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Veröffentlicht am 25.04.2025

Brothers-best-friend + Slow-Burn + First-Love + Music & Dreams

Hidden Tracks 2. All Our Secret Melodies
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„All our secret Melodies“ ist der neue Roman von Nina Brenke und der zweite Teil der „Hidden Tracks“-Reihe, in der Musik, Träume, Freundschaft und Liebe eine große Rolle spielen.

Kian und Danny verbindet ...

„All our secret Melodies“ ist der neue Roman von Nina Brenke und der zweite Teil der „Hidden Tracks“-Reihe, in der Musik, Träume, Freundschaft und Liebe eine große Rolle spielen.

Kian und Danny verbindet zeit ihres Lebens eine enge Freundschaft, doch ein Schicksalsschlag war es, der die beiden mit neun Jahren zu Brüdern, Kian Hennessy zu einem Teil der O'Rileys machte. Und Leia zu seiner kleinen, nervigen Schwester. Aber die Prinzessin wurde größer, älter, schöner. War plötzlich Teil der Band, die Kians Lebensmittelpunkt bildete, war immer in seinem Kopf. Doch das Versprechen, das er seinem besten Freund gab, die Regeln der „DeeOhThrees“ und sein Ruf machten ein Mehr unmöglich.
Heute ist es Danny, der Kian bittet, auf seine Schwester achtzugeben, während er in London ist. Leia, fast 21 Jahre, ist nie über Prince Charming, die Schwärmerei und das Spiel aus Heiß und Kalt hinweggekommen und ist dementsprechend von der Aussicht, dass Kian „Beschützer“ und Nachhilfelehrer mimen soll, alles andere als angetan. Denn Zeit zu zweit ist ein Tabu, zu verlockend. Zu schmerzhaft. Dabei ging es Ki nie anders als seiner Prinzessin …

„All our secret Melodies“ wird aus wechselnder Perspektive erzählt – beginnend im Jetzt, durchbrochen von Kapiteln, die uns in die Vergangenheit führen. Diese gewähren uns einen Einblick in die beiden unterschiedlichen familiären Situationen, helfen zu verstehen, wieso Leia und Kian sind, wie sie sind, und lassen uns die zarten Keime der Verliebtheit, deren Anfänge, erleben. Von Rückschlägen und Ignoranz zu Gefühlschaos, leeren Worten und den Zweifeln. Denn gerade Kian ist hin- und hergerissen, war er immer. Genau wie die Band ihn vergessen ließ, was zu Hause geschah, waren es die vielen „Queen of the Days“, die Leia aus seinem System werfen, die ihre Wirkung auf ihn minimieren sollten. Nie stellte jemand seine Bad-Boy-Fassade, seine abweisende „Alles ok“-Haltung infrage. Nun könnte es anders werden, wäre die jüngste O'Riley nicht so stur und abweisend, könnte sie ihm doch nur endlich Glauben schenken …

Nina Brenke schuf eine atmosphärische Geschichte, in der sowohl das Setting als auch die Melancholie, die Stürme der Emotionen malerisch herausgearbeitet wurden. Der Ton selbst ist dabei oft regelrecht poetisch, greift die Empfindungen gekonnt auf, läßt uns teilhaben an all dem Ungesagten, Ungefühlten. Die Dialoge sind sehr modern, dem Alter der Figuren angemessen, was der Story Authentizität und trotz der vornehmlich beklemmenden Stimmung etwas Lockeres verleiht.
Kians Päckchen ist kein Leichtes – zwischen Erinnerungsschmerz und der nagenden Angst, auch noch den letzten Rest Familie zu verlieren, ist es der beständige Versuch, in Leia nicht mehr zu sehen als Dannys Schwester und eine tolle Bassistin, der es schier unmöglich macht, sich fallen zu lassen.
Und Leia? Mit Blick auf den Druck, den ihre perfektionistische Mutter auf sie ausübt, die Ansprüche, denen die Studentin scheinbar nie genügen kann, auf die Mobbing-Erfahrungen und Kis Abweisung sind Leias Verschlossenheit, ihr distanziertes, unsicheres Verhalten samt den quälenden Selbstzweifeln, die sie abhalten, an sich, ihr Talent zu glauben, ihre Träume zu verfolgen, nur nachvollziehbar.
Die neu aufkommende, fragile Dynamik zwischen den Musikern entwickelt sich behutsam und gewissermaßen sacht, nicht ohne Taumler zurück … Denn es steht mehr auf dem Spiel als nur ihre beiden Herzen.

Obgleich ich den Roman – vor allem die angesprochenen Konflikte und bestärkenden Aussagen – gerne gelesen habe, empfand ich die Story im Vergleich zu „All our secret Songs“ deutlich fader. Mir fehlte es großflächig an Ereignissen und Lebendigkeit, wenn auch die individuelle Entwicklung sowie die Präsenz diverser Nebenfiguren gut gelang. Zusätzlich zerrten die aufwallenden Missverständnisse, die oft auf der Strecke bleibende Kommunikation und das dadurch entstehende Hin und Her – auch in Bezug auf Danny und Marie – an meinen Nerven. Ebenso fanden die Musik und der angeteaserte Unterricht lediglich im Hintergrund Erwähnung, was der Leidenschaft jedoch keinen Abbruch tat.
Abgesehen von der Liebesgeschichte greift die Autorin zu rührenden Abschieden und echter Trauer, spickt das Geschehen mit sensiblen Themen und innigen Freundschaften, einem tierischen Sidekick und der Familie. Gleichzeitig animiert Nina Brenke dazu, sich von Erwartungen zu lösen, mutig zu sein und eigene Wege zu gehen, den eigenen Wünschen zu folgen – trotz der Möglichkeit, zu scheitern.

Ob sich Ki und Leia in den kommenden Monaten aufeinander zu oder endgültig voneinander weg bewegen? Ob sie bereit sind, ihre Gefühle nicht nur voreinander, sondern auch vor Danny und allen anderen zu verteidigen? In „All our secret Melodies“ findet ihr die Antwort – und so viel mehr.

Manchmal braucht es nur einen Menschen, nur einen, der mit dir an deine Träume – an dich – glaubt.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Geheimnisvoller Fantasy-Roman mit origineller Idee

Red Raven Castle
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Seit einem Jahr ist Evelin Dunkworth Teil der heilenden Gruppe der Roten Raben. Diese fordert, untermauert mit klaren Regeln und harten Strafen, absoluten Gehorsam. Und so gerne Evelin in der Rabenburg ...

Seit einem Jahr ist Evelin Dunkworth Teil der heilenden Gruppe der Roten Raben. Diese fordert, untermauert mit klaren Regeln und harten Strafen, absoluten Gehorsam. Und so gerne Evelin in der Rabenburg lebt, lernt und wirkt, so schwerfällt es ihr, sich an diese zu halten – und sie nicht zu hinterfragen. Gemeinsam mit ihrem treuen, gefiederten Gefährten Doraz schleicht sie sich häufiger als gut für sie ist in die Stadt. Als Evelin in unmittelbarer Nähe eines Mordes gesehen wird, an dessen Opfer rote Federn platziert wurden, ist es der Lord des Ordens selbst, der die Auszubildende zu Verschwiegenheit verpflichtet. Dabei soll es nicht bei einem Toten bleiben, der ganz Canburgh in Aufruhr versetzt …

„Die roten Raben, egal, ob Mensch oder Vogel, hielten zusammen und keiner war ohne den anderen vollständig.“

Erzählt wird aus den Perspektiven von Evelin und Airril. Letzterer hat einen schweren Stand unter seinesgleichen, gehört sein Vater doch zum inneren Kreis der Roten Raben und gilt als mürrisch und unbarmherzig. Was er von seinem nachdenklichen, sanften Sohn hält, ist allseits bekannt und macht Airril zum Ziel von Spott und Hohn. Seine Unsicherheiten und Ängste, der Druck von Ciaran und das Gefühl, ständig beobachtet, geprüft zu werden, verleiten die Feder dazu, an sich selbst zu zweifeln, sich zu verkriechen. Doch jetzt scheint der Moment gekommen zu sein, in dem Airril über sich selbst hinauswachsen muss, denn seine engste Vertraute will sich nicht dem Befehl des Lords beugen – und den mysteriösen Morden selbst auf den Grund gehen. Dabei kommen die Freunde den Geheimnissen innerhalb der Rabenburg auf die Schliche, perfiden Plänen, intriganten Machenschaften und ihren Gefühlen füreinander …

Luna McMullens angenehmer, flotter Stil trägt uns durch die verwinkelte Storyline, die allerhand Ungereimtheiten samt schwer zu durchschauenden Figuren präsentiert. Obgleich es hier und da zu Längen kommt, es mir insgesamt an signifikanten, spannenden Ereignissen und einem Mehr bezüglich der Magie – u. A. die Hintergründe der Roten Raben, ihre Kräfte und die intensive Verbindung zu ihren Gefährten betreffend – fehlte, war es leicht, interessiert, stetig auf der Hut zu bleiben und mitzurätseln. Die Protagonisten kamen mit ihren individuellen, sehr konträren Eigenschaften greifbar zur Geltung und gerade Airril vollzieht im Verlauf eine deutliche Entwicklung. Ob es die zarte Romantik gebraucht hätte, wage ich zu bezweifeln, aber da diese weder der Geschichte zuträglich ist noch ihr einen Abbruch tut – so what?
Abgesehen von den jungen Federn, waren Ciaran McDarn und Lord Edvane ungemein wichtig und stets integriert – zwei verschiedene Führungspositionen, die ebenso viel Misstrauen erwecken, wie sie für Überraschungen sorgen.

Die Autorin schuf ein vorstellbares Setting, in dem die Gesellschaftsschichten sowie die Missstände klar herausgearbeitet wurden. So manch Situation entfachte Wut und Mitleid im gleichen Maße, wirft jedoch auch die Frage auf, weshalb der König den HeilerInnen-Orden einst verbot, im ganzen Reich zu wirken. In Anbetracht dessen waren Evelins rebellische Reaktionen, ihr Wunsch, allerorts mit ihren Kräften zu helfen, ihr Mut und ihr Tatendrang vorbildlich, wenn auch das Schema der „unbedarften Heldin, die alles einfach mal so richtet“ kein neues ist.
Zwar ging mir die Auflösung bzw. das Finale ein wenig zu schnell und ist der Text auch nicht frei von Fehlern (im Vergleich zu anderen Büchern des Verlags bleiben diese jedoch überschaubar), beinhaltet „Red Raven Castle“ dennoch etliche Höhepunkte, spannende Spitzen, unerwartete Enthüllungen und eine originelle Idee.
McMullens Fantasy-Roman ist somit auf jeden Fall eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Joahr, gute Idee, die nicht sonderlich ausgearbeitet wirkt.

Eislotus. Wasser findet seinen Weg
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„𝐄𝐢𝐬𝐥𝐨𝐭𝐮𝐬: 𝐖𝐚𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠“ ist der erste Band der aktuellen High-Fantasy-Dilogie von Liza Grimm und lockte mich mit der vielversprechenden Idee: Menschen, die Elementarmagie beherrschen, und ...

„𝐄𝐢𝐬𝐥𝐨𝐭𝐮𝐬: 𝐖𝐚𝐬𝐬𝐞𝐫 𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐭 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐖𝐞𝐠“ ist der erste Band der aktuellen High-Fantasy-Dilogie von Liza Grimm und lockte mich mit der vielversprechenden Idee: Menschen, die Elementarmagie beherrschen, und Seelen, die in Bücher gebannt werden.

𝙊𝙥𝙩𝙞𝙨𝙘𝙝 𝙚𝙞𝙣 𝙃𝙞𝙜𝙝𝙡𝙞𝙜𝙝𝙩 – kann der Inhalt da mithalten?

Die hier geschaffene Welt besteht aus mehreren Reichen, in denen die unterschiedlichsten Bedingungen und die jeweiligen Völker über ein Element herrschen. Seelenbücher, die mit der Macht und dem Wissen Verstorbener gespeist werden, tragen erheblich zu den Fähigkeiten der Menschen bei. Jedoch sind es einzig die Buchbinder, die die Seelen in die Artefakte bannen können – die wichtigste Ressource der Welt. Wo die Buchbinder leben, floriert der Handel, erblüht das Leben. Um einen erneuten Krieg um diese zu verhindern, wurde vor vielen Jahren das „Ritual des Lichts“ angesetzt. Doch nur wer den harten Wettkämpfen der Akademie und den prüfenden Blicken der BewohnerInnen von Lort standhalten kann, darf sich während diesem beweisen …
32 TeilnehmerInnen, die für Ehre und ihr Volk antreten. Doch am Ende haben nur 4 von ihnen die Chance auf das kostbarste Gut der Welt.

💙 »𝘿𝙖𝙨 𝙍𝙞𝙩𝙪𝙖𝙡 𝙙𝙚𝙨 𝙇𝙞𝙘𝙝𝙩𝙨 𝙜𝙚𝙬𝙞𝙣𝙣𝙩, 𝙬𝙚𝙧 𝙨𝙠𝙧𝙪𝙥𝙚𝙡𝙡𝙤𝙨 𝙜𝙚𝙣𝙪𝙜 𝙞𝙨𝙩, 𝙪𝙢 𝙟𝙚𝙣𝙚 𝙖𝙪𝙨𝙯𝙪𝙨𝙘𝙝𝙖𝙡𝙩𝙚𝙣, 𝙙𝙞𝙚 𝙗𝙚𝙨𝙨𝙚𝙧𝙚 𝘾𝙝𝙖𝙣𝙘𝙚𝙣 𝙝𝙖𝙗𝙚𝙣.«

Nara ist die Elementgesandte ihres Volks, eine Mondgebundene, und erhofft sich von einem Sieg keinen Ruhm – aber Rettung. Denn ihre Heimat erzittert vor Armut, Kälte und Abwanderung.
Auch Katso Sano will nicht nur verhindern, dass seine Familie alles verliert, sondern auch die Zukunft Sas sichern. Dass der Sonnengebundene einen Nachteil gegenüber den anderen hat, sollte dabei möglichst nicht ans Licht kommen.
Durch diese beiden erleben wir das Geschehen. Zu Beginn bekommen wir einen Eindruck ihrer Probleme, Situationen und ihrer Intentionen. Grimm führt die LeserInnen eher bedächtig und langsam in ihre durchaus einfallsreiche und malerische Handlung, jedoch werden relevante Informationen ausgespart, maximal angedeutet, nie voll und ganz ausgeführt. Für mich bleibt das gesamte Worldbuilding daher ziemlich blass, lückenhaft und oberflächlich, was es mir schwer machte, die Gegebenheiten komplett zu verstehen und zu greifen.

Lässt man diesen Punkt außen vor, hat man eine Akademie-Story, in der Halbwahrheiten und Lügen, Geheimnisse, mysteriöse Tode und verschwundene Seelenbücher ebenso das Interesse aufrechterhalten wie das präsente Konkurrenzverhalten der verschiedenen Elementgesandten. Wenn auch der Großteil dieser blass und im Hintergrund bleibt, sorgen die aktiv im Geschehen verankerten Charaktere für Misstrauen, rufen zur Vorsicht auf. Wer ehrlich und wohlwollend ist, bleibt fraglich. Die Protagonisten wurden hingegen mit Details, Gefühlen und Fehlern ausgearbeitet, sind hilfsbereit und entschlossen. Positiv und authentisch ist, dass sich weder Nara noch Katso besonders in den Vordergrund drängen oder signifikant „talentierter“ als ihre MitstreiterInnen sind. Auch stehen romantische Entwicklungen nicht im Fokus, jedoch ist absehbar, dass zwischen den Rivalen ein »mehr« flirrt. Ebenso wie der Mix aus bekannten Elementen und neuen Ideen empfand ich diesen Umstand als ziemlich erfrischend.

Die Gestaltung von „Eislotus: Wasser findet seinen Weg“ ist außen wie innen toll gelungen, der Stil liest sich leicht und unkompliziert, auch wenn es dem Auftakt an Lebendigkeit und Tiefe fehlte. Für Witz und Bissigkeit sorgte die „gesichtslose Fußnote“ – wer diese Anmerkungen von sich gibt und die Geschehnisse beobachtet, wird (noch) nicht enthüllt, jedoch meine ich, dass es sich um etwas Altes, Wissendes handelt.
Im Verlauf finden sich Aufgaben und Prüfungen, die insgesamt interessant zu verfolgen waren, kommen wir durch diese doch den Kräften des Einzelnen nahe. Auch Verluste müssen betrauert – und kritisch beäugt – werden, Ungereimtheiten tun sich im gleichen Maße auf wie der – für die Elementgesandten unverständliche – Unmut der BewohnerInnen Lorts. Irgendetwas – oder irgendjemand – scheint in diesem Wettstreit falsch zu sein. Und zu all der Vorsicht, die jedeR Auserwählte innerhalb der Mauern walten lassen muss, wenn er/sie überleben will, sind auch die ‚Unversehrten' – eine Rebellengruppierung, die gegen den Bund zwischen Mensch und Seelenbuch agiert – nicht zimperlich...

Das Ende war für mich nicht sonderlich überraschend, was nicht heißt, dass ich trotz aller Kritik nicht dennoch wissen möchte, wie es weitergeht. Welche Elementgesandten werden am ‚Ritual des Lichts' antreten und weshalb sind die Buchbinder eine Rarität? Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen an der Academy, der gesamten Welt und der Magie wirklich auf sich? So viele Fragen, auf die wir (hoffentlich) im Herbst eine Antwort bekommen.

Fazit: Spannende Idee, die mMn nur halbgar ausgearbeitet wurde.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Suchtgefahr.

Truly Forbidden
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„𝐓𝐫𝐮𝐥𝐲 𝐅𝐨𝐫𝐛𝐢𝐝𝐝𝐞𝐧“ hat mich auf mehreren Ebenen überrascht – beginnend bei dem Genre, denn es handelt sich nicht, wie durch diverse Social-Media-Auftritte behauptet und durch das Cover vermutet, um eine ...

„𝐓𝐫𝐮𝐥𝐲 𝐅𝐨𝐫𝐛𝐢𝐝𝐝𝐞𝐧“ hat mich auf mehreren Ebenen überrascht – beginnend bei dem Genre, denn es handelt sich nicht, wie durch diverse Social-Media-Auftritte behauptet und durch das Cover vermutet, um eine Dark Romance (geschweige denn um eine Romantasy xD).

Vor fünf Jahren verließ Calla Livitin ihre Heimatstadt, um in New York zu studieren. Ein Fauxpas kurz vor ihrer Abreise und all die mit Staindrop verbundenen Erinnerungen machten es ihr unmöglich, zurückzukehren. Bis sie ihrem Vater die letzte Ehre erweisen und für ein paar Wochen ihrer Mutter zur Seite stehen will. Dass eine Begegnung mit ihrer ehemals besten Freundin und ein Aufeinandertreffen mit Ambrose nicht lange auf sich warten lassen, hindert die Kellnerin nicht an ihrem Plan, zu bleiben. Doch Dot braucht dringend einen Job. Und in Rows 3 Sternerestaurant, dem von den BewohnerInnen abgelehnten Projekt des einstigen Lieblings, wird dringend Personal gebraucht.
Aber Ambrose würde lieber auf dem Mars wohnen als das Mädchen, dem er einst die Unschuld nahm, für die er damals alles aufgeben wollte, hätte sie ihn nur gebeten, zu bleiben, heute eine Frau, in seiner unmittelbaren Nähe zu dulden … Eigentlich.
Denn Row ist noch immer Row und Cal … ist noch immer die tollpatschige, unbeholfene, schrullige Kindheitsfreundin seiner Schwester …

»𝐄𝐬 𝐠𝐚𝐛 𝐙𝐞𝐢𝐭𝐞𝐧, 𝐝𝐚 𝐰𝐚𝐫𝐬𝐭 𝐝𝐮 𝐚𝐧 𝐦𝐚𝐧𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐓𝐚𝐠𝐞𝐧 𝐝𝐚𝐬 𝐁𝐞𝐬𝐭𝐞 𝐢𝐧 𝐦𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧.«

Shen bediente sich skurriler Situationen und unglaublich witziger Wortgefechte, die direkt aus einer RomCom stammen könnten. Zudem finden sich die Tropes „Smalltown“, „Brothers-best-friend“, „First-Love“, „GrumpyxSunshine“ & „Second-Chance“. Auch die sehr spezielle Charakterzeichnung sorgt einerseits für viel Humor und pure Unterhaltung, einen gewissen Wohlfühlfaktor, andererseits für rührende, schockierende Momente.
Auch die sehr spezielle Charakterzeichnung sorgt einerseits für viel Humor und pure Unterhaltung, einen gewissen Wohlfühlfaktor, andererseits für rührende, schockierende Momente.
Calla Livitin wirkt wie eine lebensfrohe, übersprudelnde und selbstbewusste junge Frau, die Sinn für Humor und Peinlichkeiten hat. Doch als Kind einer Einwandererfamilie, die ihr Erbe stolz in die Kleinstadt trug, hatte Dot eine schwere Kindheit samt Jugend, die einzig durch ihre Eltern und die Casablancas erträglich wurde. Mobbing, Misshandlung und Missbrauch lehrten sie, niemandem zu vertrauen, vor allem keinen Männern, förderten ihre nervösen Ticks, begünstigten eine Sozial- sowie Androphobie. Auch nachdem sie – gedemütigt und Dylan beraubt – ihrer Heimat den Rücken gekehrt hatte, konnte sie sich nicht von dem Einfluss ihrer Vergangenheit lösen. Nur McMonster, einem Gesichtslosen, den sie im Forum für Menschen mit Angst vor Männern kennenlernte, gibt ihr Halt.
Nun, wieder hier, ist es der People-Pleaserin ein Bedürfnis, zu helfen, doch um gegen Ungerechtigkeiten und Intrigen, die die Stadt beherrschen, aktiv vorgehen zu können, muss sich Dot erst ihrem eigenen Trauma entgegenstellen. Und dann … dann kann sie vielleicht aus ihrem Traum, für den sie in Staindrop genügend Futter bekommt, Realität machen, den letzten Wunsch ihres Vaters erfüllen und Liebe zulassen.

Row hat sich seinen Erfolg und seinen Ruf hart erarbeitet, verschaffte sich weltweit mit der Kombination aus direktem Arschl*chverhalten, Geschäftssinn und seinem Talent für die Gourmetküche Respekt. Das ‚Descartes' sollte der verarmten, festgefahrenen Einwohnerschaft von Staindrop zu Aufmerksamkeit und Wachstum verhelfen, doch seine Pläne sorgen für brodelnden Unmut. Für Hassmails, Vandalismus und Stalking. Aber Ambrose Casablancas kümmert das nicht. Denn sobald das neue Jahr anbricht, wird er nach London aufbrechen und seine Karriere vorantreiben … Wäre es nur nicht so schwer, Dot jeden Tag zu sehen, sich gegen das zu wehren, was unausweichlich ist. Die Versuche, nicht mehr in der exzentrischen Frau zu sehen als einen One-Night-Stand, den er nie vergessen konnte, als ein unverbindliches Abenteuer, kommen ihm, seiner Gefühlskälte, in die Quere und bringen alles durcheinander … Perfektes Chaos.

Die Versuche, nicht mehr in der exzentrischen Frau zu sehen als einen One-Night-Stand, den er nie vergessen konnte, als ein unverbindliches Abenteuer, kommen ihm, seiner Gefühlskälte, in die Quere und bringen alles durcheinander … Perfektes Chaos.

Es gibt so viel über die Figuren zu sagen, die so unglaublich authentisch und echt gezeichnet wurden, dass es mir schwerfiel, sie ziehen zu lassen. Denn vor allem die Protagonisten sind absolute Herzmenschen!
L. J. Shen baut ihre Storyline nach und nach auf, lässt uns die Gegebenheiten, die Konflikte und die Stimmung – sowohl zwischen einzelnen Parteien als auch innerhalb der Kleinstadt – ergründen und gewährt uns intensive und detaillierte Einblicke in Dot & Row. Dass nicht nur Cal kämpft – mit der Trauer um ihren Vater, ihrer Perspektivlosigkeit und einer tragischen Vergangenheit inkl. schwerem, fest verankertem Trauma –, sondern auch Ambroses defensive Einstellung und sein unfreundliches Verhalten einen unerwarteten, schrecklichen Ursprung haben, lässt die Art des erfolgreichen Kochs nachvollziehbar werden, weckt Mitgefühl und den Drang, beide in Umarmungen zu hüllen.
So bemüht distanziert und erzwungen das „erwachsene“ Miteinander zwischen ihnen begann, so ehrlich, innig und explosiv wandelt sich diese Dynamik, die für Seufzer, Herzklopfen und „Ich will das auch!“ sorgt. Es war wunderschön, ein stetiges Auf und Ab, wankelmütig, total witzig und sehr emotional. Denn Row ist so viel mehr und Cal so voller Angst …

In „Truly Forbidden“ treffen wir auf weitere, die Handlung bereichernde Figuren – Dylan, die ebenfalls eine Ladung Probleme mit sich trägt und dennoch eine wunderbare, forsche beste Freundin ist, die man selbst in seinem Leben will. Rhyland – Rows „bester Freund“ und ein Charmeur, Kieran und die coolen Mütter der Hauptakteure. Auch Personen, die zwielichtiger nicht sein könnten, finden sich in der Kleinstadt.
Shens Stil ist wie gewohnt direkt, gefühlvoll und malerisch. Sowohl das Setting als auch die Charaktere und der Verlauf kamen bildreich und atmosphärisch zur Geltung, die melancholischen Aspekte überschatteten nie die Leichtigkeit. Es gab Schmerz, Tränen und Erleichterung, Wahrheiten, die die Kraft haben, einen Menschen zu zerbrechen, Wege, die nur noch, mutig, gegangen werden müssen, kraftvolle Aussagen und so vieles, das mich tief bewegt hat.
Die Intentionen und Zweifel des Einzelnen wurden nahbar dargelegt – auch jene derer, die kein Verständnis verdienten. Callas und Rows gewaltiges Wachstum, sowohl miteinander als auch jedeR für sich, ist reich an Abwechslung, Höhen und Tiefen.
Ein Genuss.

Es gab Schmerz, Tränen und Erleichterung, Wahrheiten, die die Kraft haben, einen Menschen zu zerbrechen, Wege, die nur noch, mutig, gegangen werden müssen, kraftvolle Aussagen und so vieles, das mich tief bewegt hat.
Die Intentionen und Zweifel des Einzelnen wurden nahbar dargelegt – auch jene derer, die kein Verständnis verdienten. Callas und Rows gewaltiges Wachstum, sowohl miteinander als auch jedeR für sich, ist reich an Abwechslung, Höhen und Tiefen.
Ein Genuss.

Der augenscheinlich recht üppige, jedoch von Anfang an mitreißende Verlauf besteht aus wichtigen, sensiblen Themen, Gänsehautmomenten, Heartbreaking-Vibes und Cozy-Feels; aus spannenden, temporeichen und überraschenden Ereignissen, aus Romantik, Witz und Spice. Wir finden ebenso viele anrüchige wie bizarre Gedanken, etliche Fragen, die nach und nach beantwortet werden, ergreifende Offenbarungen und Ängste, die so tief sitzen, dass sie alles Gute, jeden Funken Glück von sich stoßen …
Doch für Ambrose Casablanca gibt es nur alles oder nichts – wofür wird sich Calla Livitin entscheiden, wenn die Angst in ihren Knochen sitzt?
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Fazit: Ich kann diese herzerwärmende, einheizende, unterhaltsame und definitiv nicht darke Romance sowas von empfehlen.
Vorsicht: Suchtgefahr!

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Guter Mittelteil.

Karma Drama 2. Dämonische Bestimmung
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„Dämonische Bestimmung“ ist der zweite Teil der Kinder-Fantasy-Serie „Karma Drama“ und führt die Geschehnisse des Vorgängers gekonnt fort.

Trotz ihres Pakts haben weder Livia noch Kasimir in ihren Prüfungen ...

„Dämonische Bestimmung“ ist der zweite Teil der Kinder-Fantasy-Serie „Karma Drama“ und führt die Geschehnisse des Vorgängers gekonnt fort.

Trotz ihres Pakts haben weder Livia noch Kasimir in ihren Prüfungen die gewünschten Erfolge erzielt. Für das Menschenmädchen heißt dies, dass sie dem Lernprogramm der Embergate-Academy beiwohnen muss. Um ihre wahre Natur zu verschleiern und den Oberdämon in dem Glauben zu lassen, sein perfider Plan sei geglückt, ist Livia auf die Hilfe von Azura und Kasimir angewiesen. Ein neuer Pakt, der beiden Parteien zugutekommt, soll her. Doch auch außerhalb der dämonischen Academy scheint Livias Leben alles andere als rosig zu verlaufen: denn das Böse lauert überall. Das Mädchen muss unbedingt verhindern, dass es sich dieses schon bald im Bett ihres Vaters gemütlich macht. …

„Dämonische Bestimmung“ ist düsterer als der Auftakt, was an dem bildlichen und sehr atmosphärischen Setting, der Geheimnisdichte und der Vorsicht, die Kasimir, Azura und Livia walten lassen müssen, um nicht entdeckt zu werden und ihre Ziele verfolgen zu können, liegt. Obgleich wir einige seichte, unspektakuläre Stellen finden, gab es im selben Maße spannende Szenen und Überraschungen. Dennoch scheint Kasimir neben Schlagfertigkeit auch Präsenz eingebüßt zu haben. Dafür war seine Schwester eine interessante Figur, die Abwechslung mit sich bringt. Erneut toll eingebunden, als Unterstützung, Hilfe und Trost, waren Justin, Cora und Großtante Pearl.

Viktoria Etzel führt uns sicher durch die Handlung, Gegebenheiten und Vorhaben sind verständlich, in einem einfachen Ton geschildert und insgesamt brachte es Spaß, die „Mission“ der drei Hauptakteure zu verfolgen und diese noch besser kennenzulernen. Livia wirkt um einiges gefasster, reifer als zuvor – aber was bleibt einem auch anderes übrig, wenn der Vater im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen, und ein überheblicher Dämon die Menschheit zu seinesgleichen wandeln will? –, behauptet sich und steht für ihre Überzeugungen und FreundInnen ein. Die verschiedenen Baustellen, die Frage, ob den Dämonen wirklich zu trauen ist, und das düstere Setting halten das Interesse jedenfalls konstant aufrecht – am Ende ist noch einiges unklar und so heißt es wieder warten.

Fazit: „Karma Drama“ ist eine Fantasy-Serie, die mit den von Etzel aufgegriffenen Themen und Werten sowie aufgrund des Unterhaltungsfaktors nicht nur für Kinder eine Empfehlung ist.

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