Wenn Jemand ein seichtes Buch mit netten Charakteren und einem Happy End sucht, dann liegt er bei "Das Glück ist zum Greifen da" auf jeden Fall richtig.
Anas Situation erscheint zunächst aussichtslos. ...
Wenn Jemand ein seichtes Buch mit netten Charakteren und einem Happy End sucht, dann liegt er bei "Das Glück ist zum Greifen da" auf jeden Fall richtig.
Anas Situation erscheint zunächst aussichtslos. Als Mutter von zwei Zwillingen bekommt sie nach ihrem Design-Studium einfach keinen Job. Sie hat schon über 70 Bewerbungen abgeschickt, aber fast immer kamen nur Absagen. Damit ist ihre Duldungs-Erlaubnis fast abgelaufen und sie wird aufgefordert in 3 Monaten in ihr Heimatland Serbien zurückzukehren. Dabei möchte sie unbedingt in Deutschland bleiben. Auch ihre Zwillinge wollen nur ungern nach Serbien. Sie sind in Deutschland geboren und sprechen kein Serbisch - allerdings hat der Vater die Vaterschaft bisher nicht anerkannt und tourt als Musiker über die ganze Welt. Und Ana ist es bisher nicht gelungen ihn ausfindig zu machen und ihm zur Anerkennung der Vaterschaft zu bewegen. Eine recht komplexe und auswegslose Situation.
Während des Lesens wird schon relativ zu Beginn offensichtlich, wie das Buch enden wird. Allerdings werden von der Autorin doch noch ein paar Wendungen mit eingebaut, sodass die Handlung nicht einfach so ins Leere verläuft. Der Schreibstil, der Plot und die Charaktere sind aber durchaus gut gelungen, sodass der Lesespaß nicht abhanden kommt. Und schließlich vermittelt das Buch, dass man die Hoffnung auf ein positives Ende und die Lösung aller Probleme nicht aufgeben sollte. Wer also ein wenig Mut oder Hoffnung braucht, der kann dieses Buch lesen und für ein paar Momente die eigene graue Realität verlassen.
In sehr kurzen Zeitabständen werden in Hannover zwei sehr bekannte Persönlichkeiten tot aufgefunden. Einer ist Hannes Piekenbrock, Inhaber unzähliger Bars und Clubs der Rotlichtszene in Hannover. Zusätzlich ...
In sehr kurzen Zeitabständen werden in Hannover zwei sehr bekannte Persönlichkeiten tot aufgefunden. Einer ist Hannes Piekenbrock, Inhaber unzähliger Bars und Clubs der Rotlichtszene in Hannover. Zusätzlich dazu werden ihm auch Kontakte bis in die Kreise der russischen Maffia nachgesagt. Deswegen sind alle sehr erleichtert als sich eine natürliche Todesursache nachweisen lässt.
Anders dagegen bei der zweiten Leiche: Der Bildreporter Boris Markstein, der dem Ermittlerteam von Bodo Völxen das Leben bei so manch einer Ermittlung Steine in den Weg legen wollte, ist durch zwei gezielte Schläge auf den Kopf mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden. Das Team nimmt seinen engeren Kontaktkreis und seine letzten Arbeiten in den Fokus. Dabei zeigt sich, dass es zwei mögliche Motive gibt: Entweder jemand aus der Mafia-Szene war über den Nachruf von Piekenbrock sehr verärgert und Markstein hat zu tief im Schlamm gegraben oder jemand aus seinem näheren Umfeld hat ein persönliches Motiv. Durch sein Verhalten hat Markstein eher wenige Freunde und viel mehr Leute, die er mehr als einmal unsanft vor den Kopf gestoßen hat.
Es ist aber schon fast Kult in den Büchern von Susanne Mischke, dass neben den Ermittlungen auch andere Themen Beachtung finden. In diesem Fall ist das gesund bzw. vegane Ernährung als Trend bisher diese Lebensform auch bekehrende und extremistische Züge annehmen kann und in Gewalt- und Zerstörungswut mündet. Nichtsdestotrotz wurde das Thema wieder mit sehr viel Humor dargestellt, sodass ich über "Operation Tofu" herzlich lachen musste!
Und ich freue mich auch darüber, dass die gesamte Entwicklung der Charaktere weiter dargestellt wird. Für mich insgesamt vom Thema und Schreibstil, vom Spannungsbogen, Humor und den Charatkeren sicherlich einer der stärksten Teile der Reihe!
Längst sind die berüchtigten Bandenkriege, Streiche und Gehemeinheiten zwischen den wilden Hühnern und den Pygmäen Vergangenheit. Obwohl Willi und Melanie nicht mehr zusammen sind, haben die Mädchen und ...
Längst sind die berüchtigten Bandenkriege, Streiche und Gehemeinheiten zwischen den wilden Hühnern und den Pygmäen Vergangenheit. Obwohl Willi und Melanie nicht mehr zusammen sind, haben die Mädchen und Jungen durch die zurückliegenden Ereignisse zusammengefunden. Und sogar das Oberhuhn Sprotte konnte ihren Grolle gegen den Pygmäenchef Fred überwinden und verbringt jetzt sehr gerne Zeit mit ihm. Überhaupt kann Fred ihr gut zuhören und gibt ihr kreative und konstruktive Tipps im Lebenschaos - ihre Mutter kann sich nämlich nicht entscheiden, ob sie heiraten möchte oder nicht und ihre Oma hat sich in den Kopf gesetzt Sprottes Mutter wieder mit Sprottes Vater zu verkuppeln. Dabei ist Sprotte sehr gut ohne ihren Vater zurechtgekommen, weswegen sie ihn jetzt auch nicht mehr braucht.... aber ihn kennen zu lernen ist schon irgendwie aufregend.
Inhaltlich plättschert das Buch eher vor sich hin, ohne große Ereignisse und im Vergleich zu den vorherigen Bänden auch ohne wirkliche Hintergrundhandlung. Die Liebe ist eher das zentrale Thema dieses Buches. Und für mich macht die Einfachheit dieses letzten Teils der wilden Hühner die Besonderheit aus. Es werden unterschiedliche Aspekte der Liebe dargestellt und skizziert, wie die jugendlich-werdenden Protagonisten sich damit auseinander setzen müssen. Erste Verliebtheit, Trauer, Liebeskummer, verletzte Eitelkeit, Suche nach der eigenen Bestätigung, Selbstliebe, Vorurteile, Ausgrenzungen und grenzenüberwindende Liebe sind zentrale Themen des Buches, die gut in Beziehung zueinander gesetzt werden.
Jona ist ein hochbegabter und intelligenter Junge, der aufgrund seiner Leistungen ein Stipendium an einer Elite-Universität bekommen hat. Doch so genial er auch in physikalischen und mathematischen Berechnungen ...
Jona ist ein hochbegabter und intelligenter Junge, der aufgrund seiner Leistungen ein Stipendium an einer Elite-Universität bekommen hat. Doch so genial er auch in physikalischen und mathematischen Berechnungen ist, so schwer fällt ihm auch die zwischenmenschliche Kommunikation und Empathie. Deswegen dauert es nicht lange und es kommt zu ersten Auseinandersetzungen mit Kommilitonen und Lehrenden. Dies liegt vor allem auch daran, dass Jona mehr daran interessiert ist die Handynummern seiner Mitmenschen zu erfahren als sie wirklich kennen lernen zu wollen. Die Nummern nutzt er, um eine unsichtbare Spy-Software auf den Geräten zu installieren, sodass es ihm möglich seine Drohne auf die Verfolgung seiner Mitmenschen anzusetzen. Eigentlich nutzt Jona diese Drohne mehr, um seine Neugierde zu stellen. Neugierde mit dem technischen Fortschritt seiner Drohne bestimmte Hindernisse zu überwinden als auch weitere Dinge über seine Mitmenschen zu erfahren, eben weil ihm die direkte Kommunikation so schwer fällt - schlechte Absichten verfolgt er eigentlich nicht, aber durch seine leichtsinnige, noch sehr spätpubertierenden Egozentrismus gerät er in die Fugen verschiedener Geheimnisse und Machtstrukturen zwischen Universität und gesellschaftlichen Insitutionen der Stadt. So wird es für ihn auch physisch immer gefährlicher, bis er schließlich davon überzeugt ist, dass ihn jemand umbringen möchte. Und alles scheint mit dem mysteriösen Universitätsdirekter zusammenzusammen, dem er bisher noch nie persönlich begegnet ist.
Ein toller und faszinierender, technisch-aktueller Jugendroman mit interessanten Figuren und einem sehr gelungenen Spannungsbogen.
Als ich Anfang des Jahres in einer Buchhandlung gestöbert habe, ist mir dieses Buch zufällig in die Hand gefallen. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, vor allem der Anspruch eine ...
Als ich Anfang des Jahres in einer Buchhandlung gestöbert habe, ist mir dieses Buch zufällig in die Hand gefallen. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, vor allem der Anspruch eine Verknüpfung von Roman und Biografie zu schaffen, hat mich fasziniert, sodass ich mir das Buch gekauft haben. Und das Versprechen von Cover und Klappentext hat sich für mich bis zur letzten Seite des Buches vollkommen erfüllt. Für mich ist dieses Buch von Marie Benedict die erste Lese-Perle des Jahres 2020.
Inhalt: Mileva Maric, von Familie und Freunden genannt, Mitza, möchte als eine der ersten Frau im 19. Jahrhundert Physik studieren. Ihr Vater hat sie auf dem bisherigen Weg in allen ihren Zielen unterstützt und für Mitza gekämpft, dass sie eine höhere Schulbildung erreichen kann. Für eine Frau in dieser Zeit eine ganz besondere Seltenheit, da die Männer alle höheren Bereiche, vor allem die Lehre an den Universitäten dominieren und Frauen in der Regel eher das unscheinbare Leben als Hausfrau und Mutter führen. Dies gilt vor allem für das konservative Land Serbien, in welchem Mitza aufwächst. Doch aufgrund eines Hüftleidens, welches zu einem humpelden Bein führt, ist ihren Eltern von Anfang an klar, dass Mitza dieses "normale" Leben als Ehefrau verwehrt bleibt, da sie mit der Behinderung nicht dem Normbild einer schönen serbischen Ehefrau entspricht. So ebnet ihr der Vater in der Hoffnung seiner Tochter damit ein glückliches Leben zu ermöglichen den Weg an eine Hochschule als schon in der Grundschule Mitzas Wissendurst und vor allem ihr mathematisches Talent auffallen.
So beginnt sie als eine der ersten Frauen Physik am Polytechnikum in Zürich zu studieren, eine der wenigen Universitäten, die ausergewöhnlich begabte Frauen zulassen.
Diese Zeit des Studiums ist für Mitza wohl die glücklichste ihres Lebens: wissenbegierig studiert sie die verschiedenen Theorien der großen Mathematiker und Physiker, kann in dieser Zeit zum ersten Mal echte Freundschaften zu anderen studierenden jungen Frauen aufbauen und beginnt durch das Kennenlernen ihres Kommilitonen Albert Einstein von einer vollkommen unkonventionellen, wissenschaftlichen und partnerschaftlichen Ehe zu träumen.
Die ersten Jahre des Studiums verlaufen auch genauso wie erhofft, doch als sie sich Albert gegenüber öffnet, wird sie unehelich schwanger und damit beginnt eine lange Zeit der Entbehrung, Probleme und Aufgabe ihrer Zukunftspläne für Mitza. Zwei Jahre später heiraten Mitza und Albert zwar endlich, aber von da an steht die Ehe unter keinem guten Stern und Mitza wird immer mehr in die Ehe- und Hausfrauenrolle gedrängt und gibt nach und nach die Hoffnungen an eine wissenschaftliche Karriere auf. Dabei wird ersichtlich, dass gerade sie es war, die nach dem Tod ihres Lieserls, der unehelichen Tochter, die nur bei ihren Eltern gelebt hat, die den Grundstein für die bahnbrechende Relativitätstheorie gelegt hat.
Doch Albert, eventuell aus Eifersucht, tilgt ihren Namen aus den gemeinsam verfassten Veröffentlichungen, sodass nur er den ganzen Ruhm erntet. Zudem dergradiert er Mitza zur Rolle der Haus- und Ehefrau, wobei er sich gleichzeitig immer weiter von ihr distanziert, da ihm dieses spießige Bild einer Frau an seiner Seite gleichzeitig zuwider ist. Eine unauflösliche Spirale beginnt, in welcher Albert immer mehr nach wissenschaftlichen Entwicklungen und Anerkennung strebt, Mitza eigentlich nach einer gleichberechtigen Teilhabe, aber nichts weiter bekommt als die Aufgabe ihrer sehnlichsten Herzenswünsche. Nachdem Albert einige Affairen beginnt, fasst sie schlussendlich den Mut sich von ihm scheiden zu lassen. Doch den Weg in die Wissenschaft findet sie nicht zurück.
Ob Mileva wirklich die eigentliche Urheberin der Relativitätstheorie ist, bleibt weiterhin historisch unklar. Doch Marie Benedict bietet mit ihrem Roman eine Perspektive die unbekannten Lücken in ihrer Biografie mit Fiktion zu füllen. Dabei orientiert sie sich an vielen realen Zeitgeschichten von Frauen und verpackt diese in der Darstellung des Lebens von Frau Einstein. In dieser Darstellung bin ich regelrecht versunken und konnte mit der Protagonistin so sehr mitfühlen. Die charakterliche Konzeption in der Vereinigung vieler Frauenbiografien in dieser einen Person, ist Marie Benedict äußerst gut gelungen. Zwischendurch war ich so erbost über den dargestellten Charakter Albert Einsteins, der die überwiegende Mehrzahl der Männer dieser Zeit symbolisiert, dass ich das Buch zitternd vor Wur zeitweise aus der Hand legen musste. Wie er Mitza zunächst alle ihre Herzenswünsche verspricht und dann diese im Verlauf der Ehe mit so viel Egoismus und Bösartigkeit zerstört, hat mich sehr mitgenommen. Ich selbst verfasse wissenschaftliche Artikel und weiß, welcher enormer Aufwand dahinter steckt. Hinter dem Rücken um die Autorenschaft betrogen zu werden, ist ein schwerwiegendes, vertrauenzerstörendes Verhalten.
Insgesamt werden viele Stigmatisierungen der damaligen Gesellschaft sichtbar, nicht nur gegenüber den Frauen, sondern auch gegenüber von Albert Einstein selbst, der mit verschiedenen Ausprägungen von Antisemitismus konfrontiert wird.
Wenn man zwischen den Zeilen liest, dann ergibt sich für mich die Botschaft, dass wir jeden Menschen mit Respekt und ohne Vorurteile begegnen sollten, gesellschaftliche bedingte Normvorstellungen hinterfragen sollten und jeden Menschen versuchen sollten in der Erfüllung seiner Zukunftsperspektiven zu unterstützen. Dies gilt nicht nur für die Reflexion der Zeit des 19. Jahrhunderts, sondern insbesondere in der Gegenwart durch unterschiedliche Trends, Veränderungen, Herausforderungen und wiederkehrende menschliche Handlungen.