"»Es ist ... kompliziert.«
»Nicht, wenn man jemanden liebt.«"
Auch mit dem dritten Band ihrer beliebten Lakefront-Billionaires-Reihe liefert uns Lauren Asher erneut eine kurzweilige, romantische Geschichte, ...
"»Es ist ... kompliziert.«
»Nicht, wenn man jemanden liebt.«"
Auch mit dem dritten Band ihrer beliebten Lakefront-Billionaires-Reihe liefert uns Lauren Asher erneut eine kurzweilige, romantische Geschichte, die sich wunderbar flüssig lesen lässt. Fake-Dating ist ja einer meiner Lieblingstropes, weshalb ich umso gespannter auf den Read gewesen war.
Im Mittelpunkt stehen Lily und Lorenzo, deren Geschichte abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt wird. Gerade Lorenzo bringt dabei auch eine emotionalere, verletzlichere Seite mit, die seiner Figur zusätzliche Tiefe verleiht, wobei ich mich mit Lily trotzdem mehr verbunden fühlte.
Der Schreibstil von Lauren Asher liest sich gewohnt routiniert, locker und humorvoll. Lebendige Dialoge sowie die aufgeheizte Dynamik zwischen Lily und Lorenzo sorgen immer wieder für charmante, aber auch gefühlvolle Momente. Die kleinen spanischen/italienischen Vokabeleinschübe habe ich als Sprachen-Liebhaberin natürlich besonders geliebt; sie verleihen der Geschichte noch einmal eine zusätzliche persönliche Note.
Weitere tolle Extras, die eine schöne Ergänzung darstellen und dem Werk einen besonderen Wiedererkennungswert geben:
❏ Illustrationen zu Beginn der Kapitel,
❏ Dating-App-Auszüge,
❏ regelmäßig eingestreute Textnachrichten.
Natürlich darf auch eine ordentliche Portion Spice nicht fehlen, und davon gibt es hier reichlich. Die Szenen sind geschmackvoll beschrieben, knisternd und definitiv "hot", ohne dabei übertrieben zu wirken.
Die Handlung selbst bleibt durchgehend unterhaltsam, mit einem gelungenen Zusammenspiel aus Romantik und ernsteren Themen wie Verlust, Zwangsstörungen oder den Herausforderungen rund um die Bürgermeisterwahl.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Fans von Lauren Asher sowie Leser:innen, die dynamisch erzählte, moderne Fake-Dating-Stories, freche, peppige Dialoge und spicy Romance mögen, werden hier ganz sicher auf ihre Kosten kommen. Ich habe mich auf jeden Fall super unterhalten gefühlt!
"»[…] erschafft man nicht einen Tyrannen, wenn man seine Wünsche erfüllt, bevor er sie äußert?« […] »Machiavelli sagt, Könige werden zu Tyrannen oder vom Thron gejagt. Wir erleben gerade, wie die Tudors ...
"»[…] erschafft man nicht einen Tyrannen, wenn man seine Wünsche erfüllt, bevor er sie äußert?« […] »Machiavelli sagt, Könige werden zu Tyrannen oder vom Thron gejagt. Wir erleben gerade, wie die Tudors sich zu Tyrannen erheben. Auch Anne erhebt sich zur Tyrannin. Und du, mein Kind, musst dafür sorgen, dass du mit ihnen aufsteigst.«"
Ich wusste, dass ich historische Romane liebe … und dass ich schon allein aufgrund meines damaligen Anglistikstudiums ein 500+ Seiten starkes Tudor-Epos genüsslich verschlingen würde, war absehbar - einfach genau my cup of tea. Dennoch war ich total geflasht à la: Wow, was für ein faszinierender Read!!
Schon das Cover mutet wie ein düsteres Gemälde an und gibt mir regelrechte Game-of-Thrones-Vibes (nur ohne Fantasy, versteht sich, aber mit mindestens ebenso viel Macht, Intrigen und Fallhöhe).
Der vorangestellte Stammbaum: Super hilfreich. All die Verbindungen, all die Ehefrauen Heinrichs VIII. … Da schaudert es einen doch schon vorab - schließlich waren das reale Frauen … die alles andere als ein höfisches Märchen erlebt, sondern stattdessen einen grausamen Tod gefunden haben.
Schreibstil: Was soll ich sagen … pure Schreibkunst! Die erzählerische Souveränität … die Detailtiefe … das feine psychologische Gespür, das zwischen den Zeilen mitschwingt … die emotionale Wucht … Philippa Gregory schreibt mit einer Intensität, die mich atemlos gemacht hat und nur so durch die Seiten fliegen ließ.
Ich hatte beim Lesen ununterbrochen einen Film vor Augen. Die royale Atmosphäre, die realistischen Dialoge … - Tatsächlich musste ich immer wieder an den fantastischen Film "The Other Boleyn Girl" denken, der mich schon vor Jahren begeistert und in die Tudor-Welt hineingezogen hatte. Als ich im Nachwort entdeckte, dass auch dieses Werk aus Gregorys Feder stammt, war das ein herrlicher Aha-Moment!
Immer wieder fragte ich mich während der Lektüre: Hätte ich dort überlebt? Würde ich dort leben wollen? Nein, definitiv nicht. Einen rauschenden Ball besuchen? Sofort. In Kerzenlicht eintauchen und in schicken Kleidern die ganze Nacht durchtanzen? Sehr gern. Aber dauerhaft am Hof präsent sein? Gefangen zwischen Intrigen, Heuchelei, Allianzen, religiösem Fanatismus, Machtspielen und dem ständigen Gefühl, niemandem vertrauen zu können?
"Bei Hofe kann man nie sicher sein, was der andere denkt. […] Es ist ein Spiel, an dem alle […] beteiligt sind, und sein Sinn besteht darin, den König glänzen zu lassen. […] und genau wie alle anderen habe ich gelernt, seiner Selbstsucht mit immer übertriebeneren Komplimenten zu begegnen."
Jeder Blick: ein mögliches Todesurteil. Der Hof lebt und er verzeiht keine Fehler - wenn du nicht funktionierst, schlimmer noch: wenn du versagst, frisst er dich auf. Man muss quasi in permanenter Alarmbereitschaft sein, darf niemals echte Gefühle entwickeln, da sie ohnehin enttäuscht werden würden, darf keine Freundschaften schließen, nur Bündnisse … kein Herz zeigen, nur Kalkül - nicht mal zwingend aus Bosheit, sondern aus purem Überlebenswillen. (Genau das zeigt Gregory übrigens meisterhaft: Wie schmal der Grat zwischen Anpassung und Mitschuld ist.) Kurzum: Ich glaube, ich wäre zu soft dafür gewesen.
Im Zentrum der Handlung steht Jane Boleyn (aka Lady Rochford), aus deren Perspektive in der Ich-Form erzählt wird. - Eine Frau, die die Geschichtsschreibung lange entweder zur mörderischen Intrigantin oder zur sexbesessenen Voyeurin erklärt hat. Hier setzt Gregory an: Sie nimmt die Projektionen männlicher Historiker und schenkt Jane etwas Radikales: Komplexität. Das informative Nachwort hat mich enorm beeindruckt. Differenziert beleuchtet die Autorin die historische Quellenlage und benennt klar, dass Janes Ruf bewusst geopfert wurde, um andere (- insbesondere Anne Boleyn und damit Elizabeth I. -) zu rehabilitieren.
Dieses fesselnde Werk ist weit mehr als ein historisches Drama, es ist eine Studie über Tyrannei. Henry VIII. erscheint hier nicht als schillernder, dreamy-aber-Bad-Boy-König, sondern zunehmend als das, was er war: ein gefährlicher, narzisstischer Machtmensch, der Institutionen verbiegt, Gesetze umschreibt und Loyalität einfordert, ohne sie zu erwidern.
"An Henrys Hof gibt es keinen Raum für subtile Politik und Überzeugungsarbeit; es geht nur darum, einen schwierigen Mann bei Laune zu halten und zu dulden, dass alle anderen Männer entmachtet sind."
"Normale Männer lieben die Jagd und den Jagderfolg. Bei ihm zählt aber nur die Jagd. Er will keinen Jagderfolg, er sucht keine Befriedigung. Er will suchen, immer nur suchen und niemals finden. […] eine treue, liebende Gemahlin bedeutet ihm nichts."
Für mich ist "Der letzte Verrat der Boleyns" ganz große historische Literatur. Ein rundum mitreißender, intelligenter, düsterer wie unterhaltsamer, politisch relevanter und emotional höchst intensiver Roman über Macht und Moral, Loyalität und Selbstschutz.
Passend zu diesem Gedanken habe ich euch abschließend noch meine zwei Lieblingszitate herausgesucht:
"Um einen Tyrannen zu besiegen, ist lediglich der Mut vonnöten, »Nein« zu sagen."
"Die Geschichte lehrt uns, dass wir den Mut finden müssen, andere zu verteidigen, genau wie die Institutionen und Traditionen unseres Landes, und zwar bevor die Gefahr unmittelbar und persönlich wird. Geht ein Tyrann erst einmal gegen uns vor, ist es zu spät. […] Sonst werden wir zum Schweigen gebracht […], und der Tyrann schreibt dann unsere Geschichte."
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein monumentales, packendes Highlight. Ich bin restlos begeistert! Und ich weiß jetzt schon: Ich werde noch viele weitere Romane von Philippa Gregory lesen!
Im Laufe der Jahre hat sich das Green-Valley-Universum ja bekanntlich zu einem Selbstläufer entwickelt und begeistert nach wie vor Fans von New-Adult-Romanen, mich selbst eingeschlossen - ich liebe die ...
Im Laufe der Jahre hat sich das Green-Valley-Universum ja bekanntlich zu einem Selbstläufer entwickelt und begeistert nach wie vor Fans von New-Adult-Romanen, mich selbst eingeschlossen - ich liebe die Charaktere der einzelnen Stories, den herrlichen Cozy-Smalltown-Vibe … überhaupt den wunderbaren Wohlfühlort in Colorado, den Bestsellerautorin Lilly Lucas für uns erschaffen hat.
Schon vor Jahren lernte ich "New Promises" als Hörbuch kennen und lieben - dass also die bezaubernde Schmuckband-Edition unbedingt bei mir zu Hause einziehen musste, stand außer Frage.
Auf die traumhafte Ausstattung brauche ich gar nicht weiter eingehen, oder? Es ist mit Abstand eines der schönsten Bücher, die je mein Regal geschmückt haben - besser geht es nicht, 10 von 10, just wow!!! Ich liebe alles an der Gestaltung - das gestanzte Cover, die Zeichnungen, den Farbschnitt, die bebilderten Kapitelanfänge, all die liebevollen kleinen Details … ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht sattsehen daran, und bin einfach nur dankbar, dieses hinreißende Schmuckstück mein Eigen nennen zu dürfen.
Interessanterweise fühlte sich die Geschichte von Izzy & Will für mich dieses Mal noch intensiver an - die Ausarbeitung der Figuren, der Handlungsaufbau, der angenehme Erzählton, die malerischen Beschreibungen, dank welcher man förmlich den Schnee in der Sonne glitzern sieht und sich nach Colorado sehnt …
Mein Herz ist ein bisschen schwerer bzw. voller nach der Lektüre, weil ich diesen wundervollen U.S. Bundesstaat, in dem ich einst ein Jahr lang leben und unvergessliche Erinnerungen sammeln durfte, mehr vermisse denn je. Zugleich wird dieses bittersüße Gefühl von einer tröstlichen Freude begleitet, da ich dank Lilly Lucas und Green Valley immer eine Möglichkeit haben werde, zumindest literarisch nach Colorado zurückzukehren (was im realen Leben aufgrund politischer Entwicklungen eventuell längere Zeit nicht der Fall sein wird).
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Von mir gibt es eine klare Empfehlung für alle Fans von herausragend geschriebenen, gefühlvollen Romanen, die geprägt sind von Authentizität, starken Charakteren, die man nicht vergisst, und einem Setting, welches man am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte.
Dieses Bilderbuch von Verena Linde ist mir - wie könnte es auch anders sein - zunächst wegen seines unglaublich niedlichen Covers ins Auge gefallen … und tatsächlich sind es vor allem die putzigen Illustrationen ...
Dieses Bilderbuch von Verena Linde ist mir - wie könnte es auch anders sein - zunächst wegen seines unglaublich niedlichen Covers ins Auge gefallen … und tatsächlich sind es vor allem die putzigen Illustrationen von Csilla Bandi, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem machen.
Die farbenfrohe Unterwasserwelt ist liebevoll und detailreich gestaltet, ohne überladen zu wirken. Gerade für kleine Unterwasserfans gibt es hier unglaublich viel zu entdecken: fröhliche Fische, Korallenriffe und allerlei Meeresbewohner laden dazu ein, immer wieder neue Kleinigkeiten zu erspähen. Für mich sind die Bilder ganz klar das Herzstück dieses Buches - sie sind einfach zuckersüß und tragen die Geschichte mit großer Leichtigkeit.
Entzückend fand ich auch die liebevoll gestalteten Innencoverseiten: Gleich zu Beginn werden alle Figuren vorgestellt, und am Ende gibt es nochmal kleine Sachtexte zu den einzelnen Meerestieren - ein tolles Extra, das Neugier weckt und spielerisch Wissen vermittelt. Die lustigen Namen der Figuren machen dabei zusätzlich Freude. Ein wenig schade fand ich lediglich, dass sich bei den Beschreibungen von den Korallen und dem Oktopus Oktavia zwei Sätze wortgleich wiederholen; das wirkte etwas unglücklich, fällt aber insgesamt kaum ins Gewicht.
Auch die gereimte Erzählweise war ein riesengroßes Plus, da mein kleiner Schatz das sehr mag und immer gut aufnimmt. Reime machen in meinen Augen das Vorlesen einfach lebendiger und eingängiger. Manche Verse wirkten auf mich zwar leicht holprig, insgesamt sorgt die Reimform aber für einen schönen Lesefluss. Die Altersempfehlung des Verlags (ab 4 Jahre) empfand ich als genau richtig.
Inhaltlich erzählt das Buch von der kleinen Meeresschildkröte Letti, die Freunde sucht und schließlich eine spontane Geburtstagsfeier bekommt, auch wenn niemand genau weiß, wann ihr Geburtstag eigentlich ist. Die Idee dahinter ist wirklich nett und kindgerecht. Mir persönlich erschien die Geschichte stellenweise etwas schlicht; die Begegnungen zwischen Letti und den anderen Meerestieren wirkten eher locker aneinandergereiht, und ich hätte mir etwas mehr Warmherzigkeit bzw. einen stärkeren Bezug zwischen den Figuren gewünscht, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Nichtsdestotrotz ist es ein rundum schönes Bilderbuch, das vor allem durch seine zauberhaften Illustrationen überzeugt und beim gemeinsamen Anschauen viel Freude bereitet.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Niedliche Figuren und viele Details zum Entdecken - kleine Tierfreunde werden hier sicher begeistert mit auf Tauchgang gehen.
Schon der catchy Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht: Ein ermordeter Schuldirektor, drei verdächtige Schüler und eine Geschichte, die Stück für Stück aus verschiedenen Blickwinkeln zusammengesetzt ...
Schon der catchy Klappentext hatte mich sofort neugierig gemacht: Ein ermordeter Schuldirektor, drei verdächtige Schüler und eine Geschichte, die Stück für Stück aus verschiedenen Blickwinkeln zusammengesetzt wird … das klang nach einem spannenden Jugendthriller mit Tiefgang. Wer hat Kenneth Moore wirklich getötet - und warum? Die Grundidee fand ich mega interessant, denn nicht nur die Tat selbst steht im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Vorurteile entstehen und wie schnell Menschen sich ein Urteil bilden.
Schon die ersten Seiten fügen sich zu einem Mosaik aus Stimmen zusammen, das ebenso fesselnd wie verstörend ist: Zeitungsberichte, Zeugenaussagen und Befragungsprotokolle … Jeder glaubt zu wissen, was passiert ist - doch jede Perspektive erzählt eine andere Geschichte. Was als Mordfall beginnt, entwickelt sich zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Schuld, Vorurteilen und gesellschaftlicher Ungleichheit.
Besonders auffällig: die Erzählweise mit den vielen (und ich meine: extrem vielen) unterschiedlichen Perspektiven. Einerseits kreativ - man bekommt einen umfassenden Einblick in die Welt der Figuren, nicht nur aus Sicht der drei Hauptpersonen, sondern auch durch sämtliche Stimmen aus ihrem Umfeld: von Mitschülern über Lehrkräfte bis hin zu Menschen aus dem Viertel. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild der Ereignisse - ein Puzzle aus Wahrnehmungen und Halbwahrheiten, das sich langsam zusammensetzt.
Gleichzeitig waren es für meinen Geschmack einfach zu viele Perspektiven. Obwohl die etlichen Stimmen interessant waren, fiel es mir schwer, eine echte Nähe zu den Hauptcharakteren aufzubauen. (Generell bin ich mit einigen Figuren emotional nicht warm geworden. Sie wirkten bewusst schwierig angelegt - was faktisch sicher gut zur Geschichte passt, trotzdem hätte ich mir unterm Strich Protas gewünscht, zu denen man irgendwann, irgendwie eine stärkere Verbindung aufbauen kann.)
Während der Lektüre kam mir mehrfach der Gedanke, dass der Stoff sich hervorragend für eine Verfilmung eignen würde. All die Perspektiven und Geheimnisse sind doch wie gemacht für spontane Szenenwechsel und visuelle Hinweise. Ich sag es frei heraus: In meinen Augen würde die Handlung als Film deutlich intensiver wirken.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Eine kreative, tiefgründige Story über Wahrheit & Wahrnehmung, Bildung & Macht (und darüber, wie schnell wir bereit sind zu glauben, dass wir jemanden kennen), die vor allem durch ihre Vielstimmigkeit besticht und sich daher speziell für Leser:innen eignet, die ungewöhnliche Erzählweisen mögen.