt. Einerseits hat mich das manchmal wahnsinnig gemacht, weil ich bestimmte Handlungsstränge gerne abgeschlossen gehabt hätte, andererseits ergibt es auch komplett Sinn, dass es Oscar überhaupt nicht interessiert, was genau vorgefallen ist, es betrifft ja weder ihn noch seine Mathematik. Obwohl ich Oscar manchmal anstrengend finde, habe ich ihn dennoch in mein Herz geschlossen, weil er dennoch immer wieder versucht zu helfen (nicht immer ist er wirklich hilfreich), wenn ihm Menschen leid tun oder sie ihm wichtig sind, was er so allerdings niemals zugeben würde. Aber auch Moni mochte ich ausgesprochen gerne, selbst wenn sie mich ebenfalls manchmal frustriert hat, vor allem wenn sie sich selbst nie so wichtig nimmt wie die Bedürfnisse anderer. In der Hinsicht ist es gut, dass sie ausgerechnet auf Oscar trifft, schließlich kümmert er sich vor allem um seine Interessen. Auch deswegen gefielen mir vor allem die Interaktionen zwischen den beiden und wenn Oscar auf Monis Familie getroffen ist. Ich musste jedes Mal laut lachen, wie er versucht, die Beziehungen untereinander und deren Handlungsweisen wie bei einem wissenschaftlichen Experiment zu verstehen und in vielen seiner Beobachtungen grandios falsch liegt. Diese Szenen alleine waren unglaublich unterhaltsam, gleichzeitig aber auch eine tolle Gesellschaftskritik, wenn deutlich wurde, wie unterschiedlich die Lebenswelten von Oscar und Moni sind, was er so gar nicht als problematisch ansieht.

Alles in allem habe ich dieses Buch ebenso wie vorherige Bücher von Alina Bronsky sehr geliebt. Der Schreibstil ist unglaublich mitreißend, sodass man die Geschichte nahezu in einem Zug durchlesen konnte. Zudem unterhält die Story nicht nur grandios, sondern regt auch zum Nachdenken an, über die Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen sozialen Schichten, mangelnde Förderung von Frauen und/oder älteren Personen in der Wissenschaft und Machtmissbrauch innerhalb der universitären Welt. Diese Kombination macht das Buch unbedingt lesenswert, auch wenn mir persönlich das Ende vielleicht ein bisschen zu offen (vielleicht auch zu absurd) gestaltet war.

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