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Veröffentlicht am 31.01.2026

Mega kreatives Setting!

Illusion – A Lie Worth Believing
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"Das ist meine Chance. Wer bekommt schon die Gelegenheit, seine Träume zu leben und dafür auch noch so gut bezahlt zu werden, dass man mehr hat, als man je brauchte? Es klingt zu gut, um wahr zu sein. ...

"Das ist meine Chance. Wer bekommt schon die Gelegenheit, seine Träume zu leben und dafür auch noch so gut bezahlt zu werden, dass man mehr hat, als man je brauchte? Es klingt zu gut, um wahr zu sein. Und alles, was zu gut klingt, hat meistens einen Haken."

Schon beim Lesen des Klappentextes, der so unheimlich catchy klingt, fühlte ich mich sofort an den Film "Die Unfassbaren - Now You See Me" erinnert, und genau dieses Gefühl hat mich auch durch große Teile der Geschichte begleitet. Eine Zauber- und Illusionsshow in Las Vegas als Setting für einen New-Adult-Suspense-Roman? Ich feiere diese kreative Grundidee total, denn sie hebt sich inhaltlich wirklich komplett von der Masse der üblichen New-Adult-Romane ab - sehr erfrischend!

Mein größtes Highlight: Das Setting. Vegas-Vibes pur! Flirrend, laut, schillernd, voller Neonlichter, Versprechen, Intrigen und dunkler Schatten.

"Der Himmel färbt sich dunkelblau, gespickt mit den ersten Sternen, die gegen die Leuchtreklamen ankämpfen. Es ist früher Abend, aber Vegas kennt kein Dämmerlicht.
Hier ist alles sofort Nacht oder sofort Tag."

Die gesamte Show-Welt rund um "Illusion" ist extrem atmosphärisch, perfekt durchdacht. Besonders die technischen Details zur Magie und zu den Illusionen fand ich faszinierend, man merkt einfach, wie viel Arbeit und Recherche hier hineingeflossen sind.

Auch die Wortkunst der Autorin hat mich immer wieder begeistert. Janine Ukena schafft es, diese ganz besondere Stimmung von Las Vegas sprachlich unglaublich schön einzufangen, richtig poetisch. Einige Textstellen habe ich mir direkt markiert, weil sie so einnehmend waren und dieses Gefühl von Glanz, Täuschung und innerer Zerrissenheit perfekt transportiert haben.

"Draußen hat sich Las Vegas in eine andere Welt verwandelt. Die grellen Neonfarben, die tagsüber zu flüstern schienen, wirken jetzt ohrenbetäubend laut. In jedem Licht steckt ein Versprechen, in jedem Schatten eine Lüge, die schön genug ist, dass man ihr trotzdem glauben will. Die Stadt schreit - auf Leuchtreklamen, auf grellen Bildschirmen, in flackernden Hologrammen. Ich starre aus dem Fenster, als könnte ich in diesem Leuchten etwas finden, wodurch ich mich weniger fremd fühle."

Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus zwei Perspektiven: Stella und Levin. (Eine Ausnahme gibt's am Schluss, auf die ich aus Gründen der Spoilervermeidung hier nicht weiter eingehe.)

"Freundschaft fühlt sich für mich an wie ein Kleid, das ich nie ganz ausfülle. Zu viele Städte, zu viele Abschiede, zu viele leere Versprechen, dass man in Kontakt bleibt. Es ist nicht so, dass ich nichts über mein Leben teilen will ... es ist nur schwierig, Dinge festzuhalten, wenn man sein ganzes Leben darauf trainiert wurde, loszulassen."

Stella war mir von Anfang an sehr sympathisch, nahbar und authentisch, vor allem mit ihren Selbstzweifeln und dem Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören. Levin hingegen ist deutlich mysteriöser gezeichnet worden, moralisch grau, charismatisch und gleichzeitig mit Vorsicht zu genießen … und genau das macht ihn als Figur eigentlich ziemlich spannend. Stück für Stück erfahren wir mehr über seine Beweggründe, während sich parallel auch immer neue Fragen auftun.

Der Suspense-Faktor ist definitiv hoch, ich bin nur so durch die Seiten geflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter all den Geheimnissen steckt. Es gibt mehrere Twists, die mich wirklich überrascht haben, und auch das große Gesamtbild rund um die Show und die Vergangenheit der Figuren ist enorm spannend konstruiert worden. Der Cliffhanger am Ende ist wirklich gemein. … aber genau so, dass man Band zwei sofort lesen möchte.

Was für mich etwas hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist, war der Romance-Anteil. Obwohl ich beide Hauptfiguren mochte, konnte mich ihre Liebesgeschichte emotional nicht ganz so packen, wie ich es mir erhofft hatte. Die Romantik lief für mich trotz Instant Attraction rundum nebenbei und blieb stellenweise etwas blass. (Weil einfach alles andere so viel spannender war!) Auch die Nebenfiguren aus der Magiertruppe fand ich total interessant, aber sie standen insgesamt nicht so präsent im Vordergrund, wie ich es mir gewünscht hätte. To be fair: Rückblickend fühlte sich dieser Auftakt wie ein großes Kennenlernen an - aktuell/nach der Lektüre ist man noch am Rätseln - und dann, boom! … wird es in Band 2 so richtig zur Sache gehen, das ist meine Vermutung.

Für mich überwiegt ganz klar das Positive: Das Setting ist eine absolute Wucht, die Grundidee grandios, die Atmosphäre einzigartig und der Suspense-Part ungemein fesselnd.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein gelungener, ungewöhnlicher New-Adult-Suspense-Roman mit riesigem Potential - ich bin mega gespannt, wie all die offenen Fragen im zweiten Band aufgelöst werden. Zum Glück müssen wir nicht allzu lange warten, "Illusion – A Truth Worth Doubting" erscheint bereits im Mai 2026!

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Gelebte Geschichte

AUF MEINEM POSTEN
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"Gerade weil Kriege so grausam sind, ist es wichtig, alles zu tun, um den Frieden zu sichern. Das bedeutet, dass wir immer nach diplomatischen Lösungen suchen müssen, bevor militärische Machtmittel eingesetzt ...

"Gerade weil Kriege so grausam sind, ist es wichtig, alles zu tun, um den Frieden zu sichern. Das bedeutet, dass wir immer nach diplomatischen Lösungen suchen müssen, bevor militärische Machtmittel eingesetzt werden. Kompromisse liefern selten perfekte Lösungen, aber sie verhindern Kriege, Zerstörungen und den Tod von Menschen."

Einer meiner Vorsätze für 2026 lautete, mich in diesem Jahr stärker mit Themen auseinanderzusetzen, die ich lange vernachlässigt habe. - Politik gehört definitiv dazu. Weil sie wichtig ist. Weil sie unser aller Leben beeinflusst, ob wir wollen oder nicht. Und das vorliegende Werk hat mir auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie viel Menschlichkeit, Zweifel, Verantwortung und persönliche Geschichte hinter Entscheidungen stehen, die wir sonst nur als Schlagzeilen wahrnehmen.

Jens Stoltenberg schreibt nicht als Machtfigur, sondern als Mensch. Als Sohn, als Bruder, als Ehemann, als Freund, als jemand, der zweifelt, abwägt, leidet - und trotzdem Entscheidungen treffen muss, die das Schicksal von Millionen beeinflussen. Seine Erinnerungen aus zehn Jahren als Generalsekretär der NATO sind nicht nur politisch hochinteressant, sondern vor allem zutiefst menschlich.

Besonders berührt hat mich der Blick auf seinen Vater, auf die letzten gemeinsamen Stunden, auf die Gespräche über Krieg, Frieden, Hoffnung und Dialog. Ebenso die Erinnerungen an den Verlust seiner jüngeren, mit Drogenproblemen kämpfenden Schwester Nini.

"Die hübsche, poetische Nini, die kleine, bewegende Worte und Sätze hervorzaubern konnte und mit ihrer zierlichen Handschrift die prachtvollsten Postkarten schrieb. Als Jugendliche zeichnete sie und fertigte schöne Keramikfiguren an."

"Ich werde nie wirklich verstehen, warum es so kam, wie es kam. Nini und ich teilten uns ein Kinderzimmer und schliefen in Etagenbetten, ich oben, sie unten. Dieselbe Familie, dieselbe Schule, viele gemeinsame Freunde. Trotzdem verliefen unsere Leben so unterschiedlich. Ninis Leben blieb unvollendet, sie hatte viele Fähigkeiten, die sie nicht nutzte, so viel Potenzial, das nie eingelöst wurde, obwohl wir immer hofften, dass sie es schaffen würde, ein besseres und erfüllteres Leben zu führen."

Diese leisen, stillen Töne stehen in starkem Kontrast zu den nervenaufreibenden Gipfeltreffen, den Machtspielen, den historischen Reden und den politischen Krisen. Und genau darin liegt das Außergewöhnliche dieses Buches: Es zeigt, dass hinter jeder Entscheidung Menschen stehen … mit individuellen Geschichten, mit Familien, Ängsten und dem tiefen Wunsch, das Richtige zu tun.

Die Passagen über Trump, Merkel, Macron, über die schwierigen Nato-Gipfel, über Afghanistan, die Ukraine, China und den Terror, lesen sich stellenweise fast wie ein Polit-Thriller. "Unvorhergesehene Dinge konnten geschehen, egal, wie gründlich die Vorbereitungen waren."

Und doch verliert Stoltenberg nie den ruhigen, reflektierenden Ton. Alles ist klar, nachvollziehbar und auch für Leser:innen verständlich, die - wie ich - kein politisches Vorwissen mitbringen.

Mittendrin: das Kapitel Utøya. Noch immer bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an das grausame Attentat vom Sommer des Jahres 2011 denke. Die Erinnerung an die Opfer, an die betroffen Familien … und die Art, wie Stoltenberg über Demokratie und Zusammenhalt schreibt, hat mich tief bewegt. Seine Worte sind getragen von echter Überzeugung und Verantwortung.

Dieses Buch - ein hochwertiges Hardcover mit zahlreichen Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen im Innenteil - ist nicht nur ein Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen, weniger zu urteilen, mehr zu verstehen. Es zeigt, wie fragil Frieden ist … und wie wichtig Dialog, Mut und Mitgefühl bleiben. Es lehrt Demut.

Stoltenberg pendelt zwischen Weltpolitik und Alltagsbeobachtung, zwischen Konferenz und Gipfeltreffen, Ehe, Erinnerungen und einem derart hohen Verantwortungslevel, das wohl nur wenige Menschen freiwillig bereit wären zu übernehmen. Fachkundig, aber niemals langatmig, kalt, abgehoben oder unnahbar. "Konkrete Dinge, klare Antworten."

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Kein nüchternes Politbuch, sondern ein sehr persönliches Zeitzeugnis, das verständlich, ehrlich und reflektiert erzählt ist.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Kreativ, spannend und mit wichtiger Thematik

Remember, Remember - Denn keine Tat ist je vergessen
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Schon mit ihrer Matching-Night-Dilogie hatte Stephanie Hasse mich damals vollkommen begeistert, weshalb ich sehr gespannt auf ihr neues Werk war - und ich kann direkt sagen: Auch diesmal hat sie mich wieder ...

Schon mit ihrer Matching-Night-Dilogie hatte Stephanie Hasse mich damals vollkommen begeistert, weshalb ich sehr gespannt auf ihr neues Werk war - und ich kann direkt sagen: Auch diesmal hat sie mich wieder überzeugt.

Zunächst ein paar Worte zur Optik:
Die weinrote Coverfarbe wirkt gleichzeitig geheimnisvoll und elegant - ein perfektes Match zur elitär-mystischen Atmosphäre der Geschichte, ebenso die große, ungeschnörkelte Schrift des Buchtitels. Farbschnitt: Wunderschön! Auch die Gestaltung der Innenseiten gefiel mir total (Charaktertexte sowie kleine Details zum Mireille-Zug).

Der rundum mitreißende, lebendige und routinierte Schreibstil der Autorin - just wow! (Erzählt wird aus zwei Perspektiven.) Ich war von der ersten Seite an gefesselt und habe das Buch tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen, was in meinem aktuellen Alltag wirklich etwas heißt.

Das hier ist nicht einfach nur eine kreative Story à la "Gefahr im Luxuszug" , sondern ein emotionaler Konflikt, der aus Schuld, Angst, Machtmissbrauch, Liebe und Verzweiflung entsteht. Ein Klassentreffen in einem schicken Zug, der hundert Stunden ohne Halt quer durch Europa rast = ein abgeschlossenes Setting, das schnell eine beklemmende, fast klaustrophobische Atmosphäre entwickelt. Grandiose Location! Von wegen "Wunder" (Mireille) - hinter der glitzernden Fassade lauern Geheimnisse, alte Verletzungen, Machtspiele und eine stetig wachsende Bedrohung. Gerade dieser Kontrast zwischen oberflächlichem Luxus und innerer Dunkelheit bzw. Ungewissheit hat mich total angesprochen.

Mein Highlight des Ganzen war tatsächlich der Thrill-Anteil. (Für mich steht bei Romantic Suspense so gut wie immer die Spannung im Vordergrund, und die Romanze passiert eher "nebenbei". Genau so habe ich es hier auch empfunden.) Die Geschichte lebt von ihrer düsteren Grundstimmung, den Rätseln, den Enthüllungen und der stetigen Unsicherheit. Die Spannung baut sich konstant auf und hält sich bis zum Schluss. Für mich mich blieb dies der wahre Kern der Story: der tragische Hintergrund, der sich nach und nach offenbart.

Dennoch: Auch wenn mein Fokus nicht primär auf ihrer Liebesgeschichte lag, waren mir die beiden Hauptfiguren Lara und Aarón gleich sympathisch. Ihre Annäherung und die brodelnde Chemistry zwischen ihnen kam herrlich intensiv und mitunter sehr (gelungen) spicy rüber. Ich sage nur: Forced Proximity, Only One Bed, Rivals to Lovers!

Der Plot ist kreativ, stark, komplex und gut durchdacht. Nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen, und je mehr man erfährt, desto tragischer wird das gesamte Geflecht aus Geheimnissen.

Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig ich die zentrale Grundidee finde, die ein sehr ernstes und bedeutsames Thema aufgreift. Dass dieses Thema hier überhaupt Raum bekommt, verdient vollen Respekt! Ich wünschte wirklich, wir würden öfter in Romanen darüber lesen, da es im wahrsten Sinne das Leben eines Menschen verändern, retten kann.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein fesselnder, dynamischer Read, der mich bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat - thematisch bedeutungsvoll, atmosphärisch, rasant, emotional, düster, knisternd und voller Geheimnisse und Nervenkitzel. Klare Leseempfehlung für alle, die Romantic Suspense mit Tiefgang lieben.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Blick hinter die Kulissen von Reality TV

Was die Nacht nie vergisst
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Ich wollte dieses Buch vor allem wegen des Reality-TV-Settings lesen, denn wer mich kennt, weiß : diese Welt fasziniert mich einfach. Die glitzernden Inszenierungen ebenso wie die dunklen Seiten hinter ...

Ich wollte dieses Buch vor allem wegen des Reality-TV-Settings lesen, denn wer mich kennt, weiß : diese Welt fasziniert mich einfach. Die glitzernden Inszenierungen ebenso wie die dunklen Seiten hinter der Kamera. Serien, Filme, Shows - alles, was sich mit Medien und Öffentlichkeit beschäftigt, hat für mich seit jeher eine ganz besondere Anziehungskraft. Als ich dann gelesen habe, dass dieser Roman genau dort ansetzt, war klar: Das möchte ich lesen.

Und eines vorweg: Justine Pust schreibt atmosphärisch, bildreich und mit einem sehr klaren, eigenen Ton. Ihr Stil trägt mühelos durch die Seiten, und gerade die ersten Kapitel haben mich sofort abgeholt.

Das Setting der Reality-Show ist detailgetreu, realistisch und erschreckend glaubwürdig. Man spürt, dass hier viel Recherche und Herzblut hineingeflossen sind, besonders in die Darstellung der TV-Welt hinter den Kulissen.

Die Grundidee: Grandios! - Mona, die Protagonistin, ist eine starke, (zu Recht) wütende Figur. Ihr Antrieb ist nicht Ruhm oder Geld, sondern die Suche nach der Wahrheit. Ihre beste Freundin Fine ist nach der Teilnahme an einer Show nicht mehr dieselbe, und Mona will herausfinden, warum.

Was mich allerdings persönlich etwas auf Abstand gehalten hat, war die sehr direkte, von Beginn an präsente "Me-too"-Thematik. Die Botschaft selbst ist super wichtig, keine Frage, nur die Umsetzung geschah mir hier einen Tick zu frontal … sehr eindeutig und ohne Zwischentöne. Ich hätte mir hier mehr Subtilität, mehr Spannung im Aufbau, vielleicht einen kreativeren Weg in diese Thematik hinein gewünscht. Stattdessen wusste ich früh, wohin die Reise geht, und das hat für mich einen Teil der emotionalen Wucht genommen.

Der Suspense-Anteil hingegen ist stark. Düster, beklemmend, stellenweise kaum auszuhalten und voller Abgründe. Das Buch schreckt definitiv nicht davor zurück, sehr schwere Themen aufzuzeigen. Mein Ratschlag: Bitte beachtet unbedingt die Liste sensibler Inhalte im Anhang.

Die Liebesgeschichte konnte mich nicht 100%ig catchen, leider. Sie war da, hatte auch durchaus ihre Momente, aber das ganz große Gefühl, das Prickeln blieb für mich aus. Ich habe die Verbindung zwischen Mona und Samu eher verstanden als gefühlt - vielleicht weil ich von Anfang an hauptsächlich auf die Enthüllung der Hintergründe/den Suspense-Aspekt fokussiert war.

Was mir dafür wieder sehr gefallen hat:
❏ das realistische Show-Setting
❏ die finnischen Vibes und das bildreiche Szenario
❏ das wunderschöne Innencover mit den Steckbriefen
❏ die Themenvielfalt, die weit über Romance und Me too hinausgeht: Tierliebe/Tierschutz, freundschaftlicher Zusammenhalt, Umgang mit Verlust, Schuld, Frauenpower, …

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Interessanter NA-Roman der etwas anderen Art - dafür mit einer umso wichtigeren Message.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Toller YA-Read - nur Dera war nicht so meins 🙈

Run Like A Girl
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"Run Like a Girl" startet direkt mit viel Energie und trägt eine starke, aktuelle Botschaft mit sich - dennoch hat mich dieser YA-Read mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Aber der Reihe nach.

Im Mittelpunkt ...

"Run Like a Girl" startet direkt mit viel Energie und trägt eine starke, aktuelle Botschaft mit sich - dennoch hat mich dieser YA-Read mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Aber der Reihe nach.

Im Mittelpunkt steht Chidera (= Dera), ein Mädchen mit einem großen Traum: Sie will es über den Sport aufs College und bis zur Olympiade schaffen. Leichtathletik ist ihr Halt, ihr Ziel, ihr Antrieb. Als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie vorübergehend zu ihrem entfremdeten Vater nach Texas ziehen muss, bricht für Dera eine Welt zusammen. Vier Stunden entfernt, in einer schicken Villa in Harmony Hills, trifft sie auf einen Vater, den sie kaum kennt … und auf eine völlig neue Realität.

Was mir von Anfang an unglaublich gut gefallen hat, ist der lebendige, moderne, flüssige, wirklich gelungene, rundum mitreißende Schreibstil. Das Buch liest sich locker und leicht, schnell und gleichzeitig auch mit Tiefe - genau so, wie man es sich von einem zeitgemäßen Jugendroman wünscht. Auch das peppig gestaltete Cover mit seinem comicartigen Stil passt perfekt zur Geschichte und spiegelt ihre Energie wunderbar wider.

In Harmony Hills stellt Dera schnell fest, dass es für Mädchen kein Laufteam gibt. Also trainiert sie fortan mit den Jungs - und stößt damit bei vielen auf Misstrauen oder direkte Ablehnung. Was in Bezug auf Deras Wesen zunächst nach Mut und Durchhaltevermögen klingt, wird schnell zu einem täglichen Spießrutenlauf: Konfrontationen, Gerüchte, Neid und offenes Mobbing begleiten sie auf jedem Schritt.

Hier setzt der Roman an vielen wichtigen Stellen an: Er thematisiert Diversity, kulturelle Unterschiede, Rassismus, Body-Themen wie Körperbau, Haare, etc., Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Das geschieht auf eine sehr zugängliche, greifbare Weise, ohne belehrend zu wirken. Besonders das Thema Mobbing wird ernst genommen und zeigt, wie verletzend und zerstörerisch Worte und Taten sein können.

Dera selbst ist eine Kämpferin. Sie gibt nicht auf, sie läuft weiter, sie glaubt an sich, auch wenn alles gegen sie zu sprechen scheint … das hat mich beeindruckt. Und doch war genau SIE für mich der Knackpunkt dieses Romans. - So nachvollziehbar ihre Gedanken und Ängste auch geschildert werden - als Figur blieb sie mir emotional fern. Dera ist sehr ichbezogen, oft enorm egozentrisch und stellt ihre eigenen Bedürfnisse fast immer über alles andere. (Das wird sogar im Buch mehrfach von anderen Charakteren angesprochen.)

Besonders schwierig fand ich ihren Umgang mit dem Thema Mobbing. Dass sie sich wehrt, ist absolut richtig. Doch die Art, wie sie es tut - z.B. indem sie ihrer Widersacherin die Haare abschneidet - wirkte auf mich problematisch und hat bei mir ein ungutes Gefühl hinterlassen Gerade weil sie selbst weiß, wie schmerzhaft so eine Erfahrung ist, hätte ich mir hier eine andere, stärkere, vorbildlichere, sensiblere Lösung gewünscht.

Was ich wiederum sehr mochte, war die intensive Schilderung der Familien-Dynamik. Die Beziehung zu ihrem Vater, die langsame, vorsichtige Annäherung, die unausgesprochenen Verletzungen zwischen ihnen allen (Dera & ihrem Vater, ihrem Vater & ihrer Mutter) - all das las sich emotional und glaubwürdig. Mein Highlight: Joyce, die neue Freundin ihres Vaters - so liebenswert, warmherzig, unterstützend und voller Licht. Ohne sie hätte dieses Buch ein Stück Seele verloren.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein wichtiger, dynamisch-kraftvoller Jugendroman mit aktuellen Themen, viel Herz und einem großartigen Schreibstil. Für mich hätte er ein echtes Herzensbuch werden können, wenn ich mich der Hauptfigur emotional näher gefühlt hätte. So bleibt es ein gutes, berührendes Buch mit Luft nach oben, das ich gerne weiterempfehle.

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