Profilbild von Frechdachs

Frechdachs

Lesejury Star
offline

Frechdachs ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Frechdachs über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2023

Wenn die innige Bande auf die Probe gestellt wird - Auf der Flucht ums Überleben

Feuer. Wasser. Erde. Sturm. - Zum Überleben brauchst du alle Sinne
0

In Boris Pfeiffers Jugendroman "Feuer. Wasser. Erde. Sturm. - Zum Überleben brauchst du alle Sinne" bildet der Junge Drdjuck den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.

Sprichwörtlich alleine auf weiter ...

In Boris Pfeiffers Jugendroman "Feuer. Wasser. Erde. Sturm. - Zum Überleben brauchst du alle Sinne" bildet der Junge Drdjuck den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.

Sprichwörtlich alleine auf weiter Flur nach einer schweren Sturmflut, die ihm fast seine komplette Lebensgrundlage gekostet hat, ist er alleine auf sich gestellt. Nach dem Aufbruch ist er in einer sehr kargen und lebensfeindlichen Gegend unterwegs. Naja, ganz alleine auch wieder nicht. Ihn begleitet eine stolze Büffelherde.

Die ganze Szenerie würde ich als unheimlich dystopisch bezeichnen und Pfeiffer gelingt es durchweg gut diese lebensfeindliche Gegend im Kopf der Lesenden zu verankern. Ich wähnte mich schnell Seite an Seite mit Drdjuck, der dann allen Gefahren trotzen muss und seine übrig gebliebene Familie, die Büffelherde, beschützt.

Der Junge Drdjuck ist mir schnell ans Herz gewachsen, da er sehr naturverbunden agiert und auch eine äußerst innige Beziehung mit der Büffelherde eingeht. Auch seine ganz besondere Gabe wurde gut herausgearbeitet und gefiel mir richtig gut.

Kein Wunder also, dass gerade diese Gabe dann Begehrlichkeiten von anderen Überlebenden weckt und sein Überleben aufs Spiel setzt.

Es entspinnt sich sehr schnell eine Hatz auf Leben und Tod, bei der alle Sinne gefordert und viele Emotionen angesprochen werden.

Einmal in Fahrt bricht die Spannung nie ab und man spürt fast förmlich die verschiedenen Bedrohungen. Die Erzählung selbst wirkt dadurch sehr kurzweilig beim Lesen und wird immer gut weiter gesponnen.

Summa summarum bietet der Jugendroman für die Nachwuchsleser ab 12 Jahren einen besonderen dystopischen Rahmen mit durchgängiger Spannung und nahbaren Protagonisten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2023

Ein reflektiertes Buch, das dem ganz persönlichen Reiseglück nachspürt

VOM GLÜCK ZU REISEN
0

Der weit- und weltgereiste Philipp Lage trifft bei mir zumindest mit seinem ganz besonderen Reisehandbuch "Vom Glück zu reisen" komplett den richtigen Nerv.

Es ist nicht einfach noch ein weiteres Buch ...

Der weit- und weltgereiste Philipp Lage trifft bei mir zumindest mit seinem ganz besonderen Reisehandbuch "Vom Glück zu reisen" komplett den richtigen Nerv.

Es ist nicht einfach noch ein weiteres Buch voller persönlicher Reiseabenteuer, die das persönliche Fernweh bei den Lesenden wecken sollen, obwohl sehr viele persönliche Anekdoten des Autors natürlich ins Werk mit eingeflossen sind.

Vielmehr ist es für ein Buch, das die Gratwanderung aufzeigt, was unser touristisches Reisen bewirkt. Ist die Welt des Tourismus dann wirklich so rosarot, wie es uns die gleichnamige Industrie in den buntesten Tönen weich zeichnet?

Das Buch öffnet die unbesorgten Augen, erweitert den eigenen Horizont und lässt eben auch über den eigenen Tellerrand blicken und auch sein ganz persönliches Verhalten reflektieren.

Philipp Lage hält einem quasi gekonnt den Spiegel vor um sich selbst darin zu sehen und dann sein eigenes Verhalten zu überdenken.

In durchweg kurzweiligen Kapiteln beleuchtet Lage dabei sehr viele unterschiedliche Dimensionen des ganz persönlichen Reiseglücks und geht dabei kritisch sowie mit viel Witz und Charme diesem Glücksgefühl nach. Die Tourismuswelt ist eben mehr als das reine entdecken fremder Kulturen sonder hat dann eben auch seine Schattenseiten, die man selbst vielleicht auch gerne ausblenden möchte.

Summa summarum bietet sich hier ein Reisehandbuch der ganz besonderen Art, das in seiner Vielfalt und Tiefe nicht nur die schönen Seiten des Tourismus zur Sprache bringt sondern auch berechtigte Kritik übt und uns alle über unser ganz persönliches Reiseglück nachdenken lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2023

Zellidora "Zelli" Sturmrausch auf der Suche nach ihrer wahren Identität

Dungeons & Dragons. Dungeon Academy - Allein unter Monstern
0

Das Dungeons & Dragons-Universum kannten wir vor diesem Kinderbuch nur vom Hörensagen her.

Das Kinderbuch "Dungeon Academy - Allein unter Monstern" von Madeleine Roux ist der erste Band der zu monstermäßigen ...

Das Dungeons & Dragons-Universum kannten wir vor diesem Kinderbuch nur vom Hörensagen her.

Das Kinderbuch "Dungeon Academy - Allein unter Monstern" von Madeleine Roux ist der erste Band der zu monstermäßigen Buchreihe.

Anfänglich hatten wir ehrlich gesagt nich etwas Probleme, die vielen verschiedenen Charakteren richtig zuzuordnen. Hier hätten wir uns persönlich vorne und/oder hinten im Buch dann eine kurze Übersicht mit der Vorstellung der Protagonisten gewünscht, um noch schneller mit den Handelnden warm zu werden.

Die große Stärke des Buches ist einerseits die kurzweilige und vor allem sehr spannend erzählte Story rund um Zelli und ihre Monsterfreunde an der gleichnamigen Academy. Außerdem verfingen die durchweg recht üppigen zweifarbigen Illustrationen bei unseren kleinen Monstern zuhause von aller Anfang an. Die eher ungewöhnliche Farbgebung schwarz-orange erinnerte uns dann gleich an das bevorstehende Halloweenfest und passt zur Monstergeschichte wie die Faust aufs Auge. Die Bilder laden richtig gehend dazu ein, im Buch länger zu verharren und das gerade Gelesene dann nochmals Revue passieren zu lassen. Insgesamt binden die Illustrationen die Kinder noch mehr an die Story.

Erst hatten wir vielleicht etwas Bammel, ob eine solche Monsterstory dann wirklich der richtige Lesestoff wäre und bei uns hat die Handlung dann voll ins Schwarze getroffen. Man muss nicht allzu viel Angst vor den Monstern entwickeln.

Gleichzeitig sind die in die Story eingewebten Botschaften umso wichtiger, diese dann nichtpur in der Monster Academy zu beherzigen sondern auch im realen Leben.

Zelli und ihre Freunde wachsen schnell zu einer schlagkräftigen Truppe zusammen und machen sich auf, die wahre Identität von ihr zu klären. Es wartet ein sehr spannendes kindgerechtes Abenteuer, das alleine bereits durch die sehr unterschiedlich gezeichneten Charakteren punkten kann. Mit Witz, Humor, Charme und auch einer gewissen Portion Mut machen sich die Gefährten auf, das bevorstehende Abenteuer zu bewältigen.

Summa summarum ein super kurzweilige Kinderbuch für interessierte Kinder ab ca. 8 Jahren, die abseits der realen Welt in ein monstermäßiges Spektakel abtauchen möchten. Aber Vorsicht, die Monster Academy macht schnell süchtig!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2023

Auf der Flucht ...

Projekt 22
0

Alexa Linells Thriller-Debüt "Projekt 22" bietet vor allem eines - nahtlose Spannung, die ihresgleichen sucht.

Wer Interesse an einer atemlosen Hatz bzw. Flucht hat liegt hier bei diesem Wissenschaftsthriller ...

Alexa Linells Thriller-Debüt "Projekt 22" bietet vor allem eines - nahtlose Spannung, die ihresgleichen sucht.

Wer Interesse an einer atemlosen Hatz bzw. Flucht hat liegt hier bei diesem Wissenschaftsthriller genau richtig.

Vom Start weg wähnte ich mich persönlich dann mittendrin in den unterschiedlichen Sequenzen. Der Plot selbst hat richtig viel Drive. Kurze Verschnaufpausen sind eher rar gesät. Manchmal hätte ich mir persönlich fast gewünscht kurz durchschnaufen zu können aber genau dieser Drive bringt die ausgesprochene Kurzweil und vor allem den ausgeklügelten Spannungsbogen in den Thriller.

Die richtige Nähe zu den einzelnen Charakteren fehlte mir etwas durch diese sich abwechselnden Perspektiven. Zugute kommt dem ganzen Spannungsbogen insbesondere, dass man nie so recht im Bilde ist, wer gerade Freund und wer Feind ist.

Mitunter hatte ich beim Lesen sehr viel mehr Fragen im Kopf, als dass ich verwertbare Spuren im Plot fand. Mit der Zeit lösten sich diese Fragen aber nach um nach auf.

Summa summarum ein vor allem spannender Thriller, der von aller Anfang schnell Fahrt aufnimmt, die Lesenden in die Story hineinzieht und bis zum Ende nur schwer loslässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2023

Den Spuren der eigenen Ahnen folgen - Eine emotionale Erinnerungs-Safari zurück nach Schlesien

Kajzer
0

In seinem aktuellen Sachbuch "Kajzer - Mein Familienerbe und das Abenteuer der Erinnerung" macht sich Menacham Kaiser auf und folgt den Spuren seiner Ahnen.

In einer ganz besonderen Mission macht sich ...

In seinem aktuellen Sachbuch "Kajzer - Mein Familienerbe und das Abenteuer der Erinnerung" macht sich Menacham Kaiser auf und folgt den Spuren seiner Ahnen.

In einer ganz besonderen Mission macht sich Kaiser auf nach Polen besser gesagt nach Schlesien, um dort eine ehemals im Besitz der Familie befindliche und durch die NS-Herrschaft enteignete Immobilie ausfindig zu machen und den damals verlorenen Besitz zurückzuholen. Ein wie man sich vielleicht bereits denken kann nicht ganz leichtes Unterfangen.

Das ehemals enteignete Haus ist vielleicht der Ausgangspunkt des Abenteuers, aber vielmehr geht es Kaiser vor allem auch darum, seinem Großvater, den er nie persönlich selbst kennenlernen durfte, nachzuspüren.

Welche Geheimnisse Kaiser im manchmal mysteriösen Schlesien zu Tage fördert und welche Abenteuer auf ihn warten, möchte ich hier nun nicht verraten.

Vom Konstrukt und Teasertext her klingt das Buch umheimlich spannend und gerade solche Bücher, bei denen Personen mehr über ihre eigenen Ahnen erforschen möchten interessieren mich ganz besonders stark, da auch ich persönlich bestimmte Fragen habe, auf die ich in meiner Familie leider keine Antworten mehr finden werde.

Beim Lesen selbst zeigt das Werk allerdings Licht wie auch Schattenseiten.

Die Glanzpunkte des Buches sind für mich persönlich jeweilig die, bei denen Kaiser sehr stark den damaligen Spuren seiner Ahnen folgt.

Wie es bei einer solchen Suche häufig allerdings auch ist, kommt man vielleicht auch ab und an auf den Holzweg. Der Mittelteil rund um die zahlreichen Treffen mit den Schatzsuchern in Schlesien war für mich sehr langatmig gestaltet und wich für mich persönlich auch zu sehr vom ursprünglichen Thema ab. Auch wenn diese Art Schatzsucher für Schlesien bekannt sind und dieser Teil eben in die damalige NS-Zeit zurückblicken lässt lenkte es mich persönlich zu stark ab. Hier hätte ich es persönlich besser gefunden, die emotionale Familiengeschichte noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken und weiter voranzutreiben.

Der stärkste Teil ist für mich das Finale des Werkes, dass uns dann hoffentlich alle die damaligen Schicksale nochmals erinnern und vor allem nicht vergessen lässt.

Chapeau an Menacham Kaiser, dass er die sehr emotionale und vor allem persönliche Geschichte seiner Familie mit uns Lesenden teilt. Gerade solche Erzählungen sind es, die uns allen zur Mahnung dienen sollten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere