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Veröffentlicht am 13.10.2022

Anouks lehrreiche Abenteuer

Anouk, dein nächstes Abenteuer ruft! (Anouk 2)
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Das kleine Mädchen Anouk geht nachts in ihren Träumen auf Reisen und erlebt darin großartige Abenteuer. In jedem ihrer nächtlichen Ausflüge findet sie einen neuen Freund und daneben löst sie Kriminalfälle, ...

Das kleine Mädchen Anouk geht nachts in ihren Träumen auf Reisen und erlebt darin großartige Abenteuer. In jedem ihrer nächtlichen Ausflüge findet sie einen neuen Freund und daneben löst sie Kriminalfälle, lernt etwas über den Schutz der Umwelt, schwimmt mit Delfinen im Meer, rettet eine Bibliothek vor dem Bankrott und vieles mehr.
Das Hörbuch setzt sich aus vielen Kurzgeschichten zusammen. Verbunden werden diese durch eine Rahmenhandlung. So verbringt Anouk in diesem Buch das Wochenende bei den Großeltern, mit denen sie gemeinsam ein Altenheim für Schnecken baut. Was Anouk in ihren nächtlichen Abenteuern lernt, kann sie dabei sogar direkt einbringen.
Anouk lernt auf ihren Traumreisen auch neue Begriffe kennen, wie zum Beispiel Upcycling. Diese werden kindgerecht erklärt. Und ab und an wird es sogar richtig spannend, beispielsweise wenn Anouk gemeinsam mit ihrem Freund Noah einen Bankräuber schnappt.
Die Geschichten sind liebevoll erzählt und eignen sich wunderbar als Gute-Nacht-Geschichten. Auch die Hörbuchsprecherin macht ihren Job großartig und trägt die Geschichten sehr einfühlsam vor. Jede Kurzgeschichte für sich hätte auch Hörspielpotenzial gehabt. Schade, dass diese Möglichkeit nicht genutzt wurde. Dennoch vergebe ich gerne fünf Sterne und freue mich schon auf Anouks nächste Abenteuer.

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Veröffentlicht am 06.10.2022

Wie man sich eine Familie stiehlt

The Boy Who Steals Houses: The Girl Who Steals His Heart
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Vom gewalttätigen, kriminellen Vater bei der Tante abgesetzt und von dieser abgehauen, schlagen sich die Brüder Sam und Avery alleine durch. Während der Autist Avery einen Job in der Autowerkstatt hat ...


Vom gewalttätigen, kriminellen Vater bei der Tante abgesetzt und von dieser abgehauen, schlagen sich die Brüder Sam und Avery alleine durch. Während der Autist Avery einen Job in der Autowerkstatt hat und bei zwielichtigen Personen auf dem Sofa schläft, steigt Sam nachts in verlassene Häuser ein, um dort zu übernachten. Bis ihn eines morgens eine trubelige Familie mit vielen Kindern überrascht. Zum Glück fällt er im Gewühl nicht auf, sodass Sam in Versuchung gerät, nicht nur das Haus, sondern dieses Mal auch die Familie zu stehlen.
Der Klappentext weckte bei mir tatsächlich völlig andere Erwartungen an das Buch, die der Roman so nicht erfüllt. Ich hatte mit einer humorvollen, süßen Teenie-Liebesgeschichte gerechnet, aber so ist dieses Buch nicht. Ja, es gibt eine zarte Liebesgeschichte, aber diese ist nicht das Hauptthema. Vielmehr wird dieser Roman früh sehr ernst und tief unter die Haut gehend. Zwar schafft die Autorin es humorvolle Klänge einzubringen, die Grundstimmung ist dennoch düster und teils dramatisch.
Neben dem Thema Autismus nimmt auch das Thema Gewalt im familiären Umfeld mit all seinen (psychischen) Folgen Raum ein. Für ein Jugendbuch wird es dabei stellenweise recht brutal.
Aktuell muss die Thematik Autismus in den Medien überwiegend zur Unterhaltung herhalten, nicht so hier. Die Autorin nimmt weniger den Autisten selbst in den Fokus als dass sie deutlich macht, was Autismus für die Angehörigen bedeuten kann oder was es mit ihnen macht.
Insgesamt war der grobe Verlauf sowie der Ausgang des Romans keine große Überraschung, sondern schon etwas vorhersehbar, aber darauf kam es der Autorin sicherlich auch nicht an. Eher soll dieser Roman wohl andere Einblicke eröffnen und uns zum Teil deutlich aus unserer Wohlfühlzone befördern. Dennoch ist der Autorin ein sehr passender Schluss gelungen, der auch die durch den Roman aufgewühlten Gemüter zufriedener stimmen sollte.
Für diesen ehrlichen, tief gehenden Roman gibt es von mir vier Sterne, einen Stern Abzug, da meine ursprünglichen Erwartungen auf Basis des Klappentextes doch ganz andere waren.

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Veröffentlicht am 28.09.2022

Achtsamkeit liebevoll veranschaulicht

Lass es raus, Knotenklaus
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Der Oktopus Klaus lebt in einer Höhle tief im Meer und isst am liebsten Algenmarmelade. Eines Tages hat er einen Knoten in ausgerechnet dem Arm, mit dem er seine Marmeladengläser öffnet. Allein kriegt ...

Der Oktopus Klaus lebt in einer Höhle tief im Meer und isst am liebsten Algenmarmelade. Eines Tages hat er einen Knoten in ausgerechnet dem Arm, mit dem er seine Marmeladengläser öffnet. Allein kriegt er den Knoten nicht gelöst, also verlässt er ängstlich seine Höhle. Außerhalb dieser trifft er auf Gitti Garnele und viele weitere Meeresbewohner und lernt zudem noch etwas über Ruhe, Wut und Selbstakzeptanz.
Das Buch ist überwiegend doppelseitig bebildert, die Farben sind dabei eher dunkel und in Blautönen gehalten, dennoch wirkt das Buch nicht düster und es harmoniert farblich sehr gut.
Und auch inhaltlich kann die Geschichte um den Knotenklaus punkten. Achtsamkeit ist eine Tugend, die selbst vielen Erwachsenen schwer fällt. Umso schöner finde ich es, dass diese hier auf simple und verständliche Weise schon den Kleinen näher gebracht wird. Auf sich selbst und sein eigenes Wohl zu achten, auch mal Wut rauszulassen, wenn es sein muss, und seine innere Ruhe zu finden, sind wichtige Dinge, um im Leben glücklich und zufrieden zu sein. Diese Geschichte bringt das Thema dabei ganz liebevoll rüber.
Die Geschichte kommt im Vergleich mit anderen Büchern der gleichen Altersempfehlung etwas länger daher, hier hat vielleicht nicht jedes zuhörende Kind die Geduld, bis zum Ende dabei zu bleiben. Dies wäre aber auch der einzige Kritikpunkt. Ansonsten lernen bei diesem Buch nicht nur die Kinder, sondern auch noch die Erwachsenen etwas für das Leben.
Übrigens kann man auch was die Umwelt anbelangt guten Gewissens zu diesem großformatigen Bilderbuch greifen, so achtet der CalmeMara-Verlag auf Papier aus FSC-zertifizierten Wäldern, umweltschonenden Drucklack und einen klimaneutralisierten Druck.

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Mit Rick Riordan 20.000 Meilen unter das Meer

Tochter der Tiefe
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Mit „Tochter der Tiefe“ greift der Erfolgsautor Rick Riordan dieses Mal Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ auf. Nachdem Anas Akademie in die Luft fliegt, muss sie mit ihren Freunden auf das Meer ...

Mit „Tochter der Tiefe“ greift der Erfolgsautor Rick Riordan dieses Mal Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ auf. Nachdem Anas Akademie in die Luft fliegt, muss sie mit ihren Freunden auf das Meer fliehen, wobei sie die Nautilus wiederentdecken, mit der Ana dank künstlicher Intelligenz kommunizieren kann, jedoch als einzige. Denn sie ist die letzte Erbin Kapitän Nemos und daher in großer Gefahr.
Die Geschichte um Ana kommt relativ schnell zur Sache, so dauert es nicht lange bis die Akademie in die Luft fliegt und Ana erfährt, was genau es eigentlich mit dieser auf sich hat und welche wichtige Rolle sie in dem Ganzen spielt. Ansonsten bedient die Story erst einmal viele typische Fantasy-Jugendbuchklischees, wie zum Beispiel, dass Ana eine große Bestimmung hat, von der sie bis dahin nichts wusste. Zudem ist Ana eine nahezu perfekte Protagonistin, denn sie beherrscht gefühlt einfach alles. Unter anderem spricht sie mehrere Sprachen und ist auch noch musikalisch, mit einer Portion scheinbar angeborenem Führungstalent. Ein richtiges Multitalent eben, und das für ihr junges Alter. Das machte sie mir als Protagonistin leider sehr unnahbar und auch nicht gerade sympathisch.
Auch die Hörbuchsprecherin konnte an dieser Tatsache nichts ändern, da ich mit ihrer Stimme und Art des Sprechens nicht warm wurde. Die Autistin Esther wird zudem noch sehr klischeehaft von ihr wiedergegeben.
Leider blieb für mich dabei auch die große Spannung aus. Ich hatte den Eindruck, der Autor hat viel gewollt, um seinem guten Ruf gerecht zu werden, für mich ist dabei aber eher viel auf der Strecke geblieben.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

Spannender und fesselnder als der Vorgänger

Signs of Magic 2 – Die Suche nach Tzunath
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„Die Suche nach Tzunath“ ist der zweite Teil der „Signs of Magic“-Reihe und steht seinem Vorgänger in nichts nach.

Albert feiert Premiere mit seiner Zaubershow in seinem eigenen Theater, während Matilda ...

„Die Suche nach Tzunath“ ist der zweite Teil der „Signs of Magic“-Reihe und steht seinem Vorgänger in nichts nach.

Albert feiert Premiere mit seiner Zaubershow in seinem eigenen Theater, während Matilda versucht, die Geheimnisse ihres Kellers zu ergründen. Bis Lynbrook wieder im Leben der beiden auftaucht und sie zwingt, zusammen mit der Kopfgeldjägerin Cynthia in die Marschlande aufzubrechen und Schulden für sie einzutreiben. Sonst wird sie den beiden das Leben zur Hölle machen. Auch wenn es Matilda zutiefst sträubt, etwas für Lynbrook zu tun, so kommt ihr der Auftrag doch gelegen. Denn der Zugang zu den Marschlanden befindet sich in ihrem Keller und sie sind auch ihre einzige Chance, ihre Eltern wiederzufinden.

Anders als beim ersten Band brauchte es hier nicht viel Einleitung, um von der Geschichte gefesselt zu werden. Man ist sofort wieder im Geschehen und fühlt sich direkt wohl bei unseren alten Freunden Matilda und Albert. Matilda hat ihre kühle Art leider auch in diesem Band nicht abgelegt, zeigt im Verlauf des Buches aber noch ein paar Facetten ihres Charakters. Und Albert? Der ist mit seiner dusseligen Art noch lustiger als im ersten Band und hat mich stellenweise sogar laut zum Lachen gebracht. Ja, ich habe die beiden inzwischen richtig lieb gewonnen.
Auch mit Cynthia ist dem Autor ein weiterer toller Charakter gelungen. Ich konnte sie schnell ins Herz schließen.
Zudem war das Buch spannend bis zur letzten Seite, auch wenn es ohne großen Cliffhanger auskommt. Für mich war es deutlich spannender, lustiger und unterhaltsamer als Band 1. Ich konnte das Buch dabei nur schwer aus der Hand legen. Vor allem das Rätsel um Tzunath hatte seinen Reiz und der Autor hatte hier eine grandiose Idee für sein Fabelwesen. Im Vordergrund steht natürlich auch Matildas Suche nach ihren Eltern. Diese erinnerte mich ein bisschen an die „Tintenherz“-Bücher, und tatsächlich, finde ich, steht die „Signs of Magic“-Reihe dieser in Nichts nach. Für den Autor kann man nur die Daumen drücken, dass seine Bücher verfilmt werden, denn zumindest in meiner Vorstellung geben sie super Material dafür ab.

Mit Band 2 der „Signs of Magic“-Reihe hat mich Mikkel Robrahn vollends überzeugt und ich fiebere nun dem letzten Band entgegen.

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