Zwischen Chaos, Trauer und dem Versuch, weiterzumachen
Weird GirlsDas Buch hat mich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits habe ich es wirklich gerne gelesen, andererseits hat mir an manchen Stellen etwas gefehlt, damit es mich komplett emotional ...
Das Buch hat mich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits habe ich es wirklich gerne gelesen, andererseits hat mir an manchen Stellen etwas gefehlt, damit es mich komplett emotional abholen konnte.
Besonders positiv fand ich den Schreibstil. Das Buch liest sich locker, flüssig und teilweise auch richtig humorvoll, sodass ich gerade am Anfang unglaublich schnell durch die Seiten geflogen bin. Die wechselnden Perspektiven der drei Frauen haben mir ebenfalls gut gefallen, weil man dadurch unterschiedliche Sichtweisen auf die Freundschaft, die Vergangenheit und den Verlust von Lydia bekommt. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich bis zum Schluss manchmal Schwierigkeiten hatte, alle Namen und Nebenfiguren auseinanderzuhalten – vor allem, weil ich das Buch nicht täglich gelesen habe.
Was ich an der Geschichte mochte, war die Grundidee dahinter: Menschen Anfang dreißig, die irgendwie feststecken, mit Trauer, Veränderungen und ihrem eigenen Leben kämpfen und versuchen, trotzdem weiterzumachen. Gerade dieses Gefühl von Orientierungslosigkeit nach einem einschneidenden Verlust fand ich nachvollziehbar und realistisch dargestellt.
Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass viele Themen eher an der Oberfläche bleiben. Die Dynamik der Freundesgruppe fand ich interessant, aber ich hätte mir teilweise tiefere Gespräche und mehr emotionale Nähe zwischen den Figuren gewünscht. Stattdessen standen Party-, Alkohol- und Drogenszenen oft sehr im Vordergrund. Mich persönlich hat das nicht komplett gestört, weil ich verstehen konnte, warum die Figuren sich in diesen Exzessen verlieren, aber irgendwann wirkte vieles etwas wiederholend.
Trotzdem mochte ich die kleinen Entwicklungen der Charaktere und die chaotischen, teilweise auch wirklich lustigen Momente zwischendurch. Genau diese Mischung aus Humor, Melancholie und Stillstand hat das Buch für mich am Ende trotzdem unterhaltsam gemacht.
Insgesamt ist es für mich ein Buch mit einer spannenden Grundidee, einem angenehmen Schreibstil und interessanten Figuren, bei dem mir aber etwas mehr emotionale Tiefe und Entwicklung gefehlt haben.