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Veröffentlicht am 27.09.2025

Risikofaktor Geopolitik

Die Stunde der Nashörner. Wie Unternehmen die neuen geopolitischen Risiken managen.
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“Die Stunde der Nashörner” ist ein von zwei renommierten Fachleuten geschriebenes Sachbuch, das graue Nashörner identifiziert, also Probleme, die in Unternehmen sichtbar sein sollten und diese nachhaltig ...

“Die Stunde der Nashörner” ist ein von zwei renommierten Fachleuten geschriebenes Sachbuch, das graue Nashörner identifiziert, also Probleme, die in Unternehmen sichtbar sein sollten und diese nachhaltig beeinflussen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei der Geopolitik zu.
Ansgar Baums hat Management Funktionen bei erfolgreichen Unternehmen inne und verfügt im Bereich Government Relations über langfristige Erfahrung aus der Praxis, Spiegel- Bestseller- Autor Thomas Ramge ist ein vielfach preisgekrönter Wirtschaftsjournalist und Buchautor.

Der erste Abschnitt das Buches -betitelt Wandel- beschäftigt sich mit den veränderten geopolitischen Verhältnissen, geprägt von den Hauptakteuren USA und China. Globalisierte Lieferketten und Exportzuwächse zu Beginn des Jahrtausends wurden zunehmend abgelöst durch Unternehmenspatriotismus und Protektionismus in beiden Staaten. Damit verbunden sind diverse Markteintrittsbarrieren, Regularien und Handelshemmnisse, die die Unternehmen zwingen, vertikale Wertschöpfungsketten in den jeweiligen Märkten aufzubauen und ihre geopolitische Resilienz für jede Produktkomponente kritisch zu hinterfragen. Damit verbunden muss das Risiko bis zum n-ten Subunternehmer analysiert werden. Zudem gehen die beiden Staaten auch im Bereich der IT-Stacks getrennte Wege und zwingen damit Unternehmen, sich für ein One-Stack oder Two-Stack Szenario zu entscheiden. Zudem verfolgen die USA und China neben strategischen Sicherheitskonzepten extrem unterschiedliche weltanschauliche Modelle, gemeinsam ist ihnen aber, möglichst alle Vorteile für das eigene Land zu generieren und sich auf der Weltbühne nachhaltig Einfluss zu verschaffen. Dazu kommt vor allem bei den USA die veränderte Einstellung zu Europa, das durch die Struktur der EU wesentlich schwerfälliger auf geopolitische Risiken reagieren kann als Amerika. Besonders die erratische Zollpolitik des Präsidenten bringt Unsicherheit in Unternehmen und Märkte. Polykrisen wie Corona, die Finanzkrise, der Krieg in der Ukraine wie der Streit um Taiwan haben dazu beigetragen die Lieferkettenproblematik extrem zu verschärfen.

Im zweiten Abschnitt des Buches werden Unternehmen auf geopolitische Risikofaktoren hingewiesen. Das können unter anderen “schwarze Listen” sein, die den Unternehmen den Marktzugang erschweren oder unmöglich machen, unterschiedliche Industriestandards und Inkompatibilität der IT-Stacks. Damit sind Unternehmen zur Anpassung gezwungen, wenn sie weiterhin am Markt präsent sein wollen. Selbstverständlich ist das eine Kostenfrage, aber auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt. Gerade sehen wir bei den USA und schon länger bei China, dass EU- Unternehmen in den jeweiligen Ländern nicht nur produzieren müssen, sondern auch die Verlagerung vor allem der F&E Abteilungen verlangt wird. Die Krise in der Industrie und der Verlust von europäischen Arbeitsplätzen ist jeden Tag Thema in den Wirtschaftsnachrichten.

Der dritte Teil des Buches schlägt Unternehmen vor, was sie unternehmen können, um die geopolitische Resilienz zu stärken. Dabei wird klar, dass die jeweiligen Entscheidungen zwar Top-Down fallen müssen, jedoch jedes Unternehmensdepartment betroffen ist. HR-Abteilungen müssen überlegen, in welcher Form sie ausländische Mitarbeiter beschäftigen, das Finanzmanagement ist betroffen, da es oft nur möglich ist, im Land erwirtschaftete Gewinne auch nur dort zu reinvestieren. Ebenso muss sich das Marketing und die Markenpolitik an die Wirtschaftsräume anpassen. Letztlich geht es im Buch um das Risikomanagement für Hardware- Lieferketten, das nicht nur die jeweiligen Firmen, sondern die Gesamtwirtschaft eines Wirtschaftsraumes betreffen kann.

Mein Fazit:

Zu Beginn möchte ich anmerken, dass mir zwar die Lieferkettenproblematik bewusst war, ich mich jedoch nie mit dem Thema über seine Grundzüge hinaus beschäftigt habe. Beim ersten Lesen des Buches war ich verwundert, dass makroökonomischen Parametern wenig Beachtung geschenkt wird. Allerdings hat mich eine Risikomanagerin darauf hingewiesen, dass das die Komplexität der Prognosemodelle über Gebühr erhöhen würde. Das Buch fokussiert sich stark auf die Halbleiterindustrie, jedoch sind die Risiken branchenweise ganz unterschiedlich. Zudem meine ich, dass es bei der Modellierung darauf ankommt, dynamische Zugänge zu denken.

Die Stunde der Nashörner ist ein äußert empfehlenswertes Fachbuch für Entscheider, im Unternehmen Betroffene und Interessierte, die jedoch etwas wirtschaftliche Vorbildung haben sollten. Das Buch ist sehr aktuell und hervorragend recherchiert, am Ende das Buches findet sich ein ausführliches Quellenverzeichnis. Wer die Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema der Geopolitik und ihrer Verwerfungen nicht scheut, findet hier eine interessante, von Experten geschriebene Zusammenschau.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Macht und Magie der Musik

Fay Melody – Die magische Musikakademie
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Die bekannte Autorin Anastasia Braun hat mit “Fay Melody: Die magische Musikakademie” eine schöne Geschichte darüber vorgelegt, wie heilsam Musik sein kann und welche Kräfte sie entfaltet. Schon das phantasievoll ...

Die bekannte Autorin Anastasia Braun hat mit “Fay Melody: Die magische Musikakademie” eine schöne Geschichte darüber vorgelegt, wie heilsam Musik sein kann und welche Kräfte sie entfaltet. Schon das phantasievoll gestaltete Hardcover führt nach Clef Hall, einer Schule für angehende Musikmagier. Die Protagonisten der Geschichte werden am Anfang des Buches vorgestellt, jeweils mit ihrem magischen Musikinstrument. Denn nur gemeinsam mit ihrem Instrument können die Schüler ihre Zauberfähigkeiten entwickeln.

Hauptcharakter des Buches ist Fay Melody, ein dreizehn Jahre altes Mädchen, das Musik nicht ertragen kann. Daher trägt sie immer einen Gehörschutz und wird so zur Außenseiterin. Doch als sie ihre Mutter nach New Orleans begleitet, ist sie sofort von der dortigen Musik fasziniert. Ein leises Klavierspiel lockt sie zusammen mit anderen Kindern in ein geheimnisvolles Lokal, wo Codes herumfliegen, mit deren Hilfe Fay in das magische Clef Hall gelangen kann. Doch dort fühlt sich Fay isoliert, alle anderen Schüler und Schülerinnen kommen aus bekannten Zaubergilden. Bald sollen alle ihre magischen Instrumente erhalten, aber Fay ist nur ein Mensch, wird sie auch ein Instrument bekommen?

“Fay Melody: Die magische Musikakademie” ist ein Buch über tiefe Freundschaft, denn die Musikmagierin Jazz steht trotz aller widrigen Umstände immer zu Fay. Geheimnisvolle Schüler- Rocky und Blue- scheinen zu ahnen, dass Fay eigentlich nicht in die Akademie gehört. Außerdem ereignen sich mysteriöse Vorfälle, Jazz und Fay versuchen, diesen auf den Grund zu gehen. Dabei geraten sie selbst, genauso wie Clef Hall, in höchste Gefahr. Doch die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, dass sie Gefahren besiegen können, wenn sie nur zusammenhalten.

Besonders hervorzuheben ist der Phantasiereichtum des Buches. Schon die Figuren sowohl von Lehrern wie Schülern sind ungewöhnlich, aber beeindruckend. Auch die Wahl des Schauplatzes ist gut gelungen, auf der Rückseite der Buchdeckel findet sich eine Darstellung von Clef Hall, die die Geschichte nochmals anschaulich macht. Die phantasievollen Illustrationen stammen von Sophia Moog. Das ganze Buch ist durchzogen von Hinweisen auf die Musik und auf Musikinstrumente, die vielleicht nicht alle Lesenden kennen werden. Daher bietet das Buch einerseits Spannung- auch wenn hier manches ungesagt bleibt-, andererseits aber eine gelungene magische Geschichte von Freundschaft, Zusammenhalt und Mut. Leider bleiben für mich zu viele Handlungsstränge offen, selbst wenn eine Fortsetzung geplant ist, hatte ich gerne gewusst, was es mit den geheimnisvollen Mitschülern auf sich hat und wie es mit Fays Eltern weitergeht. Da der Schule ein fürchterliches Ende droht, lässt die Autorin erst ganz zum Schluss erkennen, wer hinter diesem perfiden Plan steckt. Auch hier hätte ich mir eine etwas klarere Linie im Vorfeld gewünscht.

Der Schreibstil der Erzählung ist gut lesbar und bildhaft, immer wieder finden sich kleine musikalische Anmerkungen, die zum Schmunzeln anregen. Eindrücklich werden die Gefahren, die Clef Hall drohen, beschrieben, die Geschichte ist actionreich und weist auf einen großen Show Down hin. Kann Clef Hall gerettet werden?

Meiner Enkelin, die das Buch ausschnittweise mit mir gelesen hat, hat der Charakter von Fay sehr gut gefallen, doch auch die anderen Figuren, die über unterschiedliche magische Kräfte verfügen, fand sie sympathisch. Insgesamt ist das Buch, das für Kinder ab zehn Jahren empfohlen wird, durchaus lesenswert und vielleicht kann eine Fortsetzung die noch offen gebliebenen Erzählstränge weiterführen. Für Kinder, die magische Schulgeschichten ebenso wie Musik lieben oder bereit sind, sich mit dem Thema ein bisschen zu beschäftigen, ist “Fay Melody: Die magische Musikakademie” ein Buch, das wir gerne empfehlen können.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Lustig und liebenswert: Miefi und die Highland Games

Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen
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Hier geht es um Mäc Mief, ein Schaf, dessen Ruhe auf seiner Wiese empfindlich gestört wird. Und zwar durch seine Familie, die Olifants. Gleich zu Beginn der Geschichte lernt man die Familienmitglieder ...


Hier geht es um Mäc Mief, ein Schaf, dessen Ruhe auf seiner Wiese empfindlich gestört wird. Und zwar durch seine Familie, die Olifants. Gleich zu Beginn der Geschichte lernt man die Familienmitglieder kennen: Bonnie, der Hütehund, ist eine Freundin von Mäc Mief und das Lieblingstier von Tochter Meggie; Sohn Finn nennt sein Schaf liebevoll Miefi; Papa Tom und Mama Jenny üben wie die ganze Familie für die Highland Games.

Natürlich wollen alle gewinnen, daher fliegen über Miefis Wiese plötzlich Heusäcke und Gummistiefel, Mama Jenny übt Hügellauf. Das alles sind Disziplinen bei den Highland Games. Selbstverständlich wollen Miefi und Bonnie bei den Bewerben dabei sein. Doch das ist leider nicht so einfach wie gedacht. Als plötzlich mehrere Geldbörsen verschwunden sind, werden die Beiden jedoch zu Spürnasen. Welche Rolle spielt dabei der Mann mit dem Dudelsack?

Carola Becker hat mit dem Kinderbuch “Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen” eine Geschichte geschrieben, wie man sie sich für Kinder wünscht. Die phantasievollen und liebevoll gezeichneten Illustrationen stammen von Ina Krabbe. Schon das fröhliche Hardcover macht Lust darauf, die Figuren nach Schottland zu begleiten, auch in der Geschichte gibt es genügend bunte und witzige Bilder, etwas, das dieses Buch wirklich von anderen Kinderbüchern abhebt. Hier gibt es eine fröhliche und spannende Story, die in kindgerechter Weise mit klarer Sprache und in kurzen Kapiteln und Sätzen erzählt wird, sodass sich das Buch sowohl zum Vorlesen wie zum ersten Selbstlesen sehr gut eignet. Das Buch wird ab sieben Jahren empfohlen.

Die Kinder schließen sicherlich die klugen und mutigen Tiere gleich ins Herz, denn die Figuren in diesem Buch muss man einfach gern haben. Ganz nebenbei lernen die Kinder etwas über Schottland und die Highland Games, das traditionelle schottische Volksfest. Durch das dicke Papier und den stabilen Bucheinband können die kleinen Lesenden dieses Buch immer wieder zur Hand nehmen, denn hier bekommen auch Lesemuffel sofort gute Laune.

Ich habe das Buch mit meiner neun Jahre alten Enkelin gelesen, die bisher keine begeisterte Leserin war. Aber “Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen” hat uns wirklich gut gefallen und wir empfehlen das Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Gift

Nachtschattengewächse
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Mit “Nachtschattengewächse” hat die bekannte Autorin Jill Johnson einen etwas anderen Krimi geschrieben, in dem Giftpflanzen und ihre Gärtnerin eine Hauptrolle spielen. Schon das gelungene Hardcover stellt ...

Mit “Nachtschattengewächse” hat die bekannte Autorin Jill Johnson einen etwas anderen Krimi geschrieben, in dem Giftpflanzen und ihre Gärtnerin eine Hauptrolle spielen. Schon das gelungene Hardcover stellt einige dieser oft wunderschönen Pflanzen vor, die durch ihre Eigenheiten bezaubern, aber auch den Tod bringen können.

Ich-Erzählerin und Hauptfigur ist Professorin Eustacia Rose, eine anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Pflanzentoxikologie. Wer sie allerdings am Anfang dieses Buches trifft, wird von ihrer skurrilen Persönlichkeit überrascht sein. Sie trägt die Anzüge ihres verstorbenen Vaters auf, züchtet in ihrem Dachgarten Giftpflanzen, aber beobachtet auch von dort mittels eines starken Teleskops ihre Nachbarn. Eine junge Frau hat es ihr besonders angetan, Eustacia verfolgt sie und versucht sie zu beschützen. Denn bei Psycho, so hat sie die junge Frau nach einer Giftpflanze getauft, gehen eigenartige Männer ein und aus. Doch dann scheint es, dass Psycho entführt wurde….

Der Roman braucht einige Zeit, bis sich die Geschichte entwickelt, und hier sind verwirrende Vorkommnisse an der Tagesordnung. Ist Psycho wirklich Simone, wie sie sich nennt? Wonach sucht sie und warum hat sie Professorin Rose in ihrem Dachgarten besucht? Ist Eustacia in Gefahr? Und wer sind die Männer, die die junge Frau bedrohen, schlagen und sie zur Gewalt auffordern? In ihrem Abscheu ihnen gegenüber hat Eustacia allen Männern die Namen von Giftpflanzen gegeben. Doch der Schlimmste von allen lebt mit Eustacias Jugendliebe zusammen, Mary, die jetzt im Rollstuhl sitzt. Doch woher kennt Simone Marys Sohn und welche Rolle spielt der heruntergekommene Künstler?
Als ein Mord geschieht, bei dem Gift im Spiel ist, steht Professorin Rose unter Verdacht, denn schon einmal hatte sie mit der Polizei zu tun und damals hat sie dieses Vorkommnis ihren Job gekostet.

Jill Johnson hat mit “Nachtschattengewächse” einen Kriminalroman vorgelegt, der die Lesenden teilweise überfordert. Wer sich eine stringente Krimihandlung erwartet hat, wird enttäuscht sein. Zu viele und zu undurchsichtige Figuren, die schemenhaft bleiben, kommen in ihrem Buch vor. Professorin Rose selbst bleibt eine Gestalt mit vielen Eigenheiten, die es für sie schwer machen, Empathie zu empfinden. Doch Liebe kennt sie bis zur Obsession, früher zu ihrer ersten Liebe Mary, jetzt zu Psycho, die vielleicht eine ganz Andere ist. Lesende, die Interesse an Giftpflanzen haben und vielleicht wissen möchten, was bei ihnen auf dem Fensterbrett oder im Garten so wächst,- gerne Blauer Eisenhut, Engelstrompete oder Eibe- finden hier durchaus gelungene botanische Erläuterungen.

Der Roman hat ein offenes Ende, einerseits versöhnlich, andererseits wird ein begangener Mord nicht abschließend aufgeklärt. Dieses Buch ist geeignet für Lesende, die sich eine Hauptfigur mit vielen speziellen Eigenarten wünschen und wissen, dass Rache ein süßes Gift ist.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Alte Freunde, neue Freunde

Rocky Winterfeld
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Rocky ist elf Jahre alt. Er interessiert sich sehr für wissenschaftliche Zusammenhänge, besonders angetan hat es ihm das Weltall. Darum hängt in seinem Kasten ein Modell der Planeten und in diesem Kasten ...

Rocky ist elf Jahre alt. Er interessiert sich sehr für wissenschaftliche Zusammenhänge, besonders angetan hat es ihm das Weltall. Darum hängt in seinem Kasten ein Modell der Planeten und in diesem Kasten sitzt Rocky oft stundenlang. Manchmal gemeinsam mit Mutter Nancy, öfter mit seinem Freund Marek. Aber Marek zieht nach Polen und Rocky fällt der Abschied sehr schwer.

Zur gleichen Zeit erhält Rocky geheimnisvolle Briefe. Als er die damit verbundenen Rätsel löst, darf er mit seinem Physikprojekt an einem wissenschaftlichen Wettbewerb teilnehmen. Und der ist in Polen. So macht sich Rocky mit drei weiteren Kindern und der Physiklehrerin Frau Popov in einem klapprigen Bus auf die Reise. Nach vielen Hindernissen und abenteuerlichen Ereignissen ist Rocky in Polen angekommen. Wird er seinen Freund Marek wiederfinden?

Marie Hüttner hat mit “Rocky Winterfeld- ziemlich neben der Spur” ein fröhliches Buch geschrieben, das sich gut und flüssig lesen lässt. Kurze Kapitel, größere Schrift und die gelungenen Illustrationen von Regina Kehn vervollständigen das Lesevergnügen. Das bunte Hardcover wirkt einladend, eigentlich würde man auch gerne selbst in den Bus steigen und sofort mitfahren. Das Buch wird ab zehn Jahren empfohlen.

Der Roman erzählt von einem besonderen Jungen, Rocky, der Menschen und laute Geräusche nicht so gerne mag. Wenn er in seinem Kasten sitzt, fühlt er sich geborgen. Rocky mag Döner, ist interessiert und wissbegierig, seine treffenden Kommentare zur Situation zeichnen das Buch aus und machen es sehr witzig. Auch seine Mitschüler haben ihre Eigenheiten: Kadir hat eine große Familie und rappt gerne, das soll allerdings niemand wissen; Leyla ist Umweltaktivistin und schreckt auch vor fragwürdigen Aktionen nicht zurück; Tess wirkt verschlossen und scheint sich in ihrem Pullover zu verstecken, doch hatte sie es bisher auch nicht leicht. Mit ihrer resoluten Lehrerin Frau Popov erreichen sie schließlich Polen, doch wird es mit dem Wettbewerb gut laufen?

Der Roman erzählt eine Geschichte vom Mut, über den eigenen Schatten zu springen und sich auch einmal etwas zuzutrauen. Doch nicht immer ist eine Freundschaft so beständig, wie Rocky sich das gerne wünschen würde. Allerdings: Wenn man offen auf Andere zugeht, ist es gar nicht so schwierig, neue Freunde zu finden. Auch wenn die Charaktere der Kinder manchmal schräg und eigenwillig scheinen, so sind sie doch alle liebenswert. So manche junge Lesende werden sich vielleicht ein bisschen wiedererkennen. Mir und meinen Mitleserinnen- zwei Mädchen im Alter von neun Jahren- hat das Buch sehr gut gefallen und wir empfehlen es gerne weiter.

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