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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2020

Eine wunderbare Reihe geht zu Ende

Ich bin die Rache
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Schon lange habe ich das Lesen des sechsten und letzten Teils der Shepherd-Reihe vor mich hingeschoben, da ich nicht wollte, dass eine derartig tolle Reihe um Marcus Williams und Francis Ackermann Jr. ...

Schon lange habe ich das Lesen des sechsten und letzten Teils der Shepherd-Reihe vor mich hingeschoben, da ich nicht wollte, dass eine derartig tolle Reihe um Marcus Williams und Francis Ackermann Jr. endet. In „Ich bin die Rache“ gerät Maggie in die Hände eines Serienkillers mit dem Namen „The Taker“. Der Grund für ihre Entführung? Sie war auf der Suche nach dem „Taker,“, da er ihren Bruder, als sie noch ein Kind war, entführt hat. Dabei kam Maggie an ihren persönlichen Grenzen.
Die Suche nach Maggie wird direkt von Ackermann und Marcus aufgenommen und sie führt die beiden Protagonisten nach New Mexico, in ein Reservat von Indianern. Doch die Rettung ist nicht einfach. Um den „Taker“ aus seinem Versteck zu locken, muss Ackermann einen Krieg anstiften. Nur so kann die Aufmerksamkeit des Serientäters geweckt werden. Es entwickelt sich ein Krieg. Ein Krieg mit vielen Opfern. Auf beiden Seiten.
Ethan Cross konnte mich von Anfang an mit einem grandiosen Schreibstil beeindrucken, da dieser flüssig, fesselnd und voller Spannung ist. Ich habe mich direkt in diesem Buch wohlgefühlt, da der Autor wie in den vorherigen Teilen eine tolle Atmosphäre kreiert hat. Francis Ackermann Jr., der typische Antiheld begegnet uns direkt am Anfang und man erkennt, was er für eine tolle Charakterentwicklung innerhalb der ganzen Bände durchgemacht hat. Insbesondere sein Sarkasmus in einzelnen Situationen ist nicht zu ersetzen. Marcus Williams agiert in seinen Handlungszügen wieder authentisch. Die beiden Brüder sind einfach nicht zu ersetzen.
In diesem sechsten Band war auffällig, dass man als Leser Einblicke in die Vergangenheit erhalten hat. Damit sind hauptsächlich Schlüsselmomente aus den vorherigen Bänden gemeint, die dem Buch eine schöne Tiefe gaben. Des Weiteren gab es Einblicke in die Vergangenheit von „The Taker“, um seine Entwicklung besser zu verstehen. Ein weiterer positiverer Aspekt, den ich bisher noch nicht so stark in Ethan Cross Büchern wahrgenommen habe, ist, dass der Autor hier einen Fokus auf ein kleines Spektrum von Handlungsorten gelegt hat. Ungewöhnlich, aber gut. Das einzige was mich am letzten Teil gestört hat, war das sehr hohe Pensum der Kampfhandlungen. Auf Dauer passte diese nicht zum Abschlussband.
Ethan Cross beendet die Shepherd-Reihe mit einem tollen sechsten Teil. Eine tolle Geschichte geht zu Ende…. Aber zum Glück gibt es vom Autor eine neue Reihe mit einem stärkeren Fokus auf Francis Ackermann JR. Ich freue mich!

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Veröffentlicht am 17.05.2020

Hast du Angst?

Stockholm
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Stell dir vor, du verbringst einen gemütlichen Abend zuhause und merkst, dass sich jemand in das Elternhaus Zugang verschafft hast. Du bist noch unerfahren, erst 17 Jahre alt und willst schauen, was passiert ...

Stell dir vor, du verbringst einen gemütlichen Abend zuhause und merkst, dass sich jemand in das Elternhaus Zugang verschafft hast. Du bist noch unerfahren, erst 17 Jahre alt und willst schauen, was passiert ist. Und dann wirst du entdeckt, gefoltert, vergewaltigt und entführt. Und das geschieht nur, weil deine Entführer seit frühster Kindheit ein Problem mit Frauen haben. Doch einer von den drei Entführern ist anders. Es scheint, als ob er nicht komplett in einen sadistischen Rausch verfallen ist. Doch das schlimmste an der ganzen Sache ist dies, dass du dich an diesen Menschen bindest. Es ist eine Nacht, die komplett dein Leben auf den Kopf stellt.
Und diese Geschichte widerfährt der Protagonistin Caja.
Die Autorin weist einen lockeren, bildhaften und poetischen Schreibstil, wodurch man einfach in die Geschichte reinfinden kann. Die Geschichte im Buch Stockholm findet auf zwei Zeitebenen statt. Zum einen in der Gegenwart, in der wir das ganze Leid um Caja, verursacht durch die Entführer, verfolgen. Zum anderen erfahren wir durch Rückblicke in die Vergangenheit viel über die Entführer und ihre Entwicklung zu derartigen sadistischen Monstern. Dabei wird die Gegenwart aus der Sicht der Protagonistin und die Vergangenheit aus der Sicht von Casper, einem der Entführer, geschildert. Die Autorin entwirft sehr detaillierte Charaktere, die mir gefallen haben. Durchgängig fiebert mit man mit Caja mit und hofft, dass sie sich endlich aus der Gefangenschaft befreit. Die Emotionen werden somit toll rübergebracht. Im Roman lässt sich eine große Brutalität wiederfinden, wodurch ich eine Trigger-Warnung aussprechen kann. Um nichts vorwegzugreifen, kann ich sagen, dass mir eine gewisse Tiefe in der sich entwickelnden Beziehung zwischen Caja und Casper gefehlt hat. Ich empfand, dass sich alles rundum zu schnell entwickelt hat. Auch schade fand ich, dass irgendwann die Spannung weniger geworden ist, da sich die Handlungen ihrem Konzept oftmals wiederholten.
Auch wenn das Buch einzelne Schwachstellen aufweist, kann ich sagen, dass dies ein besonderes Buch ist, da die Autorin sich in diesem Roman einem außergewöhnlichen Thema widmet, welches in zahlreichen anderen Büchern verschwiegen wird. Zum Schluss wäre noch die Gestaltung des Buches zu loben und ich freue mich auf „Venus“ ein weiteres Buch der Autorin.

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Veröffentlicht am 16.05.2020

Ein weiteres gelungenes Werk der Autorin

Meine liebe Familie
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Die Protagonistin Ava führt mit ihrem Mann und den Kindern ein beneidenswertes Leben. Eines Abends trifft sich Ava mit ihrer Freundin. Nach einem gemütlichen Abend begibt sie sich auf den Heimweg und kommt ...

Die Protagonistin Ava führt mit ihrem Mann und den Kindern ein beneidenswertes Leben. Eines Abends trifft sich Ava mit ihrer Freundin. Nach einem gemütlichen Abend begibt sie sich auf den Heimweg und kommt zuhause an. Doch dann, paar Minuten nach ihrer Ankunft, dringen zwei maskierte Männer in ihre Villa ein und bedrohen ihre Tochter June. Alles ging zu schnell und Ava wacht schwer verletzt im Krankenhaus auf. Ihre 12-jährige Tochter liegt im Koma. Ein Alptraum beginnt. Ava merkt schnell, dass es sich bei diesem Überfall nicht um ein Zufall gehandelt hat. Sie macht sich auf den Weg, um herauszufinden, was wirklich alles an diesem Abend passiert ist. Nur wem kann Ava vertrauen, wenn sie selbst ein Geheimnis tief in sich trägt?

Nachdem ich „Meine beste Freundin“ von Sarah Alderson gelesen habe und der Thriller mir total gefallen hat, habe ich mich umso mehr gefreut, dieses Buch zu lesen. Man steigt sehr leicht in den Thriller ein und macht sich mit Ava vertraut. Kurz darauf passiert direkt der Überfall und Ava beginnt, das Geheimnis der Nacht aufzudecken. Als Leser merkt man, dass jedes einzige Mitglied der Familie von Ava, ein Geheimnis verbirgt. Und das fand ich faszinierend. Nach und nach erfährt man immer mehr Einzelheiten über Personen. Ich konnte sehr lange nicht ahnen, aus welchen Gründen der Überfall stattgefunden hat. So kam mir die Auflösung der ganzen Geschichte auch unerwartet, da die Lösung der ganzen Story erst auf den letzten Seiten offenbart wird.

Die Handlung ist in Tage unterteilt, und nebenbei gibt es Kapitel, die in der Vergangenheit stattfinden. Durch diese erfährt man besser, inwiefern die Beziehungen einzelner Charaktere zueinander durch die Vergangenheit geprägt sind. Diese halfen mir, um einzelne Charaktere besser wahrzunehmen. Die Story ähnelt auf jeden Fall einem Hollywoodfilm. Das Buch nimmt uns direkt an die Hand und lässt uns bis zum Schluss nicht los. Wie auch im Thriller „Meine beste Freundin“ hat Sarah Alderson einen tollen Schreibstil. Mich hat insbesondere das Wechselspiel zwischen den kurzen und längeren Kapiteln sehr gefallen.

Sarah Alderson zeigt mit diesem Thriller, dass sie spannende und fesselnde Thriller schreiben kann. Da bleibt nur die Frage offen, welchen nächsten Thriller der Autorin werde ich lesen dürfen?

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Veröffentlicht am 14.05.2020

Eine harte Nuss zum Knacken

Marta schläft
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Marta Schläft- Das Thriller-Highlight des Jahres 2020?
In Romy Hausmanns neuem Thriller „Marta Schläft“ begegnen wir Nadja, die nach einem grausamen Vorfall in ihrer Jugendzeit sieben Jahre im Gefängnis ...

Marta Schläft- Das Thriller-Highlight des Jahres 2020?
In Romy Hausmanns neuem Thriller „Marta Schläft“ begegnen wir Nadja, die nach einem grausamen Vorfall in ihrer Jugendzeit sieben Jahre im Gefängnis sitzen musste. Nun möchte sie wieder zurück in den Alltag reinkommen. Ihr Leben ist zurzeit durch eine Einsamkeit geprägt und ihren Bruder Janek hat sie seit einer Ewigkeit nicht gesehen. Doch dann nimmt Nadjas Leben eine Wendung. Ihre ehemalige Freundin Laura bittet sie um Hilfe. Ein Mord in einem abgelegenen Haus. Und Nadja wird zum perfekten Opfer und zeitgleich zum perfekten Täter.
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr schwer gefallen. Ich hatte Schwierigkeiten mit den verschiedenen Handlungs- und Zeitsträngen zurecht zu kommen, da diese sprunghaft innerhalb eines Kapitels passieren. Außerdem wiesen diese keine direkte Verbindung zueinander auf. Teilweise musste ich einzelne Seiten doppelt lesen. Die Spannung war noch in keiner Weise vorzufinden. Und das Durchhalten hat sich gelohnt. Nach und nach verlaufen die Handlungen ineinander über und man erhielt einen besseren Überblick über die ganze Geschichte. Ab der Hälfte konnte mich die Geschichte dann fesseln. Man stellt Spekulationen zur Geschichte auf, die im weiteren Verlauf der Geschichte durch gute Wendungen zerstört wurden. Auch ist das Ende im Thriller zu loben, da dieser alle meine offenen Fragen beantwortet hat. Jedoch hätte ich mir an dieser Stelle, einen explosiveren Schluss erwartet. Romy Hausmann hat einen einfachen Schreibstil, den man leicht lesen kann. Ihr gelingt es durch eine bildhafte Erzählweise eine gute Atmosphäre im Buch zu kreieren.
Ein Lob geht an die Autorin, die differenzierte und facettenreihe Charaktere entwickelt hat. Insbesondere der Charakter von Nadja hat mir sehr gut gefallen. Sie lässt sich einfach in keiner Weise durchschauen und es hat mir Spaß gemacht, ihre Vergangenheit immer besser kennenzulernen. Außerdem wäre der Charakter von Gero positiv hervorzuheben.
Zum Schluss kann ich sagen, dass „Marta Schläft“ ein sehr komplexer Thriller ist, der mich viele Nerven gekostet hat. Dennoch hat es sich gelohnt, ihn zu lesen, da er im Gesamten sehr gut durch die Autorin durchdacht ist. Mir hat nur der „Thrill“ ein wenig gefehlt, da ich das Buch eher als ein Drama wahrnahm.

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Veröffentlicht am 12.05.2020

Bist du wirklich Abbie?

Tot bist du perfekt
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Endlich wacht Abbie auf. Doch schnell merkt sie, dass etwas nicht stimmt. An ihrer Seite ist ihr Ehemann Tim und kann nicht glauben, dass er endlich seine Frau wiederhat. Abbie geht davon aus, dass sie ...

Endlich wacht Abbie auf. Doch schnell merkt sie, dass etwas nicht stimmt. An ihrer Seite ist ihr Ehemann Tim und kann nicht glauben, dass er endlich seine Frau wiederhat. Abbie geht davon aus, dass sie einen Unfall hatte. Leider ist es nicht der Fall gewesen. Tim erklärt ihr, dass er sehr lange daran gearbeitet hat, sie wiederzuholen. Doch Abbie ist nicht mehr sie selbst. Ihre Seele wurde in einen Roboter, eine künstliche Intelligenz übertragen. Langsam kommen ihre Erinnerungen wieder hoch. Sie stellt Nachforschungen an. Aber was ist vor fünf Jahren passiert? Ist sie damals schon gestorben? Und wer ist für alles verantwortlich?
Als ich die ersten Seiten des Thrillers gelesen habe, dachte ich mir: Wow das kann ein tolles Buch werden. Der Schreibstil hat mich von Anfang an gepackt. Er ist einfach positiv „anders“, da eine „Du-Perspektive“ vorliegt. Nebenbei gab es immer wieder kurze Kapitel zu Abbies Vergangenheit, um einen besseren Überblick über die Gesamtsituation zu erhalten. Diese werden abseits durch einen dritten Erzähler geschildert. Dadurch bin ich im schnellen Tempo durch die Seiten geflogen. Die Protagonistin Abbie fand ich super entworfen und ich habe sehr mit ihr mitgefiebert, damit endlich die Wahrheit ans Licht kommt. Insbesondere meine abgeneigte Handlung zum Ehemann Tim war ausschlaggebend dafür, dass ich mir erhofft habe, dass alle seine Machenschaften aufgedeckt werden….
Doch dann kann man alles unerwartet, aber negativ unerwartet. Die Handlung nahm einen Lauf, der mich eher gelangweilt als gefesselt hat. Es wirkte alles auf einmal durcheinander. Zum Glück konnten ein paar Wendungen im Ende für einen soliden Abschluss sorgen. Außerdem fand ich es schön, dass tiefere Themen wie der Autismus von Addies Sohn Danny zum Thema wurde oder die künstliche Intelligenz, die sowieso zwiespältig zu betrachten ist.
Ich kann nur sagen, dass „Tot bist du perfekt“ am Anfang ein großes Feuerwerk gezündet hat. Doch dann wurde das Potential einer derartig fantastischen Story im Mittelteil nicht komplett umgesetzt. Irgendwie schade. Und zum Schluss ein Appell an Thriller-Liebhaber, dies ist kein blutiger Thriller, sondern eher einer ruhiger.

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