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Veröffentlicht am 21.04.2026

Kein erhobener Zeigefinger!

Ins fahle Herz des Sommers
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Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach, erschienen im‎ Lübbe Verlag am 27. April 2026.

Fausto lebt in einer Zukunft, in der der Klimawandel sein heißes Gesicht zeigt. Ausser einer alten Frau ...

Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach, erschienen im‎ Lübbe Verlag am 27. April 2026.

Fausto lebt in einer Zukunft, in der der Klimawandel sein heißes Gesicht zeigt. Ausser einer alten Frau und dem örtlichen Pfarrer und einer Bauernfamilie, die aber für sich lebt, haben die Bewohner den Ort und die erreichbaren Orte rundum verlassen. Fausto durchsucht die verlassenen Hütten nach Nahrung und nutzbaren Gegenständen. Der Süden ist unbewohnbar, der Norden nimmt niemanden mehr auf. Es geht ums nackte Überleben in der nicht endend wollenden Hitze. Ohne Jahreszeiten. Ohne Hoffnung. Dann taucht Valérie auf, die nicht wirklich weiß, woher sie kommt. Ihr scheint die enorme Hitze nichts auszumachen und Fausto schwebt im siebten Himmel, als sie bei ihm einzieht. Dann tauchen plötzlich Fremde im Dorf auf. Behaupten, die Frau gehöre zu ihnen.

Der Autor lässt eine Welt entstehen, die vor Hitze glüht. Kein Regen, keine Jahreszeiten. Ein großer Teil der Menschen wurden durch eine Pandemie getötet und nun geht es nur noch darum, wer sich die Ressourcen unter den Nagel reißt und überlebt.

Andreas Eschbach schreibt ohne Schuldzuweisungen. Der erhobene Zeigefinger bleibt unten. Dadurch schafft sein Roman eine Atmosphäre des unausweichlichen, düsteren, einsamen und die Zukunft scheint bedrückend.

Die Charakterbildung ist gut und ausreichend bei den Charakteren, die wenig eigene Handlung haben.

Gerade weil der Autor keine Anklage gegen uns erhebt, ist dieses Buch ein solcher Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich selbst fragt, ob er genug macht, um genau dieses Szenario zu verhindern. Sehr gut gemacht. Klare Kaufempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Die letzte Schlacht

Das Reich der Dämmerung
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Das Reich der Dämmerung (Das Reich der Vampire, Band 3) Gebundene Ausgabe – 25. März 2026 von Jay Kristoff, erschienen im FISCHER Tor Verlag am 25. März 2026.

Noch immer versucht Gabriel de León die ewige ...

Das Reich der Dämmerung (Das Reich der Vampire, Band 3) Gebundene Ausgabe – 25. März 2026 von Jay Kristoff, erschienen im FISCHER Tor Verlag am 25. März 2026.

Noch immer versucht Gabriel de León die ewige Nacht zu beenden. Er hat alles verloren. Seine Familie, den Glauben und eigentlich auch seine Hoffnung. Dennoch zieht er mit einer Gruppe Loyaler begibt er sich ins Herz des Imperiums, um das Leben des Ewigen Königs zu fordern.

Ich denke, dass die Mehrheit der Leser, die mit dem Schreibstil von Jay Kristoff nicht klar kommen innerhalb des zweiten Bandes spätestens ausgestiegen sind. Eigentlich braucht man für die, die Band 1 und 2 geliebt und gehasst haben keinen Anreiz auch diesen finalen Band zu lesen. Wir tun es sowieso. Wir haben darauf gewartet, gehofft, nicht gewusst ob dieses Finale unseren Blutdurst, unsere Gier nach Leid befriedigen wird. Ja, was Jay Kristoff da abliefert, ist hart, kaum auszuhalten und einfach nur grandios.

Wir bekommen zwei Geschichten, die einander ergänzen. Gabriel de León und von Celene. Die Charaktere, und davon gibt es viele, entwickeln sich weiter und man taucht tief in die Verbindungen ein. Dieser Band hat starke Gefühle, die der Autor meisterhaft im Leser zum Klingen bringt. Nicht alle diese Gefühle sind positiv, aber das erwartet man als Leser der Trilogie hauch nicht ernsthaft. Der Autor kennt keine Gnade mit seinen Charakteren und uns. Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein Buch, das einen entspannen lässt

Mirabellentage
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Mirabellentage von Martina Bogdahn, erschienen im Kiepenheuer&Witsch Verlag am 16.04.2026.

Anna ist plötzlich allein. Der Pfarrer Josef, ein sehr guter Freund und gleichzeitig ihr Arbeitgeber, ist überraschend ...

Mirabellentage von Martina Bogdahn, erschienen im Kiepenheuer&Witsch Verlag am 16.04.2026.

Anna ist plötzlich allein. Der Pfarrer Josef, ein sehr guter Freund und gleichzeitig ihr Arbeitgeber, ist überraschend gestorben und hat ihr eine Aufgabe hinterlassen, die sie glaubt, nicht bewältigen zu können. Dann schickt Rom auch noch kurz vor der Beerdigung den jungen Priester Fridtjof, der mit seinem nordischen Akzent fast unverständlich für die Dorfbewohner redet. Anna greift ein, weil sie doch einfach am besten weiß, wie der Pfarrbetrieb läuft.

Anna ist eine Frau mit dem Herzen am rechten Fleck. Das Schicksal hatte sie auf die Stelle als Haushälterin geschickt, wo sie die Aufgaben, die ihr zugefallen sind, ohne Klage übernimmt. Ohne ihren Fixpunkt Josef, ist sie nun aber zum ersten Mal auf sich allein gestellt und muss Aufgaben übernehmen, bei denen sie zurückschreckt.

Das Buch ist lustig, spannend, philosophisch und einfach unterhaltsam. Die Personen handeln z.T. impulsiv, was aber ehrlich wirkt und man möchte immer noch etwas mehr lesen. Dieses Buch ist ein echter Pageturner mit Herz und diesem Gefühl von dazu zu gehören und etwas Bodenständiges.

Mir hat dieses Buch sehr viel Freude gemacht, auch wenn ich Mühlensommer noch besser fand. Das liegt aber daran, dass mit Mühlensommer die Latte wirklich hoch liegt.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Drei Lebenswege

Die Namen
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Die Namen von Florence Knapp, erschienen im Eichborn Verlag am 3. März 2026.

Irland 1987. Cora wurde von ihrem Mann, einem anerkannten Arzt, geschickt ihren gemeinsamen Sohn beim Amt anzumelden. Als ...

Die Namen von Florence Knapp, erschienen im Eichborn Verlag am 3. März 2026.

Irland 1987. Cora wurde von ihrem Mann, einem anerkannten Arzt, geschickt ihren gemeinsamen Sohn beim Amt anzumelden. Als Name kommt für ihren Mann nur Gordon vor. Das ist Tradition in seiner Familie. Der Vater des kleinen Jungen lebt das Patriarch daheim bis zur bitteren Neige aus, ist jähzornig und bestimmt über Frau und Tochter, die sich seinen Wünschen zu unterwerfen haben. Auf dem Weg zum Amt, schlägt Maia den Namen Bear vor mit dem sie angenehme Dinge verbindet und um dem Bruder einen eigenen Namen zu geben. Cora wünscht sich den Namen Julian.

Die Geschichte erzählt die verschiedenen Lebenswege, die durch den Namen Bear, Julian und Gordon entstehen. Die Personen sind die Gleichen, die verschiedenen Lebenswege fußen nur darauf, wie der Vater auf die Namen reagiert. Die Spannungen innerhalb des Ehepaares kommen im Laufe des Buches ans Licht und mit ihnen auch die Veränderungen die Tochter und Sohn durch die verschiedenen Reaktionen des Vaters auf die Namenswahl von sich gibt.

Das Buch ist manchmal schwer zu ertragen in der Art der stattfindenden häuslichen Gewalt. Ich fand es auch etwas gewöhnungsbedürftig, die einzelnen Lebensabschnitte der Familie immer durch alle Namen stattfanden und erst dann die Geschichte weiter ging. So ist es aber als Vergleich einfacher nachzuhalten. Die Unterschiede liegen nicht nur in den einzelnen Personen, die sind eigentlich immer gleich, nur ihre Ausrichtungen werden durch den Einfluss eines dominanten, widerlichen Mannes und Vater bestimmt. Die Warnhinweise wie es zu dieser Dominanz und Unterwerfung gekommen ist und die Einsichten, warum man zu spät und zu wenig reagiert hat, um Unheil abzuwenden werden relativ klar herausgearbeitet.

Das Buch macht nachdenklich und manchmal schwer zu ertragen. Ich hoffe, dass es nicht nur von Frauen gelesen wird. Klare Kaufempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Schicksalssommer

Der Sommer, der uns blieb
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Der Sommer, der uns blieb: Drei Freunde, eine alte Schuld – und ein Sommer, der alles verändert von Greta Herrlicher, erschienen im VANI Verlag GmbHam 14.04.2026.

Ist sie es nun, oder sind es Hirngespinste ...

Der Sommer, der uns blieb: Drei Freunde, eine alte Schuld – und ein Sommer, der alles verändert von Greta Herrlicher, erschienen im VANI Verlag GmbHam 14.04.2026.

Ist sie es nun, oder sind es Hirngespinste die Martin verfolgt. Er glaubt seine Jugendfreundin Pia gesehen zu haben, die plötzlich aus dem Leben von Britta und Martin ohne ein Wort verschwunden ist. Auch Britta ist weg gegangen, ins großstädtische Frankfurt. Martin jedoch ist im Elternhaus geblieben. Sein früh verstorbener Adoptivvater hatte ihm alles bedeutet, so aber hat er nicht sein Leben, sondern das Leben, welches seine Mutter für ihn bestimmt hat, gelebt. In dem kleinen Ort im Elternhaus mit seiner Mutter und als Erbe des Familienbetriebes. Pia ist tatsächlich zurückgekommen, um an ihrem alten Heimartort eine Ausstellung ihrer Fotografien zu machen, und um ihren früheren Freunden etwas zu beichten, was sie unbedingt loswerden möchte, bevor ihre Zeit auf dieser Welt abläuft.

Es gibt zwei Zeitlinien, wo wir die Freunde kennen lernen. Im Alter als sie Abitur gemacht haben und ihnen die Welt offenstand und jetzt, wo sie ein vorgegebenes Leben führen, sich um den dementen Vater kümmern und wo das Leben gelebt wurde und nur noch wenig Zeit bleibt.

Die Charaktere wachsen im Laufe der Geschichte. Es sind persönliche Augenblicke, die wir mit ihnen erleben und das Buch hat nicht die Leichtigkeit, die die eingeflochtene coming of age Geschichte erwarten lässt. Das Leben in der Kleinstadt war zu eng für die Heranwachsenden, aber hier sind ihre Wurzeln und es sind einige Dinge, die verschwiegen wurden, die sie mit raus ins Leben genommen haben und wieder mitgebracht haben.

Die Protagonisten waren mir nicht von Anfang an sympathisch, aber je mehr Hintergrundinformationen die Geschichte lieferte, desto erkennbarer wurden die unausweichlichen Dinge, die sie zu den Menschen gemacht haben, die sie nach außen hin sind, aber in ihrem Inneren gibt es viel zu entdecken.

Ich fand die Geschichte nicht so tiefsinnig wie sie hätte werden können, dafür hat sie ihre Leichtigkeit behalten trotz vieler Probleme, die angesprochen werden. Klare Leseempfehlung.

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