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Veröffentlicht am 29.07.2017

Zeitlose Geschichte ...

Das Schicksal der Sterne
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Schon nach dem Lesen des Klappentextes war mir klar, dass "Das Schicksal der Sterne" bestimmt kein einfaches Buch werden würde. Und ich hatte Recht. Die Geschichte von Adib und Karl hat mich sehr berührt, ...

Schon nach dem Lesen des Klappentextes war mir klar, dass "Das Schicksal der Sterne" bestimmt kein einfaches Buch werden würde. Und ich hatte Recht. Die Geschichte von Adib und Karl hat mich sehr berührt, von vorne bis hinten, denn es ist nicht nur die Vergangenheit, die die beiden Charaktere quält, sondern auch die Gegenwart.

Insgesamt hat mir der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen. Grundsätzlich wird der Plot nämlich in der Gegenwart erzählt; abwechselnd pro Kapitel von Karls Leben und von Adibs Leben. Wie sie leben, wo sie leben, wie die beiden sich kennenlernen und was der Grund für ihre Freundschaft ist. Dieses alltägliche Leben wird immer wieder gespickt mit Rückblicke in die Vergangenheit und machen dadurch mehr als deutlich, dass sich zwar Karls momentanes Leben sehr von Adibs unterscheidet, ihre Gemeinsamkeit aber in den Erfahrungen ihrer Flucht liegen, was mich sofort gepackt hat. Denn nicht nur Adib musste einiges auf sich nehmen, um von Afghanistan nach Deutschland zu kommen. Auch Karl hatte zu kämpfen und schwere Entscheidungen zu treffen.

Karls Schilderungen des Kriegsendes, die damit verbundenen Plünderungen, Hunger und Flucht aus der eigenen Stadt, schutzsuchend vor den Russen, war sehr realistisch dargestellt und haben mich sehr berührt. Nicht nur, dass der damalige 15-jährige Karl so vieles gesehen hat und so viel Angst hatte, sondern sich auch als einziger Mann in der Familie um seine Schwester und seine Mutter kümmern musste, ohne zu wissen, wie es weitergeht, ob sie überleben würden und ob sie überhaupt jemand in Berlin aufnehmen würde. Die Erzählungen über den ständigen Kampf um Lebensmittel, die Rivalität bei jedem Gegenstand, selbst bei Freunden, die Ungewissheit und die sehr schlimmen Zustände in Berlin, in ganz Deutschland, hat Karl gut mit der Gegenwart verflochten – ebenso wie Adib seine Vergangenheit, seine Flucht, seinen Überlebenskampf mit seinen alltäglichen Geschehnissen. Nicht nur, dass sein Vater gestorben ist und dass er von jetzt auf gleich seine Heimat Afghanistan verlassen musste, sondern sich auf fremde Schlepper einlassen, ihnen Geld geben und hoffen musste, dass sie ihm und seiner Familie ein neues Leben schenken können. Adib erklärt sehr gut, dass er kämpfen musste, dass er Angst hatte, dass es wirklich ein Überlebenskampf war, mit viel Angst, Trauer, aber auch Hoffnung.

Aber es geht in "Das Schicksal der Sterne" weit mehr als nur um die Flucht aus der Heimat in ein fremdes Land. Es geht auch um Fremdenhass, um Rassismus und um Vorverurteilung. An einigen Stellen sind gerade diese Motive sehr überspitzt dargestellt und doch geben sie gut wieder, dass mit der Ankunft im neuen Land längst nicht alles ausgestanden und abgeschlossen ist. Dass es auch dort weiterzukämpfen gilt. Sei es der Asylantrag, die Möglichkeit zu arbeiten oder Freunde zu finden, vollends die Sprache zu lernen, anzukommen und sich letztlich voll und ganz zu integrieren.

Das alles war sehr berührend, zeitlos und realistisch, vor allem dass es beide Charaktere geschafft haben, mit ihrer ganz eigenen, sehr unterschiedlichen Geschichte, trotz ihrer kulturellen Differenzen, ihrer Sprachprobleme, eine Verbindung zueinander aufzubauen. Und letztlich auch zu zeigen, dass es heutzutage Flüchtlinge gibt, denen nichts anderes übrig blieb, als ihr Land zu verlassen um in einem anderen neu anzufangen. Dass auch sie ihre Probleme im neuen Land haben, dass sie sich integrieren möchten, Arbeit finden möchten und dankbar für jede Chance sind. Es sind nicht nur Terroristen, die nach Europa kommen – es sind auch sehr viele Menschen, die einfach nur ein Zuhause suchen, weil sie das in ihrem eigenen Land nicht mehr hatten.

Den Schreibstil von Daniel Höra fand ich sehr einnehmend. Die Geschichte an sich ist zwar nicht sehr dynamisch geschildert, hat mich aber doch dank der realistischen Schilderungen fesseln können. Die Sprache ist nicht ganz so leicht und flüssig, wie ich es von einem Jugendbuch erwartet hätte, aber doch sehr angenehm und bringt die wichtigen Themen in diesem Buch spielend auf den Punkt. Auch das Cover finde ich schön umgesetzt, denn die zwei wichtigsten Motive in diesem Buch werden sofort sichtbar: Krieg und Flucht, sowie die Sterne, die ja sowohl für Karl, als auch für Adib eine große Rolle spielen. Die Umsetzung finde ich also auf jeden Fall gelungen.

Fazit
Mir hat das Buch "Das Schicksal der Sterne" sehr gut gefallen, auch wenn es mich ein wenig hilflos zurückgelassen hat. Die Schilderungen der Vergangenheit und der Gegenwart sind schonungslos ehrlich und geben meiner Meinung nach ein gutes Bild der damaligen, aber auch der heutigen Um- und Zustände. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, vor allem, denjenigen, die Probleme haben, zu verstehen, wie sich Flüchtlinge fühlen und welches Leiden sie auf sich genommen haben, in der Hoffnung, irgendwie und irgendwo aufgenommen zu werden und ein neues Leben beginnen zu können.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Nicht ganz so mein Fall

Rock my Body
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Nachdem ich "Rock my Heart" mit Begeisterung beendet hatte, war ich auf Dees Geschichte gespannt, die ja schon im ersten Band eine größere Rolle gespielt hat und dort schon ein paar Knister-Momente hatte. ...

Nachdem ich "Rock my Heart" mit Begeisterung beendet hatte, war ich auf Dees Geschichte gespannt, die ja schon im ersten Band eine größere Rolle gespielt hat und dort schon ein paar Knister-Momente hatte. Aber obwohl ich Dee sehr mochte und ich ihr ein vollkommenes und außergewöhnliches Happy End mehr als gegönnt habe, hat mich ihre Liebe zu Joel – und daher leider auch "Rock my Body" – nicht so mitgenommen, wie der Vorgänger mit Rowan und Adam.

Was mich an "Rock my Heart" so begeistert hatte, war der langsame und ruhige, eher unterbewusste Aufbau von Gefühlen, die Anziehung zwischen Rowan und Adam und das sich langsam aufstauende Knistern. Dass Rowan sich ziert, lange nicht bereit ist, sich auf eine Beziehung einzulassen und einem Rockstar ihr Herz zu schenken. Natürlich war mir klar, dass Dee vom Typ her ganz anders ist, dass sie sich nicht ziert und mit Joel gleich zur Sache kommt, aber der Hauptinhalt wirkte doch sehr schnell abgehandelt und ich habe mich an mehreren Stellen gefragt, was da jetzt noch großes kommen soll. Insgesamt schleichen Dee und Joel im Verlauf der Geschichte mehrfach umeinander herum, obwohl beide wissen, was sie füreinander fühlen und dass sie einander wollen, so dass der Plot stellenweise leider ein wenig künstlich "in die Länge gezogen" wirkte.

Dee und Joel waren aber auch beide als Charaktere nicht ganz so mein Fall. Dee mochte ich zwar noch ganz gerne, aber meiner Meinung nach treibt sie es an mancher Stelle mit Joel einfach ein bisschen zu weit. Dass das daher rührt, dass sie eine ungewöhnliche Kindheit hatte, Probleme hat, anderen zu vertrauen und sich ihre Gefühle einzugestehen, fand ich da nur ansatzweise als Grund für ihr Verhalten akzeptabel. Zum Beispiel beschwert sie sich, dass Joel sich nicht meldet, als sie die Ferien zuhause verbringt, aber auf die Rückfrage, warum sie sich nicht einfach selbst bei ihm meldet, hat sie keinen aussagekräftigen Grund. Dann gesteht Joel ihr seine Liebe und sie macht nichts anderes, als ihn zu verletzen und wegzulaufen, obwohl sie ihn auch liebt und das auch eigentlich schon längst weiß. Dann beschwert sie sich über seine Unzuverlässigkeit, aber als er ein Versprechen hält, das er ihr vor Monaten gegeben hat, da rastet sie aus und macht ihm Vorwürfe. Das war mir einfach zu wankelmütig und nicht geradlinig genug für einen Charakter, der von Anfang an durchsetzungsstark und extrovertiert dargestellt wird, der Joel von Anfang haben wollte und ihn letztlich auch mühelos bekommen hat.

Bei Joel erging es mir da, ehrlich gesagt, fast genauso. Auch er reagiert nicht so, wie man es von einem erwachsenen Menschen erwarten würde, macht freiwillig Dees Spielchen mit, obwohl er immer wieder behauptet, dass er auch tausend andere Groupies haben kann. Zwar hat mich auch seine Vergangenheit berührt, aber die hat ihn nicht für seine inkonsequenten Entscheidungen entschuldigen können. Zusätzlich war Joel für mich auch ein Charakter, der in der Band am meisten suspekt erschien und mich am wenigsten angesprochen hatte – das hat auch dieses Buch nicht ändern können.

Die Liebesgeschichte an sich fand ich aber dennoch recht schön aufgebaut, auch wenn sie aus einem in die Länge gezogenen Hin und Her besteht. Letztlich hat es mir gefallen, wie Joel Dee seine Liebe gesteht, dass er sie nicht vergessen kann und gehemmt ist. Dass er leidet, obwohl er sich anfangs doch so gegen eine Beziehung gewehrt hat. Auch die Einbindung der Vergangenheiten der beiden fand ich gut umgesetzt (auch wenn ich, wie oben schon erwähnt, es nicht als Entschuldigung für ihr Verhalten sehe). Man merkt die Verbindung zwischen Dee und Joel und ich fand es schön zu lesen, wie die beiden stellenweise weder miteinander, noch ohne einander können.

Was mir bei diesem Reihenteil, ebenso wie beim ersten Band, super gefallen hat, war die Darstellung der Konzerte und der Auftritte. Ich fühlte mich beim Lesen immer so, als sei ich mittendrin, könnte den "The Last Ones to Know" ebenso zujubeln, ebenso im Backstage-Bereich rumhängen und ebenso im Tourbus mitfahren. Diese Beschreibungen finde ich immer sehr interessant und einnehmend und machen einen großen Charme des Buches aus. Schließlich will ich ja zusätzlich zu den Liebesgeschichte auch etwas über das Rockstar-Leben lesen und das ist einfach wunderbar authentisch dargestellt – auch wenn ich natürlich nicht beurteilen kann, ob es bei Bands wirklich so ist.

Fazit
"Rock my Body" hat mich leider nicht so gepackt, was größtenteils leider daran lag, dass ich mich mit den Charakteren nicht identifizieren konnte und auch ihre Entscheidungen und Handlungen nicht wirklich nachvollziehen konnte. Trotz allem ist es eine solide Geschichte, die nicht nur mit dem Schreibstil überzeugt hat, sondern auch mit Gefühl und dem Rockstar-Charme.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Toller dritter Band!

Rock my Soul
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Auf "Rock my Soul" habe ich mich wohl am meisten gefreut. Denn mir ist sowohl in Band eins, als auch in Band zwei der Reihe schon aufgefallen, dass sich der fürsorgliche Shawn immer mehr zu meinem Lieblingscharakter ...

Auf "Rock my Soul" habe ich mich wohl am meisten gefreut. Denn mir ist sowohl in Band eins, als auch in Band zwei der Reihe schon aufgefallen, dass sich der fürsorgliche Shawn immer mehr zu meinem Lieblingscharakter und zu meinem Lieblingsbandmitglied entwickelt hat. Als man dann Kit in "Rock my Body" kennenlernt, dachte ich mir, dass das Buch einfach nur perfekt werden könnte. Ganz so umgehauen und geflasht hat mich die Geschichte zwar nicht, aber "Rock my Soul" war doch schön geschrieben und ausgearbeitet.

Wie oben schon erwähnt, lernen sich Shawn und Kit ja schon im zweiten Teil kennen und dort wird schnell klar: Irgendwas verbindet die beiden. Irgendeine Geschichte teilen sie. Genau diese Geschichte wird im Prolog von "Rock my Soul" ausführlich dargestellt. Und auch wenn ich wusste, was passiert ist, hat mich der Kontext doch umgehauen und für mich Shawn leider schon am Anfang direkt schlechter darstehen lassen, als ich es mir von seinem Charakter gewünscht hätte. Dazu kam noch, dass der Plot, wie die anderen Reihenteile ja auch, aus Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin geschrieben ist, man somit die Geschichte an sich schon mit viel Schmerz und Kummer und Tränen beginnt und Kit gleich viel mehr Sympathiepunkte entgegenbringt.

Kit hatte ich aber nicht nur deswegen direkt sehr lieb gewonnen. Ich mochte sie sehr gerne, sowohl als schwärmende 15-Jährige, als auch als harte 21-Jährige. Sie ist zwar sehr taff und stark, schließlich ist sie mit vier größeren Brüdern aufgewachsen, doch trotzdem hatte ich lange meine Zweifel, ob sie überhaupt in die Band passt, wie es werden wird, wenn sie mit auf Tour geht und wie sie mit den anderen vier Kerlen umgeht. Letztlich hat sie mich überzeugen können und mir in der Band sehr gut gefallen. Die weibliche Note, die sie in die testosterongesteuerte Truppe bringt, fand ich toll. Sie weiß sich zu behaupten, sie ist gut mit ihrem Instrument und schafft es sogar Shawn, den kritischen Gitarristen, mit ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Dass die beiden dann auch noch zusammen Songs schreiben, brachte den ein oder anderen Knister-Moment, den ich sehr gerne mitverfolgt habe.

Wie gesagt, Shawn war schon lange mein Lieblingscharakter. Da sich das Buch aber auch mit ihm als Person beschäftigt, wird ziemlich schnell klar, dass er eben nicht nur der fürsorgliche Kerl ist, der Sänger Adam Honig für die Stimmbänder einflößt, sich um das Hauptgeschäft kümmert, für andere Ohrstöpsel mitbringt, weil die ihre vergessen haben, und immer pünktlich ist, sondern dass er erstens eben ein Kerl ist (der nun mal komplett andere Ansichten hat; liegt den Männern ja im Blut ;)), und zweitens, ebenso wie seine Bandkollegen auch, ein kleiner Bad Boy ist. Ich mochte es wirklich überhaupt nicht, wie er stellenweise mit Kit umgegangen ist, dass er sie belogen hat, ihr was vorgemacht und sie verletzt hat (obwohl Kit zeitweise auch ein bisschen überdramatisch war), dass er erst so spät seinen Fehler einsieht und sich so spät dafür entschuldigt. Imponiert hat mir allerdings, wie er sich entschuldigt hat. Dass er alle Schuld auf sich genommen hat, sich nicht auf die ihm angebotene Ausrede gestürzt hat, sondern Verantwortung übernommen und seinen Mann gestanden hat. Shawn hatte eben – wie die anderen Jungs auch – Startschwierigkeiten in der Liebe, hat nicht immer alles richtig gemacht, doch trotzdem mochte ich seine Charakterbeschreibung und seine Person selbst ebenso gerne wie Kits.

Die Liebesgeschichte fand ich sehr schön ausgearbeitet. Kits Überreaktion am Familientisch hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, hat aber die Spannung hochgehalten und mich immer weiter mitfiebern lassen. So manche kitschige Sprüche und Situationen waren eben genau das: kitschig, haben mein Frauenherz dann aber doch höher schlagen lassen, weil ich es mir für die beiden gewünscht habe, dass sie endlich glücklich miteinander werden, nachdem sie so viel durchmachen und erleben mussten.

Das Cover gefällt mir ebenso gut, wie die anderen, auch wenn ich mir persönlich Shawn vom äußeren her ganz anders vorgestellt habe. Da aber Blau meine Lieblingsfarbe ist und Shawn mein Lieblingscharakter, passt die Gestaltung für mich perfekt zusammen und ich freue mich, die Reihe bald mit dem grünen vierten Band vervollständigen zu können.

Fazit
"Rock my Soul" hat meine Erwartungen bezüglich Shawn nicht hundertprozentig erfüllen können, dennoch finde ich die Geschichte sehr gelungen. Kits Emotionen kamen sehr gut bei mir an und ich habe von vorne bis hinten mit den beiden mitgefiebert, weil sie so ein schönes Paar sind. Jetzt fehlt nur noch Mike, deren Love-Interest ja schon am Ende dieses Buches vorgestellt wurde.

Veröffentlicht am 21.07.2017

Solide Geschichte, jedoch nicht so gut wie der Vorgänger

Dirty, Sexy, Love
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Nachdem ich "Crazy, Sexy, Love" so begeistert beendet hatte, konnte ich nicht anders, als mich gleich auf den zweite Band zu stürzen und mich in "Dirty, Sexy, Love" zu verlieben. Ich hatte natürlich sehr ...

Nachdem ich "Crazy, Sexy, Love" so begeistert beendet hatte, konnte ich nicht anders, als mich gleich auf den zweite Band zu stürzen und mich in "Dirty, Sexy, Love" zu verlieben. Ich hatte natürlich sehr hohe Erwartungen, habe mich gefreut, einen weiteren Charakter aus der Dive Bar unter die Haube zu bringen und auch die anderen Protagonisten wiederzutreffen. Und auch wenn mir "Dirty, Sexy, Love" im Grunde gut gefallen hat, fand ich es doch um einiges schwächer als sein Vorgänger.

Fangen wir mal vorne an: Die Charaktere. Joe lernt man im ersten Teil der "Dive Bar"-Reihe schon ein wenig kennen, doch wirklich präsent war er dort nicht, weswegen ich vor dem Lesen des zweiten Teils auch kein wirkliches Bild von ihm hatte und ihn nicht richtig einzuschätzen wusste. Und obwohl ich die Figuren und die Charakterzeichnung in Band eins noch so gelobt habe, habe ich es diesmal leider nicht wirklich schaffen können, eine Bindung zu Joe oder zu Alex aufzubauen.

Bei Joe lag es zum einen daran, dass er von seiner Beschreibung her einfach nicht in mein Beuteschema passt. Vaughan aus Band eins ist zwar auch nicht unbedingt mein Typ, aber er war sexy dargestellt mit Bad-Boy-Charme und Einfühlungsvermögen, während bei Joe immer wieder durch die Autorin selbst die Wikinger-Assoziation aufgegriffen und von "so vielen Haaren" gesprochen wird, so dass mich das irgendwann nur noch genervt hat. Was ich aber viel schlimmer fand, war sein Verhalten Alex gegenüber. Joe wird im ersten Teil und auch am Anfang des zweiten Teils, trotz seines Wikinger-Auftretens, als sehr sanft dargestellt, als jemand, der empathisch ist, einfühlsam und rücksichtsvoll. Als jemand, bei dem man sich wohlfühlen kann. Aber er verhält sich nicht so. Er ist Alex gegenüber mehr als ein Mal unfair, er behandelt sie nicht gut, er lügt und letztlich steht er auch am Ende der Geschichte nicht seinen Mann. Nicht mal, als er weiß, wie Alex empfindet. Stellenweise kam es mir leider so vor, als habe Kylie Scott sich nicht so viel Mühe gegeben wie bei Lydia und Vaughan oder als sei ihr Joe und Alex nicht so wichtig wie das Paar aus dem ersten Band gewesen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sie mich in Band drei mit den Figuren wieder mehr wird überzeugen können.

Und auch Alex ist leider für mich ein Stück weit oberflächlich und wankelmütig geblieben. Während sie am Anfang über Joes Verrat tobt und ausrastet und ihm ordentlich ihre Meinung sagt, lässt sich im Laufe der Geschichte immer mehr gefallen. Und auch sie steht nicht ihre Frau, was ich gerade aufgrund ihres Auftretens am Anfang des Buches, überhaupt nicht nachvollziehen konnte und was im Grunde dazu geführt hat, dass ich mich mit beiden Hauptprotagonisten nicht wirklich identifizieren konnte, keinen wirklich authentisch oder tiefgründig fand und ich mir auch sehr oft die Haare habe raufen müssen.

Dementsprechend oberflächlich habe ich leider auch die Entwicklung der beiden beobachtet. Ich fand es eigentlich ganz schön, zu lesen, wie Joe mit seinen Schuldgefühlen umgeht und Alex immer mehr lernt, ihm zu vertrauen, wie sie zusammen arbeiten und er sich um sie kümmert. Die beiden passen trotz ihres fragwürdigen Verhaltens ganz gut zusammen und geben ein schönes Paar ab. Und auch die Entwicklung gegen Ende des Buches haben mich über viel Frust bezüglich der Charakterzeichnung hinweggetröstet, so dass ich mich letztlich auch für die beiden gefreut habe und auch viele positive Seiten an ihrer Beziehung feststellen konnte.

Der Schreibstil der Autorin war bei Dirty, Sexy, Love nicht ganz so leicht und humorvoll wie im ersten Band, allerdings ist die Geschichte wieder aus Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin geschrieben und Alex ist viel ernster und ruhiger, als Lydia. Trotzdem ließ sich das Buch gut durchlesen und der Schreibstil hat mich durch die Seiten fliegen lassen.

Fazit
"Dirty, Sexy, Love" ist bei weitem nicht so gut gelungen wie der Vorgänger, konnte mich aber doch recht gut unterhalten. Ich konnte mich schlichtweg nicht mit den Charakteren und deren Verhalten anfreunden, jedoch fand ich die Liebesgeschichte schön umgesetzt und auch den Schreibstil fand ich wieder gelungen. Ich bin sehr sehr sehr gespannt auf Eric in Band drei.

Veröffentlicht am 21.07.2017

Crazy, sexy, love – perfekter Titel

Crazy, Sexy, Love
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"Crazy, Sexy, Love" ist mein erstes Buch der Autorin Kylie Scott, obwohl sie mir durch ihre "Stage Dive"-Reihe schon bekannt ist. Ich habe viel gutes über den ersten Band der "Dive Bar"-Reihe gehört, woraufhin ...

"Crazy, Sexy, Love" ist mein erstes Buch der Autorin Kylie Scott, obwohl sie mir durch ihre "Stage Dive"-Reihe schon bekannt ist. Ich habe viel gutes über den ersten Band der "Dive Bar"-Reihe gehört, woraufhin ich es natürlich auch sofort haben und lesen musste. Und trotzdem war ich doch sehr erstaunt, wie gut ich die Geschichte fand.

Zugegebenermaßen fand ich sowohl Vaughan, als auch Lydia am Anfang sehr verrückt und ich wusste nicht wirklich, ob ich sie mögen würde. Ich meine, es ist schon seltsam, im Hochzeitskleid in ein fremdes Haus einzubrechen und sich dort in der Badewanne zu verstecken. Genauso seltsam ist es aber auch, den Einbrecher zu entdecken und ihm ohne Wenn und Aber die Möglichkeit zu geben, die Geschehnisse zu erklären – ohne die Polizei zu rufen oder die Dame im Hochzeitskleid zum Teufel zu jagen. Mir wurde allerdings schnell klar, dass ich beide ausgerechnet deswegen sehr lieb gewonnen habe: Lydia aufgrund ihrer verrückten Art und Vaughan wegen seines ruhigen, gelassenen Charakters. Er hat diesen typischen Bad-Boy-Charme, ist nett und liebenswürdig, weiß aber von Anfang an seine Gedanken und seine Gefühle vor anderen gut zu verstecken. Oft hatte ich bei ihm auch so das Gefühl, dass er selbst nicht mal wirklich weiß, was er fühlt und was er mit seinen Emotionen anstellen soll. Und trotzdem gibt er Lydia, als sie nicht mehr weiter weiß, ein Dach über dem Kopf, hört ihr zu und spendet ihr Trost – ein einfühlsamer Kerl eben.

Und während ich mich still und heimlich in Vaughan verliebt habe, habe ich auch Lydia sehr lieb gewonnen. Denn sie ist nicht nur stark und taff und versucht, die größte Demütigung ihres Lebens zu verarbeiten, sondern sie hat auch eine wunderbar humorvolle und ehrliche Art; die sicher nicht jeder mag, aber ich liebte sie. Da das Buch aus ihrer Sicht erzählt wird, werden ihre Gedanken und Gefühle wesentlich tiefgründiger und emotionaler geschildert als Vaughans, weswegen ich auch eher auf ihrer Seite stand, als Vaughan sich gegen Ende des Buches richtig daneben benimmt und somit Stoff für das bekannte Drama liefert.

Neben Lydia und Vaughan enthält das Buch auch noch andere, sehr authentische Figuren, die nicht nur wichtig für den Verlauf der Geschichte sind, sondern für mich persönlich auch sehr positiv im Gedächtnis bleiben. Ich mag Bücher sehr gerne, in denen nicht unbedingt die Familie im Vordergrund steht, sondern richtige, echte Freundschaften entstehen und zeigen, dass man zu jeder Zeit, in jeder Situation und in jeder erdenklichen Lage neue Menschen kennenlernen und eine Bindung zu ihnen aufbauen kann.

Die Handlung und der Verlauf der Liebesgeschichte haben mir sehr gut gefallen. Der langsame Aufbau von Gefühlen zwischen Lydia und Vaughan fand ich authentisch geschildert und ihre Beziehung erschien dadurch auch sehr echt. Mir persönlich hat allerdings weniger gefallen, dass schon im Vorhinein klar war, warum die Beziehung zwischen den beiden nicht von Dauer sein kann und Vaughan auch immer wieder Wert darauf legt, dies zu betonen und somit einen Schatten auf ihre Liebe legt. Er wusste von Anfang an Bescheid und hat trotzdem zugelassen, dass die beiden Gefühle füreinander entwickeln. Trotzdem keine Angst: Dass es letztlich ein Happy End geben wird, ist, denke ich, selbstredend ;)

Den Schreibstil von Kylie Scott fand ich einmalig. Selten habe ich so oft grinsen müssen beim Lesen, weil Lydias sarkastische Bemerkungen oder ihre humorvolle Art einfach super auf's Papier gebracht wurden. Aber nicht nur das. "Crazy, Sexy, Love" hat auch einige sehr emotionale Stellen und ich konnte die Gefühle der Figuren sehr gut nachempfinden – egal, ob sie traurig waren, sauer, gedemütigt oder ob es einfach nur geknistert hat.

Fazit
"Crazy, Sexy, Love" ist genau das, was der Buchtitel beschreibt: Crazy, Sexy, Love. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei denen die Hauptprotagonisten ein so gutes Paar abgeben und so gut zueinander gepasst haben. Zusätzlich hat mir der Schreibstil einmalig gut gefallen und ich freue mich auf weitere Pärchen, die Kylie Scott zusammenbringen wird.