Profilbild von Garnele

Garnele

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Garnele ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Garnele über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Zwischen Chaos, Trauer und dem Versuch, weiterzumachen

Weird Girls
0

Das Buch hat mich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits habe ich es wirklich gerne gelesen, andererseits hat mir an manchen Stellen etwas gefehlt, damit es mich komplett emotional ...

Das Buch hat mich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits habe ich es wirklich gerne gelesen, andererseits hat mir an manchen Stellen etwas gefehlt, damit es mich komplett emotional abholen konnte.
Besonders positiv fand ich den Schreibstil. Das Buch liest sich locker, flüssig und teilweise auch richtig humorvoll, sodass ich gerade am Anfang unglaublich schnell durch die Seiten geflogen bin. Die wechselnden Perspektiven der drei Frauen haben mir ebenfalls gut gefallen, weil man dadurch unterschiedliche Sichtweisen auf die Freundschaft, die Vergangenheit und den Verlust von Lydia bekommt. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich bis zum Schluss manchmal Schwierigkeiten hatte, alle Namen und Nebenfiguren auseinanderzuhalten – vor allem, weil ich das Buch nicht täglich gelesen habe.
Was ich an der Geschichte mochte, war die Grundidee dahinter: Menschen Anfang dreißig, die irgendwie feststecken, mit Trauer, Veränderungen und ihrem eigenen Leben kämpfen und versuchen, trotzdem weiterzumachen. Gerade dieses Gefühl von Orientierungslosigkeit nach einem einschneidenden Verlust fand ich nachvollziehbar und realistisch dargestellt.
Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass viele Themen eher an der Oberfläche bleiben. Die Dynamik der Freundesgruppe fand ich interessant, aber ich hätte mir teilweise tiefere Gespräche und mehr emotionale Nähe zwischen den Figuren gewünscht. Stattdessen standen Party-, Alkohol- und Drogenszenen oft sehr im Vordergrund. Mich persönlich hat das nicht komplett gestört, weil ich verstehen konnte, warum die Figuren sich in diesen Exzessen verlieren, aber irgendwann wirkte vieles etwas wiederholend.
Trotzdem mochte ich die kleinen Entwicklungen der Charaktere und die chaotischen, teilweise auch wirklich lustigen Momente zwischendurch. Genau diese Mischung aus Humor, Melancholie und Stillstand hat das Buch für mich am Ende trotzdem unterhaltsam gemacht.
Insgesamt ist es für mich ein Buch mit einer spannenden Grundidee, einem angenehmen Schreibstil und interessanten Figuren, bei dem mir aber etwas mehr emotionale Tiefe und Entwicklung gefehlt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Düstere Schatten, tiefe Gefühle und eine Universität voller Geheimnisse

Nightshade
0

Nightshade hat mich von Anfang an in eine dunkle, intensive Welt gezogen, aus der ich so schnell nicht mehr herausgefunden habe. Die Sorrowsong University wirkt wie ein Ort, an dem nichts so ist, wie es ...

Nightshade hat mich von Anfang an in eine dunkle, intensive Welt gezogen, aus der ich so schnell nicht mehr herausgefunden habe. Die Sorrowsong University wirkt wie ein Ort, an dem nichts so ist, wie es scheint – geheimnisvoll, bedrohlich und voller unausgesprochener Wahrheiten. Die Atmosphäre ist schwer, fast erdrückend, und genau das macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.
Ophelia als Protagonistin trägt viel Schmerz und Wut in sich, was man in nahezu jeder Szene spürt. Ihre Motivation, an dieser Universität zu sein, ist klar und verleiht der Handlung eine konstante Spannung. Ich mochte, dass sie nicht perfekt ist, sondern Ecken, Kanten und innere Konflikte hat. Auch Alex ist ein Charakter, der mich beschäftigt hat: nach außen kühl und sarkastisch, innerlich jedoch zerrissen und belastet von Verantwortung und Schuldgefühlen. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv, voller Reibung, unausgesprochener Gefühle und einer Anziehung, die sich langsam aufbaut.
Besonders gelungen fand ich, wie die Geschichte ernste Themen wie Trauer, Depressionen, Gewalt und Machtmissbrauch einbindet, ohne sie zu verharmlosen. Das Buch fühlt sich dadurch roh und ehrlich an. Gleichzeitig gibt es immer wieder kleinere, ruhigere Momente, die emotional sehr berühren und den Figuren mehr Tiefe geben.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und transportiert die düstere Stimmung sehr gut. Setting und Emotionen greifen ineinander, sodass ich mir die Orte, die Kälte, den Regen und die alten Mauern lebhaft vorstellen konnte. Einige Entwicklungen konnte ich zwar erahnen, trotzdem blieb die Spannung für mich durchgehend erhalten.
Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen. Ein fieser Cliffhanger, der vieles infrage stellt und definitiv Lust auf den nächsten Band macht.
Insgesamt ist Nightshade für mich eine intensive Dark-Academia-Romance mit starker Atmosphäre, komplexen Charakteren und emotionalem Tiefgang. Kein leichtes Buch, aber eines, das unter die Haut geht und noch lange nachhallt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2026

Gute Idee, aber leider kein Funke

Uptown Girl (Band 1) – Dein Lied unter meiner Haut
0

Ich habe Uptown Girl beendet und muss leider sagen, dass mich das Buch insgesamt nicht wirklich abholen konnte. Der Einstieg fiel mir schon eher schwer und dieses Gefühl hat sich leider durch die gesamte ...

Ich habe Uptown Girl beendet und muss leider sagen, dass mich das Buch insgesamt nicht wirklich abholen konnte. Der Einstieg fiel mir schon eher schwer und dieses Gefühl hat sich leider durch die gesamte Geschichte gezogen. Statt in einen Leseflow zu kommen, hatte ich häufig das Gefühl, mich eher durch die Seiten zu arbeiten.

Besonders mit der Hauptprotagonistin bin ich nicht warm geworden. Ihr Lebensstil, ihre Entscheidungen und ihre Denkweise fühlten sich für mich sehr weit weg von meiner eigenen Realität an, sodass ich kaum eine emotionale Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Dadurch blieb auch die Liebesgeschichte für mich recht blass.

Zusätzlich hat mich irritiert, dass Ren nicht aus seiner eigenen Perspektive erzählt, sondern in der dritten Person beschrieben ist. Das hat es mir noch schwerer gemacht, ihn wirklich greifbar zu finden oder eine Bindung zu ihm aufzubauen.

Auch die Grundidee rund um den Pianisten und die sich entwickelnde Beziehung konnte mich leider nicht packen. Es fehlte mir an Tiefe, Spannung und an Momenten, die mich emotional berührt hätten.

Das Ende war zwar überraschend, hat bei mir aber keinen starken Eindruck hinterlassen und auch keine wirkliche Neugier auf den nächsten Band geweckt.

Insgesamt war Uptown Girl für mich leider eher enttäuschend. Die Geschichte hatte Potenzial, konnte dieses für mich persönlich aber nicht ausschöpfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2026

Kein Reinfall, aber auch kein Wow

Cross the Line – Auf der Rennstrecke kämpft er um den Sieg, im Leben um ihr Herz
0

Nachdem ich Cross the Line beendet habe, bleibt bei mir vor allem ein Gefühl von verpasstem Potenzial zurück. Mit über 500 Seiten hatte ich deutlich mehr erwartet – vor allem mehr Tiefe, Spannung und emotionales ...

Nachdem ich Cross the Line beendet habe, bleibt bei mir vor allem ein Gefühl von verpasstem Potenzial zurück. Mit über 500 Seiten hatte ich deutlich mehr erwartet – vor allem mehr Tiefe, Spannung und emotionales Gewicht. Rückblickend passiert in der Geschichte jedoch erstaunlich wenig: Es gibt kaum echtes Drama, viele Dinge funktionieren beim ersten Versuch, Konflikte lösen sich schnell auf.

Das Buch liest sich zwar angenehm und eignet sich gut als leichte Nebenbei-Lektüre, aber es hat mich nicht wirklich gepackt oder mitgerissen. Dieses „Ich kann das Buch nicht aus der Hand legen“-Gefühl ist bei mir leider ausgeblieben. Als Highlight würde ich es daher nicht bezeichnen.

Am Ende lässt mich Cross the Line eher etwas enttäuscht zurück – nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, sondern weil es hinter den Erwartungen zurückbleibt, die Umfang und Ausgangslage geweckt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2025

Winterromance auf Zeit – schön für zwischendurch, aber kein Volltreffer

One Date to Gold
0

One Date To Gold bringt alles mit, was man von einer klassischen Winterromance erwartet: Olympische Spiele, Fake Dating, Grumpy-meets-Sunshine-Vibes und ein kaltes Setting, das ordentlich knistert. Die ...

One Date To Gold bringt alles mit, was man von einer klassischen Winterromance erwartet: Olympische Spiele, Fake Dating, Grumpy-meets-Sunshine-Vibes und ein kaltes Setting, das ordentlich knistert. Die Grundidee hat mir wirklich gut gefallen, und das Buch liest sich insgesamt auch angenehm und flüssig.
Ganz abgeholt hat es mich allerdings nicht. Ich konnte nicht immer richtig mit den beiden Hauptprotagonisten mitfühlen – was bei mir vor allem daran lag, dass ich keinerlei Bezug zum Leistungssport habe. Viele innere Konflikte und Gedankengänge rund um Druck, Konkurrenz und olympischen Ehrgeiz konnte ich zwar nachvollziehen, aber emotional haben sie mich nicht immer erreicht.
Außerdem ging mir vieles recht schnell. Mir ist bewusst, dass Olympia zeitlich stark begrenzt ist, und genau das merkt man der Geschichte auch an. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv, teilweise aber fast zu intensiv – vor allem in den Dialogen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass sie sich sehr viel sehr schnell an den Kopf werfen, ohne dass genug Raum zum Atmen bleibt.
Das Ende hat mich ebenfalls nicht ganz überzeugt. Der Blick darauf, was zwei Jahre später passiert, hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht und hat mich eher rausgebracht, als dass es etwas hinzugefügt hätte.
Trotzdem: One Date To Gold ist ein schönes Buch für zwischendurch. Es hat winterliche Atmosphäre, ein beliebtes Trope und genug Emotionen, um gut zu unterhalten – auch wenn es mich nicht vollständig mitgerissen hat. Insgesamt lande ich irgendwo zwischen 3 und 4 von 5 Sternen. Kein Highlight für mich, aber definitiv eine solide Winterromance, die man gut lesen kann, wenn man Lust auf Fake Dating und Olympia-Vibes hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere