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Veröffentlicht am 12.09.2025

Band eins hatte schon Schwächen, aber diese Fortsetzung...

Fox and the Falcon
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„𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗶𝗿 𝘀𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗹𝘀 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻.“

Nachdem Marlow Thorson in „𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐫 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐚𝐠𝐨𝐧“ realisierte, dass ihre schrecklich schöne Halluzination, die sie seit ihrer Kindheit ...



„𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗲𝗿𝗱𝗲 𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗶𝗿 𝘀𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗹𝘀 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻.“

Nachdem Marlow Thorson in „𝐓𝐡𝐞 𝐃𝐞𝐞𝐫 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐚𝐠𝐨𝐧“ realisierte, dass ihre schrecklich schöne Halluzination, die sie seit ihrer Kindheit – und durch vergangene Leben – begleitete, genauso real ist wie die Mächte, zu denen sie einst beten musste, und die Wesen, mit deren Interpretationen sie es als ,Merit Finnegan' auf die Bestsellerlisten schaffte, änderte sich nicht nur ihre Weltanschauung – auch jeder andere Funke ihres Daseins geriet in Schieflage, stürzte die 26-Jährige ins (mentale) Chaos. Statt endlich die Sicherheit der starken Arme von Caliban genießen zu können, war es ein unbedachter Befehl, der ihr ihren Seelenverwandten entrissen hat. Eine beschwerliche Reise samt etlicher Unglaublichkeiten später schaffte es Marlow mit der Unterstützung und dem Wissen von Fauna, ihrer neuen, durchgedrehten besten Freundin, und deren Lover, den Sohn des ,Herrschers der Hölle' aufzuspüren und sich im Zuge dessen Feinde wie Aufmerksamkeit zu sichern und einen Stein gen Krieg zu werfen. Nur durch einen berechnenden Engel gelangte Mar zurück in die trügerische Sicherheit der Menschenwelt. Doch ohne Azrames und ihren gerade erst wiedererlangten Fürsten …

In „𝐓𝐡𝐞 𝐅𝐨𝐱 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐅𝐚𝐥𝐜𝐨𝐧“ machen sich zwei Frauen nordischer Abstammung erneut auf, um ihre Männer zu finden und aus feindlichen Gefilden zu retten. Marlow und Fauna durchstreifen verschiedene Pantheons auf der Suche nach Verstärkung im Kampf gegen die Phönizier. Dafür nutzen sie Lügen und Täuschungen, nehmen die Götterdämmerung, den Zorn der Mächtigen und Anarchie in Kauf, provozieren den Fall der bestehenden Ordnung.
Dass Marlow in diesem Lebenszyklus nichts weiter ist als eine Schachfigur, die endlich all das mitbringt, worauf die Göttlichen epochenlang allerorts gewartet haben, wird ihr am Ende, nachdem sie blind geglaubt, ihre Mauern fallen gelassen und alles für die zuckersüchtige Nymphe und deren dämonischen Gefährten, für Gerechtigkeit und die Liebe riskiert hat, selbst ihr eigenes Leben, schmerzlich bewusst …

„No other Gods“ hätte eine packende Story sein können, aufregend und witzig, bewegend und mysteriös, jedoch wirkt die Geschichte insgesamt sehr unausgereift – zähe Wiederholungen, Stillstand, verschachtelte Ausschweifungen, angefüllt mit Nonsens, machten es schwer, dem wirren Verlauf zu folgen und die Ereignisse, die fragwürdigen Erkenntnisse und angeblichen Zusammenhänge zu verstehen oder zumindest nachzuvollziehen. Der Erzählung fehlte es nicht nur an Fokus, sondern auch an Logik. Dabei war der Stil von Piper CJ durchgängig detail- und bildreich wie spritzig-flapsig. In den letzten Kapiteln ist es gerade Silas, der Marlow mit kryptischen Andeutungen zu einer wenig sinnig dargelegten „Auflösung über ihre Rolle“ führt, sodass ich insgesamt doch enttäuscht bin. Denn die mythologische Komponente und die Verstrickungen mit verschiedenen Pantheons waren ziemlich cool und meines Empfindens nach auch – in Teilen – recherchiert. Die Interpretation des „Antichristen“, der Krieg zwischen den Reichen, ausgelöst durch eine Revolution der „Unteren“ und eine ahnungslose Sterbliche, bis hin zum Weg gen Götterdämmerung, basiert auf einer erfrischenden, unterhaltsamen Idee. Die sich aber scheinbar keiner Überarbeitung unterzog.
𝗜𝗰𝗵 𝗳𝗿𝗮𝗴𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵, ob jemand vor der Veröffentlichung objektiv über diese unrunde Fantasy-Serie drübergeschaut hat?! Wo sind die – im Buch nicht aufgeführten – KorrektorInnen und LektorInnen gewesen? Gerade von einem Publikumsverlag erwarte ich jedenfalls ein gewisses Maß an inhaltlicher Qualität.
Über diese groben Fehler trösten auch nicht der Kern – Selbstbestimmung und freier Wille –, nicht der Found-Family-Aspekt und die ,Liebe über Zeiten' hinweg. Apropos: Was ich im Auftakt sehr schätzte, waren die tragischen, emotionalen Sequenzen – diese fehlen nun vollkommen. Genau wie die Probleme aus Marlows „irdischem Leben“.
Nichtsdestotrotz sind die Figuren, wenn auch so wankelmütig und sprunghaft wie der Plot, facettenreich ausgearbeitet – es war mir unmöglich, Fauna, Az, Caliban, Silas oder die neu Dazugestoßenen einzuschätzen. Zwischen all dem, worauf meine Kritik basiert, finden sich Wendungen und Spannung, unglaublich viel Verrat, Misstrauen, Manipulationen und gebrochene Herzen. Wenige Antworten, dafür neue Fragen.
Statt einer Dilogie scheint es sich nämlich um eine Trilogie zu handeln – sollte Band drei übersetzt werden, weiß ich nicht, ob ich wirklich noch eine Runde dieser in großen Teilen verwirrenden Geschichte durchleben möchte.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Wunderbar gemütliche Geschichte für stürmische Herbstage.

A Dark and Secret Magic
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Hecate Goodwin wurde – entgegen der Traditionen – bereits kurz nach ihrer Geburt zu einer Heckenhexe ernannt. Über die Gründe dafür hat Kates Mutter nie ein Wort verloren. Mittlerweile lebt die junge Frau ...

Hecate Goodwin wurde – entgegen der Traditionen – bereits kurz nach ihrer Geburt zu einer Heckenhexe ernannt. Über die Gründe dafür hat Kates Mutter nie ein Wort verloren. Mittlerweile lebt die junge Frau gemeinsam mit Merlin in einem abgeschiedenen, urigen Cottage und geht ihrer Pflicht – zu heilen, zu schützen und zu helfen – gewissenhaft nach. Dieser ist es nun zu verdanken, dass sie einem alten Bekannten Unterschlupf gewähren muss. Matthew Cypher, Magier vom „Tor des Pazifiks“ und Erbe seines geächteten Zirkels. Nicht nur sein Verhalten bei ihrer letzten Begegnung stößt der eigentlich warmherzigen Hexe bitter auf, auch ein kryptischer Traum, der sie vor einem Dunklen König gewarnt und aufgefordert hat, Antworten im Buch ihrer Mutter zu suchen, hängt Hecate nach.
Da sie zusätzlich mit der Ausrichtung des Samhain-Festes für die Mitglieder des „Schlüssel des Atlantiks“ beauftragt wurde und ihre Eindämmung kurz bevorsteht, nimmt sie Matthews Angebot, ihr unter die Arme zu greifen, widerwillig an.
Als der Heckenhexe tatsächlich ein Grimoire ihrer Mutter in die Hände fällt, dessen Inhalt mit blutiger, verbotener Magie versiegelt ist, verwandelt sich ihr ruhiges, geordnetes Leben in pures Chaos. Was verbirgt sich auf den verfluchten Seiten und wieso verwehrt ihr die Oberste des Zirkels sämtliche Antworten?

„𝐀 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐚𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐜𝐫𝐞𝐭 𝐌𝐚𝐠𝐢𝐜“ ist, wie schon das wunderschöne Cover verspricht, eine perfekte Geschichte für stürmische Herbsttage und cozy Stunden – gewürzt mit einer Prise Spannung, dunklen Geheimnissen und einem Hauch Gefahr. Da uns einige Leckereien begegnen, wartet im Anhang sogar eine Auswahl an magischen Rezepten.🥧

Wallis Kinney führt uns in einem detailreichen, sehr atmosphärischen Ton aus der Sicht von Hecate durch ihre dichte Storyline, in der sich Mystik und herbstliche Melancholie mit Geheimnissen, Dunkelheit und subtiler Bedrohung vereinen.
Im durchdachten und einnehmenden Verlauf sind relevante Informationen über (magische) Gegebenheiten, die kreativen Hexenarten, Traditionen und Rituale angenehm verteilt, sodass es leicht war, sich in die geschaffene Welt einzufinden – und Zusammenhänge sowie aufkommende Zweifel nachzuvollziehen. Denn die Wahrheiten, die am Ende der diesjährigen Halloweenzeit ans Tageslicht dringen, erklären und ändern so einiges …

Neben Kate und ihrem ungebetenen Besucher sind es Nebenfiguren, die die Handlung, in der es gleichermaßen bedrückend wie amüsant zugeht, bereichern – Ginny und Winifred beispielsweise. Auch Celeste und Miranda nehmen einen wichtigen Platz ein. Zwar sind die drei Schwestern grundverschieden, ihre Beziehung hin und wieder angespannt, von Konflikten getrübt, doch bilden sie letztlich eine sich stärkende und unterstützende Einheit.
Matthew, der Kate nicht nur mit seinem Talent, Kürbisse zu schnitzen, zur Seite steht, sondern ihr mit seinem Wissen über dunkle Magie – jene, die augenscheinlich im starken Kontrast zu ihrer eigenen steht – hilft, das Grimoire ihrer Mutter und das Ausmaß ihrer Kräfte zu entschlüsseln, ist charmant, aufmerksam und liebenswürdig. Und doch umgibt ihn eine kühle Distanz ... etwas verschweigt er …

Die romantische Entwicklung schmiegt sich wunderbar in das Geschehen, war leicht, zart und animierte zur Vorsicht.
Besonders den Schlussakt habe ich sehr gefühlt: Hier überschlagen sich nochmal die Ereignisse, während die Autorin mit Offenbarungen schockiert, Fäden zusammenführt und zeigt, dass selbst Magier und Hexen alles für die Liebe opfern und jeden verraten würden … Tragik und Lügen, Geister und Untote, Veränderungen und Umarmungen – davon hat Hecate Goodwin an ihrem 31. Geburtstag jedenfalls erstmal genug.

„A Dark and Secret Magic“ ist eine stimmungsvolle Fantasy-Geschichte, die durch magische, gemütliche Elemente und warme Augenblicke getragen wird. Düstere, aufregende Sequenzen sowie bewegende Momente vermischen sich mit Geheimnissen und bilden eine packende Lektüre für den Herbst.



🍵„𝘐𝘤𝘩 𝘴𝘪𝘵𝘻𝘦 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘍𝘦𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘳𝘦𝘵𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘩𝘦 𝘻𝘶, 𝘸𝘪𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘵𝘪𝘯𝘵𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘸𝘢𝘳𝘻𝘦 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘦𝘳𝘴𝘵 𝘪𝘯𝘥𝘪𝘨𝘰𝘣𝘭𝘢𝘶 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘢𝘯𝘯 𝘥𝘶𝘯𝘬𝘦𝘭𝘨𝘳𝘢𝘶 𝘸𝘪𝘳𝘥. 𝘚𝘵𝘶𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯. 𝘞𝘦𝘯𝘯 𝘪𝘤𝘩 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘉𝘭𝘪𝘤𝘬 𝘷𝘰𝘮 𝘏𝘪𝘮𝘮𝘦𝘭 𝘢𝘣𝘸𝘦𝘯𝘥𝘦, 𝘬𝘰𝘦𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘛𝘳𝘢𝘶𝘦𝘳 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘶𝘦𝘣𝘦𝘳𝘳𝘰𝘭𝘭𝘦𝘯.“

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Originelle Fantasy mit Spannung und märchenhaften Vibes

A Forgery of Fate
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Mit 𝐀 𝐅𝐨𝐫𝐠𝐞𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐅𝐚𝐭𝐞 schuf Elizabeth Lim eine spannende Geschichte, die mit dem gewählten, asiatisch inspirierten Setting, den erschaffenen Legenden und einzelnen Elementen märchenhaft anmutet, aufgrund ...

Mit 𝐀 𝐅𝐨𝐫𝐠𝐞𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐅𝐚𝐭𝐞 schuf Elizabeth Lim eine spannende Geschichte, die mit dem gewählten, asiatisch inspirierten Setting, den erschaffenen Legenden und einzelnen Elementen märchenhaft anmutet, aufgrund eines modernen Tons jedoch mit Frische daherkommt.

Nachdem ihr Baba von einer seiner geheimnisvollen Schiffsreisen nicht wieder nach Hause kommt, verliert Trus Mutter ihr Ansehen als Wahrsagerin und stürzt sich, von Trauer geleitet, in die Spielsucht. Mit der Hilfe von Gaari nutzt die älteste der drei Schwestern ihr Talent und hält die Familie als Kunstfälscherin über Wasser – stets in dem Bestreben, Gangsun eines Tages hinter sich lassen und gemeinsam mit den anderen Saigas-Frauen neu anfangen zu können.
Als die Schulden ihrer Mutter zu groß werden und ihre Schwestern in Gefahr geraten, nicht mal Trus größtes, seit jeher verborgenes Geheimnis Rettung verspricht, geht sie einen Pakt mit dem düsteren Drachenlord ein: Unterschlupf, Schutz und finanzielle Absicherung für ihresgleichen. Im Gegenzug wird Tru seine Frau und verschafft ihm somit die Möglichkeit, zurück nach Ai'long zu gelangen. Doch das ist nicht alles: Denn Elangui Ta'ginan Yuwong braucht ihre Magie, um das Reich der Drachen und Meerwesen aus der Tyrannei seines Großvaters zu befreien und es vor dem Untergang zu retten …
Sein Plan ist waghalsig, riskant und endet mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich, doch Tru Saigas ist bereit!

Erneut überzeugt Lim mit einem märchenhaft-fantastischen Roman, der mit einem einfallsreichen, detailreich ausgearbeiteten und malerisch dargelegten Worldbuilding, einer schlagfertigen Protagonistin und origineller Magie daherkommt. Die Storyline wurde gut aufgebaut und bildet einen stimmigen Mix aus erklärenden und informativen, soften und temporeichen sowie gefühlvollen Szenen, sodass weder Langeweile aufkommen kann noch Zeit zum Abschweifen bleibt.
Tru – die jederzeit ihr Leben für ihre Familie geben würde, nie die Hoffnung, ihren Vater irgendwann wiederzusehen, aufgegeben hat, mutig handelt und nicht auf den Mund gefallen ist – führt uns durch das Geschehen, das so einige Überraschungen und Wendungen bereithält. Wahrheiten, die alles infrage stellen. Misstrauen, welches im Rhythmus der Wellen durch die Seiten pulsiert. Geheimnisse, die nie ans Tageslicht dringen sollten. Die Protagonistin wurde mit Ecken gezeichnet, mit taffen Zügen und Humor. Ihre Liebe und selbstlose Taten machten es unglaublich leicht, sie zu mögen. Mit ihr zu bangen. Aber auch Elangui – der sich reichlich Mühe gibt, auf Distanz zu bleiben und beharrlich den unnahbaren, kalten Prinzen mimt – erhascht, nicht zuletzt durch den achtsamen Umgang mit seinem Reich und seinen Getreuen, zahlreiche Sympathiepunkte. Je mehr der Hohe Heer der westlichen Meere über sich, sein bisheriges Dasein und seine Eigenheiten preisgibt, umso nachvollziehbarer wird Elanguis Verhalten.

Neben den Protagonisten, dem mystischen Flair und der unterschwellig spürbaren Bedrohung sind es die Nebenfiguren, die die Handlung merklich bereichern. Gerade Shani, die letzte Wasserdämonin und der Auslöser von etlichen witzig-direkten Schlagabtauschen, und Mailoh, eine zauberhafte Schildkröte, waren unterhaltend. König Nazayun – grausam & machtgierig – sorgt für Gänsehaut, für die spannenden, schmerzhaften Sequenzen. Ebenfalls gelungen ist die wärmende Dynamik zwischen Tru und ihren Schwestern Nomi und Falina, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Herzklopf-Momente, zartes Kribbeln und große Emotionen hält die romantische Entwicklung bereit, dabei lag der Fokus zu keiner Zeit auf der Liebesgeschichte, die übrigens gänzlich ohne Spice, jedoch nicht ohne Twists und Tragik, Ungereimtheiten, die der Kunstfälscherin den Boden wegziehen, und Verrat auskommt.

Insgesamt kann ich 𝐀 𝐅𝐨𝐫𝐠𝐞𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐅𝐚𝐭𝐞 allen empfehlen, die auf der Suche nach einem mitreißenden, einfallsreichen Fantasy-Buch sind.

Die Aufmachung der Klappbroschur, die illustrierte Karte und das Cover sind zusätzlich ein wahrer Augenschmaus!

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Cozy Urban-Fantasy-Serie

Abra Kandelabra
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„Eingependelt und ausgetrickst“ ist Teil drei der soften Urban-Fantasy-Serie „Abra Kandelabra“ und führt die Geschehnisse des Vorgängers fort.

Zwei Monate dauerte die Suche nach dem Grimoire, welches ...

„Eingependelt und ausgetrickst“ ist Teil drei der soften Urban-Fantasy-Serie „Abra Kandelabra“ und führt die Geschehnisse des Vorgängers fort.

Zwei Monate dauerte die Suche nach dem Grimoire, welches die FreundInnen benötigen, um Vinz von seinem Familienfluch zu befreien. Nun gilt es, fünf spezifische Artefakte aufzuspüren, und das erste ist ein Pendel. Gut, dass es davon ja nur ungefähr tausend gibt …
In diesem Band überrascht Jamie Enderlein mit einem Perspektivwechsel, so führt uns neben der Normalsterblichen Amelia jetzt der Halb-Hexer-Halb-Fae Chrys durch die Handlung. Dies gibt nicht nur der Story Antrieb, sondern dem Musicaldarsteller Kontur – denn Chrys steckt in einer emotional fordernden Situation, die sein schauspielerisches Talent auch außerhalb der Bühne in Anspruch nimmt. Zwischen seinen beiden Jobs, den Vorurteilen, die ihm aufgrund seiner S*xualität und seiner Abstammung entgegenwehen, seiner verpönten Freundschaft mit der verstoßenen Quinn, seinen Gefühlen für einen Gestaltwandler und dem Fluch, dessen Ursprung es zu ergründen und den es zu brechen gilt, hat der charismatische MA-Agent kaum Zeit, zur Ruhe zu kommen. Und als hätte der eingeschworene Freundeskreis nicht bereits mit genügend Unklarheiten und Fragen zu kämpfen, bringt Chrys noch eigene Geheimnisse mit – und geht für ihr Ziel Risiken ein.
Amelia, die noch immer mit Unsicherheit, jedoch auch mit Frische auf die magischen Gegebenheiten, in deren Strukturen sie verbotenerweise immer tiefer versinkt, blickt, kommt nicht umhin, Chrys Veränderungen zu bemerken, hört ihm zu, fängt ihn auf. Diese junge Frau ist mit ihrer offenen, unvoreingenommenen Art, mit Humor und Herzlichkeit eine wirklich tolle Figur. Zwischen ihr und Rikarda knistert es definitiv nicht mehr nur vor Ärger – und vielleicht hat das ja selbst die harsche Tätowiererin mittlerweile eingesehen …
Ob es Amelia gelingt, ihren Freund davon zu überzeugen, Korbi seine Gefühle zu gestehen, oder hält ihn die Angst, sich noch weiter von seiner Familie zu entfernen, davon ab? Und wo zur Hölle ist dieses vermaledeite Pendel?

Enderlein nimmt sich Zeit, um auf die Protagonisten, ihre individuellen Struggel und die ins Taumeln geratene Dynamik der Gruppe einzugehen. Konflikte, Diskussionen und Unsicherheiten gibt's zumindest zur Genüge. Als LeserIn wird man Teil von Chrys innerem Zwiespalt, von Sorgen, unguten Vorahnungen und aufwallenden Diskrepanzen, von unerwarteten Bündnissen und allerhand Chaos.
Die Nebenfiguren sind Randerscheinungen, jedoch stimmig und aufgrund der sechs FreundInnen ausreichend integriert – ich hoffe aber auf ein Wiedersehen mit Jerry. Abgesehen von der – durchaus unterhaltsamen – Suche nach DEM Pendel bekamen auch das Theater und Blicke hinter die Kulisse Aufmerksamkeit. Der namensgebende Esoterikladen fungiert zwar mittlerweile nicht mehr als Haupthandlungsort, dennoch verströmt jeder Aufenthalt eine gemütliche Atmosphäre. Insgesamt folgen wir dem Verlauf in einem Ton, der uns die Ereignisse vorstellbar darlegt, wenn auch weiterhin Längen vorzufinden sind. Hier und da fehlt es mir einfach an Schwung und Spannung.
Besonders interessant fand ich das Ergründen von Chrys Persönlichkeit und seinen Problemen sowie die Abschnitte, die sich effektiv der Fluchlösung widmen. Immerhin ist es schmerzlich-skurril, dass Quinn und Vinz weiterhin jede (körperliche) Annäherung verwehrt wird …

Am Ende sind Korbinian und Chrys, Quinn, Vinz, Amelia und Rikarda ihrem Ziel, wenn auch durch waghalsige Umwege, fragwürdige Tipps und meterhohe Hürden, nicht ohne Misstrauen gegen Obige, ein Stück näher – doch prompt scheint es, als wäre ihre nächste Aufgabe weitaus schwieriger. …

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Bewegende Familiengeschichte, authentisch erzählt

Die Freiheit so weit
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„𝘜𝘯𝘥 𝘥𝘪𝘦 𝘣𝘪𝘵𝘵𝘦𝘳𝘦 𝘞𝘢𝘩𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 𝘪𝘴𝘵: 𝘌𝘴 𝘪𝘴𝘵 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘚𝘶𝘦ß𝘦𝘴 𝘥𝘢𝘳𝘢𝘯, 𝘧𝘶𝘦𝘳𝘴 𝘝𝘢𝘵𝘦𝘳𝘭𝘢𝘯𝘥 𝘻𝘶 𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘦𝘯.“


„𝐃𝐢𝐞 𝐅𝐫𝐞𝐢𝐡𝐞𝐢𝐭 𝐬𝐨 𝐰𝐞𝐢𝐭“ ist Teil zwei der bewegenden Familiengeschichte um Elias und Emma, in der Theresa Kern nicht ...

„𝘜𝘯𝘥 𝘥𝘪𝘦 𝘣𝘪𝘵𝘵𝘦𝘳𝘦 𝘞𝘢𝘩𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 𝘪𝘴𝘵: 𝘌𝘴 𝘪𝘴𝘵 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘚𝘶𝘦ß𝘦𝘴 𝘥𝘢𝘳𝘢𝘯, 𝘧𝘶𝘦𝘳𝘴 𝘝𝘢𝘵𝘦𝘳𝘭𝘢𝘯𝘥 𝘻𝘶 𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘦𝘯.“


„𝐃𝐢𝐞 𝐅𝐫𝐞𝐢𝐡𝐞𝐢𝐭 𝐬𝐨 𝐰𝐞𝐢𝐭“ ist Teil zwei der bewegenden Familiengeschichte um Elias und Emma, in der Theresa Kern nicht nur von der schicksalhaften Liebe zweier Wissenschaftler erzählt, sondern uns auch in eine längst vergangene Zeit wirft, die bedrückender nicht sein könnte …



𝟮𝟬𝟮𝟮

Emma wacht – mit einigen Verletzungen und unter Schock – im Krankenhaus auf. Die junge Frau kann sich, allen Bemühungen zum Trotz, nicht erinnern, was geschah, bevor das Glück und die Zuversicht, die sie zuletzt bei Elias' Anblick empfunden hat, ein jähes Ende nahmen. Schuldgefühle nisten sich in ihr ein, Angst um den Mann, in den sie sich binnen weniger Tage Hals über Kopf verliebte …
Doch die Deutsche muss zurück nach München, um ihren lang gehegten Traum zu verwirklichen und den Abschnitt ,Michael' – der sich plötzlich in eine fürsorgliche, reumütige Version seiner selbst verwandelt hat – endgültig zu beenden. Auch die brüchige Beziehung zu ihrer Mutter will Emma endlich regeln und dann wäre da noch eine herzensschwere Entscheidung, die bald getroffen werden muss.

Als Elias aus dem Koma erwacht, ist Emma nicht mehr da. Doch das spielt für den Forscher keine Rolle, denn neben schweren körperlichen Blessuren wurde auch sein Gedächtnis geschädigt.
Nur langsam schleichen sich Flashbacks in sein Bewusstsein, Fetzen, die in ihm Wärme auslösen. Aber Elias traut seinen Erinnerungen nicht, denn Emma ist verlobt und scheinbar zufrieden in Deutschland …?



𝟭𝟵𝟭𝟱/𝟭𝟲

Von ihren Eltern verstoßen und von Johannes abgelehnt, arbeitet Susanna im Wirtshaus ihres Ehemanns in Ludwigskirchen.
Trotz der Unterstützung von Emil und der seligen Existenz ihres Sohnes blickt das Mädchen wehmütig auf jenes Leben, das ihr durch eine Reihe Fehlentscheidungen unwiderruflich entglitten ist. Niemals darf ihr Geheimnis ans Licht kommen. Die Jahre vergehen und Susanna lernt, zu überleben – mit all den Opfern und Verlusten, dem zunehmenden Hass und Hunger, der Gewalt …

Währenddessen fassen Marie und ihr Vater in Amerika Fuß, verfolgen in trügerischer Entfernung das stetig bedrohlicher werdende und näherkommende Kriegsgeschehen. Marie, die noch immer vergeblich an Susanna schreibt, findet dank Federice Anschluss und verliebt sich. Aber neben der überall steigenden Not und der angespannten politischen Lage stehen der Beziehung auch die um sich greifenden rassistischen Ideologien und Vorurteile im Weg. Als Einwanderin und Jüdin kämpft Marie mit Ausgrenzung. Denn egal, wie weit weg der Krieg scheint, er ist immer viel zu nah …

„𝘞𝘢𝘳 𝘥𝘢𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘷𝘪𝘦𝘭 𝘻𝘶 𝘬𝘶𝘳𝘻, 𝘶𝘮 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘳 𝘓𝘪𝘦𝘣𝘦 𝘻𝘶 𝘨𝘳𝘦𝘪𝘧𝘦𝘯, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘴𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘮 𝘨𝘦𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘬𝘵 𝘸𝘶𝘳𝘥𝘦?“

In dieser Dilogie konzipierte Kern eine komplexe, weit zurückreichende Geschichte, in der Eifersucht und Impulsivität Leben veränderte, auseinanderriss und miteinander Verband. Beide Zeitstränge wurden mit der nötigen Tiefe ausgearbeitet, umreißen wichtige Themen und schildern berührende Schicksale, werden von Zufall und schweren Entscheidungen gelenkt, von Mut und Liebe. Wahrlich fesselnd empfand ich den historischen Strang, den die Autorin mit realen Ereignissen gespickt und für den sie demnach viel Recherche aufgewendet hat. So streifen wir zwar den 2. Weltkrieg, befinden uns aber hauptsächlich während des 1. Weltkriegs in Temeswar und Brooklyn – obgleich Susanna näher dran, täglich mit menschlichen Verlusten, Verletzten und Lebensmittelknappheit konfrontiert ist, wird durch Marie deutlich, wie schnell sich die Auswirkungen solcher Gräuel verbreiten und um sich greifen. Diese Zeiten waren in einen Sepia-Ton gehüllt, wirkten hoffnungslos und düster. Theresa griff die Grundstimmung, das wachsende Unbehagen und die Angst authentisch auf, schürt gekonnt das Interesse und bewegt durch die individuellen Wege und Schicksalsschläge.


Emma, die Michaels Wandel misstraut, Elias schmerzlich vermisst und ihrer Mutter nach all den Jahren endlich auf Augenhöhe begegnen, deren bevormundende Art verstehen kann, wartet auf Nachricht der ESA. Und auf positive aus Maui. So viel sei gesagt: der Weg der beiden ist hürdenreich.
Diese Entwicklungen wie auch die einem Puzzle gleich gesammelten Erkenntnisse über ihre Ahnen, deren verzwickten Verbindungen und traumatischen Erfahrungen waren spannend inszeniert und trotz der Fülle an Informationen und Verstrickungen leicht zu greifen.
Bereichert werden die Ebenen durch zahlreiche Nebenfiguren: Omi Viktória und Moni, Jane und Becky und auch Paula und ihre Tochter Ava sind mit ihren eigenen Geschichten, Problemen und/oder ihrer Unterstützung stimmig integriert. Etwas untergegangen sind die wissenschaftlichen Berufsfelder, dafür sorgten „dramatische“ Komponenten für Aufregung, zahlreiche Fragen dazu, immer weiterlesen zu müssen. Theresa verzichtet darauf, bestimmte Vorkommnisse aufzubauschen, und bediente sich eines den Epochen entsprechenden Stils. Mit den vorzufindenden – inneren wie äußeren – Konflikten und den Überraschungen konnte ich durchweg an die Geschehnisse gefesselt werden.


„Die Freiheit so weit“ ist ein aufschlussreicher und emotionaler Roman, der an Zeiten erinnert, die nicht vergessen werden dürfen, an heutige Privilegien und unseren Wert. Kern erzählt von mutigen Frauen, von Stärke, selbst in tristen Stunden, von Familie und Verlust. Und animiert uns dazu, nach den Sternen zu greifen, unserem Herzen zu folgen und zu lieben.

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