Tauche ein in Somna
Lucid Night – Was, wenn wir nicht träumen?Die Idee hinter dem Buch ist originell. Es geht um Träume, das Einstiegen in die Träume anderer und um die Traumwelt selbst, die sogar aktiv verändert werden kann. Dabei ist die Welt der beiden Protagonistinnen ...
Die Idee hinter dem Buch ist originell. Es geht um Träume, das Einstiegen in die Träume anderer und um die Traumwelt selbst, die sogar aktiv verändert werden kann. Dabei ist die Welt der beiden Protagonistinnen Ria und Selena ansonsten genau wie unsere - nur eben in der Zukunft. Damit ist diese Dilogie ein Mix aus Utopie und Fantasy zugleich, allerdings low-level Fantasy.
Abwechselnd wird aus den Ich-Perspektiven der beiden Protagonistinnen erzählt. Ich mochte beide gerne, doch tatsächlich - und das schafft ein Roman wirklich selten - haben sich meine Sympathien für die beiden innerhalb dieses ersten Bands dennoch ordentlich verschoben. Während es mir zunehmend schwerer fiel, die Handlungen und Gefühle der einen nachzuvollziehen, wurde mir die andere stetig greifbarer und nahbarer.
Thematisch wurde dann zum letzten Drittel noch mal ein ganz anderes Fass aufgemacht, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Die Auseinandersetzung mit der Thematik fand ich allerdings hochspannend und faszinierend, sie hätte nach meinem Geschmack aber noch mehr in die Tiefe gehen können. Auch mein Blick auf verschiedene Figuren hat sich dadurch noch einmal verändert. Ich bin gespannt, was die Autorin in Band 2 noch aus diesem Thema macht.
Bis zum Schluss bleibt das Rätsel, wer Feind und wer Freund ist, wer gut und wer böse, was richtig ist und was falsch. Der Cliffhanger ist wirklich fies und es bleibt dermaßen viel Material für die Fortsetzung, sodass ich dieser schon sehr entgegen fiebere.
Insgesamt ist „Lucid Night“ ein Jugendbuch, dass durchaus auch Tiefe aufweist und wichtige Fragen anspricht. Gerade für letzteres bleibt noch Luft für Band 2, daher vergebe ich vier Sterne.