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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2021

Paula ermittelt

Die stumme Tänzerin
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Hamburg, 1928. Paula Haydorn, Tochter aus gutem Hause, möchte aber selbstständig sein und arbeiten. Eher zufällig kommt sie zu ihrer Arbeit als Sekretärin bei der Weiblichen Kriminalkommission. Und hier ...

Hamburg, 1928. Paula Haydorn, Tochter aus gutem Hause, möchte aber selbstständig sein und arbeiten. Eher zufällig kommt sie zu ihrer Arbeit als Sekretärin bei der Weiblichen Kriminalkommission. Und hier ist sie nicht nur Sekretärin, sondern ist bald mittendrin bei den Ermittlungen zu einem bestialischen Mord an einer Frau, deren Leiche auf einem Friedhof gefunden wurde. Martin Broder gefällt es gar nicht, dass er hier mit Frauen zusammen arbeiten muss. Paula geht unkonventionelle Wege und es kommt bald zu weiteren Mordfällen. Doch was ist das Motiv und vor allem wer steckt hinter den Morden? Kennt Paula etwa den Mörder? Neben den Mordermittlern lernt man viel über das Leben in Hamburg mitten in der Weimarer Republik; die politische Situation verschärft sich langsam, die Rechten lassen mehr von sich reden. Doch neben der Politik erhält man auch Einblicke in das Familienleben und die Stadt und vieles mehr. Helga Glaesener beweist wieder einmal Geschick, eine interessante Geschichte mit historisch fundierten Fakten zu verbinden und wartet mit einer überraschenden Aufklärung auf. Ich würde sehr gerne weitere Fälle mit Paula, Caro und Co lesen oder hören. Christiane Marx macht aus diesem Buch ein ganz besonderes Hörvergnügen und ich höre immer wieder gerne ihre Stimme.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Sprecherin
  • Handlung
  • Cover
Veröffentlicht am 08.09.2021

Schwestern

SCHWEIG!
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Es ist kurz vor Weihnachten. Bei Esther und ihrer Familie muss noch viel erledigt werden. Ob der Sohn wohl daran denkt, den Turnbeutel aus der Schule mit zu nehmen? Und Tochter Ella packt das Geschenk ...

Es ist kurz vor Weihnachten. Bei Esther und ihrer Familie muss noch viel erledigt werden. Ob der Sohn wohl daran denkt, den Turnbeutel aus der Schule mit zu nehmen? Und Tochter Ella packt das Geschenk für die Tante ein, aber warum kann sie eigentlich keine Schleife binden? Solche und andere Belanglosigkeiten gehen Esther durch den Kopf und natürlich die Liste mit den Dingen, die noch erledigt werden muss. Da muss der Bio-Weihnachtsbaum abgeholt werden, aber wichtig ist jetzt erstmal, dass sie zu ihrer Schwester Sue, "Schnecke", fährt, die sich von ihrem Mann getrennt hat und ganz alleine in einem großen Haus im Wald wohnt. Eigentlich hätte sie lieber, dass Sue zu ihnen kommt, aber schon letztes Jahr gab es eine Katastrophe bei ihrem Besuch. Sue hingegen genießt die Einsamkeit und Stille in ihrem auf nötige Dinge reduzierten Haus im Wald. Da stört der Besuch der Schwester nur, aber die will einfach nicht wieder fahren. Dabei will sie das eigentlich schon. Denn mehr und mehr tauchen wir in die Gedankengänge der Schwestern ein, erfahren viel über ihre Gefühle, ihre Geschichte und Geschichten, die sie so unterschiedlich empfunden haben. Was ist Sein, was ist Schein? Immer mehr Geheimnisse treten ans Licht, die Vergangenheit muss immer wieder angepasst werden, je mehr man erfährt. Später im Buch gibt es noch einige Abschnitte aus Sicht von Martin, Esthers Ehemann, und dann noch die Gedanken eines Kindes. Am Ende ist dann doch alles anders als gedacht. Psychologisch meisterhaft aufgebaut.
Beim Hörbuch fand ich es sehr gelungen, dass die Schwestern von unterschiedlichen Sprecherinnen gesprochen werden. Christiane Marx und Ulrike Kapfer haben das sehr gut gemacht, wie auch Tim Gössler, der Martin eine Stimme gegeben hat.

Veröffentlicht am 03.09.2021

Reihenstart

Das Kreuz des Pilgers
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Ich kenne bereits so einige historische Romane aus der Feder von Petra Schier und habe mich darum sehr gefreut, dass es nun eine neue Reihe von ihr gibt. Ich kenne jedoch die Kreuz-Trilogie (noch) nicht, ...

Ich kenne bereits so einige historische Romane aus der Feder von Petra Schier und habe mich darum sehr gefreut, dass es nun eine neue Reihe von ihr gibt. Ich kenne jedoch die Kreuz-Trilogie (noch) nicht, dessen Fortsetzung hier gewissermaßen geschrieben wird. Allerdings war das kein Problem für mich bei der Lektüre. Die Autorin baut immer wieder gerne Querverweise zu ihren anderen Romanen ein und so war ich sehr erfreut, einige wieder zu entdecken. Der Roman spielt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts vorrangig in Koblenz. Es beginnt dramatisch mit dem Überfall auf eine Reisegruppe und dem Tod von Gottfried, dem Mann von Reinhild. Sie muss nun alleine zurecht kommen als Witwe, hat jedoch viel Unterstützung von ihrer Familie, aber vor allem ist sie eine starke Persönlichkeit, die weiß, was sie will. Neben Reinhild stehen noch Palmiro und Conlin im Vordergrund der Geschichte. Die beiden Freunde sind gerade von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land zurück gekehrt und Palmiro hat von dort eine Kreuzreliquie mitgebracht. Diese Reliquie bringt einen Hauch von Übernatürlichem in das Buch, was mir persönlich nicht so gefallen hat, da ich bei einem historischen Roman nicht damit gerechnet habe. Insgesamt ist dieses Buch nur der Beginn der Geschichte und das Ende sehr offen gehalten.

Veröffentlicht am 03.09.2021

Unterwegs auf den Zimniks

Eis. Abenteuer. Einsamkeit
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Im Frühjahr 2017 begibt sich Richard Löwenherz auf seine nächste Winterradtour, ein großes, nicht ungefährliches Abenteuer, aber nur, wenn die Zimniks, die Winterstraßen, geöffnet sind, ist es überhaupt ...

Im Frühjahr 2017 begibt sich Richard Löwenherz auf seine nächste Winterradtour, ein großes, nicht ungefährliches Abenteuer, aber nur, wenn die Zimniks, die Winterstraßen, geöffnet sind, ist es überhaupt möglich, diesen Weg zu fahren, denn er führt über weite Strecken über Flüsse und am Ende über das gefrorene Polarmeer. Weite Teile des Landes sind überhaupt nur über diese Wege mit allem lebenswichtigen zu versorgen und so begegnet der Autor auf der Strecke auch immer wieder LKW. Das Buch beginnt quasi mittendrin, mit Tag 35. Ein gut gelungener "Appetitanreger" und Spannungsaufmacher bevor wir zurück springen zum Tag des Abflugs. Der Autor berichtet von den Begegnungen mit Menschen, die selbstlos weiterhelfen, von seiner zunehmenden Bekanntheit als der "Radfahrer", die nicht nur positive Effekte hat, von den Unbillen der Natur, aber auch von der Schönheit der Polarnächte, viele mit unglaublich faszinierendem Polarlicht. Natürlich auch von der immerwährenden Kälte und welche Tricks er anwendet, was sich bewährt hat, welche Bekleidung ihn schon lange begleitet oder was er ausgeliehen hat und welche Investitionen er vor der Reise vielleicht doch hätte tätigen sollen. Ein überaus anschaulicher Schreibstil und mit großartigen Bildern, so dass das Kopfkino viel Futter bekommt. Ein tolles Abenteuer, wunderbar bebildert.

Veröffentlicht am 31.08.2021

Trau dich

Anouk, die nachts auf Reisen geht (Anouk 1)
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Anouk mag abends - wie eigentlich fast alle Kinder - nicht schlafen gehen, denn es gibt immer noch so viel zu tun. Zum Beispiel muss ihr Stofftier Affie erstmal in Ruhe gefüttert werden. Doch dann passiert ...

Anouk mag abends - wie eigentlich fast alle Kinder - nicht schlafen gehen, denn es gibt immer noch so viel zu tun. Zum Beispiel muss ihr Stofftier Affie erstmal in Ruhe gefüttert werden. Doch dann passiert etwas und die Einstellung von Anouk wendet sich urplötzlich um 180 Grad und sie kann es gar nicht mehr erwarten, abends ins Bett zu gehen. Sie muss gar nicht mehr dazu aufgefordert werden. Ihre Eltern sind sehr erstaunt, doch Anouk erlebt jede Nacht ein Abenteuer und kann immer Kindern aus anderen Kulturen, manchmal auch aus einer anderen Zeit helfen (Indianer, Ritter, Zirkus, Bauernhof etc). So reist sie in der ersten Nacht zu den Indianern und hilft dem eher ängstlichen Kenai mit der Botschaft "Jeder kann mutig sein". Und so gibt es jede Nacht eine Botschaftr, dass die Kinder an sich glauben sollen, über sich hinauswachsen, sich etwas zutrauen sollen. Die Geschcihten sind kurz gehalten, so dass man gut noch ein wenig vor dem Einschlafen darüber reden kann. Die Zeichnungen passen sehr gut zu den Texten.