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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Cozy und Retro

Mord auf Westwater Manor
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„Mord auf Westwater Manor“ ist ein schöner Klassiker der 50er-Jahre-Krimiliteratur und zugleich ein Wiedersehen mit Sally und Johnny. Im Vergleich zum ersten Band fällt dieser Teil etwas schwächer aus, ...

„Mord auf Westwater Manor“ ist ein schöner Klassiker der 50er-Jahre-Krimiliteratur und zugleich ein Wiedersehen mit Sally und Johnny. Im Vergleich zum ersten Band fällt dieser Teil etwas schwächer aus, dennoch hat er seinen ganz eigenen Reiz.

Man sollte das Werk unbedingt im Kontext seiner Entstehungszeit lesen. Aus heutiger Sicht wirkt Johnnys ständiges Erklären gegenüber Sally stellenweise wie Mansplaining und kann irritieren – damals entsprach es jedoch den gängigen Rollenbildern. Gerade dieser zeittypische Ton macht aber auch den besonderen Charme solcher Klassiker aus.

Der Schreibstil ist angeznehm altmodisch und hebt sich dadurch deutlich von modernen Krimis ab. Wer Lust auf ein Stück klassischer britischer Cosy-Crime-Atmosphäre hat, wird hier auf seine Kosten kommen. Für mich eine lesenswerte Fortsetzung, auch wenn der Auftakt der Reihe noch etwas stärker war.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Männliche Hexen mit Power und Witz

Salem Boys
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Harlow und Jax sind so grundverschieden wie ihre Magie: der gefeierte Sohn der Präsidentin der Hexen in Sydney und der Sohn einer verstoßenen Hexe ohne Coven, der eher als Straßenhexe bekannt ist.

Am ...

Harlow und Jax sind so grundverschieden wie ihre Magie: der gefeierte Sohn der Präsidentin der Hexen in Sydney und der Sohn einer verstoßenen Hexe ohne Coven, der eher als Straßenhexe bekannt ist.

Am Tag ihres Abschlusses verändert sich die Welt der beiden drastisch. Der Wald von Salem und eine Hexenkönigin fordern ihre Opfer, und alles, was die beiden Jungs zu wissen glaubten, wird auf den Kopf gestellt …
Sie müssen ein Team bilden, obwohl sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Und dann ist da noch diese elende Anziehungskraft, die sie füreinander empfinden.

Ein Buch, das mit Humor und Sarkasmus unterhaltsam zu lesen ist und zwei Protagonisten hat, die sympathisch, frech, queer und magisch sind.
Das Magiesystem bietet eine spannende Art, Hexen darzustellen, und allein Sydney als eher ungewöhnlicher Handlungsort ist eine wirklich frische Idee.
Auch die Schattenseiten sowie der Einfluss von Märchen in der Geschichte haben mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Interessantes Sachbuch

Hexen
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Ein interessanter Querschnitt der Hexenprozesse in der Alten und Neuen Welt. Beginnend 1485 in Innsbruck bei Helena Scheuberin, über die bekannten Prozesse in Salem (1692–1693) bis hin zur modernen Art ...

Ein interessanter Querschnitt der Hexenprozesse in der Alten und Neuen Welt. Beginnend 1485 in Innsbruck bei Helena Scheuberin, über die bekannten Prozesse in Salem (1692–1693) bis hin zur modernen Art der „Hexenjagd“ im Fall von Stormy Daniels, als Trump 2017 zum ersten Mal lautstark die Worte »WITCH HUNT!« twitterte.

Die Geschichte der Hexen ist stets verbunden mit Unwissenheit, Misogynie, Patriarchat und Hysterie. Sie ist geprägt von Unterdrückung, Folter und Falschaussagen. Nur wenige Frauen (und auch Männer) konnten sich gegen diese unfairen Gerichte behaupten und dem Tod entgehen.

Marion Gibson beschreibt mit viel Hintergrundwissen die Geschichte von 13 Prozessen gegen angebliche Hexen. Sie erklärt, warum es dazu kam und welche Auswirkungen diese Prozesse bis in die heutige Zeit haben.

Empfehlenswert für jeden der sich für Geschichte und Hexen interessiert. Ein tolles Sachbuch.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Dunkles, spannendes Debüt

Josephines Albtraum
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Es beginnt mit Albträumen von einem schattenhaften Grauen mit roten Augen, das nach Josephine ruft. Nach einiger Zeit taucht dieser Schattenmann immer häufiger in ihrem Alltag auf.
Sie hat Angst, genauso ...

Es beginnt mit Albträumen von einem schattenhaften Grauen mit roten Augen, das nach Josephine ruft. Nach einiger Zeit taucht dieser Schattenmann immer häufiger in ihrem Alltag auf.
Sie hat Angst, genauso verrückt zu werden wie ihr Großvater, doch dieser erkennt in ihr nur eine Auserwählte.
Als Josephine sich plötzlich in einer düsteren, verwesenden Welt wiederfindet, klingen die Worte ihres Opas nicht mehr ganz so wahnsinnig.

Der Schreibstil lässt einen sofort in die Geschichte eintauchen: spannend, atmosphärisch dicht und fesselnd. Besonders mochte ich die Tagebucheinträge und Perspektivwechsel, die der Handlung zusätzliche Tiefe verleihen. Kein Kapitel wirkt überflüssig, die Spannung bleibt konstant hoch, und am Ende fügt sich alles schlüssig zusammen.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf die tolle Aufmachung des Prints legen: Das Cover ist ein Träumchen, und die Gestaltung im Text, mit unterschiedlicher Schrift für die Gedanken der Figuren, macht das Buch einzigartig und abwechslungsreich.
Ein wirklich durchdachtes Konzept, das das Taschenbuch schon rein optisch aus der Masse herausstechen lässt.

„Josephines Alptraum“ ist ein Beispiel dafür, warum ich so gerne Bücher von Selfpublishern lese. Auch gerade solche, die (noch) keinen Hype haben, ihn aber verdient hätten. Es sind kleine funkelnde Bergkristalle in einem Meer aus Mainstream-Schatten.

Ein beeindruckendes Debüt, das mich gleichermaßen gefesselt, bewegt und nachdenklich zurückgelassen hat. Hinter der düsteren Fantasy-Geschichte steckt so viel mehr mehr: Themen wie Angst, Einsamkeit, Depression und Familienzusammenhalt.
Dunkle, atmosphärische Fantasy mit emotionalem Tiefgang. Absolut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Oh, Black Witch, du hast mich wieder erwischt und mich in deinen Bann gezogen.

Black Witch - Erkenntnis
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Die Figuren, die Thematik. All das zieht mich tiefer und tiefer in diese Welt. Ich schaue in unsere Realität und sehe die Parallelen: Faschismus, Rassismus, Fanatismus, die schleichende Vorbereitung zu ...

Die Figuren, die Thematik. All das zieht mich tiefer und tiefer in diese Welt. Ich schaue in unsere Realität und sehe die Parallelen: Faschismus, Rassismus, Fanatismus, die schleichende Vorbereitung zu einem Regime. Laurie Forest trifft mit ihrer Geschichte erneut den Nerv der Zeit und hält uns schonungslos den Spiegel vor.

Die Geschichte knüpft nahtlos an den ersten Band an und steigert die Spannung noch einmal. Intrigen, Verrat, geheime Allianzen und die ständige Bedrohung machen es unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Was Black Witch für mich aber so besonders macht, sind die Charaktere. Manche Figuren überraschen mit unerwarteter Tiefe, andere mit Entscheidungen, die mich schockiert oder berührt haben. Niemand bleibt stehen. Es entwickelt sich so vieles. Auch unerwartetes was mich zu Tränen rührte.
Freundschaften werden auf die Probe gestellt und die Hauptfigur Elloren wächst an den Herausforderungen, ohne dabei perfekt zu sein. Gerade dies macht sie so authentisch und nahbar.

Die Welt selbst wirkt noch gefährlicher und lebendiger als zuvor. Forest baut sie detailreich aus. Kämpfe, Magie, Politik und persönliche Schicksale greifen perfekt ineinander.

Alles in allem ist Band 2 für mich ein Highlight im Fantasy-Genre. Ich bin froh noch 2 weitere Bände im Regal stehen zu haben.

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