Brothers-best-friend + Slow-Burn + First-Love + Music & Dreams
Hidden Tracks 2. All Our Secret Melodies„All our secret Melodies“ ist der neue Roman von Nina Brenke und der zweite Teil der „Hidden Tracks“-Reihe, in der Musik, Träume, Freundschaft und Liebe eine große Rolle spielen.
Kian und Danny verbindet ...
„All our secret Melodies“ ist der neue Roman von Nina Brenke und der zweite Teil der „Hidden Tracks“-Reihe, in der Musik, Träume, Freundschaft und Liebe eine große Rolle spielen.
Kian und Danny verbindet zeit ihres Lebens eine enge Freundschaft, doch ein Schicksalsschlag war es, der die beiden mit neun Jahren zu Brüdern, Kian Hennessy zu einem Teil der O'Rileys machte. Und Leia zu seiner kleinen, nervigen Schwester. Aber die Prinzessin wurde größer, älter, schöner. War plötzlich Teil der Band, die Kians Lebensmittelpunkt bildete, war immer in seinem Kopf. Doch das Versprechen, das er seinem besten Freund gab, die Regeln der „DeeOhThrees“ und sein Ruf machten ein Mehr unmöglich.
Heute ist es Danny, der Kian bittet, auf seine Schwester achtzugeben, während er in London ist. Leia, fast 21 Jahre, ist nie über Prince Charming, die Schwärmerei und das Spiel aus Heiß und Kalt hinweggekommen und ist dementsprechend von der Aussicht, dass Kian „Beschützer“ und Nachhilfelehrer mimen soll, alles andere als angetan. Denn Zeit zu zweit ist ein Tabu, zu verlockend. Zu schmerzhaft. Dabei ging es Ki nie anders als seiner Prinzessin …
„All our secret Melodies“ wird aus wechselnder Perspektive erzählt – beginnend im Jetzt, durchbrochen von Kapiteln, die uns in die Vergangenheit führen. Diese gewähren uns einen Einblick in die beiden unterschiedlichen familiären Situationen, helfen zu verstehen, wieso Leia und Kian sind, wie sie sind, und lassen uns die zarten Keime der Verliebtheit, deren Anfänge, erleben. Von Rückschlägen und Ignoranz zu Gefühlschaos, leeren Worten und den Zweifeln. Denn gerade Kian ist hin- und hergerissen, war er immer. Genau wie die Band ihn vergessen ließ, was zu Hause geschah, waren es die vielen „Queen of the Days“, die Leia aus seinem System werfen, die ihre Wirkung auf ihn minimieren sollten. Nie stellte jemand seine Bad-Boy-Fassade, seine abweisende „Alles ok“-Haltung infrage. Nun könnte es anders werden, wäre die jüngste O'Riley nicht so stur und abweisend, könnte sie ihm doch nur endlich Glauben schenken …
Nina Brenke schuf eine atmosphärische Geschichte, in der sowohl das Setting als auch die Melancholie, die Stürme der Emotionen malerisch herausgearbeitet wurden. Der Ton selbst ist dabei oft regelrecht poetisch, greift die Empfindungen gekonnt auf, läßt uns teilhaben an all dem Ungesagten, Ungefühlten. Die Dialoge sind sehr modern, dem Alter der Figuren angemessen, was der Story Authentizität und trotz der vornehmlich beklemmenden Stimmung etwas Lockeres verleiht.
Kians Päckchen ist kein Leichtes – zwischen Erinnerungsschmerz und der nagenden Angst, auch noch den letzten Rest Familie zu verlieren, ist es der beständige Versuch, in Leia nicht mehr zu sehen als Dannys Schwester und eine tolle Bassistin, der es schier unmöglich macht, sich fallen zu lassen.
Und Leia? Mit Blick auf den Druck, den ihre perfektionistische Mutter auf sie ausübt, die Ansprüche, denen die Studentin scheinbar nie genügen kann, auf die Mobbing-Erfahrungen und Kis Abweisung sind Leias Verschlossenheit, ihr distanziertes, unsicheres Verhalten samt den quälenden Selbstzweifeln, die sie abhalten, an sich, ihr Talent zu glauben, ihre Träume zu verfolgen, nur nachvollziehbar.
Die neu aufkommende, fragile Dynamik zwischen den Musikern entwickelt sich behutsam und gewissermaßen sacht, nicht ohne Taumler zurück … Denn es steht mehr auf dem Spiel als nur ihre beiden Herzen.
Obgleich ich den Roman – vor allem die angesprochenen Konflikte und bestärkenden Aussagen – gerne gelesen habe, empfand ich die Story im Vergleich zu „All our secret Songs“ deutlich fader. Mir fehlte es großflächig an Ereignissen und Lebendigkeit, wenn auch die individuelle Entwicklung sowie die Präsenz diverser Nebenfiguren gut gelang. Zusätzlich zerrten die aufwallenden Missverständnisse, die oft auf der Strecke bleibende Kommunikation und das dadurch entstehende Hin und Her – auch in Bezug auf Danny und Marie – an meinen Nerven. Ebenso fanden die Musik und der angeteaserte Unterricht lediglich im Hintergrund Erwähnung, was der Leidenschaft jedoch keinen Abbruch tat.
Abgesehen von der Liebesgeschichte greift die Autorin zu rührenden Abschieden und echter Trauer, spickt das Geschehen mit sensiblen Themen und innigen Freundschaften, einem tierischen Sidekick und der Familie. Gleichzeitig animiert Nina Brenke dazu, sich von Erwartungen zu lösen, mutig zu sein und eigene Wege zu gehen, den eigenen Wünschen zu folgen – trotz der Möglichkeit, zu scheitern.
Ob sich Ki und Leia in den kommenden Monaten aufeinander zu oder endgültig voneinander weg bewegen? Ob sie bereit sind, ihre Gefühle nicht nur voreinander, sondern auch vor Danny und allen anderen zu verteidigen? In „All our secret Melodies“ findet ihr die Antwort – und so viel mehr.
Manchmal braucht es nur einen Menschen, nur einen, der mit dir an deine Träume – an dich – glaubt.