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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2020

Ein Toter in Miramas-le-Vieux

Stille Nacht in der Provence
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Andreas ist Englisch- und Französischlehrer, Nicola ist Journalistin. Sie hat gerade ihren Job verloren, er hat seinen Enthusiasmus und seine Freude am Unterrichten verloren. Und auch um die Ehe der beiden ...

Andreas ist Englisch- und Französischlehrer, Nicola ist Journalistin. Sie hat gerade ihren Job verloren, er hat seinen Enthusiasmus und seine Freude am Unterrichten verloren. Und auch um die Ehe der beiden steht es nicht mehr zum Besten. Die einzige Tochter studiert in Cambridge, die Studiengebühren sind trotz eines Stipendiums hoch. Weihnachten möchte sie nicht mit ihren Eltern verbringen. Und so nimmt Andreas sehr spontan das Angebot eines Kollegen an und reist mit Nicola nach Miramas-le-Vieux in die Provence. In der Hoffnung auf sonnige Weihnachten mit milden Temperaturen. Doch als sie ankommen, hat es bereits begonnen zu schneien, in dem Dorf scheint im Winter kaum jemand zu wohnen. Zum Glück hat wenigstens ein Restaurant geöffnet und ein Laden, in dem Santons verkauft werden, provenzalische Krippenfiguren. Es ist kalt, auch im Haus, es dauert, bis das Feuer im Kamin brennt. Aber es wird sicher alles gut. Doch dann stößt Andreas im eingestürzten Gewölbekeller des Hauses auf eine Leiche. Er läuft entsetzt los, um Hilfe zu holen. Doch als er zurück kommt, ist die skelettierte Leiche verschwunden. Hat er sich das alles nur eingebildet? Es wird immer merkwürdiger. Und auch der einzige Polizist vor Ort, Zulesi, hat ein Geheimnis. Andreas und Nicola fühlen sich immer auf der einen Seite immer unwohler, auf der anderen Seite überdenken sie ihr Leben und ihre Beziehung. Ein stimmungsvoller Provence-Krimi, bei dem man sich am besten warm einkuschelt, um nicht im Schnee zu versinken. Man merkt, dass Cay Rademacher ein Provence-Kenner ist. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich. Der Krimi plätschert lange Zeit dahin, aber langweilig war mir dennoch nicht. Und am Ende wird ordentlich das Tempo angezogen. Eine tolle Mischung aus Krimi und Provence-feeling.

Veröffentlicht am 02.12.2020

Dumas

Die Romanfabrik von Paris
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Ich habe bereits ein Buch von Dirk Husemann gelesen und war von seinem Fantasiereichtum, seinem Schreibstil und der Geschichte begeistert und somit war ich sehr gespannt auf sein neuestes Werk. Dieses ...

Ich habe bereits ein Buch von Dirk Husemann gelesen und war von seinem Fantasiereichtum, seinem Schreibstil und der Geschichte begeistert und somit war ich sehr gespannt auf sein neuestes Werk. Dieses Mal entführt uns der Autor in die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Paris (später geht es auch noch nach London und sogar bis nach Sankt Petersburg). Im Mittelpunkt der Geschichte steht zum einen die Gräfin Anna von Dorn, die leider mittellos ist und so ihr Geld als Lehrerin verdienen muss. Und dann natürlich die Hauptperson: Alexandre Dumas, dem Erschaffer der Drei Musketiere oder dem Grafen von Monte Christo. Doch hier in diesem Buch gerät er in arge Bedrängnis. Eine gut erzählte Geschichte, die angemessen die Sprache des 19. Jahrhunderts imitiert und die gut unterhält.

Veröffentlicht am 02.12.2020

Beziehungen

Bären füttern verboten
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Sydney Smith steht im Mittelpunkt dieses Buches, denn alle anderen Charaktere, die hier vorkommen und deren Geschichte wir erfahren oder die wir gewissermaßen ein Stück weit ihres Lebensweges begleiten, ...

Sydney Smith steht im Mittelpunkt dieses Buches, denn alle anderen Charaktere, die hier vorkommen und deren Geschichte wir erfahren oder die wir gewissermaßen ein Stück weit ihres Lebensweges begleiten, treffen auf sie oder standen schon vorher in einer Beziehung zu ihr. Sydney ist Freerunnerin und zu ihrem 47. Geburtstag traut sie sich endlich wieder nach St. Ives. Ihre Lebensgefährtin findet das außerordentlich befremdlich. Sydney wollte noch nie ihren Geburtstag feiern, doch nun verreist sie ganz alleine. Was steckt dahinter? Sehr viel, wie wir Leser im Laufe des Buches erfahren. Und auch, wie die Personen zusammenhängen. Eine gelungene Geschichte und ein toller Schreibstil. Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Aber auch eine Geschichte mit so einigen skurrilen Charakteren und schon ein wenig britisch - im positiven Sinn.

Veröffentlicht am 02.12.2020

Asterix

Asterix - Der Goldene Hinkelstein
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Bei diesem Asterix-Band handelt es sich um einen, der ursprünglich als Schallplatte erschienen ist und nun auch auf deutsch erhältlich ist. Die Konzeption als booklet ist natürlich eine andere als die ...

Bei diesem Asterix-Band handelt es sich um einen, der ursprünglich als Schallplatte erschienen ist und nun auch auf deutsch erhältlich ist. Die Konzeption als booklet ist natürlich eine andere als die eines DINA4formatigen Comic-Bandes und das merkt man auch bei der Aufteilung. Worum es geht? Um einen Barden-Wettstreit zu dem natürlich auch Troubadix möchte, in der festen Überzeugung, dort den Goldenen Hinkelstein zu gewinnen. Um die Katastrophe abzumildern oder zu verhindern, bittet Asterix den Häuptling Majestix, den Barden zu begleiten. Und natürlich darf auch Obelix dann nicht fehlen. Soweit so gut. Die Zeichnungen sind genial wie immer. Doch die Dialoge und Texte, puh, das war einfach nichts für mich. Die Sprache war so ungeschliffen und "gewollt". Natürlich auch ungewohnt, da es keine Sprechblasen gab, aber dennoch war ich sehr enttäuscht davon.

Veröffentlicht am 01.12.2020

Soulman

Ministry of Souls – Das Schattentor
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Wir schreiben das Jahr 1850 und befinden uns in London. Dort treffen wir auf Jack, einen angehenden Soulman. Ein Soulman ist jemand, der die Seelen Verstorbener auf die "andere Seite" geleiten soll. Jacks ...

Wir schreiben das Jahr 1850 und befinden uns in London. Dort treffen wir auf Jack, einen angehenden Soulman. Ein Soulman ist jemand, der die Seelen Verstorbener auf die "andere Seite" geleiten soll. Jacks erster Auftrag geht auch sofort schief. Denn die Toten sind gar nicht alle tod. Im Buckingham Palace trifft er auf Naima, doch dann zwingen ihn die Umstände oder sein Übermut oder was auch immer zu einer Dummheit. Er befördert Naima in die Zwischenwelt. Und so lernen wir beim Lesen nicht nur das victorianische London näher kennen, sondern auch eine fantastische Zwischenwelt. Akram El-Bahay hat interessante Charaktere erschaffen in dieser Welt, die beim Lesen vor meinen Augen entstand. Allein der Protragonist "schwächelte" etwas. Ich bin gespannt auf den Abschluss dieser Dilogie.