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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Solider Western-Read mit viel Potential

Ransom Canyon
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Der Auftakt dieser neuen Western-Romance-Reihe klang unglaublich reizvoll für mich (- ich liebe ja Serien à la "Yellowstone" -) … und kann definitiv mit viel Atmosphäre, Small-Town-Vibes und einem dramatischen ...

Der Auftakt dieser neuen Western-Romance-Reihe klang unglaublich reizvoll für mich (- ich liebe ja Serien à la "Yellowstone" -) … und kann definitiv mit viel Atmosphäre, Small-Town-Vibes und einem dramatischen Einstieg punkten.

Den soliden Schreibstil von Jodi Thomas habe ich als ruhig und bildhaft empfunden; man spürt sofort Staub, Weite und die emotionale Schwere, die über dem texanischen Canyon liegt. Gerade der Beginn rund um Staten Kirkland und den Verlust seiner Frau und seines Sohnes ist eindringlich und emotional erzählt.

Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven geschildert (Staten, Lauren, Yancy ..), was einerseits Abwechslung reinbringt, andererseits aber auch dafür sorgt, dass die Handlung eher gemächlich voranschreitet. Vieles läuft parallel ab, die Familien sind miteinander verwoben, jeder kennt jeden, und genau daraus entstehen diese typischen Small-Town-Momente, die sicher viele Leser:innen schätzen werden.

Laurens Perspektive hat mir von allen Charakteren eindeutig am besten gefallen; sie wirkte frisch, lebendig und emotional greifbar. Insbesondere die Ereignisse rund um das verlassene Haus und die Folgen daraus hatten echte Spannung, ebenso die Dynamik innerhalb ihrer Family, Stichwort: Margaret. Auch Yancys Geschichte war interessant angelegt und hatte Potential, mit ihm wurde ich allerdings bis zuletzt nicht vollständig warm.

Ähnlich erging es mir mit der Liebesgeschichte zwischen Staten und Quinn, leider. Die Annäherung, gerade vor dem Hintergrund von Quinn als bester Freundin der verstorbenen Ehefrau, blieb für mich emotional zu distanziert. Auch der vergleichsweise frühe körperliche Aspekt fühlte sich für mich nicht wirklich verdient oder aufgebaut an, sodass der Funke beim relativ frühen Spice (und auch später) einfach nicht überspringen wollte.

Insgesamt ist das Werk ein gemächlicher Western-Roman mit modernen Elementen und starken Ansätzen, der sich gut lesen lässt und vermutlich hervorragend als Verfilmung funktioniert - meine Neugier auf die Netflix-Serie wurde auf jeden Fall geweckt. Auf emotionaler Ebene hat mich das Buch jedoch nur semi erreicht.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein solides Leseerlebnis für Fans von Western-Romantik und Kleinstadtgeschichten, für mich persönlich mit Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Farbmagie

Until We Shatter
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"Until We Shatter" von Kate Dylan ist ein Romantasy-Titel, der mit einer wirklich spannenden Grundidee und einem sehr modernen, flotten Schreibstil startet, mich am Ende aber leider nicht ganz so packen ...

"Until We Shatter" von Kate Dylan ist ein Romantasy-Titel, der mit einer wirklich spannenden Grundidee und einem sehr modernen, flotten Schreibstil startet, mich am Ende aber leider nicht ganz so packen konnte, wie ich es mir erhofft hatte.

Was mir sofort positiv aufgefallen ist: Der klare Schreibstil - locker und angenehm modern, ohne übertriebenen Teenie-Slang. Besonders die direkte Ansprache der Lesenden (à la 'nicht, dass ihr denkt …' etc.) verleiht dem Ton eine gewisse Frische und sorgt dafür, dass man schnell mitten im Geschehen ist.

Auch der Einstieg ist rasant, man wird ohne große Vorrede in die Handlung geworfen, was ich grundsätzlich sehr mag. Zudem ist das Worldbuilding rund um die Farbmagie echt kreativ angelegt.

Optisch ist das Buch ein totaler Hingucker; Cover, Farbwahl und Farbschnitt sind wunderschön und absolut stimmig zur Geschichte.

Inhaltlich fand ich die Idee rund um Halbschatten, Nuancen und das komplexe Magiesystem zwar spannend, gleichzeitig aber auch ein wenig (über-)fordernd. Gerade zu Beginn prasseln viele Informationen zur Farbmagie, politischen Strukturen und Regeln dieser Welt auf einmal auf einen ein, was für mich stellenweise etwas too much wirkte. Ich musste öfter einen Moment stoppen, um alles richtig einzuordnen.

Auch mit den Figuren bin ich leider nicht ganz warm geworden. Cemmy ist keine unsympathische Protagonistin, dennoch blieb für mich eine gewisse emotionale Distanz bestehen. Ich hätte mir insgesamt tiefgründiger ausgearbeitete Charaktere gewünscht, um stärker mitzufühlen und wirklich mitzufiebern. Ähnlich ging es mir mit der Romance-Komponente: Die Dynamik zwischen Cemmy und Chase ist durchaus interessant angelegt, konnte mich emotional aber nicht vollständig abholen. Einige Wendungen, die vermutlich überraschen sollten, habe ich zudem relativ früh kommen sehen.

Unterm Strich ist die Story ein absolut solides, ideenreiches Romantasy-Werk mit einem frischen Ton, spannenden Ansätzen und einer außergewöhnlichen Welt. Für mich persönlich fehlte es jedoch etwas an emotionaler Tiefe, Charakterbindung und erzählerischer Spannung, um mich komplett zu überzeugen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Kann man gut lesen. Wer kreative Magiesysteme, schnelles Erzählen und Enemies-to-Lovers-Vibes mag, kommt hier sicher auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Tolle Romanidee

Die Reise der verlorenen Worte
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Die tolle Grundidee dieses Romans hatte mich von Anfang an berührt. Eine junge Frau, die in einer Poststation arbeitet und sich jenen Briefen widmet, die als unzustellbar gelten - das ist ein Konzept, ...

Die tolle Grundidee dieses Romans hatte mich von Anfang an berührt. Eine junge Frau, die in einer Poststation arbeitet und sich jenen Briefen widmet, die als unzustellbar gelten - das ist ein Konzept, das mir (als passionierte Briefeschreiberin) einfach sofort ans Herz geht. Ich musste unweigerlich an einen meiner Lieblingsfilme denken ("Briefe an Julia") … und an eine Zeit, in der das Schreiben von Postkarten und Briefen ganz selbstverständlich zum Leben gehörten.

Janne nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Mit viel Feingefühl und Beharrlichkeit versucht sie, verlorenen Worten doch noch ihr Ziel zu ermöglichen. Dieser Gedanke, dass ein Brief ein ganzes Leben verändern kann, ist wunderschön und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Besonders dieser Aspekt hat mich angesprochen und war für mich der größte Pluspunkt des Romans.

Die Geschichte bewegt sich ruhig zwischen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von Schuld, Zerwürfnissen und zweiten Chancen. Allerdings war mir der Erzählfluss stellenweise etwas zu langatmig, und die Wechsel zwischen den Zeitebenen wirkten auf mich gelegentlich abrupt. Insgesamt fehlte mir ein wenig die Spannung - nicht im Sinne von Action, sondern emotional.

Mit Janne als Hauptfigur bin ich leider nicht ganz warm geworden. Sie ist keineswegs unsympathisch angelegt, dennoch blieb für mich eine gewisse Distanz bestehen, sodass ich keine echte Nähe zu ihr aufbauen konnte. Vielleicht war es genau das, was dazu geführt hat, dass mich die Geschichte nicht so tief berührt hat, wie ich es mir aufgrund der großartigen Idee gewünscht hätte.

Nichtsdestotrotz ist "Die Reise der verlorenen Worte" ein nachdenklicher Roman mit einer sehr kreativen Grundidee und einem stimmungsvollen Cover.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Wer ruhige, unaufgeregte Geschichten mag, sich für Briefe, Schicksale und Zwischentöne interessiert und keine große Dramaturgie erwartet, wird hier sicherlich fündig. Für mich war es ein solides, angenehmes Leseerlebnis mit viel Potential.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Sympathisch, interessant, ehrlich

Unerwartet
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Mit "Unerwartet - Mein Leben" habe ich mich auf eine Autobiografie eingelassen, ohne erklärter Fan von Howard Carpendale zu sein. Einige seiner Lieder kennt man zwangsläufig, doch ausschlaggebend für meine ...

Mit "Unerwartet - Mein Leben" habe ich mich auf eine Autobiografie eingelassen, ohne erklärter Fan von Howard Carpendale zu sein. Einige seiner Lieder kennt man zwangsläufig, doch ausschlaggebend für meine Lektüre war vor allem meine wachsende Begeisterung für Non-Fiction (insbesondere Biografien) sowie meine Liebe zur Musik an sich. Entsprechend offen und neugierig bin ich an dieses Buch herangegangen.

Inhaltlich bietet die Autobiografie vieles, was ich als sehr gelungen und interessant empfunden habe. Besonders die Schilderungen seiner Kindheit in Südafrika und seiner Jugend in England haben mich gleichermaßen berührt wie beeindruckt. Die Erfahrungen im Schatten der Apartheid, die frühen Prägungen, aber auch der Weg in ein neues Leben und schließlich zum beruflichen Erfolg werden eindrucksvoll erzählt. Gerade diese Passagen haben Tiefe, historische Relevanz und persönliche Ehrlichkeit. Auch Einblicke in sein Privatleben, seine Beziehungen, seine Fehler und Zweifel wirken offen und stellenweise selbstkritisch - etwa, wenn er seinen eigenen Pragmatismus oder schmerzhafte Fehlentscheidungen nicht beschönigt.

Sehr positiv hervorheben möchte ich zudem die zahlreichen Fotografien (sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß). Sie verleihen dem Buch eine zusätzliche emotionale Ebene und machen die Lebensstationen greifbarer. Auch die Widmung hat mich enorm angesprochen: ruhig, nachdenklich und dem Wunsch nach Frieden:

"Ich widme dieses Buch keinem einzelnen Menschen, ich widme es dem Frieden, der Vernunft. Möge diese Welt wieder vernünftig und friedlich werden."

Was mich jedoch zunehmend irritiert hat und schlichtweg nicht meins war, ist der mitunter stark politische Ton des Buches. Die wiederkehrenden politischen Einordnungen (Anti-Trump-Passagen etc.) empfand ich als sehr dominant, stellenweise belehrend und moralisch aufgeladen. Hier hatte ich oft das Gefühl, dass diese Einschübe mehr Raum einnehmen, als es der autobiografischen Erzählung guttut. Persönliche Haltung ist legitim und wichtig, doch in dieser Häufung wirkte sie auf mich eher ermüdend als bereichernd.

Auch einzelne Episoden - speziell die ausführliche Schilderung seiner Erlebnisse rund um den 11. September - empfand ich als unglücklich platziert und teilweise effektheischend. Natürlich darf und soll dieses Ereignis erwähnt werden, wenn es Teil der eigenen Lebensgeschichte ist. In der konkreten Darstellung hatte ich jedoch den Eindruck, dass weniger mehr gewesen wäre und dass diese Passagen der Gesamtwirkung des Buches keinen wirklichen Mehrwert verleihen.

So bleibt für mich ein ambivalenter Eindruck zurück: "Unerwartet" ist sehr stark, bewegend und lesenswert - insbesondere dort, wo Howard Carpendale von Herkunft, Verlust, Liebe, Fehlern und seinem Werdegang erzählt. Gleichzeitig steht sich das Buch durch seinen politischen Anteil stellenweise selbst im Weg.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Insgesamt eine interessante, gut ausgestattete Autobiografie mit vielen gelungenen Momenten, die mich inhaltlich durchaus abgeholt hat, mich emotional aber nicht durchgängig überzeugen konnte. Für mich daher eine solide, ehrliche Lektüre mit Licht und Schatten.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Wahrlich voller Joy

Agent of Joy
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Der positive, lebensbejahende, ermutigende Grundgedanke dieses Non-Fiction-Reads hat mich sofort angesprochen. "Agent of Joy" ist ein kompaktes, modernes Sachbuch, das dazu einlädt, die eigene Freude wieder ...

Der positive, lebensbejahende, ermutigende Grundgedanke dieses Non-Fiction-Reads hat mich sofort angesprochen. "Agent of Joy" ist ein kompaktes, modernes Sachbuch, das dazu einlädt, die eigene Freude wieder ernster zu nehmen - nicht als erzwungenen Dauerzustand, sondern als innere Orientierung.

Milka Loff Fernandes schreibt extrem sympathisch, locker-modern und nahbar. Persönlich und ehrlich, ohne belehrend zu sein, einfach relatable. Besonders gefallen haben mir die Joy-Rituale, die bewusst klein gehalten sind und genau dort ansetzen, wo Selbstwirksamkeit beginnt: im Körper, im Alltag, im Jetzt. Rituale wie das bewusste Bodenwischen, der Blick in den Himmel oder kleine Abweichungen von Routinen haben etwas Erdendes und lassen sich leicht integrieren.

Der Umfang ist angenehm kompakt, das Buch lässt sich in puncto Kapitellänge somit prima zwischendurch lesen und lädt immer wieder zum Nachdenken ein. Auch die Reflexionsfragen und Journaling-Impulse sind sinnvoll gewählt und unterstützen die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Freude, Selbstwert und innerer Erlaubnis.

Einige Gedanken waren mir vertraut, manches blieb eher auf einer emotional-intuitiven Ebene, wo ich mir stellenweise neue Perspektiven gewünscht hätte. Es ist inspirierend, aber nicht durchgehend überraschend - muss es ja auch nicht, viel wichtiger ist, etwas Positives aus der Lektüre mitzunehmen, und das war definitiv der Fall.

Was für mich besonders herausstach, waren die Passagen, in denen buddhistische Gedanken, Krankheit, Körperlichkeit und Freude miteinander verwoben werden. Diese Abschnitte haben wirklich Tiefe. Hier spürt man, dass das Thema aus echter Erfahrung heraus geschrieben wurde, nicht aus Konzepten.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein ehrliches, modernes Buch über Freude, Selbstverantwortung und Selbstmitgefühl, angereichert mit starken Ritualen, tollen Impulsen und ganz viel Joy.

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