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Veröffentlicht am 20.02.2023

Nett.

Thanee & Tidus
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„Thanee & Tidus: Das Licht Deiner Seele“ ist ein Romantasy, dem eine starke Idee, jene von Licht und Schatten, zugrunde liegt, mich jedoch nur in wenigen Momenten fesseln konnte.

Die Geschichte wird im ...

„Thanee & Tidus: Das Licht Deiner Seele“ ist ein Romantasy, dem eine starke Idee, jene von Licht und Schatten, zugrunde liegt, mich jedoch nur in wenigen Momenten fesseln konnte.

Die Geschichte wird im Wechsel der beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, erzählt: während Thanee selbstlos, herzlich und mutig agiert, überzeugt davon ist, dass in jedem Menschen auch Gutes schlummert, steht der Dunkle Prinz im Kontrast zu der reinen Waise– zumindest sollte er das. Ich konnte die fiese, kalte BadBoy Aura zu keiner Zeit sehen oder ernst nehmen, schwingt in Tidus Gedanken doch nur selten wirkliche Boshaftigkeit mit.
Obgleich beide Autorinnen nicht mit ausführlichen Beschreibungen geizen, ist nur wenig Platz für ein griffiges Worldbuilding, dabei ist die Vielfalt magischer Wesen in Tenebris bemerkenswert. Hintergründe über Konflikte und Spaltung des Lands bleiben vage, auf eine zwischenmenschliche sowie charakterlich sinnige Entwicklung wurde verzichtet und auch, wenn der Verlauf zumindest teilweise abwechslungsreich gestaltet wurde, empfand ich das Ende als unbefriedigend.

Aber natürlich gibt es auch Positives zu sagen:
Blutige, grausame Szenen erwarten die LeserInnen vor allem in Umbra und im Schloss der Schattenlande. Das Orakel gibt dem Geschehen etwas Mystisches, Überraschungen und Angriff sorgen für Tempo und die Atmosphäre ist durchweg unberechenbar, teilweise düster. Hannah Sternjakob und Lisa Lamp vermitteln in ihrer Geschichte zahlreiche Werte, angefangen von echter Freundschaft, Vergebung, Loyalität gegenüber dem eigenen Herz und dem ein- sowie aufstehen für Gerechtigkeit. Die Dialoge waren, ausgenommen der plötzlichen Liebesbekundungen, locker und dem Setting angemessen, hin und wieder spritzig-amüsant. Thanee, äußerlich nicht die makellose Heldin, ist ein straighter Charakter, nahezu perfekt und glatt, was ich, in Anbetracht all dessen, was sie bereits erlebt, verloren hat und nun durchstehen muss, nicht nachvollziehbar und echt finde. Im Vergleich geben Tidus „Veränderungen“ dem Verlauf „mehr“.

„Thanee & Tidus“, stellenweise zu einfache, seichte Romantasy, die trotz der genannten Kritik einen Nachmittag nett ausfüllt.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Wunderschöne Geschichte, die passend vertont wurde.

Zwei Nächte und drei Leben lang
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„Zwei Nächte und drei Leben lang.“
… ist kein normaler Liebesroman.
… keine schon x-mal gelesene Geschichte.
… kein einfaches Buch.

Szenen, die die Seele streicheln, und solche, die wie ein tosender ...


„Zwei Nächte und drei Leben lang.“
… ist kein normaler Liebesroman.
… keine schon x-mal gelesene Geschichte.
… kein einfaches Buch.

Szenen, die die Seele streicheln, und solche, die wie ein tosender Sturm jede Faser des Körpers aufwühlen, wechseln sich gekonnt ab.
Die Autorin gibt dem Leser Zeit, zu verstehen, zu verkraften, den Empfindungen nachzuspüren. Und doch raubt Elja Janus mit puren Emotionen, kraftvollen Worten und unglaublicher Intensität die Luft zum atmen.

🦋🦋🦋„Manchmal rettet uns die Banalität über die so gar nicht banale Grausamkeit des Lebens.“🦋🦋🦋


Die einmalige Geschichte von Cam und Jess wird von Themen begleitet, die unter die Haut gehen, nie ihre Aktualität verlieren und doch zu wenig Beachtung finden. Elja verflocht tragische, unvorstellbare Schicksalsschläge gekonnt in eine Liebe, die bereits ihr Ende fand – und trotz all dem, was geschah, eine zweite Chance bekommt.
Schock, Schmerz, Leid und Tragik fühlten sich echt an, keine Zeile wirkte übertrieben oder gezwungen.
Autorin Elja Janus schreibt authentisch, klar und ausdrucksstark, lässt ihre Charaktere lebendig, Reaktionen und Gedanken nachvollziehbar erscheinen, während Zweifel, Emotionen und Tränen auf den Leser einprasseln.

Ich litt von ganzem Herzen mit. Spürte den Hass, die bedingungslose Liebe, zerging in schmerzhafter Sehnsucht, Schuld und Angst.
Durch eine bildliche, ebenso sanfte wie schonungslose Ausdrucksweise fesselte mich die Autorin an die stete Entwicklung des Geschehens, überraschte mit erschütternden Wahrheiten und berührte. Die Verluste empfand ich wie meine eigenen, Melancholie vereinte sich mit hoffnungsvollen Momenten und in all dem Chaos sind Jess und Cam:
Zwei Menschen, die nicht sehen, wie stark und mutig, wie wichtig sie sind, die blind vor Trauer, gelähmt von Schmerz, nicht erkennen, dass sie beide so viel mehr sind – mehr, als nur eine Hollywood-Lovestory.

„Zwei Nächte und drei Leben lang“ wurde voller Sorgfalt und Details ausgearbeitet, ertrinkt in dieser einen, ganz großen, unendlichen Liebe, nach der sich jeder Mensch verzehrt. Ohne ein Bilderbuch-Happy End, ohne Klischees, dafür mit tiefschwarzen Abgründen und Irrungen – so real, wahr und ergreifend. Mehr als einmal musste ich schlucken, war entsetzt, geschockt und blinzelte Tränen weg. Doch neben all der Traurigkeit und Schwere hält dieser Roman auch Leidenschaft, Witz, Freiheit und Glück bereit.

Zwischen den Zeilen verbergen sich Zweideutigkeiten, die zum Schmunzeln bringen, Berührungen und Worte, die zum Seufzen verführen und ein unbeschwerter Tanz im Regen – an der Seite von Canim.
Mit vielem hatte ich gerechnet, doch nicht ansatzweise mit dem, was sich hinter dem malerischen Einband verbirgt:
Eine Farbpalette aus Emotionen samt jeder feinen Schattierung, die die Gefühlswelt zu bieten hat.
Poetisch, ausdrucksstark und zutiefst berührend.

„Zwei Nächte und drei Leben lang“ – hallt laut und intensiv nach, bleibt unvergessen.
Ich liebte Cam und Jess, liebte die Wortgewalt.

Gänsehaut? Garantiert. Taschentücher? Definitiv. Realität? Unwichtig.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Guter, interessanter Auftakt.

A Magic Steeped in Poison – Was uns verwundbar macht
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Kreativität und Originalität versprach ich mir von „A Magic Steeped in Poison - Was uns verwundbar macht“ – doch konnte mich der Fantasy Roman von Judy I. Lin begeistern?

Die Antwort: »zeitweise«, denn ...

Kreativität und Originalität versprach ich mir von „A Magic Steeped in Poison - Was uns verwundbar macht“ – doch konnte mich der Fantasy Roman von Judy I. Lin begeistern?

Die Antwort: »zeitweise«, denn den Großteil der Erzählung empfand ich als träge und zäh. Ein greifbares Magiesystem war theoretisch nicht vorhanden, maximal vage geschildert und die Übersetzung simple gehalten. Dennoch gab es immer wieder spannende Sequenzen, Momente, die durch Misstrauen und Intrigen am Hof, durch Korruption und Revolutionen im Land das Interesse stetig neu entfachen. Hinzu kommt der Wettkampf, in dem sich die Shénnóng-tú gegeneinander durchsetzen und beweisen müssen, auch hier warten politische Machtspiele, Ungerechtigkeiten und Sabotage. All diese Missstände gepaart mit Giftanschlägen und Unruhen sorgen für Aufregung.

Die Härte drohender Strafen gab der Geschichte und jedem Schritt, jedem Wort von Zhang Ning etwas Gefährliches. Charakterlich war es schwer, jemanden, ausgenommen der ungestümen und schlagfertigen, mutigen Protagonistin, Sympathie entgegenzubringen, denn wer dem Kaiserreich wirklich treu ergeben ist, bleibt ungewiss. Und so wankt das Vertrauen, wie die Launen des Volkes.
Besonders gelungen fand ich, wie in dieser rauen, strengen Welt durch die Feinheiten der Tee-Zeremonien und der damit einhergehenden Magie etwas Sanftes bewahrt wurde.
Atmosphärisch lag auf dem Geschehen durchweg etwas Drückendes, Schweres, wurde von Melancholie und Trauer umspielt. Aber es gab Platz für bedingungslose, starke Liebe — für die Familie, für die Opfer, für die eigenen Überzeugungen und die Kunst der Shénnóng-Magie. Auch romantische Gefühle flammen zart, zwischen dem Elend außerhalb der Palastmauern, den internen Kämpfen ranghoher Tiere und den komplexen Prüfungen, auf, doch ist der Hof von Dàxī, in dem die Pflicht schwerer wiegt, als das Herz, kein Ort für diese.

Ning hat mich nach und nach für sich gewonnen, ihre ruppige, intelligente und bodenständige Art, ihre Wut und der Wunsch, zu helfen, zu verändern machen sie zu einer vorbildlichen Heldin. Judy I. Lin verzichtet weder auf Tod und Dramatik, noch auf Legenden und einen Hauch Fantasy, verliert sich sehr wohl aber in zu vielen Verstrickungen. Manch Offenbarung sorgt für eine geschickte Wendung, Geheimnisse sind überall, bis die Autorin in den letzten Kapiteln das Tempo anzieht, sich Ereignisse überschlagen und dann … Fragen offen bleiben.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Tolle Fortsetzung.

Seahorse - Die Insel der Wasserpferde
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»Sie wollten ihn töten. Weil sie ihn für ein Monster halten.«

„Seahorse - Die Insel der Wasserpferde“ setzt nach der knappen Flucht des wunderschönen Kaltbluthengsts, auf seinem Rücken die kraftlose Shona, ...

»Sie wollten ihn töten. Weil sie ihn für ein Monster halten.«

„Seahorse - Die Insel der Wasserpferde“ setzt nach der knappen Flucht des wunderschönen Kaltbluthengsts, auf seinem Rücken die kraftlose Shona, an und hält allerhand Konflikte, Überraschungen und Enthüllungen bereit, bevor uns das Ende mit neuen Fragen zurücklässt.

Da es sich um eine Fortsetzung handelt, verzichte ich auf eine Zusammenfassung — Karin Müller gibt uns einen vorstellbaren und umfassenden Eindruck des urigen Schottlands, ohne sich in Ausschweifungen zu verlieren, erweckt gekonnt eine mystische, verheißungsvolle Atmosphäre und spickt ihre Erzählung mit viel Gefühl.

Die aktuellen Geschehnisse werden von Shona wiedergegeben, Aufregung und Wut, Unverständnis und Mut prägen diesen Handlungsstrang, während andere Perspektiven für Bedrohungen und Vorahnungen sorgen, Zusammenhänge knüpfen oder neue Rätsel aufgeben.
Dass sich die Autorin mit den Legenden und Gepflogenheiten der Highlands auseinandergesetzt hat, ist auch im zweiten Teil der Urban-Fantasy Trilogie deutlich zu erkennen. Die Protagonistin ist altersgerecht gezeichnet, temperamentvoll und wankelmütig, das Zusammenspiel mit Seahorse strotzt vor Leidenschaft und Zuneigung, während es mit Cuan romantisch und intensiv wird.
Auch die anderen Figuren werden griffiger, überraschen und ihre Ängste, begründet auf den alten Sagen über die Each Uisge, scheinen nachvollziehbar.

„Seahorse - Die Insel der Wasserpferde“ ist interessant, abwechslungsreich, spannend und geheimnisvoll. Am Ende wartet der Nebel ... wird er im letzten Teil alle Antworten preisgeben?

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Herzzerreißend, authentisch und lesenswert.

Der Stern vor meinem Fenster
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Zu aller erst möchte ich darauf hinweisen, dass mit dem Kauf von „Der Stern vor meinem Fenster“ die Organisation „Making Herstory“ unterstützt wird — lest es, empfehlt es!
Desweiteren handelt es sich um ...

Zu aller erst möchte ich darauf hinweisen, dass mit dem Kauf von „Der Stern vor meinem Fenster“ die Organisation „Making Herstory“ unterstützt wird — lest es, empfehlt es!
Desweiteren handelt es sich um ein Kinderbuch, in dem diese auf eindringliche, sanfte Weise, sowohl im Vor- wie im Nachwort, angesprochen werden. Neben einer Legende über einzelne Sternbilder findet sich im Anhang auch die Definition „Häusliche Gewalt“, Hilfsstellen für Klein und Groß und ein Eindruck der Intentionen von Onjali Q. Raúf. Meine persönliche Anmerkung: Schaut nicht weg. Bitte.

Das bewegende Abenteuer von Aniyah und ihrem kleinen Bruder Noah beginnt im Haus ihrer Pflegemutter, nach dem eine Tragödie das Leben der Geschwister auf den Kopf stellte. Während Adoptivtochter Sophie ihre Ängste in manipulative Verhaltensweisen packt, sind es Ben und Travis, die die beiden Neuankömmlinge mit ihrer lebhaften und tatkräftigen Art, allen Konsequenzen zum Trotz, unterstützen.

Aniyah hegte schon immer eine Leidenschaft für Sterne und Astronomie, als ihre Mama verschwand wurde die Nacht von einer Explosion erschüttert – das kann doch nur bedeuten, dass sich deren Herz in den Himmel erhob?! Kurz darauf sichten die Behörden einen neuen Stern am Firmament und Aniyah ist sich sicher: Das ist ihre Mum! Schon in wenigen Tagen soll das Phänomen einen Namen bekommen, aber das können die Geschwister nicht zulassen.
Eine tapfere Reise nach London, zu den Sternenjägern beginnt … ein Abenteuer, auf dem Erinnerungen wach werden.

Obgleich es um ernste Themen geht, gibt die Betrachtungs- und Denkweise der Kinder diesen einen leichteren, wenn auch emotionalen, durchweg authentischen Ton. Die Geschichten und Gefühle der Pflegekinder waren genau wie Aniyahs Mut, ihr Wille bewegend. Charakterlich konnte ich die verschiedenen Situationen und Verhaltensweisen nachvollziehen, malerisch, temporeich, mit einer Portion Spannung geht die Reise voran, während Onjali Q. Raúfs Ausdruck klar und intensiv bleibt.
Überrascht blickte ich dem Ausmaß, das dem Verschwinden von Isabella zugrunde liegt, entgegen —
„Der Stern vor meinem Fenster“ war herzzerreißend und echt, eine Geschichte über kindlichen Glauben, Freundschaft und immer währende Liebe.

»Und Menschen mit den größten, am hellsten strahlenden Herzen endeten nie in der Erde. Sie leuchteten am Himmel.«

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