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Veröffentlicht am 22.05.2017

Fühlt sich wie zweiter Aufguss an

DAS ORAKEL
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Das Orakel (3. Band der Sarah Weston Trilogie) von Daphne Niko
Sarah und Daniel befinden sich auf einer Ausgrabund in Griechenland. Daniel macht Extratouren ohne Sarah zu informieren als ein Einbruch in ...

Das Orakel (3. Band der Sarah Weston Trilogie) von Daphne Niko
Sarah und Daniel befinden sich auf einer Ausgrabund in Griechenland. Daniel macht Extratouren ohne Sarah zu informieren als ein Einbruch in das Museum bei der zum Glück nichts gestohlen wird Sarah auf ein Artefakt aufmerksam macht, welches nicht ausreichend untersucht wurde und im Fokus der Diebe gewesen ist aber durch Zufall für weitere Untersuchungen im Tresor gelagert wurde.

Der dritte und letzte Band der Trilogie ist wieder in zwei unterschiedlichen Strängen geschrieben. Wir erleben die Abenteuer der Priesterin Aristia im Griechenland um das Jahr 393 n. Chr. Wo die Kulte der alten Götter durch die Christen verboten werden und die Bevölkerung gezwungen wird sich zum christlichen Glauben zu bekennen. Daniel und Sarah müssen gegen einen Kult ankämpfen, die versuchen die alte griechische Religion neu auferstehen zu lassen und gleichzeitig eine pythagoreische Formel zu finden um die Menschheit zu knechten.

Klingt spannend, aber trotz hohem Tempo wurde es nicht wirklich spannend. Die Abschnitte im antiken Griechenland sind sehr interessant erzählt und lassen diese Zeit in neuem Glanz erstrahlen, die Abschnitte mit Sarah und Daniel sind aber leider eigentlich nur eine Wiederholung des vorherigen Buches an anderen Schauplätzen. Einmal mehr erleben wir die Archäologen dabei wie Indianer Jones und Lara Croft zu handeln, Daniel macht Extratouren und Sarah ist eben Sarah. Zweifelt an der Liebe von Daniel und begibt sich in Gefahr.

Kann man lesen, muss man aber nicht da die Reihe abgeschlossen ist. Handwerklich ist das Buch aber noch immer gut geschrieben und so freue ich mich darauf, dass die Autorin sich neuen Abenteuern mit anderen Protagonisten zugewendet hat.

Veröffentlicht am 05.05.2017

Russisch Roulette mit Karten

Des Teufels Gebetbuch
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Des Teufels Gebetbuch von Markus Heitz, erschienen im Knaur HC am 1. März 2017
Ein Spieler verschafft sich mit einer alten Karte Zutritt zu einem geheimen Spielcasino. Dort wird nach alten Regeln Supérieur ...

Des Teufels Gebetbuch von Markus Heitz, erschienen im Knaur HC am 1. März 2017
Ein Spieler verschafft sich mit einer alten Karte Zutritt zu einem geheimen Spielcasino. Dort wird nach alten Regeln Supérieur gespielt. Zieht man die Pik Ass verliert man nicht nur sein Geld. Tadeus Boch, ein Angestellter in einem renommierten Spielcasino in Baden-Baden, wird von einem jungen großmäuligen Spieler geben ihn zu einem der geheimen Spielcasinos zu begleiten. Boch stimmt zu und wird so ungewollt in einen Strudel an Ereignissen gezogen die sich um jenes alte Kartenspiel dreht, welches von besonderer Bedeutung ist.
Markus Heitz schreibt in zwei Handlungsstraengen. Zum einen erfahren wir wie dieses spezielle Kartenspiel im Leipzig von Goethe entstanden ist, zum anderen spielt die Geschichte in der Gegenwart. Es wird flüssig und sehr spannend erzählt. Schnell fragt man sich, ob es nur dem Namen nach “Des Teufels Gebetbuch” ist, oder ob finstere Mächte die Karten beseelt haben und die Spieler auf dem Gewissen haben.
Die Charaktere sind eher schwierig für den Leser. Ein hoch verschuldeter Spielsüchtiger, der in seinen besten Zeiten sich so zugedröhnt hat, dass immer wieder Leute begegnen, die ihn kennen und schätzen, er kann sich aber gar nicht an die Ereignisse erinnern. Ihm zur Seite steht die Verlobte Hyun Poe des Spielers, der getötet wurde. Sie ist Ärztin, gleichzeitig hat sie aber auch die Grundzüge des Schamanentums von ihrer koreanischen Großmutter erlernt. Sie ist verzweifelt weil sie den Menschen verloren hat, den sie am meisten geliebt hat. Gleichzeitig wusste sie, dass die alte Karte die ihr Verlobter hatte eine schlechte Ausstrahlung hat. Bei ihr hat Markus Heitz alle Register gezogen: schön, reich, klug, sportlich … leider fehlt sympathisch bei der Aufzählung.
Wenn man aber keinen Protagonisten zum Kuscheln braucht, und sich gerne in mystische Dinge reinziehen lassen möchte ist dies genau das richtige Buch. Klare Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Großes Kopfkino in epischer Breite, ein muss für Fantasy Fans

Der Drachenbeinthron
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Das Geheimnis der Großen Schwerter / Der Drachenbeinthron von Tad Williams, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 11. März 2017.

König Johan der nach einem langen erfüllten Leben im Sterben liegt hat zwei ...

Das Geheimnis der Großen Schwerter / Der Drachenbeinthron von Tad Williams, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 11. März 2017.

König Johan der nach einem langen erfüllten Leben im Sterben liegt hat zwei Söhne die einander spinne feind sind. Mit ihnen auf dem Hochhorst lebt Simon, ein Waisenjunge der in der Küche helfen soll und bei Doktor Morgenes in die Lehre geht, wofür er aber erst einmal lesen und schreiben lernen muss. Simon treibt sich gerne auf der Burg rum um sich vor der Arbeit in der Küche zu drücken und er würde gerne coole Zauber statt lesen und schreiben lernen. Bei seinen Ausflügen sieht er seltsame Leute die ihn scheinbar verfolgen und einen Mann, der ihm sehr unheimlich ist und zum Gefolge des Thronfolgers gehört.

Tad Williams macht das, was man in den 1980ern mit High-Fantasy gemacht hat. In epischer Breite wird eine Welt eingeführt. Da werden Völker beschrieben, Geschichte gelehrt und Simon das Mondkalb bekommt seine ersten pubertären Gefühle. Der Autor schafft dabei eine Welt in die man richtig eintauchen kann. Man lebt auf dem Hochhorst, man hat das Gefühl selbst die Geschichte des Landes, des Königs erzählt zu bekommen. Ja, es plätschert Seite um Seite dahin, aber eine ganze Welt und die vielen Leute die darin leben, erklären sich nun einmal nicht auf 3 Seiten und mit der Tür ins Haus will man ja auch nicht fallen.

Wer gerne „Game of Thrones“ gelesen hat, wird auch von Osten Ard begeistert sein und jetzt mit der Aussicht auf neue Abenteuer ist der richtige Zeitpunkt seine Abende im Abenteuerland zu verbringen.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Da ist noch Luft nach oben!

Björn Freitag – Smart Cooking
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Smart Cooking - Einfacher geht's nicht - Kochen ohne Einkaufsstress und ohne Küchenchaos von Björn Freitag, erschienen im Becker Joest Volk Verlag am 21. April 2017

In Björn Freitags Kochbücher sind für ...

Smart Cooking - Einfacher geht's nicht - Kochen ohne Einkaufsstress und ohne Küchenchaos von Björn Freitag, erschienen im Becker Joest Volk Verlag am 21. April 2017

In Björn Freitags Kochbücher sind für mich meist nur wenige Rezepte interessant. Aufgrund der Leseprobe habe ich mir dann doch seinen neuesten Renner besorgt und bin nun etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite gehört Kokosessig nicht wirklich zu den Dingen, die ein normaler Haushalt mal so vorrätig hat, aber wenn man sich auf das Kochbuch eines Sternekoch einlässt muss man da wohl durch. Als Landei musste ich dann auch noch auf den Lieferservice von Amazon zurückgreifen da wir hier keinen Asia Laden haben. Es fehlt der Hinweis, dass man einfach Kokosessig durch Reisessig ersetzen kann. Den gibt es in jedem Supermarkt.

Die Einteilung ist Fleisch, Geflügel, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Suppen und Salate und es folgen noch einige Grundrezepte.

Fischgerichte habe ich keine ausprobiert, da jemand mitgegessen hat der keinen Fisch mag. Suppen sind für mich keine Schnellessen, da koche ich lieber stundenlang und zelebriere das Kochen.
Bei den Grundrezepten habe ich die Herstellung der Brühen und Fonds vermisst. Klar, geht aus dem Glas, aber ehrlich, wofür kauft man sich ein Kochbuch um dann doch Dose zu machen?

Durch die recht übersichtliche Zutatenliste für die einzelnen Gerichte und die wenigen Dinge die man zum Kochen braucht ist man bei den gekochten Sachen auch schnell am Ziel.

Einige Dinge hatten nicht wirklich den Pep, das konnte man aber eigentlich gut am Rezept erkennen und als geübte Köchin mit wenigen Handgriffen aus langweilig dann doch noch was zaubern. DAS ist aber eigentlich genau das, was ich vom Beginn von einem Kochbuch erwarte. Langweilig kann ich auch so.

Das gefüllte Hähnchen auf Seite 64 ist ein solches Geschmackswunder. Ich habe ein Fair Trade Hähnchen gekauft, welches ich unter Grillumständen nicht mehr kaufen würde, da das Ding furz trocken wird. Mit der Laugenbroetchenfuellung und der Tandooripaste ist das Teil ein Geschmackswunder, welches wunderbar saftig geblieben ist geworden. Das Blumenkohl Hähnchen ist ein Gedicht und das Filet mit Estragon lässt mich von vielen solchen Mahlzeiten in der Zukunft träumen. Man hätte vielleicht anmerken sollen, dass eine Pfanne mit Deckel benötigt wird. Nicht jede meiner Pfannen hat einen Deckel.

Bei den Bratkartoffeln mit Pute und Steinpilzcreme fanden wir die Creme nicht so gelungen, lies sich aber noch aufpeppen. Ein sehr schönes und einfaches Gericht. Ich habe da auch einfach mal aus Neugierde diesen angepriesenen Mengenrechner ausprobiert. Nach Anfangsschwierigkeiten (vermutlich ist mein Passwort zu lang gewesen) funktionierte er einwandfrei und ich vermute, dass man sich da wirklich Buchuebergreifend Einkauflisten drucken lassen kann und vermutlich wird da auch noch weiter dran gefeilt. Fuer dieses Buch braucht man ihn nicht wirklich, da die Rezepte sehr einfach sind und wer es lesen kann, kann es auch rechnen.

Das Rindfleisch mit Rotwein und Baguette finde ich langweilig aber aufgepeppt ist es ok, wobei ich mich dann bei 2 Portionen frage, was ich mit einem großen Topf soll. Da brauche ich eine Karte um mein Gulasch wieder zu finden.

Entweder die Gerichte sind in Minuten fertig, oder sie koecheln ohne Aufsicht bequem vor sich hin. Das Ziel nach Feierabend ein schmackhaftes Essen ohne Einkaufmarathon zu kochen erreicht man recht einfach, wenn man hier und da noch die eigene Note an die Gerichte macht. Ich bin demnächst mal gespannt, ob mein Metzger mir Kalbshackfleisch macht. Vermutlich werde ich da eher auf den eigenen Fleischwolf zurückgreifen müssen.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Was hätten diese Männer bewirken können, wenn es nicht um Geld gegangen wäre?

Die letzten Tage der Nacht
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Die letzten Tage der Nacht von Graham Moore, erschienen im Eichborn Verlag am 16.02.2017

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt man New York zu elektrifizieren. Dabei kommt es zwischen Edison und Westinghouse ...

Die letzten Tage der Nacht von Graham Moore, erschienen im Eichborn Verlag am 16.02.2017

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt man New York zu elektrifizieren. Dabei kommt es zwischen Edison und Westinghouse zu einem heftigen Streit. Edison hat die Glühbirne marktfähig gemacht und ein Patent drauf, Westinghouse setzt auf Wechselstrom, hat aber das Problem, dass Edison auf den Patenten der Glühbirne sitzt. Hat Edison wirklich die Gluehbirne erfunden, oder hat er sie einfach nur als erster zum Patent angemeldet?

Graham Moore hat Geschichte zum Leben erweckt und das sogar für den Laien verständlich. Die Geschichte wird aus der Sicht von Paul Cravath erzählt. Er ist ein junger Anwalt der Westinghouse in diesem ersten Formatkrieg der Weltgeschichte gegen Edison und seinen Geldgeber Morgan vertritt. Das Herz kommt auch nicht zu kurz. Cravaths Werben um die junge Sängerin Agnes zieht sich durch das Buch.

Die Sprache des Buches ist würdevoll, die Charaktere des Buches sehr interessant. Wer wissen möchte wie der Stromkrieg genau abgelaufen ist, sollte das nach der Lektüre des Buches gerne nochmals nachlesen da sich der Autor nicht sklavisch an die Realität gehalten hat.

Ein Buch, welches die weiße, männliche Welt des ausklingenden 19. Jahrhunderts in schönen Bildern wiedererweckt.