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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2019

Humorvoll, trashig, schoen

Schund und Sühne
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Schund und Sühne von Anna Basener, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 31. Januar 2019

Kat ist DIE Groschenromanautorin wenn es um Adelsgeschichten geht. Als Aufrueckerin darf sie einige Zeit ...

Schund und Sühne von Anna Basener, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 31. Januar 2019

Kat ist DIE Groschenromanautorin wenn es um Adelsgeschichten geht. Als Aufrueckerin darf sie einige Zeit bei echten Adeligen wohnen und erlebt das Leben ohne Hochglanzmedien. Moritz arbeitet in der Rosenindustrie. Dabei ist er eigentlich nicht nur mit einem gruenen Daumen, sondern auch mit einem gruenen Herzen ausgestattet und moechte etwas daran aendern wie wir mit den Resourcen der Welt umgehen um uns frische Rosen auf den Tisch stellen zu koennen. In Seth, einer jungen Adeligen, denkt er eine Geldgeberin fuer den Aufbau einer oekolischen Rosenzucht gefunden zu haben.

Anna Basener hat keine Scheu in ihrem Roman heisse Eisen an zu fassen. Verpackt in der eher ungewoehnlichen Umgebung „Adel in Deutschland“ treffen wir auf Dinge die wir wohl eher nicht dort hin verorten. Homosexualitaet ist genau so ein Thema des Buchs wie die strengen Regeln der Groschenroman Herstellung. Ich habe in diesem Buch erstaunlich viel ueber Rosenzucht und die Regeln wie Adelsgeschlechter sich finanzieren und die aktuellen Herrscher immer nur das Anwesen fuer zukuenftige Generationen verwalten gelernt.

Keiner der Protagonisten ist mir wirklich sympathisch gewesen, aber mussten sie auch nicht. Dieses Buch hat mich gut unterhalten, ich habe gelacht, nebenbei was gelernt und mich insgesamt sehr gut unterhalten gefuehlt. Was beginnt wie ein lustiger Groschenroman bricht schnell die Regeln desselben und erzaehlt die Geschichte hinter den pompoesen Festen und tollen Ausblicken auf gepflegte Gaerten und Burgen mit uralten Moebeln.

Ich besichtige gerne Schloesser und schaue auch schon mal Dokumentationen ueber Adelshaeuser, Beerdigungen und Hochzeiten geschaut, aber Groschenromane habe ich bisher eher nicht gelesen und Klatschpresse interessiert mich ich auch nicht. Ich denke, dass Buch ist fuer Leute wie mich geschrieben. Ich hatte schoene Stunden damit.

  • Einzelne Kategorien
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  • Humor
  • Idee
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 30.01.2019

Mehr als nur ein Kochbuch

Outlander – Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga
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Outlander – Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga von Theresa Carle-Sanders, erschienen im Zauberfeder Verlag am 31. August 2017

Ich habe dieses Kochbuch geschenkt bekommen ohne die Outlander Serie ...

Outlander – Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga von Theresa Carle-Sanders, erschienen im Zauberfeder Verlag am 31. August 2017

Ich habe dieses Kochbuch geschenkt bekommen ohne die Outlander Serie zu kennen. Um es mir etwas einfacher zu machen einen Einstieg zu bekommen sah ich einige Folgen der ersten Staffel bevor ich ins Buch gesehen habe.

Ich weiss nicht genau was ich erwartet habe, aber auf jeden Fall sind meine Erwartungen nicht nur Erfuellt worden, sondern grandios uebertroffen. Ein Kochbuch welches auf eine historische Romanreihe basiert sollte auch Kochanfaenger abholen, gleichzeitig sollte es den altmodischen Flair des Buches einfangen. Genau das macht dieses Kochbuch. Die Rezepte sind zum grossen Teil fuer Kochanfaenger geeignet, gut beschrieben und kommen ohne laestigen Firlefanz aus. Weniges wird man sich online besorgen muessen.

Das Vorwort von Diana Gabaldon stimmt einen schon mal auf ein Kochbucherlebniss der besonderen Art ein und die Textstellen die vor den Rezepten abgedruckt sind lassen einen Ausfluege in die Saga unternehmen. Dieses Buch regt einfach schon durch seine Aufmachung zum schmoekern ein. Da hilft es auch, dass es zwei Lesebaendchen gibt. Eins zum schmoekern und eins fuer das gerade ausgewaehlte Rezept.

Es ist nicht gerade Gourmetkueche, aber das wird auch von einem Buch das das Gefuehl des Jahres 1743 vermitteln will gar nicht erwartet. Die Bilder zeigen dann auch ein breites Spektrum von appetitanregend bis Porridge.

Eingeteilt wurde nach Grundrezepten, Fruehstueck, Suppen, Appetitanreger, Fleischgerichte sortiert nach Fleischsorte, Fisch, vegetarische Rezepte, Pizza und Pasta, Beilagen, Brot und Gebaeck, Suesses und Desserts, Drinks und Cocktails und Eingelegtes und Eingemachtes. Es ist also fuer jeden etwas dabei und ich denke, dass selbst Kochmuffel die Outlanderfans sind damit ihre Liebe zum kochen entdecken werden.

Auf jeden Fall ist dieses Buch ein optisches Highlight in meiner Kochbuchsammlung und ich werde es sicher noch oft benuetzen wenn ich einen Ausflug in eine andere Zeit machen moechte. Klare Kaufempfehlung fuer Kochbuchsammler und Fans der Outlander Saga.

Veröffentlicht am 28.01.2019

Guter Auftakt zu einer neuen Reihe

Hexenzirkel 1: Das Lied von Usgar
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Das Lied von Usgar von R.A. Salvatore, erschienen im Cross Cult Verlag am 3. Dezember 2018

Aoleyn w’aechst bei einem kriegerischen Stamm hoch in den Bergen auf dessen Frauen zum Teil eine Kristallmagie ...

Das Lied von Usgar von R.A. Salvatore, erschienen im Cross Cult Verlag am 3. Dezember 2018

Aoleyn w’aechst bei einem kriegerischen Stamm hoch in den Bergen auf dessen Frauen zum Teil eine Kristallmagie beherrschen und dadurch den Kriegern ihres Stammes die Extraportion Kampfkraft verleihen um die Staemme unten am See besiegen zu koennen und deren Frauen und Kinder zu entfuehren um sie als Sklaven zur Arbeit zu zwingen und die Frauen zu vergewaltigen. In Aeleyn zeigt sich frueh, dass sie magisch sehr begabt ist, gleichzeitig hat sie ihren eigenen Kopf und versucht sich gegen einen Krieger der sie dazu benuetzen moechte der naechste Stammesfuehrer zu werden zu wehren.

Dieser Auftaktband einer Trilogie findet in einem sehr begrenzten Setting statt. Erzaeht werden die Geschichten von Aoleyn und einem Perlenhaendler der die Doerfer am See besucht und mit den Einheimischen Handel treibt. Durch ihn wird dem Leser ein Ueberblick ueber die Gegend und die Bewohner erzaehlt und es tauchen auch schon Monster auf die vermutlich in der Reihe noch eine Rolle spielen werden. Dieser erste Band beschaeftigt sich damit wie Aoleyn aufwaechst, wie sie lernt die Kristallmagie zu nutzen und wie der Zirkel aus Magieanwenderinnen die Magie gewoehnlich nutzt. Es ist eine Geschichte der absoluten Unterdrueckung der Frauen in der auch dargestellt wird wie Frauen selbst dazu beitragen, dass diese Unterdrueckung so stattfinden kann.

Einige Figuren aus frueheren Romanen des Autors bekommen hier einen kleinen Platz, aber es ist nicht notwendig etwas vom Autor gelesen zu haben um dieses Buch geniessen zu koennen. Es ist Fantasy wie sie sein sollte. Spannend, durchdacht und mit einem guten Aufbau der Protagonisten. Es gibt Liebe, Intriegen, fremde Rassen und Monster durch deren Augen man sehen darf und die einem dann viel weniger wie Monster erscheinen.

Guter Auftakt zu einer neuen, modernen Fantasy Geschichte die darauf aufbaut, dass man schon etwas vertraut mit dem Genre ist. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 05.01.2019

Aberglaube und Glaubensunfriede

Der Astronom und die Hexe
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Der Astronom und die Hexe: Johannes Kepler und seine Zeit von Ulinka Rublack, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 16. Dezember 2018.

In diesem Sachbuch werden die Lebensumstände der Familie Kepler dargestellt ...

Der Astronom und die Hexe: Johannes Kepler und seine Zeit von Ulinka Rublack, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 16. Dezember 2018.

In diesem Sachbuch werden die Lebensumstände der Familie Kepler dargestellt und wie es zur Hexenanklage gegen Johannes Keplers Mutter gekommen ist. Der eigentliche Hexenprozess bleibt dabei recht unspektakulär und bekommt in diesem Buch nur genau den Raum den er brauchte. Viel wichtiger werden die Lebensumstände der Familienmitglieder beschrieben und es entsteht ein ausführliches Bild der Zeit die durch die Spaltung der Kirche es für die Wissenschaft nicht einfacher machte zu forschen ohne ins Fadenkreuz derer zu kommen, die wissenschaftliche Erkenntnisse gerne als teuflischen Humbug abtun wollten.

Ich gebe zu, dass ich mir etwas mehr Sensation vorgestellt hatte bei dem Wort Hexe im Titel, aber ein Sachbuch ist nun einmal kein Hollywoodstreifen und nüchterne Fakten erlauben selten ein Mitfiebern mit den Protagonisten. Vor allem da die Rahmenbedingungen der Geschichte ja bekannt sind.

Einfühlsam wird hier die Geschichte einer Familie und die Problematik des beginnenden Protestantismus geschildert. Katharina Kepler ist früh verwitwet und muss die Kinder alleine groß ziehen. Sie entspricht nicht der Erwartungshaltung ihrer Mitbürger und führt ein Leben nach dem Tot ihres Mannes was zu Misstrauen führt und Aberglaube wird mit christlicher Tünche versehen um eine Frau los zu werden die manchen Leuten unbequem erscheint und eine gute Entschuldigung warum man selbst nicht leistungsfähig ist.

Ulinka Rublack zeichnet ein interessantes Bild der Lebensumstände auch anhand von Personen, die in der Zeit und Umgebung von Johannes Kepler gelebt haben. Meine anfängliche Enttäuschung keinen spektakulären Hexenprozess zu bekommen hat sich schnell gelegt, weil ich ein Stück Zeitgeschichte kennen lernen durfte welches interessant und zu keinem Zeitpunkt langweilig beschrieben wird.

Klare Leseempfehlung für Leute die mehr aus der Zeit erfahren möchten als Dröges Zahlenmaterial und kurze Fakten hergeben. Das Buch fühlt sich mehr als historischer Roman statt Geschichtsstunde an. Mehr kann man nicht erwarten, wenn man Geschichte lebendig werden lassen möchte.

Ich habe das Buch als eBook gelesen und habe mich etwas geärgert, dass ich die Bilder nicht wirklich gut sehen konnte. Ich würde eine gedruckte Ausgabe dem eBook vorziehen.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Nicht wirklich witzig, naja so bisschen was von witzig und Beziehungsdrama auf männlichem Niveau

7 Kilo in 3 Tagen
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7 Kilo in 3 Tagen über Weihnachten nach Hause von Christian Huber, erschienen im rororo Verlag am 17. November 2017

Bastian wird wie jedes Jahr Weihnachten mit seinen Eltern verbringen. Dazu gehört, dass ...

7 Kilo in 3 Tagen über Weihnachten nach Hause von Christian Huber, erschienen im rororo Verlag am 17. November 2017

Bastian wird wie jedes Jahr Weihnachten mit seinen Eltern verbringen. Dazu gehört, dass er sich selbst die Geschenke mitbringt und seine Eltern „same procedure as every year“ spielen. Gleiche Sprüche, gleiches Essen und gleiche Verwandte, die besucht werden müssen. Etwas ist aber nicht gleich. Seine Exfreundin ist jetzt die Freundin seines Bruders. Letztes Jahr sind sie noch zusammen gewesen.

Ich bin durch ein Interview im Radio mit Christian Huber auf dieses Buch aufmerksam geworden. Es wurde allerdings der neue Band vorgestellt. So habe ich mir in froher Erwartung meinen Weihnachtslacher des Jahres zu besorgen und ohne den Klappentext zu lesen doch etwas enttäuscht worden. Ja, es geht auch um Weihnachten und die ewig gleichen Rituale und auch etwas um die Völlerei, die der Protagonist betreibt, aber hauptsächlich geht es darum, wie die lange Beziehung zur Ex beendet wurde, und wie es ist sie ausgerechnet zur Bescherung wieder zu treffen. Das ist dann eher kein anhaltender Lacher.

Christian Huber erzählt in diesem Buch eher bruchstückhaft Geschichten aus dem Leben des Bastian. Laut Interview sind einige Dinge aus dem wirklichen Leben gegriffen. Eine wirkliche Geschichte, außer dass der Protagonist wohl wie viele Leute über Weihnachten sich bei den Eltern einquartieren lassen und folgsam jedes Jahr die Weihnachtshighlights der älteren Generation abspulen passiert aber nichts Wirkliches im Buch. Selbst die meisten Witze kennt man nach Klappentext und Radiointerview schon.

Kann man lesen. Muss man aber nicht. Ist vermutlich eher witzig, wenn man in den Jahrgang des Autors gehört.