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Veröffentlicht am 21.11.2022

Junge Liebe in den schottischen Highlands

Im Schatten des Fuchsmondes
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Auf dem Landsitz von Lias Familie taucht kurz vor ihrem 17. Geburtstag plötzlich Finn, der unbekannte Neffe des Wildhüters, auf. Er hilft auf dem Landsitz aus und bald sprühen die Funken zwischen den beiden. ...

Auf dem Landsitz von Lias Familie taucht kurz vor ihrem 17. Geburtstag plötzlich Finn, der unbekannte Neffe des Wildhüters, auf. Er hilft auf dem Landsitz aus und bald sprühen die Funken zwischen den beiden. Doch Finn ist nicht grundlos im abgeschiedenen Badfearna aufgetaucht. Er trägt ein dunkles Geheimnis mit sich. Kann die junge Liebe dem standhalten?

„Im Schatten des Fuchsmondes“ punktet direkt mit tollen Beschreibungen der unberührten Wildnis in den schottischen Highlands. Es gibt immer mal wieder Beschreibungen von Flora und Fauna, die zum in die Ferne träumen einladen. So wie Lia hätte ich in dem Alter auch gerne mal meine Sommerferien verbracht. Nur, dass Badfearna für Lia kein Urlaubsort, sondern Heimat ist. Ihr Vater hütet und verwaltet das Land und genau das möchte Lia später auch einmal machen.
Neben den vielen schönen Seiten der Natur steht auch die Jagd in diesem Buch sehr im Mittelpunkt. Dabei wird das kontroverse Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Es prallen die Gegensätze aufeinander: Gott spielen vs. das natürliche Gleichgewicht erhalten. Beide Ansichten werden hier näher gebracht und toll erklärt, sodass sich junge Leser leicht eine eigene Meinung zu dem Thema bilden können.
Neben aufklärerischen Botschaften enthält dieser Roman aber natürlich auch eine Liebesgeschichte. Diese war süß, meist unterhaltsam, aber eben auch reich an Klischees einer ersten großen Teenieliebe. Das hat mich weder groß gestört, noch sehr mitgerissen. Umso gelungener war dafür der Ausgang des Romans.
Zu Dreiviertel des Buches stand die Liebesgeschichte auch im Vordergrund. Erst im letzten Viertel wurde die Stimmung noch einmal etwas trister und es wurden noch ein paar ernste Themen angeschnitten, mit denen ich hier so nicht gerechnet hätte, die die Autorin aber authentisch aufgegriffen hat.
Insgesamt bedient das Buch tatsächlich eine Vielzahl an Jugendbuchthemen, sodass ich mir abschließend gewünscht hätte, es wären ein paar weniger geworden und dafür hätte man sich mehr Zeit genommen, die wenigen Themen ausführlicher zu behandeln, wie beispielsweise Lias Zukunftspläne, die den Vorstellungen ihres Vaters zuwiderlaufen. Dem hätte man gerne noch mehr Raum im Roman zusprechen können. So wirkt der Roman thematisch doch etwas voll.
Noch ein paar Worte zu den Hörbuchsprechern: Lias Sprecherin passte wirklich wie die Faust aufs Auge. Ihr habe ich sehr gerne gelauscht und sie hat für mich exakt Lia widergespiegelt. Finns Sprecher war für mich dagegen leider das totale Gegenteil. Für mich passte er absolut nicht zu Finns Figur, angefangen vermutlich bereits beim Alter. Die Stimme schien mir oft weniger selbstbewusst als ich Finn als Charakter wahrgenommen habe. Zudem hatte er die Angewohnheit, Frauen mit seiner Art des Sprechens unsympathisch wirken zu lassen. Jungs klangen dagegen wie alte Männer. Da hätte ich lieber nur Lias Stimme gelauscht.

Für mich war es insgesamt ein angenehmes Hörerlebnis, für das ich 3,5 Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Ein Buch voll von Abenteuern

The Lost Crown, Band 1 - Wer die Nacht malt
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Kaya kann Magie wirken indem sie Runen malt, doch diese Gabe muss sie in ihrem Dorf streng geheim halten. Eines Tages bietet sich die Gelegenheit, einen Tross zum Palast des Herzogs als Hufschmiedin zu ...

Kaya kann Magie wirken indem sie Runen malt, doch diese Gabe muss sie in ihrem Dorf streng geheim halten. Eines Tages bietet sich die Gelegenheit, einen Tross zum Palast des Herzogs als Hufschmiedin zu begleiten. Jedoch wird der Tross überfallen und Kaya verschleppt, um den Anführer der Angreifer zu heilen. Kaya findet sich mitten in einer Rebellion wieder, die auch ihre eigene Welt auf den Kopf stellt.

Ich bin unheimlich schnell in die Geschichte reingekommen, was zum einen dem angenehmen, bildhaften Schreibstil der Autorin zu verdanken ist, zum anderen wohl aber auch daran liegt, dass hier bereits auf den ersten 100 Seiten wahnsinnig viel passiert. Die Geschichte plätschert nicht langsam vor sich hin, sondern kommt gleich zur Sache. Dennoch haben wir genug Gelegenheit, die beiden Protagonisten kennenzulernen, aus deren Perspektiven die Kapitel geschrieben sind. Die Kapitel in der Gegenwart sind dabei jedoch allesamt aus Kayas Sicht. Aus Mirus Sicht gibt es nur einige wenige Kapitel, die zudem in der Vergangenheit spielen, uns dafür diesen Charakter aber von Anfang an sehr nahebringen. Beide Figuren konnte ich dabei schnell in mein Herz schließen. Gerade Mirus Charakter empfand ich als besonders vielschichtig.

Insgesamt flogen die Seiten die meiste Zeit nur so dahin, denn dieses Buch steckt voller Abenteuer, Spannung und jeder Menge Action. Mein einziger Kritikpunkt betrifft die Liebesgeschichte, denn diese ließ mich leider völlig kalt. Die eigentlich für ihr junges Alter reif und vernünftig erscheinende Kaya benimmt sich in Liebesdingen leider eher kindisch und naiv, was meiner Meinung nach nicht zu ihrem Charakter passt. So konnte ich mit der sich anbahnenden Romanze leider nichts anfangen. Kayas Gefühle kamen bei mir einfach nicht an.
Das war für mich ein kleiner Dämpfer in dieser ansonsten wirklich aufregenden und fantasiereichen Geschichte, für die ich gerne vier Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 04.11.2022

Begegnung zweier Welten

The Other Side of the Sky – Die Göttin und der Prinz
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North ist ein Prinz in seiner Heimat Alciel, eine Stadt, die in den Wolken schwebt. Eines Tages stürzt er jedoch mit seinem Flugzeug ab und landet direkt in Nimhs Welt, die dort unten eine Göttin für die ...

North ist ein Prinz in seiner Heimat Alciel, eine Stadt, die in den Wolken schwebt. Eines Tages stürzt er jedoch mit seinem Flugzeug ab und landet direkt in Nimhs Welt, die dort unten eine Göttin für die Menschen ist und zudem Magie beherrscht. Als Nimh North findet, glaubt sie daran, dass er ihre Bestimmung ist, um ihre Welt zu retten. North hingegen sucht verzweifelt einen Weg, wieder heimzukehren. So verbünden sich die beiden für ihre jeweils eigenen Ziele.

Die Autorinnen haben hier ein interessantes Weltbild geschaffen, in dem es eine Welt unten und eine in den Wolken gibt. Nur wissen diese beiden Welten nichts von der Existenz der jeweils anderen bzw. davon, dass es dort tatsächlich menschliches Leben gibt. Als North in Nimhs Welt bruchlandet, ist er überrascht, dass er nicht in einer kargen verlassenen Wüstenlandschaft gelandet ist, wie man es sich in seiner Heimat von dem Unten erzählt. Unter dem selben Stern stehen auch die ersten Begegnungen von Nimh und North. Mir gefällt, dass die beiden einander so weltfremd erscheinen. So sind die Technologien Alciels, wie Flugzeuge oder Smartwatches, ein Rätsel für Nimh, North dagegen weiß nichts anzufangen mit Nimhs Glauben und er hält Magie für Humbug. Gerade zu Beginn ist das Buch daher recht unterhaltsam und es hat mich ein bisschen an Pocahontas erinnert. North und Nimh sind zwei unheimlich tolle Protagonisten, die ich auf Anhieb mochte. Die Kapitel sind abwechselnd aus ihren Perspektiven geschrieben, was stilistisch auch noch mal für einen Spannungsaufbau gesorgt hat. Allerdings hat es auch fast 100 Seiten gebraucht bis die beiden aufeinander trafen und auch erst dann wurde es spannend. Dafür nahm die Spannung das gesamte Buch über nicht mehr ab. Es passierte für einen ersten Band schon einiges und auch die Action kam keinesfalls zu kurz. Auch ein bisschen Romantik ist da, aber lang nicht so viel, dass es übereilt oder kitschig wäre. Eine Liebesgeschichte steht hier nicht im Vordergrund.

Etwas schwer nachvollziehbar empfinde ich jedoch die Tatsache, dass Nimh niemanden berühren darf. Es ist nämlich nicht so, dass dann was wirklich Schlimmes passieren würde, es kostet sie „nur“ ihre Göttlichkeit, die ohnehin nichts mit Unsterblichkeit oder Unverwundbarkeit zu tun hat. Hier hätte ich mir andere Konsequenzen gewünscht, die für einen aufregenderen Plottwist sorgen. Das tat meinem gutem Leseerlebnis aber dennoch keinen Abbruch.
Der Cliffhanger ist gut gemacht, aber auch richtig fies, sodass ich unbedingt weiterlesen muss. Für dieses temporeiche und spannende Leseerlebnis vergebe ich gerne 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.11.2022

Aktivitäten im Winter

Der kleine Frosch will schwimmen gehen!
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Es ist Winter, doch der kleine Frosch möchte gerne schwimmen gehen. Schnell muss er feststellen: Das klappt leider nicht, wenn das Wasser zu Eis gefroren ist. Der kleine Frosch ist traurig darüber, doch ...

Es ist Winter, doch der kleine Frosch möchte gerne schwimmen gehen. Schnell muss er feststellen: Das klappt leider nicht, wenn das Wasser zu Eis gefroren ist. Der kleine Frosch ist traurig darüber, doch die Waldtiere haben tolle Ideen, was der Frosch stattdessen machen könnte.

"Der kleine Frosch will schwimmen gehen" vermittelt auf süße Art und Weise, was man alles im Winter draußen machen kann. Denn auch wenn der Winter vielleicht nicht den Eindruck macht, so gibt es doch tolle Aktivitäten, die nur im Winter möglich sind, wie zum Beispiel Schneeballschlachten. Die Kinder lernen nebenbei außerdem ein paar Tiere des Waldes kennen. Die Illustrationen kommen mit hellen, fröhlichen Farben aus und sind liebevoll gezeichnet. Auch die Textmenge pro Seite passt sehr gut. Nach dem Ende der Geschichte gibt es außerdem zwei Seiten, auf denen erläutert wird, wie Tiere überwintern. Hier werden zum Beispiel der Winterschlaf oder die Winterstarre erklärt. Mein einziger Kritikpunkt: Ich finde es schade, dass diese lehrreichen Informationen nur unabhängig von der Geschichte erklärt werden. Dies geschieht zwar kindgerecht, für die Kinder bietet sich aber wenig Anreiz, sich die längeren Abschnitte, die nur wenig bebildert sind, vorlesen zu lassen, zumal es eben erst nach Abschluss der Geschichte folgt und die Aufmerksamkeit bei den Kindern dementsprechend eventuell nicht mehr sonderlich hoch ist. Ich hätte mir gewünscht, die Autorin hätte diese Informationen mit in ihre Geschichte einfließen lassen. Daher vergebe ich nur vier Sterne.

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Veröffentlicht am 24.10.2022

Authentisch, aber nicht alltagstauglich

Tohrus Japan
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Tohru Nakamura bringt mit seinem Kochbuch die Kulinarik Japans in deutsche Küchen. Neben zahlreichen Rezepten entführt uns der Autor zunächst in sein persönliches Japan und seine Heimat hier in Deutschland. ...

Tohru Nakamura bringt mit seinem Kochbuch die Kulinarik Japans in deutsche Küchen. Neben zahlreichen Rezepten entführt uns der Autor zunächst in sein persönliches Japan und seine Heimat hier in Deutschland. Sehr ausführlich und bebildert erzählt er über seinen Werdegang, seine Herkunft und seine Liebe zur japanischen Küche und zum Kochen. Diese Seiten habe ich gern gelesen, denn sie waren durch und durch authentisch und machten mir den Autor sehr sympathisch. Ich hatte nach dem Lesen direkt das Gefühl: Dieser Mann hat sehr viel Ahnung von der japanischen Küche, das muss ein gutes Kochbuch sein. Doch mehr als eine gute Einleitung zählen bei einem Kochbuch natürlich die Rezepte. Dabei ordnet Tohru diese nach ihren Zutaten, so gibt es beispielsweise ein Kapitel mit Rezepten mit Miso oder Reis. Auch ganz typische Rezepte wie Ramen findet man in diesem Buch. Leider habe ich für mich persönlich jedoch nicht viele interessante Rezepte zum Nachkochen gefunden, denn das Manko ist: Tohrus Japanküche ist nicht gerade alltagstauglich. Nebst einigen Zutaten, die man nur in gut sortierten Asialäden findet, beinhalten viele Rezepte auch Basics, die man ebenfalls vorab erst Anrühren/Kochen etc. muss, und für die es ebenfalls Rezepte mit noch mehr seltenen Zutaten auf den letzten Seiten gibt. Zusammengefasst also geht die authentische japanische Küche in die Zeit und ins Geld. Die wenigen Rezepte, die ich für mich finden konnte, haben mich aber überzeugt, weshalb ich vier Sterne gebe.

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