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Veröffentlicht am 27.07.2020

Erfrischend andere Grundidee, leider schwach in der Umsetzung

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss
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Griechische Mythologie vor dem Hintergrund einer amerikanischen Uni – was für eine grandiose Idee von Autorin Alana Falk! Dementsprechend gespannt war ich auf Erins Geschichte, da ich ohnehin ein Faible ...

Griechische Mythologie vor dem Hintergrund einer amerikanischen Uni – was für eine grandiose Idee von Autorin Alana Falk! Dementsprechend gespannt war ich auf Erins Geschichte, da ich ohnehin ein Faible für College Love Stories habe und erst kürzlich ein Seminar über griechische Göttinnen in der Literatur besucht hatte. Aufgrund des vorherrschenden Hypes um das Werk waren meine Erwartungen relativ hoch und wurden nur bedingt erfüllt; wirklich vom Hocker gerissen hat mich die Lektüre leider nicht.

Hades, Herrscher über die Unterwelt nutzte einst einen schwachen Moment von Erin aus, als sie erfüllt war von Wut und Verzweiflung. Sie ließ sich auf einen fatalen Deal mit ihm ein und muss ihm seitdem wöchentlich ein neues Opfer, eine neue Seele bringen, denn sie ist als unsterbliche Rachegöttin für ihn im Einsatz. Erin wählt dabei gezielt nur jene Männer aus, die es in ihren Augen auch 'verdient' haben – z.B. brutale Schlägertypen. Nichtsdestotrotz leidet sie unter diesem grausamen Pakt - auch wenn Hades sie im Gegenzug ihre verstorbene Schwester sehen lässt, hat das Ganze schlichtweg einen schalen Beigeschmack. Erin weiß nämlich, dass sie ihre Opfer durch einen Kuss zu einem seelenlosen Leben verdammt. Plötzlich taucht der charismatische Arden auf und zum ersten Mal gerät Erin in Versuchung, einen Jungen rein aus Eigeninteresse küssen zu wollen. Zeitgleich weiß sie, dass sie dies niemals zulassen darf, denn es wäre Ardens Untergang. Dumm nur, dass ihre Gefühle für ihn immer stärker werden…

Den Einstieg in die Story habe ich als sehr vielversprechend und fesselnd empfunden, schon allein aufgrund des Mythologie-Backgrounds flog ich begierig durch die Seiten, um mehr über Erin, ihre Freunde und ihre außergewöhnliche Situation zu erfahren. Nach und nach tauchten allerdings immer mehr Längen auf, die wortreich umschrieben wurden, ohne dass es mit der Story voranging. Ich war des Öfteren versucht, einige irrelevante Abschnitte zu überfliegen, habe mich aber durchgebissen und auf eine Überraschung gehofft. Diese gab es durchaus ab und zu, doch der Mega-Twist, bei dem dann endlich etwas mehr Spannung aufkam, konnte das Ruder nicht mehr herumreißen und den eher mäßigen Gesamteindruck positiv abmildern. Der Schreibstil war leicht verständlich, schön gespickt mit bildreichen Beschreibungen, leider auch ein wenig ausschweifend und mit einigen Wiederholungen.

Erin, die weibliche Hauptfigur, war mir nicht zwingend unsympathisch, aber es fiel mir schwer, mich in sie hineinzuversetzen und mich mit ihr zu identifizieren – irgendwie blieb sie mir durchgehend fremd und ihr Verhalten schwankte permanent zwischen waghalsig und naiv. Arden, der männliche Counterpart, war mir natürlich aufgrund des Plots generell suspekt, da ich dazu tendiere, in allem Unerwarteten zunächst einmal Gefahr zu wittern. Im Hinblick auf die Ausarbeitung seiner Figur fehlte mir hier zwar auch etwas Tiefe, was ich jedoch nicht als sonderlich schlimm empfunden habe, da mein Hauptfokus ohnehin auf Erin lag und mich an Arden eher seine Rolle in der Handlung interessierte. Das Flirt-Geplänkel zwischen den beiden Protagonisten, aus deren Perspektive abwechselnd in Ich-Form erzählt wird, hat mich emotional nicht packen können; anfangs war es noch ganz witzig, bevor es zum langatmigen Hin und Her ausartete. Schon klar: sie wollen sie küssen und dürfen es nicht…big deal! Tatsächlich hätte ich gerne mehr über die Nebencharaktere erfahren, da diese trotz erheblich geringerer Szenenanzahl weniger blass als die Hauptfiguren wirkten; vor allem zusätzliche Details zu Mayas Hintergrundgeschichte hätten mich interessiert.

Das wunderschöne, geschmackvolle Cover in ansprechenden Grüntönen und mit goldfarbenen Elementen durchsetzt ist ein absoluter Eyecatcher und macht sich vortrefflich im Bücherregal! – Hier wurde bei der Covergestaltung ganze Arbeit geleistet.

Fazit: Trotz einiger überraschender Wendungen recht zäh – ein paar Kapitel weniger hätten völlig ausgereicht. Vor allem der Mittelteil war enttäuschend, Anfang und Ende (samt Cliffhanger) hatten dagegen Pfeffer. Schade um die kreative Grundidee – da hätte man meines Erachtens viel mehr draus machen können! Fans von Jugendliteratur mit Interesse an griechischer Mythologie könnten dennoch Gefallen daran finden. Für mich stellt das Buch kein Must-Read dar, sondern fällt in die Kategorie 'kann man mal gelesen haben'.

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Veröffentlicht am 26.07.2020

Leider eher mittelmäßig

Dream Again
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Ich wollte diesen Roman so gerne lieben, da ich ein Riesenfan von Mona Kastens Again-Reihe und ihrem sensationellen Schreibstil im Allgemeinen bin! Seit Bekanntgabe des Erscheinungsdatums hatte ich diesem ...

Ich wollte diesen Roman so gerne lieben, da ich ein Riesenfan von Mona Kastens Again-Reihe und ihrem sensationellen Schreibstil im Allgemeinen bin! Seit Bekanntgabe des Erscheinungsdatums hatte ich diesem Werk entgegengefiebert und konnte es gar nicht erwarten, endlich die Story zu Jude und Blake zu lesen. Meine Erwartungen waren dementsprechend (zu) hoch.

Einst hatte Jude das beschauliche Woodshill verlassen, um in L.A. ihren Traum von einer gefeierten Schauspielerin zu leben. Während es mit ihrer Karriere zunächst steil bergauf ging, zerbrach ihre Beziehung zu Blake Andrews, ihrer Jugendliebe. Mittlerweile ist viel Zeit vergangen; Judes Stern am Hollywoodhimmel ist verglommen und die junge Frau flüchtet pleite und gedemütigt zu ihrem Bruder Ezra nach Oregon – denn ihre Eltern sollen vorerst nichts von ihrem Misserfolg erfahren. - Zu sehr schämt sie sich, dass all das Geld, welches die Eltern in den Schauspieltraum ihrer Tochter investiert hatten, nun verloren ist. Jude ist fulminant gescheitert und mental am absoluten Tiefpunkt angelangt. Zu ihrer eigenen Enttäuschung kommt Reue hinzu: sie weiß, wie sehr sie Blake damals mit ihrer Entscheidung verletzt hatte. Jude verfügt über keinen High School-Abschluss, was ihre Chancen bei der Jobsuche erheblich mindert und am Ende ist sie so verzweifelt, dass sie selbst für erniedrigende Arbeiten dankbar sein muss. Leider hat das mietfreie Wohnen bei Ezra einen entscheidenden Haken: Blake ist sein Mitbewohner, ausgerechnet! Und dieser ist alles andere als erfreut, als Jude plötzlich vor ihm steht. Fortan macht er sich einen Spaß daraus, ihr die kalte Schulter zu zeigen, mit anderen Mädchen vor ihrer Nase zu flirten und sie spüren zu lassen, dass er ihr nicht verzeihen wird. Auch wenn er dabei höchst überzeugend wirkt – sich selbst kann er nichts vormachen: Jude geht ihm noch immer unter die Haut…

Hinsichtlich der Cover-Gestaltung, die eine wunderbare Ergänzung zu den vorherigen Bänden der Reihe darstellt, war ich begeistert! Der wunderschöne Blauton, welcher die Pärchen-Abbildung umrahmt, verleiht dem Cover etwas Tiefgründiges und zeitlos Schönes. Diesen Tiefgang hätte ich mir auch von der Handlung gewünscht, die eher seicht und recht ereignislos dahinplätschert. Bis auf den Nebenplot zu Ezra habe ich die Entwicklung nicht als spannend empfunden. (Es ist nicht so, dass ich zwingend enorm viel Action - im Sinne von unerwarteten Wendungen, außergewöhnlichen Momenten, etc. – erwarte…nur langweilig und unnötig in die Länge gezogen sollte es eben nicht sein.)

Die Unbeschwertheit, mit der Blakes Charakter im Vorgänger-Band ("Hope Again") so einnehmend und sympathisch beschrieben worden war, fehlte mir hier komplett. Ja, er ist niedergeschlagen (nicht nur wegen Jude, sondern auch wegen seinen gefährdeten Karriereplänen als Sportler), aber sein Witz und der spezielle Charme, der ihn ausmachte, schimmern beinahe gar nicht durch. Das alles, gepaart mit Judes permanentem Selbstmitleid und ihren Selbstzweifeln, wirkte insgesamt sehr erdrückend und schlichtweg deprimierend. Beide Hauptfiguren konnten mich emotional nicht erreichen, blieben für mich blass. Die Idee eines Wiedersehens mit den anderen Charakteren der Reihe (Allie & Kaden, Dawn, etc.) finde ich in der Theorie großartig, die Umsetzung hier kam mir allerdings erzwungen und ein wenig lieblos ausgearbeitet vor. Selbiges gilt sowohl für das große Geheimnis hinter Judes Drama in L.A. (- das absolut vorhersehbar war -) sowie für das Ende, bei dem sich sämtliche Probleme wie durch Zauberhand in Wohlgefallen auflösen und Jude quasi alles in den Schoß fällt.

Fazit: Für mich ist diese Geschichte der zweitschwächste Band der Reihe (nach Teil 2, "Trust Again")…wobei der Begriff 'schwach' in Zusammenhang mit Mona Kasten Jammern auf hohem Niveau ist, denn rein in Bezug auf einen bildreichen, meisterhaft sprachgewandten Schreibstil und die Erschaffung des unverwechselbaren Woodshill-Settings ist sie unübertroffen. Lediglich Handlungsinhalt und die Gestaltung der Hauptcharaktere haben mir dieses Mal leider nicht gefallen. Ich hoffe inständig, dass es doch noch eine überraschende Again-Fortsetzung geben wird, denn trotz aller Kritik an diesem Werk liebe ich diese Buchreihe und lege speziell die Bände 1, 3 und 4 jedem Fan von New Adult Romanen ans Herz!

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Veröffentlicht am 26.07.2020

Amüsanter Wohlfühlroman für Hundefreunde

Winterwunder für die Liebe
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Natalie Cox hat mit ihrem wundervollen Werk "Winterwunder für die Liebe" einen Roman erschaffen, der sich still und leise in mein Herz geschlichen hat. Weihnachten, eine Hundepension voller entzückender ...

Natalie Cox hat mit ihrem wundervollen Werk "Winterwunder für die Liebe" einen Roman erschaffen, der sich still und leise in mein Herz geschlichen hat. Weihnachten, eine Hundepension voller entzückender Vierbeiner und ein Hauch von Romantik – all das vor einem stimmungsvollen, verschneiten Südengland-Setting… Ideale Voraussetzungen also, um mich storytechnisch zu begeistern!

Charlie, die weibliche Hauptperson, ist so ganz anders als ich: sie mag weder Weihnachten noch Hunde. Vom Schicksal gebeutelt (- frisch verlassen, wobei sie ihrem überambitionierten Ex nicht nachweint; aufgrund einer Gasexplosion vorübergehend obdachlos; durch eine Gehirnerschütterung arbeitsunfähig, sehr zum Unmut ihres cholerischen Chefs -) bleibt Charlie nichts anderes übrig, als für ein paar Wochen zu ihrer liebenswerten, quirligen Cousine Jez zu ziehen, die auf dem Land, fernab vom hektischen Trubel Londons, eine Hundepension betreibt. Wider Erwarten findet Charlie die neue Umgebung bald schon gar nicht mehr so furchtbar, was zum Teil auch am heimeligen Cottage, dem charismatischen, leider schon verlobten Hundebesitzer Hugo und der freundlichen Dorfgemeinschaft liegen könnte – ganz bestimmt aber nicht am mürrischen Tierarzt Cal, der sie scheinbar von Anfang an als Großstadt-Tussi abstempelt hat. Wenn seine blauen Augen Charlie nur nicht solch ein Herzklopfen bereiten würden! Als Jez überraschend ins Ausland reisen muss und ihr für 2 Wochen die Leitung der Hundepension überträgt, kann Charlie allerdings jede Hilfe gut gebrauchen, denn obwohl sie sich redlich bemüht: Chaos ist vorprogrammiert! Vor allem, als einer ihrer tierischen Schützlinge in Gefahr gerät, wird ihr klar, dass sie ihr Herz längst an die Fellnasen verloren hat.

Charlie, aus deren Perspektive in Ich-Form erzählt wird, wirkt wie aus dem echten Leben gegriffen – eine junge Frau mit ganz typischen Zweifeln und Ängsten, Wünschen und Hoffnungen. Es hat mich enorm beeindruckt, wie treffend und realistisch sie auf ihre vergangene (vierjährige) Beziehung zurückblickt; anstatt die Fehler für Lionels Untreue bei sich zu suchen und ins große Selbstmitleid zu verfallen, erfasst sie ruckzuck, dass sie sich für ihren Ex eigentlich immer ziemlich verbogen und an seine Bedürfnisse angepasst hatte…und dass er ihr im Grunde nicht fehlt. Bravo! Endlich mal eine gesunde Ansichtsweise und keine Story, die sich unterschwellig einzig um das Zurückgewinnen des Partners bzw. um die Rache am Ex dreht - eine äußerst angenehme Abwechslung.

Charlies Familie hat eine ganz eigene Dynamik…von der dominanten Mutter (die samt neuem Gatten gerade die Feiertage in Australien verbringt), über den intellektuellen, liebevollen Vater, der immer ein offenes Ohr für sie hat, bis hin zu Jez, die mich mit ihrer durch und durch positiven, unkomplizierten und bodenständigen Art einfach umgehauen hat. Am liebsten würde ich mit Jez bzw. Charlie sofort tauschen und die 'Cosy Canine Cottages' übernehmen – die herzerwärmenden Beschreibungen des tierischen Alltags in der Pension, voller Lebendigkeit und mit einem Augenzwinkern erzählt, sind das Highlight der Story. Überhaupt sind die wahren Helden in diesem Roman ganz klar die Hunde und eine eventuelle romantische Entwicklung (- ich möchte ja hier nichts spoilern, hihi -) tritt eher in den Hintergrund, was ich als ungemein erfrischend empfunden habe. Dennoch möchte ich insbesondere Valko, Cal, Gerry und Hugo lobenswert erwähnen; ihre Szenen haben die Geschichte perfekt abgerundet.

Der Schreibstil ist locker-beschwingt und gespickt mit authentischen Dialogen (speziell die humorvollen Wortgefechte zwischen Charlie und ihrer besten Freundin Sian sowie mit Jez); nichts wirkt aufgesetzt oder unrealistisch. Die originelle, durchaus Spannung enthaltende Handlung ist frei von kitschigen Elementen und spielt zwar im Winter, kann aber das ganze Jahr über gelesen werden, da das Weihnachtsfeeling nicht übermäßig zelebriert wird.

Fazit: Ein herrliches Lesevergnügen für alle Hundefreunde und Fans von Wohlfühlromanen!

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Der Buchtitel ist Programm!

Verliebt in Bloomsbury
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Auch im 3. Teil der wunderbar romantischen Bloomsbury-Reihe dreht sich alles um die Liebe bzw. um die Suche danach. Annie Darlings Wohlfühlromane sind genau die richtige Lektüre für sonnige Nachmittage ...

Auch im 3. Teil der wunderbar romantischen Bloomsbury-Reihe dreht sich alles um die Liebe bzw. um die Suche danach. Annie Darlings Wohlfühlromane sind genau die richtige Lektüre für sonnige Nachmittage im Garten und kuschelige Abende im Lesesessel – leichtherzig und zugleich tiefgründig, voller Humor und liebenswerter Charaktere. Würde es das 'Happy Ends' als reale Buchhandlung geben, wäre ich dort Stammkundin!

Nina O’Kelly ist könnte eigentlich ganz zufrieden sein mit ihrem Leben: sie ist selbstbewusst und schlagfertig, liebt jedes Pfund an sich, hat tolle Freunde und arbeitet in der wohl gemütlichsten Buchhandlung der Welt. Nur in Liebesdingen hapert es noch ein wenig bei dem hübschen, stets im Look der 50er/60er Jahre gekleideten Tattoo Girl mit den bonbonfarbenen Haaren – und das, obwohl sie nie um einen kecken Spruch verlegen ist und die lokale Dating App 'HookUpp' beinahe täglich in Anspruch nimmt, um endlich ihren Mr. Right zu finden…bzw. ihren 'Heathcliff', denn Nina ist besessen von Emily Brontë’s Werk "Sturmhöhe". Leider entpuppen sich alle Dates stets als Enttäuschung, dabei wünscht sich Nina nichts sehnlicher als Leidenschaft und Drama, eben alles außer Langeweile und Vorhersehbarkeit. Bisher waren Bad Boys ihr Beuteschema, dementsprechend groß ist Ninas Verwirrung über das Herzklopfen, das ausgerechnet der solide Unternehmensberater Noah – der unscheinbare Schlipsträger mit Faible für marineblaue Anzüge – in ihr auslöst. Einst gingen sie gemeinsam zur Schule und Noah, der damals bereits unheimlich intelligent war, wurde von allen brutal gemobbt. Zum Glück scheint er sich nicht an Nina zu erinnern, denn je stärker sie sich dagegen wehrt, desto mehr verfällt sie Noahs Liebenswürdigkeit...

Erzählt wird in der 3. Person, wobei der Fokus auf Ninas Perspektive liegt. Der Schreibstil ist herrlich sympathisch, amüsant und locker-flockig, ohne jemals ins Oberflächlich abzurutschen; sowohl die spritzigen Dialoge als auch die feinfühlig geschilderten Szenen haben mir ausnehmend gut gefallen! Nina ist ein bunter Paradiesvogel, wild, (vor-)laut, eigensinnig, unkonventionell, verrucht, doch letztlich auch sensibel und beruflich unterfordert. Ihre einstige Passion, das Zeichnen, hat sie längst aufgegeben und nun lebt sie ein bequemes Leben, fühlt sich allerdings oftmals nicht ernst genommen von ihren Freunden (und ihrer Familie), die alle nur die rastlose, quirlige Chaotin und Nachtschwärmerin in ihr sehen. Dabei steckt in Nina viel mehr als nur ein aufgedonnertes Party-Girl! Im Laufe des Romans lernt man ihre gutmütige, verletzliche und von einigen Unsicherheiten geprägte Seite kennen und lieben. Noah hatte bei mir von Anfang an einen Stein im Brett – auch wenn seine veganen Hippie-Eltern Ninas Mutter ein Graus sind, ist er doch der Traumschwiegersohn schlechthin: Noah ist aufrichtig und loyal, charmant und gut erzogen, ein aufmerksamer Zuhörer, steht mit beiden Beinen im Leben, ist trotz seines jungen Alters (um die 30) beruflich bereits mega-erfolgreich, lebenserfahren…und würde für die Frau seiner Träume alles tun.

Für mich ist "Verliebt in Bloomsbury" einer der stärkeren Bände dieser ohnehin schon tollen Buchreihe. Endlich erscheinen mir Ninas Kolleginnen Posy und Verity weniger kindisch und überzeichnet, wie sie es – aller Liebenswürdigkeit zum Trotz – bisher manchmal waren, was dem Ganzen mehr Authentizität verleiht. Auch die realitätsnahe Beschreibung von Ninas Familiendynamik, vor allem im Hinblick auf ihre oftmals pikierte Mutter, hat mich begeistert und des Öfteren schmunzeln lassen. Ich finde es großartig, dass die Autorin ein so wichtiges Thema wie Mobbing in die Geschichte eingeflochten hat, und war positiv überrascht, wie mühelos ihr dabei der Balance-Akt zwischen ernsthafter Aufarbeitung und der Genre-charakteristischen Feel Good-Leichtigkeit gelingt. Natürlich ist das Ende ein wenig vorhersehbar, gestört hat mich das nicht, im Gegenteil – jeder andere Ausgang wäre für mich undenkbar gewesen.

Fazit: Eine unbedingte Leseempfehlung für alle Fans von bezaubernden Liebesromanen!

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Wundervoller Fantasy-Roman, der süchtig macht

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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Mary E. Garner hat mit diesem sensationellen Roman ein Fantasy-Werk der Extraklasse erschaffen, das sich durchaus mit den international bekannten Größen des Genres à la Harry Potter & Co. messen kann! ...

Mary E. Garner hat mit diesem sensationellen Roman ein Fantasy-Werk der Extraklasse erschaffen, das sich durchaus mit den international bekannten Größen des Genres à la Harry Potter & Co. messen kann! Wow!! Ich bin wirklich restlos begeistert!

Von einem Tag auf den anderen ändert sich Hope Turners Leben elementar: der liebenswerten, buchvernarrten Londonerin öffnet sich ein magisches Portal in die Welt der Bücher – alles was sie über ihre eigene Welt zu wissen glaubte wird aus den Angeln gehoben. Fortan ist es ihr möglich, sämtliche Romanfiguren und -skizzen persönlich zu treffen und durch deren Handlungswelten zu flanieren – was allerdings nicht bedeutet, automatisch in die jeweiligen Handlungen einzutauchen. Ob Alice (ja, die Alice aus dem Wunderland) oder Anna Karenina, Bambi oder sogar Lassie…nichts ist unmöglich. Doch Hope wird eine große Verantwortung aufgebürdet: ohne ihre Hilfe ist die Welt der Romanfiguren – ebenso wie Hopes reale 'Echtwelt' – in großer Gefahr, denn eine böse, zerstörerische Macht nutzt alle gelöschten Wörter, um Unheil und Leid zu verbreiten…

Als bekennende Janeite schlug mein Herz natürlich höher, kaum dass Hopes erste Wahl zum 'Portieren' auf Jane Austens "Stolz und Vorurteil" fiel – ein Ausflug nach Pemberley, das würde mir auch gefallen! …da war ich schon einen Moment lang ziemlich neidisch! Die beeindruckend kreative Story-Welt ist grandios entworfen worden – so detailliert und phantasievoll, voller bildlicher, atmosphärischer Beschreibungen der Szenerie; hier stimmte für mich einfach alles. Ich habe das Buch regelrecht durchgesuchtet und habe es nicht mehr aus der Hand legen können!

Hope Turner gibt eine exzellente weibliche Hauptfigur ab – sie ist unheimlich liebenswert und in ihrem Handeln und Denken absolut nachvollziehbar. Ihr Blick auf das Leben ist realistisch, aber nicht verbittert, obwohl sie im Grunde einsam ist. – Kein Partner, keine engen Freunde. Und genau diese Tatsache macht sie so wichtig für die Mission, in der sie sich plötzlich wiederfindet… Man kommt nicht umhin, mit ihr mitzufiebern und gespannt an ihren Erlebnissen und Empfindungen Anteil zu nehmen. Speziell die Beziehung zwischen ihr und ihrer an Demenz erkrankten Mutter Vivien ist liebevoll skizziert worden. Überhaupt ist Hope eine herzensgute, mutige Person, die mir nicht nur aufgrund ihrer Tierliebe äußerst sympathisch ist. Die weiteren Charaktere stehen ihr in puncto Tiefgründigkeit und Facettenreichtum in nichts nach – allein über Gwen und Lance könnte ich ins Schwärmen geraten und habe mich königlich über ihre frechen Dialoge amüsiert. Und dann sind da noch der mysteriöse, verschlossene Rufus und der charmante, wahnsinnig attraktive Kenan, die Cousins bzw. Adoptivbrüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten und Hope, wenn auch aus verschiedenen Gründen (mal Verärgerung, mal Anziehungskraft), gelegentlich in den Wahnsinn treiben. Eigentlich sollte Rufus - in seiner Rolle als Hopes 'Wanderer' - ihre Vertrauensperson sein – doch sein undurchschaubares Verhalten bildet einen krassen Kontrast zu ihrer offenen Art und verunsichert Hope oftmals. Kenan dagegen scheint beinahe zu gut (und zu schön), um wahr zu sein…

Der angenehme Schreibstil ist ein Traum! Fesselnd, humorvoll, originell und locker, ohne je oberflächlich zu wirken. Ich habe es geliebt, gemeinsam mit Hope durch die Buchwelten zu ziehen; um es in den Worten von Lance auszudrücken: was für eine herrliche "Firlefanzerei"! Viel zu schnell waren die knapp über 400 Seiten ausgelesen und ich fiebere auf das Glühendste dem Folgeband entgegen. (Was für ein gemeiner Cliffhanger - mit diesem Twist hatte ich nun ehrlich nicht gerechnet und konnte das Ende kaum fassen!)

Im Anhang des Romans findet sich ein Glossar, das Aufschluss über die Fantasy-Begriffe der Buchwelt gibt – allerdings muss niemand Sorge haben, ohne diese Erklärungen der Handlung nicht folgen zu können; alles ist überaus verständlich und unkompliziert beschrieben.

Fazit: Ein Must-Read für alle Fantasy-Fans und definitiv eines meiner Lesehighlights des Jahres 2020! Bitte mehr davon, liebe Mary E. Garner!

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