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Veröffentlicht am 23.09.2025

Macht und Magie der Musik

Fay Melody – Die magische Musikakademie
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Die bekannte Autorin Anastasia Braun hat mit “Fay Melody: Die magische Musikakademie” eine schöne Geschichte darüber vorgelegt, wie heilsam Musik sein kann und welche Kräfte sie entfaltet. Schon das phantasievoll ...

Die bekannte Autorin Anastasia Braun hat mit “Fay Melody: Die magische Musikakademie” eine schöne Geschichte darüber vorgelegt, wie heilsam Musik sein kann und welche Kräfte sie entfaltet. Schon das phantasievoll gestaltete Hardcover führt nach Clef Hall, einer Schule für angehende Musikmagier. Die Protagonisten der Geschichte werden am Anfang des Buches vorgestellt, jeweils mit ihrem magischen Musikinstrument. Denn nur gemeinsam mit ihrem Instrument können die Schüler ihre Zauberfähigkeiten entwickeln.

Hauptcharakter des Buches ist Fay Melody, ein dreizehn Jahre altes Mädchen, das Musik nicht ertragen kann. Daher trägt sie immer einen Gehörschutz und wird so zur Außenseiterin. Doch als sie ihre Mutter nach New Orleans begleitet, ist sie sofort von der dortigen Musik fasziniert. Ein leises Klavierspiel lockt sie zusammen mit anderen Kindern in ein geheimnisvolles Lokal, wo Codes herumfliegen, mit deren Hilfe Fay in das magische Clef Hall gelangen kann. Doch dort fühlt sich Fay isoliert, alle anderen Schüler und Schülerinnen kommen aus bekannten Zaubergilden. Bald sollen alle ihre magischen Instrumente erhalten, aber Fay ist nur ein Mensch, wird sie auch ein Instrument bekommen?

“Fay Melody: Die magische Musikakademie” ist ein Buch über tiefe Freundschaft, denn die Musikmagierin Jazz steht trotz aller widrigen Umstände immer zu Fay. Geheimnisvolle Schüler- Rocky und Blue- scheinen zu ahnen, dass Fay eigentlich nicht in die Akademie gehört. Außerdem ereignen sich mysteriöse Vorfälle, Jazz und Fay versuchen, diesen auf den Grund zu gehen. Dabei geraten sie selbst, genauso wie Clef Hall, in höchste Gefahr. Doch die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, dass sie Gefahren besiegen können, wenn sie nur zusammenhalten.

Besonders hervorzuheben ist der Phantasiereichtum des Buches. Schon die Figuren sowohl von Lehrern wie Schülern sind ungewöhnlich, aber beeindruckend. Auch die Wahl des Schauplatzes ist gut gelungen, auf der Rückseite der Buchdeckel findet sich eine Darstellung von Clef Hall, die die Geschichte nochmals anschaulich macht. Die phantasievollen Illustrationen stammen von Sophia Moog. Das ganze Buch ist durchzogen von Hinweisen auf die Musik und auf Musikinstrumente, die vielleicht nicht alle Lesenden kennen werden. Daher bietet das Buch einerseits Spannung- auch wenn hier manches ungesagt bleibt-, andererseits aber eine gelungene magische Geschichte von Freundschaft, Zusammenhalt und Mut. Leider bleiben für mich zu viele Handlungsstränge offen, selbst wenn eine Fortsetzung geplant ist, hatte ich gerne gewusst, was es mit den geheimnisvollen Mitschülern auf sich hat und wie es mit Fays Eltern weitergeht. Da der Schule ein fürchterliches Ende droht, lässt die Autorin erst ganz zum Schluss erkennen, wer hinter diesem perfiden Plan steckt. Auch hier hätte ich mir eine etwas klarere Linie im Vorfeld gewünscht.

Der Schreibstil der Erzählung ist gut lesbar und bildhaft, immer wieder finden sich kleine musikalische Anmerkungen, die zum Schmunzeln anregen. Eindrücklich werden die Gefahren, die Clef Hall drohen, beschrieben, die Geschichte ist actionreich und weist auf einen großen Show Down hin. Kann Clef Hall gerettet werden?

Meiner Enkelin, die das Buch ausschnittweise mit mir gelesen hat, hat der Charakter von Fay sehr gut gefallen, doch auch die anderen Figuren, die über unterschiedliche magische Kräfte verfügen, fand sie sympathisch. Insgesamt ist das Buch, das für Kinder ab zehn Jahren empfohlen wird, durchaus lesenswert und vielleicht kann eine Fortsetzung die noch offen gebliebenen Erzählstränge weiterführen. Für Kinder, die magische Schulgeschichten ebenso wie Musik lieben oder bereit sind, sich mit dem Thema ein bisschen zu beschäftigen, ist “Fay Melody: Die magische Musikakademie” ein Buch, das wir gerne empfehlen können.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Lustig und liebenswert: Miefi und die Highland Games

Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen
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Hier geht es um Mäc Mief, ein Schaf, dessen Ruhe auf seiner Wiese empfindlich gestört wird. Und zwar durch seine Familie, die Olifants. Gleich zu Beginn der Geschichte lernt man die Familienmitglieder ...


Hier geht es um Mäc Mief, ein Schaf, dessen Ruhe auf seiner Wiese empfindlich gestört wird. Und zwar durch seine Familie, die Olifants. Gleich zu Beginn der Geschichte lernt man die Familienmitglieder kennen: Bonnie, der Hütehund, ist eine Freundin von Mäc Mief und das Lieblingstier von Tochter Meggie; Sohn Finn nennt sein Schaf liebevoll Miefi; Papa Tom und Mama Jenny üben wie die ganze Familie für die Highland Games.

Natürlich wollen alle gewinnen, daher fliegen über Miefis Wiese plötzlich Heusäcke und Gummistiefel, Mama Jenny übt Hügellauf. Das alles sind Disziplinen bei den Highland Games. Selbstverständlich wollen Miefi und Bonnie bei den Bewerben dabei sein. Doch das ist leider nicht so einfach wie gedacht. Als plötzlich mehrere Geldbörsen verschwunden sind, werden die Beiden jedoch zu Spürnasen. Welche Rolle spielt dabei der Mann mit dem Dudelsack?

Carola Becker hat mit dem Kinderbuch “Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen” eine Geschichte geschrieben, wie man sie sich für Kinder wünscht. Die phantasievollen und liebevoll gezeichneten Illustrationen stammen von Ina Krabbe. Schon das fröhliche Hardcover macht Lust darauf, die Figuren nach Schottland zu begleiten, auch in der Geschichte gibt es genügend bunte und witzige Bilder, etwas, das dieses Buch wirklich von anderen Kinderbüchern abhebt. Hier gibt es eine fröhliche und spannende Story, die in kindgerechter Weise mit klarer Sprache und in kurzen Kapiteln und Sätzen erzählt wird, sodass sich das Buch sowohl zum Vorlesen wie zum ersten Selbstlesen sehr gut eignet. Das Buch wird ab sieben Jahren empfohlen.

Die Kinder schließen sicherlich die klugen und mutigen Tiere gleich ins Herz, denn die Figuren in diesem Buch muss man einfach gern haben. Ganz nebenbei lernen die Kinder etwas über Schottland und die Highland Games, das traditionelle schottische Volksfest. Durch das dicke Papier und den stabilen Bucheinband können die kleinen Lesenden dieses Buch immer wieder zur Hand nehmen, denn hier bekommen auch Lesemuffel sofort gute Laune.

Ich habe das Buch mit meiner neun Jahre alten Enkelin gelesen, die bisher keine begeisterte Leserin war. Aber “Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen” hat uns wirklich gut gefallen und wir empfehlen das Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Gift

Nachtschattengewächse
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Mit “Nachtschattengewächse” hat die bekannte Autorin Jill Johnson einen etwas anderen Krimi geschrieben, in dem Giftpflanzen und ihre Gärtnerin eine Hauptrolle spielen. Schon das gelungene Hardcover stellt ...

Mit “Nachtschattengewächse” hat die bekannte Autorin Jill Johnson einen etwas anderen Krimi geschrieben, in dem Giftpflanzen und ihre Gärtnerin eine Hauptrolle spielen. Schon das gelungene Hardcover stellt einige dieser oft wunderschönen Pflanzen vor, die durch ihre Eigenheiten bezaubern, aber auch den Tod bringen können.

Ich-Erzählerin und Hauptfigur ist Professorin Eustacia Rose, eine anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Pflanzentoxikologie. Wer sie allerdings am Anfang dieses Buches trifft, wird von ihrer skurrilen Persönlichkeit überrascht sein. Sie trägt die Anzüge ihres verstorbenen Vaters auf, züchtet in ihrem Dachgarten Giftpflanzen, aber beobachtet auch von dort mittels eines starken Teleskops ihre Nachbarn. Eine junge Frau hat es ihr besonders angetan, Eustacia verfolgt sie und versucht sie zu beschützen. Denn bei Psycho, so hat sie die junge Frau nach einer Giftpflanze getauft, gehen eigenartige Männer ein und aus. Doch dann scheint es, dass Psycho entführt wurde….

Der Roman braucht einige Zeit, bis sich die Geschichte entwickelt, und hier sind verwirrende Vorkommnisse an der Tagesordnung. Ist Psycho wirklich Simone, wie sie sich nennt? Wonach sucht sie und warum hat sie Professorin Rose in ihrem Dachgarten besucht? Ist Eustacia in Gefahr? Und wer sind die Männer, die die junge Frau bedrohen, schlagen und sie zur Gewalt auffordern? In ihrem Abscheu ihnen gegenüber hat Eustacia allen Männern die Namen von Giftpflanzen gegeben. Doch der Schlimmste von allen lebt mit Eustacias Jugendliebe zusammen, Mary, die jetzt im Rollstuhl sitzt. Doch woher kennt Simone Marys Sohn und welche Rolle spielt der heruntergekommene Künstler?
Als ein Mord geschieht, bei dem Gift im Spiel ist, steht Professorin Rose unter Verdacht, denn schon einmal hatte sie mit der Polizei zu tun und damals hat sie dieses Vorkommnis ihren Job gekostet.

Jill Johnson hat mit “Nachtschattengewächse” einen Kriminalroman vorgelegt, der die Lesenden teilweise überfordert. Wer sich eine stringente Krimihandlung erwartet hat, wird enttäuscht sein. Zu viele und zu undurchsichtige Figuren, die schemenhaft bleiben, kommen in ihrem Buch vor. Professorin Rose selbst bleibt eine Gestalt mit vielen Eigenheiten, die es für sie schwer machen, Empathie zu empfinden. Doch Liebe kennt sie bis zur Obsession, früher zu ihrer ersten Liebe Mary, jetzt zu Psycho, die vielleicht eine ganz Andere ist. Lesende, die Interesse an Giftpflanzen haben und vielleicht wissen möchten, was bei ihnen auf dem Fensterbrett oder im Garten so wächst,- gerne Blauer Eisenhut, Engelstrompete oder Eibe- finden hier durchaus gelungene botanische Erläuterungen.

Der Roman hat ein offenes Ende, einerseits versöhnlich, andererseits wird ein begangener Mord nicht abschließend aufgeklärt. Dieses Buch ist geeignet für Lesende, die sich eine Hauptfigur mit vielen speziellen Eigenarten wünschen und wissen, dass Rache ein süßes Gift ist.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Alte Freunde, neue Freunde

Rocky Winterfeld
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Rocky ist elf Jahre alt. Er interessiert sich sehr für wissenschaftliche Zusammenhänge, besonders angetan hat es ihm das Weltall. Darum hängt in seinem Kasten ein Modell der Planeten und in diesem Kasten ...

Rocky ist elf Jahre alt. Er interessiert sich sehr für wissenschaftliche Zusammenhänge, besonders angetan hat es ihm das Weltall. Darum hängt in seinem Kasten ein Modell der Planeten und in diesem Kasten sitzt Rocky oft stundenlang. Manchmal gemeinsam mit Mutter Nancy, öfter mit seinem Freund Marek. Aber Marek zieht nach Polen und Rocky fällt der Abschied sehr schwer.

Zur gleichen Zeit erhält Rocky geheimnisvolle Briefe. Als er die damit verbundenen Rätsel löst, darf er mit seinem Physikprojekt an einem wissenschaftlichen Wettbewerb teilnehmen. Und der ist in Polen. So macht sich Rocky mit drei weiteren Kindern und der Physiklehrerin Frau Popov in einem klapprigen Bus auf die Reise. Nach vielen Hindernissen und abenteuerlichen Ereignissen ist Rocky in Polen angekommen. Wird er seinen Freund Marek wiederfinden?

Marie Hüttner hat mit “Rocky Winterfeld- ziemlich neben der Spur” ein fröhliches Buch geschrieben, das sich gut und flüssig lesen lässt. Kurze Kapitel, größere Schrift und die gelungenen Illustrationen von Regina Kehn vervollständigen das Lesevergnügen. Das bunte Hardcover wirkt einladend, eigentlich würde man auch gerne selbst in den Bus steigen und sofort mitfahren. Das Buch wird ab zehn Jahren empfohlen.

Der Roman erzählt von einem besonderen Jungen, Rocky, der Menschen und laute Geräusche nicht so gerne mag. Wenn er in seinem Kasten sitzt, fühlt er sich geborgen. Rocky mag Döner, ist interessiert und wissbegierig, seine treffenden Kommentare zur Situation zeichnen das Buch aus und machen es sehr witzig. Auch seine Mitschüler haben ihre Eigenheiten: Kadir hat eine große Familie und rappt gerne, das soll allerdings niemand wissen; Leyla ist Umweltaktivistin und schreckt auch vor fragwürdigen Aktionen nicht zurück; Tess wirkt verschlossen und scheint sich in ihrem Pullover zu verstecken, doch hatte sie es bisher auch nicht leicht. Mit ihrer resoluten Lehrerin Frau Popov erreichen sie schließlich Polen, doch wird es mit dem Wettbewerb gut laufen?

Der Roman erzählt eine Geschichte vom Mut, über den eigenen Schatten zu springen und sich auch einmal etwas zuzutrauen. Doch nicht immer ist eine Freundschaft so beständig, wie Rocky sich das gerne wünschen würde. Allerdings: Wenn man offen auf Andere zugeht, ist es gar nicht so schwierig, neue Freunde zu finden. Auch wenn die Charaktere der Kinder manchmal schräg und eigenwillig scheinen, so sind sie doch alle liebenswert. So manche junge Lesende werden sich vielleicht ein bisschen wiedererkennen. Mir und meinen Mitleserinnen- zwei Mädchen im Alter von neun Jahren- hat das Buch sehr gut gefallen und wir empfehlen es gerne weiter.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Von Mord, Intrige und Verrat: Ein spannender Historienkrimi

Das Lied des Vogelhändlers
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In seinem historischen Roman “Das Lied des Vogelhändlers” entführt Ralf H. Dorweiler die Lesenden in die Zeit des Hochmittelalters. Die auf zwei Zeitebenen angesiedelte Handlung zeigt, wie Verbrechen ...


In seinem historischen Roman “Das Lied des Vogelhändlers” entführt Ralf H. Dorweiler die Lesenden in die Zeit des Hochmittelalters. Die auf zwei Zeitebenen angesiedelte Handlung zeigt, wie Verbrechen aus der Vergangenheit in die damalige Gegenwart fortwirken. Das stilvolle Cover betont die Wichtigkeit der Beizjagd mit Falken, die ein Statussymbol waren.

Anno domini 1190 ist ein erbitterter Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig entbrannt. Beide wurden zum König gekrönt. Zur selben Zeit befindet sich Kaiser Barbarossa auf dem dritten Kreuzzug ins heilige Land. An seiner Seite sind nicht nur Ritter, sondern auch Ärzte und Bader, denn die Schlachten sind gnadenlos. Eine junge Frau, Franziska von Hellenau, steht nach dem Tod ihres Onkels alleine da. Sie schließt sich dem Bader und den Nonnen aus dem Kloster der heiligen Hildegard von Bingen an und wird in der Krankenpflege bald unentbehrlich. So rettet sie auch Markgraf Hermann IV. von Baden das Leben und verliebt sich in ihn, obwohl er wesentlich älter ist. Ein nur kurzes Glück, denn der Graf findet durch die Hand eines Verräters den Tod. Wird Franziska späte Rache üben können?

Im Jahr 1200 richten die Söhne des getöteten Markgrafen ein Turnier auf Burg Hachberg aus. Auch Walther von der Vogelweide nimmt teil, als Bote des Königs Philipp. Doch geht es hier nicht nur um Minnegesang, Walther ist einer Intrige auf der Spur. Hilfe erhält er vom Vogelhändler Wigbert und dessen Mündel Almut, die nur die Voglersprache beherrscht. Nachdem Walther knapp dem Tod entgangen ist, wird klar, dass der Verräter aus der Vergangenheit auch ein vielfacher Mörder ist. Aber wie ihn finden und überführen?

Ralf H. Dorweiler hat einen historischen Roman geschrieben, der Spannung bis zum Schluss bietet. Neben der Krimihandlung erfahren die Lesenden viel über das Leben auf den Burgen im Mittelalter, über Turniere und Heiratspolitik. Man braucht jedoch nicht zu befürchten, trockene historische Fakten vorgesetzt zu bekommen, sondern alle Charaktere und Szenarien sind mit Leben erfüllt. Politische Ränkespiele, brutale Verbrechen und höfische Intrigen machen das Buch abwechslungsreich und bieten einen guten Einblick in das herrschaftliche Gepräge.

Zur besseren Orientierung bietet der Roman ein ausführliches Personenverzeichnis, jedes Kapitel trägt einen Vogelnamen und wird mit historischen Zitaten begonnen. Die geschilderten Protagonisten sind lebensnah dargestellt, die Umstände der damaligen Zeit möglichst authentisch wiedergegeben. Der Roman lebt von starken Charakteren: Franziska von Hellenau, die nicht vergisst, wer ihren Geliebten getötet hat und auch nach ihrem Leben trachtete; Der Falkner Rupert, Vertrauter des verstorbenen Markgrafen Hermann von Baden, der seine eigenen Ziele mit Rücksichtslosigkeit verfolgt; Wigbert, der Vogelhändler, der versucht, am Rande des Turniers Geschäfte zu machen sich liebevoll um sein Mündel Almut kümmert. Und nicht zuletzt Walther von der Vogelweide, dem es mit Wigbert zusammen gelingt, ein Mordkomplott aufzuklären und Franziska zu ihrem Recht zu verhelfen.

Mein Fazit:

Durch den bildhaften und flüssigen Schreibstil des Autors kommt selbst bei der geschichtlichen Einordnung der Ereignisse keine Langeweile auf. “Das Lied des Vogelhändlers” ist ein gelungener historischer Roman, der nicht nur geschichtlich Interessierten gefallen wird sondern der auch Krimifans durch die Schilderung der damaligen Lebensumstände, Ränkespiele und geheimnisvollen Mordanschläge überzeugen wird, wenn sie einen Blick in die Vergangenheit werfen wollen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.

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