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Veröffentlicht am 19.09.2022

Christopher Buehlmans Fantasydebut mit einem Hauptcharakter, der polarisiert

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
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"Der geheimnisvollste Fantasyheld seit Patrick Rothfuss´ Kvothe" titelt der Klett-Cotta-Verlag zu Christopher Buehlmans Fantasydebut "Der schwarzzüngige Dieb".

Dieses lobende Urteil gab für mich persönlich ...

"Der geheimnisvollste Fantasyheld seit Patrick Rothfuss´ Kvothe" titelt der Klett-Cotta-Verlag zu Christopher Buehlmans Fantasydebut "Der schwarzzüngige Dieb".

Dieses lobende Urteil gab für mich persönlich den eigentlichen Ausschlag, mich in dieses komplett neue Fantasysetting zu stürzen.

"Der schwarzzüngige Dieb" ist der erste Band dieser Trilogie.

Der geheimnisvolle Fantasyheld hört auf den Namen Kinsch Na Shannack und ist im gesamten Plot dann der Dreh- und Angelpunkt.

Seine (t)rotzige Art und Weise muss man schon mögen, ansonsten wird es wohl schwierig, die abenteuerliche Reise und Entwicklung des jungen Helden im Buch vom Anfang bis zum Ende hin zu begleiten.

Wer mit seiner frischen, burschikosen manchmal auch vulgären und sarkastischen Art kein Problem hat wird mit Kinsch Na Shannack wohl warm werden und auch seinen ganz eigenen Humor zu schätzen wissen. Kinsch präsentiert sich insgesamt sehr menschlich, vielschichtig, schlagfertig und trägt sein Herz auf der Zunge.

Ich persönlich war zu Beginn etwas zwiegespalten gegenüber dem schwarzzüngigen Dieb, aber habe ihn und seine Art und Weise dann dennoch immer mehr annehmen und den Charakter ins Herz schließen können. Die Persönlichkeit verfügt dann eben über bewusste Ecke und Kanten und ist eben gerade nicht "Everybody's Darling".

Die Fantasywelt, in die uns Christopher Buehlman entführt, ist sehr detailreich und wird ebenso beschrieben.

Manchmal wurde ich von den ganzen Eindrücken und Szenerien auch fast schon erdrückt. Ab und an verliert sich der Autor dann auch mal gerne in Nebenschauplätzen, die sich einem als Leser nicht sofort erschließen wollen. Doch dann trat wiederum Kinsch Na Shannack in Erscheinung und wies mir den weiteren Weg in der abenteuerlichen Fantasywelt.

Das Scharnier der Story ist die Gruppe, die sich nach um nach rund um den schwarzzüngigen Dieb Kinsch dann bildet.

Die vier Abenteurer brechen auf und stellen sich dann auf ihrer nicht ganz ungefährlichen Reise unvorstellbaren Gefahren und auch entsprechenden Gegnern. Egal ob per pedes oder auf einem Walfängerschiff unterwegs, die Spannung bricht eigentlich nie so richtig ab. Auf diesem Weg fühlt sich Kinsch immer wieder durch die Diebesgilde, der er noch einen großen Batzen an Geld schuldet, auf Schritt und Tritt überwacht und verfolgt.

Alles in allem bietet sich hier kurzweilige Fantasyunterhaltung mit echten Charakteren und einem gut gelungenen Fantasysetting.

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Veröffentlicht am 14.09.2022

Wenn das (Welt-)Klima sich wandelt - Nur eine bittersüße Dystopie oder bald vielleicht unser aller Wirklichkeit?!

Die Welt kippt
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Der Autor Heiko von Tschischwitz, seineszeichens Gründer des größten deutschen Ökostromanbieters LichtBlick, wirft uns Lesende in seinem Klimathriller "Die Welt kippt" in eine ganz schöne Gemengelage rein.

Das ...

Der Autor Heiko von Tschischwitz, seineszeichens Gründer des größten deutschen Ökostromanbieters LichtBlick, wirft uns Lesende in seinem Klimathriller "Die Welt kippt" in eine ganz schöne Gemengelage rein.

Das Werk bringt alles mit, was einen richtig guten Thriller ausmacht.

Nachvollziehbare Akteure, ein spannender Plot und einige Wendungen, die für mich dann überraschend waren.

Das Werk spielt in unserer nahen Zukunft. Gleich der Prolog baut viel Spannung auf rund um die Klimaaktivisten beim Bundeskanzleramt in Berlin anno 2024.

Die im Buch geschilderten Szenarien sind leider nicht nur bloße Utopie, sondern wirken für mich persönlich sehr authentisch und dadurch eben weitab von utopischen Spinnereien.

Was wenn wir als Weltgemeinschaft bei der Bekämpfung des Klimawandels dann wirklich so handeln?

Von Tschischwitz vermittelt neben seiner eigentlichen Story dann elementare Daten zur aktuellen Lage rund um den Klimawandel und dessen verheerende Folgen sowie mögliche Szenarien für die Zukunft. Hier und da hatte ich allerdings leider das Gefühl, dass gerade diese Fakten dann einfach willkürlich eingeschoben wurden. Da hätte ich mir persönlich "smoothere" Übergänge von der Geschichte zu den knallharten Fakten gewünscht.

Die im Buch aufkommende Romanze hätte ich persönlich jetzt nicht unbedingt im Plot gebraucht. Dies ist dann aber meine ganz persönliche persönliche Geschmackssache.

Alles in allem erwartet hier die Leseinteressierten ein spannender Plot mit vielen unterschiedlichen Playern, bei denen man sich nie ganz sicher sein kann, wer auf welcher Seite spielt und was sie dann gerade im Schilde führen.

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Veröffentlicht am 13.09.2022

Bei den tollen Rezeptideen, Tipps und Tricks wird selbst Bernd das Brot ganz neidisch

Das große Brotbackbuch
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Ein Brotbackbuch für (fast) alle Lebenslagen

"Das große Brotbackbuch" von Christina Bauer entspricht meinen persönlichen Vorstellungen eines sehr gelungenen Backbuches dann ganz genau.

Wahrscheinlich ...

Ein Brotbackbuch für (fast) alle Lebenslagen

"Das große Brotbackbuch" von Christina Bauer entspricht meinen persönlichen Vorstellungen eines sehr gelungenen Backbuches dann ganz genau.

Wahrscheinlich träfe es das Wort Brotback-Kompendium ebenso.

Schlussendlich liefert mir das Buch ausreichend Tipps und Tricks rund um die große Kunst des heimischen Brotbackens. Außerdem enthält das Werk sehr viele unterschiedliche Rezeptideen, die es wirklich wert sind daheim ausprobiert zu werden.

Wer sich zuhause vielleicht schon immer gefragt hat, wodurch sich die verschiedenen Getreidesorten unterscheiden bekommt hier aus allererster Hand dann Rat und Hinweise auch für deren Teigverarbeitung.

Wie aus dem Klumpen Teig dann ansehnliche Brote, Brötchen oder Croissants geformt werden, wird im Backbuch durchweg gut beschrieben wie auch durch bebilderte Fotostrecken dann nochmals visuell dargestellt. Ab und zu ist ein Link zu einem Video-Tutorial mit enthalten, der dann nochmals sehr viel ausführlicher auf die einzelnen Verarbeitungs- und Formungsschritte eingeht.

Wer schon immer einen Freund fürs Leben gesucht hat und bis dato Mister Right noch nicht gefunden hat, kann hier vielleicht endlich eine langjährige Freundschaft mit dem selbst angesetzten Sauerteig schließen. Denselbigen dann nach dem im Buch enthaltenen Rezept einfach selbst initiieren und dann immer wieder anfüttern. Vielleicht ist dann ja bald ein Happy End vorprogrammiert.

Neben einigen gängigen Grundteigen kommt dann der wahre Schatz des ganzen Brotbackbuches.

Schnörkellos und ohne viel Tamtam präsentiert sich der eigentliche vielfältige und sehr ideenreiche Rezeptteil.

Alle Rezepte sind sehr übersichtlich mit den ganzen Zutaten und den einzelnen Zubereitungs- sowie Backschritten präsentiert. Ein leckeres Foto des fertigen Backwerks darf natürlich auch nicht fehlen. Tipps bei einzelnen Rezepten helfen, das Backwerk noch zu verfeinern. Auch hier unterstützen bei einigen Rezepten Video-Tutorials bei der Umsetzung in der heimischen kleinen Hobbybackstube

Neben den ganz klassischen Brotrezepten (auch für Vollkornbrote) sind auch Anleitungen für Brötchen in vielfältigster Variation enthalten.

Eigentlich hatte ich persönlich dann nur Brot- und Brötchenrezepte erwartet. Weit gefehlt, abgerundet wird das Backbuch mit Rezepten rund um süße bzw. pikante Snacks.

Wenn vielleicht mal ein Stück Brot überbleibt, dann wird auch das im Hause Bauer nicht einfach im Müll entsorgt. Final im Buch enthalten sind dann klassische Rezepte der Reste- und Wiederverwertungsküche, die altem übriggebliebenen Brot ein neues Leben schenken.

Summa summarum ein richtig tolles und vielfältiges Back-Kompendium rund ums Brotbacken, welches ich persönlich in meiner Hobbybackstube nicht mehr missen möchte.

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Veröffentlicht am 13.09.2022

True-Crime-Storys at its best! - Ein buntes Potpourri an Familienstreitigkeiten, Hochstaplern und Konzernkriminellen

Macht & Millionen
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Früher warnte Eduard Zimmermann immer im TV in der Sendung "Vorsicht Falle!" vor Neppern, Schleppern und Bauernfängern.

Dies ist im vorliegenden Buch "Macht & Millionen - Die spektakulärsten Verbrechen ...

Früher warnte Eduard Zimmermann immer im TV in der Sendung "Vorsicht Falle!" vor Neppern, Schleppern und Bauernfängern.

Dies ist im vorliegenden Buch "Macht & Millionen - Die spektakulärsten Verbrechen und Skandale" von Solveig Gode und Kayhan Özgenc dann komplett anders.

Hier wird nicht etwa vor üblen Kleinkriminellen gewarnt, sondern hier werden nochmals in der Retrospektive die großen Skandale, Verbrechen und Betrugsmaschen aus der Wirtschaftswelt dann aufgrerollt und sehr detailliert beleuchtet.

Die illustre Runde im Buch selbst liest sich dann wie das Who is Who der Wirtschaftswelt.

Dort bekommt dann nochmal jeder sein persönliches Fett weg.

Ob es der CumEx-Skandal rund um unseren aktuellen Kanzler Olaf Scholz ist, der sich ja bekanntlich an nichts mehr erinnern kann oder vielleicht auch will, die Rotlichtaffäre von VW bzw. im gleichen Konzernhaus auch der Abhörskandal, der Flowtexbetrug, die Hochstaplerin Anna Sorokin oder beispielsweise auch die Drogeriepleite rund um den honorigen Drogisten Anton Schlecker, hier wird wirklich kein krimineller Fettnapf ausgelassen.

Wenn man einem alten Sprichwort Glauben schenken darf, schreibt das Leben ja die besten oder schönsten Geschichten. Die Wirtschaftsbosse und anderen gesellschaftlichen Leader hier im Buch dann wohl die obskursten Wirtschaftsthriller und -krimis.

Das Buch hielt für mich persönlich jetzt überwiegend keine wirklich neuen Informationen bereit, da ich die dargebotenen Fälle in der (Wirtschafts-)Presse zum damalig aktuellen Zeitpunkt aktiv verfolgt habe. Hier und da haben mich die ganzen hanebüchenen Details dann dennoch wieder aufs Neue verstört.

Wie abgezockt muss man eigentlich sein ...?

Die Kompaktheit und Komprimiertheit der ganzen Fälle Schlag auf Schlag nacheinander haben es dann aber dennoch in sich und zeigen, wie erschütternd eine mangelndes Unrechtsbewusstsein gepaart mit einer gewissen Menge krimineller Energie dann sein kann.

Man wähnt sich dabei irgendwo in Absurdistan aber doch nicht in Good Old Germany, wenn man sich dann die ganzen verschiedenen Machenschaften und die kriminellen Finessen in den unterschiedlichen Fällen dann nochmals auf der Zunge zergehen lässt.

Aktives Kopfschütteln kann nicht ganz ausgeschlossen werden, bei den menschlichen Abgründen, die sich dann beim Lesen der "kriminellen Anekdoten" nochmals auftun.

Wer auf True-Crime-Storys steht, der wird hier richtig gut unterhalten.

Wirtschaftsthriller at its best!

PS: Führt mich eine meiner nächsten Autobahnfahrten auf der A2 in Richtung Magdeburg dann muss ich auf alle Fälle auch mal der Raststätte "Pausenschmaus" einen Besuch abstatten. Wer weiß, vielleicht treffe ich ja auch einen interessanten Whistleblower, der Neuigkeiten zu berichten hat. Oder werde vielleicht gar ich zum Whistleblower eines nächsten Skandals?

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Per pedes unterwegs durch Deutschlands Wälder - 6.000 km Natur pur?!

Der Waldwanderer
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Der Autor Gerald Klamer nimmt uns in seinem Buch "Der Waldwanderer" auf eine spannende und vor allem interessante Tour durch Deutschlands Wälder mit.

Insgesamt auf 6.000 km Fußmarsch streifen wir förmlich ...

Der Autor Gerald Klamer nimmt uns in seinem Buch "Der Waldwanderer" auf eine spannende und vor allem interessante Tour durch Deutschlands Wälder mit.

Insgesamt auf 6.000 km Fußmarsch streifen wir förmlich Seite an Seite mit Gerald Klamer durch Wald und Flur und entdecken dabei ganz nebenbei sehr viele spannende Fakten. Es ist mehr als nur eine Bestandsaufnahme des aktuellen Zustandes.

Wir bereisen dabei fast alle unterschiedlichen Bundesländer und lernen das Ökosystem Wald von der Pike auf kennen.

Dabei entgehen dem ehemaligen hessischen Forstbeamten nicht die kleinen Details, die er uns zum Wald erklärt. Auf Tuchfühlung geht er mit ausgesuchten Bekanntschaften, die er auf seiner Tour trifft und sich dann zum Wald mit ihnen austauscht oder auch manchmal ins fachsimpeln kommt.

Wie steht es nun um das Ökosystem Wald?

Sind unsere Wälder überhaupt noch zu retten?

Wie kann der Wald langfristig gerettet werden?

Insgesamt präsentiert sich hier dem interessierten Leser ein spannender Blick auf den Lebensraum Wald in Wort und Bild.

Sehr erfrischend finde ich persönlich, dass hier nicht der deutsche "Waldpapst" Peter Wohlleben der Urheber des Buches ist sondern bewusst eine zweite Expertensicht ins Spiel kommt.

Hoffentlich fördert das Buch in der breiten Masse das notwendige Verständnis und sorgt für Aufklärung, um den einzigartigen Lebensraum Wald dann auch für die Zukunft krisenfest zu machen.

Mir gefiel die "Tour de Wald" exzellent. Bei der Runde weitet man selbst den eigenen Blick sowie über den Waldrand hinaus und erkennt, wie wichtig unsere Wälder dann wirklich sind.

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