Profilbild von Franci

Franci

Lesejury Star
offline

Franci ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franci über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2023

Geiler Titel. Schlechter Inhalt.

Lucifer I'M A FUCKING GOD
0

Eine Wette mit dem Tod und Lucifer als Bodyguard — klingt ja erstmal nach einem spannenden Plott.
Spoiler: 𝗡𝗼𝗽𝗲.


🖤 𝐋𝐮𝐜𝐢𝐟𝐞𝐫: 𝐈'𝐦 𝐚 𝐅𝐮𝐜𝐤𝐢𝐧𝐠 𝐆𝐨𝐝


Vorweg möchte ich anmerken, dass ...

Eine Wette mit dem Tod und Lucifer als Bodyguard — klingt ja erstmal nach einem spannenden Plott.
Spoiler: 𝗡𝗼𝗽𝗲.


🖤 𝐋𝐮𝐜𝐢𝐟𝐞𝐫: 𝐈'𝐦 𝐚 𝐅𝐮𝐜𝐤𝐢𝐧𝐠 𝐆𝐨𝐝


Vorweg möchte ich anmerken, dass der Buchsatz erschreckend unprofessionell anmutet, das Fehlen eines Lektorats ist offensichtlich, was sich durch eine sehr einfache, regelrecht plumpe und wiederholende Ausdrucksweise zeigt. Und ein Korrektorat hätte sicher den einen oder anderen kleinen Fehler sowie die auffälligen Interpunktionsfehler entdeckt.

Inhaltlich — ich weiß nicht. Sicher war die Idee interessant, doch die Umsetzung stagnierte auf einem seichten Teenie-Niveau, weder gab es ernstzunehmende düstere Elemente noch strahlten Teufel, Tod und Engel Bedrohung aus. Die übernatürlichen Aspekte blieben auf der Strecke, die Protagonistin wirkt naiv und Lucifer handzahm.

Zumindest musste ich öfter Lachen (ihr habt das Buch gelesen? Ich sag’ nur: Kaltwachsstreifen), häufiger jedoch mit den Augen rollen. Esras selbstverständliche Akzeptanz, mit der sie eine namenlose Gefahr und ihren fremden Begleiter hinnimmt, verwarfen bereits jegliche Authentizität.
Hinzu kamen entweder vollkommen überzogene Reaktionen (Kein Kuss nach dem ersten Date? Zack, Herz gebrochen!) oder das Ausbleiben dieser. Die intimen Szenen, lassen wir die alberne Bezeichnung des weiblichen Geschlechtsorgans außen vor, waren zwar lang, aber ganz gut lesbar. Eine wirkliche Stimmung, egal welcher Art, sowie Atmosphäre und Gefühle —echte, greifbare— konnte die Autorin mit ihren platten Worten, der Oberflächlichkeit nicht erschaffen. Selbst das Finale wurde kurz und knapp abgehakt.

Ein absolut geiler Titel, dem der Inhalt leider nicht gerecht wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2023

Beauty and the Nerd.

Besessen von dir
0

Aus dem Mauerblümchen wird der Nerd, aus dem Badboy die Cheerleaderin — wie Kera Jung die mittlerweile ausgelutschte Rollenverteilung umstellt, empfand ich wirklich sehr erfrischend und interessant.

„Besessen ...

Aus dem Mauerblümchen wird der Nerd, aus dem Badboy die Cheerleaderin — wie Kera Jung die mittlerweile ausgelutschte Rollenverteilung umstellt, empfand ich wirklich sehr erfrischend und interessant.

„Besessen von Dir“

Erzählt wird die College-Story aus wechselnder Perspektive, sodass Chage und Lill greifbar wurden. Nicht nur ihre eigene Geschichte, ihre Beweggründe, Unsicherheiten und Gedanken lassen sich dadurch greifbar verfolgen, sondern auch die (innere) Entwicklung.
Die Handlung ist von alltäglichen, gefühl- und humorvollen Ereignisse gespickt, neben den Protagonisten finden sich passend eingebrachte Nebencharaktere. Diese kamen, wie auch das Setting und die Challenge, in der Lill aus Chage einen Abschlussballkönig zaubern soll, ausreichend zur Geltung.
Geschrieben wurde modern und authentisch, Themen wie Mobbing und Ausgrenzung waren stimmig integriert, die Dynamik zwischen der beliebten Schülerin und dem unsichtbaren Jungen bietet Abwechslung und Überraschungen.

Das Ende kam zu schnell und hält einen Cliffhanger bereit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2023

Flop des Junis.

Bloodrush – Kuss der Unsterblichkeit
0

Als leidenschaftliche Anhängerin der
„Ja, zumindest die Vampire auf der „Biss“-Reihe dürfen glitzern!“-Bewegung, fielen mir in dem Teenie-Alptraum 𝐁𝐥𝐨𝐨𝐝𝐫𝐮𝐬𝐡 - 𝐊𝐮𝐬𝐬 𝐝𝐞𝐫 𝐔𝐧𝐬𝐭𝐞𝐫𝐛𝐥𝐢𝐜𝐡𝐤𝐞𝐢𝐭
selbstverständlich ...

Als leidenschaftliche Anhängerin der
„Ja, zumindest die Vampire auf der „Biss“-Reihe dürfen glitzern!“-Bewegung, fielen mir in dem Teenie-Alptraum 𝐁𝐥𝐨𝐨𝐝𝐫𝐮𝐬𝐡 - 𝐊𝐮𝐬𝐬 𝐝𝐞𝐫 𝐔𝐧𝐬𝐭𝐞𝐫𝐛𝐥𝐢𝐜𝐡𝐤𝐞𝐢𝐭
selbstverständlich die vagen Parallelen zum Cullen-Clan auf — okok, das Rad kann nicht neu erfunden werden. Aber bitte ...

Ich hab mir nicht mal die Mühe gemacht, vollständige Sätze zu formulieren:

⚠ 𝑹𝒆𝒛𝒆𝒏𝒔𝒊𝒐𝒏/ 𝑺𝒑𝒐𝒊𝒍𝒆𝒓 ⚠

→ overflächlicher Twilight-Abklatsch, der weder Zeit noch Raum für eine Entwicklung lässt. Die „temporeiche“ Handlung wurde nicht ausgebaut, Tiefe war wohl inmitten all der Klischees und Schwärmerein nicht auffindbar.

→ She falls first? Aber sowas von. Da wird sofort geschwärmt und geliebt (!!!!)
Anziehung? Gut. Sabbern? Ja, das mach ich regelmäßig, wenn mir jemand auffällt. Aber Liebe(sbekenntnisse)?

→ Vampire existieren und entweder wirst Du gefälligst zu selbigen oder stirbst — ok, wenns weiter nichts ist.

yolo

→ Die Protagonistin war in ihren Reaktionen weder rational noch realistisch, blieb ja auch keine Zeit für Argwohn oder Überlegungen.

→ wichtige Szenen, die dazu beitragen könnten, zu verstehen, nachzuvollziehen, sich einzufinden wurden rausgeschnitten, wahrscheinlich um Papier zu sparen.

→ natürlich hat Grace verborgene Talente, jeder findet sie toll, sie ist — natürlich! — zum kämpfen bereit und voller Rache. Gerade eben war sie aber noch eine unwissende Barista ...

→ die Charaktere blieben blass & konturlos. (OK, ich hatte ein Bild der Cullens im Kopf.)

→ Mitreißend & geheimnisvoll? Ging an mir total vorbei.
Übertrieben, sprunghaft &

notnew ? Joahr.

→ Irritation machte sich übrigens durch ganz viele „!“ Sätze bereit. Die waren überall, ersetzten sogar öfter Fragezeichen, die teilweise auch ganz vergessen wurden.

→ das glorreiche Finale, war, wie zu erwarten, zackzackzack abgehandelt, einfach & unspektakulär.

→ Ok. Etwas Positives: Es gab eins, zwei Szenen, jene, auf die am Anfang mit den #trigger hingewiesen wird, die ich wirklich gut fand.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2023

Schmale Grenze zwischen NA und Erotik.

Heisse Nächte in Tokyo
0

𝐇𝐄𝐈𝐒𝐒𝐄 𝐍Ä𝐂𝐇𝐓𝐄 𝐈𝐍 𝐓𝐎𝐊𝐘𝐎 – mehr Erotik als New Adult, dennoch bestückt mit einigen wirklich guten Themen, wie:
• positiv zu sich, seinem Körper zu stehen, in jeder Situation (+ Position) und
• eigene Vorlieben ...

𝐇𝐄𝐈𝐒𝐒𝐄 𝐍Ä𝐂𝐇𝐓𝐄 𝐈𝐍 𝐓𝐎𝐊𝐘𝐎 – mehr Erotik als New Adult, dennoch bestückt mit einigen wirklich guten Themen, wie:
• positiv zu sich, seinem Körper zu stehen, in jeder Situation (+ Position) und
• eigene Vorlieben und Grenzen offen zu kommunizieren.

Beides fällt mir selbst unglaublich schwer und es war erfrischend zu verfolgen, wie sich die junge Studentin überwand und letztendlich hin- bzw. mitreißen ließ.

Außerdem greift Mia Mori
• Nötigung und Erpressung am Arbeitsplatz sowie
• die Reduzierung des Individuums auf Äußerlichkeiten auf, und das nicht, wie üblich, an der Frau. Dies sind Vorkommnisse, die jeden treffen können, unabhängig des Geschlechts.

Obwohl weder das Verhalten noch die betont lockere und offene Art der Charaktere dem typischen Bild von Asiaten/Japanern entspricht, mochte ich die Figuren – vor allem die innere Entwicklung und Veränderung von Minako.
Durch viele explizite Kapitel und ausführliche Schilderungen, die definitiv das Kopfkino anregen, kamen bei mir eher Porno- statt Lovestory-Vibes auf, wirkliche Gefühle braucht die Geschichte aber ohnehin nicht, um zu unterhalten. Der Roman liest sich leicht weg, in den Dialogen gab’s Humor, Intimitäten und alles, was hierzu gehört, wird recht offensiv behandelt, die Perspektivwechsel brachten Abwechslung und gerade das Bedrängnis, in dem sich Kaoru befindet, sorgt für anhaltendes Interesse.

Zwar fand ich die zahlreichen Illustrationen, die mittels KI erstellt wurden, schön, darüber hinwegtäuschen, dass „Japanese Lessons in Lust“ UNBEDINGT nochmal durch ein Korrektorat samt Lektorat gleiten sollte, können sie nicht.

Kein Buch, das ich für gemütliche Lesestunden in der Öffentlichkeit empfehlen würde. Sonst aber schon.
.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2023

Gelungener Auftakt.

Spiele um Segen und Verdammnis
0

Einst auserkoren, um als Assassine der »Boten des Lichts« zu töten, lebt Aveny, seit die „Organisation“ ausgelöscht wurde, auf der Burg von Lord Thain – als Einzige, die übrig blieb.
Fünf Jahre später ...

Einst auserkoren, um als Assassine der »Boten des Lichts« zu töten, lebt Aveny, seit die „Organisation“ ausgelöscht wurde, auf der Burg von Lord Thain – als Einzige, die übrig blieb.
Fünf Jahre später tauchen Zeichen auf, die davon zeugen, dass die Boten noch existieren — und mit ihnen auch alle Gräuel. Als ausgebildete, präzise Kriegerin soll sich die junge Frau nun als vermeintliche Wächterin bei den Ehrenspielen einschleusen, um Hinweise zu suchen …

Bereit für einen starken High Fantasy Auftakt?
Dann solltet ihr sofort mit „Spiele um Segen und Verdammnis“ loslegen …

Neben der Protagonistin, die trotz allem, was sie einst getan hat, trotz dessen, wozu sie erzogen wurde, sympathisch und sensibel ist, lernen wir eine Vielzahl weiterer Charaktere kennen – vor allem die anderen vier Teilnehmer der Seenlande: Shadia, Daron, Kento und Xiliranus. Auch die Hexe Odilla verfolgt, gemeinsam mit Kaelan Walsh, Spuren, dieser will jedoch zusätzlich zu der Frage, ob der mörderische Orden erneut aktiv wurde, den Hintergründen seiner eigenen Veränderung nachgehen.

Viele Eindrücke und Informationen, ein komplexes Worldbuilding und frische Gegebenheiten warten, Fragen, die nicht alle beantwortet werden, Gefühle und ein Hauch Romantik. Stilistisch liest sich das Geschehen bildhaft und detailreich. Es war leicht, sich in die Charaktere und deren verschiedene Probleme zu versetzen. Vor allem die Verletzlichkeit, die in den Hauptfiguren schlummert, war bewegend – steht diese Seite doch im starken Kontrast zu den gnadenlosen KämpferInnen.
Jana Ulmer baute ihre Story langsam auf, dennoch passiert so vieles. Diese Geschichte ist anspruchsvoll und durchdacht, lässt Raum für eigene Vermutungen, Vorstellungen und eine Fortsetzung. Eine Vielzahl sensibler Themen – angefangen von Vorurteilen und der Angst vor dem, was man ist – werden bearbeitet, Mythologie, Welt und Wesen waren faszinierend, die Luxeri und Tristi fand ich genauso interessant, wie die Machenschaften der »Boten des Lichts« und die Entwicklungen samt Offenbarungen während der Spiele.
Schwang anfangs noch Distanz und Argwohn im Miteinander der Teilnehmer mit, verdichtete sich die Dynamik merklich, je intensiver sich das Kennenlernen gestaltete. Jedoch ließen sich etliche Involvierte schwer oder gar nicht durchschauen, Misstrauen waberte durch die oft bedrückenden Atmosphäre, überraschende Ereignisse und actionreichen Szenen trugen zu Spannung und Abwechslung bei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere