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Veröffentlicht am 19.11.2022

Toller weihnachtlicher Wohlfühlroman!

Weihnachtsküsse in Snowflake Valley
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"Weihnachtsküsse in Snowflake Valley" ist tatsächlich so winterlich-romantisch und idyllisch-heimelig wie der Buchtitel verspricht – ein ganz zauberhaftes Werk, mit dem man so richtig schön in (Vor-)Weihnachtsstimmung ...

"Weihnachtsküsse in Snowflake Valley" ist tatsächlich so winterlich-romantisch und idyllisch-heimelig wie der Buchtitel verspricht – ein ganz zauberhaftes Werk, mit dem man so richtig schön in (Vor-)Weihnachtsstimmung kommen und traumhaft entspannen kann. Was ich besonders geliebt habe?

Spontan fallen mir gleich mehrere Punkte ein:

x) das malerische Setting: eine verschneite Kleinstadt im landschaftlich wunderschönen U.S. Bundesstaat Montana, den ich (nicht nur dank Nicole Böhms Golden-Hill-Reihe) unbedingt selbst eines Tages erkunden möchte;

x) das Winter-Wonderland-Feeling - fast meinte ich, selbst durch den Schnee zu stapfen;

x) die durch und durch liebenswerten Haupt- und Nebenfiguren, die nachvollziehbar agierten und mit denen ich so gerne mitgefiebert habe (ja – es gab auch jemanden, den ich weniger leiden konnte, aber nicht auf dem Level von 'diese Person störte mich', sondern weil es die Rolle der Snowflake Valley'schen Zicke nun mal so vorsah, hehe);

x) die Tatsache, dass ein entzückender Vierbeiner wie Biggie nicht lediglich als Randelement fungierte bzw. nicht auf Gassi-Gänge reduziert worden ist;

x) die realistischen, oft von einem lockeren Humor geprägten Dialoge, die nie überzogen wirkten;

x) der angenehme, bildreiche Schreibstil, dank dessen stimmungsvoller Beschreibungen mein Kopfkino sofort auf Hochtouren lief – in Jareds Cottage würde ich übrigens SOFORT einziehen, mit oder ohne Internet!

Meine Highlights waren allerdings folgende:

x) Die herrlich klischeefreie, nicht überzogene Darstellung der Freundschaftsthematik. … es war so erfrischend, mal von Frauen zu lesen, die nicht permanent kichern, quietschen/quieken und sich Luftküsschen zuwerfen! Besonders gut gefiel mir, dass man sich in dem Trio, zu dem auch Sashas Mann Simon gehört, stets ehrlich und auf Augenhöhe begegnet. Hier wurde dem (erwachsenen) Alter entsprechend kommuniziert, nicht gezickt - so muss es sein.

x) Die Köstlichkeiten in Sashas Lokal »One More Bite«, wo ich garantiert Stammkundin wäre.

x) Jareds Reaktion in einer bestimmten Situation war so passend, dass ich ganz verzückt über diese Wendung war! Endlich mal ein Roman, in dem auch der Mann zeigen darf: So und nicht weiter, auch ICH habe (ein Recht auf) Gefühle und lasse mir nicht alles gefallen. Bravo! (Again: Ohne jegliche 'dramatische' Zickerei; ein Umstand, den ich sehr geschätzt habe.)

Der einzige Grund, warum ich nicht volle 5 Sterne vergeben kann, liegt darin begründet, dass ich mir gewünscht hätte, die unheimlich kreative Idee des Single-Adventskalenders wäre noch intensiver ausgeprägt gewesen bzw. etwas früher in die Story eingebunden worden. (Die Szene im Flugzeug, die Emma zu besagter Werbeaktion überhaupt erst inspirierte, fand ich übrigens großartig – ich musste gleichzeitig grinsen und mit den Augen rollen (nicht über Emma, sondern über einen Herrn namens Evan)). Aus dieser Szene stammt mein Lieblingszitat:

"Nicht bei jeder Singlebörse drehte es sich darum, einen Weg in den Mile High Club zu finden. Manche Menschen suchten einfach nur nach der großen Liebe. Jemandem, zu dem sie gehören konnten. Dem sie vertrauten. Der sie glücklich machte. In diesem letzten Monat des Jahres ging es um Vertrauen und Hoffnung, Glück und Zuversicht, und all diese herzerwärmenden Gefühle. Um kleine und große Wunder. Wäre es nicht das schönste Geschenk überhaupt, jemandem die Liebe unter den Weihnachtsbaum legen zu können?"

Abschließend noch ein paar Worte zur Covergestaltung: Hier wurde alles richtig gemacht. Ich liebe die winterlich kühlen Blautöne und die glänzenden Glitzerelemente - ein Weihnachtsroman darf und soll glitzern, was das Zeug hält!

(Ich erwähne speziell den Glanz lobend, weil dieser mir deutlich mehr zusagt als die losen Glitzerpartikel anderer Romancover, die bei jeder Berührung abbröseln und an den Fingern kleben bleiben). Das Innencover kann sich ebenfalls sehen lassen: Dort erwartet euch ein Eggnog-Rezept. (= Ein weiteres Plus, ich solche Extras!)


𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 4 ½ Sterne ✰ ✰ ✰ ✰

Für mich war es das erste Werk der Autorin, aber es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein. Klare Leseempfehlung für alle Fans von Feel-Good-Geschichten mit Kleinstadt-Flair und Christmas Feeling!

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Veröffentlicht am 19.11.2022

Emotional!

We Are Like the Sea
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Der emotionale und in ein verführerisch schimmerndes Cover gehüllte Auftakt der Like-Us-Trilogie hat mir richtig gut gefallen! Geschickt kombiniert die Autorin hier die Tropes Instant-Attraction und Enemies-to-Lovers, ...

Der emotionale und in ein verführerisch schimmerndes Cover gehüllte Auftakt der Like-Us-Trilogie hat mir richtig gut gefallen! Geschickt kombiniert die Autorin hier die Tropes Instant-Attraction und Enemies-to-Lovers, fügt der Love Story ordentlich Drama hinzu, und fertig ist der überzeugende New-Adult-Roman! Freut euch auf:

X) ein atmosphärisches, bildreich und detailliert beschriebenes, malerisches Setting;

X) tiefgründig ausgearbeitete, sympathische Hauptfiguren, die man ins Herz schließt und deren Gedanken und Taten nachvollziehbar wirken;

X) liebenswerte Nebenfiguren, die sich harmonisch in den Plot einfügen und die Hauptstory vorantreiben, statt nur schmückendes Beiwerk zu sein (- wäre schließlich recht sonderbar, wenn nur Lav und Jonne auf der Insel leben würden);

X) einen tollen Spannungsbogen - häppchenweise erfahren wir mehr über die tragischen Geschehnisse in der Vergangenheit;

X) ernste Themen, die der Romanze Substanz verleihen;

X) einen herrlich angenehmen Schreibstil, der euch tief in die Story abtauchen lassen wird.

Der einzige Grund, warum ich nicht volle 5 Sterne vergeben kann: Mir war die Tragik-Komponente bzw. der traurige Hintergrund zu präsent. Das Leid der Vergangenheit mag der Auslöser für die aktuellen Ereignisse gewesen sein, doch es war allgegenwärtig, überschattete das Hier und Jetzt. Ich hadere generell mit Geschichten, die (für meinen Geschmack) zu viel Tragik enthalten (z.B. Krankheit, Verlust, Verbrechen, etc.), daher fällt es mir immer schwer, solche Elemente auszublenden, und das wirkt sich letztlich auf meine Bewertung aus. Kurzum: Das ist mein persönliches Empfinden in puncto Tragik-Verträglichkeit - gut möglich, dass z.B. Fans von B. C. Cherry oder Emma Scott hier eher 5 Sterne vergeben würden.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Klare Empfehlung für New-Adult-Fans! Ich bin schon sehr gespannt auf die Folgebände, zum Glück erscheint "We Are Like the Sky" bereits am 21.02.2023.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Wirklich nicht schlecht, aber mit Liv wurde ich leider nicht warm

When the Night Falls
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First things first: Zunächst MUSS ich einfach die zauberhafte Gestaltung dieses Romans loben, da führt kein Weg dran vorbei. So hübsch! SOOO hübsch!! Nicht nur, dass Band 2 der Sommer-in-Kanada-Reihe von ...

First things first: Zunächst MUSS ich einfach die zauberhafte Gestaltung dieses Romans loben, da führt kein Weg dran vorbei. So hübsch! SOOO hübsch!! Nicht nur, dass Band 2 der Sommer-in-Kanada-Reihe von Carina Schnell mit Abstand einen der schönsten Buchschnitte hat, die ich je gesehen habe - nein, auch das Cover ist ein absoluter Eyecatcher! Ganz ehrlich, ich könnte es stundenlang ansehen und mich in den Tiefen des abgebildeten Sees verlieren. (By the way: SOLCHE Motive sollten meiner Meinung nach in den Warteräumen von Arztpraxen hängen: Bilder, die die Seele streicheln, die beruhigen und glücklich machen – nicht irgendwelche abstrakten Formen, just saying.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Buchhandlung irgendjemand diesem Werk vorbeigehen würde, ohne zumindest kurz innezuhalten und es zu bewundern, unmöglich! Ihr merkt schon: Ich bin hin und weg.

Von der eigentlichen Geschichte, einer zarten, eher ruhigeren Second-Chance-Romance, war ich hingegen nicht ganz so angetan, wie ich es gehofft hatte. … hauptsächlich aufgrund der weiblichen Hauptfigur, die mir ungemein egoistisch und unreif vorkam. Und da ich jemand bin, der Antipathie nur sehr schwer bis gar nicht ausblenden kann, konnte ich dieses Gefühl nicht abschütteln, es lag für mich wie ein Schatten über der gesamten Story.

Ich habe mir diesen Eindruck wahrlich nicht leicht gemacht und genau in mich hineingehorcht - was genau störte mich an Liv?

Nun, zum einen beschließt sie, ihrem langjährigen Jugendfreud (der sie so abgöttisch liebt, dass er den Rest seines Lebens mit ihr verbringen möchte) nicht mal mitzuteilen, dass sie von einer Uni im Ausland angenommen worden ist. Jeder, der selbst mal eiskalt von einer Trennung/ Abfuhr/ Enttäuschung erwischt worden ist, die er absolut nicht hatte kommen sehen, wird sich denken: 'Ach, SO fühlt sich das also für die andere Seite an, wenn man spontan jemandem den Boden unter Füßen wegzieht - völlige Gleichgültigkeit.'

Livs Einstellung lautet: Ich bin dann mal weg, direkt nach dem Abschlussball hüpfe ich in den Flieger. OMG, I can’t wait! Übrigens: Wäre cool, wenn wir vorher in der Nacht noch "irgendwann von der Tanzfläche verschwinden, um ein letztes Mal in den leeren Gängen unserer Highschool rumzumachen". Thanks, Babe.

… Geht es noch ICH-bezogener?!

Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst Mama eines kleinen Jungen bin und jetzt schon Angst davor habe, dass ihm eines Tages jemand das Herz brechen könnte - jedenfalls hatte Will von der ersten Seite an meine vollste Unterstützung. Bei der Szene, als seine Mutter ihn voller Rührung verabschiedet … "»Bello mio«" … schnüff! Ich fühlte es so sehr, hatte fast Tränen in den Augen. Kein Wunder also, dass ich klar auf seiner Seite stand und Liv kritisch beäugte. Wills Fassungslosigkeit und Bestürzung, seine (berechtigte) Wut über Livs Kaltschnäuzigkeit verstand ich jedenfalls gut:

"»Was ist mit mir? Soll ich einfach hier herumsitzen und auf dich warten, bis du dich ausgetobt hast? […]« […] Betreten sah ich zu Boden. So ungefähr hätte ich fast geantwortet […]"

Erneut grübelte ich. Vielleicht wollte die Autorin anhand Livs Verhalten aufzeigen, dass man an der Schwelle zum Erwachsensein durchaus den ein oder anderen Fehler machen kann – eventuell sogar machen sollte, um dadurch wichtige Erfahrungen fürs Leben (und über sich selbst) zu sammeln. Dass es okay ist, in diesem Alter noch eine gewisse emotionale Unreife zu haben, weil die eigene Persönlichkeit erst nach und nach zum Vorschein kommt – und man womöglich erst viel später erkennt, woran (bzw. an wem) das eigene Herz tatsächlich am meisten hängt. Diesen Gedankengang kann ich nachvollziehen, dennoch überwog bei mir schlichtweg das Mitleid für Will. (Damit sage ich nicht, dass er unfehlbar ist - auch er leistet sich später ein, zwei Schnitzer, aber eben nicht von gleicher Tragweite wie Liv.)

Erschwerend kam hinzu, dass Liv auch nach ihrer Rückkehr in die Heimat weiterhin hauptsächlich auf ihr eigenes Wohl bedacht war: Ihrer nächsten Bekanntschaft namens Björn (- "diesem unglaublich netten, gut aussehenden Mann, der mein fester Freund sein wollte" -) ergeht es schließlich nicht besser als Will anfangs – auch ihm verschweigt Liv bewusst die Wahrheit, wenn dies gerade bequemer für sie ist. (So viel zum Thema emotionale Reife. Wirklich viel dazugelernt in Sachen Ehrlichkeit hat sie während ihres Studiums jedenfalls nicht.)

Kurzum: Ich mochte Liv nicht.

Die Settingbeschreibungen hätten für meinen Geschmack gerne etwas intensiver sein können, denn das idyllische, malerisch gelegene Städtchen St. Andrews in New Brunswick, klingt wahrlich nach einem tollen Wohlfühlort. Solch ein Kleinstadt-Flair ist genau mein Ding, in Romanen wie auch im realen Leben. Die auf dem Innencover abgedruckte Landkarte gefiel mir ebenso prima wie der Schreibstil der Autorin, der unterm Strich gut und flüssig war.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Solide 3 ½ ✰ ✰ ✰
Ideal für New-Adult-Leser:innen und Kanada-Fans! Ich könnte mir gut vorstellen, dass mich die anderen Bände der Reihe mehr überzeugen werden, da es hier ausschließlich die weibliche Hauptfigur gewesen war, die mir das Leseerlebnis verhagelt hat. Klarer Fall von Geschmackssache; falls IHR Liv mögt, erwartet euch ein angenehmer Read.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Kurzweilige RomCom

Ein Wintertraum in London
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Dieser Roman war vor allem eins: witzig. Manchmal sogar auf dem Level von 'na, das wirkt jetzt fast ein wenig zu gewollt lustig', aber dennoch rundum unterhaltsam. Ich könnte mir vorstellen, dass eine ...

Dieser Roman war vor allem eins: witzig. Manchmal sogar auf dem Level von 'na, das wirkt jetzt fast ein wenig zu gewollt lustig', aber dennoch rundum unterhaltsam. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Verfilmung des Werkes eine herrlich amüsante RomCom ergeben würde - die ich mir definitiv anschauen würde.

Der Klappentext suggeriert eine süße, emotionale Geschichte, allerdings musste ich bei dieser Feel-Good-Story (die aus der Sicht des männlichen Protagonisten erzählt wird und nur zu Beginn zur Weihnachtszeit spielt bzw. sich über das Folgejahr erstreckt) weitaus häufiger grinsen als gerührt zum Taschentuch zu greifen. Tatsächlich blieb das ganz große Herzklopfen aus, doch die sympathischen Figuren entschädigten mich dafür mit jeder Menge Authentizität.

Nick und sein Mitbewohner aka bester Freund aka Ex-Arbeitskollege Matt sind wie Brüder und gehen dementsprechend unkompliziert miteinander um; sie hauen sich teilweise die dollsten Sprüche um die Ohren. Auch Nicks Gedanken (sowie generell alle Dialoge) sind sehr umgangssprachlich gehalten. Das meine ich nicht im negativen Sinne; sie sind nicht flapsig erzählt, sondern bestechen durch eine kreative Wortwahl, wirken absolut lebensnah und glaubwürdig. Sarah mochte ich unheimlich gerne und kann verstehen, dass Nick aufgrund ihrer bodenständigen, herzlichen Art direkt verzaubert war von ihrem Charme. Er geht entzückend mit ihrem jungen Sohn um - bei seiner ersten Begegnung mit Alfie musste ich schwer schlucken, so nahe ging mir die Verzweiflung des kleinen Knirpses.

Natürlich ist absehbar, wie das obligatorische Happy End aussehen wird, dennoch hätte ich mir bei der Auflösung des Konflikts etwas mehr Spannung gewünscht.

Meine Highlights waren die unerschütterliche Männerfreundschaft zwischen Nick und Matt sowie die Nebenfigur Izzy, die Nick (in seiner Santa-Rolle) als Elfe zur Seite gestellt wird und ihn mit ihrem spanischen Temperament zunächst ordentlich einschüchtert.

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 4 ✰ ✰ ✰ ✰
Das erhoffte romantische Londoner Weihnachtsflair fiel unterm Strich flach aus, doch ich habe mich dank der locker-flotten, humorvollen Schreibweise der Autorin bestens unterhalten gefühlt und mochte die Figuren. Daher gibt es von mir eine Empfehlung für alle Fans von kurzweiligen Unterhaltungsromanen.

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Veröffentlicht am 11.11.2022

Lockerer Weihnachtsread

Weihnachten in der kleinen Buchhandlung
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Endlich hielt ich mein erstes Werk der international gefeierten Bestsellerautorin Jenny Colgan, über deren Schreibstil ich schon so viel Positives gehört hatte, in den Händen! Ich liebe kuschelige Feel-Good-Stories ...

Endlich hielt ich mein erstes Werk der international gefeierten Bestsellerautorin Jenny Colgan, über deren Schreibstil ich schon so viel Positives gehört hatte, in den Händen! Ich liebe kuschelige Feel-Good-Stories und bin einer von den Menschen, die nicht nur das ganze Jahr über Lebkuchen naschen könnten, sondern auch von Januar bis Dezember von Herzen gerne in Weihnachtsgeschichten versinken – zu sagen, dass ich ein Faible für Weihnachtsromane habe, wäre eine böse Untertreibung. Theoretisch konnte ich mit diesem Buch also nichts verkehrt machen, richtig? Nun … ich wage es angesichts des Hypes um die Colgan'schen Werke kaum zu sagen, aber … um ehrlich zu sein … Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet. Mehr Gefühl (nicht nur in puncto Christmas Feeling), mehr Nähe (selbst die zwei plötzlich auftauchenden Love Interests blieben mir zu blass), und vor allem liebenswertere Figuren, denn mit den meisten von ihnen wurde ich a) erst recht spät und b) nur mittelmäßig warm.

Speziell mit der weiblichen Hauptfigur hatte ich meine liebe Not. Wer mich kennt, weiß: Wenn ich eine Figur nur bedingt leiden kann, fällt mir das Mitfiebern schwer. Dennoch hielt ich an meiner Hoffnung für eine romantische Storyentwicklung fest und gewöhnte mich mit der Zeit an Carmen, die mir anfangs wie eine personifizierte graue Wolke vorkam. Alles negativ, alles schlecht, alles buhuuu. Himmel, wenn jemand Weihnachtsstimmung und Christmas Magic nötig hatte, dann sie.

Herrlich ans Herz gehende, rührende Momente, wie ich sie in Romanen dieser Art eigentlich erwarte, waren zwar keine dabei, aber wenn man das Werk nicht durch die Brille eines Weihnachtsfans betrachtet, entdeckt man tatsächlich eine tiefgründige Story. Dafür muss man sich darauf einlassen, dass hier eben nicht die Romantik im Vordergrund steht, sondern eine komplizierte Schwesternbeziehung, die von Neid, unterschwelliger emotionaler Rivalität und Perfektionismus geprägt ist. Sofia steht on paper auf der Sonnenseite des Lebens – Top-Job, Top-Familie; Carmen dümpelt eher erfolglos durch den Alltag. Krasser könnte der Unterschied kaum sein.

Mein Highlight war die Dynamik zwischen Carmen und den Kindern ihrer Schwester, die bis dahin kaum einen Bezug zu ihrer Tante gehabt hatten. Die Thematik Buchhandlung hätte gerne etwas stärker ausgeprägt sein dürfen, dafür war ich mit dem Edinburgh-Flair sehr happy. Zudem hat es ein neues Wort auf meine "Liste schlauer Wörter, die ich in Büchern aufgeschnappt habe" geschafft: Ich kann nun damit glänzen, dass ich den Begriff Dendrologe (bzw. Dendrologie = die Lehre von Bäumen und Gehölzen) erklären kann – wieder was gelernt!

Die Covergestaltung gefällt mir super – sie passt ideal zum Genre und insbesondere die Farbe des (Sternen-)Himmels macht für mich das gewisse Extra aus.

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 3.5 ✰ ✰ ✰

Ich weiß nicht, woran genau es lag, aber mir fehlte der Cosy-Faktor. Unterm Strich war es ein unterhaltsamer, flüssiger und locker geschriebener Read. Vielleicht kann ich einen besseren Zugang zu den Figuren finden, wenn ich mir die Vorgängerbände der Reihe zu Gemüte geführt habe, wer weiß. (Bei »Weihnachten in der kleinen Buchhandlung« handelt es sich nämlich um den vierten Band der »Happy Ever After-Reihe«.) Für Schottland- bzw. Edinburgh-Fans sowie Kenner:innen der Reihe ist der Roman natürlich ein Muss.

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