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Veröffentlicht am 09.06.2021

Frauenpower pur

Chain of Gold
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Beschreibung

Die Schattenjägerin Cordelia Carstairs kommt mit ihrer Familie nach London, um dort mit ihrer Freundin Lucie Herondale den Bund der Parabatai einzugehen und einen geeigneten Ehemann zu finden. ...

Beschreibung

Die Schattenjägerin Cordelia Carstairs kommt mit ihrer Familie nach London, um dort mit ihrer Freundin Lucie Herondale den Bund der Parabatai einzugehen und einen geeigneten Ehemann zu finden. Zwischen vornehmen Tanzveranstaltungen und Soireen des beginnenden 20. Jahrhunderts verliert Cordelia ihr Herz jedoch an Lucies Bruder James, der jedoch bereits eine Verbindung eingegangen ist. Doch es bleibt keine Zeit für den Schmerz unglücklicher Liebe, denn schon bald wird die Ruhe durch einen Ansturm scheinbar unbesiegbarer Dämonen abgelöst und die jungen Schattenjäger sehen sich ihrem Unheil gegenüber.

Meine Meinung

Der neue Roman von Cassandra Clare bewegt sich in ihrer erfolgreichen und von mir heiß-geliebten Schattenjäger-Welt und eröffnet »Die Letzten Stunden«-Trilogie. »Chain of Gold« ist zeitlich gesehen ca. 25 Jahre nach den »Chroniken der Schattenjäger« (Clockwork Angel, Clockwork Prince, Clockwork Princess) angesiedelt und handelt von James und Lucie Herondale, den Kindern von Will und Tessa sowie den Nachkommen der Carstairs, Lightwoods und Blackthorns. Die Geschichte lässt sich zwar auch ohne Vorkenntnisse aus den anderen Schattenjäger-Romanen lesen, jedoch ist dann in Kauf zu nehmen, dass sich einem nicht alle Verbindungen erschließen werden.

Einen neuen Schattenjäger-Roman aufzuschlagen fühlt sich immer etwas nach »Heimkommen« an, auch wenn es mittlerweile ein paar Seiten dauert bis die einprasselnden Namen und Verwandtschaften der Protagonisten sortiert und mit der zunehmend komplexer werdenden Welt verknüpft sind. Eine Abbildung der Familien-Stammbäume, wie er bereits bei »Clockwork Princess« abgedruckt worden ist, wäre für die Orientierung sicherlich sehr hilfreich gewesen.

Das Cassandra Clare ihr Schreibhandwerk beherrscht beweist sie auch in diesem Roman durch ein unglaublich markantes Charakterenbuilding und einen fesselnden Plot, der sich aus actionreichen Kämpfen und zwischenmenschlichen Beziehungen, die an die Umgangsformen des beginnenden 20. Jahrhunderts angepasst wurden, zusammensetzt. Dies alles fügt sich nahtlos in die bestehende Schattenjäger-Welt ein und macht diese um einige wundervolle Protagonisten reicher.

Mein absolutes Highlight in »Chain of Gold« ist die zauberhafte Cordelia Carstairs, die zum einen eine sanfte, aufopferungsvolle und edelmütige Seite hat und zum anderen mit ihrem Schwert Cortana in der Hand zu einer amazonenhafte Kriegerin aufflammt. Die Ambivalenz ihrer Charakterzüge fand ich unheimlich spannend. Fast ebenso faszinierend ist der von der Vergangenheit geprägte und geheimnisumwobene Matthew Fairchild – gegen ihn wirkt sein Parabatai James etwas glatt und fade. Aber es können ja nicht alle die aufsehenerregende Präsenz einer Anna Lightwood haben, die Männer wie Frauen zu verführen weiß.

Die Plotentwicklung weist bei Cassandra Clare ein gewisses Schema auf, von dem ich mir erhoffen würde, dass dieses etwas deutlicher durchbrochen wird und nicht Gefahr läuft die Leser*innen irgendwann zu langweilen. Gerade die im »Young Adult«-Genre typischen Dreiecks-Beziehungen haben dringend frischen Wind nötig, daher hoffe ich sehr auf eine überraschende Wendung in den kommenden Romanen.

Ein schöner Aspekt wurde mit den Fähigkeiten der Herondale-Geschwister eingeflochten, die eine spannende und etwas gespenstische Ebene eröffnet, welche mir sehr gut gefallen hat. Aufgrund ihrer Abstammung ist es Lucie möglich Geister zu sehen und mit ihnen zu kommunizieren und James wird zuweilen in eine unheimliche Schattenwelt gezogen.

»Chain of Gold« ist ein toller und unterhaltsamer Urban-Fantasy-Roman, der im Gesamtpaket überzeugt und für Schattenjäger-Fans auch noch schöne Begegnungen mit alten Bekannten bereithält.

Fazit

Ein neuer Schattenjäger-Roman der mit einer starken Protagonistin besticht. Frauenpower pur – und das vor der Kulisse des noch jungen 20. Jahrhunderts!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 14.09.2020

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Crime-Steampunk mit orientalischer Note

Stadt der Sande (Der Hüter: Steampunk-Krimi Band 3)
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Beschreibung

Alexander, Nic und Rosa sind mit einem U-Boot von Narau aus aufgebrochen, um sich im europäischen Gebiet in Sicherheit zu bringen. Doch ein Unglück spült sie in Ägypten an. Während Nic und ...

Beschreibung

Alexander, Nic und Rosa sind mit einem U-Boot von Narau aus aufgebrochen, um sich im europäischen Gebiet in Sicherheit zu bringen. Doch ein Unglück spült sie in Ägypten an. Während Nic und Rosa bei der königlichen Familie von Theben erwachen und das Leben in den Pyramiden kennenlernen, ist Alexander entfernt von ihnen gestrandet und der Wüste mit ihrer sengenden Gluthitze ausgesetzt.

Alexander kämpft sich auf der Suche nach Nic und Rosa, mit der Hoffnung Wasser und Nahrung zu finden, am Strand entlang. Die Frauen versuchen zur gleichen Zeit sich in der Gesellschaft zurechtzufinden, wobei schon bald mysteriöse Mordfälle Nics Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Meine Meinung

Die Steampunk-Krimi-Reihe von Jasmin Jülicher geht mit »Der Hüter – Stadt der Sande« in die dritte Runde und entführt die Leser*innen in eine Wüstenlandschaft und eine faszinierende Welt innerhalb der Pyramiden.

Nach ihrem letzten Abenteuer in der Vulkanstadt Narau sind Nic und Alexander getrennt voneinander gestrandet und so müssen sie sich in der neuen Umgebung zunächst einmal orientieren. Während Alexander sich auf der Suche nach Nic befindet und fast zu verdursten droht, wurde die Wissenschaftlerin von Amunet, der Königin des alten Theben, aufgenommen und in der Sicherheit der Pyramiden beherbergt. Doch eine Reihe von Todesfällen, die von Amarna, der Schwester und Hohepriesterin der Königin, einem Fluch zulasten geschrieben werden, erwecken ihre Aufmerksamkeit.

Die Toten haben die Gemeinsamkeit, dass sich ihre Adern schwarz verfärbt haben, was sie zugleich ganz leicht als Opfer eines Pharaonen-Fluches darstellen lässt, doch Nic mit ihrem wissenschaftlichen Verstand glaubt nicht daran und stellt, trotz der Gefahr für sich selbst, auf eigene Faust Nachforschungen an. Die Ermittlungen sowie die Beschreibung des eindrucksvollen Settings nehmen großen Raum im Roman ein, sodass mir die Figurenentwicklung ein bisschen zu kurz kommt.

Absolut toll fand ich die Herausarbeitung der Konflikte, die unweigerlich auftreten, wenn verschiedenen Welten aufeinanderprallen, wie hier die der gebildeten und selbstbewussten Wissenschaftlerin Nic und die Gesellschaft Thebens, die durch einen starken Glauben und die Verachtung von Frauen, die gehobene Positionen als Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen anstreben, sich schon im Grundsatz voneinander unterscheiden.

Während ich im zweiten Band »Der Hüter – Stadt der Asche« etwas die fantastische Steampunk-Note vermisste, wird nun hier wieder mit vollen Händen aus der Materialkiste geschöpft. In den Pyramiden gibt es geheime Gänge und Vorrichtungen die durch eine ausgeklügelte Mechanik aus Zahnrädern funktionieren und mit realen Abbildungen zu einem Gesamtbild verschwimmen, dass man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Wenn das keine tollen Bilder fürs Kopfkino sind! Das macht auch den Umstand wett, dass es mir nicht sonderlich schwer fiel den Drahtzieher der Morde zu erkennen.

Fazit

Das dritte Crime-Steampunk-Abenteuer von Alexander und Nic besticht mit einer orientalischen Note.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Meisterhafte Dark-Fantasy Unterhaltung!

Die Meisterin: Spiegel & Schatten
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Beschreibung

Die letzte Nachfahrin der Henkers-Familie Cornelius lebt in Leipzig und als dort eine junge Frau ermordet wird, die Mitglied eines Londoner Wicca-Covens ist, nimmt Geneve Kontakt mit dem ...

Beschreibung

Die letzte Nachfahrin der Henkers-Familie Cornelius lebt in Leipzig und als dort eine junge Frau ermordet wird, die Mitglied eines Londoner Wicca-Covens ist, nimmt Geneve Kontakt mit dem Vatikan-Polizist Alessandro Bugatti auf. Gemeinsam versuchen sie den Mord aufzuklären und hinter das Geheimnis der antiken Spiegel-Scherbe zu gelangen, die sie bei der Wicca gefunden haben.

Bereits in ihrer langjährigen Vergangenheit musste sich Geneve gegenüber mächtigen Kreaturen beweisen und sich gegen Arglist durchsetzen. Dieses Mal lauert der Feind in jeglichen Spiegelungen und lässt nichts unversucht, um zwischen Geneve und Alessandro Misstrauen zu säen.

Meine Meinung

Nach dem Hörspiel-Erfolg ist nun auch der zweite Roman »Die Meisterin – Spiegel & Schatten« im Droemer Knaur Verlag erschienen. Die phantastische Geschichte über eine Henkers-Dynastie, eine Familienfehde und mysteriöse Mordfälle mit einer toughen Titelheldin hat mich bereits in dem ersten Roman »Die Meistern – Der Beginn« in einen magischen Bann gezogen.

Die Fortsetzung über das spannende Leben der Meisterin Geneve Cornelius nimmt zusehend an Fahrt auf. Während im ersten Roman vieles über die Vergangenheit und Hintergründe der Arbeit und Stellung der Scharfrichter-Familie vermittelt wurde, steht nun ein actionreicher Plot im Vordergrund, der auch wieder über mehrere Handlungsebenen gesponnen wird.

Besonders die Entwicklung im gegenwärtigen Erzählstrang bekamen mit Thriller- und Grusel-Elementen einen angenehmen Nervenkitzel verpasst, der mich gebannt die Seiten umblättern ließ. Die Mischung mit den historischen Rückblenden war genau richtig dosiert und ergab im Gesamtpaket einen absolut unterhaltsamen Lesestoff. Allerdings haben mich auch dieses Mal die Unterbrechungen der auktorialen Erzählstimme von Geneves Mutter immer wieder herausgerissen. Komischerweise stört mich das in der Hörspiel-Version überhaupt nicht.

Zwischen den temporeichen Vorkommnissen wird die noch frische Freundschaftsbande und aufkeimende Liebe zwischen Geneve und Alessandro auf eine harte Probe gestellt. Die Beilegung der Fehde zwischen den Familien ist zum Greifen nahe, doch kann es den beiden gelingen, endlich Frieden zu säen, oder sind sie wie einst Romeo und Julia zum Scheitern verurteilt? Die Aufklärung der rätselhaften Mordfälle lassen jedoch kaum Zeit für andere Gedanken, immerhin sieht sich Genve einem mächtigen Wesen gegenüber und muss, um diesem beizukommen, einiges über Spiegel und ihre Kraft lernen.

Ein weiterer feiner Aspekt (vor allem für Heitz-Fans) kommt mit der Verknüpfung zu anderen Charakteren aus der Heitzschen Fantasy-Welt daher. Dieses Mal treffen wir z. B. einen alten Bekannten aus »Oneiros – Tödlicher Fluch« wieder. Aber auch wenn man die anderen Romane nicht kennt, gibt es bezüglich des Verständnisses keinerlei Schwierigkeiten.

Fazit

Fesselnde und actionreiche Fortsetzung in der Heitz genau die richtige Portion Nervenkitzel für Gänsehaut verabreicht. Meisterhafte Dark-Fantasy Unterhaltung!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 08.09.2020

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Eine bezaubernde Lovestory vor dem ganz und gar magischen Setting der »Grand Central Station« von New York City.

Mit dir für alle Zeit
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Beschreibung

New York City, 1937. Joe arbeitet in der Grand Central Station und begegnet eines Tages unter der berühmten goldenen Uhr der hübschen Nora, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Erst ...

Beschreibung

New York City, 1937. Joe arbeitet in der Grand Central Station und begegnet eines Tages unter der berühmten goldenen Uhr der hübschen Nora, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Erst auf den Tag genau ein Jahr später soll er die altmodisch gekleidete junge Frau wiedersehen. Noras Verschwinden gibt Joe Rätsel auf, doch sie geht im einfach nicht mehr aus dem Kopf. Als er ihre Nummer wählt, erfährt Joe, dass Nora bei einem Zugunglück vor zwölf Jahren verstorben ist. Durch ein Wunder kehrt sie fast jedes Jahr zurück. Joe sucht einen Weg, wie sie dennoch zusammen sein können.

Meine Meinung

Liebesromane sind selten auf meinem Lesestapel zu finden, doch die bezaubernde Beschreibung zu Lisa Grunwalds Buch »Mit dir für alle Zeit« hat mich durch den grandiosen Schauplatz New York City und die mystischen Einflüsse sofort angesprochen. Eigentlich hätte ich eine Art romantische Zeitreise Geschichte erwartet, doch ich wurde in dieser Hinsicht etwas überrascht.

Die Handlung nimmt in der geschichtsträchtigen »Grand Central Station« ihren Lauf, welche schlussendlich auch einen ganz eigenen Mikrokosmos in der pulsierenden Weltmetropole bildet.

Im Herzen des Bahnhofs treffen Joe und Nora aufeinander, deren Liebe sie noch vor große Herausforderungen stellen wird. Denn Nora verstarb bei einem tragischen Zugunglück am 5. Dezember 1925 und wurde wie durch ein Wunder in eine Welt zwischen Tod und Leben gezogen, welche es ihr ermöglicht unter gewissen Umständen zurück in die Gegenwart zu kommen.

Der Geschichte haftet durch diverse Aspekte ein besonderer Reiz an, zum einen das Zusammentreffen der liebevoll ausgearbeiteten Charaktere aus verschiedenen Jahrzehnten, das authentisch geschilderte Leben zur Zeit des Kriegs und vor allem die mysteriösen Einflüsse von Noras Geister-Existenz.

Für mich fühlte sich die Geschichte zeitweilig wie eine herrliche Verquickung aus »Die Frau des Zeitreisenden« und »Ghost – Nachricht von Sam« an, auch wenn es hier keine Zeitreisen in diesem Sinne gibt und auf Nora keine unerledigte Aufgabe wartet – außer zu Leben.

Ich mochte die Hintergründe der Charaktere sehr gerne und fand es unheimlich passend das in Nora, ein richtiges Flapper-Girl, eine Künstlerseele wohnt und sie mit ihrer modernen und unbeschwerte, ja lebenshungrige Art den Zeitgeist der Roaring Twenties in die unsichere Zeit kurz vor und mitten in die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges mitbringt. Joe hingegen stammt aus einer eher konservativen irischen Familie, in der Werte und Traditionen eine wichtige Rolle spielen und als sein Bruder Finn in den Kriegsdienst tritt, sorgt er voller Verantwortungsgefühl und Fürsorge für dessen Familie in Queens. Währenddessen avanciert seine Beziehung mit Nora zu einem Doppelleben, das sich im Stillstand der unvorhersehbaren Entwicklungen einer harten Probe ausgesetzt sieht.

Lisa Grunwald erzählt eine wundervolle Liebesgeschichte, die durch authentische Kompromisse einer Beziehung ebenso geprägt ist, wie von der speziellen Existenz Noras und den Einflüssen der damaligen Zeit. Es gibt die ein oder andere Länge in der Geschichte, was sich zwar vermeiden lassen hätte, dafür trägt dies wiederum zu der unsicheren und unvorhersehbaren Atmosphäre der Kriegsjahre bei. Die spiritistische Nuance der Geschichte sowie die bildliche Erzeugung des Settings haben mir unheimlich gut gefallen. Wäre ich noch nicht in New York und dessen Schauplätze verliebt, hätte sich das mit diesem Buch erfüllt.

Das verheißungsvolle Sonnenlicht der Manhattenhenge versprüht eine prächtige Magie und bekommt neben dem strahlenden Kernstück, der Grand Central Station, in »Mit dir für alle Zeit« einen wundervollen Auftritt verliehen. Zu gerne hätte ich noch mehr Details über das Wie, Warum und Weshalb erfahren – daher ließ mich das Ende der Geschichte auch etwas zwiegespalten zurück.

Fazit

Eine bezaubernde Lovestory vor dem ganz und gar magischen Setting der »Grand Central Station« von New York City.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

»En Garde!« ist ein wegweisendes Werk, das sicherlich betroffenen Frauen einen möglichen Ausweg aufzeigen kann.

En Garde!
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Meine Meinung

Die Facetten im Comic-Bereich sind äußerst vielfältig und so findet man nicht nur actionreiche Superhelden-Storys, unterhaltsame Fantasy oder Biographien, sondern auch durchaus Ausgaben ...

Meine Meinung

Die Facetten im Comic-Bereich sind äußerst vielfältig und so findet man nicht nur actionreiche Superhelden-Storys, unterhaltsame Fantasy oder Biographien, sondern auch durchaus Ausgaben in denen schwerere Themen, wie in diesem Fall sexuelle Gewalt, angegangen werden. Durch das kunstvolle Medium Comic erhält man einen außergewöhnlichen, berührenden und emotional ergreifenden Zugang zu dem Sujet.

Quentin Zuttion rückt in seinem Werk »En Garde!« die Geschichten dreier Frauen in den Fokus, die auf verschiedene Weise sexuelle Gewalt erfahren haben und nun in einem einjährigen therapeutischen Fechtkurs ihr Trauma aufarbeiten.

Die Wirkung der Geschichte entfaltet sich über die eindringlichen Illustrationen des Künstlers, die ohne viel Text auskommen und gerade dadurch eine besonders fesselnde Sogwirkung entwickeln. Nicht zuletzt trägt die minimalistisch gewählte Farbpalette für eine eindringliche Atmosphäre bei, die die Ängste der Frauen auf das Papier bannt.

Bei dem Fechtkurs lernen sich Lucie, Tamara und Nicole kennen und bei jeder hat sich ein anderer Reaktionsmechanismus durch die Gewalterfahrung in Gang gesetzt. Während die eine vor lauter Angst vor ihrem Ex-Mann mit einem Messer unterm Kopfkissen schläft, versucht die andere mit ihrer draufgängerischen und wütenden Art ihr Trauma und den Schmerz zu übertünchen und eine zieht sich immer mehr in sich selbst zurück bis jegliches Selbstwertgefühl zu verschwinden droht.

Gemeinsam und mit der Entwicklung, die sich mithilfe des therapeutischen Fechtens zu zeigen beginnt, kämpfen die Frauen um eine Zukunft, in der sie frei und glücklich leben können. Doch dafür müssen sie noch einmal all den Schmerz und die Auswirkungen auf ihre Familie hochholen und die Geschehnisse verarbeiten. Die Heilwirkung entfaltet sich zusehends und man kann verfolgen, wie die Frauen lernen bewusster mit ihren Gefühlen umzugehen, Angst zu überwinden und dadurch neuen Lebensmut schöpfen.

Der Zeichenstil von Quentin Zuttion ist skizzenhaft und durch eine feine Linienführung geprägt, die besondere Note bekommen die Illustrationen durch eine verwaschene Kolorierung verliehen. Richtig gut gefallen hat mir, dass die Panels nicht durch scharfe schwarze Linien getrennt wurden, sondern über einen weicheren Übergang in den Weißraum eingehen.

Fazit

»En Garde!« ist ein wegweisendes Werk, das sicherlich betroffenen Frauen einen möglichen Ausweg aufzeigen kann, aber auch Personen im Umfeld von Opfern sexueller Gewalt zu mehr Verständnis verhilft.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 04.09.2020

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