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Veröffentlicht am 15.06.2023

Die ganz alltäglichen Herausforderungen einer sich findenden Patchworkfamilie

Fanny Frühling - Mein Haufen Brüder
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Stephanie Gessner thematisiert in ihrem aktuellen Kinderbuch "Fanny Frühling - Mein Haufen Brüder" das Thema Patchworkfamilie auf ganz besondere Art und Weise für Lesekinder ab ca. 9 Jahren.

Patchworkfamilien ...

Stephanie Gessner thematisiert in ihrem aktuellen Kinderbuch "Fanny Frühling - Mein Haufen Brüder" das Thema Patchworkfamilie auf ganz besondere Art und Weise für Lesekinder ab ca. 9 Jahren.

Patchworkfamilien sind in unserer Gesellschaft keine Seltenheit mehr.

Doch stellen sie dennoch in ihrer Findungsphase dann spezielle Anforderungen an alle Beteiligten.

Genau dort setzt dann das Kinderbuch von Gessner an und bringt Licht in den Alltag einer exemplarischen Patchworkfamilie rund um Fanny und ihren Vater Obi sowie Elisabeth und ihren vier Söhnen.

Abwechselnde Perspektiven zeigen die Fallstricke bzw. Berührungsängste der Kinder in dieser Situation sehr gut auf und thematisieren gerade eben die kindliche Perspektive, wenn zwei Erwachsene sich neu verlieben und Anhang im Schlepptau mitbringen.

Mit sehr viel Charme und Witz aber auch vielen Herausforderungen wird der Alltag der beiden Familien erzählt.

Gelingt aus den beiden einzelnen Familien eine einzige verschworene Gemeinschaft zu formen nach dem Sprichwort "Alle für einen und einer für alle!"?

Wir konnten uns in die Geschichte sehr schnell einfinden und fallen lassen. Dies hat zum einen mit der Erzählperspektive zu tun und auch mit den liebenswerten und sehr realistisch gezeichneten Charakteren zu tun. Die eingestreuten schwarzweißen Illustrationen nehmen dann die Texte gekonnt auf und lassen die Lesekinder noch länger in der Szenerie verweilen und darüber nachdenken. Hier und da gibt es natürlich auch Anknüpfungspunkte für ein offenes Gespräch zwischen dem Lesekind und den verantwortlichen Erwachsenen zum Thema Patchworkfamilie.

Offen und ehrlich zeigt das Buch etwaige Fallstricke bzw. Vorurteile in einer solchen Neufindungsphase auf.

Summa summarum ein tolles Buch für Kinder, welches ein für uns wichtiges Thema thematisiert und den Kindern nahebringt.

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Veröffentlicht am 14.06.2023

Ergreifende Episoden rund um den Sternenreiter, die neuen Mut, neue Hoffnung, neue Liebe verbreiten und Frieden im Herzen schenken möchte

Sternenreiter – Wie ein Licht in dunkler Nacht (Band 2)
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Jens Koch alias Jando geht mit seiner Sternenreiter-Reihe in die Verlängerung und setzt den kleinen Jungen erneut im aktuell zweiten Band "Sternenreiter – Wie ein Licht in dunkler Nacht" gekonnt in Szene. ...

Jens Koch alias Jando geht mit seiner Sternenreiter-Reihe in die Verlängerung und setzt den kleinen Jungen erneut im aktuell zweiten Band "Sternenreiter – Wie ein Licht in dunkler Nacht" gekonnt in Szene.

Inhaltlich abgeschlossen lässt sich dieser Band der genannten Reihe ohne etwaige Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen. Wer den vorherigen Band kennt und ihn schätzt, der wird schnell in das ganz besondere Setting wieder ein- und tief abtauchen können.

Eigentlich war keine Fortsetzung geplant, aber Jando gab seinem Herzen einen Ruck bzw. ging dem Bitten seiner Leser nach und erdachte ein neues Abenteuer rund um den kleinen Jungen mit den tiefgründigen Sprüchen.

Als Setting dient dieses Mal ein vom Krieg gebeuteltes Land, in dem der Sternenreiter dann notwendigerweise in Erscheinung tritt und auch in einer unwirtlichen und trostlosen Zeit dann neue Hoffnung, Mut und Liebe verbreiten möchte. Wer darin vielleicht Parallelen zum aktuellen barbarischen und menschenverachtenden Ukrainekrieg sieht liegt nicht ganz falsch, obwohl kein bestimmtes Land im Buch genannt wird.

Auch in diesem Werk stellte sich bei mir schnell ein richtiges Gefühlschaos ein. Quasi eine rasante Achterbahnfahrt, die sehr viele verschiedene Gefühle und Emotionen bei mir persönlich beim Lesen zu Tage förderte.

Ich konnte mich unumwunden in die Geschichte fallen lassen, darin verweilen und schwelgen. Das Buch lädt förmlich dazu ein zwischen den Zeilen zu lesen und das Gelesene sacken zu lassen und dabei in sich nachzuspüren. Ein tolles Werk um inne zu halten und den Wahnsinn, der in unserer Welt passiert, kurz anzuhalten.

Auch hier vermag es der Sternenreiter abermals Hoffnung zu spenden, wo es aktuell eher vielleicht aussichtslos erscheint. Er schenkt Freude, spendet Mut und tut ganz einfach verletzten Seelen unglaublich gut. Er bringt kleine Lichtblicke in rabenschwarze Zeiten und lässt immer wieder einen kleinen Hoffnungsschimmer durchleuchten.

Mich erwartete ein reich illustriertes Buch mit sehr tiefgründigen Texten, die zum Nachdenken und Reflektieren einladen. Die Texte und kurzen Zitate sind einfach Balsam für die Seele, gerade in persönlich schwierigen und herausfordernden Zeiten.

Nur flüchtig gelesen, könnte man von einem neunmalklugen kleinen Jungen reden, der immer einen sehr passenden tiefgründigen Spruch auf den Lippen hat. Wer allerdings wirklich genau den Sätzen zuhört, wird in seinen Aussagen, trotz des noch jungen Alters, so viel Wahrheit entdecken, an denen gerade wir Erwachsene uns eine richtig große Scheibe davon abschneiden können.

Kleine Kostprobe gefällig?

"Wenn Dunkelheit die Sonne verdrängt und Ängste wachsen, beginnen Sterne dir den Weg zu leuchten. Sie halten es wie die Gezeiten: Auf Ebbe kommt immer die Flut."

Bei mir persönlich hat das Buch wiederum komplett ins Schwarze getroffen und mich gut inne halten lassen. Es ist daher ganz verdient eines meiner ganz besonderen Lesehighlights im Jahr 2023.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Die bitteren Erfahrungen zweier DDR-Offiziersschüler bei einem ungeahnten Himmelfahrtskommando in Afghanistan anno 1987

FÜNF
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Die Story des Autors Veikko Bartel zu seiner aktuellen Novelle "FÜNF - Der Ring der Schlangen" erinnerte mich persönlich rein nur nach dem Teasertext gleich an den US-amerikanischen Kinoblockbuster "Black ...

Die Story des Autors Veikko Bartel zu seiner aktuellen Novelle "FÜNF - Der Ring der Schlangen" erinnerte mich persönlich rein nur nach dem Teasertext gleich an den US-amerikanischen Kinoblockbuster "Black Hawk Down".

Anstelle des Schauplatzes Somalia im Kinofilm steht hier dann Afghanistan im Blickpunkt und die russischen Truppen bestimmen das Geschehen.

Das Buch nahm mich dann ziemlich schnell in Beschlag und ich war direkt bei der Sache dabei. Ohne viele Umschweife gelingt es Bartel gekonnt den Leser zu umgarnen und ihn quasi in die Geschichte hineinzuziehen, als wäre man Teil der Truppe dort in Afghanistan vor Ort.

Sehr realistisch wirken die geschilderten Szenerien und für Zartbesaitete ist dieses Buch dann vielleicht mit einigen sehr expliziten Szenen dann eher nicht zu empfehlen. Zur Story selbst möchte ich hier nichts weiter spoilern sondern verweise einfach nochmals auf den Klappentext.

Das Werk besticht durchweg durch seine akkurate Schilderung der Vorkommnisse und der sehr authentischen Aufbereitung. Der Spannungsbogen ist ausgeklügelt gewählt und reißt bis zum Schluss hin nicht ab.

Es ist mehr als nur ein reiner faktenbasierter Kriegsroman, in dem dann Kämpfe geschildert werden und heroische Geschichten erzählt werden. Diese kommen zwar auch in diesem Werk vor aber dieser einseitige Eindruck wäre zu kurz gesprungen und würde dem Buch nicht gerecht. Am Ende des Buches geht Bartel dann sehr ausführlich auf die mal mehr oder weniger versehrten heimkehrenden Veteranen ein.

Was lösen kriegerische Aggressionen bei Menschen, die diese hautnah erlebt haben dann langfristig aus (Stichwort "PTBS")?

Kann ein geschundener Veteran dann zuhause überhaupt wieder im Alltag Halt finden und die Erlebnisse verarbeiten?

Wie gehen Veteranen mit etwaigen Schuldfragen um und ist eine Aussöhnung mit den eigenen Werten und Idealen überhaupt möglich?

Gerade dieser Teil macht das Buch für mich persönlich dann ganz besonders. Meist schließt ein solches Buch ja bereits mit dem heroischen Sieg der einen Partei über die andere und alles ist am Ende vermeintlich gut. Aber selbst wer in einem Krieg vordergründig als Sieger hervorgeht hat wohl oder übel ein Leben lang mit den grauenvollen Erlebnissen zu kämpfen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die tatsächliche Tiefe des Buches gibt folgendes Zitat:

"Ihre Gesichter zeigen ihre Jugendlichkeit allerdings nicht. Nicht mehr. Im Gegenteil. Allesamt sind sie durch den Krieg gezeichnet. Physisch durch mannigfaltige Narben - aber vor allem seelisch. Aus ihren Gesichtern spricht der Krieg. Er hat sich in ihre Augen eingebrannt. Sanftmut und alles Träumerische sind verschwunden. Stattdessen steht in ihren Augen Bitterkeit, eine permanente, fast schon paranoide Wachsamkeit, Kälte und pure Entschlossenheit. Ein Blick in ihre Augen lässt dem, der ihn wagt, augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren und zwei Gedanken denken: Ich warne Dich, versuche nicht herauszufinden, was diese Augen schon gesehen haben, es wird Dich zerstören. Und zweitens: Erwarte niemals Barmherzigkeit und Vergebung."

Mich lässt die Novelle mit Blick auf den aktuellen Ukrainekrieg mehr als nachdenklich zurück. Wieviele solcher Schicksale wird es aktuell wohl wieder geben?

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Veröffentlicht am 10.06.2023

Ein wissenschaftliches Projekt für den Schnee von übermorgen

Eiskristalle 2.0
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Matthias Rischers aktueller Roman "Eiskristalle 2.0 - Spuren in eine andere Zukunft" entführt interessierte Leser in die Wissenschaftsszene und sehr schnell wurde mir beim Lesen klar, dass Forschungsprojekte ...

Matthias Rischers aktueller Roman "Eiskristalle 2.0 - Spuren in eine andere Zukunft" entführt interessierte Leser in die Wissenschaftsszene und sehr schnell wurde mir beim Lesen klar, dass Forschungsprojekte für Otto-Normalo wie mich eine ganz andere Kategorie sind, die man so im normalen Leben wohl selten live miterleben kann.

Aber zurück zum Anfang.

Mit dem Vorwort konnte mich Rischer komplett abholen. Der Anfang des Buches verlief für mich persönlich sehr zäh und ich kam weder schnell in die ganze Thematik noch konnte ich den Protagonisten so richtig folgen bzw. mit ihnen mitfiebern. Dies ist für mich bei diesem Buch generell das große Manko gewesen. Bis zum Schluss hin blieben mir sowohl die Handelnden wie auch die Story viel zu fern und ich tauchte nie so richtig ein und tief ab ins Geschehen und so plätscherte für mich die Handlung dann einfach nur so vor sich hin.

Mir persönlich fehlten eher mehr spannende Elemente. So zog sich für mich die Handlung wie Kaugummi.

Eine KI, ähnlich Chat-GPT spielt auch immer wieder ein tragende Rolle. Diese Einschübe brachten mir persönlich leider gar keinen richtigen Mehrwert und ich fragte mich eher, was mir der Autor damit sagen möchte.

Summa summarum bot mir der Roman zu wenig gute und spannende Unterhaltung, als dass er mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 09.06.2023

Idefix auf den Spuren von Asterix

Idefix und die Unbeugsamen - Der Wecker von Lutetia
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Angelehnt an die gleichnamige französische Animationsserie erobert der bereits aus den Asterixcomics bekannte Hund Idefix die Kinderzimmer mit dem aktuellen Abenteuer "Idefix und die Unbeugsamen - Der ...

Angelehnt an die gleichnamige französische Animationsserie erobert der bereits aus den Asterixcomics bekannte Hund Idefix die Kinderzimmer mit dem aktuellen Abenteuer "Idefix und die Unbeugsamen - Der Wecker von Lutetia".

Bereits auf dem Cover titelt der Egmont Bäng Verlag, dass das Buch für Erstleser geeignet ist. Rein von der Schriftgröße des Textes kommt es auf alle Fälle hin, auch wenn beispielsweise die Vorstellung der verschiedenen Charakteren von der Schriftgröße her fast zu klein abgedruckt ist.

Wir kannten vor dem Buch die gleichnamige Serie noch nicht allerdings war uns Idefix sehr wohl bekannt.

Wir starteten zügig ins Buch und hatten kaum Berührungsprobleme. Gleich eingangs werden dazu die unterschiedlichen Charakteren in Wort und Bild kurz vorgestellt, so das man sich daran anschließend sogleich ins erste Idefixabenteuer fallen lassen kann.

Die gebotenen 96 Seiten teilen sich in fünf verschiedene Kapitel auf und haben unterschiedliche Längen. Beim ein oder anderen etwas längeren Kapitel kamen wir dann bereits etwas außer Puste. Hier hätten wir uns vielleicht durchweg gleich lange bzw. eher kürzere Kapitel gewünscht.

Die Story selbst nimmt die Erstleser gut in Beschlag und lässt sie auch ausreichend im Buch verweilen. Die immer wieder eingestreuten farbigen Illustrationen nehmen die Geschichte auf. Diese hätten wir uns dann insgesamt noch etwas vielfältiger gewünscht.

Summa summarum ein spannendes Abenteuer rund um Idefix und seine tierischen Freunde, das Erstlesern ausreichend Unterhaltung bietet.

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