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Veröffentlicht am 11.11.2020

Gefangen im Schnee

Das Gewicht von Schnee
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Das Schicksal hat sie zusammengeführt, der Schnee hält sie fest. In einem eingeschneiten Dorf weitab draußen verunfallt ein junger Mann und wird dem Außenseiter des Dorfes zur Pflege übergeben. Dieser ...

Das Schicksal hat sie zusammengeführt, der Schnee hält sie fest. In einem eingeschneiten Dorf weitab draußen verunfallt ein junger Mann und wird dem Außenseiter des Dorfes zur Pflege übergeben. Dieser will eigentlich nur weg, zurück nach Hause. Widerwillig, aber zuverlässig kümmert er sich um seinen Patienten, der zusehends an Kraft gewinnt. Doch als der Schnee nicht weichen will, stoßen die beiden Männer in ihrer unfreiwilligen Gemeinschaft an ihre Grenzen.

Guay-Poliquins Roman nimmt den Leser schon mit den ersten Seiten in seinen eiskalten Griff und lässt ihn erst los, wenn das Schicksal der beiden Protagonisten zu einem Ende gekommen ist. Die ganze Handlung ist geprägt von einer tristen Endzeitstimmung, einer bitteren Kälte und einer großen Einsamkeit; denn obwohl die zwei Männer sich selbst zu Gesellschaft haben, ist doch jeder von ihnen sehr allein. Der Autor kann die Gefühle ungefiltert an den Leser weitergeben. Auch die Beschreibung der Umgebung ist sehr bildhaft; Schnee, Eis und die unbarmherzige Winterlandschaft werden greifbar, fast poetisch der Stil. Die Handlung selbst ist reduziert, nur wenige Figuren treten auf, der Zerfall der weltweiten Gesellschaft wird nur am Rande erwähnt; gerade weil er für die beiden in ihrer Hütte kaum Bedeutung hat. Man verfolgt das Schicksal der beiden fasziniert und atemlos. Ich fand den Roman sehr gelungen, auch wenn ich manche Entwicklung nicht ganz stimmig fand. Ein toller Roman für kalte Winternächte.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

Mörderisches Montreal

Aus dem Schatten des Vergessens
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Mitten im kalten Montrealer Winter wird eine angesehene Psychologin auf bestialische Weise ermordet. Victor Lessard und seine Partnerin Jacinthe Taillon sind ein gut eingespieltes Team, trotzdem verlangen ...

Mitten im kalten Montrealer Winter wird eine angesehene Psychologin auf bestialische Weise ermordet. Victor Lessard und seine Partnerin Jacinthe Taillon sind ein gut eingespieltes Team, trotzdem verlangen die Ermittlungen ihnen alles ab. Noch während die beiden im Dunklen tappen, wird eine weitere angesehene Persönlichkeit der Stadt vermisst. Gibt es einen Zusammenhang?

Dieser erste Band mit Lessard ist im Original schon vor einigen Jahren erschienen, und markiert den Beginn einer sehr erfolgreichen Thrillerserie. Auch mich hat Michaud mit seiner Geschichte sehr schnell von sich überzeugt. Gerade zu Beginn fand ich die Übersetzung recht holprig, das hat sich dann aber im Laufe des Buches gegeben. Michaud schreibt gefällig, aber nicht seicht. Spannung wird gekonnt aufgebaut, und auch komplexere Hintergründe sind gut erklärt, ohne dass es belehrend wirkt. Jacinthe und Victor finde ich also Duo wirklich gelungen, auch wenn man zu beiden natürlich noch nicht alle Hintergründe erfährt. Die Mordermittlungen entwickeln sich sehr spannend, und ziehen weitere Kreise als irgendjemand zu Beginn erahnen konnte. Einschübe aus der Vergangenheit sind nicht immer logisch in die Haupthandlung eingebettet, und wirken gerade in den ersten Kapiteln eher verwirrend; erst im Nachhinein kann man alles richtig einordnen. Trotz dieser Kleinigkeiten war ich von Michauds Thriller schnell gefesselt, und auch weitere Bände mit Lessard werde ich gerne wieder zur Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

Die beste aller Welten ist zurück!

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Nach der Zerstörung von Präsident John of Us, sind die Gerüchte um ihn noch lange nicht verstummt. Versteckt sich die KI irgendwo im Netz, und lenkt Qualityland aus dem Verborgenen? Für den Täter Martyn ...

Nach der Zerstörung von Präsident John of Us, sind die Gerüchte um ihn noch lange nicht verstummt. Versteckt sich die KI irgendwo im Netz, und lenkt Qualityland aus dem Verborgenen? Für den Täter Martyn hat der Anschlag ebenfalls Konsequenzen, sinkt sein Level doch stetig. Im Gegenzug erlebt Peter Arbeitsloser geradezu einen Höhenflug, privat wie beruflich.

Kling hat mich schon mit seinem ersten Buch aus Qualityland sehr gut unterhalten, und auch diese Fortsetzung kann sich sehen lassen. Wieder wirft der Autor einen spitzfindigen, heillos übertriebenen und saukomischen Blick in unsere (mögliche) Zukunft. Dabei gehen ihm die Ideen scheinbar nie aus, vieles fußt auf Entwicklungen, die man in Ansätzen heute schon erkennen kann. Ob man diese wie in Qualityland haben möchte, sei da mal dahingestellt ; ) Mit Peter wird ein absoluter Durchschnittstyp in den Fokus gerückt, sodass sich jeder Leser mühelos in der Hauptfigur wiederfinden kann. Martyn fungiert als krasser Gegensatz und Unsympath; auch wenn sich das natürlich noch ändern kann. Leichtfüßig folgt man den Figuren auf ihrem Weg durch ihren skurrilen Alltag, der sich unverhofft zu brenzligen Situationen zuspitzt. Die Handlung rund um Kiki fand ich nicht ganz so ansprechend, trotzdem habe ich den Roman wieder sehr gerne gelesen.

Qualityland 2.0 unterhält, amüsiert, und macht trotzdem immer wieder nachdenklich. Gewohnt gute Klingqualität!

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Mittelmäßiger Thriller um ein spannendes Thema

Black Sun
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Oktober 1961: nur wenige Tage bevor ein heikler Nukleartest ausgeführt werden kann, wird einer der wichtigsten Mitarbeiter ermordet. Major Wassin wird in die abgeschottete Stadt Arsamas gesandt um zu ermitteln. ...

Oktober 1961: nur wenige Tage bevor ein heikler Nukleartest ausgeführt werden kann, wird einer der wichtigsten Mitarbeiter ermordet. Major Wassin wird in die abgeschottete Stadt Arsamas gesandt um zu ermitteln. Ihm sitzen dabei nicht nur seine Vorgesetzen im Nacken, sondern auch die Zeit; denn der Testlauf könnte noch viel größere Konsequenzen haben, als allgemein vermutet.

Matthews‘ Thriller lässt die Zeit des Kalten Krieges und des relativ ungehemmten Umgangs mit Atomwaffen wieder aufleben. Sein Roman basiert auf einer wahren Geschichte, und zeigt wie unbedacht - trotz aller beteiligten klugen Köpfe – mit dieser Technik umgegangen wurde. Wassins Auftrag ist also in mehr als einer Hinsicht gefährlich, leider wird diese Gefahr nie so richtig greifbar an den Leser weitergegeben. Zwar ist das Geschehen spannend, aber die Handlung liest sich doch eher nüchtern und z.T. etwas fade. Wassin bleibt einem die ganze Zeit fremd, sein Handeln ist nicht immer nachvollziehbar; gleiches gilt auch für die meisten Nebenfiguren. Ich fand die Thematik des Thrillers gerade vor dem realen Hintergrund wirklich interessant, aber die Umsetzung hat mir nicht so recht gefallen wollen. „Black Sun“ ist der Auftakt zu einer Trilogie rund um Wassin, für mich muss der Autor allerdings noch eine Schippe drauflegen, um mich für die anderen Bände zu begeistern.

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Veröffentlicht am 21.10.2020

Unterhaltsamer erster Teil

Ministry of Souls – Das Schattentor
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Mitten in London regelt das Ministerium für endgültige Angelegenheiten den Übertritt verstorbener Seelen auf die andere Seite. Auch Jack arbeitet dort, v.a. daran, endlich ein vollwertiges Mitglied, ein ...

Mitten in London regelt das Ministerium für endgültige Angelegenheiten den Übertritt verstorbener Seelen auf die andere Seite. Auch Jack arbeitet dort, v.a. daran, endlich ein vollwertiges Mitglied, ein „Soulman“ zu werden. Unverhofft muss er sein Können beweisen, als mehrere hochrangige Staatsgäste ausgerechnet beim Empfang im Buckingham Palace zu Tode kommen. Schnell wird klar, dass hier nichts, aber auch gar nichts mit rechten Dingen zugeht. Nur mit dem Archivmitarbeiter Oz an seiner Seite, muss sich Jack den bösen Mächten stellen.
Akram El-Bahays Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen: das Setting im viktorianischen London, eine magische Handlung mit liebenswerten Figuren, sein lebendiger Erzählstil. All das ergibt eine runde, fantasievolle Geschichte, auch wenn mir Kleinigkeiten nicht ganz so gut gefallen haben.
Der heimliche Star der Geschichte ist für mich Oz, der in mehr als einer Hinsicht eine wahre Verwandlung durchmacht. Klug, gewitzt und mit reichlich sarkastischem Humor gesegnet, ist er meine absolute Lieblingsfigur. Auch andere „Nebenfiguren“ wie Archivar Terry oder Geisterdame Agatha haben sich schnell in mein Leserherz geschlichen. Leider haben das die Hauptfiguren Jack und Naima nur bedingt geschafft; hier fehlt es ein wenig an Charakter, aber der Feinschliff kommt ja vielleicht im nächsten Band. Ansonsten wäre ich mit neuen Abenteuern von Oz auch schon glücklich. Immer wieder gibt es Anspielungen auf andere wichtige Fantasyliteratur (Harry Potter, Scheibenwelt) oder auch auf die Comicwelt (Asterix). Allein diese unverhofft zu entdecken, hat großen Spaß gemacht. Überhaupt kommt der Humor nicht zu kurz, denn immer wieder blitzt der Schalk durch. Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, sehr locker erzählt, trotzdem kann man sich vieles gut vorstellen. Ab und an waren mir einige Szenen zu schnell in wenigen Sätzen abgehandelt, aber das lies sich dann doch gut verschmerzen. Insgesamt hat mir dieser erste Teil wirklich gut gefallen, und auch wenn ich jetzt nicht atemlos auf den zweiten Teil warte, will ich mich doch auf jeden Fall wieder mit Jack/Oz/Agatha/usw. ins Abenteuer stürzen.

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